Titel: Ein Leben wie die Zukunft

Titel: Ein Leben wie die Zukunft

Autor: Momixis

Zeit: spielt nach „Halbblutprinz"

Kapitel: 10

Teil: 4/9

Paare: Es kommen viele der typischen Paare vor, aber Hauptpersonen werden Harry und Draco sein… (später auch als Paar)

Warnungen: Slash, Charadeath, lange Geschichte, unterschiedlich lange Kapitel….

Inhalt: Harry ist im 7. Schuljahr und will nach Dumbledores Tod nur noch den Krieg beenden, aber was wird er dafür opfern und wird er mit den Verlusten leben können? Wird er die Kraft und das Wissen dazu haben erfolgreich zu sein? Und welche Rolle werden Snape und Malfoy einnehmen?

MIR GEHÖRT NICHTS UND ICH VERDIENE DAMIT AUCH KEIN GELD!

Danke an die Reviewer!!

Teil IV

Altes Hogwarts

Kapitel 10

Unkontrollierte Worte

Als Harry am Samstag die Große Halle nach dem Mittagessen verließ, sah er sofort, dass einige Jungen vom Gryffindortisch ihm folgten. „Gehen wir in die Bibliothek oder erst in den Gemeinschaftsraum?" hörte Harry die typische Frage von Sanuel. Im Grunde war es eine ganz andere Frage, denn im Gemeinschaftsraum würden sie erst die Hausaufgaben für Muggelkunde machen und in der Bibliothek halt alles andere. Sanuel und Lin hatten es zu schätzen gelernt, dass Harry sich so gut in der Muggelwelt auskannte. Auch wenn sie nicht verstanden, wie das Wissen von Harry und Draco so unterschiedlich sein konnte. Draco hatte in vielen Muggelangelegenheiten keine Ahnung, wo Harry aus dem Nähkästchen plauderte.

Harry hatte keine Lust auf Muggelkunde. Das war eine Sache, die er zwischen Tür und Angel erledigen konnte. Auch wusste er, dass die Konfrontation mit den Rumtreibern nur aufgeschoben sein würde und noch waren seine Nerven nicht allzu strapaziert. Außerdem würde er vielleicht ein paar nützliche Informationen über die Karte und deren aktuellen Besitzer erhalten.

„Bibliothek!", sagte Harry daher und stieg sogleich die nächste Treppe empor, um auf dem schnellsten Weg den Raum des unbegrenzten Wissens aufzusuchen. Er würde Lin und Sanuel nicht früher entkommen, als dass er seine Hausaufgaben sorgfältig erledigt haben würde. Nebenbei würde er Forschungen in eigener Sache anstellen. Er konnte nicht alles einfach vor sich her schieben, dafür stand zu viel auf dem Spiel.

Lin sah ihm etwas überrascht nach, wurde aber gleich von Sanuel hinterher gezogen. Auch er hatte nur ein Schulterzucken als Antwort auf Lins ungestellte Frage. Denn so einfach hatten sie Harry noch nie zum Hausaufgabenmachen bekommen.

Als sie zu dritt die Bibliothek betraten, waren die Rumtreiber schon da, sie hatten wohl einen Geheimgang genutzt um Zeit zu sparen. Für Harry war es nicht sehr verwunderlich, denn er kannte einen Geheimgang von der Karte der Rumtreiber, der aus der Nähe von der Großen Halle fast direkt vor die Tore der Bibliothek führte. Er konnte ihn aber nicht so ohne weiteres nutzen, wie eigentlich alle Geheimgänge. Sanuel und Lin gehörten ganz offensichtlich nicht zu den Schülern, die das Schloss nach Geheimgängen absuchten oder sie benutzten.

Harry hatte sich damit schon abgefunden und es war auch gar nicht so schwierig in normalen und ruhigen Momenten auf die Abkürzungen zu verzichten. Problematisch wurde es nur, wenn er unter Stress war. Jetzt hatte er aber genug Ruhe und die drei Slytherins ließen sich an einem der letzten freien Tische nieder. Harry holte zwei dicke Bücher aus seiner Tasche. Lin und Sanuel hatten schon Pergament und Schreibzeug bereit gelegt.

