Titel: Ein Leben wie die Zukunft
Autor: Momixis
Zeit: spielt nach „Halbblutprinz"
Kapitel: 12
Teil: 4/9
Paare: Es kommen viele der typischen Paare vor, aber Hauptpersonen werden Harry und Draco sein… (später auch als Paar)
Warnungen: Slash, Charadeath, lange Geschichte, unterschiedlich lange Kapitel….
Inhalt: Harry ist im 7. Schuljahr und will nach Dumbledores Tod nur noch den Krieg beenden, aber was wird er dafür opfern und wird er mit den Verlusten leben können? Wird er die Kraft und das Wissen dazu haben erfolgreich zu sein? Und welche Rolle werden Snape und Malfoy einnehmen?
MIR GEHÖRT NICHTS UND ICH VERDIENE DAMIT AUCH KEIN GELD!
Danke an die Reviewer!!
Teil IV
Altes Hogwarts
Kapitel 12
Lichtes Pergament
Dumbledore blickte hinab auf das Gelände von Hogwarts. Ruhig und friedlich lag es da und glückliches Kinderlachen ertönte von den Wiesen herauf. Kinder waren etwas besonderes, sie konnten Schmerzen oft viel besser und schneller verarbeiten als Erwachsene. Kinder waren so neugierig und eifrig. Sie lebten und sie waren naiv. Der Krieg hatte sie noch nicht geholt. Auch bei den Kindern, die Familienmitglieder verloren hatten, war noch ungetrübte Hoffnung und Zuversicht. Es tat weh, zu beobachten wie diese Hoffnung langsam zerbrach, bis nur noch Scherben das trügerische Bild der Kindheit umrandeten.
Dumbledore sah vier Jungen auf die alte Eiche zugehen, um sich darunter zu setzen. Er brachte kein Vergrößerungsglas um zu wissen, dass es die Rumtreiber waren. Auch sie hatten schnell ihren Schock, der durch den Einbruch in ihren Schlafsaal entstand, verarbeitet und grübelten jetzt vermutlich an einer neuen Schandtat. Dumbledore musste lächeln. Oft wurde er von Slughorn gefragt, warum er nicht versuchte, die Gryffindors in Zaum zu kriegen und oft hatte Dumbledore darüber nachgedacht. Vielleicht lag es daran, das die Kinder früh genug erwachsen werden mussten, dann sollten sie hier in Hogwarts noch Kind sein und dabei auch mal über die Strenge schlagen dürfen.
Er wandte sich vom Fenster ab und ging zu seinem Schreibtisch hinüber. Er ließ sich in seinen roten Lehnstuhl fallen und seufzte leise. Es gab so viele Probleme und Schwierigkeiten, um die er sich kümmern musste, aber im Moment kam er bei keinem weiter. Er nahm ein beschriebenes Pergamentblatt vom Tisch und folgte den Zeilen mit seinen Augen. Das Siegel war erst vor kurzem gebrochen worden und doch kannte Dumbledore die Wörter in und auswendig.
Er legte das Pergamentblatt betrübt wieder auf seinen Schreibtisch. Er war nicht schlauer geworden als vorher. Und dabei hatte er sich von diesem Brief soviel erhofft. Aber wenn er ehrlich war, dann hatte er mit so etwas schon fast gerechnet.
Müde glitt sein Blick über die schmalen verschnörkelten Zeilen in orange-roter Tinte. Die Schrift einer Frau, würde man denken, aber Dumbledore wusste es besser. Der Brief kam von einem alten Freund und Dumbledore zweifelte nicht an der Richtigkeit der Worte. Es gab keinen Grund für Lügen.
Ludwig Maloritz lebte seit 10 Jahren in Moskau und hatte auf Dumbledores Wunsch hin, Informationen über Dorian Mosnay und Adrian Jericle gesammelt. Besser gesagt er hatte es versucht, denn wirklich viel hatte er nicht herausgefunden. Nur das, was er herausgefunden hatte, hatte auch nicht wirklich eine sichere Aussagekraft. Es war zum junge Hunde kriegen.
Ludwig erwähnte in seinem Schreiben, dass er einen Verweis auf eine junge Hexe mit dem Namen Svetlana Kollohowa geb. Mosnayowa gefunden hatte. Aber diese Hexe hatte auch keine Geburtsdaten oder Wohnortangaben hinterlassen. Keine Fährte führte zu der Familie Mosnay und von Jericle war jede Spur vergebens.
