Titel: Ein Leben wie die Zukunft

Autor: Momixis

Zeit: spielt nach „Halbblutprinz"

Kapitel: 9/9

Teil: 5/9

Paare: Es kommen viele der typischen Paare vor, aber Hauptpersonen werden Harry und Draco sein… (später auch als Paar)

Warnungen: Slash, Charadeath, lange Geschichte, unterschiedlich lange Kapitel….

Inhalt: Harry und Draco sind durch die Zeit gereist und nun haben sie die Chance etwas zu verändern. Harry will diese Möglichkeit nutzen ohne die Menschen, die ihm wichtig sind in Gefahr zu bringen. Wird er es schaffen? Wird er alleine den Weg gehen können? Welche Rolle wird Draco zu Teil? Und halten die Rumtreiber und die anderen Schüler von Harry? Was denkt Dumbledore?

MIR GEHÖRT NICHTS UND ICH VERDIENE DAMIT AUCH KEIN GELD!


So, wie versprochen, nehme ich mir jetzt etwas Zeit und beantworte Eure Reviews!!

Liebste, aller liebsten Zissys, Danke für deine beiden Reviews! Es freut mich, dass du beide Kapitel wunderbar findest. Ich mag die Spannung, die zwischen Harry und Draco, aber auch zwischen Snape und Sirius zu spüren ist...vielleicht hat es ja etwas zu sagen Dich ganz doll knuddel°°

Hallo saphirath! So ein langes Review bekomme ich selten, daher ein großes Danke. Ich bin niemanden böse, wenn er kein Review schreibt... vielleicht etwas enttäuscht, aber umso mehr freue ich mich, wenn man doch eins liest. Die Slyth sind leider nicht so einfach wachzurütteln, wie Draco, wobei das ja auch nciht einfach war... aber was macht Harry jetzt?! Für ihn ist es nicht einfach, nur versucht er es bisher zu verdrängen... aber ist Harry wirklich so stark und kann alle Hindernisse alleine überstehen? Ich denke nicht... warte es einfach mal ab g

Hi Dark oder soll ich dich sweet-chaos-chan nennen? Bin ein wenig verwirrt g Also, dass du unter Schlafstöhrungen leidest überrascht mich... ich will doch nicht an deinem Schlafdefizit Schuld sein... g so es geht schnell weiter und ich würde mich sehr freuen, wieder von dir zu hören g

Hallo Deedochan! Ja, das letzte Kap war etwas kürzer, aber das hatte etwas mit dem Spannungsbogen zu tun... glaube ich! Danke für das Glück... mein Auto sah das wohl etwas anders und liegt mir mit der Rechnung relativ teuer auf der Tasche... wenigstens ist es jetzt wieder dicht Dich ganz soll knuddelt...

Wenn ich Besuch empfangen würde, dann würde ich mich jetzt in die Küche stellen und etwas backen... da ich aber niemanden erwarte, stelle ich Brownies für Euch hin... lecker schokoladig und garantiert kalorienarm, da nur virtuel

Danke an die Reviewer!!


Teil V

Nervenaufreibende Umbrüche

Kapitel 9

Weihnachtlicher Besuch

Es war der zweite Weihnachtsfeiertag, als auch endlich Harry wieder ein Lebenszeichen von sich gab. Es war zwar nur ein leises Stöhnen, aber es war mehr als Madam Pomfrey nach 2 Tagen tiefem unkontrollierten Koma erwartet hatte. Die anderen drei Jungen saßen mehr oder weniger aufrecht in ihren Krankenbetten.

Streitereien wurden sofort im Keim erstickt, aber es ging auch ohne Madam Pomfrey relativ friedlich zu. Alle bangten zu sehr um das Wohl des schwarzhaarigen Slytherins oder beklagten sich über ihre Schmerzen und Verletzungen. Niemand wollte wirklich über Harry sprechen, niemand wollte seinen Sorgen Ausdruck verleihen. Niemand wollte eingestehen, dass er Angst hatte.

