Titel: Ein Leben wie die Zukunft

Autor: Momixis

Zeit: spielt nach „Halbblutprinz"

Kapitel: 8/9

Teil: 5/9

Paare: Es kommen viele der typischen Paare vor, aber Hauptpersonen werden Harry und Draco sein… (später auch als Paar)

Warnungen: Slash, Charadeath, lange Geschichte, unterschiedlich lange Kapitel….

Inhalt: Harry und Draco sind durch die Zeit gereist und nun haben sie die Chance etwas zu verändern. Harry will diese Möglichkeit nutzen ohne die Menschen, die ihm wichtig sind in Gefahr zu bringen. Wird er es schaffen? Wird er alleine den Weg gehen können? Welche Rolle wird Draco zu Teil? Und halten die Rumtreiber und die anderen Schüler von Harry? Was denkt Dumbledore?

MIR GEHÖRT NICHTS UND ICH VERDIENE DAMIT AUCH KEIN GELD!


Danke an die Reviewer!!

So sehr mich Eure Reviews auch begeistert haben und ich Euch allen total dankbar bin, so sehr bin ich gerade gefrustet, da mein Auto in der Werkstatt ist und ich im Moment noch nicht weiß, wie teuer es wird und wie ich meine Arbeit ohne Auto schaffen soll... daher gehe ich jetzt nicht auf jeden einzelnen ein, auch wenn es vermutlich meine Stimmung bessern würde... ich nehme mir aber vor, es im nächsten Kap wieder nachzuholen... ich bin Euch jedenfalls allen SEHR dankbar...

o-- für alle Schokolade hinstell... als Trostpflaster... laut Lupin soll es ja fast immer helfen

knuddel Eure Momixis


Teil V

Nervenaufreibende Umbrüche

Kapitel 8

Tickende Erschöpfung

„SIRIUS!"

„SNAPE!"

„MR. JERICLE, MR. MOSNAY!"

„ADRIAN"

„MR. BLACK!"

„SIRIUS!"

Laute Rufe von sieben verschiedenen Personen hallten durch den dunklen Wald, blieben aber stets unbeantwortet. Vier Erwachsene und drei Schüler stapften durch das dichte Unterholz. Ein kleiner Spatz flog über ihren Köpfen. Aufgeregt zwitschernd und alles andere als flugsicher (Immer wieder vergaß Lily, dass sie die ganze Zeit ihre Flügel schlagen musste, was bei der Kälte ganz schön anstrengend war.)

„Sind Sie sicher, dass es sich nicht um einen makaberen Scherz handelt, Mr. Potter?!" fragte eine zweifelnde McGonagall barsch. Sie humpelte noch leicht, aber das war neben der Erinnerung alles, was ihr vom Hogsmeadwochenende geblieben war. Auch das würde vergehen.

„Sicher nicht, Professor!" antwortete James zum wiederholten Male auf diese Frage.

„Wenn es ein Scherz hätte werden sollen, dann wäre Sirius bestimmt nicht dabei", fügte Remus als Erklärung hinzu. Er blickte nach rechts, wo ein zerknirschter Slytherin lief. Sanuel hatte nichts gesagt, aber Remus wusste, dass der Japaner sich die Mitschuld am Verschwinden von Adrian gab und damit auch an dem Nichtwiederauftauchen der anderen drei Schüler. Warum das so war, dass wusste Remus dann doch nicht so genau.

Remus wollte Sanuel tröstend die Hand auf die Schulter legen, aber dieser schüttelte nur leicht den Kopf. Die Augen wanderten unaufhörlich durch die Dunkelheit, immer auf der Suche nach irgendwelchen Hinweisen. Wieder stiegen sie über abgebrochene Zweige und umgefallene Bäume.

