Titel: Ein Leben wie die Zukunft

Autor: Momixis

Zeit: spielt nach „Halbblutprinz"

Kapitel: 6/9

Teil: 5/9

Paare: Es kommen viele der typischen Paare vor, aber Hauptpersonen werden Harry und Draco sein… (später auch als Paar)

Warnungen: Slash, Charadeath, lange Geschichte, unterschiedlich lange Kapitel….

Inhalt: Harry und Draco sind durch die Zeit gereist und nun haben sie die Chance etwas zu verändern. Harry will diese Möglichkeit nutzen ohne die Menschen, die ihm wichtig sind in Gefahr zu bringen. Wird er es schaffen? Wird er alleine den Weg gehen können? Welche Rolle wird Draco zu Teil? Und halten die Rumtreiber und die anderen Schüler von Harry? Was denkt Dumbledore?

MIR GEHÖRT NICHTS UND ICH VERDIENE DAMIT AUCH KEIN GELD!


Danke an die Reviewer!!

Reinadoreen, die Tabletten sind die, die Harry (und auch Draco) regelmäßig nehmen müssen, damit sie ihr originales Aussehen nicht annehmen. Sie wurden im Sommer von Gryzabel organisiert. Er bekommt noch Unterstützung knuddel

Hi Zissy, Harry hat es wirklich nicht einfach. Er ist einsam, da er mit seiner Aufgabe alleine da steht, denn Draco schein es einfach vergessen zu haben... vielleicht ist der Zeit-Reise-Zauber auch mit Schuld dabei, denn immerhin kam niemand in den Himmel zurück, der noch wusste, dass er diese Zeit-Reise gemacht hat, oder? Aber es wird für Harry nur noch schwerer so... knuddel

Hallo Delta, ich kenne das Gefühl selbst zu gut. Man fängt eine Geschichte an zu lesen und irgendwann kommt eine Wendung, die einem gar nicht passt, oder ein Paring, oder es zieht sich zu lange hin oder sonstiges. Ich kann dir also gar nicht böse sein, wenn du auf einmal aufhörst meine Geschichte zu lesen... aber ich freue mich über dein Review knuddel

Hi Seelentochter, die Hogwartsschüler und Dumbledore könnten schon viel weiter sein, wenn sie sich zusammen setzen würden und gemeinsam ihre Entdeckungen über Adrian bzw. Harry thematisieren würden. Aber dies wird nciht geschehen... aber ein paar Informationen werden noch gewechselt knuddel


Teil V

Nervenaufreibende Umbrüche

Kapitel 6

Streitprovozierende Zauberstäbe

Die Zeit im Krankenflügel ging, nachdem Harry mit Literatur und Hausaufgaben versorgt wurde, schnell vorbei und nachdem am Montag in den ersten beiden Stunden der Unterricht ausfiel, aber dafür ständig irgendwelche Auroren Zeugenaussagen aufgenommen hatten, freuten sich die meisten Schüler und auch die Lehrer richtiggehend auf den Unterricht. Dort war man wenigstens vor den nervigen und sich ständig wiederholenden und äußerst kritischen Fragen des Ministeriums sicher.

Nach langer Diskussion entließ Madam Pomfrey auch Harry zurück in den Unterricht. Sie machte aber sehr deutlich, dass er sich noch bis Weihnachten schonen sollte und auf jegliche Art der körperlichen Belastung zu verzichten hatte. Bei der kleinsten Verletzung oder Schmerzen sollte er zu Madam Pomfrey kommen. Harry wusste, dass sie es ernst meinte. Er würde sehen, was die nächsten Tage für ihn brachten. Auf jeden Fall würde er es langsam angehen, sonst wäre er sehr schnell zurück in der Obhut von einer dann sehr wütenden Madam Pomfrey.

Harry machte sich also vorsichtig auf den Weg zu Pflege magischer Geschöpfe. Er war etwas überrascht gewesen, dass Kemir Sandor schon wieder fit war und unterrichtete. Anscheinend waren alle Lehrer wieder zurück und dies bedeutet, dass mit ihnen nicht wirklich viel geschehen war. Der Vielsafttrank wirkte zum Glück nur, wenn die dargestellte Person noch lebte. Es hätte sonst keinen Grund gegeben die Lehrer am Leben zu lassen und viel Zeit für Folterungen hatten die Todesser auch nicht gehabt. Die Lehrer waren mit einem blauen Auge davon gekommen.