So sehr Dumbledore auch versuchte an Informationen zu kommen, umso geheimnisvoller erschien alles zu werden. Von Gryzabel erhielt er auch keine weiteren nützlichen Fakten. Sie gab einfach den allumfassenden Grund an, der in Weißrussland gang und gebe war: „Privatsphäre und Anonymität" Wenn es zu gefährlich wird, dann würde er ernsthaft mit Gryzabel reden müssen. Sie wusste mehr, als sie zugab. Das konnte Dumbledore an dem Glitzern in ihren Augen erkennen. Noch erlaubte er ihr ihre Verschwiegenheit.
Natürlich hatte Dumbledore auch schon den direkten Kontakt zu den Eltern von Mosnay und Jericle versucht aufzubauen, aber die braune Schuleule schien überhaupt nicht zu wissen, wohin sie sollte. Fawks hatte ein sehr amüsiertes Trillern von sich gegeben, als Dumbledore der Eule das Pergament missmutig wieder abnehmen musste. Auch ein böser Seitenblick auf den Feuervogel hatte keine Wirkung erzielt. Fawks amüsierte sich zum Leidwesen des Schuldirektors köstlich.
Dumbledore lehnte sich wieder in seinem Lehnstuhl zurück und schob sich ein Zitronenbrausebonbon in den Mund. Betrübt blickte er in die warmen Flammen seines Kamins. Er konnte nicht glauben, dass Adrian und Dorian die waren, für die sie sich ausgaben. Noch hatte sich ihre Aura nicht verändert und langsam zweifelte Dumbledore daran, dass die Jungen darüber irgendeine Macht besaßen. Das ist ihm allerdings noch nie begegnet und er konnte es sich nicht erklären.
Entweder hatten sie wahnsinniges Glück oder gute Arbeit geleistet. Oft hatten sogar Madam Pomfrey oder Professor Slughorn ihn gefragt, warum er so große Zweifel hatte, denn wirkliche Beweise gab es einfach nicht. Selbst Indizien waren so schwach gesät, dass sie alles bedeuten konnten. Aber ein durchdringendes Gefühl und die vereinzelten Berichte von den Lehrern, seiner eigenen Beobachtung und besonders von der Strafarbeit bei Minerva, sagten ihm, dass er etwas finden könnte, wenn er an der richtigen Stelle suchte.
Die schulische Leistung war nur nicht sehr zuverlässig, als Untersuchungsobjekt, aber im Moment wohl das einzige, was Dumbledore und die anderen Lehrer wirklich im Auge behalten konnten. Sein Gefühl sagte ihm, dass etwas geschehen wird, was mit Jericle und Mosnay zusammenhängt. Vielleicht hatten sie auch etwas mit dem Einbruch bei den Gryffindors zu tun. Nur warum? Es ergab einfach keinen Sinn. Nichts ergab Sinn. Also blieb Dumbledore nur sein Gefühl und sein Instinkt. Er würde auch in Zukunft genau auf diese beiden vertrauen.
oooooooooo
Natürlich wusste Harry nichts von den Gedankengängen des Direktors. Es war fast eine Woche her und Dumbledore hatte nichts weiter in Erfahrung bringen können. Er hatte versucht noch einmal mit Gryzabel zu reden, aber sie schwieg und verwies ihn zu den Jungen. Die waren relativ still in der Woche gewesen. ‚Adrian' hatte mal wieder einen Einlauf von McGonagall bekommen, aber die Zauber beherrschte er zum Leidwesen der Lehrerin fast perfekt. Flitwick hatte ihm 20 Punkte abgezogen, weil er im Unterricht eingenickt war. Dumbledore musste schmunzeln, als er an das schockierte Gesicht des kleinen Professors dachte. Aber den Zauber hatte er auch hier gekonnt. Dumbledore kam in seinen Forschungen nicht weiter… aber von all dem wusste Harry nichts. Er hatte andere Probleme, als er am 9. Oktober die Große Halle betrat.
Harry spürte es sofort. Etwas war anders und es hatte nichts mit dem Geburtstag von Sal zu tun. Er hatte sie heute Morgen vor der Halle kurz getroffen und ihr alles Liebe und Gute für ihre Zukunft gewünscht, immerhin wurde sie volljährig. Überschwänglich hatte sie sich für den kleinen Blumenstrauß und das Geschenk bedankt.
