Titel: Ein Leben wie die Zukunft

Autor: Momixis

Zeit: spielt nach „Halbblutprinz"

Kapitel: 6

Teil: 4/9

Paare: Es kommen viele der typischen Paare vor, aber Hauptpersonen werden Harry und Draco sein… (später auch als Paar)

Warnungen: Slash, Charadeath, lange Geschichte, unterschiedlich lange Kapitel….

Inhalt: Harry ist im 7. Schuljahr und will nach Dumbledores Tod nur noch den Krieg beenden, aber was wird er dafür opfern und wird er mit den Verlusten leben können? Wird er die Kraft und das Wissen dazu haben erfolgreich zu sein? Und welche Rolle werden Snape und Malfoy einnehmen?

MIR GEHÖRT NICHTS UND ICH VERDIENE DAMIT AUCH KEIN GELD!


Danke an die Reviewer!! und an alle, die diese Geschichte lesen und zu faul sind mit ein Kommentar zu hinterlassen...

Ich danke Dir, allerliebste Reinadoreen und auch Dir liebe Zissy. Es tat mir im Grunde selbst weh, als Harry sich gegen Sirius und James stellte, aber es war notwendig und meiner Meinung nach, hat Harry zuviel selbst erlitten, als dass er so ein ungerechtes Verhalten ertragen könne. Nur Severus ist alles andere als glücklich über diese Rettung... mal sehen, was jetzt kommt?! Es geht ein wenig mit Unterrricht weiter und es wird nicht unbedingt einfacher... und ganz bestimmt nicht langweiliger...viel Spaß beim lesen und Euch beide ganz doll knuddel... Eure Momixis


Teil IV

Altes Hogwarts

Kapitel 6

Unbequemer Nachmittag

Harry hastete durch die Gänge und die Treppen hoch. Aus purer Zeitnot benutzte er wieder Geheimgänge, allerdings auch nur welche, die relativ bekannt waren. So hoffte er, dass es niemanden auffallen würde. Er stürzte in den Wahrsageunterricht, als es gerade klingelte.

Zweimal an einem Tag zu spät zu kommen, konnte ja nur in einer Katastrophe enden. Kaum hatte Harry den Raum betreten, erstarrte er.

Harry blickte unsicher in die ihm zugewandten Gesichter und er war etwas erleichtert, als er Lin und Sanuel entdeckte. Schnell ging er zu ihnen, aber ein unbehagliches Gefühl blieb. Wenn Lin und Sanuel nicht hier gewesen wären, hätte er erstmal auf seinem Stundenplan nachgesehen, ob er wirklich im richtigen Unterricht saß.

Warum hatten sie Wahrsagen mit den Sechstklässlern? Nicht nur mit den Slytherins; Nein; auch die Fünft- und Sechstklässler aus Gryffindor waren hier anwesend. Wer kam bloß auf so eine bescheuerte Idee?

Gut es waren nicht wirklich viele, da parallel dazu Arithmantik angeboten wurde, aber warum wurden bitte zwei Jahrgänge gemischt?!

An den kalten Blicken von James und Sirius konnte Harry genau sehen, dass sie genau so wütend waren wie er. Er hatte ihnen das Schlimmste überhaupt an den Kopf geworfen und das von einem jungen unerfahrenen Slytherin. Harry würde höllisch aufpassen müssen, um nicht in eine böse Falle der Rumtreiber zu gelangen.

„Was ist passiert?", fragte Lin leise. Und auch Sanuel war die Spannung zwischen den dreien nicht verborgen geblieben. Aber Harry kam nicht dazu etwas zu erklären, denn die Lehrerin betrat den Raum.

Macholda Palandt war eine rundliche freundliche ältere Frau, mit dunkelbraunen Haaren, die zu zwei langen Zöpfen geflochten waren. Sie strahlte eine Energie und Fröhlichkeit aus, dass Harry schmunzeln musste. Mit Trelawney hatte diese Frau keine Ähnlichkeit, eher mit Molly Weasley.

„So meine Lieben, Ihr seid ein Pilotprojekt. Durch die Struktur Eurer Stundenpläne haben wir, das heißt das Lehrerkollegium, beschlossen, die zwei Jahrgangsstufen von Gryffindor und Slytherin zusammen zu tun und gemeinsam zu unterrichten. Es wird nicht einfach werden, aber wir bekommen das schon hin!"

Harry musste grinsen. Langsam war die Wut und der Schmerz in Vergessenheit geraten und die Professorin nahm in gefangen. Er mochte sie.

