Titel: Ein Leben wie die Zukunft
Autor: Momixis
Zeit: spielt nach „Halbblutprinz"
Kapitel: 2/9
Teil: 5/9
Paare: Es kommen viele der typischen Paare vor, aber Hauptpersonen werden Harry und Draco sein… (später auch als Paar)
Warnungen: Slash, Charadeath, lange Geschichte, unterschiedlich lange Kapitel….
Inhalt: Harry und Draco sind durch die Zeit gereist und nun haben sie die Chance etwas zu verändern. Harry will diese Möglichkeit nutzen ohne die Menschen, die ihm wichtig sind in Gefahr zu bringen. Wird er es schaffen? Wird er alleine den Weg gehen können? Welche Rolle wird Draco zu Teil? Und halten die Rumtreiber und die anderen Schüler von Harry? Was denkt Dumbledore?
MIR GEHÖRT NICHTS UND ICH VERDIENE DAMIT AUCH KEIN GELD!
Großes Danke an alle, die sich die Zeit genommen haben und diese Geschichte gelesen haben UND eine kleine Mitteilung hinterlassen haben. Ich arbeite seit gestern wieder und bin total ko un total glücklich g
Hi Hindemid! Wie du gelesen hast, hattest Du recht. Es war ein Vergessenszauber und dies macht Harrys Leben nicht unbedingt einfacher, oder? Und Harry wird James gewissen Grenzen zeigen... ob er will oder nicht, aber ein ganz anderer Rumtreiber wird sich noch viel intensiever mit dem seltsamen Jungen aus Slytherin beschäftigen... knuddle
Hey zissy! Jaja, ... husch husch lesen und dann nur die Hälfte verstehen, dass kenne ich auch zu genüge Du magst wohl Streitereien, was? Es werden noch so ein paar kommen... aber nicht immer ist James darin involviert, was auch gut so ist, sonst hätte er wohl keine Chance bei Lily Ich knuddel Dich ganz doll...
Hi Reinadoreen, Ja, Dracos Kontakt zu Lucius ist bei weitem einfacher und enger als der zwischen James und Harry. Lucius und Draco sind nach den gleichen Regeln erzogen worden, daher verstehen sie sich so gut. Harry und James verbindet viel weniger... aber dies macht es nur interessanter... Auch dich ganz doll knuddel.
Hallo Glupit! Es freut mich, dass dir die Geschichte so gefällt. Es ist für Harry gar nicht so einfach sich in der neuen Welt zurecht zu finden und für seine Ziele ist eine gewisse Vorarbeit nötig, was aber seine Freunde und die Lehrer nicht immer mitbekommen sollen... er hat sich ein schweres Ziel gesetzt... und er ist dabei noch total alleine... Bis zum nächsten Mal knuddel
Danke an die Reviewer!! Ich kann mich gar nicht genug bedanken g
Teil V
Nervenaufreibende Umbrüche
Kapitel 2
Magische Karten
Es war während des Frühstückes Ende November. Harry hatte in der letzten Woche viel Zeit damit verbracht eine Lösung für das Horcrux-Vernichtungs-Projekt zu finden. Leider fehlte ihm auch weiterhin die rettende Idee. Er hatte schließlich den Ring sicher zwischen seinen Sachen in der Nachttischschublade verstaut. Er versuchte aber weiterhin unauffällig neue Informationen dazu zu sammeln.
Es war Samstag der 21. November, aber fast alle Schüler hatten sich pünktlich zum Frühstück in der Großen Halle eingefunden, nachdem das Gerücht umging, dass Dumbledore etwas Wichtiges ankündigen wollen würde.
Allein dieses Gerücht hatte Harry eigentlich dazu gebracht das Frühstück ausfallen lassen zu wollen, aber Sanuel hatte ihn nur skeptisch angeguckt und so war Harry doch mit in die Große Halle gekommen. Vermutlich hatte er Sanuel durch diesen plötzlichen Meinungsumschwung nur noch skeptischer gemacht, aber im Moment machte Harry sich andere Sorgen. Er hatte etwas Bauchschmerzen, da die Lehrer und auch Dumbledore geheimnisvoll lächelten. Selbst Dumbledores Augen glitzerten freudig und voller Erwartungen, etwas was während des Krieges selten vorkam. Das Ergebnis von Dumbledores Rede war dann doch ein etwas unerwartetes Problem.
Dumbledore stand von seinem eleganten Stuhl auf und trat nach vorne. Sofort wurden alle Gespräche unterbrochen und erwartungsvolles Schweigen erfüllte die Halle. Kein anderer Lehrer schaffte es seine Schüler so schnell zur Ruhe zu bringen, auch Milerudis nicht. Harry wusste, dass etwas Wichtiges und Bedeutendes kommen würde, aber er wusste nicht, ob er sich darauf wirklich freuen konnte.
„Meine lieben Schülerinnen und Schüler von Hogwarts. Die Weihnachtszeit steht wieder vor der Tür und in fünf Wochen ist es soweit. Natürlich wollt auch Ihr Euren Lieben zu Hause ein Geschenk mitbringen und nicht bei allen Schülern wird es aus guten Noten oder Auszeichnungen bestehen."
Einige Schüler grummelten leise, aber schnell schwieg die Große Halle wieder in großer Erwartung auf die nächsten Worte.
