Titel: Ein Leben wie die Zukunft

Autor: Momixis

Zeit: spielt nach „Halbblutprinz"

Kapitel: 3/7

Teil: 6/9

Paare: Es kommen viele der typischen Paare vor, aber Hauptpersonen werden Harry und Draco sein… (später auch als Paar)

Warnungen: Slash, Charadeath, lange Geschichte, unterschiedlich lange Kapitel….

Inhalt: Harry und Draco sind durch die Zeit gereist und nun haben sie die Chance etwas zu verändern. Harry will diese Möglichkeit nutzen ohne die Menschen, die ihm wichtig sind in Gefahr zu bringen. Wird er es schaffen? Wird er alleine den Weg gehen können? Welche Rolle wird Draco zu Teil? Und halten die Rumtreiber und die anderen Schüler von Harry? Was denkt Dumbledore?

MIR GEHÖRT NICHTS UND ICH VERDIENE DAMIT AUCH KEIN GELD!


Hallöchen Lucyanne! Nett von dir zu hören, dass es dir gefällt und wenn du dieses liest, dann weißt du auch, dass ein neues Kapitel schon on ist... g Danke und bis bald... knuddel

Hi Deedochan, Dich ganz doll knuddel; Das finde ich sehr komisch, dass du mir kein Review senden konntest, ich habe keine Fehlermeldung bekommen und weiß daher gar nicht, woran es liegen könnte. Aber schön, dass du nicht aufgegeben hast und es jetzt geschafft hast Danke für die Keksi, sie muntern toll auf und wie es weitergeht siehst du hier... knuddel

Hallo Hindemid!! ich hoffe, dass dein PC jetzt wieder vernünftig läuft und du mir weiterhin Reviews hinterlässt. Was deine Beobachtung angeht, so muss ich leider sagen, dass ich wirklich Snape/Sirius andeute... STOPP, nicht weglaufen... es bleibt nur bei Andeutungen!! Es wird in keiner Form näher erläutert oder näher drauf eingegangen (außer vielleicht im Epilog) und ich denke, dass man es gut ignorieren kann, wenn man es nicht mag. Ich kann dir sogar den Grund für dieses Paar benennen: ich wollte noch ein homosexuelles Pärchen in der direkten Umgebung von Harry und Draco haben, auch wenn es nur angedeutet wird. Ich hoffe, dass du damit leben kannst ... zumal Snape, Sirius und andere Figuren auch noch mehr Rolle bekommen. Auf die anderen Fragen will ich nicht eingehen, weil ich sonst eventuell zu viel verrate... da selbst eine negative Antwort eine Aussage hat aber Harry wird stark bleiben, vielleicht nicht immer übermächtig, aber stark.. auch wenn er ein gewisses Essproblem hat und behalten wird... ich bin auf deine Meinung gespannt... Dich ganz doll knuddel...

Danke an die Reviewer und eine große Schüssel Kekse und Schoki hinstellt...


Teil VI

Problematisches Jahr

Kapitel 3

Eingeforderte Geheimgänge

Nach zwei Wochen war Draco es leid. Er hatte nichts Neues über ihr Vorgehen erfahren und war sich nicht sicher, was Harry da überhaupt tat. Harry machte Hausaufgaben. Harry lernte mit den anderen und half ihnen im Zweifelsfalle. Harry verschwand ab und zu auf dem Astronomieturm. Harry las komische Bücher. Harry nahm seine Verpflichtungen wahr, aber was dahinter stecke bekam Draco nicht raus, denn Harry führte nur oberflächliche Gespräche. Ein wenig Vergangenheit und ein wenig Schule, aber keine Planung der nächsten Schritte. Kein Wort über den Kampf oder die Zukunft.

Am 06. Februar hatte Draco die Nase voll. Er war frustriert, weil er kein Quidditch mehr spielte und der neue Sucher nur geringe Chancen gegen Hufflepuff hatte. Die Zeit für das Training war zu knapp gewesen. Die meisten Slytherins waren sauer auf Draco, weil er aus dem Team ausgestiegen war, aber jetzt war es für Reue ohnehin zu spät. In 20 Minuten würde der Startpfiff ertönen und 15 Besen würden in die Luft steigen.