„Okay, erstmal möchte ich Eure Sitzordnung auflockern. Damit ihr Euch besser unterstützen könnt. So wie ich …", sie lief durch die Reihen und blickte auf die vielen Vierergrüppchen. Ihr langer orangeroter Umhang fegte dabei sanft über den Boden.

„… es sehe, sitzt Ihr in sehr guter Formation. Jeder Jahrgang in seinem eigenen Haus zusammen. Das ändern wir doch gleich mal." Harry nahm seinen letzten Gedanken zurück, er konnte sie nicht mögen. Dieses ständige Lächeln und die extreme Fröhlichkeit erinnerte Harry an Lockhart.

„Kommt, kommt meine Lieben aufstehen", mit einem Schwenker ihres Zauberstabs schwebte über jedem Platz ein kleines Namensschild. Harry seufzte leise und wurde dann aber von Lin erbarmungslos hochgezogen.

Es war ein tierisches Durcheinander und nur langsam fanden sich die richtigen Plätze an.

Eigentlich hatte Harry gedacht, dass aus jedem Haus jeder Jahrgang pro Vierertisch vertreten sein würde. Aber schnell bemerkte er, dass dies nicht der Fall war. Natürlich kam es vor, allerdings nur einmal. Und auch an seinem Tisch nicht. Erleichtert fast, stellte er fest, dass seine Tischnachbarn alles alte Bekannte waren, jedenfalls für ihn.

Narcissa Black, Remus Lupin und Esmare Pein.

Kaum saß jeder an seinem Platz – Harry sah mit einer gewissen Genugtuung, dass James mit Snape zusammen an einem Tisch saß – als eine beißende Stille eintrat. Vermutlich jeder Schüler versuchte gerade die Lehrerin mit Blicken aufzuspießen oder per Gedanken zu vergiften. Mit der Ausnahme von Harrys Tisch, denn selbst Narcissa wusste genau, dass es zu einer schlechteren Zusammenstellung hätte kommen können.

„So meine Lieben, ich hoffe Ihr seid doch ganz zufrieden mit Eurer neuen Sitzordnung – Nein Mr. Black Sie dürfen nicht die Plätze mit Mr. Snape tauschen – Ihr werdet das ganze Schuljahr in diesen Gruppen arbeiten und ich hoffe Ihr werdet Euer Bestes geben!"

Es hörte sich nicht nach einer Aufgabenstellung an, sondern nach einem Befehl, aber Harry könnte sich auch irren, denn sie strahlte über das ganze faltige Gesicht.

„Hey Adrian, schön mit Dir zusammen arbeiten zu dürfen", sagte Esmare locker und lächelte Harry offen an.

„Du kennst ihn?" Remus schien etwas überrascht zu sein. Wie viele Gryffindors würden schon freiwillig mit einem Slytherin zusammen arbeiten und sich darüber auch noch so ehrlich freuen? Er brauchte nicht zu James oder Sirius gucken, um zu wissen, dass sie Todesqualen litten. Jedenfalls würden sie das behaupten, denn James saß mit Severus Snape und Sanuel Quilg an einem Tisch und Sirius musste sich als einziger Gryffindor mit Lucius Malfoy, Lin Yotsamu und Dorian Mosnay arrangieren. So schlimm schien dann seine Gruppe gar nicht zu sein.

„Die Freude ist ganz auf meiner Seite, Esmare", nickte Harry höflich, aber mit einem verschmitzten Lächeln. „Ich heiße Adrian Jericle und bin, wie Ihr natürlich wisst, neu auf Hogwarts." Harry streckte erst Narcissa, die sich kalt abwandte, und dann Remus seine Hand über den Tisch entgegen.

Remus schien etwas verwirrt, nahm aber nach dem ersten Zögern die Hand an. Der Händedruck war kurz, aber für Harry war es ein Lichtblick nach dem Streit mit Sirius und James. Remus wusste noch nichts von dem Streit und wenn es nach Harry ginge, würde er auch nichts davon erfahren.

„Ja, natürlich bist Du mir nicht gänzlich unbekannt… ähm… ich bin Remus Lupin, Gryffindor."

Harry lächelte. „Es freut mich, Dich kennen zu lernen, Remus."

Dass der Gryffindor irritiert war, war ihm deutlich anzusehen.

„Hast Du Dich verlaufen Adrian? Oder warum bist Du fast zu spät gekommen? Hast Du wieder das Essen ausfallen lassen?"

Harry sah Esmare kurz an, dann schüttelte er den Kopf. „Ich hatte eine kleine Schwierigkeit mit dem Weg, weil ich so spät losgegangen bin und alle schon weg waren."

