Titel: Ein Leben wie die Zukunft
Autor: Momixis
Zeit: spielt nach „Halbblutprinz"
Kapitel: 2
Teil: 4/9
Paare: Es kommen viele der typischen Paare vor, aber Hauptpersonen werden Harry und Draco sein… (später auch als Paar)
Warnungen: Slash, Charadeath, lange Geschichte, unterschiedlich lange Kapitel….
Inhalt: Harry ist im 7. Schuljahr und will nach Dumbledores Tod nur noch den Krieg beenden, aber was wird er dafür opfern und wird er mit den Verlusten leben können? Wird er die Kraft und das Wissen dazu haben erfolgreich zu sein? Und welche Rolle werden Snape und Malfoy einnehmen?
MIR GEHÖRT NICHTS UND ICH VERDIENE DAMIT AUCH KEIN GELD!
Danke an die Reviewer!!
Teil IV
Altes Hogwarts
Kapitel 2
Verschleierte Entscheidung
Der Weg nach Hogwarts war nur halb so schlimm, wie Harry befürchtet hatte. Sie trugen schwarze Schulumhänge ohne Hausfarben und sie saßen alleine in einer Kutsche. Aber erst nachdem Harry Draco in die Kutsche gezerrt hatte, denn dieser war kreidebleich vor den drachenähnlichen Pferden, den Testralen, stehen geblieben. Die leisen Worte von Harry hatten ihn nur wenig beruhigen können.
„Seit wann siehst Du sie?" flüsterte Draco leise an Harrys Seite. Harry wusste nicht, ob er darauf antworten sollte. Die Stimmung war merkwürdig vertraut, wie eigentlich immer, wenn sie alleine waren und über ihre Vergangenheit sprachen. Harry seufzte.
„Seit Anfang unseres 5. Schuljahrs", antwortete Harry genauso leise. Er sah aus dem Fenster und erblickte nun das große Schloss. Harry fühlte die Wärme in sich aufsteigen. Er war wieder zu Hause.
Endlich wieder zu Hause.
Nach dem Treffen mit Lily erwarteten Harry und Draco nur noch die Begegnung mit den Rumtreibern und Dracos Sippschaft. Wenn Harry sich nicht irrte hatte er das weißsilberne Haar schon in London irgendwo gesehen. Harry graute es vor den Begegnungen, aber er freute sich auch auf die Bekanntschaft mit James. Denn die Begegnung mit Lily war nun alles andere als in einer Katastrophe geendet, warum sollte es denn dann bei James etwas anderes werden?
Am Ende seiner Gedanken standen sie schon in der Großen Halle. Filch hatte sie unfreundlich an die Seite des mächtigen Raums gedrückt, kaum dass sie das Schloss betreten hatten. Nun warteten sie ungeduldig auf die nächste Anweisung.
Mrs. Norris beäugte sie sehr misstrauisch und Harry war froh, dass sie kein Kniesel oder etwas Ähnliches war. Aber Harry hätte sie schon gerne angefaucht um sie zurückzuweisen. Woher dieses Bedürfnis kam, wusste er nicht. Aber die Katze hielt Abstand und Harry sah sich vorsichtig in der Halle genauer um.
Sein Blick wanderte sofort zum Haustisch der Gryffindors. Es waren weniger Schüler anwesend, als zu seiner regulären Schulzeit. Aber die spärlich besetzten Tische machten ihm deutlich, dass die Eltern sehr vorsichtig waren, wenn es um ihre Kinder ging. Sie behielten sie lieber zu Hause oder brachten sie ins Ausland in Sicherheit.
McGonagall brachte die eingeschüchterten Erstklässler herein und der Hut sang sein Lied:
Ja, ich bin älter als ihr denkt
Und mein Wissen wurde nie herabgesenkt.
Hogwarts steht Kopf – Glaubt mir es ist wahr.
Es lebt wie die Zaubererwelt in allzu großer Gefahr.
Ihr lebt in einer schlimmen Zeit, meine Lieben.
Wo Hass, Wut und Vorurteile regieren
Macht eure Augen auf und seht
Überlegt gut zur welchen Seite ihr steht
Denn kämpfen, verlieren und doch gewinnen
Sind die Zauberer noch bei Sinnen?
Ich geb' euch an in welches Haus ihr gehört
Es ist eure Familie zu der ihr kehrt.
Ob Gryffindor, Ravenclaw, Hufflepuff oder Slytherin
Jedes Haus hat seinen Zweck und Sinn.