„Aus Sicherheitsgründen, die ich sicher nicht weiter erläutern muss, war es Euch seit dem Sommer untersagt das Gelände von Hogwarts zu verlassen. Auch wenn es immer wieder Schüler gibt, die Mittel und Wege finden, dieses zu umgehen", dabei lag sein Blick hauptsächlich auf den Rumtreibern, aber auch zu dem Slytherintisch wanderten die hellblauen Augen. Harry mied den Blick in die funkelnden Augen, aber er hörte Lins leises Glucksen.
„Das Ministerium", setzte Dumbledore seine Rede fort „und das Kollegium von Hogwarts wissen selbstverständlich über Euren Unmut genau bescheid. Daher haben wir beschlossen Euch am 12. Dezember die Möglichkeit zu geben nach Hogsmead zugehen."
Einen Augenblick war Stille, alle mussten diese Aussage erst begreifen, dann füllte sich die Halle mit Jubelrufen und glücklichen Gesichtern. Natürlich sahen die jüngeren Schüler etwas traurig aus, sie würden keine Möglichkeit bekommen das Zaubererdorf zu besuchen, aber selbst ohne Krieg wäre es nicht ermöglicht worden, daher war es keine große Einschränkung für sie.
„Sue!" rief ein Mädchen am Slytherintisch euphorisch ihrer Freundin ein paar Plätze weiter zu. „Das ist doch super! Oh, ich weiß schon, was ich Mark unserem Nachbarn schenke. Ich denke die Blutegel-Lutscher werden bei ihm einschlagen wie eine Bombe. Oh, ich kann ihn nicht leiden." Das Mädchen namens Sue kicherte leise und wollte darauf antworten, als Dumbledore die Schülermasse mit einem einzigen Blick wieder zum Schweigen brachte.
„Ihr alle wisst sehr gut, wie schwer diese Zeit ist. Viele Gefahren und große Katastrophen beherrschen das Leben außerhalb Hogwarts. Hier in diesem tausendjahrealten Schloss seid Ihr in größtmöglicher Sicherheit, aber trotzdem soll Euch die Möglichkeit gegeben werden für Eure Familien und Freunde einzukaufen.
„Diese Möglichkeit ist nur durch strenge Sicherheitsvorkehrungen zu rechtfertigen. Am 12. Dezember haben alle Schüler ab dem vierten Jahrgang die Chance für drei Stunden das überwachte Zaubererdorf Hogsmead zu besuchen."
Neben Harry heulte ein Mädchen kläglich auf. Sie war vermutlich erst in der dritten Klasse und musste so auf diese Chance verzichten. Viele Kinder jammerten, aber Dumbledore brachte sie wieder zum schweigen.
„Das Risiko ist trotz Bewachung groß und daher müssen Eure Eltern oder Paten auch eine neue Einverständniserklärung unterzeichnen. Diese müssen bis Freitag den 11. Dezember bei Eurem Hauslehrer abgegeben sein.
„Durch Aushänge in Euren Gemeinschaftsräumen werden eventuelle Fragen geklärt und wenn doch nicht, dann wendet Euch an Eure Hauslehrer. Nun wünsche ich Euch allen ein schönes Wochenende und guten Appetit."
Nur langsam kam Bewegung in die Schüler. Kaum jemand kam zum essen, denn alle diskutierten und grübelten über die Geschenkauswahl. Nur sehr vereinzelt wurde vom Rührei gegessen oder vom Toast abgebissen.
Harry war der Appetit gänzlich vergangen. Wie ein Ertrinkender hielt er sich an seiner Kaffeetasse fest und starrte auf seinen leeren Teller. Um ihn herum waren alle hellauf begeistert. Vermutlich würde die Eulerei an diesem Wochenende total überfüllt sein. Die Eulen taten Harry jetzt schon leid.
Die Formblätter wurden verteilt und Harry starrte unfokussiert darauf. Alle freuten sich auf Hogsmead und die Begeisterung war kaum zu beschreiben. Viele der Schüler, besonders die älteren sahen ja auch ein, dass die Sicherheit vorging, aber auf das Einkaufen zu verzichten hatte doch Viele sehr hart getroffen.
Nach der großen Begeisterung, die von Dumbledore mit einem warmen Lächeln beobachtet wurde, kamen die ersten ernüchternden Gedanken.
„Meine Mum wird nie unterschreiben", heulte plötzlich eine Viertklässlerin drei Plätze weiter.
„Dann bequatsche Deinen Vater oder Deinen Paten."
„Genau, Sue hat Recht, Mechthild. Es kann doch gar nichts passieren. Auroren und Lehrer werden schon aufpassen."
„Außerdem, was sollte Du-Weißt-Schon-Wer von ein paar Schülern wollen? Und wir sind Slytherins, warum sollte gerade uns etwas passieren?"
„Ach?! Als ob Du es schaffst Deine Tante zu überreden. Du wirst doch ihre Unterschrift fälschen, um nach Hogsmead zu kommen, oder Kim?"
„Ach halt den Mund, Sue. Wofür sind wir denn Slytherins?"
Lin gluckste leise, aber Harry verfolgte das Gespräch nicht weiter. Er konnte es schon nachvollziehen. Vermutlich würde er es auch machen, wenn er denn wollte, aber so sehr reizte Hogsmead ihn nicht. Wenn er wollte, könnte er jederzeit ins Dorf gehen und ein Geschenk für Gryzabel hatte er auch schon. Um ehrlich zu sein, war er vermutlich häufiger draußen, als Dumbledore für möglich hielt. Oh Gott. Hermione würde ihm den Kopf abreißen und Ron ihn nur anstarren, bevor er fragen würde, warum er ihn nicht mitgenommen hat.