„Warum war Jericle im Wald?" fragte Sirius, bekam aber auch jetzt keine Antwort darauf. Seine gebrochenen Rippen waren verheilt, aber seine Atemwege bereiteten Madam Pomfrey noch Sorgen. Die Medihexe war aber voller Zuversicht. Die gleichen Probleme der Bronchien waren auch bei Draco und Severus aufgetreten und vermutlich ist Harrys Körper davon nicht verschont geblieben, aber dies konnte man jetzt noch nicht überprüfen.

Severus hustete krampfhaft. Der Husten tat in der Brust weh. Leider konnte Madam Pomfrey gegen die Lungenentzündung im Moment wenig machen. Antibiotika aus der Muggelwelt waren das einzige, was sie einsetzen konnte. Den Schülern teilte sie natürlich nicht mit, woher die Medikamente kamen.

Es klopfte zwei Mal an der Tür zum Krankenflügel, dann öffnete sie sich vorsichtig. James trat mit einem freundlichen Grinsen ein. Die Medihexe antwortete mit einem Lächeln.

Sie war etwas überrascht, dass James hier war, denn nach ihren Kenntnissen war der Junge über die Weihnachtsfeiertage nach Hauses gefahren um mit seinen Eltern feiern zu können, auch wenn Sirius ihn nicht hatte begleiten können. Dieses Rätsel löste sich aber schnell, denn hinter James kamen zwei Erwachsene ins Zimmer. Madam Pomfrey konnte sie eindeutig als die Eltern von James identifizieren.

„Guten Tag, Mrs. Potter, Guten Tag, Mr. Potter. Gesegnete Weihnachten wünsche ich Ihnen."

„Das gleiche wünschen wir Ihnen, Madam Pomfrey. Wir hoffen, wir kommen nicht ungelegen, aber James hat darauf bestanden, dass wir Sirius zu Weihnachten besuchen", sagte Mr. Potter höflich. James war schon zu dem Bett seines Freundes gegangen und unterhielt sich leise und aufgeregt mit ihm. Er hoffte ganz offensichtlich neue Informationen von dem Abenteuer zu erhalten.

„Wie geht es den anderen Jungen?"

Während James Vater zu den zwei Gryffindors ging, blieb Katrin Potter bei Madam Pomfrey stehen. Sie war medizinische Beraterin im Ministerium, während ihr Mann als leitender Auror tätig war. Sie trug einen dunkelblauen Reiseumhang über ihr weinrotes Kleid. Ihre braunen Haare waren elegant hochgesteckt. Trotz ihrer offenkundigen Mitgliedschaft der höheren Gesellschaft, fehlte in ihren braunen Augen nicht die Herzlichkeit und Liebe einer besorgten und neugierigen Mutter. Madam Pomfrey seufzte nur. Kurz teilte sie den aktuellen Stand der Heilungsprozesse mit, ihr Blick glitt dabei automatisch zum bewusstlosen Slytherin.

Katrin Potter runzelte die Stirn. Zusammen mit Madam Pomfrey trat sie an Harrys Bett. Ihre Hand wanderte ganz routiniert auf die Stirn des Jungen und sie blickte mit großen Augen zu der Medihexe.

„Er glüht."

„Ich weiß, aber im Moment kann es nur helfen. Es zeigt, dass seine Selbsterhaltung noch funktioniert. Er ist ein zäher Junge, aber die alten Verletzungen machen mir schon ein wenig Sorgen."

Katrin blickte sie fragend an.

„Ich rede von den Verletzungen am Rücken, die beim Kampf in Hogsmead entstanden. Ich konnte erst viel später den Heilungsprozess starten. Es waren wirklich schreckliche Verletzungen und ohne die Versiegelung und Stabilisierung von James, hätte Adrian Jericle es nicht überlebt. Aber davon hat James Ihnen bestimmt alles erzählt…"

„Dieser Junge ist ein Slytherin?!" fragte Katrin mit kurzem Blick auf das Emblem von der Patientenakte, die in Madam Pomfreys Händen lag.