Harry erntete von Narcissa dafür jetzt ein spöttisches: „tzzzzz…" gepaart mit einem kalten Blick. Es war wohl die Anspielung auf den Zusammenstoß, von dem sie schon von Snape erfahren haben wird. Alle sahen sie kurz an, aber nur ihre kalte Maske war zu erkennen und sie sagte nichts weiter. Aufrecht und elegant saß sie da und würdigte keinen ihrer Tischnachbarn eines Blickes. Aber die ließen sich davon nicht wirklich stören.

Schon begann Palandt mit ihrem Unterricht. Sie lächelte in die Runde und ignorierte die kalten Blicke der Slytherins und Gryffindors. „Wir beginne dieses Jahr mit dem Tarot …"

Ein leichtes Stöhnen glitt durch den Raum. Aber auch Draco war davon überrascht, so dass es wohl eine Art Insider war. „Professor Palandt spricht seit unserem dritten Schuljahr ständig von Tarot, aber hat nie wirklich damit begonnen." Remus schien über seine eigenen Worte überrascht zu sein, denn er lief hellrosa an und musterte die weiße Tischdecke genau.

Harry grinste freundlich und knuffte ihm den Ellenbogen in die Seite. Er war froh den jungen Remus näher kennen lernen zu können. Die Stunde verlief nicht mal halb so schlimm wie befürchtet, denn sie war sehr amüsant und überraschend interessant. Und das bei dem geschichtlichen Werdegang der Tarotkarten. Vielleicht lag es auch daran, dass Harry zum ersten Mal im Wahrsageunterricht nicht seinen baldigen Tod vorhergesagt bekam.

Die Gruppenzusammenstellung bildete zu Beginn noch kein Problem. Noch nicht.

oooooooooo

Harry stellte schnell fest, dass der Unterricht in Zauberkunst, welches für diesen Tag ihr letztes Fach sein sollte, noch langweiliger war als Verwandlung. Er konnte die Zaubersprüche alle und selbst Draco hatte keine Probleme damit. Daher hatten sie zwar den begeisterten Blick des Professors auf sich, aber auch das skeptische Blinzeln aus den grauen Augen.

Als Harry nach dem Abendessen den Gemeinschaftsraum betrat, wurde er sofort von fünf Slytherins des sechsten und siebten Jahrgangs angesprochen und in die hinterste Ecke gedrängt. Harry blickte im ersten Moment erschrocken auf die größeren Jungs, dann wandelte sich sein Gesichtsausdruck und er sah ihnen mit einem kalten und emotionslosen Gesicht entgegen. Keiner konnte sehen, welcher Sturm jetzt in ihm tobte.

Lucius Malfoy sprach ihn mit kalter und schneidender Stimme direkt an: „Was fällt Dir, kleines erbärmliches Arschloch, eigentlich ein uns so zu hintergehen. Hat man Dir nicht gesagt, dass…"

Weiter kam er nicht, denn Harry trat einen Schritt vor und stand nun direkt vor dem platinblonden Jungen. Sein Blick war hart und unnachgiebig. Es war eine Maske, die er gelernt und perfektioniert hatte. „Versuch es gar nicht erst, Malfoy. Ich lasse mir nichts vorschreiben. Ich mache, was ich für Richtig halte…"

„Hier in Slytherin geben die älteren Schüler an, was Richtig ist", blaffte ein fetter Junge aus dem siebten Jahrgang, neben Lucius Malfoy. Harry blickte ihn nicht an.

„Tja, dann zählt mich wohl besser mit zu den ‚älteren Schülern', denn ich lasse mir von Dir oder auch anderen Schlangen nicht sagen. Akzeptier es, Malfoy!!"

Harrys Finger hielten den Zauberstab fest in seiner Tasche umklammert. Er wartete darauf, dass Malfoy seinen ziehen würde, da er ganz offensichtlich wütend über den Umstand war, dass er bei dem neuen Schüler nichts erreichen konnte. Alle hatten ihm gegenüber Respekt und auch eine gewisse Furcht, sogar Mosnay hatte sich da sofort mit abgefunden, nur dieser schwarzhaarige Junge schien es gar nicht zu interessieren.

Noch immer lag die Maske auf Harrys Gesicht. Keine Regung war zu erkennen und die blauen Augen strahlten eine kalte Ruhe aus.

Und Malfoy kochte vor Wut. Noch nie war es vorgekommen, dass ein jüngerer Slytherin sich ihm so widersetzte. Diese Ruhe war unerträglich.