Lily und Esmare warteten in der Eingangshalle auf Harry. Seine Tasche hatte Sanuel ihnen vorausschauend gegeben und so konnte der Unterricht kommen. Heute hatten sie ausnahmsweise wieder Unterricht draußen. Eigentlich fand Pflege magischer Geschöpfe im Winter drinnen statt, aber Sandor wollte ihnen heute ein Tier der Kälte zeigen. Natürlich hätte er es auch in einem Klassenzimmer vorführen können, aber dann hätte er dort die Temperaturen reduzieren müssen und dann könnten sie auch raus gehen.

Harry stampfte neben den beiden Mädchen durch den Schnee. Am zugefrorenen See blieben sie bei den anderen Schülern stehen. Sandor war schon da und trug einen schneeweißen Umhang. Vermutlich nur, damit er nicht auffiel. Er wirkte so grell wie der Schnee und Harry schüttelte nur den Kopf, warum konnte Dumbledore diesem Lehrer nicht mal die Leviten lesen?!

Harry seufzte und blickte zu den kleinen braunen Tierchen in der großen Holzkiste, die Eichhörnchen sehr ähnelten. Lily kicherte leise und Sirius warf Harry einen zweifelnden und nachdenklichen Blick zu.

„Ihr sucht Euch jetzt bitte einen Partner und beobachtet die Tiere. In der nächsten Stunde will ich einen vier Fuß langen Bericht über das Verhalten der Kroniwitzchen haben!"

Harry schmunzelte. …witzchen… Ja, diese Tiere waren wirklich ein Witz. Wofür sollte es gut sein? Vielleicht war Hagrid nicht perfekt, aber zu wissen wie man sich einem Hippogreif gegenüber verhalten sollte, war nicht ganz unwichtig, wie man an dem Krankenzimmeraufenthalt von Draco hatte sehen können. Harry blickte auf, um zu gucken, ob und wenn wer heute den ‚schwarzen Peter' gezogen hatte und mit ihm arbeiten musste. Sandor hatte es bisher immer geschafft, dass Harry so viele Nachteile wie möglich in seinem Unterricht hatte. Harrys Augen wurden groß, als Lily lächelnd vor ihm stand. Er zwinkerte und blickte sich noch mal um. „Warum arbeitest Du heute nicht mit Esmare zusammen?"

„Ich dachte, dass es unfair ist, dass immer Du entweder alleine oder mit den Versagern der Klasse zusammenarbeiten musst und dabei deren Zensuren aufbesserst. Esmare war mit mir einer Meinung und sie arbeitet heute mit Lucretia zusammen. Kim Larend wurde ja nach Hause geholt."

Harry nickte zögernd und ging dann mit Lily zu den Kroniwitzchen. Er wusste nicht genau, wie er sich jetzt fühlen sollte. Natürlich war er froh, dass er mal mit jemanden vernünftigen arbeiten konnte, aber das alles nur, weil Kim Larend, ein unscheinbares Gryffindor-Mädchen, nach Hause geholt wurde. Es war nicht die einzige Schülerin, die nun ihre Ausbildung woanders machen musste, aber für Harry war es der erste richtige Kontakt mit den Ereignissen vom Wochenende und es zeigte ihm wieder, welche Folgen der Krieg hatte.

„Es sind komische Tierchen… und dieser Name…" lachte Harry leise, um sich bewusst abzulenken. Lily sah ihn erst streng an, dann schmunzelte auch sie. „Sie erinnern mich an Eichhörnchen!"

„Du kennst Eichhörnchen? Ich dachte Du bist in der magischen Welt aufgewachsen. Ich habe noch keinen Zauberer aus einer Zaubererfamilie kennen gelernt, der solche Muggeltiere kennt", sagte Lily interessiert und schlug ihr Buch auf.

„Ich kenne mich in der Muggelwelt sehr gut aus... also es ist nichts Ungewöhnliches, dass ich Eichhörnchen, Spatzen oder Maulwürfe besser kenne, als Gnome, Flubberwürmer, Basilisken oder Kroniwitzchen", antwortete Harry ausweichend. Zum Glück konnte Lily diese Unterhaltung nicht vertiefen, da Sandor vor ihnen erschien.

