Titel: Ein Leben wie die Zukunft
Autor: Momixis
Zeit: spielt nach „Halbblutprinz"
Kapitel: 17
Teil: 4/9
Paare: Es kommen viele der typischen Paare vor, aber Hauptpersonen werden Harry und Draco sein… (später auch als Paar)
Warnungen: Slash, Charadeath, lange Geschichte, unterschiedlich lange Kapitel….
Inhalt: Harry ist im 7. Schuljahr und will nach Dumbledores Tod nur noch den Krieg beenden, aber was wird er dafür opfern und wird er mit den Verlusten leben können? Wird er die Kraft und das Wissen dazu haben erfolgreich zu sein? Und welche Rolle werden Snape und Malfoy einnehmen?
MIR GEHÖRT NICHTS UND ICH VERDIENE DAMIT AUCH KEIN GELD!
Danke an die Reviewer!!
Teil III
Altes Hogwarts
Kapitel 17
Spielende Feindschaften
Und wie alle Sachen, die Harry instinktiv machte, war auch dieser Fluch ziemlich perfekt. Draco erkannte schnell, dass es nicht nur das Erfüllen seiner Wettschuld war, sondern durch Harrys eigene Magie und Wut ein wenig ausgebessert wurde. Harry hatte es zu einem mächtigen Fluch werden lassen, denn am nächsten Morgen erstickte Narcissa halb, als sie ‚Adrian Jericle' als widerlichen „Schlammblutliebhaber" titulieren wollte. Ja, Harrys Wunsch war wirklich mehr ein Fluch und der war allumfassend, denn sogar Severus Snape erlitt einen heftigen Hustenanfall. Und dies nur weil er Dracos Pate war. (bzw. werden würde.) Draco wusste nicht, was er davon halten sollte.
Die drei Slytherins sahen sich schockiert an, dann blickten sie zu Draco, der versuchte ihren Blick auszuweichen, aber sagte schließlich, dass er keine Ahnung hatte. Er vermutete mal, dass irgendwer sie verflucht hatte und er ließ dabei keinen Zweifel aufkommen, dass dies von Harry ausgehen musste, auch wenn es nicht während des Balles gewesen sein kann, denn da hatte auch der ehemalige Gryffindor keinen Zauberstab dabei gehabt. Zum Glück schienen seine Freunde ihm zu glauben.
Die Wut auf Harry kochte nur weiter hoch. Voller Hass, Wut und Neid hatte Draco am Sonntag sich den Besen von Lucius geliehen und war fliegen gegangen. Eigentlich hatte er erst befürchtet, dass Harry auch auf dem Quidditchfeld war, aber diesmal hatte er wenigstens etwas Glück und jagte nun den Schnatz alleine hinterher.
Narcissa und Lucius sahen ihn nachdenklich nach. Sie verstanden vieles nicht und doch mochten sie diesen blonden Jungen sehr. Er schien nach ihren Regeln und Normen zu leben. Fragen würden sie nicht stellen. Es war eine unausgesprochene Regel in Slytherin, sich nicht in die Angelegenheiten seiner Freunde und Hausgenossen einzumischen, solange es nicht ihr Haus betraf. Aber nachsehen und nachspionieren was Draco jetzt tat, verbot keine Regel.
Die Folge der heimlichen Beobachtung war, dass Draco als Sucher für Slytherin entdeckt wurde. Kranwitz, der Quidditchkapitän von Slytherin, hatte kurzerhand beschlossen ihrem bisherigen Sucher aus der dritten Klasse hinauszubefördern. In seinen Augen gab es keinen besseren Sucher als Draco und dieser sah es überhaupt nicht ein, ihm von Harrys unglaublichem Talent zu erzählen.
Dracos Laune hatte sich schlagartig verbessert. Fast euphorisch war er jetzt und er wartete regelrecht auf die nächste Begegnung mit Harry. Aber dieser kam nicht so schnell wie erhofft. Weder beim Essen, noch im Gemeinschaftsraum lief er ihm an diesem Wochenende über den Weg. Harry blieb einfach verschwunden. Den ganzen Sonntag war Harry verschollen und selbst Lin und Sanuel wussten nicht, wo er sein könnte.
Die Wut auf Harry kam wieder in Draco hoch. Es fühlte sich jetzt aber gut an, denn es war ein bekanntes und vertrautes Gefühl. Nicht mehr so reißend wie noch am Morgen, aber immer noch stark. Trotzdem konnte Draco in der Nacht nicht einschlafen. Er wusste genau, dass nur Sanuel in seinem Bett lag und leise gleichmäßige Atemzüge machte. Harry war noch immer nicht da. Irgendwie machte Draco sich genau darüber so viele Gedanken, dass er selbst nicht zur Ruhe kam.