Für jeden gibt es eine Wahl zu treffen,
es gibt nichts, was wird so gemessen.
Kommt nun her und setzt euch nieder
Damit ich – wie alle Jahre wieder –
Euch lesen kann und mehr
Kein Angst, schmerzen wird dies nicht sehr.
Harry hatte mit einem Stirnrunzeln zugehört und beobachtete nun, wie die ängstlichen Erstklässler von einer 15 Jahre jüngeren McGonagall aufgerufen wurden. Sein Blick glitt aber schnell weiter und wanderte über den Lehrertisch. Es waren viele Lehrer abwesend, denn einige der Plätze waren leer. Vielleicht kontrollierten sie den Zug oder die anderen Zugänge nach Hogwarts.
Schon trafen seine Augen auf die hellblauen von Albus Dumbledore. Er konnte zwar die Augenfarbe auf diese Entfernung nicht bestimmen, aber diese Augen würden ihn wohl nie loslassen. Dafür hatten sie schon zuviel gemeinsam erlebt.
Harry spürte regelrecht die Skepsis von Dumbledore und er hob fragend die Augenbraue. Ihn würde es jetzt wahnsinnig interessieren, was in Dumbledores Kopf ablief. Vermutlich befürchtete der Schulleiter von den neuen Schülern eine Gefahr. Aber auch Neugier würde das Verhalten von Dumbledore beeinflussen, das wusste Harry genau.
Die Erstklässler waren endlich aufgeteilt und nun sagte McGonagall etwas von „neue Schüler" „5. Jahrgang" „Weißrussland" „Privatunterricht", dann rief sie ihre Namen auf.
„Dorian Mosnay und Adrian Jericle."
Beide Jungen blickten sich noch einmal um. Sämtliche Blicke ruhten nun auf ihnen. Sie blickten sich nur kurz an und dann schritten sie nebeneinander den Mittelgang entlang. Sie strahlten eine unglaubliche Eleganz und Stärke aus, wie sie so im Gleichschritt mit hocherhobenem Haupt auf den Lehrertisch zuschritten.
Für Harry war es noch immer wie ein Traum. Seit er den Hogwarts-Express betreten hatte, war nichts mehr real. Aber mit jedem Schritt nahm dieses Gefühl ab und machte anderen Empfindungen Platz, Sehnsucht und Angst zum Beispiel.
Sehnsucht nach dem vertrauten und liebevollen Funkeln aus Dumbledores Augen und Angst ihn zu enttäuschen, auch wenn er vermutlich keine Anforderungen an ihn setzte. Sein späteres ‚Ich' würde es tun. Und dieses Wissen reichte Harry vollkommen.
Kurz blickte er zum Gryffindortisch und seine Augen trafen auf Braune, die ihn herablassend und skeptisch musterten, während der schwarzhaarige Junge neben ihm, ihm etwas ins Ohr flüsterte. Der Blick tat Harry tief in der Seele weh, aber er zeigte es nicht. Er zeigte nicht wie ihn James' Blick schmerzte. Und auch die Gefühle die in ihm aufwallten, als er Remus und Sirius erkannte, unterdrückte er sofort. Sonst würde er dem Bedürfnis nach Flucht nicht widerstehen können.
Er sah kurz noch Lily, die ihn warm und offen anlächelte und Harry erwiderte es spontan. Diese ehrliche Zuneigung tat ihm gut und er konnte sich jetzt noch ein wenig besser gegen unerwünschte Gefühlwallungen wappnen. James allerdings blickte noch finsterer zu dem neuen Schüler. Insgeheim hatte er schon beschlossen ihn nicht zu mögen.
Draco und Harry waren am Lehrertisch angekommen. Harry blickte zu Draco, der mit wenigen Schritten sich auf den Stuhl setzte und sofort den Hut von McGonagall aufgesetzt bekam. Er strahlte eine Selbstsicherheit aus, die Harry beeindruckt hätte, wenn er nicht genau wüsste, dass dies nur ein schwaches Abbild von seiner realen Zeit in Hogwarts war.
Der Hut setzte sich auf Dracos Kopf und… nichts geschah.
Offenbar brauchte der Hut mehr als die Haarspitzen, um sich zu entscheiden. Sehr wahrscheinlich redete der Hut gerade mit Draco, denn das Entsetzen war in der Mimik des Blonden deutlich zu erkennen. Was der Hut ihm wohl erzählte?