„Was machen wir zuerst?"

„Oh… die Giftschlangen lernen für ihren Meister", spottete Sirius am Nachbartisch, kaum das er sie gesehen hatte. Er schlug genau die richtige Lautstärke an, so dass Harry und Co sie gut verstanden, aber leise genug, dass Madam Pince nicht eingriff.

Die Rumtreiber arbeiteten offensichtlich nicht an ihren Hausaufgaben. Sie waren über ein Pergament gebeugt, welches Harry noch immer Kopfschmerzen verursachte. Er war noch nicht wirklich weiter gekommen. Die dicken Bücher um die Gryffindors herum, ließen Harry nur Schlimmes ahnen. Die Zeit wurde knapp und umso intensiver die Jungen an der Karte arbeiteten, umso schneller werden sie erkennen, dass es weder einen Adrian Jericle noch einen Dorian Mosnay gab. Harry hatte nicht mehr viel Zeit.

Aber erst einmal rollte Harry nur genervt die Augen. Er hatte keine Lust auf eine Auseinandersetzung und die Bibliothek war dafür auch nicht der geeignete Raum. Er war viel zu öffentlich.

„Du hättest uns ruhig mal erzählen können, was am dritten September zwischen Dir und den Gryffindors vorgefallen ist", flüsterte Lin Harry ins Ohr. Diese Frage hatte Harry schon oft gehört und er hatte nur zugegeben, dass es zu einem Streit gekommen war. Mehr wussten Lin und Sanuel nicht, außer den Gerüchten, dass Harry angeblich das Haus von Salazar Slytherin schändlich beleidigt hatte und die Gryffindors mit Todessern gleichgesetzt haben soll.

Keins der Gerüchte verbesserte Harrys Position, aber wirklich verschlechtern tat sich dadurch auch nichts. Harry sah es gar nicht ein, sich zu rechtfertigen und er wollte nicht viel darüber nachdenken, dass er sich eine eventuelle Freundschaft mit den Rumtreibern durch diesen Streit total zunichte gemacht hatte.

„Ignorier sie einfach", sagte Harry und schlug Seite 326 in „Sensible Sorazekräuter; Seltener Systeme" auf und arbeitete an seinen Hausaufgaben für Zaubertränke. Im Hintergrund hörte er ständig spitze Bemerkungen der Gryffindors und Lin knirschte mit ihren Zähnen. Langsam bekam Harry Angst, dass Lins Zähne am Ende ihrer Schulzeit nur noch halb so lang waren wie jetzt. „Beruhig Dich und lass sie einfach reden", zischte er ihr zu und las weiter über die Fortpflanzung der Staubengel-Orchidee.

„Tatze, hast Du gesehen, wie sie an ihren Hausaufgaben arbeiten?! Sorgfältig und ordentlich, als ob ihr Leben daran hängt!"

„Vermutlich erhalten sie bei ihrem Herrn und Meister eine besonders zärtliche Pflege, wenn sie gute Hausaufgaben vorzeigen können", lachte Sirius kalt.

„Lass sie doch in Ruhe, Tatze. Die Bibliothek ist zum arbeiten da und nicht zum streiten", warf ein etwas zerknirschter Remus ein.

„Aber Moony, wir streiten doch gar nicht. Wir unterhalten uns nur. Nicht wahr, Tatze?!"

Während Lin ihre Zähne hart zusammenbiss und Sanuel leise schnaubte, blieb Harry still. Nur sein Blick verdunkelte sich bei jedem Wort.

Noch schwieg Harry, aber es fiel ihm immer schwerer und er würde nur zu gern auf die verletzenden und provozierenden Worte der Gryffindors reagieren. Remus versuchte immer wieder seine Freunde abzulenken, aber die hatten sich an dem stillen Slytherin verbissen.