Draco zwängte sich durch die Schülermassen und suchte Harry. Schließlich fand er ihn, er stand bei Lin und Sanuel im Slytherinbereich. Natürlich hat er hier als letztes gesucht. Draco hatte es gerade geschafft zu Harry vorzudringen, als Madam Hooch in ihre Pfeife blies. Der grelle Pfiff läutete ein ersehntes Spiel ein. Draco musste sich zwanghaft von diesem Anblick losreißen und zu Harry schauen.

„Ich habe Dich gesucht!"

Harry war überrascht. Bisher waren friedliche Konservation zwischen ihnen immer von ihm ausgegangen. „Warum?"

„Ich muss mit Dir reden!?" zischte Draco in Harrys Ohr. Dem lief ein kalter Schauer über den Rücken und er zog seinen Schal etwas fester um den Hals. Es war Anfang Februar, aber noch immer sehr kalt. Die dichten grauen Wolken sagten deutlich, dass es bald wieder schneien würde. Hoffentlich war dann das Spiel schon vorbei.

„Hier?" fragte Harry zurück. Sein Blick glitt über die anderen Schüler, die sich um sie drängten und das Spiel begeistert folgten.

„JA!"

„Worüber?"

„Was suchst Du?"

Harry erstarrte. Dann wandte er seinen Blick und gaffte Draco an, der auf das Spiel achtete. Er schüttelte den Kopf. „Was meinst Du?"

Draco blickte jetzt auch Harry an und neigte sich zu ihm rüber, damit auch nur Harry verstand, was Draco sagen wollte. „Du suchst etwas. In allen möglichen Fachbereichen der Magie. Ich will wissen, was Du suchst. Sonst kann ich Dir nicht helfen", sagte Draco dicht an Harrys Ohr.

Harry schluckte und zog eine Grimasse. „Ich bin mir nicht sicher, wie weit Du gehen willst, um mir zu helfen."

„Wann denkst Du auch schon mal richtig! Ich habe meine Freunde und Familie vor den Kopf gestoßen, nur weil Du der Meinung bist, dass es notwendig ist. Ich habe gesagt, dass ich Dir helfe, dann verlass Dich doch auch einfach darauf!" zischte Draco.

Harry beugte sich jetzt auch nah an Dracos Ohr, denn gerade hatte Slytherin ein Tor gemacht und das Getöse um sie herum war sehr laut. „Es tut mir leid Draco, aber ich kann Dir nicht auf einmal so blind vertrauen. Dafür ist zwischen uns zuviel vorgefallen."

Draco seufzte frustriert. Er blickte Harry an und kräuselte die Nase. Es war wohl ein Zeichen, dass Draco verstand und es einsah. Harry war über diese Menschlichkeit angenehm überrascht und beschloss Draco wenigstens etwas mitzuteilen. Gänzlich ohne Informationen könnte Draco nun auch wirklich keine reale Entscheidung treffen. Er zog den blonden Jungen daher am Arm aus dem Getümmel raus und machte sich langsam auf den Weg zum See. Draco folgte ihm nach kurzem Zögern und mit kritischen Blicken.

Nach einigen Minuten des Anschweigens, fauchte Draco: „Also? Du hast mich doch jetzt nicht vom Spiel weggezogen, damit wir uns anschweigen…"

„Kannst Du eigentlich auch mal den Mund halten?" fuhr Harry ihn an. „Hab einen Augenblick Geduld. Ich muss meine Gedanken ordnen, damit ich auch an der richtigen Stelle beginne."

Draco schnaubte beleidigt, aber er schwieg. Langsam gingen sie weiter. Leichter Schneefall setzte ein und Draco bekam schnell eine rote Nase.

„Was weißt Du über Voldemorts Sterblichkeit?"

„Nenn ihn nicht beim Namen!" zischte Draco. Er war wie unter einem Peitschenhieb zusammengezuckt.

„Wenn Du schon vor dem Namen so viel Angst hast, was glaubst Du wie Du dann dem Wesen gegenüberstehen kannst?" fragte Harry. Er war stehen geblieben und blickte Draco ernst in die Augen.

„Ich werde ihm nicht gegenüberstehen, sondern Du!" antwortete Draco gelassen.

