Titel: Ein Leben wie die Zukunft
Autor: Momixis
Zeit: spielt nach „Halbblutprinz"
Kapitel: 5
Teil: 4/9
Paare: Es kommen viele der typischen Paare vor, aber Hauptpersonen werden Harry und Draco sein… (später auch als Paar)
Warnungen: Slash, Charadeath, lange Geschichte, unterschiedlich lange Kapitel….
Inhalt: Harry ist im 7. Schuljahr und will nach Dumbledores Tod nur noch den Krieg beenden, aber was wird er dafür opfern und wird er mit den Verlusten leben können? Wird er die Kraft und das Wissen dazu haben erfolgreich zu sein? Und welche Rolle werden Snape und Malfoy einnehmen?
MIR GEHÖRT NICHTS UND ICH VERDIENE DAMIT AUCH KEIN GELD!
Danke an die Reviewer!!
Teil IV
Altes Hogwarts
Kapitel 5
Entscheidendes Mobbing
Nur hatte Harry keinen Bedarf an der Bücherei und Madam Pince. Er hatte die Bibliothekarin schon gestern Abend fast zur Weißglut gebracht, als er sich über die unzureichende Möglichkeit der Informationsbeschaffung beschwert hatte. Eigentlich wollte er einige ihm bekannte Bücher haben, aber leider hatte er feststellen müssen, dass sie noch nicht geschrieben waren. Er hatte sie nur mit Mühe wieder beruhigen können und hatte ihr schließlich heimlich einen Entspannungs- und Ruhezauber auferlegt. Danach war er schnell und leise aus der Bibliothek verschwunden.
So lief Harry jetzt durch das Schloss. Erst wusste er nicht wohin er sollte, aber dann beschloss er nach Cosmo zu sehen. Auch wenn die Katze bisher keine Anzeichen für Langeweile oder Vereinsamung zeigte, wollte er ihr doch auch keine Möglichkeit für diese Empfindungen geben.
Aber Harry kam nicht bis zu den Kerkern. Eigentlich kam er noch nicht mal in deren wirkliche Nähe.
Er hörte eine Stimme und erstarrte. Sie kam aus einem Nebengang und Harry wusste genau, dass dieser Teil eher wenig genutzt wird. Die Dunkelheit, die hier herrschte, weil es keine Fenster gab und nur wenige Fackeln, sorgten für eine sehr unheimliche Atmosphäre. Genau der richtige Ort, wenn man jemanden in die Mangel nehmen wollte.
Harry hatte die Stimme sofort einordnen können. Und auch die Zweite die sich jetzt einmischte.
„Oh Schniefelus… heute ist der zweite Tag… ob seine Wäsche heute noch sauber ist… ?"
„Was glaubst Du denn? Er ist so alleine… es will bestimmt niemand in seiner Nähe sein…"
„Glaubst Du er hat Angst? Sieh mal er zittert…" Das Grinsen dazu konnte man förmlich hören.
„Was glaubst Du denn?! Natürlich hat er Angst. Angst vor uns."
„Ob er sich gleich in seine schmutzige Hose macht?!"
„Erst nachdem er angefangen hat zu flennen."
Harry hörte die Stimmen. Verstand die Worte und konnte sich doch nicht rühren. Langsam sackte er zum kalten Boden hinab. Die kalten Stimmen hallten in seinen Ohren unwiederbringlich weiter.
Das konnte doch alles nicht wahr sein.
Was sollte er tun? Seine erste Begegnung mit den Rumtreibern sollte eigentlich nicht so aussehen. Warum musste er hier lang gehen? Warum musste er die Stimmen hören?
‚Man muss das Richtige tun, nicht das Einfache' hörte Harry die Stimme von Dumbledore in seinem Kopf sagen. Es verscheuchte den Hall der kalten Bemerkungen aus seinen Ohren. Was das Richtige war, wusste Harry genau, aber bisher ist es ihm noch nie so schwer gefallen diesen Weg auch wirklich zu gehen. Seine Glieder waren wie Blei. Er konnte sich kaum bewegen. Ihm war eiskalt und sein Herz raste.
Mühsam rappelte er sich auf und ging langsam zu dem Gang, indem drei junge Männer standen. Er musste es tun. Nicht für Snape, sondern für sich selbst. Drei Schüler des sechsten Jahrganges standen in dem schmalen Gang.
Zwei mit rotem Hogwartswappen und ein Slytherin, wobei die Zauberstäbe der Gryffindors Severus Snape bedrohten und er an der Wand angelehnt erstarrt war.