Mit jedem Schritt wurde die Angst und Sorge größer. Der Schneefall hatte zugenommen und bedeckte nun vermutlich langsam alle Spuren der Schüler. Niemand sagte es, aber die Befürchtung, dass die vier Schüler schwer verletzt hier irgendwo lagen und kurz vorm erfrieren waren, gab ihnen allen neue Energie, jagte aber auch den Angstschweiß in ihre Gesichter. Die kalten Windböen wehten ihnen die Schneeflocken in die Augen und nagten unaufhörlich an ihrer Hoffnung, die Vermissten unbeschadet finden zu können.

„Hier ist Blut!" rief Milerudis. Ihre Stimme hallte durch den Wald und einen Moment hielten alle ihren Atem an. Albus Dumbledore eilte zu der Verteidigungslehrerin und er analysierte das Blut. Es war eindeutig menschlich. Es war nicht sehr viel, aber es deutete trotzdem auf eine ernste Verletzung hin.

„Wir müss'n se se'r bald find'n!" sagte Hagrid und brach einen Zweig ab, damit sie weiter gehen konnten.

„Hagrid, was ist hier bloß geschehen?" fragte McGonagall entsetzt, als sie über einen weiteren meterdicken umgekippten Baum kletterte. „Das Beben, Professor. Es hat ne g'ringe Reichweite, aber ist kräftig und sorgt für se'r starke Schäden. Hab' aber och schon viel schlimm'res ges'n."

Niemand wagte nachzufragen, was denn noch alles passieren könnte. Sie stiegen über abgebrochene Zweige und kleineres Geröll. „Wenn wir se nich' bald find'n, dann wird'n se erfro'ren sein", brummte Hagrid, als er einen dicken Ast aus den Weg schaffte und dabei eine kleine Schneewolke auf ihn hinab fiel.

„Sie haben doch ihre Zauberstäbe!" warf Milerudis zuversichtlich ein. Sie spürte die Gefahr des Waldes. Als Teilveela spürte man so etwas, aber sie wollte nicht, dass die Hoffnung unterging. Auch Dumbledore spürte die Gefahr und konnte sie doch nicht begreifen. Die vier vermissten Jungen waren weder dumm, noch ungeschickt. Es waren keine unbegabten Erstklässler mehr. Sie würden sich zu helfen wissen.

„Oh!"

Hagrid war stehen geblieben und blickte erschrocken auf den Boden hinab.

„Oh!" mehr sagte er auch jetzt nicht.

„Was ist Hagrid?" fragte Dumbledore, als er geschickt und fast elegant durch die dichte Krone einer Kastanie kletterte. Als der Schulleiter neben Hagrid stehen blieb, hob er fragend seine Augenbraue und blickte Hagrid interessiert an.

„Was ist das?" rief Remus erschrocken. Er stand nur einen Meter entfernt. Eigentlich hatte er gedacht, alle größeren Tiere dieses Waldes zu kennen, aber er hatte sich offenbar geirrt. Diesem Wesen war er noch nie begegnet und er war im Grunde sehr dankbar dafür.

„Es handelt sich hierbei um eine Acromantula. Es ist ein Jungtier. Und die kommen ursprünglich aus Rumänien, haben sich aber von dort in viele dichte Wälder verteilt. Ich wusste gar nicht, dass sie sich in diesem Wald angesiedelt hatten", sagte Dumbledore mit nachdenklicher Mine.

„Hagrid!" rief McGonagall entsetzt, als sie den zerknirschten Ausdruck auf dessen Gesicht erblickte. Auch die Tränen in den Augenwinkeln blieben ihr nicht verborgen.

„Ich denke, wir sollten erst einmal weiter suchen, bevor wir uns diesem Thema widmen. Komm Hagrid. Jetzt wissen wir wenigstens, dass unsere Vermissten wirklich einer wahren Bedrohung ausgesetzt waren oder sogar noch sind", sagte der Schulleiter und so schluckte auch Hagrid seine Trauer herunter und sie machten sich wieder auf den Weg.