„Ich bin nicht allmächtig, Draco! Wenn mir etwas zustößt, dann musst Du womöglich es zu Ende bringen. Du kannst dann nicht die Luft anhalten und bei jedem Wort zusammenzucken. Voldemort ist nur ein Wesen, das schnellst möglich vernichtet werden muss. Ob von mir oder von Dir, ist dabei total egal. Aber wie willst Du einen kühlen Kopf behalten, wenn Du schon so panische Angst vor dem Namen hast?"

Draco schnaubte durch die Nase. „Ich habe keine Angst vor dem Namen!" schnarrte er arrogant. „Es hat etwas mit Respekt zu tun!"

„Respekt? Du kannst dieses Monster noch respektieren?" Harry blickte Draco ernst und eindringlich an. Dieser atmete tief durch und schüttelte sich dann leicht. Harry verstand es als Antwort, dass Draco einsah, dass er Voldemort keinen Respekt mehr gegenüber erbringen musste.

„Dann sag ihn!" fuhr Harry ruhig fort. „Dann sag ihn! Angst vor einem Namen erhöht die Angst vor der Sache selbst."

„Oh ha, das hört sich ja verdammt nach Dumbledore an!" spottete Draco.

„Ja, es kommt von Dumbledore, aber verdammt, Du bist doch kein Feigling, also sag ihn."

„V…v…- ich habe es doch schon mal gemacht", versuchte Draco auszuweichen.

„Ja, einmal oder vielleicht auch dreimal, aber Du hast Angst vor dem Namen. Darum nennen ihn die Todesser nur den Dunklen Lord, weil sie nicht den Mumm haben ihn beim Namen zu nennen. Aber wenn Du schon nicht Voldemort sagen kannst" – Draco zuckte wieder etwas zusammen – „dann nenn ihn Tom. Er heißt Tom Vorlost Riddel."

„Du wolltest mir erzählen, was Du suchst!?"

„Und ich habe Dich gefragt, was Du über seine Sterblichkeit weißt."

„Er arbeitet daran unsterblich zu werden!" sagte Draco vorsichtig.

„Richtig, und er ist nah dran es zu schaffen."

Draco starrte ihn an. „WIE?"

„Er hat schon in seiner Schulzeit damit angefangen. Hast Du schon mal etwas von Horcruxen gehört?"

Draco schüttelte vorsichtig den Kopf. Er war skeptisch und vorsichtig, aber Harry seufzte.

So begann es, dass Draco von den Horcruxen erfuhr und auch der Suche nach diesen. Draco fühlte sich nach diesem Einblick in die Arbeit schlapp und ihm war eiskalt. Überrascht bemerkten sie, dass das Quidditchspiel vorbei war und Hufflepuff anscheinend gewonnen hatte. Aber das spielte für die zwei Jungen keine Rolle mehr. Es gab wichtigeres als ein Quidditchspiel.

„Wie viele Horcruxe hast Du schon?" fragte Draco mit matter Stimme.

„Zwei!"

„Nur?"

„Ja"

„Oh Mutter Morgana, das schaffen wir nie!"

„Na danke. Deinen Optimismus möchte ich haben!"

oooooooooo

Draco versuchte die neuen Informationen sofort in seine Arbeit einfließen zu lassen. Er hatte Harry gesagt, dass er ihm helfen würde und so begann er sobald er Zeit dazu fand. Er verbrachte die gesamten Abendstunden in der Bibliothek und suchte weitere Einzelheiten über Horcruxe, aber er fand keine. Nicht mal eine Begriffserklärung war in den Büchern vorhanden. Er könnte Slughorn fragen, aber Harry hatte davon dringend abgeraten, denn darauf würde es Dumbledore erfahren. Auch hatte Harry ihm noch mal klar gemacht, warum niemand von ihrer wahren Geschichte erfahren durfte. Das erste wäre, dass Niemand ihnen glauben würde, das zweite war, dass so langen Zeitreisen unbekannt und selbst die kurzen (mit einem Zeitumkehrer) streng vom Ministerium überwacht wurden und ansonsten streng verboten waren. Sie würden so oder so in Askaban landen. Diese Vorstellung machte Draco Angst und er erinnerte sich noch zu gut, wie empfindliche Harry auf die Dementoren reagierte, um zu wissen, dass schon ein kurzer Aufenthalt für den Schwarzhaarigen lebensgefährlich war. Und so ungern Draco es sich eingestand, so wollte er Harry nicht wieder tot sehen.