Harry ging langsam auf seinen Haustisch zu. Mittlerweile war es kein Problem mehr sich an den richtigen Tisch zu setzen. Harry hatte es sogar zu schätzen gelernt, am Rande der Großen Halle zu sitzen und nicht mittendrin. Er konnte alles besser beobachten und nur der Ravenclawtisch war dicht genug, um eventuell Gespräche belauschen zu können. Aber dies machte ihm heute eigentlich keine Sorgen. Heute war die Stimmung irgendwie anders und fremd. Er konnte es nicht zuordnen, aber etwas hatte sich verschärft.
Sein Blick glitt kurz zu Lily und Esmare, aber die beiden schienen ganz normal zu sein. Auch der Blick von Dumbledore war nicht wirklich anders als sonst, auch wenn er vielleicht noch fragender und ernster geworden war.
Alles schien wie gewohnt zu sein und doch…
Harry zeigte es nicht, aber all seine Sinne waren auf Vorsicht gestellt.
Zusammen mit Lin und Sanuel setzte er sich an den Frühstückstisch und tat sich etwas Rührei auf. Nebenbei versuchte er die Stimmung zu analysieren. Die Haustische von Hufflepuff und Ravenclaw schienen sich vollkommen normal zu verhalten. Und der größte Teil vom Gryffindortisch tat es ebenso.
Harry griff nach seinem Kürbissaft und sein Blick traf auf dunkelgraue Augen. Sirius Black beobachtete ihn. Es war nichts Neues, dass James oder Sirius ihn im Blick behielten, aber heute war etwas anders. Harry würde diese Warnung nicht überhören. „Sanuel, kommt Dir heute irgendetwas seltsam vor?"
Sanuel sah ihn von der Seite aus fragend an und runzelte die Stirn: „Was meinst Du?" Er nahm einen Schluck Kaffee und schien die Ruhe selbst zu sein. Offensichtlich war für ihn alles in Ordnung.
Harry seufzte und runzelte die Stirn. Er dachte nach, kam aber zu keinem Ergebnis, welches ihm weiter helfen könnte. Er trank einen Schluck von seinem Kürbissaft.
Sofort wusste er, dass dies ein Fehler war. Nicht der bittere Beigeschmack sondern das Glucksen und Lachen am Gryffindortisch, wie auch das breite schadenfrohe Grinsen von Sirius sagten ihm deutlicher als jedes Werbeplakat, dass dies garantiert kein reiner Kürbissaft gewesen war.
Genervt wartete Harry einen Moment, aber nichts geschah. Jedenfalls spürte er keine Wirkung und auch Sanuel schienen keine Veränderungen aufzufallen.
Zehn Minuten später wusste Harry es. Er hatte damit gerechnet, dass er jetzt nur noch quaken könnte, (so wie Ginny, als sie eine neue Erfindung von Fred und George ausprobiert hatte. Es hatte drei Tage angedauert, weil Fred den Gegentrank nicht finden konnte.) aber Harrys Stimme funktionierte einwandfrei. Auch wuchsen ihm keine Tentakel oder Hasenohren.
Zur Sicherheit war er auf das nächste Jungenklo gegangen und blickte nun in den Spiegel über dem Waschbecken. Sanuel stand neben ihm. Harrys Anblick ließ ihn erschaudern. Nicht nur, dass seine Augen in einem ungewohnten Licht glühten, nein auch seine Haut verbreitete langsam diesen hellen grünen Schein. Harry rollte die Augen und Sanuel grinste sich einen. Harry würde nicht mehr zu übersehen sein.
Das Problem bestand nicht unbedingt darin sich dieser Wirkung zu entziehen – denn Harry hatte durch Fred und George genug Erfahrungen mit seltsamen Wirkungsweisen und Gegenmitteln gemacht. Das Problem war eher es unauffällig hinzubekommen, aber im Notfall heißt es auch Angriff ist die beste Verteidigung.
Die Stunde Zaubertränke kam ihm da gerade recht. Professor Milerudis hatte ihn zwar in der vorangegangenen Stunde Verteidigung etwas schief beäugt, als auch seine Haare anfingen zu leuchten, aber er hatte nur abgewinkt und meinte, dass es ihm gut ginge und er nach dem Unterricht eine Lösung finden würde. Sie hatte genickt und geschwiegen. Sie hatte Harry nicht mehr angesprochen, sondern beobachtete ihn nur schweigend. Wie fast alle Lehrer.