Sie suchten weiter. Sie fanden noch mehr Spinnen, einige waren tot, andere nur geschockt. Das einzige Gute an den Riesenspinnen war, dass sie so, genau wussten, auf dem richtigen Weg zu sein und das wirklich etwas passiert war. Die Jungen hatten sich nicht nur im Wald verlaufen. Sie schwebten in Lebensgefahr.

Lily zwitscherte wie verrückt. Die klagenden Laute waren deutlicher als jedes gesprochene Wort. James fing Lily sanft ein und setzte sie in seine Kapuze, damit sie sich aufwärmen konnte. „Wir werden sie finden und ihnen wird es gut gehen. Du weißt doch selbst, wie gut Adrian kämpfen kann und Sirius lässt sich auch nicht einfach unterkriegen. Zusammen werden sie es schon schaffen!" James hörte sich nicht so zuversichtlich an, wie er es gerne gehabt hätte. Lily kommentierte es nur mit einem tieftraurigen Ton des Schmerzes.

Remus lächelte leicht. Er wusste von den Gefühlen, die James für das rothaarige Mädchen hegte, vielleicht würden die beiden Gryffindors durch diese Katastrophe zueinander finden. Trotz des einen oder anderen gemeinsamen Dates hatte sich noch nichts Stabiles entwickelt, James verpatzte es immer wieder. Warum mussten nur so entsetzliche Dinge geschehen, bevor man zu schätzen lernte, was man hat. Dass es den vier Jungen nicht gut gehen konnte, wusste Remus. Es lag in der Luft. Er spürte es. Den Schmerz und die Angst und die Verzweiflung. Die Jungen kämpften um ihr Leben.

Er spürte die Gefahr und konnte es doch nicht benennen. Er fürchtete um das Leben seines Freundes und das der Slytherins. Was war ihnen nur passiert?

Remus blickte zu Sanuel, der sichtlich besorgt durch das Dickicht lief. „ADRIAN!" rief der junge Slytherin und der Schmerz war daraus zu hören. Remus begriff, dass Adrian ein SEHR guter Freund UND ein Vorbild, eine Alternative und eine Perspektive war. Ein Junge der den Slytherins zeigte, was Stolz ist, ihnen zeigte, dass auch Slytherin eine Wahl hatte. Keine Wahl zwischen Todesser und Flucht, sondern jede Entscheidung wurde möglich. Adrian zeigte es jeden Tag wieder und irgendwann würde diese Nachricht bei allen Schülern ankommen.

Remus zuckte zusammen. Ein leises Ticken, wie von einer kleinen Uhr, war an sein Ohr gedrungen. Er wusste nicht, woher mitten im Wald eine Uhr herkommen sollte, aber wenn bei der Suche nach Adrian etwas Seltsames auftauchte, musste es mit diesem Jungen im Zusammenhang stehen. Remus lief los. Er achtete nicht auf die Lehrer und die anderen. Er folgte dem Geräusch. Er folgte seinem Instinkt. Er musste durch dicke Büsche und über umgefallene Bäume. Ohne dieses Ticken im Ohr wäre er hier nicht langgegangen. Umso weiter er ging, umso deutlicher wurde das Geräusch. Remus wusste, dass er auf dem richtigen Weg war.

Es war ein unheimliches Geräusch, denn es gehörte hier nicht her. Es bedeutete Gefahr. Die Zeit lief ab. Remus beschleunigte seine Schritte. Er reagierte nicht auf die Stimmen der Lehrer, die seine Namen riefen.

Die Angst schürte ihm die Kehle zu. Die Bäume, Büsche und die herumliegenden Zweige machten das Vorankommen schwierig. Oft strauchelte er, lief aber unbeirrt weiter, kämpfte sich durch widerspenstige Zweige, ignorierte die Kälte und die Dornen. Er lief so schnell er konnte mit der Gewissheit, dass wenn er zu spät kam, dass dann Adrian oder ein anderer Junge verloren war.