Die grünen Augen sollten funkeln und strahlen. Die Haare sollten sich im Wind bewegen und zerzaust sein. Die Hände sollten den Zauberstab halten und kleine Wunder vollbringen. Er sollte nicht sterben. Nicht schon wieder.

Am Sonntag gab Draco es auf neue Informationen über Horcruxe zu finden und er versuchte sich eher auf die Vernichtung solcher zu konzentrieren. Der Gedanke seine Gliedmaßen vor dem eigentlichen Kampf zu verlieren, behagte ihm gar nicht. Aber er kam nicht wirklich zu einer erfreulicheren Entdeckung als Harry. Nirgends fand er etwas Nützliches. Die Zerstörung von Artefakten war nun mal nichts, was in einem Schulbibliotheksbuch festgehalten wird. Welcher Autor würde auch schon auf die Idee kommen ein Ratgeber zur Zerstörung von Gegenständen zu schreiben und welcher Lehrer würde es in eine freie Bibliothek stellen? Sollte es so klingen:

Einem Porzellanteller tut es gar nichts, wenn man ihn mit Stahlwolle putzt. Wenn Sie ihr unerwünschtes Teeservice von ihrer Großtante loswerden wollen, dann rate ich Ihnen, die Einzelteile (z.B. die Teekanne) in die Hände zu nehmen, sie hoch über ihren Kopf zu heben und ihn dann auf eine harte Unterlage (z.B. Fliesen oder Stein) zu werfen. Nach einer alten Muggel-Legende, sollen die vielen Scherben Ihnen dann noch Glück bringen…"

oooooooooo

Am Montag war Harry überraschend still. Er hatte Draco auf eigenem Wunsch noch am Abend den Ring und den Stab gezeigt, der beides voller Ehrfurcht angestarrt hatte. Sie anzufassen traute er sich nicht. Harry hatte ihm klar gemacht, dass sie zerstört werden mussten. Das große Problem dabei war nur, dass mächtige schwarze Flüche auf den Gegenständen lagen und sie treffen würden, wenn sie in der Nähe waren. Also brauchten sie eine Möglichkeit die Gegenstände zu zerstören, ohne anwesend zu sein oder ohne, dass der Fluch aktiviert wird. Und sie hatten keine Ahnung, ob dies überhaupt möglich war.

Draco war nach einem einzigen Wochenende der Suche schon total frustriert, aber Harry setzte sich zum Mittagessen neben ihn und lächelte schmal. „Ich habe eine Spur!" flüsterte er sanft in Dracos Ohr.

Der blonde Junge drehte sein Gesicht Harry zu und runzelte leicht die Stirn. „Was für eine Spur?" Der Argwohn war deutlich zu erkennen.

„Die Muggel haben doch keine Möglichkeit Schmuck mit Magie zu formen oder zu gewinnen, daher werden sie Techniken kennen, die Silber, Gold und vielleicht auch Steine in ihre Bestandteile aufsplittet."

„In welche Bestandteile?"

„Ähm… das ist höhere Muggelwissenschaft, aber jeder Stoff besteht aus kleinen Bestandteilen. Sie werden Atome genannt, die zusammengesetzt in Mollekühlen einen Stoff bilden. Mit diesem Wissen arbeiten die Muggel in den Naturwissenschaften und … ähm… ach, es ist ziemlich kompliziert, aber es gibt Techniken, die diese Mollekühlverbindungen aufsplitten und so neue Zusammensetzungen ermöglichen und darüber müssen wir uns einfach mal informieren!"

„Wie bist Du darauf gekommen?" fragte Draco nicht ganz ohne Überraschung. Er hatte zwar nur einen Bruchteil von dem Verstanden, was Harry gerade erklärt hatte, aber dies war wohl auch nicht so wichtig. Viel interessanter war es, wie Harry mal wieder auf eine so einfach scheinende Spur gekommen ist.

„Lilys Kette ist heute früh gerissen und sie war total unglücklich, aber Esmare hat mit Magie gerettet, was sonst die Arbeit eines Juweliers gewesen wäre. Da kam mir der Gedanke!"

„Du hast auch mehr Glück als Verstand", spottete Draco leise. „Aber es ist ein Versuch wert. Wen kann man fragen? Ist Evans dafür geeignet?"