„Oh, Mrs. Evans, da Mrs. Larend Hogwarts verlassen hat, scheint es nicht mehr für reine Zweiergruppen zu passen. Natürlich dürfen Sie mit Mrs. Pein und Mrs. Lukrate zusammenarbeiten. Der Slytherin wird alleine schon zurechtkommen, ich will niemanden zwingen mit dem Slytherin zusammenarbeiten zu müssen. Besonders nicht Sie, Mrs. Evans, meine beste Schülerin, …"

„Ich habe einen NAMEN, Professor Sandor", zischte Harry aufgebracht. Er hatte von Kemir Sandor noch nie viel gehalten, aber das war ja wirklich eine Frechheit. Auch Lily sah ihren Lehrer etwas überrumpelt an. Bisher hatte Sandor Dreiergruppen immer abgelehnt, vermutlich damit Harry meistens alleine arbeiten musste, denn die Gruppe war immer ungerade gewesen.

Die grau-grünen Augen vom Professor blickten plötzlich kalt zu Harry. „Ich werde nicht zulassen, dass Sie sich an eine Gryffindor heranmachen. Sie werden nicht noch mehr Leben zerstören…"

„Zerstören?! Er hat Ihr Leben gerettet", zischte Lily wütend, während Harry kreidebleich geworden war. Nur mühsam riss er sich zusammen. „Ich bin für Ihre Sorge dankbar, Professor, aber ich vertraue Adrian und werde diese Arbeit mit ihm zusammen erledigen. Wenn Sie Probleme damit haben, dann wenden Sie sich an den Schulleiter."

Ohne ein weiteres Wort wurde Harry von Lily gepackt und aus Sandors Reichweite gezogen. Lily verwickelte Harry sofort in eine Diskussion über die Kroniwitzchen. Der kleine Streit war natürlich nicht unbemerkt geblieben. Das Sandor den neuen Slytherin nicht mochte, war vielen klar, aber so ungerecht hatte er sich noch nicht einmal gegenüber bekannten Todesserkindern verhalten. Was war bloß passier?

Die Aufgabe erledigten Lily und Harry noch in der Stunde. Harry seufzte. Es hatte mal richtig Spaß gemacht die Arbeit mit einer fähigen Partnerin zu erledigen. Das Harry jetzt eine offene Feindschaft mit Sandor eingegangen war, war kaum zu übersehen, denn der Lehrer ließ keine Gelegenheit aus, um Harry schlecht zumachen und Punkte abzuziehen, was Harry nur ein wenig nervte. Im Grunde kannte er dieses Verhalten von seinem ehemaligen Zaubertranklehrer zu genüge. Es bedrückte ihn weniger, als die restlichen Klassenkameraden. Die Slytherins wegen den Punkten und den Gryffindors wegen der Ungerechtigkeit, besonders Lily, Esmare, Remus und James knabberten an diesem Verhalten stark. Harry schaffte es nicht, seine Freunde zu beruhigen, aber wenigstens mischten sie sich nicht in den Streit ein und Lily bestand weiterhin auf die Gruppenarbeit mit Harry. Sosehr Sandor es missfiel, er konnte nichts dagegen tun, dass wusste der Lehrer. Auch James gefiel es nicht, aber aus einem ganz anderen Grund.

oooooooooo

Es waren vier Tage vergangen, seit dem Angriff auf Hogsmead und die Nachrichten über Todesserangriffe brach nicht ab. 28 tote Muggel alleine am gestrigen Dienstag. Ohne Grund, ohne Verbindung zur magischen Welt, ohne Erklärung. Dumbledore seufzte und schob seine Brille zurück auf seine lange Hackennase.

Er blickte zu seinem Besuch, der mit hängendem Schultern vorm Kamin stand. Seit einigen Minuten bestand dieses Schweigen und es würde sich wohl auch nicht so schnell ändern, wenn Fawks nicht angefangen hätte zu trällern. Leise zwitscherte er vor sich hin und riss damit die beiden alten Männer aus ihren trüben Gedanken. Hoffnung durchflutete die Herzen der alten Männer, aber Dumbledore schüttelte es schnell ab. Er verstand nicht, was mit dem Vogel los war. Er hatte das Gefühl, dass Fawks im Moment kontraproduktiv arbeitete. Die Nachrichten wurden immer schlimmer und Fawks schien immer zuversichtlicher zu sein.