Remus stolperte und fiel unsanft zu Boden. Sofort rappelte er sich wieder auf und wollt weiterlaufen, als er bemerkte, dass das Ticken näher war, auch wenn es nicht lauter wurde.

„SIRIUS? ADRIAN? MOSNAY? SNAPE?" rief er panisch in die Stille und Dunkelheit hinein. Aber keine Antwort kam zu hm zurück, nur ein dumpfer Hall war zu vernehmen. „Lumos", flüsterte Remus leise und er erschauderte. Keine zwei Meter vor ihm war einfach kein Boden mehr da. Langsam und sehr vorsichtig rutschte er an die Kante heran. Mit vor Furch großen Augen blickte er in die Finsternis, aus der deutlich das unbeirrte Ticken kam.

„Sirius? Adrian?", rief er ängstlich. Er konnte nicht viel sehen, wusste aber, dass die vermissten Schüler da unten waren. Er wusste es einfach.

Remus schrak zusammen, als ein „Periculum!" hinter ihm in die Luft geschickt wurde. James stand mit blassen Gesicht dort, aber vom Laufen waren die Wangen gerötet. Lily saß in seiner Kapuze und fiepte kläglich.

Langsam senkte James seinen Zauberstab. Die Gryffindors wussten, dass die Lehrer bald hier eintreffen würden, aber vielleicht war es dann schon zu spät? Vielleicht war es jetzt schon zu spät.

Auch wenn Lily zurzeit ein Vogel war, konnte sie nicht helfen. Als Spatz sah sie in der undurchdringlichen Dunkelheit noch weniger als ein Mensch. Remus sah James hilflos an.

„Ich frag mich echt, warum ich fast mehr Angst um Adrians Leben habe, als um das von Sirius", sagte James zerknirscht. Remus zuckte zurück. Er machte sich um beide Jungen große Sorgen und selbst das verwunderte ihn schon sehr, aber James Standpunkt war so anders und untypisch. Irgendetwas stimmte hier nicht. Ganz und gar nicht.

James nahm einen Zweig in die linke Hand und seufzte, dann ließ er den Ast in Flammen aufgehen. Mit einem leichten Schwung warf er ihn in die Tiefen des Abgrundes. Es war ein magisches Feuer und erlosch daher nicht. Remus rief ein „Wingardium Leviosa" und der Zweig schwebte in der Dunkelheit.

Die flackernden Flammen brachten nur wenig Licht und so sahen die Jungen nicht sehr viel. Aber sie konnten erkennen, dass überall Steine und abgebrochene Bäume lagen. Ein Baum hielt einen schmalen Felsvorsprung vor dem sicheren Absturz. Wirklich stabil sah es nicht aus und keinen Augenblick später fiel ein Stein von der Wand hinab und brachte die Platte zum Schwingen. Steinplatte und Baum lockerten sich aus ihrer Verkeilung und krachten in die Tiefe. Ein dumpfer Knall zeugte davon, dass die Steinplatte am Boden zerbarst. Remus und James waren bei dem lauten Geräusch zusammen gezuckt, aber auch weiterhin reagierten die Vermissten nicht auf ihre Rufe.

Remus ließ den brennenden Zweig weiter hinunter schweben. Der Lichtkegel war relativ klein und nur die dünne reflektierende Schneeschicht verbreitete das notwendige Licht. Viel konnte man immer noch nicht erkennen, bis plötzlich Remus die Luft anhielt. Etwas Rotes war im schwachen Licht aufgeflackert. Auch James atmete stoßweise, während Remus den Zweig näher schweben ließ…

Das Licht enthüllte unter einer dünnen Schneeschicht vier Gestalten, die eng zusammengerückt saßen. Sie rührten sich nicht.

„Oh, Gott!" stöhnte Remus und schlug die freie Hand vor den Mund.