„Ja!"

„Ohh", Katrins Gesicht zeigte deutlich, dass sie überrascht war von dieser Information. Ihre Stirn lag in Falten und schließlich schüttelte sie leicht den Kopf. „James hatte, nachdem Albus uns über die Geschehnisse vom 12. Dezember informiert hatte, ein wenig erzählt. Er blieb dabei relativ vage. Er sprach von einem starken Jungen, der ihnen half. Dabei hatte er allerdings verschwiegen, dass es sich um einen Slytherin handelt." Ihre Stimme machte deutlich, dass sie dieser Tatsache nicht ganz Urteilsfrei gegenüber stand.

„Madam Pomfrey, wie geht es Jericle?" James stand in seinem feinen schwarzen Umhang neben den Erwachsenen, die sich bei den Worten etwas überrascht zu ihm umdrehten. Der Junge wich allerdings den Blicken seiner Mutter routiniert aus.

„Sirius sagt, er sei noch immer nicht aufgewacht?!"

Katrin sah ihren Sohn überrascht von der Seite her an. Er wirkte etwas unsicher, aber auch besorgt. Besorgt um einen jungen Slytherin. Sirius hatte die gleiche Sorge in seinen Augen stehen. Was muss sich in den letzten Monaten verändert haben, dass Sirius und James ihre Vorurteile wenigstens zum Teil abgelegt haben? Was war passiert, dass sie Freundschaft mit einem Slytherin schlossen?

„Ich kann Ihnen leider nichts Neues sagen, Mr. Potter. Die Aussage von Mr. Black trifft zu. Wir sind uns nicht sicher, wie schlimm seine Verfassung ist. Die gesundheitlichen Folgen sind im Moment nicht einzuschätzen, weil Mr. Jericle noch nicht ganz von den Folgen des 12. Dezembers genesen war."

James strich sich seufzend seine schwarzen Haare aus den Augen. „Warum eigentlich immer er?"

Das leise: „Eifersüchtig Potter?" von Severus Snape wurde einfach überhört.

„Ich weiß es nicht, Mr. Potter!" sagte Madam Pomfrey und lächelte James aufmunternd an. „Er hat genau wie sie das Talent in verzwickte Situationen hineinzustolpern." Sie nickte den beiden erwachsenen Potters kurz zu und verschwand dann in ihrem Büro.

Katrin blickte den schwarzhaarigen Slytherin nachdenklich an. Was hatte er, dass James ihm vertraute? Was hatte ‚Adrian', dass auch Katrin in ihm keine wirklichen Zweifel hegen konnte? Sie hatte kein Wort mit diesem Jungen gewechselt und doch ahnte sie, dass er sich nur mit einem Lächeln in ihr Herz einschleichen würde. Etwas Vertrautes rief ihre Sorge und Zuneigung herauf. Katrin legte James ihre Hand auf die Schulter und lenkte ihn schließlich wieder zum Bett von Sirius, der sich angeregt mit Dominik Potter unterhielt. Die Weihnachtsgeschenke der Potters waren schon geöffnet und Sirius schob sich gerade einen der Schokofrösche in den Mund. Er schien schon wieder ganz fit zu sein.

oooooooooo

Draco hatte diese Szene vorsichtig und skeptisch beäugt. Lucius und Narcissa waren über die Weihnachtsferien nach Hause gefahren und hatten nur eine Weihnachtskarte geschickt. Sie war etwas distanziert, aber etwas anderes hatte Draco auch nicht erwartet. Nicht nach seiner Aktion. Nicht ohne eine Aussprache. Nicht ohne eine Erklärung und Entschuldigung.