„Glaub mir Albus, wenn ich mir nicht sicher wäre, würde ich nicht so ein Drama machen. Ich wäre bestimmt nicht sofort nach Hogwarts gekommen." Ollivander stand am Kamin und starrte in das Feuer, während er seine kalten Hände an den heißen Flammen erwärmte. „Ich hätte keinen falschen Alarm gegeben, sicher nicht Albus!"

„Sicher. Sicher. Setzt Dich doch, Stephanos. Setzt dich." Ollivander blickte auf und setzte sich schließlich in einen braunen Sessel dicht am Kamin. Er holte ein Pergament aus seiner Tasche und entrollte es, dann sah er wieder in die Flammen, als ob er die Notiz den Flammen überreichen wollen würde. Er entschied sich nicht dafür.

„So kommen wir doch nicht weiter", seufzte Dumbledore und putzte seine Brille magisch, bevor er sie wieder auf seine Hackennase schob und näher zu Ollivander trat. Der Besuch starrte währenddessen wieder auf sein Pergament und wendete es, als ob vielleicht irgendwo in einer Ecke die Lösung zu finden wäre.

Dumbledore setzte sich Ollivander gegenüber und strich sich durch den langen Bart. Er grübelte, wie so oft in letzter Zeit. Ein Problem folgte dem nächsten und es schien kein Ende zu nehmen. Dumbledore schwieg, während auch er in die Flammen starrte.

„Es ist ein Schock. Nicht nur für Dich, aber welche Konsequenz müssen wir daraus ziehen, Albus? Welche Folgen wird es haben?"

Dumbledore blinzelte und seufzte leise. Mit einem Schwenker seines Zauberstabes beschwor er zwei Tassen mit heißem Tee herauf und stellte sie auf das kleine Tischchen zwischen ihnen.

Schweigen breitete sich wieder aus und die Stille wurde nur von den knisternden Holzscheiten im Kamin unterbrochen. Ollivander griff nach seiner Tasse und trank genießerisch einen Schluck vom heißen Tee. Es beruhigte ihn, wie eigentlich jeden typischen Engländer.

„Können wir Großes erwarten?" Die Hoffnung von Ollivander war nicht zu überhören, aber es war auch großer Zweifel zu erkennen.

Dumbledore wusste genau, auf was sein alter Freund hinaus wollte. Dieser Zauberstab war etwas Besonderes und nicht zu wissen, wo er war und in welchen Händen er sich befand, war eine sehr quälende Frage.

Ja, Dumbledore war sich sehr sicher, dass etwas Großes zu erwarten war. Nur musste es nichts Gutes sein. Die Ungewissheit machte ihm Angst.

Noch am Morgen hatte er, wie viele andere Zauberer und Hexen auch, die Nachricht bekommen, dass über 20 Muggel bei einer nächtlichen Explosion sterben mussten. Alle waren sich darüber einig, dass dies die Tat von Todessern sein musste, denn das Dunkle Mal war nicht zu übersehen gewesen. Es war kein zufälliger Anschlag gegen Muggel gewesen, sondern gegen einen einflussreichen Auroren und deren Familie, dessen Wohnhaus unmittelbar am Unfallort lag. Das Haus war wie die Nachbarhäuser auch, total zerstört, aber die Familie war nicht zu Hause gewesen und somit dem sicheren Tot entkommen. Ein kleines Wunder, dass eine Seltenheit war.

Die älteste Tochter der Familie ging hier nach Hogwarts ins zweite Schuljahr und Dumbledore war froh, heute mal keine schlechte Nachricht an einen Schüler überbringen zu müssen. Das Leben war schwierig und die Kinder im Schloss festzuhalten, nicht leicht. Dumbledore wusste, dass es genauso schwierig werden würde, die Ländereien die Tage vor Weihnachten frei von Schülern zu halten. Es hatte zwar nichts mit Todessern zu tun, aber etwa alle 9-15 Jahre traten hier starke Erdbeben auf und es waren 11 Jahre vergangen seit dem letzen mal, also bestand wieder einmal allgemeingültiges Ausgehverbot. Warum mussten auch alle Probleme auf einmal kommen?