Ein trauriger Ausdruck legte sich auf Harrys Gesicht. So sehr er Lin und Sanuel, Lily, Sal, Esmare und Mick auch mochte und schätzte; Ron und Hermione fehlten ihm schrecklich. Nur sie kannten den wirklichen Harry Potter. Die anderen kannten nur Adrian Jericle und der einzige, der auch Harry Potter kennen müsste, schien es vergessen zu haben oder ignorierte es schlicht.
Ungewollt schwenkte Harrys Blick zu Draco. Wie alle anderen Schüler schien er sich zu freuen. Er hatte ihre Vergangenheit erfolgreich verdrängt. Im Moment erzählte der Blonde, dass seine Mutter gar keine Probleme machen wird. Draco lebte im hier und jetzt. Draco war zu Dorian Mosnay geworden.
Dieser Gedanke tat weh. War Draco ihr gemeinsamer Kampf so egal? Hatte er nichts gelernt? War ihr gemeinsames Abenteuer so unwichtig? Hatte er vor die Fehler seiner Familie zu wiederholen?
Harry vermisste die wissenden Blicke, die sie besonders bei Gryzabel getauscht hatten. Er vermisste die Gewissheit, dass er nicht allein in diesem Krieg stand. Irgendwo tief in seinem Inneren hatte er wohl gehofft, diesen Weg mit Draco zu gehen. Wie töricht dieser Gedanke war, wusste Harry seit dem Streit an Halloween. Er schalt sich einen Dummkopf, dass ihm Dracos Meinung so wichtig war.
Seine Hoffnung kam wohl von seinem Bedürfnis nach Konstantem und Vertrautem, auch wenn es Draco Malfoy hieß. Aber es gab keinen Draco Malfoy mehr, er war ganz in Dorian Mosnay verwandelt. Draco lebte im Jahre 1975 und hatte zielstrebig den Weg seiner Familie wieder betreten. Harry hatte das Gefühl versagt zu haben.
Er seufzte und blickte zu Lin, die ihr Lachen bald nicht mehr unterdrücken konnte. Stirnrunzeln sah er sie an. Sie beugte sich zu ihm nach vorne: „Als ob es so einfach ist die Erlaubnis zu erhalten und die Unterschrift zu fälschen. Die werden alle magisch überprüft. Die Girlis werden noch ihr blaues Wunder erleben."
„Mir egal, ich werde wohl gar nicht…"
„Natürlich musst Du mit nach Hogsmead! Es wäre viel zu auffällig, wenn Du es nicht machst."
Sanuel sah ihn ernst an. Er und Lin wussten genau, dass Harry etwas zu verbergen hatte, aber nach ihren vergeblichen Versuchen es zu lüften, hatten sie begonnen, ihm zu helfen und Harry wusste dazu nichts zu sagen, außer ‚Danke'.
Genau deshalb, hatte Harry am Morgen schon das Gefühl gehabt, besser im Bett zu bleiben. Alles zog sich langsam zusammen und ließ Harry kaum noch Freiraum zum agieren. Er musste langsam weiter kommen, denn er hatte schon viel zu viel Zeit vertrödelt. Es war zu einfach sich in den Tagesablauf des Unterrichts fallen zu lassen und sich um nichts und niemanden Sorgen zu machen, aber am nächsten Morgen blickte er in den Spiegel und sah seine Narbe. Jedes mal wieder wusste er, dass dies das harmloseste Opfer in diesem Krieg war. Er würde nicht aufgeben, solange er die Chance hatte hier zu sein, solange würde er kämpfen und die anderen Horcruxe suchen… und zerstören…
oooooooooo
„Weißt Du Adrian? Manchmal bewundere ich Dich und wann anders, denke ich, dass Dein Geheimnis Dich irgendwann erdrücken wird, dann tust Du mir wahnsinnig leid."
Harry fühlte sich von Sanuels Meinung etwas überrumpelt und antwortete daher nicht. Er ging einfach den Gang weiter. Sie kamen gerade aus der Bibliothek, wo sie Hausaufgaben gemacht hatten und ihre Schultaschen trugen sie über den Schultern. Lin blätterte und las in einem Buch. Sie hörte gar nicht richtig zu.
„Ähm… ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll?! Ich glaube Ihr überbewertet das ... ähm … Problem ein wenig. So schlimm ist es nicht!"
„So ein quatsch!" sagte Sanuel mit einer steilen Stirnfalte. Er wusste, dass Harry es verharmlosen wollte, aber das würde er nicht zulassen.
„Sanuel!" rief eine kräftige Stimme und die drei Jugendlichen blieben stehen. Sie drehten sich um, auch wenn Sanuel offensichtlich das Thema weiterführen wollte.
„Sanuel! Kann ich Dich einen Moment sprechen?"
Der Gefragte nickte nach kurzen zögern: „Hallo Konstantin!"
„Lovegood!" sagten Harry und Lin begrüßend. Sie warteten, bis der Hufflepuffschüler aus dem siebten Schuljahr zu ihnen aufgeschlossen hatte.
Harry überlegte gerade, ob er nicht schon weiter gehen sollte, während Lovegood sich mit seiner Frage an Sanuel wand, aber Lin hielt ihn unauffällig am Ärmel fest. In ihren Augen wäre so ein Verhalten sehr unhöflich gewesen. Harry verdrehte die Augen, blieb aber stehen. Lins Nase verschwand sofort wieder in ihrem Roman.