Noch immer hörte er das Ticken… noch immer bedeutete es Gefahr… Es machte ihm Angst. Die vier Gestalten wirkten so leblos und verlassen…

„Wir haben sie gefunden!", hauchte James. „Wir haben sie tatsächlich gefunden!"

Zum Glück erschienen jetzt die Lehrer. Vorneweg liefen Hagrid und Dumbledore.

Erst waren auch die Lehrer erschrocken und dann endlich begannen sie die Schüler zu bergen. Es dauerte fast zwei Stunden, bis die Schüler in der Obhut von Madam Pomfrey versorgt wurden. Alle vier lebten noch… aber die gesundheitlichen Folgen waren unbekannt.

ooooooooooooo

Als alle zurück im Schloss waren, verwandelte Dumbledore Lily zurück. Es war nicht einfach, einen Zauber einer anderen Person aufzuheben und Adrians Zauber war korrekt, fehlerfrei und mächtig gewesen. Der seltsame Junge schwebte jetzt allerdings in akuter Lebensgefahr und sie konnten nicht darauf warten, dass er den Fluch selbst zurück nahm.

Selten war die Medihexe so aufgelöst und panisch um das Leben eines ihrer Schüler besorgt gewesen. Die Anderen hatten schwere Verletzungen und litten an einer starken Unterkühlung. Bleibende Schäden waren nicht ausgeschlossen. Sie waren allerdings so gut wie über den Berg, auch wenn sie noch nicht aus dem Koma erwacht waren. Die gebrochenen Knochen waren schnell geheilt, aber die physische Kognition war noch immer sehr fraglich und Madam Pomfrey umsorgte ihre Schützlinge bestmöglich.

Morgen war Heiligabend und keiner der vier Schüler würden dieses Jahr Weihnachten zu Hause feiern können. Seit einem ganzen Tag lagen sie regungslos in ihren Betten und ein spezieller Zauber überwachte ihren Zustand. Ihre Gesichter waren fast so weiß wie die Bettwäsche, aber sie lebten!

Dumbledore hatte von Lily Evans mittlerweile die ganze Geschichte erfahren, jedenfalls den abendlichen Teil. Die schulischen Ereignisse aus dem Muggelkunde-Unterricht hatte eine erschöpfte und besorgte Gryzabel ihm widerstrebend gebeichtet.

Der junge Slytherin verwunderte ihn doch immer wieder. Er hatte ganz offensichtlich eine Stellung gegen Voldemort eingenommen, aber warum? Welches Ziel verfolgte er und warum war er geflüchtet? Wie hatte Adrian die Zeit zwischen dem Unterricht und dem Aufeinandertreffen im Wald verbracht? Wo war er in dieser Zwischenzeit gewesen? Woher kamen die vielen Verletzungen? Dumbledore kannte die Antworten nicht. Er hatte es aufgegeben externe Informationen über ‚Mosnay' und ‚Jericle' erhalten zu wollen. Niemand kannte diese Jungen.

Entweder hatten sie eine sehr versteckte Existenz oder ihr Leben war eine Lüge. Wenn es eine Lüge war, was war dann die Wahrheit? Woher kamen diese Jungen? Was wollten sie in Hogwarts? Wie war ihr Verhältnis zueinander? Es hatte sich laut Lily Evans verändert. Warum sonst hätte ‚Dorian Mosnay' auf die Suche nach ‚Adrian Jericle' gehen sollen? Sonst hätte der Blonde den Schwarzhaarigen nicht so fürsorglich umarmt. Sonst hätte der Slytherin seinen Cousin nicht krampfhaft vor dem sicheren Tod bewahrt. Sonst hätte das alles ganz anders ausgesehen.

Dumbledore war verwirrt. Was war zwischen den Jungen, dass ‚Dorian' seine Meinung so plötzlich änderte und auch seinen Freunden, die aus bekannten Todesserhaushalten kamen, den Rücken zukehrte, nur um ‚Adrian Jericle' folgen zu können.