Als der Hut dann endlich ‚Slytherin' rief, wirkte Draco sichtlich erleichtert. Der fragende Blick von Harry ließ ihn aber nur wütend schnauben. Aber Harry grinste. War Draco wohl doch nicht mehr der reine Slytherin wie zu der Zeit ihres ersten Schuljahres. Dieser Gedanke löste ein schadenfrohes Grinsen aus, welches allerdings schnell wider weggesteckt wurde.
Ein letzter Blick zu Dumbledore ließ Harry erschaudern und er setzte sich vorsichtig auf den dreibeinigen Stuhl. Kaum hatte er den Hut auf, als er auch schon die leise piepsige Stimme hörte.
„Noch einer… oh ja…."
„Bitte Gryffindor", bettelt Harry leise. Ihm war der Gedanke an die Wette total entfallen. Er würde seinen Seelenfrieden nicht für ein wettendes Mädchen aufs Spiel setzen. Sie war alt genug.
„Was?", der Hut schien überrascht. „Ja…ja… Du bist zweifelsfrei ein … sehr guter Gryffindor… gewesen, aber Deine Verbindung zu dem-dessen-Namen-nicht-genannt-werden-darf und Deine eigene Mission lässt Dich zu einem wahren Slytherin werden…SLYTHERIN", rief der Hut laut in die Halle und das entsetzte ‚Was?' von Harry ging dabei total unter.
Das laute „YES" von Sal brachte dem Mädchen die sofortige Aufmerksamkeit der ganzen Halle. Harry blickte kurz zu Sal und dann zu seinem neuen Haustisch. Es war doch zum verzweifeln. Er bemerkte nicht den musternden Blick aus blauen Augen.
Die Gedanken schweiften komplett ab und so bekam Harry nicht das entgeisterte und geschockte Gesicht von Draco mit. Dieser brauchte ganze 5 Minuten bis er sich wieder gefasst hatte und die kalte unnahbare Maske aufgesetzt hatte. Und doch schimmerte in seinen Augen noch immer fassungsloses Entsetzen.
„Wieso … sitzt Du hier?" zischte er.
Harry saß ihm gegenüber und zuckte nur mit den Schultern. Er war nicht in der Lage um ausführlicher zu antworten. Ein blasses Gesicht sah in ein anderes noch viel weißeres Gesicht. Es war ein schmerzhafter Schock für Harry geworden.
„Du gehörst nach Gryffindor, also was machst Du hier bei den Schlangen?", Draco war noch immer kreidebleich und gestikulierte wild mit seiner Hand zum Tisch der Löwen hinüber. Harry zuckte zusammen, als sich zwei Arme fest von hinten um ihn schlangen. Er wurde kräftig umarmt und dann hatte er eine rosafarbene Haarsträhne vor den Augen. Also musste es Sal sein.
Er hatte sonst keine mit einer ähnlichen Haarfarbe gesehen und Tonks ging noch nicht nach Hogwarts. Sie war etwa zwei Jahre alt. Sal setzte sich einfach auf seinen Schoß und drückte ihm die Luft mit ihrer Umarmung unbewusst ab. Sie schien total überdreht und glücklich zu sein. Auch wenn Harry diesen Zustand ihr häufiger zutraute.
Endlich schaffte es Harry sich von Sal etwas zu befreien und sie lächelte ihn breit an, während Draco am liebsten an die Decke gesprungen oder unter den Tisch gekrochen wäre.
„Du Adrian, Du weißt gar nicht, wie glücklich ich bin, dass Du in Slytherin bist!" Mit einem letzten Küsschen auf seine Wange sprang Sal auf und lief wieder mit federnden Schritten zu ihrem eigenen Platz hinüber, während sie wild zu Lily und Esmare hinüber winkte.
„Was bitte war das?" schnarrte eine kalte Stimme rechts von Harry. Es hörte sich nicht begeistert an, aber Harry hatte nun schon etwas Übung mit unterkühlten Menschen. Mit einem harten Lächeln blickte er zu dem hochgewachsenen Sechstklässler hinüber.
„Ich glaube kaum, dass dies Dich irgendetwas angeht, Malfoy!" schnarrte Harry und hielt dem harten Blick aus graublauen Augen mühelos stand. Draco musste seine eigene Reaktion unterdrücken. Er musste sich daran gewöhnen, nicht auf ‚Malfoy' zu reagieren. Und der kalte Ton von Harry war diesmal eindeutig nicht an ihn gerichtet. Und im Stillen war er dafür ein ganz klein wenig dankbar.