Er freute sich auf das entsetzte Gesicht von Harry und fragte sich gleichzeitig, wo dieser Junge steckte. Wo sollte er sich verstecken. Vielleicht wusste er es schon und überlegte seine nächsten Schritte? Aber es würde nichts bringen zu Kranwitz zu laufen, denn Draco hatte eine verbindliche Zusage erhalten.
Langsam schweiften Dracos Gedanken zu seinen vielen Quidditchspielen ab. Die spannendsten und daher aufregendsten Spiele hatte er gegen Gryffindor gespielt. Keins von ihnen war leicht gewesen. Oft hatten unvorhersehbare Ereignisse für Spannung und Probleme gesorgt, besonders für Harry. Und doch hatte er immer seine Nerven behalten und gewonnen.
In den Gedanken vertieft, driftete Draco langsam in einen tiefen Schlaf. Er hörte nicht, wie sich Stunden später die Tür leise öffnete und wieder schloss. Draco träumte vom Quidditch und natürlich war sein gegnerischer Sucher schwarzhaarig und hatte eine feine Blitznarbe auf der Stirn. Ein leichtes Lächeln legte sich auf die markanten Züge des schlafenden Jungen.
Währenddessen schlich Harry leise zu seinem Bett. Schnell huschte er unter die warme Decke. Er war todmüde und bemerkte nicht das erleichterte Seufzen aus dem Nachbarbett.
oooooooooo
Der nächste Morgen kam für Harry eindeutig zu schnell. Cosmo und Sanuel schafften es erst mit vereinten Kräften Harry aus dem Bett zu kriegen. Wie durch ein Wunder schafften sie es noch rechtzeitig zum Frühstück, wo Draco schon voller Ungeduld auf Harry wartete. Ein fieses Glitzern lag in seinen Augen, als er Harry begrüßte.
„Na Du kleiner Feigling, endlich aufgewacht?"
Harry hob nur müde und desinteressiert seine Augenbraue. „Seit wann interessiert Dich mein Schlafverhalten? Willst Du daran teilhaben?" Harry hob schnell seine Hand, als wenn er Draco einhalt gebieten wolle. „Oh, besser nicht. Es hat Dich früher nicht gejuckt, dann fang damit jetzt bitte auch nicht an, sonst muss ich mir noch Sorgen um Deinen Geisteszustand machen."
Es war fast wie früher. Hohn, spitze Bemerkungen und eine sarkastische und herablassende Stimme. Seit Samstagabend hatte sich diese Distanz wieder aufgebaut und ermöglichte dieses Verhalten. Noch überlegte Draco, wie er Harry am besten schocken könnte, aber Lucius nahm es ihm ab. „Vorsicht Jericle, Du solltest unseren neuen Spitzenmann im Quidditchteam mit etwas mehr Respekt entgegen kommen. Immerhin hat er jetzt eine bessere Stellung als Du jemals bekommen wirst. Er ist halt ein klasse Sucher und dagegen kommst Du nicht an."
Stolz reckte Draco sein Kinn hoch und wartete auf Harrys Reaktion. Ein fieses Grinsen zierte nicht nur sein Gesicht.
Harry sah ihn kurz überrascht an und… schmunzelte. Dann schüttelte er den Kopf. „Na dann viel Spaß, Mosnay. Pass bloß auf, dass der Schnatz nicht freiwillig in die Hände Deines Gegners fliegt." Er wandte sich ab und aß in aller Ruhe sein Frühstück weiter.
Dracos Gesichtzüge entgleisten. Er hatte mit vielem gerechnet, aber nicht mit dieser…. Gleichgültigkeit. Harry musste da irgendetwas falsch verstanden haben, denn sonst würde er bestimmt nicht so ruhig bleiben und mit seinem Frühstück beginnen.
„Oh Jericle… bist Du noch am schlafen? Ich weiß doch genau, dass Du Dich für einen besseren Spieler hältst und scharf auf den Posten des Suchers bist. Also, was ist los?", blaffte Draco Harry kalt an. Er wollte eine Reaktion haben. Er wollte das Hochgefühl erhalten, endlich Harry Potter übertrumpft zu haben.
Harry blickte Draco in die Augen und zuckte dann mit den Schultern. „Klar, will ich wieder Quidditchspielen und ich hätte gegen ein Spiel gegen Dich nichts einzuwenden, Mosnay. Ich BIN der bessere Sucher."
Das zufriedene Grinsen verschwand allerdings aus Dracos Gesicht, als Harry mit kühler Stimme hinzufügte: „Aber bei meinem Feuerblitz, ich werde nicht freiwillig für Slytherin spielen wollen. Das müsstest Du eigentlich wissen. Ich weiß, was sich gehört und ich bleibe mir treu!"