Der Schulleiter war gerade von Madam Pomfrey über den aktuellen Stand der gesundheitlichen Fortschritte aufgeklärt worden. Noch nie hatte ein magisches Erdebeben solche schlimmen Konsequenzen hier im verbotenen Wald mit sich getragen. Vor etwa 55 Jahren war ein unvorsichtiger Dorfbewohner von einem herabfallenden Ast erschlagen worden. Vielen Dorfbewohnern und Beamten war bewusst, dass dies das Resultat aus Pech und Unvorsicht war. Ein Unfall halt, der allerdings dafür sorgte, dass für Schüler eine allgemeine Ausgangssperre verhängt wurde. Zur Sicherheit immer dann, wenn es wahrscheinlich wurde, dass das Beben in der Nähe war. Auch dieses Jahr war es wieder so, aber trotzdem waren Schüler aus dem Schloss gekommen. Dumbledore wusste nicht, wer das Eingangsportal offen gelassen hatte. Es gab keinen Lehrer, der sich erinnerte das Tor geöffnet zu haben und dadurch den Versiegelungszauber neutralisiert hatte. Aber sonst hätte kein Schüler die Möglichkeit gehabt das Schloss zu verlassen, auch kein ‚Adrian Jericle'!

oooooooooo

Das Erste, was Draco wahrnahm, war pure Erschöpfung. Er fühlte sich total ausgelaugt und gelähmt. Undeutlich nahm er wahr, dass ihm ein Trank verabreicht wurde. Das flüssige Zeug hatte einen bitteren Geschmack und rein instinktiv schluckte er das milchige Gebräu. Aber selbst für eine ablehnende Regung war Draco zu erschöpft. Seine Augen blieben zu und ziemlich schnell nahm der Schlaf ihn wieder mit in eine Welt ohne Grenzen und Regeln. Nur hier konnte er wirklich frei sein.

Als Draco das nächste Mal erwachte, hörte er Stimmen und ihm war kalt. Er fragte sich, warum niemand sich über die winterlichen Temperaturen beschwerte. Mühsam versuchte Draco seine Decke höher zu ziehen, aber er konnte seine Arme kaum bewegen. Frustriert stöhnte er auf. Die Stimmen kamen nun näher, aber Draco konnte nicht verstehen, was sie sagten.

Alles kam wie durch eine dicke Nebelwand zu ihm und vorsichtig versuchte er seine Augen zu öffnen. Es gelang ihm, auch wenn die Sicht genauso verschwommen war, wie die akustische Wahrnehmung.

Er sah drei Gestalten neben seinem Bett stehen. Offensichtlich sprachen sie mit ihm, denn ihre Münder bewegten sich unregelmäßig. Draco blinzelte und zog wieder an seiner Bettdecke. Irgendjemand der Personen schien Erbarmen mit ihm zu haben und wickelte ihn fest in die warme Decke ein. Er seufzte wollig auf, als ein Zauber nun wirklich für die nötige Wärme sorgte. Er schloss kurz die Augen und versuchte die gesprochenen Worte zu verstehen. Einzelne Worte und Satzfetzen drangen zu seinem Gehirn durch: „Mosnay…Sie schaffen… tot… Freunde…. Sorgen… große Gefahr…"

Draco runzelte erschöpft seine Stirn. Die Worte ergaben einfach keinen wirklichen Sinn. Er öffnete den Mund, um ihnen zu sagen, dass sie deutlicher reden sollten, aber nur ein undeutliches Gebrabbel verließ seine Lippen. Er beschloss, dass es keinen Zweck hatte und schloss den Mund wieder. Sehr bald wurde er ihm leicht geöffnet, als die Öffnung einer Phiole sich zwischen seine Lippen schob und wieder diese bittere milchige Substanz in seinen Mundraum floss. Draco zwang sich zu schlucken und die kühle Flüssigkeit floss seine Speiseröhre entlang. Er konnte richtig spüren, wie der Schlaftrank ihn einhüllte und ihn wieder in die andere Welt zog. Er hatte keine Chance sich dagegen zu wehren und nach Harry zu fragen. Was sollte er mit den Wortfetzen anfangen? War jemand tot? Waren Harrys Verletzungen so schwer, dass er es nicht überlebt hatte?