Ein „Na, wie geht's Adrian!" ließ Harry kurz zusammenfahren. Hinter Lovegood war ein anderer Junge erschienen. „Hallo Adrian, Hi Lin, Hi Sanuel!" begrüßte er alle mit sanfter Stimme. Er strich sich eine braune Haarsträhne aus dem Gesicht, die aber sofort wieder zurückfiel und sein hübsches Gesicht umrahmte.
Er war ein gutaussehender Junge, der viele Verehrerinnen und Verehrer hatte. Aber nur er allein traf die Entscheidung, an wem er Interesse hatte und im Moment war allgemein bekannt, dass Harry auf seiner Favoritenliste ganz oben stand.
„Na Adrian, läuft alles gut?"
Harry fühlte sich unwohl, wie eigentlich immer, wenn Mike ihn ansprach. Am Anfang war es noch unverfänglich gewesen. Harry hatte nicht erkannt, um was es eigentlich ging, aber dann hatte Lin ihn aufgeklärt. Harry war so rot geworden, dass er auch jetzt noch die Hitze in seinen Wangen spüren konnte. Wie hätte er auch ahnen könne, dass Mike bisexuell ist und ihn in sein Fadenkreuz des Interesses erhoben hatte?
Mike hatte sich bisher sehr freundlich und zuvorkommend verhalten, so dass es Harry fast unmöglich war, ihm eine Abfuhr zu erteilen. Mike wurde nie aufdringlich, sondern blieb ganz der Hufflepuff. Nett, Freundlich und Geduldig.
„Ich habe gehört, dass Du mit dem Lernpensum des sechsten Jahres gut zurechtkommst. Ich bewundere Deine Leistung! Wenn Du aber mal Probleme oder Fragen hast, dann kannst Du Dich gerne an mich wenden. Ich habe da noch einige Unterlagen aus dem letzten Schuljahr…"
Wie sollte Harry so ein nettes Gespräch abblocken ohne unhöflich und gemein zu wirken? Harry senkte den Blick zum Boden und atmete tief durch. Er versuchte sich dadurch zu entspannen.
„Danke, … aber ich komme ganz gut … ähm… zu Recht. … Sanuel achtet ja auf meine … äh … Lernerfolge…"
Lin grummelte leise, so dass nur Harry es hören konnte: „Ein echter Slytherin stellt seine Leistung nicht unter den Scheffel." Harry stupste sie in die Seite. Mike hatte davon allerdings nichts mitbekommen.
„Ja, Freunde sind etwas Tolles. Was machst Du eigentlich am 12. Dezember, Adrian? Gehst Du mit Lin und Sanuel nach Hogsmead?"
„Ich habe … ähm… eigentlich gedacht in Hogwarts zu bleiben…"
„WAS? Aber Adrian, das kommt gar nicht in Frage! Lass uns zusammen ein Butterbier in den ‚Drei Besen' trinken, ich lade Dich ein!"
Harry spürte den Fuß von Lin auf seinem, aber er wollte dieses Angebot nicht annehmen, auch wenn Lin da anderer Meinung zu sein schien.
„Danke Mike, aber wie Du schon festgestellt hast, habe ich den Jahrgang gewechselt und auch wenn ich mitkomme, muss ich doch vieles Nacharbeiten und werde daher nicht die Zeit für Dein Angebot haben. So leid es mir auch tut."
Lin grummelte und Sanuel sprach noch mit Konstantin Lovegood. Die beiden Jungen schienen nichts von dem Gespräch mitzubekommen. Sie diskutierten gerade über ein magisches Ritual und Harry wusste, dass sich Sanuel für solche Sachen begeistern konnte. Lin dagegen hatte sich wieder in ihr Buch vertieft und schaltete alles um sich herum ab, nachdem sie bemerken musste, dass Harry nicht auf ihre Beeinflussung einging.
„Hey, ich kann Dir ja auch so helfen. Wir müssen ja nicht nach Hogsmead gehen. Wir können uns auch hier in der Bücherei treffen, wenn Du willst?!"
„Danke Mike, aber ich komme schon zurecht."
„Habe ich nur das Gefühl, oder gibt's Du mir ständig einen Korb?!" fragte Mike mit einem wirklich betrübten Dackelblick.
Harry schwieg. Er hatte den Blick zum Boden gesenkt und fühlte sich sehr unwohl. Er wusste nicht, was er sagen sollte. Er wollte Mike doch nicht verletzen, aber ihn anlügen wäre auch keine vernünftige Lösung.
„Mike, ich … ich finde Dich echt … nett, aber ... ähm ... ich …" Harry blickte den etwas größeren Jungen flehentlich in die Augen. Mike verzog das Gesicht.
„Du magst mich, willst aber nicht mit mir ausgehen!" fasste Mike die nicht ganz ausgesprochene Absage zusammen. „Warum nicht?" Mike schien nicht so leicht aufzugeben. Sein Ton wurde etwas eindringlicher, blieb aber freundlich und ruhig.
Harry fühlte sich genötigt eine Erklärung für seine Entscheidung zu formulieren, aber ihm fiel nicht wirklich etwas dazu ein. „Ich kann Dich wirklich leiden, aber ich habe zurzeit kein Interesse an einer Beziehung und die Zeit fehlt mir auch völlig."