„Nein, wir müssen einen richtigen Muggel fragen, der in solchen Dingen ausgebildet wurde."

Harry lachte leise über Dracos schockiertes Gesicht.

„Muggel? Du willst wirklich zu einem Muggel gehen?" brachte Draco dann stockend raus. „Zu einem echten Muggel?"

„Was habt Ihr zwei Süßen da schon wieder zu tuscheln?" fragte Sal mit einem hellen Lachen.

Harry wandte sich ihr zu und grinste breit. „Bist Du nicht ein wenig neugierig?"

„Du kennst mich doch!"

„Genau deshalb frage ich ja!"

Harry blickte noch mal kurz zu Draco und nickte ganz ernst. Es war die Antwort auf die letzten beiden Fragen, die dank Sals Auftauchen unbeantwortet geblieben waren. Die Schüler erhoben sich langsam. Sal hängte sich munter bei Harry und Draco ein und marschierte mit ihnen zum Verwandlungsunterricht. Harry seufzte wehleidig. Auf ihrem Weg kamen Lily, Remus, James und Sirius ihnen gutgelaunt und munter entgegen. Ihr Freundeskreis war eindeutig zu groß und viel zu eigensinnig.

oooooooooo

Die Doppelstunde Folter und Langeweile, sprich Verwandlung, überstanden Harry und Draco ohne größere Probleme. Die Verwandlung von toten Gegenständen in lebende nahm zwar langsam an Größe und Komplexität zu, aber für Harry war es gar kein Problem den steigenden Anforderungen gerecht zu werden. Draco hielt mit Harrys Hilfe auch ganz gut mit. Während der Stunde kamen sie allerdings nicht dazu, über die neue Idee vom Morgen zu reden.

Nach diesen letzten Stunden Unterricht stand das gemeinsame Arbeiten in der Bibliothek an, vor dem Harry und Draco sich nicht drücken konnten. Es würde sofort auffallen. Da die Hausaufgaben gemacht werden wollten, arrangierten sie sich zähneknirschend mit dieser Arbeitsgruppe.

„Nur weil ich mit den an einem Tisch sitze, brauchst Du nicht zu glauben, dass sich meine Vorstellungen komplett geändert haben!" zischte Draco, als sie gerade die Bibliothek betraten.

Harry verdrehte die Augen und blieb stehen. „Ich werde es wohl nie verstehen, aber ich werde nicht auf Dich einreden, wenn es Dich beruhigt. Diese Art von Diskussionen sind mir einfach zu blöd."

Draco kräuselte die Nase, was Harry wieder als Einverständnis ansah.

„Es sind liebenswerte Menschen, nur das zählt!" sagte Harry und stellte seine Tasche auf seinen Stuhl. Draco machte das Gleiche auf dem Stuhl daneben und schnaubte abfällig.

„Sie wollen, dass unsere Welt ihre Probleme löst!"

„Das ist das, was Du denkst und das ist kein Grund die Muggel oder Muggelgeborene zu hassen und zu töten. Es gibt andere Wege um dafür zu kämpfen, dass unsere Welt sicher bleibt."

Harrys Stimme war ruhig geblieben und so fühlte Draco sich nicht zu einer Antwort verpflichtet, denn die blieb aus. Dies war ein heikles Thema und Draco wollte es nicht jetzt behandeln. Sie hatten andere Probleme. So ließen sie das Thema fallen.

Nach und nach kamen die anderen aus der Arbeitsgruppe, nur Sal fehlte noch.

„Sie ist mit Konstantin unterwegs!" sagte Mick mit einem anzüglichen Grinsen. Alle lachten leise, aber Draco war dankbar. Er mochte die muntere Art von Sal, sie erinnerte ihn an seinen Freund Blaise Zabini. Aber auch Sal konnte ihm manchmal gehörig auf die Nerven gehen. Es interessierte sie dabei nicht, dass Draco ihr die Wette aus dem Zug noch immer nicht wirklich verziehen hatte.

Seit dem Draco zu der Arbeitsgruppe dazugehörte, hatte sie schon mehrfach versucht ihn wieder in eine Wette zu verwickeln. Draco hatte konsequent abgelehnt. Er ist auf keine der provokativen Äußerungen eingegangen, was ihm einen überraschten Augenbrauenhochzieher von Harry eingebracht hatte. Aber auch ein Malfoy konnte aus seinen Fehlern lernen. Eine halbe Stunde später erschien eine fröhliche Salina Clear mit geröteten Lippen und Wangen.