Die Spannung stieg an, während die Temperatur sank, denn es kam nicht oft vor, dass Lucius Malfoy so kalt und harsch zurechtgewiesen wurde. Ein junges Mädchen auf der anderen Seite des Tisches kicherte leise, verstummte aber sofort als der tödliche Blick von Narcissa sie traf.
Lucius Augen bohrten sich in Harrys und dieser gab nicht nach. Er zeigte nichts von seiner Persönlichkeit oder seinen Gedanken. Alle starrten sie an und waren gespannt auf den Sieger dieses kleinen Machtduells.
Leider wurde die Situation jäh unterbrochen, als Slughorn zu ihnen trat.
„Guten Abend die Herren. Ich bin Horace Slughorn und der Hauslehrer von Slytherin. Mr. Malfoy und Mrs. Salin sind Vertrauensschüler des sechsten Jahrganges. Sie wenden sich daher bitte an Mrs. Yotsamu und Mr. Quilg. Sie stammen aus einer Botschafter Familie und sind daher bestimmt sehr gut in der Lage ihnen alle Fragen zu beantworten."
Dabei zeigte Slughorn auf zwei Schüler die nur wenige Plätze neben Harry saßen. Sie sahen nicht sehr glücklich aus und Harry fragte sich, ob es mit ihrer neuen Aufgabe oder ihrer Art der Vorstellung zusammen hing. So wie Slughorn von den beiden sprach, waren sie ganz sicher in seinem Slug-Club.
Plötzlich begriff er, dass er hier keine Probleme mit Slughorn bekommen würde. Er war ein ganz normaler Junge. Nicht der Junge-der-lebt; nicht der Auserwählte oder der Held. Dieser Gedanke brachte ihm etwas von der notwendigen Leichtigkeit zurück.
Harry fand die Beiden trotzdem sympathisch und lächelte sie kurz an, welches mit einem ehrlichen Nicken beantwortete wurde. Slughorn sprach währenddessen träge weiter.
„Der Schulleiter möchte Sie nach dem Essen in seinem Büro sprechen. Mrs. Yotsamu wird Sie dorthin begleiten", brummte er und watschelte wieder zum Lehrertisch zurück.
Und Harry bemerkte, dass Dumbledore nicht mehr anwesend war. Die übrigen Lehrer sahen ihn sehr skeptisch und misstrauisch an. Es war ein ungewöhnliches Gefühl für Harry, aber damit wird er wohl leben müssen.
Nach dem Essen erhob Harry sich und folgte zusammen mit Draco der schwarzhaarigen Vertrauensschülerin. Lin Yotsamu war eindeutig japanischer Abstammung. Ihr langes schwarzes Haar schimmerte leicht bläulich, aber ihre Augen strahlten in einem untypischen blau. Eine gewisse Spitzbübigkeit konnte Harry in ihrem Blick erkennen und er deutete es als Versicherung, dass hier mehr war, als diese stille ganz offensichtlich anerzogene Höflichkeit.
Kaum hatten sie die Halle verlassen, als das Stimmengewirr noch lauter wurde. Alle, wirklich alle, unterhielten sich jetzt über den merkwürdigen Neuzugang.
Das Trio lief währenddessen durch die Gänge und die große Treppe empor. Harry kannte diesen Weg sehr gut und er musste sich höllisch auf die Zunge beißen, um Lin nicht zu sagen, dass hinter dem rot-schwarzen Wandteppich, an dem sie gerade vorbeiliefen, eine enorme Abkürzung lag.
„Also Ihr seid die neuen Slytherins?! Es freut mich, dass wir Verstärkung bekommen haben, denn unser Jahrgang ist so richtig mau. Nicht nur in Slytherin… die anderen Jahrgänge sehen nicht besser aus, aber wen interessiert das schon. Nur Schade dass Ihr Kerle seid. Von Mädchen mangelt es noch viel mehr. Aber egal. Ich denke Ihr werdet in den zweiten Schlafsaal kommen, da ein Sechs-Bett-Zimmer bei uns in die Kerker nicht reinpasst. Vielleicht wird auch einer aus dem anderen Schlafsaal zu Euch verlegt. Mal sehen. Oh ich freue mich echt Euch kennen zu lernen. Ich und Sanuel sind ja auch erst seit zwei Jahren hier und…"
Während Lin plapperte kamen sie dem Gargoyle immer näher. Lin flüsterte das Passwort und Harry und Draco war der Weg freigegeben, um das Büro des Schulleiters betreten zu können. Draco zögerte leicht und daher trat Harry als erster auf die steinerne Rolltreppe.