„Also hat es nichts damit zu tun, dass ich ein Junge bin?"
„Ähm…" Harry sah ihn aus großen Augen sprachlos an. Die Frage kam irgendwie total unerwartet und er konnte sie nicht sofort beantworten. Er musste sie sich erst einmal selber stellen. War das ein Thema für ihn? Hatte er denn je darüber nachgedacht? Das er noch nie Probleme mit Homosexuellen hatte, war nicht weiter verwunderlich. Wie sollte er etwas für schlecht und abnormal halten, wenn alles inklusive ihm selbst von seinen Verwandten als abnormal und schlecht dargestellt wurde. Er hatte sich bisher noch keine Gedanken gemacht, ob er womöglich wirklich schwul war. Er hatte immer gedacht, er würde eines Tages einfach dem richtigen Menschen begegnen. Dann wäre es einfach egal, welches Geschlecht der andere hatte. Einfach egal.
„Ich denke nicht. Es käme auf einen Versuch an…" brachte er schließlich seine Gedanken vorsichtig zum Ausdruck.
„… aber Du willst es nicht mit mir versuchen?"
„ähm ... Nein!" Harry fühlte sich jetzt etwas sicherer, weil Mike ruhig blieb und ihn nicht in irgendetwas drängte. Noch nicht.
„Nicht mal für einen Kuss?"
„... n-n-nein, ... Mike!"
„hm… auch nicht nächste Woche oder nächsten Monat?"
„N-nein!" langsam verlor Harry doch seine Geduld. Aber Mike grinste und Harry hoffte, dass der Hufflepuffschüler den Faden nicht überspannte.
„Oh, Jericle, hast Du endlich einen Lover gefunden?"
Das hatte Harry jetzt gerade noch gefehlt! Die Malfoy-Gang – wie Harry sie manchmal bezeichnete – war aufgetaucht und Lucius musste diese Szene natürlich herablassend kommentieren.
„Nein, Malfoy, er lässt mich nicht, aber vielleicht will ja Dorian oder Severus ihr Glück versuchen?!" Ein laszives Lächeln hatte auf Mikes Züge Einzug gefunden und Harry war froh, dass es vorher noch nicht da gewesen war, denn sonst hätte er vermutlich kein vernünftiges Wort heraus gebracht.
Jetzt hatten sich alle Blicke auf den Hufflepuffschüler gerichtet.
„Wovon träumst Du nachts!" spie Draco etwas geschockt aus.
„Oh, Mosnay, das willst Du nicht wirklich wissen!", sagte Mike mit einem anzüglichen Blick auf Dracos Figur. Dieser Blick wanderte die Gestalt des Jungen auf und ab. Der Blick wechselte zu Harry und nahm auch dort die schlanke Gestalt genau unter die Lupe. Harry spürte die Hitze in seinen Wangen brennen und versuchte sie krampfhaft wieder zurückzudrängen.
„Ihr könnt Euch vermutlich keinen Dreier vorstellen, oder?"
Jetzt hatte auch Draco rötliche Wangen bekommen und alle blickten geschockt den braven Hufflepuff an. Harry schüttelte energisch seinen Kopf, als ob er diese Szene so aus seinem Gedächtnis streichen könnte.
„NEIN", kam es von beiden, für den Fall, dass das nonverbale Verhalten nicht verständlich genug gewesen war.
„Mike, spinnst Du jetzt total?" Harry verstand die neue Situation nun gar nicht mehr. Bis ebengerade war Mike wirklich ein netter Schüler gewesen und nun…
„Verdammt Carrel, ich habe kein Interesse an diesem Halbblut!" spie Draco herablassend aus. Harry blickte den Blonden kalt an.
„Stimmt, Du nimmst lieber eine unfähige und hässliche Reinblütlerin!" zischte Harry wütend zurück. Er konnte nicht genau sagen, warum Dracos Verhalten ihn genau in diesem Moment so wahnsinnig wütend machte.
„Meine Mutter und mein Vater würden nur eine Reinblütlerin akzeptieren!"
„'Tante Jasmin' und ‚Onkel Lukas' hatten schon immer eine etwas seltsame Auffassung von Geschmack!" höhnte Harry kalt. Damit konnte er umgehen, auch wenn es ihn rasend machte.
„Aber es geht doch gar nicht ums heiraten", flötete Mike lasziv.
„Mike es reicht!" zischte Harry dem Hufflepuff entgegen.
„Aber warum denn, Adrian? Es wird doch gerade heiß! Wie gerne würde ich Dorian küssen, während Adrian mich auf andere Art und Weise verwöhnt. Aber ich könnte mir auch vorstellen nur zuzusehen, wenn Ihr beide Euch besinnungslos küsst…, dass wäre wirklich heiß."
Endlich war auch Sanuel auf die Situation aufmerksam geworden und erkannte die Gefahr. ‚Adrians' verschlossene Mine, das Blut in den Wangen und die Hand fast am Zauberstab, sagte deutlich, dass es dem Jungen reichte. Auch die anderen Slytherins waren von der Frechheit des Siebtklässlers erschrocken und überrascht. So deutlich hatte Mike Carrel noch nie seine Ideen zum Ausdruck gebracht.
„Schaff Mike hier weg, Lovegood und halt ihn von Adrian fern!" zischte Sanuel dem anderen Hufflepuff zu, welcher etwas überrascht aussah. Konstantin stolperte zu Mike und redete leise auf ihn ein, aber Mike ignorierte ihn. Er wollte nicht weg, wo es doch gerade spannend wurde.