Harry stand mit einem Toast in der Hand auf und ließ total schockierte und entrüstete Slytherins zurück. Selbst Lin und Sanuel schienen etwas überrumpelt. Noch nie hatte Harry so klar konstituiert, dass das Haus Slytherin ihm gar nichts bedeutete.
Auch die anderen Tische bemerkten das schockierte Schweigen und langsam entstand ein leises Getuschel. Einige am Ravenclawtisch hatten den Streit mitbekommen und von dort aus verbreitete sich die Geschichte wie ein Lauffeuer. Es grenzte an ein Skandal, dass ‚Adrian Jericle' sich so gegen sein eigenes Haus stellte. Selbst die Lehrer erhielten die Informationen und zwei hellblaue Augen zogen sich nachdenklich zusammen. Warum passte aber auch gar nichts zusammen? Irgendetwas übersah er. Nur was?
oooooooooo
Der Unterricht begann und die Prüfungen der letzen Woche gerieten in Vergessenheit. Niemand sprach darüber und wenn man genau hinsah, konnte man feststellen, dass niemand jemals über diese Prüfungen sprach, nicht einmal die ehrgeizigen Ravenclaws. Und in einem kurzen Moment wunderte Harry sich über diese Tatsache wirklich, vergas es aber schnell wieder, als Esmare ihm erzählte, wie neidisch einige Gryffindors waren, dass sie so einen guten Kontakt zu Harry hatte. Harry stammelte etwas Undeutliches und Esmare grinste wohlwissend.
Aber Harry spürte den Blick der Lehrer viel intensiver. In Verwandlung sprach McGonagall ihn zwar nicht an, aber ihr argwöhnischer Blick ließ ihn nicht los. Langsam wurde Harry nervös. Etwas lag in der Luft und es hatte sicher nichts mit dem Streit am Morgen, Halloween oder Quidditch zu tun. Das waren alles Themen, die die Professoren nun gar nichts angingen oder angehen sollten.
Harry bekam von vielen Seiten zu spüren, wie unwillkommen dieser Bruch mit dem eigenen Haus war. Früher war es einfacher gewesen mit Draco zu streiten. Kaum jemand hatte etwas gegen solche Streitgespräche. Im Gegenteil, es gab sogar Lehrer, die diese Feindschaft der Häuser unterstützt und gefördert hatten. Warum musste jetzt auch alles so viel schwieriger sein? Warum war er ohne wirkliche Freunde in dieser Situation gelandet? Harry seufzte schwer und erhielt sofort einen fragenden Blick seiner neuen Freunde, die ihn nicht wirklich kannten...
Harry wollte sich lieber nicht die entsetzten Gesichter von Ron und Hermione vorstellen, sie würden es nicht glauben, dass er wirklich vom sprechenden Hut nach Slytherin geschickt worden war und dann auch noch nach zwei Monaten wirklich am Leben war. Dass er hier Freunde gefunden hatte, war sowieso ein Wunder sondergleichen. Aber Harry war sich sicher, dass Ron und Hermione diese ganze Situation nicht verstanden hätten. Harry würde aber nie in die Situation kommen, es ihnen zu erzählen. Denn er war in einer Zeit, wo es keine Hermione und auch keinen Ron gab. Er musste allein hier durch kommen, so schwer es auch sein würde. So sehr er sie auch vermisste…
oooooooooo
Eine Woche nach dem Halloweenball wurde die Quidditchsaison offiziell eröffnet. Das Spiel Ravenclaw gegen Hufflepuff war diesmal das erste Spiel und so würde Slytherin gegen Gryffindor im nächsten Monat, also im Dezember spielen.
Fast hätte Harry das Spektakel verschlafen, denn mal wieder war er erst sehr spät ins Bett gekommen und Lin hatte alle Mühe ihn wach zubekommen. Cosmo schien daran nur Interesse zu haben, wenn Harry Unterricht hatte, an den Wochenenden kuschelte sich die kleine Katze viel lieber in Harrys Halsbeuge und schlief eine Runde mit.
„Hey komm schon. Du willst doch nicht wirklich das erste Quidditchspiel der Saison verpassen, oder?", rief Lin und warf die Arme frustriert in die Luft. „Cosmo, Du könntest auch ruhig helfen…" stöhnte sie, aber die Katze blinzelte nur und legte eine Pfote auf Harrys Ohr.
„Danke, Cosmo…", warf Lin ein und setzte sich neben Harry aufs Bett.