Severus schwieg die meiste Zeit und las in seinen geliebten Zaubertrankbüchern, aber auch Sirius sprach kaum. Keine Beleidigungen oder Anspielungen standen im Raum. Die meiste Zeit herrschte Stille, die nur durchs Umblättern von Buchseiten und eventuelles Husten unterbrochen wurde.

Draco spürte noch immer dieses kalte Gefühl im Magen, wenn er Harrys blasse Gestalt ansah. Anstatt abzunehmen, wuchs dieses Unwohlsein nur noch weiter an. Oft war Draco aus Albträumen erwacht, in denen Harry qualvoll starb und er allein gelassen wurde.

Es bedrückte Draco mehr als er sagen konnte und sich klarzumachen, dass er Harry willentlich allein gelassen hatte, ließ in ihm Übelkeit aufsteigen. Und noch immer bestand die Gefahr, dass Harry nicht ohne gesundheitliche Folgen aus diesem Zwischenfall herauskommen würde, wenn er es überhaupt überlebte.

Hätte Draco es bloß früher begriffen. Wäre es bloß nicht zu dieser Auseinandersetzung gekommen. Hätte Draco Harry bloß nicht mit all den Problemen allein gelassen. Für Reue war es jetzt allerdings zu spät, denn die Katastrophe war bereits eingetreten.

Vieles ging durch Dracos Kopf. Erinnerungen vom Kampf, Erinnerungen aus der gemeinsamen Schulzeit, Erinnerungen aus der friedlichen Kindheit. Sie wurden von Vorwürfen, Schmerzen und unterdrückten Tränen begleitet.

Der Gedanke, dass Harry jetzt nicht wach war, um seine Großeltern kennen zu lernen, nagte an seinen Nerven. Er hatte bisher nicht darüber nachgedacht, dass Harry in dieser Zeit vielen Menschen begegnen würde, die er höchstens von Fotos kannte. Draco wusste genau, dass die alten Potters (also James Eltern) bei einem großen Kampf um das Ministerium 1979 ums Leben kamen. Genau wie auch seine eigenen Großeltern, aber ihm waren wenigstens seine Eltern geblieben. Harry war allein. Harry hatte keine Familie mehr.

Und plötzlich verstand Draco.

Harry hatte nichts zu verlieren. Harry kämpfte nicht für eine Verbesserung seines Lebens, sondern ganz allein für das Wohl von den anderen Zauberern. Für Freunde, Vertraute, Verbündete und auch für Feinde. Harry hatte in ihrem zweiten Schuljahr diesen Kampf begonnen und setzte ihn jetzt fort. Vermutlich hatte er nie wirklich aufgehört. Vermutlich würde er zum bitteren Ende gehen.

Hatte Harry eigentlich vor irgendetwas Angst?

„Wer ist Harry?"

Draco riss seine Augen weit auf. Er hatte nicht bemerkt, dass er den letzten Satz leise vor sich hingesagt hatte. Laut genug, damit Madam Pomfrey, die gerade neue Tränke auf Dracos Nachttisch positionierte, ihn hatte verstehen können. Eigentlich hatte sie gedacht, dass der Blonde über ‚Adrian Jericle' nachdachte, aber es war wohl nicht so. Warum sollte er ihn auch mit Harry ansprechen? Madam Pomfrey wusste nicht, was sie von ‚Dorian' halten sollte. Wenn sie so darüber nachdachte, erinnerte sie sich den Namen ‚Harry' schon häufiger gehört zu haben. In Dracos Albträumen war er oft gefallen und immer im Zusammenhang mit ‚Potter'.

Viel mehr hatte die Medihexe nicht verstanden und Dracos abweisende Miene quittierte sie mit einem schmalen Lächeln und fragte nicht weiter.

Draco war froh, dass Madam Pomfrey nicht nachhacke, er hätte keine Erklärung gehabt. Was hätte er auch sagen sollen? Die Wahrheit wohl kaum!

Müde strich er sich über die Augen. In was für eine missliche Lage waren sie nur geraten?