„Verschwinde Carrel, sonst zeige ich Dir meinen Lieblingsfluch…" zischte Draco kalt, auch er hatte noch etwas Farbe im Gesicht.
„Geh Mike!" sagte Harry mühsam beherrscht.
Mike sah ihn grinsend an. „Aber warum denn, mein Süßer, noch habe ich nicht was ich will." Mike beugte sich vor und wollte Harry einen kleinen Kuss auf die Lippen drücken, als er weggerissen wurde.
Sanuel blickte ihn scharf an. „Verschwinde!"
Endlich schien Mike zu verstehen, denn Sanuels Blick war wirklich giftig und auch sonst sahen alle anwesenden Slytherins ihn wütend an. Mike blickte Harry in die Augen und wusste sofort, dass er nun alle seine Chancen verloren hatte. Jetzt ließ er sich endlich von Konstantin Lovegood wegziehen.
„Malfoy, schnapp Dir Mosnay und bring ihn weg. Er könnte eine Abkühlung gebrauchen" fauchte Lin den erstarrten Slytherins zu. Draco kochte.
„Als ob ich mir etwas von Dir sagen lassen würde, Yotsamu" zischte Lucius Malfoy.
Narcissa blickte kurz zu Harry und dann zu Draco, die noch immer ein Blickduell ausfochten. Sie legte eine ihrer zarten Hände auf Lucius Arm und nickt ihm kurz zu. „Auch wenn es mir widerstrebt ihr zuzustimmen, aber…"
„Las gut sein Narcissa. Dorian würde es sowieso nicht akzeptieren, dafür ist er nicht einsichtig genug", sagte Harry „Er lernt nicht aus seinen Fehlern!", brach den Blick zu Draco mit einem verachtenden Schnauben ab und verschwand mit wehendem Umhang im nächsten Gang.
Lin und Sanuel versuchten ihm schnell zu folgen, aber es war zu spät. Harry war in den vielen Geheimgängen und Irrwegen von Hogwarts verschwunden. Der lange Gang lag dunkel und still vor ihnen. Seufzend machten sich die beiden Jugendlichen auf den Rückweg in ihre Kerker. Früher oder später würde Adrian dort schon wieder auftauchen, das hat er bisher immer gemacht.
ooooooooooo
Ein helles Lachen ertönte und Draco blickte von seinen Karten auf. Er kannte dieses liebliche Lachen sehr gut, auch wenn er es nur selten gehört hatte. Narcissa Black hatte nun mal nicht viel zu lachen und als Partnerin von Lucius Malfoy gehörte es sich einfach nicht Gefühle so offen zu zeigen. Hier im Wahrsageunterricht hatte er schon häufiger gesehen, dass sich Narcissa ein Lächeln verkneifen musste. Offensichtlich konnte sie es heute nicht mehr zurückhalten. Den Grund kannte Draco trotzdem nicht, denn Narcissa schwieg zu diesem Thema beharrlich.
Lucius hatte dazu nur einen kühlen Blick erübrigt, den Narcissa genauso kühl erwiderte. Aber nicht nur Narcissa schien sich während der Wahrsagestunde köstlich zu amüsieren, sondern auch Esmare und Remus lachten in jeder Stunde mindestens einmal laut auf. Vermutlich über Harry, denn der sah aus, als ob er kurz vorm Verzweifeln war. Draco hatte kein Mitleid mit ihm und grinste nur überheblich.
Warum der andere Tisch so viel Spaß hatte, konnte er nicht nachvollziehen. Sein Tisch schwieg in jeder Stunde eisern, denn selbst Lily hatte es nach ein paar Wochen aufgegeben Sirius, Lucius und Draco zu einer produktiven Gruppenarbeit zusammenzuführen. So arbeiteten die beiden Gryffindors still zusammen und die Slytherins lenkten sich anderweitig ab. Draco zog seine vierte Monatskarte für Dezember. Es war die gleiche wie seine erste: 2 Münzen. Ohne zu zögern schob er sie wieder zwischen die anderen Karten und mischte neu. Diese Prozedur würde er solange machen, bis er etwas hatte, womit er zufrieden war. So wie jeden Monat. Wer würde schon gerne etwas über „Wechsel und Wandel" und „eine Sache oder Person von einer neuen Seite aus betrachten lernen" schreiben wollen. Draco schnaubte nur.
Der Tisch von Remus, Esmare, Narcissa und Harry hatte schon zu Beginn der Stunde ihre Monatskarten gezogen. Sie würden die Bedeutung als Hausaufgabe untersuchen. Es war viel interessanter sich gegenseitig die Karten zu legen. Besonders, wenn sie Harry gelegt wurden.
Durch ihre kühle und undurchdringlich Art und Weise legte meistens Narcissa die Karten. Es wirkte mystisch und die anderen zwei hatten zur Aufgabe Harry auf seinem Platz festzuhalten.
An diesem Tag legte sie wieder die Karten für Harry. Schon bei der ersten Karte „Der Magier" fiel es ihr schwer nicht zu schmunzeln. Diese Karte hatte schon eine gewisse Tradition in Harrys Tarot-Bild.
Esmare kicherte leise und Remus schlug Harry aufmunternd auf die Schulter. Im Grunde wussten alle, wie diese Sitzung ausgehen würde. Ganz bestimmte Karten würden auch diesmal Einzug finden. Sie waren immer dabei.