„Hi Sal!" kam es begrüßend.

„Konntest Du Dich endlich von deinem Schatz losreißen?"

„Hi Leute! Ach halt den Rand, Lin!" Sal setzte sich auf ihren Platz und holte ihre Schulsachen raus. Sie stoppte einen Moment in ihren Tätigkeiten und blickte Draco kritisch an: „Du Dorian?"

„Nein!" schmetterte Draco den Versuch eines Gespräches rigoros ab. Alle blickten ihn überrascht an, auch Harry. Draco biss sich auf die Lippe und schüttelte mürrisch den Kopf.

Harry zuckte mit den Schultern und Sal lachte leise.

Fünf Minuten später, nachdem sich alle wieder mit ihren Aufgaben beschäftigten, tauchte auf Dracos Pergament pinkfarbene Tinte in einer schmalen zierlichen Schrift auf: „War die Bitte von Adrian so fies?"

Draco blickte entsetzt zu Sal, die gerade total interessiert in ihrem Buch für Zauberkunst blätterte. Jedenfalls sah es so aus. Draco schnaubte. Er nahm schließlich seine Feder und schrieb dann mit schwarzer Tinte ein kurzes „JA!". Er tippte mit dem Zauberstab unauffällig auf das Pergament und die Verbindung war beendet. Sal sah ihn überrascht an, aber Draco achtete nicht darauf, sondern versuchte seine Hausaufgaben schnell zu erledigen, damit er Harry fragen konnte, was er mit der neuen Idee anstellen wollte.

Die Antwort überraschte Draco dann doch etwas.

„Ich werde zu einem Juwelier gehen und ihn einfach mal fragen!"

„Bitte?"

Sie hatten knapp zwei Stunden in der Bibliothek gearbeitet und Hausaufgaben gemacht, dann war Harry aufgestanden und war gegangen. Die zerknirschten Gesichter der anderen hatten ihn genau beobachtet, aber niemand hatte etwas gesagt. Sie hatten es irgendwann einfach aufgegeben, denn Harry hatte nicht einmal darauf Rücksicht genommen. Er war immer gegangen, wenn er es für nötig erachtet hatte.

„Und wie willst Du zu einem Jufelier kommen? Du kannst nicht einfach Hogwarts verlassen!"

„Doch kann ich! Oder glaubst Du, dass ich den Ring und den Stab hier im Schloss gefunden habe?" hackte Harry leicht amüsiert nach.

Dracos Wangen färbten sich rötlich. Harry lächelte.

„Komm schon, es ist schön zu wissen, dass nicht nur ich manchmal zu naiv bin."

Draco schnaubte, die Farbe war wieder aus dem Gesicht verschwunden.

Sie brachten ihre Schulsachen in ihren Schlafsaal und jetzt war es Harry der wütend schnaubte.

„Was ist?" fragte Draco, der eigentlich noch beleidigt sein wollte, aber seine Neugier nicht zurückhalten konnte. Der Schlafsaal schien ganz normal zu sein. Nichts Ungewöhnliches.

„Es hat schon wieder jemand versucht meinen Nachttisch zu öffnen!" sagte Harry wütend und verschwand kurz im angrenzenden Bad.

Er sah so nicht, dass Draco ihn mit großen Augen anblickte. Er wirkte dabei sogar ein wenig schuldbewusst.

„Woher weißt Du das?" fragte Draco schließlich und blickte auf den kleinen Tisch neben dem Bett. Er konnte nichts Auffälliges daran erkennen und eigentlich wurde die Privatsphäre in Slytherin geachtet. Aber trotzdem zweifelte Draco nicht eine Sekunde an der Aussage von Harry.

Genau dieser kam aus dem Badezimmer und sah seinen Kameraden an. „Ein Schutzzauber liegt auf der Schublade!" antwortete Harry kurz angebunden. „Er verhindert das Eindringen von Fremden in meine Privatsphäre und verrät mir, wenn es jemand versucht hat."

„Oh!"