Aber die Worte ‚Quidditch' und ‚verpassen' hatte eine, zwar langsame, aber nachdrückliche Wirkung auf Harry. Er wachte langsam auf und sah Lin fragend an. „Quidditch?!"
Lin war über dieses Lebenszeichen sehr froh und nickte nur. „JAAA, Quidditch. Ravenclaw gene Hufflepuff. Sanuel hält uns Plätze frei und wir sollten uns langsam beeilen."
Endlich kam wirklich Bewegung in Harry. Er sprang auf, schnappte sich seine Klamotten und stürmte ins Badezimmer. Cosmo blieb etwas betröpfelt und eingeschnappt in den warmen Kissen liegen. Lin streichelte sie beruhigend durch das weiche Fell bis sie schnurrte.
Es war offensichtlich, dass Harry Quidditch liebte. Aber warum er nicht für Slytherin spielen WOLLTE, konnte sie einfach nicht nachvollziehen. Auch Draco war von diesem Sport angetan, aber umso mehr sie die Jungen kennen lernte, um so weniger konnte sie begreifen, wie diese zwei total unterschiedlichen Jungen Cousins sein konnten. Besonders da Harry ja erzählte, dass sie auch zusammen aufgewachsen waren. Kaum etwas war so offensichtlich, wie diese Lüge. Aber wenigstens eins hatten sie gemeinsam, die Liebe zum Quidditch. Soweit Lin wusste, war auch Draco erst aufgestanden, als Lucius ihm vom Quidditchspiel erzählt hatte. Naja, wenigstens eine Gemeinsamkeit.
Aber dadurch wurden die Jungen nur noch mysteriöser. Sie vertraute Harry, aber sie würde auch gerne ihre Fragen beantwortet wissen. Sanuel hatte es mal versucht, in Harrys Nachttischschublade zu gucken, aber die war, wie auch der Koffer und die Kommode mit Zaubern gesichert. Entweder hatte er etwas wirklich Wichtiges zu verstecken, oder er war paranoid. Lin glaubte eher an das erste.
Endlich kam Harry aus dem Badezimmer wieder und im Laufschritt liefen sie zum Quidditchstadion, wo Sanuel schon ungeduldig auf sie wartete. Er hatte es wirklich geschafft drei gute Plätze für sie zu verteidigen. Die Slytherins sahen etwas unzufrieden mit Harrys Anwesendheit aus, aber sagten schließlich doch nichts.
Während des Spieles vergaß Harry alles um sich herum. Er vergaß seine Sorgen, Probleme und Aufgaben. Es war für eineinhalb Stunden einfach alles unwichtig. Er war für diesen Zeitraum einfach nur ein ganz normaler Schüler der sich für diesen Sport begeistern konnte.
Ohne groß darüber nachzudenken, feuerte Harry Ravenclaw an. Die Sucherin aus dem blauen Team war zwar eine richtige Zimtzicke, aber sie konnte gut fliegen und immerhin war Sal Jägerin. Ein Blick zu Draco und er sah die gleiche Begeisterung, die ihn befallen hatte. In diesem Moment standen die Slytherins zusammen, ohne zu unterscheiden, wer neben ihnen stand. Es spielte während des Sportes einfach keine Rolle.
Das Spiel war ziemlich spannend und mit geröteten Wangen und heiserer Stimme fieberte Harry mit. Als sich die Hand des Suchers um den Schnatz schloss, wusste Harry, dass auch er unbedingt wieder fliegen musste. Fliegen wollte und auch fliegen würde. Die Frage war nur wann?!
Der Jubel der Ravenclaws war Ohrenbetäubend, die Buhrufe der Hufflepuffs und einiger anderer Schüler ging dabei fast gänzlich unter.
Sobald das Stadion verlassen war, war auch Harry wieder der Buhmann, den die Slytherins ignorieren mussten. Viele jüngere Schüler schielten argwöhnisch, aber auch sehr neugierig immer wieder zu ihm hin. Harry spürte diese Blicke und schüttelte nur den Kopf. Er war froh seine Ruhe zu haben und offensichtlich hatten auch die älteren Schüler seine Position akzeptiert. Sie schwiegen sich an und lebten so friedlich nebeneinander her. Vermutlich bewunderten sie diesen schwarzhaarigen Jungen, der so zielstrebig seinen Weg ging oder aber sie hatten Angst, denn eins hatten auch die Slytherins erkannt: ‚Adrian Jericle' war ein talentierter Zauberer, der sich zu wehren wusste.
- Ende Teil 4 -
TBC.
Es geht weiter…. Was hat es mit den Prüfungen auf sich? Wird Harry womöglich seine Identität verraten? Welches Spiel spielt Dumbledore und wird er doch noch an Informationen ran kommen? Alles Weitere kommt bald….
knuddel