Die Medihexe drückte ihm ein Glas Wasser, eine Phiole und zwei Tabletten in die Hand. Draco wusste, dass er erst die bekannten Kapseln mit dem Wasser schlucken und dann den dunkelroten Trank einnehmen musste. Draco seufzte kurz und lautlos auf, dann blickte er zum Bett von Sirius Black, um das noch immer die Familie Potter stand und fröhlich mit Sirius kommunizierte. Wie gerne Harry wohl ein Teil davon wäre?

Auch wenn Lily Harry zur Seite stand und ihm half, wo sie und ihre Freunde es konnten, wusste Draco, dass die Freundschaft nur zu einem geringen Teil erwünscht war und so gar nicht geplant.

Wie Harry ihm einmal an den Kopf geworfen hatte: „Ich würde meine Familie und Freunde vor den Kopf stoßen, wenn ich weiß, dass ich das Richtige mache!"

Wieder seufzte Draco leise. Harry war so viel stärker und mächtiger als er. Harry riskierte immer wieder sein Leben. Ein Leben, das nur ein Ziel zu haben schien. Ein Ziel, dessen Gedanke an die Umsetzung allein schon Panikattacken in Draco auslöste. Ein Ziel, das so groß und unglaublich war, dass es nur von Harry Potter stammen konnte.

Weiter in seinen trüben Gedanken gefangen, legte Draco sich die Kapseln auf die Zunge und spülte sie mit einem großen Schluck Wasser hinunter. Er fragte schon nicht mehr, warum Madam Pomfrey im Besitz der Kapseln und des Wissens war. Er fragte nicht, weil es auch nur mit Harry Potters Charme zu erklären war.

oooooooooo

Harry gewann wieder einmal den Kampf gegen den Tod. Er wusste selbst nicht mehr so genau, was ihm letztendlich die Kraft für diesen Kampf gegeben hatte, aber es war überraschend kräftig und hartnäckig gewesen. So öffnete der schwarzhaarige Junge am letzten Tag des Jahres langsam seine hellen fast farblosen Augen. Er starrte wieder einmal auf die triste Decke des Krankenflügels über ihm.

Er wusste, dass er lebte.

Er wusste, dass er im Krankenflügel von Hogwarts war.

Er wusste auch, dass er krank bzw. verletzt war. Das Atmen fiel ihm schwer und ein dumpfes Pochen in seinen Beinen sagte ihm, dass es nicht nur eine leichte Prellung gewesen war, die er bei dem Sturz davon getragen hatte. Er wusste aber auch, dass er nicht genau wissen wollte, was an dem Tag sonst noch passiert war. Er wollte nicht wissen, was sich bei den anderen ereignet hatte. Er wollte es nicht wissen. So schloss Harry seine Augen und bewegte sich nicht. Die Stille um ihn herum war sehr angenehm und gleichzeitig bedrückend.

Harry wusste nicht genau, was er davon halten sollte. Er müsste sich jetzt eigentlich bewegen und Madam Pomfrey auf sich aufmerksam machen, aber er konnte sich für diese Aktion nicht ausreichend motivieren. So lag Harry auch noch zwei Stunden später mit geschlossenen Augen da und lauschte seinem Herzschlag, sowie den anderen gedämpften Geräuschen des Krankenflügels.

Sirius, Severus und Draco lasen gerade konzentriert in irgendwelchen Schulbüchern und bekamen nicht mit, dass Harry aufgewacht war. Madam Pomfrey war in ihrem Büro, um aktuelle Testergebnisse niederzuschreiben.

So lag Harry auch noch still und in sich gekehrt in seinem Bett, als Madam Pomfrey zufällig bei ihm vorbei kam. Sie legte ihm die Hand auf die Stirn, dabei schrak sie heftig zusammen, denn Harry hatte, durch den plötzlichen Körperkontakt überrascht, die Augen weit aufgerissen.