Draco fühlte sich unwohl. Er hatte es bisher vermieden den Schulleiter anzusehen oder zu nahe zu kommen, aber jetzt klopfte Harry an und öffnete sogleich die Tür. Am liebsten würde Draco sofort die Flucht ergreifen, als er Dumbledore an seinem Schreibtisch sitzen sah.
Harry trat ein und zog Draco unauffällig mit hinein. Er hatte die Zerrissenheit gespürt und sorgte nun dafür, dass ihre Rolle nicht noch geheimnisvoller, skurriler und unglaubwürdiger erscheinen würde.
„Guten Abend Professor Dumbledore", begrüßte Harry freundlich. Draco nickte nur und kämpfte um seine kalte Maske. Die Atmosphäre war irgendwie vertraut und doch so fremd zwischen den Zauberern. Dracos Blick glitt zu Harry und die kalte Höflichkeit, die dieser Junge ausstrahlte ermöglichte Draco auch sofort seine Gedanken sicher zu verschließen.
Die blauen Augen vom Blonden wanderten durch den Raum und blieben bei Fawks hängen. Ein kalter Schauer lief seinen Rücken hinab, als er den roten Feuervogel mit großen Augen musterte. Dies konnte nur Fawks sein. Bisher hatte Draco nur Zeichnungen gesehen, da magische Bilder bei Phönixen sofort in Flammen aufgingen. Draco war von diesem Tier ungewollt beeindruckt.
Fawks beäugte die Jungen kritisch. Legte seinen Kopf leicht schräg und ließ ein leises Trillern hören.
„Guten Abend, Mr. Jericle und Mr. Mosnay", sprach Dumbledore und zeigte mit seiner Hand auf die beiden leeren Stühle vor dem breiten Schreibtisch. Harry setzte sich ohne groß zu zögern. Für ihn war es eine relativ gewohnte Situation. Für ihn war die Ruhe und Freundlichkeit von Dumbledore ganz natürlich und selbstverständlich. Er hatte davor keine Angst.
In diesem Moment beneidete Draco Harry für seine Ruhe und Kaltschnäuzigkeit, denn der ehemalige Gryffindor saß da und blickte den Schulleiter gelassen an. Nichts deutete auf ein eventuelles Unbehagen hin. Auch Draco setzte sich und spielte den gelassenen. Was Harry konnte, konnte er schon lange.
Über seine Halbmondbrille hinweg musterte Dumbledore die zwei Jungen gründlich. Es war nicht nur sehr ungewöhnlich, dass Quereinsteiger nach Hogwarts kamen, sondern auch, dass beide nach Slytherin kamen und dabei so unterschiedlich reagiert hatten. Er hatte natürlich sofort die Erleichterung und das Entsetzen bei der Einwahl wahrgenommen, aber verstehen konnte er es noch lange nicht. Vielleicht würde der alte Hut ihm in einer ruhigen Minute etwas Hilfestellung geben. Nur leider konnte der Schulleiter sich darauf nicht verlassen. Manchmal hatte der sprechende Hut einfach seinen eigenen Kopf.
Aber im Grunde machte Albus sich über etwas ganz anderes viel mehr Gedanken. Die Jungen strahlten eine gewisse Stärke und Magie aus. Leider konnte er diese Magie nicht zuordnen oder genauer beschreiben, sie entzog sich seinem Begriffsvermögen und dies kam sehr selten vor und war bestimmt kein gutes Omen.
Er hatte gehofft, dass es einfacher werden würde, wenn er sie alleine in seinem Büro hatte, aber noch immer war die Magie verschlossen und verpackt; undurchsichtig und fremd.
Dumbledore würde sie beobachten müssen und einfach auf eine Spur warten. Sie würden sich verändern und irgendwann einmal vergessen, ihre Magie zu tarnen.
Dass die Jungen gar nicht aktiv und bewusst ihre magischen Kräfte schützten, konnte Dumbledore ja nicht ahnen und den Jungen war es selbst nicht bewusst. Die könnten noch nicht mal etwas daran ändern, wenn sie wollen würden, denn es hing mit einer höheren Magie zusammen, die sie nicht verstehen konnten.