Nur Draco hatte diese Ruhe schon einmal erlebt, nur daran dachte er nicht, als er dieses spektakuläre Schauspiel, wie viele jüngere Slytherins auch, fasziniert beobachtete. Was hatte Potter sich da schon wieder geleistet?

Klar hatte Draco so nebenbei von Lucius erfahren, dass Harry sich in einen Konflikt zwischen Slytherins und Gryffindors eingemischt hatte. Genauer gesagt, zwischen Snape und den Rumtreibern, aber das war gar nicht mal DAS Problem. Es war eher, dass Harry dem Hause Slytherin und seinen Schülern nicht den nötigen Respekt erwies. Und das auch noch vor anderen Schülern der anderen Häuser. Das Harry die Gryffindors viel schlimmer beleidigt und gedemütigt hatte, war bis zu den Kerkern noch nicht vorgedrungen, denn Snape traute sich nicht darüber zu reden. Wer würde ihm das schon glauben?

Aber warum hatte Harry sich überhaupt eingemischt? Warum widersetzte Harry sich so den Gesetzen der Slytherins? Die Antwort war eigentlich ganz einfach. Harry Potter würde wohl auf ewig ein Gryffindor bleiben.

Die Situation war schon seltsam. Harry müsste sich anpassen, um unauffällig zu bleiben und doch wusste Draco ganz genau, dass dies ein aussichtsloses Unterfangen war. Harry hatte sich nie an die Regeln gehalten, wenn er es nicht wollte und es hatte nichts damit zu tun, dass er der Goldjunge war, sondern weil er Harry Potter war. Ein Junge der mit dem Herzen dachte.

Harry Potter war in dieser Zeit kein Held oder Goldjunge mehr. Er war ein Schüler, der besonders von Dumbledore schief beäugt wurde. Er war auf sich allein gestellt und doch wusste Draco genau, dass Harry seine Hilfe nicht brauchen würde. Warum sollte er sich auch für Potter einsetzen? Welchen Grund gab es dafür?

Draco konzentrierte sich wieder auf seine Hausaufgaben in Verwandlung. Leider bekam er trotzdem genug mit. Gerade sagt Harry etwas von: „Ich könnte Euch alle ohne weiteres auf die Knie zwingen, ohne meinen Zauberstab zu benutzen. Wagt es mich anzugreifen und Ihr werdet sehen, wer ich bin."

Draco war nicht wirklich von der Kälte und Härte überrascht, denn das war etwas, was er erwartet hatte. Aber was meinte er mit „Ich könnte Euch alle in die Knie zwingen"? Draco sah Harry fragend an, als er in den Schlafsaal stürmte, die Tür fiel laut donnernd zu und das Türschild fiel geräuschvoll hinunter. Die eingravierte Schlange wand sich ungehalten auf dem silbernen Schild. Und Draco begriff, was Harry machen könnte, um sofort sich den Respekt und die Angst von gesamt Hogwarts zu sichern. Er müsste nur Parsel sprechen.

Alle würden ihn für den wahren Erben von Slytherin halten. Er würde von den Slytherins verehrt und von den anderen Schülern gefürchtet werden. Draco grübelte nicht länger darüber nach und wurde auch schnell von seinen Hausaufgaben und Narcissa abgelenkt. Er dachte schon bald gar nicht mehr an diesen Streit oder an diese Erkenntnis. Er dachte auch immer weniger an Harry Potter.

oooooooooo

Das Ergebnis dieser Auseinandersetzung, welcher zum Glück ohne Flüche und Zauberei ausgegangen war, war dass alle Slytherins die Anweisung hatten ‚Adrian Jericle' zu meiden und ihm das Leben so unangenehm wie möglich zu gestalten. Draco hatte eine Ahnung, dass Lucius eine Entschuldigung von Harry erwartete. Er schüttelte den Kopf. Sie kannten Harry Potter nicht. Er würde sich nie bei einem Malfoy entschuldigen. Dieser Stolz war fast beneidenswert. Aber nur fast.

Harry hatte kein Problem mit dem neuen Verhalten der Mitschüler. Natürlich bekamen die anderen Häuser es mit, dass er gemieden wurde, denn wirklich angreifen traute sich keiner so recht. Dafür war er eine zu unbekannte Größe. Und Draco konnte keinem sagen, wie groß sie sein konnte.

TBC.

Was wird im Wahrsageunterricht aufgedeckt? Wird es die Probleme schüren oder einige lösen? Sollte Harry langsam ein bisschen vorsichtiger sein oder wird er es auch so schaffen? Was bedeutet es, dass Draco immer weniger an Harry Potter dachte?