Eigentlich sollten sie einen Entspannungstrank brauen, aber Harry arbeitet lieber im eigenen Auftrag. Punkte wollte er ohnehin nicht verdienen und Sorgen um seine Noten brauchte er sich auch nicht zu machen.
„Mr. Jericle, was ist das?", hörte Harry kurz vor Ende der Doppelstunde Zaubertränke, plötzlich die brummende Stimme von Slughorn hinter sich. Er hatte nicht mehr so genau darauf geachtet, wo der Lehrer war und entsprechend überrascht war Harry über das plötzliche Interesse von SLughorn.
„Ich… ähm…", Harry kratzte sich etwas nachdenklich im Nacken. Er hatte sich keine Gedanken darüber gemacht, was er Slughorn erzählen wollte. Die Wahrheit? Oder lieber eine Ausrede?
„Adrian will nicht länger wie ein rationales Auto rumlaufen, Professor."
„Radioaktives Atom, Lin", korrigierte Harry sie leise. Hinter Harry gluckste wer, vermutlich eine Person mit mehr Ahnung von Muggelkram als Lin.
„Und was ist dies?", dabei zeigte Slughorn auf das hellbraune Gebräu aus dem blaue Blasen aufstiegen.
„Ein Gegenmittel, Sir."
Slughorn runzelte die Stirn. „hmm" Er nahm sich Harrys Kelle und ließ sie kurz durch die geschmeidige Masse von Harrys Zaubertrank gleiten, dann nickte er. „Gut, gut. Er scheint okay zu sein."
Woher Slughorn sofort wusste, um welchen Trank es ging, war Harry schleierhaft, dafür interessierte Zaubertränke ihn einfach zu wenig. Aber auch er wusste, dass er ihm ganz ordentlich gelungen war. War ja nicht das erste mal, dass er diesen Trank braute.
„Na, Jericle, wieder dabei aus der Reihe zu tanzen? Ist ja so etwas von typisch für Dich", spottete Draco. Er hatte gerade nur ein wohlwollendes Nicken für seinen perfekten hellblauen Entspannungstrank erhalten und war entsprechend eingeschnappt.
Harry reagierte nur mit einem genervten Augenrollen und einem kurzem Seitenblick auf Draco. Mittlerweile konnte Harry den gesamten Kerker erhellen ohne dabei die Hilfe von Fackeln oder Kerzen zu benötigen. Das einzige Problem war, dass seine Augen so grün wirkten und die Kontaktlinsen dagegen nichts tun konnten. Wenn man ihn genau ansah, konnte man womöglich die Augen von Lily darin erkennen. Aber bisher hatte Harry es vermieden, jemanden fest in die Augen zu sehen.
Slughorn hatte den Trank in ein schmales Glas gefüllt und reichte es Harry. Er schien seltsam gespannt zu sein. „Trinken Sie, Mr. Jericle. Trinken Sie!"
Und Harry ergriff das Glas. Langsam setzte er es an die Lippen. Es roch wie verbranntes Haar und kurz schloss Harry die Augen, er musste sein Ekelgefühl unterdrücken, dann trank er es mit einem Schluck aus. Der Trank schmeckte genauso scheußlich wie er ihn in Erinnerung hatte und hinterließ auch den gleichen ekligen Nachgeschmack. Harry schüttelte sich kurz und versuchte seine Gesichtsmuskulatur wieder zu entspannen, was gar nicht so einfach war.
Die Wirkung aber trat nach wenigen Sekunden ein und der Raum wirkte seltsam kalt ohne das grüne Licht.
„Wunderbar. 15 Punkte für Slytherin für dieses perfekte Gegengift."
Harry war erst sprachlos, dann wütend. Er wollte doch keine Punkte für Slytherin sammeln. Das war nicht fair. Egal was er tat, irgendwie ging nichts so wie es sollte.
„Mr. Jericle, morgen Abend, also Samstag um 20 Uhr treffen sich ein paar ausgewählte Schüler bei mir, ich würde Sie gerne dazu einladen vorbeizukommen…"
Harry konnte ein qualvolles Stöhnen nicht unterdrücken. Und Lin lachte hell auf.
oooooooooo
„Hast Du gehört, Adrian Jericle gehört jetzt auch zum Slug-Club."