Auch im Januar würde es wieder ein Woche des Hausarrestes für die Schüler geben. Ein Schwarm Herkrütusraben würde über diese Gegend fliegen. Diese aggressiven Vögel waren nicht ganz ungefährlich und hatten schon dem einen oder anderen Zauberer ein Auge ausgestochen oder tiefe Kratzwunden zugefügt. Es war bei weitem keine leichte Zeit und wie Dumbledore diese ganzen Verordnungen den Kindern beibringen sollte, wusste er auch noch nicht. Hogsmead war jetzt schon tabu und es würde auch keine Chance auf eine Änderung dieses Verbotes geben. Nicht nach den aktuellen Geschehnissen vom Wochenende. Man durfte sich nicht auf Wunder verlassen, besonders nicht, wenn sie in Gestalt eines undurchsichtigen Slytherins verübt wurden.

Dumbledore versuchte sich jetzt erstmal wieder auf ihr aktuelles Problem zu konzentrieren. Adrian Jericle gehörte nicht dazu, jedenfalls nicht augenscheinlich.

„Wann genau hast Du das Fehlen bemerkt, Stephanos?" Dumbledore versuchte nun systematisch an die Rekonstruktion des Diebstahls heranzugehen.

Ollivander schreckte aus seinen Gedanken auf und rührte etwas Zucker in seinen Tee hinein. Langsam trank er einen Schluck und überlegte genau, was er sagen wollte.

„Vor genau zwei Tagen, Albus."

Dumbledore nickte leicht. „Wann hast Du ihn das letzte Mal gesehen, Stephanos?" fragte er weiter um die Zeitspanne des Verschwindens eingrenzen zu können. Auch er nahm einen Schluck vom Tee. Bewusst blieb er ruhig, denn mit Hektik oder gar Panik würden sie zu nichts gescheiten kommen. Es würde nichts bringen.

Dies war kein Problem, welches durch schnelle und übereilte Entscheidungen zu lösen war. Ruhe und Konzentration hätten hier mehr Chancen für eine sinnvolle Lösung.

„Ich habe mir darüber schon den Kopf zerbrochen und ich muss zu meiner Schande sagen, dass ich es nicht genau sagen kann. Es war nach seiner Fertigstellung gewesen. Ich weiß noch, wie ich ihn sorgfältig in seine Schachtel getan habe. Dies habe ich in der Werkstatt getan und danach legte ich ihn zu den anderen frischen Stäben. Es muss so Anfang August gewesen sein." Ollivander seufzte und umklammerte die Porzellantasse mit seinen klammen Händen. „Albus, glaubst Du, dass Du-weißt-schon-wer ihn hat?"

„Nein, Stephanos, ich kann mir nicht vorstellen, dass Voldemort von dem Zauberstab weiß. Und selbst wenn, warum sollte er ihn stehlen?"

Dumbledore war aufgestanden und zum schmalen Fester gegangen. Er blickte konzentriert auf die Ländereien von Hogwarts, die unter einer unschuldigen Schneeschicht versteckt dalagen. Noch immer fielen die weißen Kristalle vom Himmel herab und gaben dem Bild eine Sanftheit und Unschuld. Es war ein Bild des Friedens, aber Dumbledore wusste sehr gut, wie illusionär dieser Gedanke war. Dort draußen tobte ein Krieg und er würde alles in seiner Macht stehende tun, um diesen Krieg endlich zu beenden. Eine weiße Taube flog am Fenster vorbei, aber Dumbledore sah sie nicht.

Er seufzte schwer. Besonders um die vielen Kinder tat es ihm leid. Sie waren am Ende die Leidtragenden. Der Krieg wurde auf ihren Schultern ausgeübt. Sie waren die, die alles verlieren würden oder eine Zukunft gewinnen. Wie würde die Zukunft aber aussehen?

„Wenn er ihn hätte, dann hätte er es uns wissen lassen… oder Dich getötet. Voldemort hätte seine Tat nicht verheimlicht und bestimmt auch nicht ohne eine große Schlacht in der Winkelgasse verübt. Er ist kein Mann der Unscheinbarkeit und Unauffälligkeit!"