„Ich störe ja nur äußerst ungern…" Harrys Stimme war fester als er gedacht hatte. Langsam trat er näher. Die Blicke der Gryffindors waren erst ziemlich überrascht, dann wohl erleichtert, weil es weder ein Lehrer noch ein Vertrauensschüler war. Es war nur einer der neuen Fünftklässler.
„Oh, da hat Schniefelus ja seelischen Beistand. Kommt äußerst selten vor", höhnte Sirius Black und grinste breit. Harry erschauderte. Noch traute er sich nicht James oder Sirius genauer anzusehen, sein Blick lag auf Snape.
„… und dann von einem süßen Fünftklässler", lachte James. Es trieb fast die Tränen in Harrys Augen, aber nur fast. Viel eher spürte er die Sicherheit, das Richtige zu tun und er schloss kurz die Augen, um dann James für einige Sekunden fest in die braunen Augen zu blicken.
Die Gefühle die der Gryffindor dort sehen konnte, ließen ihn kurz verstummen, dann wollte er allerdings zu einer spitzen Bemerkung ansetzten. Nur leider kam Harry ihm zuvor.
Weder Augen noch Haltung verrieten irgendwelche Gefühle und als Harry sprach, lag soviel Verachtung in den Worten, wie sich bei ihm im laufe der Jahre angesammelt hatte. Verachtung auf seinen Vater und auf seinen Patenonkel. Verachtung für ihr mieses unsoziales Verhalten.
„Oh, es tut mir ja wirklich leid Euch zu unterbrechen, aber ich denke ich muss Euch aufklären. Auch wenn ‚Schniefelus' wohl ein recht passender Name ist-", mit einem gewissen Schock hatte Harry die Tränen der Wut und Angst in den schwarzen Augen von Snape gesehen, „- so verwendet Ihr doch das falsche Synonym für Severus Snape."
Harry ging auf Snape zu und flüsterte leise, so dass wirklich nur Snape ihn hören konnte: „Er wird viel lieber als Halbblutprinz bezeichnet. Er hasst seinen Muggelvater so sehr, dass er sich den Mädchennamen seiner Mutter zur Personifizierung nimmt."
Die Panik in den schwarzen Augen konnte Harry sehr genau erkennen und irgendwie genoss er sie. Snape war sonst ihm immer überlegen gewesen und nun hatte Harry die Macht über ihn. Ein kaltes Lächeln ließ Snape erschaudern.
Bisher hatte Snape nicht wirklich über den Neuzugang nachgedacht, aber in diesem Moment stufte er diesen Jungen als äußerst gefährlich ein. Aber er war ein Slytherin. Nur beruhigte Severus dies nicht im Geringsten, denn Slytherins waren nur ihren Freunden treu ergeben. Und ein Freund von Jericle war er bestimmt nicht.
Kalter Schweiß brach ihm aus und Panik erfasst ihn. Der Hohn und die Streiche der Rumtreiber kannte er schon, aber diesen Jungen konnte er nicht einsortieren. Und dies macht ihm mehr Angst, als alles was James und Sirius ihm bisher angetan hatten.
Aber Harrys Blick blieb kalt. Er würde sich jetzt nicht an den Gefühlen von Snape bereichern, er würde nicht zu dem werden, was sein Vater und sein Patenonkel waren, so wandte er sich wieder den Rumtreibern zu, die noch immer etwas überrascht und abwartend ihn beobachteten.
„Auch wenn ich Snape nicht ausstehen kann, so ist Euer Verhalten verachtenswert. Ihr seid eine der größten Tragödien für Euer Haus! Oder sogar für Hogwarts", Harrys Stimme war kalt und so voller Abscheu, dass es fast zum Greifen war.
Mit weit aufgerissenen Augen wurde Harry jetzt beäugt, damit hatte niemand gerechnet.
„Wo ist Euer Mut hin, wenn Ihr Euch zu zweit auf einen sensiblen Slytherin stürzen müsst? Wie feige müsst Ihr denn sein, wenn Ihr einen Schüler mobbt? Wodurch erhaltet Ihr das Recht dazu, Euch über andere Menschen zu stellen?"
Hatten die Jungen bisher gedacht, die Stimme könnte nicht mehr kälter werden, so wurde sie von etwas besseren belehrt, denn sie fühlten sich gerade von der Stimme an die Wand genagelt.
Harry sprach gefühllos und fest. Seine Unsicherheit und Angst waren nach den ersten Worten verschwunden und seine Wut und sein Frust über das herablassende Verhalten von James und Sirius kamen jetzt richtig an die Luft. Nur zu Recht bekamen auch diese beiden Personen diese Kälte und Wut zu spüren.