„Er hat es sich verdient. Ich habe noch nie einen so süßen Jungen gesehen, der auch noch so talentiert ist."
„Karina, solltest Du Dich da nicht etwas zurück nehmen, so als Schulsprecherin?"
„Ich sage ja nur, was die Meisten hier sagen", verteidigte sich das blonde Hufflepuffmädchen vehement. Auch wenn sie dabei leicht rote Wangen bekam.
Ihre Freundin lachte hell auf und schüttelte nur den Kopf. „Du hast ja so Recht!"
Lin und Sanuel gingen einfach weiter. Solche Bemerkungen waren nichts Ungewöhnliches, auch von einer Schulsprecherin nicht. Der schwarzhaarige Junge war wirklich begehrt und dabei spielte es nicht mal eine Rolle, in welcher Jahrgangsstufe sich die entsprechenden Kandidaten befanden.
Die undurchschaubare Verschlossenheit machte es oft nicht einfach mit ihm befreundet zu sein, aber angehimmelt wurde er dadurch nur noch mehr. Er strahlte etwas Geheimnisvolles und Unnahbares aus, was anscheinend wahnsinnig anziehend auf die weibliche Bevölkerung von Hogwarts wirkte.
Lin gehörte zu den wenigen, die bei einem Blick aus den blauen Augen nicht rot wurde und anfing zu stottern, aber selbst Mick und Esmare mussten schon das eine oder andere Mal schwer schlucken und den Satz neu formulieren. Mittlerweile hatte sich das zum Glück gänzlich gelegt. Sonst hätte ‚Adrian' vermutlich ein ernstes Problem gehabt.
Er hätte mit den zwei Mädchen reden müssen, aber Liebesangelegenheiten waren nicht seine Stärke. Dies fiel besonders dann auf, wenn man mal wieder von seiner magischen Fähigkeit überrascht wurde.
Nicht nur einmal hatten Lin und Sanuel darüber nachgedacht, ob ‚Adrian' vielleicht sehr viel älter war, als er sie glauben lassen wollte. Sie waren allerdings immer wieder zum selben Schluss gekommen, selbst wenn ‚Adrian' älter war als 15 Jahre, war sein Können beeindruckend, seine Stärke beneidenswert und seine Naivität überraschend. Lin war sich sicher, dass ‚Adrian' niemals ein Frauenheld werden würde, allein aus Prinzip nicht und deshalb mochte sie die Naivität sehr, auch wenn Sanuel sie dafür auslachte.
Genauso wie er ‚Adrian' ausgelacht hatte, als er zum ersten Slug-Club-Treffen sollte. Mit bitterer Miene hatte ‚Adrian' trotzig den Kopf geschüttelt. Er wollte da nicht hin… und zu Lins Überraschung hatte es Sanuel auch nicht geschafft ‚Adrian' zu einer Meinungsänderung zu bewegen.
Es war, als ob ihr seltsamer Freund genau wusste, was sich hinter dem Slug-Club verbarg. Aber woher sollte er es wissen? Lin wunderte sich auch darüber nicht mehr wirklich. ‚Adrian' hatte mittlerweile zu viele Fragen unbeantwortet gelassen, aber wenigstens eine hatte er mit voller Ehrlichkeit beantwortet und Lin war ihm sehr dankbar dafür.
Sie wusste jetzt, dass ‚Adrian' kein Todesser war oder werden würde. Im Gegensatz zu vielen anderen vertraute sie ihrem schwarzhaarigen Freund. Sie würde ihm alles zutrauen, aber keinen Verrat an der Freundschaft, so ungewollt sie auch vielleicht mal gewesen war.
Der Oktober war auch schon zur Hälfte um, aber der neue Slytherin bereitete nicht nur seinen Freunden immer wieder neue Kopfschmerzen. Viel zu viele Fragen wurden nicht beantwortet und so war es kaum verwunderlich, dass die Lehrer dem Bedürfnis des Austausches über Neuigkeiten der zwei neuen Schüler nachgingen. Ja, nachgehen mussten.
TBC.
Dumbledore wird aktiv. Seine Informationsquelle hat ihm nichts gebracht und eine dummguckende Eule auf der Fensterbank ist wohl auch etwas Neues für ihn gewesen. Wird dieser Schleier des Schweigens und des Unbekannten das Verderben für Harry und Draco sein?