Wieder entstand eine bedrückende Pause des Schweigens.

„Wie viele ‚geheime' Käufe hattest Du seit Anfang August? Gab es irgendwelche Besonderheiten an die Du Dich erinnern kannst?" fragte Dumbledore weiter, um möglichst viele Informationen zu erhalten. Ollivander zuckte mit den Schultern und stellte seine leere Tasse zurück auf das Tischchen.

„Im Sommer haben wie immer viele Eltern Zauberstäbe für ihre Kinder gekauft, weil sie nach Hogwarts oder Durmstrang kommen. Natürlich waren da auch einige uns bekannte oder verdächtige Todesser dabei, aber an die meisten Einkäufe kann ich mich erinnern. Wenige Zauberer und Hexen kennen die individuelle Magie und Wirkungsweise von Zauberstäben. Was sollte also daran so schlimm sein, wenn ich mich an die Zauberstäbe erinnern kann?! Sie wissen nicht, dass es wertvolles Wissen ist. Wissen über die Stärken und Schwächen der Menschen."

Er seufzte schwer und blickte zu Dumbledore hinüber, der noch immer seinen Blick nach draußen gerichtet hatte. Nun wandte sich der alte Schulleiter aber von dem Ausblick ab und blickte zu Fawks. Der Vogel saß ungerührt auf seiner Stange und hatte den Kopf im Gefieder versteckt. Er schlief seelenruhig, während in den beiden Männern weiterhin die Verzweiflung und Ratlosigkeit wütete. Dumbledore wurde aus dem Vogel nicht mehr schlau, seit dem Sommer konnte er nicht mehr begreifen, was in seinem Haustier vorging. Es schien als ob der Vogel der Meinung ist, dass es keinen Grund für Sorge gab. Aber Dumbledore konnte diesem Gedanken nicht viel Vertrauen schenken. Nicht nach den kürzlichen Ereignissen in Hogsmead. Nicht seit den ständigen Nachrichten über Tot und Verderben. Nicht seit dem Wissen, dass seine Schüler in den Krieg involviert sind. Sich selbst eingemischt haben.

Aus dem Kamin stoben Funken, als ein Holzscheit zerbrach. Dumbledore hatte nie damit gerechnet, dass dieser Zauberstab so schnell einen passenden Besitzer finden würde. Er hatte damit gerechnet, dass es Jahre oder gar Jahrzehnte dauern würde. Nicht Tage…

„Du hattest mal erzählt, dass Zauberstäbe nach ihrer Fertigstellung eine Reifezeit beanspruchen, um dann ihre volle Macht entfalten zu können."

„Oh ja", sagte Ollivander, als ob er daran schon die ganze Zeit gedacht hatte. „Erst nach etwa ein bis zwei Jahren hat sich die Magie des Kerns mit dem Holz wirklich verbunden und kann so die magische Strömung des Zauberers lenken."

Dumbledore blickte ihn ruhig an und Ollivander sprach weiter: „Ein frischer Zauberstab ist zu… zu unruhig und kann einfach … keine … Bindung zum Zauberer aufbauen. Er ist sehr schwer zu lenken. Die Bindung zwischen Stab und Zauberer oder Hexe ist sehr kläglich und es kommt schnell zu Unfällen oder anderen Störungen."

„Wie kann dann so ein frischer Zauberstab so schnell einen geeigneten Käufer finden?"

Dies war eine sehr gute Frage und Dumbledore konnte sich einfach nicht vorstellen, dass so ein Zauberstab einfach nur so aus dem Rahmen der Gesetzmäßigkeiten fiel.

„Ich weiß es nicht, Albus. Ich weiß es wirklich nicht." Ollivander schloss müde die Augen. „Hast Du nicht zufällig einen Erstklässler, der nur sehr unkoordiniert sein magisches Potenzial einsetzen kann?"