oooooooooo

Madam Pomfrey blickte besorgt auf den blonden Jungen hinab, dessen Gesichtszüge sich statt zu entspannen in einen besorgten Ausdruck verwandelten. Sie seufzte und strich die vom Fieber verschwitzten Haarsträhnen aus dem Gesicht.

Dass ‚Dorian Mosnay' als erster erwachte, erstaunte sie kaum. Er hatte bei weitem die geringsten Verletzungen erlitten.

Schnell kontrollierte sie ihre anderen Sorgenkinder. Einige Verletzungen heilten gut und schnell, andere bereiteten große Probleme. Vermutlich würde ‚Jericle' nicht ohne einen bleibenden Schaden aus diesem Abenteuer herauskommen, wenn er denn überlebte.

Sie seufzte. Der arme Junge. Trotz der Lügen und den Geheimnissen wünschte sie ihm alles Gute und sie war nur milde überrascht gewesen, als sie Sanuel Quilg früh am ersten Morgen dabei überrascht hatte, als er seinem Freund zwei Tabletten verabreichen wollte. Sie hatte erst nicht gewusst, wie sie reagieren sollte. Der Slytherin hatte keine Angaben über die Wirkungsweisen machen können, dann fiel es ihr wie Schuppen von den Augen. Es mussten Wirkstoffe sein, die für das Aussehen der Jungen verantwortlich waren, denn schon beim letzten Besuch von ‚Adrian' war ihr aufgefallen, dass sie die Gesichtszüge in der Nacht leicht veränderten. Es waren Tabletten, um die wahre Identität geheim zuhalten.

Als Medihexe und Angestellte von Hogwarts durfte sie dies weder akzeptieren noch tolerieren, aber sie glaubte an die Unschuld dieses Jungen. So nahm sie die fadenscheinige gestammelte Erklärung, dass es sich bei den Tabletten um homöopathische Mittel gegen Migräne handelt, an, lies aber durchblicken, dass auch Mosnay eine ähnliche Behandlung brauchte. Es wurde offensichtlich, dass Sanuel keine Ahnung hatte, was für Tabletten es waren, er wollte nur seinen Freund nicht im Stich lassen. ‚Adrian' hatte alle zwei Tage diese Tabletten genommen und da war Sanuel ganz offensichtlich zu dem Schluss gekommen, dass er diese Medikamente auch weiterhin benötigte. Er stand ihm bei. An ‚Mosnay' hatte er dabei gar nicht gedacht.

Madam Pomfrey sorgte dafür, dass Sanuel ihr die Tabletten aushändigte, auch die von ‚Mosnay'. Nun sorgte sie selbst hinter dem Rücken von Dumbledore für die Verschleierung der wahren Identität. Allein das Wissen über die Tabletten wäre ein Grund sie zu feuern oder nach Askaban zu schicken. Die Medihexe war sich aber ziemlich sicher, dass sie das Richtige tat. Dumbledore hatte mal von ihr erwartet (und erwartet es auch heute noch) in jeder Situation für das Richtige einzustehen.

oooooooooo


So hatten nun Harry und Draco auch Madam Pomfrey auf ihrer Seite. Ungewollt und ein bisschen überraschend, nicht? Wie werden die beiden Jungen miteinander kommunizieren, wenn sie erwachen. Wird Draco sich entschuldigen? Und wird Harry die Entschuldigung annehmen? Wird das Band zwischen Ihnen reißen oder sich nun doch durchsetzten und das Abenteuer gemeinsam weiter angehen?