Leider war Harry nicht in der Lage ihnen vor Augen zu führen, welche Folgen sich aus ihrem arroganten Verhalten entwickelten oder auch nur entwickeln könnten. Aber Harry würde ihnen schon zeigen, welche Scheiße sie hier bauten.
Denn Harry erinnerte sich noch zu gut an seine eigenen Erfahrungen aus der Grundschule. Da war er der Außenseiter gewesen, der von allen Seiten gemieden und gemobbt wurde. So sehr er auch Snape hasste, so wusste Harry doch zu gut, wie mies dieses Gefühl der Hilflosigkeit ist. Jetzt war er aber nicht Hilflos. Er hatte die Möglichkeit etwas zu tun und solange er diese Chance hatte, würde er sie auch nutzen.
Er blitzte die beiden Gryffindors mit seinen fast grünen Augen hasserfüllt an und selbst Snape drückte sich weiter an die Wand. Niemand konnte sich erklären, woher diese Wut und der Hass auf einmal kamen. Sie waren diesem neuen Schüler doch vorher nie begegnet.
Die beiden Gryffindors waren überrascht und fassten sich nur langsam. Dieser Elan und die entstehende Spannung waren sehr ungewöhnlich. Harry stand zwischen Snape und den zwei Rumtreibern und funkelte sie noch immer kalt an.
Langsam trat er näher auf James und Sirius zu und blieb direkt vor ihnen stehen. Oh ja, Harry konnte die Ähnlichkeit zwischen James und ihm erkennen. Fast wie Zwillinge. Fast wie sein Spiegelbild.
Kurz schwieg er und fixierte dann die braunen Augen seines Vaters.
„James Potter und Sirius Black!" sprach Harry kalt und zischend. „Euer Verhalten ist so erbärmlich…"
Ein kurzer Wink mit der Hand, ließ Sirius entrüsteten Einspruch verebben. James hatte bei dem Blick seine Sprache weiterhin verloren und war gefangen von den kalten Augen des Slytherins.
„Ihr tarnt Euch unter Unschuld, Mut und der weißen Magie, daher… genau daher ist Euer Verhalten abstoßender als das der meisten Todesser. Tretet doch Voldemort bei, dann könnt Ihr wenigstens jeden malträtieren, der Euch über den Weg läuft. Dann könnt ihr verletzen und töten, so viel wie es Euch gefällt. Ihr Feiglinge."
Harrys Augen blitzten kurz grün und kalt auf, während sein Gesicht hart blieb.
Einige Sekunden vergingen, in denen sich keiner rührte. Nur Harrys Blick bohrte sich unnachgiebig in die Augen von James.
Die Spannung stand im Raum und löste sich erst langsam, als Harry Snape am Arm packte und den Gang mit schnellen Schritten verließ. Er kochte vor Wut.
Durch einen Geheimgang hindurch schleifte Harry den armen Snape in die Räume der Slytherins und schubste den noch immer stummen Jungen in einen Sessel, um dann die Tür seines Schlafsaales hinter sich laut ins Schloss fallen zu lassen.
Dieser Knall ließ viele Slytherins aufblicken. Und einen tief erleichtert durchatmen, während Harry sich auf sein Bett fallen ließ. Er schluchzte auf. Tränen der Wut und Verzweiflung ließen sich jetzt nicht mehr aufhalten.
Die Chance sich mit James und Sirius zu vertragen und anzufreunden, war jetzt wohl verloren. Und trotzdem wollte Harry seine Aktion nicht rückgängig machen, wollte sie nicht verurteilen, dafür war sie einfach zu Richtig gewesen. So sehr der Schmerz und die Enttäuschung in seiner Brust auch tobten. Es war Richtig gewesen, so schwer es auch war.
Cosmo kam zu ihm. Anscheinend freute sie sich ihn zu sehen, aber sofort patsche sie mit ihrer schwarzen Pfote auf seine tränennasse Wange, als wolle sie ihn trösten.
„Mau" kam es leise und sie kuschelte sich an ihren schluchzenden Herren. Langsam beruhigte Harry sich, die Tränen waren versiegt und er starrte trübe an die Zimmerdecke. Ein kurzer Blick auf die Uhr ließ ihn allerdings überstürzt aufspringen und zu Boden gehen. Er hatte kaum noch Zeit, um pünktlich zum Wahrsageunterricht zu erscheinen.
TBC.
Ein kurzes Kapitel, aber bald geht es weiter…
Hat Harry wirklich die richtige Entscheidung getroffen und wie werden die anderen Slytherins auf diese Aktion reagieren. Was werden James und Sirius machen?