Wenn nicht bald etwas passieren würde, dann hätte James und Sirius den einen oder anderen netten Fluch am Hals. Und Harry vermutlich den großen Ärger.

Dies wurde allerdings dann doch verhindert. James und Sirius waren nun diejenigen, die mit den Zähnen knirschten und böse Blicke verteilten. Etwas zu sagen, trauten sie sich jedenfalls nicht mehr, nachdem Lily sich mit einem kalten Lächeln zielsicher zu den Slytherins gesetzt hatte.

Mick und Esmare folgten ohne zu zögern und grüßten die Slytherins mit einem breiten ehrlichen Lächeln. Die Gryffindor-Jungen wurden einfach ignoriert.

„Wir dürfen doch, oder?", fragte Lily und Sanuel lächelte sie dankbar an.

„Ich glaube, Du hast durch Deine Anwesenheit viele Hauspunkte von Gryffindor und Slytherin gerettet", sagte Sanuel und vertiefte sich nach dieser knappen Aussage sofort wieder in seine Runenübersetzung. Lily grinste nur triumphierend zu James hinüber und begann dann mit ihren Hausaufgaben, ohne noch einen Blick für ihre Hauskameraden zu erübrigen.

Endlich trat wirklich eine gesunde Ruhe ein und an allen Tischen konnte leise und konzentriert gearbeitet werden. Bis plötzlich Mick anfing unkontrolliert zu kichern. Esmare stupste sie in die Seite, damit sie wieder ruhig wird, aber erzielte damit nicht das gewünschte Ergebnis.

„Was ist los?", fragte Lin genervt und sah das braunhaarige Mädchen scharf an.

„Ach las mich doch", kicherte sie weiter. „Seit wann können Gryffindors, Ravenclaws und Slytherins in aller Ruhe gemeinsam an einem Tisch sitzen und arbeiten. Es ist einfach genial…Es fehlen nur noch die Hufflepuffs."

„Mick, sei still. Klar ist es genial, aber Du hältst uns vom lernen ab. Wer von uns ist denn die Ravenclaw?!", entrüstete Esmare sich.

Jetzt schmunzelten alle und Mick strich sich leicht errötend eine Haarsträhne, sie sich aus dem langem Zopf gelöst hatte, hinter das Ohr. „Jaja, meckert nur", maulte sie und zog ihr Buch über Zauberkunst näher zu sich heran und versteckte ihr Gesicht dahinter.

Leise gluckst Lin und blickte seitlich zu Harry, der seine Nase wieder tief in sein Buch gesteckt hatte und kein Wort dazu beigetragen hatte. Er schien mit der Situation voll zufrieden zu sein.

oooooooooo

Auch am Sonntag trafen die Jugendlichen sich an diesem Tisch zum lernen und Hausaufgaben machen. Nur die beiden Ravenclaws fehlten noch, als James und Remus die Bibliothek betraten. Sie wollten wohl ein oder zwei Bücher für ihre Recherchen ausleihen. James konnte sich, als er die Gruppe da friedlich sitzen sah, spitze Bemerkungen nicht verkneifen und wurde dann aber von Madam Pince, ohne groß Widerworte zuzulassen, rausgeworfen. Remus schickte Harry ein entschuldigendes Lächeln. Er sah müde aus und Harry wusste sogleich auch warum. Der Vollmond stand an.

Leise seufzte er und ließ seinen Blick zum großen Fenster gleiten. Dies war ein Problem, welches er nicht beeinflussen konnte. Der Wolfsbanntrank war noch nicht entwickelt und Harry hatte auch keine Ahnung von der Zubereitung. Remus würde sich in einen Werwolf verwandeln und nur durch die Hilfe seiner Freunde die Zeit genießen können. So schmerzhaft sie auch war.