Dumbledore schüttelte leicht seinen Kopf. „Nichts auffälliges, Stephanos. Rein gar nichts Auffälliges. Die Erstklässler sind alle so naiv und ungelenkt wie eh und je. Aber ich kann nicht glauben, dass der Zauberstab an einen Erstklässler verkauft wurde. Dafür braucht es etwas Besonderes und Einzigartiges. Dieser Zauberstab ist nicht gewöhnlich und ich werde das Gefühl nicht los, dass der neue Besitzer sich darüber genau im Klaren ist. Die Frage ist nur: Woher?! Woher Stephanos? Außer uns beiden weiß niemand darüber Bescheid."

Dumbledore hatte die Hände hinter dem Rücken verschränkt und grübelte nach. Wie sollte es bloß weitergehen. So viele Schüler würden über Weihnachten in Hogwarts bleiben, weil es hier am Sichersten für sie war. Sicherheit ging vor Familienglück.

Und nun war ein so bedeutender und mächtiger Gegenstand einfach verschwunden. Für Dumbledore war es als wenn das Schwert von Godric Gryffindor sich einfach nicht mehr in der Glasvitrine hinter seinem Schreibtisch befinden würde. Der Zauberstab war etwas Besonderes und daher in falschen Händen etwas sehr gefährliches.

„Wir könnten alle Zauberstäbe der Schüler überprüfen!", schlug Ollivander hoffnungsvoll vor, aber Dumbledore schüttelte nur wieder den Kopf.

„Das würde nicht funktionieren. Außerdem fehlt uns dazu jegliche Berechtigung und was willst Du dem Ministerium erzählen, wenn sie sich erkundigen, warum wir so eine Aktion durchführen wollen?! Und wenn meine Vermutung stimmt, dann würden wir auch bei allzu genauer Suche, nichts finden. Der betreffende Zauberstab würde nicht auftauchen, selbst wenn er im Besitz eines Schülers wäre. Uns sind die Hände gebunden. Solange Du Deine Erinnerung nicht wieder hast, haben wir keine Spur, die verfolgt werden könnte."

Auch Ollivander seufzte jetzt und lehnte sich zurück, die Teetasse schon wieder in seinen Händen.

Ja, sie würden wohl warten müssen, bis sich der Zauber verflüchtigt. Das war das große Geheimnis von Ollivander und nur sehr wenige Menschen wussten davon. Wer würde auch auf die Idee kommen, dass fast alle Zauber (Ausnahme ist z.B. der Todesfluch), die in dem kleinen Laden in der Winkelgasse ausgesprochen wurden, nach einiger Zeit ihre Wirkung verloren. Der Zeitpunkt war immer sehr unterschiedlich und von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Es war ihre einzige Chance zu warten, bis auch dieser Vergessenszauber seine Wirkung verlor und sie so an die Wahrheit kommen. Sie würden warten und die Augen weiterhin offen halten.

Etwas Bedeutendes lag in der Luft. Etwas Schweres und Spektakuläres. Nur was würde es bringen? Sieg oder Niederlage? Hoffnung oder Trauer? Krieg oder Frieden?

In völliger Stille und in Gedanken vertieft tranken sie ihren Tee. Die Probleme mit ‚Adrian Jericle' ließ Dumbledore in diesem Moment nicht an sich heran. Auch wenn Kemir Sandor dem Jungen keine zwei Meter weit traute, hatte er doch bisher nichts Falsches gemacht. Aber bisher hatte Kemir immer ein untrügerisches Gespür für Lüge und Wahrheit gehabt, daher konnte Dumbledore diesem merkwürdigen Jungen nicht vertrauen, auch wenn er viele Leben am letzten Samstag gerettet hatte.

Fawks war erwacht und zwitscherte ein paar Töne des Amüsements. Dumbledore wusste nicht, wem er mehr vertrauen sollte. Seinem Phönix, den Lehrern oder seinem eigenem Gefühl. Vielleicht spielte ‚Jericle' hier ein ganz falsches Spiel, dann würde Dumbledore gewappnet sein. Er wollte nicht für die Niederlage verantwortlich sein.

oooooooooo

TBC.

Dumbledore vertraut Harry nicht. Eine ganz neue Situation für den Jungen, oder? Wäre es nicht vielleicht doch besser, wenn Harry Dumbledore reinen Wein einschenken würde? Würde der alte Schulleiter ihm glauben? Und wenn, würde er Harry freie Hand lassen? Ich glaube eigentlich nicht… aber wir werden sehen, oder?