„Ich weiß, dass auch Du es schon versucht hast. Lin und Sanuel auch!" sagte Harry ungerührt und nahm seinen Wintermantel zur Hand. Den Schal wickelte er sich um den Hals und nahm seinen Zauberstab zur Hand.

Draco zog es vor dazu nichts weiter zu sagen. „Wo willst Du hin?"

„Zum Juwelier!"

„Jetzt?"

„Ja, jetzt! Wann denn sonst?"

„Nachts?!"

„Da haben auch bei Muggeln die meisten Geschäfte geschlossen!" sagte Harry mit einem leichten Grinsen im Gesicht. „Bis nachher!"

Harry wandte sich um und wollte durch die Tür verschwinden. Draco zögerte einen Moment, dann griff er auch nach seinem Schal und Wintermantel und lief Harry hinterher.

„Warte! Ich komme mit!"

Harry zögerte kurz in seinem Schritt, dann sah er Draco fragend an. „Warum willst Du mit?"

„Jemand muss auf Dich aufpassen!" zischte Draco überheblich und ging zielstrebig an Harry vorbei zur Tür. Er hatte zwar keine Ahnung, wie sie Hogwarts verlassen wollten, aber das würde er nicht zeigen. Er hatte gesagt, dass er Harry in diesem Kampf begleiten würde und so würde er ihn auch auf der Reise in die Muggelwelt nicht im Stich lassen. Und ein ganz klein wenig Neugierig war er auch.

„Sehr witzig!" knurrte Harry, was Draco ein Schmunzeln entlockte. Er liebte diese Art von Schlagabtausch zwischen ihnen, besonders wenn sie nicht verletzend wurden und beide darüber schmunzeln konnten.

Gemeinsam liefen die beiden so unterschiedlichen Jungen schließlich schweigend ein Stück durch die Gänge von Hogwarts. „Ich glaube nicht, dass es eine gute Idee ist, wenn wir beide gehen!" sagte Harry einige Augenblicke später.

„Wieso?"

„Es könnte den Lehrern schneller auffallen!"

„Ach Schwachsinn! Wenn sie uns nicht finden, dann denken sie wenigstens, dass wir zusammen sind und wir können uns gegenseitig ein Alibi geben."

Harry schwieg. Sie liefen weiter durch die Gänge und waren auf dem Weg zur buckligen Hexe.

„Woher kennst Du so viele Geheimgänge?" fragte Draco, als sie wieder durch einen Wandteppich liefen und so die hälfte des Weges übersprangen.

„Gute Freunde und gute Erbschaften" grinste Harry „und so viele kenne ich nicht. Fred und George haben mir in unserem dritten Jahr einen gezeigt, damit ich mich nach Hogsmead schleichen konnte."

Dracos Gesicht verdüsterte sich: „Ich erinnere mich!" sagte er trocken.

Harry lachte leise. Auch er dachte an ihre Erlebnisse aus dem dritten Schuljahr. Da hatte er Sirius kennen gelernt. Er hatte die Wahrheit erfahren und auch gelernt, dass Freunde nicht immer wahre Freunde sind. Und er hatte erfahren, dass es höchst Strafbar war, die Zeit zu verändern. Ein guter Grund zu schweigen und nicht zu Dumbledore zu laufen.

Der fröhliche Ausdruck wurde von einem sehr traurigen Blick abgelöst. Draco knirschte mit den Zähnen. „Wieso hast Du damals eigentlich nicht nach Black gesucht? Ich hätte meine Eltern rächen wollen", sagte Draco nachdenklich und ohne den geringsten Spott. Soweit waren sie also schon, dass sie ihr Verhalten gemeinsam reflektierten und analysierten. Harry hätte es nicht für möglich gehalten, das es eines Tages wirklich soweit kommen würde und dann machte auch noch Draco den ersten Schritt.

„Niemand hat mir damals reinen Wein eingeschenkt. Ich wusste nichts von dem wahren Verbrechen für das Sirius verurteilt wurde und dass mein Familie darin involviert war. Ich wusste nicht einmal, dass ich einen Paten hatte, aber er war die ganze Zeit unschuldig."

„Ich weiß. Mein Vater hat mir nach dem Trimagischen-Turnier und Vol-Vo… Du-weißt-schon-wers Auferstehung von Wurmschwanz erzählt." Dracos Stimme war dabei nicht euphorisch, daher sagte Harry nichts über den erwachsenen Lucius und seine Rolle in den vielen Problemen und Abenteuern, in die Harry verwickelt wurde. Es gehört hier nicht hin.