„Komm schon, Narcissa, zeig uns was den Magier, also Adrian, unterstützt! Ob es diesmal Familie und Freunde sind?"
„Warum sollten sie dieses Mal dabei sein, sie waren noch nie in irgendeiner Art und Weise vertreten!" widersprach Remus mit einem breiten Grinsen.
Narcissa hatte akzeptieren müssen, dass an diesem Tisch jeder mit Vornamen angesprochen wurde. Sie räusperte sich leise und legte beide Hände flach auf den Tisch.
„Ich brauche absolute Ruhe", zischte sie und schloss konzentriert die Augen. Esmare kicherte wieder leise und erhielt einen ‚bösen' Blick von Remus. Sie liebten dieses Spiel alle viel zu sehr. Sie wussten, dass es Show war und liebten es daher nur noch mehr, denn es hatte keine Konsequenzen, weil sie nicht daran glaubten… solange sie nicht vom Gegenteil überzeugt wurden.
Narcissas lange zierlichen Finger glitten zur nächsten Karte und drehten sie um.
Alle blinzelten überrascht. Auch Harry.
„Der Tod", hauchte Esmare.
„Das ist neu", sagte Remus begeistert und blätterte schon in seinem Buch auf der Suche nach der genauen Deutung. Die regelmäßigen Karten waren ihnen sehr gut bekannt, dafür mussten sie schon lange nicht mehr in die Deutung gucken. Aber der „Tod" war noch relativ unbekannt, da er bisher nie in Harrys Karten gewesen war.
Harry zog die Stirn kraus. Der Tod konnte nichts Gutes bedeuten.
„blabla…. Man kann leben, lange nachdem man gestorben ist…."
„Die Karte handelt von der Kraft, einschneidende Veränderungen selber vorzunehmen. Ihre aggressiven Impulse werden erst dann gefährlich, wenn Sie sie zu leugnen versuchen."
„Aja, und was sagt uns das, Remus?"
„Ich weiß es nicht, Esmare!"
„Vielleicht das Adrian ein ganz Schlimmer ist und uns allen etwas vorspielt?!"
Alle blickten jetzt zu Harry, der etwas blass schien, aber tapfer lächelte. Seine Augen trafen auf die hellblauen von Narcissa.
Irgendwie war es etwas anderes wenn sie hier zusammen Wahrsagen hatten. ‚Adrians' stille Höflichkeit und sein geheimnisvolles Verhalten, solange man ihn nicht angriff, war etwas einmaliges, besonders bei einem Slytherin.
Während ihres gemeinsamen Unterrichts, war das Verhalten so anders. Narcissa mochte es so lieber. Ihre linke Hand legte sich auf die nächste Karte: das Ziel. Langsam drehte sie sie um und sie lächelte breit, als sie die Karte erkannte. Sie konnte sich heute einfach nicht zurückhalten.
Das leise Prusten und Kichern folgte sogleich, während Harry seine Hand vor die Augen schlug und aufstöhnte. Zwischen den Fingern hindurch schielte er auf die Karte. Eigentlich war es nichts Neues. „Der Turm" gehörte wie „Der Magier" zum konstanten Repertoire.
Aber Narcissa musste bei diesem Blick einfach lachen, auch wenn sie nicht wusste, wie sie es später ihren Freunden erklären sollte. Gegen ihren Willen hatte sie feststellen müssen, dass sie ‚Adrian' mochte. Auch Remus und Esmare waren objektiv betrachtet sehr nett.
Nur durfte Narcissa diesen Gedanken niemanden mitteilen, besonders Draco nicht. Seit Halloween hatte sich das Verhältnis zwischen den Jungen merklich abgekühlt und der letzte Streit mit Mike Carrel war auch nicht sehr hilfreich dabei gewesen Frieden zu schließen. Glücklicher war darüber leider niemand, auch wenn es Draco versuchte so erscheinen zu lassen.
Die Spannung war für Narcissa deutlich zu spüren. Es war sehr interessant und genauso gefährlich. Sie ahnte mittlerweile, dass es eines Tages zu einer Entladung kommen würde, ja kommen musste. Eine Entladung ähnlich wie die bei einem Gewitter und vermutlich genauso heftig und gefährlich.
Der Blitz war zu spüren, bevor er zu sehen war, aber wenn das Licht die Dunkelheit erhellte, wusste jeder, dass das Gewitter wirklich da ist.
Diese Spannung spürte Narcissa immer intensiver, auch wenn sie einfach nicht wusste, wie die Entladung aussehen würde. Selbst Lucius hatte die Veränderung wahrgenommen und Severus sowieso. Nachdem die Rumtreiber dazu übergangen waren ihn nur mit Blicken und kleinen unbedeutenden Anspielungen zu ärgern, hatte Severus etwas mehr Ruhe um sich auf seine restliche Umgebung zu konzentrieren. Dabei behielt er besonders Harry genau im Auge. Der fremde Junge war ihm sehr suspekt, umso mehr fiel ihm das geladene Verhältnis auf, was sich stetig veränderte.
Nur die beiden Jungen störten sich daran nicht so sehr, wie Narcissa und die anderen. Sie spürten die Gefahr und konnten doch nichts dagegen tun, besonders da nicht darüber geredet wurde.