Harry hatte schon überlegt, ob er auch während des Vollmondes in seiner Animagi-Gestalt zur Heulenden Hütte schleichen sollte, aber was hätte er davon?! Sie würden ihn nicht erkennen und sich nur über die Anwesendheit wundern. Mehr als sie zu beobachten würde für ihn auch nicht herauskommen, da versuchte er doch lieber schnell die akuten Probleme zu lösen. Außerdem mochte er seine Gestalt nicht besonders, daher benutzte er sie relativ selten. Noch mehr als er selbst, hatte Ron die Gestalt gehasst. Er musste bei dem Gedanken an das Theater und das blasse Gesicht seines besten Freundes schmunzeln.

Leider hatte er auch so genug zu tun. Es hatte sich einiges verändert, er musste sich orientieren und das war gar nicht so leicht. Denn Hausaufgaben, Unterricht, Strafarbeiten und Freundschaften verlangten ihre Zeit, ohne dies würde es zu auffällig werden. Vielleicht hätte er doch nicht nach Hogwarts kommen sollen… aber ein Blick zu Lily, Lin, Sanuel und Esmare sagte ihm, dass er nur ungern auf diese Gesellschaft, so verlogen sie auch von seiner Seite aus war, verzichten wollte. Harry seufzte leise und beendete seinen Aufsatz für Verwandlung.

Schnell herrschte wieder Ruhe und konzentriertes Arbeiten war möglich. Bis Sal und Mick zu ihnen stießen und Esmare leise gequält aufstöhnte. Harry sah sie von der Seite aus fragend an, aber sie lächelte nur schief. Harry bemerkte schnell, was dieses Seufzen bedeuten sollte, denn Sal ließ nicht ganz die Ruhe aufkommen, die erwünscht war.

Eigentlich verwunderlich, denn immerhin war sie eine Ravenclaw, aber anscheinend konnte sie reden und gleichzeitig lesen und arbeiten. Nur das Reden und Quatschen lenkte die Anderen, die diese Kunst nicht beherrschten, etwas ab.

Die wenigsten Probleme schien Mick damit zu haben, aber Harry vermutete, dass dies nur daran lag, dass sie schon abgehärtet war, denn immerhin waren sie zusammen im gleichen Haus und hatten zusammen Unterricht. Mick konnte Sal nicht so gut aus dem Weg gehen, wie die Anderen.

„Clear, halt deine Klappe! Ich möchte lesen!"

„Dann tu es doch. Es hält dich niemand davon ab?!"

„Doch Du!! Mit deinem sinnlosen Geschwätz", zischte Lin und sah das Mädchen giftig an.

Harry grinste nur. Er hatte seine Hausaufgaben fertig und blätterte in einem dünnen Buch mit dunkelgrünem Umschlag. Den Titel konnte niemand mehr genau erkennen, aber Harry schien sehr interessiert zu sein.

Lily rollte mit den Augen und hob ihren Zauberstab. „Soll ich dir Ohropax verpassen, damit du ihr Gelaber nicht mehr hören musst? Die wirken echt gut."

„Lily!", entrüstete sich Sal. „Du verbündest Dich mit dem Feind."

Es hätte zu einem Streit führen können, wenn Harry und Lily nicht beide einfach nur breit gegrinst hätten. Sanuel schüttelte amüsiert den Kopf.

„Ich glaube, ein Schweigezauber auf Ms. Clear würde sinnvoller sein."

Nun begann eine Diskussion über die Vorzüge von den verschiedenen Zaubern und es störte niemanden, dass sie aus verschiedenen Häusern kamen. Sie bemerkten auch nicht das seltsame Glitzern in den hellblauen Augen, die sie kurz beobachtete und sich dann wieder entfernten. Kopfschüttelnd trat Dumbledore zu Madam Pince, um mit ihr über die neue Clique aus drei verschiedenen Häusern und zwei Jahrgängen zu reden. So etwas hatte es noch nie gegeben.

TBC.

Huu… ob das so geplant war? Wie wird James auf die Freundschaft oder den Kontakt zwischen Harry und Lily reagieren? Welche Grenzen wird Harry noch zum verwischen bekommen?