„Meine Herren, ich möchte Sie natürlich nicht länger als nötig von Ihren neuen Mitschülern und Klassenräumen fernhalten, aber ich will Ihnen noch ein paar wichtige Regeln mit auf Ihren neuen Weg geben", sprach Dumbledore.
Er würde ihnen eine Chance geben, so wie jeder an dieser Schule eine Chance hatte. Er wusste genau, dass nicht jeder Slytherin zu einem Anhänger Voldemorts werden würde. Außerdem hatte er nicht wirklich die Zeit sich um die Zukunftsaussichten von allen seinen Schülern Gedanken zu machen. Dies war Aufgabe der Hauslehrer.
Er setzte gerade an, um die Schüler über die Sitten und Regeln von Hogwarts aufzuklären, als Fawks ihm dazwischen kam. Der Phönix saß noch immer auf seiner Stange und begann aber nun ein Lied zu singen. Ein Lied, welches nur einer von ihnen kannte. Nur einer bisher schon gehört hatte.
Dumbledore sah irritiert zu seinem Vogel hinüber. Draco starrte das Tier entgeistert an, während Harry nur wahnsinnig traurig wurde. Er blickte auf seine Finger und schluckte schwer. Er schaffte es nicht, seine Gefühle zu unterdrücken.
Die Melodie war voller Traurigkeit und Schmerz. Keiner sprach ein Wort. Nicht einmal Dumbledore wusste dazu etwas zu sagen. Harry kämpfte mit seinen Tränen, denn Fawks hatte ihn an etwas erinnert, an den Tag von Dumbledores Tod. Es war die gleiche Melodie, wie Fawks zu seinem Abschied gesungen hatte.
Erst am Ende konnte Harry auch wieder Kraft und Zuversicht aus den Tönen nehmen und sah dankbar zu Fawks hinüber. Draco war blass. Er konnte mit der Reaktion seines Körpers nichts anfangen. Noch nie hatten irgendwelche Töne so eine Reaktion auf ihn gehabt. Er hatte das Gefühl am ganzen Körper zu zittern und sein Inneres wäre in einer warmen Glut getaucht. Es war nicht wirklich unangenehm, aber halt sehr ungewohnt und nicht zu deuten.
Auf Harrys Lippen legte sich mittlerweile ein sicheres Lächeln. Auch in dieser Zeit würde er Fawks als Verbündeten erhalten. Es blieb nur die Frage, wofür könnte der Phönix noch sinnvoll werden. Denn erstmal war Dumbledore noch verunsicherter als vorher schon und würde den Feuervogel nicht einfach ziehen lassen. Harry würde abwarten müssen.
Dumbledore war sehr irritiert. Zwar zeigte er es nicht, aber als Harry dann auch noch lächelte, verstand er gar nichts mehr. War ihm schon vorher bewusst gewesen, dass dieser Junge seine Aufmerksamkeit bekommen würde, so wusste er jetzt dass es dringend notwendig war mehr zu wissen. Er durfte sie nicht aus den Augen lassen.
„Ich habe Sie natürlich nicht zu mir gebeten, um Ihnen nur ‚Hallo' zu sagen. Ich würde sehr gerne erfahren, was Ihre Beweggründe waren um nach Hogwarts zu kommen?"
Die Jungen sahen ihn gelassen an und erzählten ihm die ausgedachte und ausgearbeitete Lüge. Dabei wechselten sie sich ab, auch wenn Draco am Anfang sichtlich zu kämpfen hatte dem Lehrer gelassen in die Augen zu sehen.
Das Gespräch dauerte nicht lange und Harry und Draco wurden wieder aus den Fängen des Schulleiters entlassen. Erleichtert liefen sie in die Kerker und wussten nur zu gut, dass sie einen grübelnden Schulleiter zurück gelassen hatten.
Dieser spürte regelrecht, dass hier etwas nicht stimmte. Aber die beiden Gesichter waren so verschlossen, dass selbst die beste Menschenkenntnis nicht half um nur einen Hauch der Fragen zu klären. Adrian Jericle und Dorian Mosnay waren zwei sehr geheimnisvolle Menschen und Dumbledore würde sich zur Aufgabe machen diesem Geheimnis auf die Schliche zu kommen. Aber irgendein Gefühl sagte ihm, dass er es nicht wirklich wissen wollte.
TBC.
Wird Dumbledore die Spur verfolgen und etwas herausfinden? Wie sicher ist das Wissen bei Gryzabel? Und wie werden sich die beiden Jungen im Unterricht schlagen? …