„Ah, Mr. Jericle, Sie sind wach! Das freut mich sehr, aber warum haben Sie denn nichts gesagt?" Harry sagte auch jetzt nichts, sondern blickte sie nur an. Seine Augen wirkten auch weiterhin sehr farb- und Energielos.

„Wie fühl Sie sich?"

„Gut", krächzte Harry matt.

„Wir haben uns große Sorgen um Sie gemacht", sagte Madam Pomfrey, als sie begann Harry genau zu untersuchen. Anschließend half sie Harry sich aufzusetzen. „Sie sollten etwas mehr essen, sie sind zu dünn!" Die Hauselfen tischten etwas zu Essen auf, danach verschwand die Medihexe, um dem Schulleiter die neusten Veränderungen mitzuteilen.

Harry saß in seinem Bett und blickte den Teller mit Kartoffelpüree, Erbsen und einem sternförmigen Bockwürstchen ratlos an. Er sah nicht die Blicke, die auf ihm lagen und ihn besorgt musterten. Er spürte sie nicht und wollte es auch gar nicht. Sein Blick lag auf den unberührten Teller und auch nach 5 Minuten hatte Harry keine Anstalten gemacht, nach der Gabel zu greifen. Er hatte kein großes Interesse an einer warmen Mahlzeit.

„Du solltest wirklich etwas essen!" kam leise die Stimme vom anderen Bett. Harry blickte hoch und sah Draco an. Dracos Augen verfinsterten sich sofort, denn in Harrys Blick war gar nichts. Keine Überraschung, kein Schmerz, keine Vorwürfe: Einfach nichts.

„Was?" Die Frage kam fast tonlos und emotionslos über die blassen Lippen. Draco runzelte die Stirn. Ihm gefiel dieses desinteressierte und gefühllose Verhalten von Harry Potter gar nicht.

„Du bist sehr dünn. Du solltest daher etwas essen!" wiederholte Draco seine Aussage mit mehr Ernsthaftigkeit. Er spürte deutlich, dass etwas nicht stimmte, aber vielleicht war Harry einfach noch nicht wieder richtig wach. Die Verletzungen waren immerhin wirklich schlimm gewesen.

Harry zuckte leicht mit den Schultern und blickte wieder auf das warmgehaltene Essen. Er nahm die Gabel in die Hand und schob sich ein wenig vom Kartoffelpüree in den Mund. Es schmeckt nach gar nichts und Harry schluckte es ungerührt hinunter. So nahm er auch noch drei weitere Happen, schien aber nicht sehr von seinem Handel überzeugt zu sein.

Draco beäugte dieses Verhalten mit großem Unbehagen. Es sah Harry Potter gar nicht ähnlich sich so desinteressiert und so schweigsam zu geben. Nicht, nach den aktuellen Ereignissen, auch nicht nach seinen Verletzungen. Harry Potter wusste zu kämpfen und Harry Potter interessierte sich für die Menschen um ihn herum und bisher hatte Harry nichts von seinem so typischen Verhalten an den Tag gelegt.

„Jericle?" fragte Draco, als Harry nun wieder lustlos im Kartoffelpüree herumstampfte und Erbsen von einer Seite des Tellers zur anderen schob, aber nichts aß. Harry reagierte nicht wirklich wie erwünscht. Er seufzte und spießte eine Erbse auf die Gabel, die dann zögernd im Mund des ehemaligen Gryffindors verschwand.

Vielleicht war dieses Verhalten noch die Folge aus dem Koma? Vielleicht war der ehemalige Gryffindor nur noch nicht ganz da? Draco hoffte es wirklich, wusste aber, dass die Chance darauf eher gering war. Harry Potter hatte sich noch nie nach einem Kampf so lustlos und seltsam verhalten. Noch nie! Und warum sollte er ausgerechnet jetzt damit anfangen? Etwas stimmte hier nicht…

oooooooooo

Ende von Teil 5 …. Im nächsten beginnt das neue Jahr… mal sehen, was es den beiden Hübschen bringt….