Harry verkörperte für Lucius, Severus und Draco nicht das Wesen eines echten Slytherins und so würden sie ihn vermutlich nie akzeptieren oder respektieren. Narcissa sah es etwas anders, aber die Jungen und besonders Draco wollten davon nichts hören.
Für Draco blieb Harry ein Blutsverräter ersten Grades. Er ließ kaum eine Situation aus in der er ihn beschimpfen und angreifen konnte. Lucius und Severus unterstützten ihn dabei gerne.
Die Spannung steigerte sich dadurch leider nur noch mehr, auch wenn oder gerade weil Harry diese Attacken versuchte zu ignorieren. Mehr als einen traurigen und verständnislosen Blick hatte er meistens nicht für den blonden Slytherin übrig.
Narcissa konnte nicht glauben, dass sie wirklich Cousins ersten Grades waren. Wobei?! Ihr Verhältnis zu Sirius Black war ja auch alles andere als familiär. Sie ignorierten sich und selbst bei Streitereien sahen sie sich nicht an.
Als Kinder war es noch etwas anderes gewesen, da hatten sie zusammen gespielt und viel Spaß gehabt. Eigentlich war es sehr schade, dass Sirius einen anderen Weg eingeschlagen hatte. Schade, dass er sich von seiner Familie abgewandt hatte.
Aber das hatte ihre Schwester ja auch getan, als sie diesen Muggel kennen gelernt und schließlich geheiratet hatte. Narcissa vermisste Andromeda. Schon vor Jahren war der Kontakt abgebrochen. Sirius hatte ihr vor einem Jahr gesteckt, dass Andromeda eine Tochter zur Welt gebracht hatte. Narcissa hatte es niemanden erzählt, aber insgeheim wäre sie gerne Patentante geworden.
Aber noch sehr genau konnte Narcissa sich an den Krach zu Hause erinnern, als Andromeda ihre Entscheidung ihrer Familie mitteilte. Narcissas Tante und Mutter hatten hysterisch herumgeschrieen und wild geschimpft. Der Verrat würde bei einer Begegnung zum sicheren Tot von Sirius und Andromeda führen.
Sirius war durch die Potters geschützt. Narcissa war bisher nie auf die Idee gekommen auch die Seiten zu wechseln. Vielleicht auch, weil sie Lucius liebte und sie ihn sicher verlieren würde, wenn sie den Gedanken aussprechen würde. Die Familie Malfoy war genauso auf die alten Traditionen und die Reinheit des Blutes fixiert, wie sie es gelernt hatte. Daher waren die beiden Familien wohl auch sehr zufrieden mit dieser Verbindung. Bis zum Sommer war ihr nie in den Sinn gekommen, dass es mehr als eine Alternative geben musst, aber etwas hatte sich geändert.
Harry hatte das Bild von Slytherin verändert. Er hatte allen gezeigt, dass eine Schlange auch… auch nett und gut sein konnte. Kein anderer aus ihrem Haus hatte es so mühelos geschafft Freundschaften zu allen anderen Häusern zu schließen. Harry verkörperte für viele Schüler (mit Ausnahme von Draco, Lucius und Severus) die typischen Eigenschaften eines Slytherins und keiner Verstand das Gerücht, dass Harry nach Gryffindor gehörte.
Und die Beständigkeit der Freundschaft zwischen dem Slytherin und einiger Gryffindors war mehr als… bemerkenswert, …einmalig… beneidenswert…?! Narcissa fehlten dafür die richtigen Worte. Die Mitglieder aus Ravenclaw, die konstant mitmischten, zeigten nur noch deutlicher, wie seltsam und sonderbar das Alles war.
So sehr ‚Adrian Jericle' auch alle auf Abstand hielt, so hatte er doch viele Verbündete in der kurzen Zeit gefunden und etwas was Narcissa, wie jeder echte Slytherin, faszinierte, war Macht. Wie viel Macht der Junge wirklich hatte, war ihm anscheinend selbst nicht bewusst und Dumbledore wollte es aus Angst vermutlich nicht sehen.
Narcissa war sich nicht ganz im Klaren, ob sie sehen wollte, wie Harrys Macht wirklich aussah. Denn etwas sagte ihr, dass sich dann viel verändern würde…
„Narcissa?"
Die besorgte Stimme von genau diesem sonderbaren Jungen holte das Mädchen zurück in den Unterricht.
„Ich mache ja schon weiter. Welche Wahl habe ich denn auch?!"
„Keine?!", warf Esmare schmunzelnd ein, während Harry ernst blieb.
„Jeder hat eine Wahl."
„aber…"
„Aber ein Weg ist leichter, als der andere. Die Meisten entscheiden sich für den einfachen und nicht immer ist es der Richtige."
Der Blickkontakt zwischen den beiden Slytherins war eindringlich und Narcissa hatte das Gefühl, dass es um mehr ging als um Tarotkarten und Unterricht… Hatte er ihre Gedankengänge mitbekommen?
„Last uns weiter machen…", durchbrach Remus das unangenehme Schweigen.
Die nahe Zukunft…
„3 Stäbe … ‚Seien Sie geduldig und fest in Ihrem Willen'"
oooooooooo
Es geht bald weiter…
Tarot… meine Schwester hat mich darauf gebracht und mir die Karten mal gelegt…. Mit einem erschreckenden Ergebnis… für mich (oder eher eine Offenbahrung)! Tarot spielt in dieser FF eine größere Rolle, als nur das Thema vom Wahrsageunterricht… nur welche Rolle?