„Wurmschwanz ist eine kleine fette Ratte, die garantiert nicht nach Gryffindor gehört. Ich hasse ihn!"

„Daher hast Du ihn damals per Imperio ins offene Messer laufen lassen?"

„Es war nicht damals, es wird irgendwann in der Zukunft sein", wich Harry aus. Er hatte sich nie erlaubt über diese Geschehnisse nachzudenken, denn wenn er eins wusste, dann dass er es nicht verkraften würde. Das Bewusstsein einen Menschen qualvoll hinzurichten, für eine Tat, die er gar nicht unter freien Willen begangen hat, war verabscheuungswürdig. Er hatte es angesehen, wie Peter starb. Er hatte die Schreie gehört und hatte an seine Eltern und an Sirius gedacht. Trotzdem war er nicht Stolz auf seine Tat. Es war nur durch reinen Trotz und Verzweiflung zu ertragen gewesen. Peter hatte den letzten Horcrux vernichtet und so seine Schuldigkeit getan.

Harry lenkte sich schnell wieder ab. „Ich frage mich gerade, wo wir einen Juwelier finden können?!"

Draco blickte Harry einen Moment unschlüssig an, dann akzeptierte er den Themenwechsel. „In Hogsmead!"

„Draco, denk nach! Der Juwelier in Hogsmead ist ein Zauberer. Er wird sich nicht mit den Geflogenheiten der Muggel auskennen."

„Also London? Es ist übrigens eine Hexe…"

„Wäre eine Möglichkeit. Ich kenne nicht allzu viele Ortschaften hier in der Nähe. Duftown ist vermutlich zu klein", überlegte Harry weiter.

Draco blieb stehen und hielt Harry fest. Sie waren noch einen Gang von der buckligen Hexe entfernt und standen vor einem großen blauen Wandteppich.

„Kennst Du überhaupt einen Juwelier?"

„Öhm… Naja, nicht wirklich. Nein!"

„Woher willst Du dann wissen, dass er Antworten auf Deine Fragen hat?"

„Ich habe mal ein Kapitel über Schmuckherstellung und Förderung von Edelmetallen in einem Schulbuch gelesen."

„In was für einem Schulbuch?" Die Irritation war Draco anzusehen.

„Ein Muggelschulbuch von meinem fetten dummen Cousin. Die Muggelkinder lernen in der Schule Chemie und Erdkunde, wo dann solche Sachen gelehrt werden."

„Wieso kannst Du dann nicht irgendeinen Muggel fragen?"

Harry lachte leise auf. „Weil dieses Wissen zu 90 dazu dient, kurz nach der Prüfung aus dem Gedächtnis gestrichen zu werden. So wie bei uns Geschichte der Zauberei", antwortete Harry.

Draco verdreht die Augen und murmelte etwas von dummen Muggeln. „Also gehen wir jetzt erstmal nach Hogsmead?"

„DAS glaube ich kaum!"

Harry zuckte merklich zusammen und auch Draco ließ kurz seinen Kopf hängen. Die schmierige Stimme verhieß nichts Gutes. Filch war aufgetaucht, ohne dass sie es bemerkt hatten.

„Auf frischer Tat ertappt!" spottete der Hausmeister mit öliger Stimme. Er schien dabei überglücklich über diesen Fang zu sein. Harry wusste, dass er Filch ein Dorn im Auge war. Eigentlich waren alle Schüler ihm ein Dorn im Auge, aber die Wilden, die Auffälligen und die Begabten waren wohl besonders dicke und spitze Dornen. Und Harry zählte zweifelsfrei dazu.

„Wobei wurden wir angeblich erwischt?" schnarrte Draco ungerührt.

„Beim Versuch das Schloss zu verlassen."

„Bitte?" Draco tat total irritiert und unschuldig, aber Filch glaubte ihm nicht. Er glaubte Schülern nie.

„Ihr braucht es gar nicht zu leugnen. Ihr ward gerade dabei den Geheimgang hinter diesem Wandteppich zu betreten, als ich Euch überraschte", schnappte Filch.

Harry wechselte einen wirklich überraschten Blick mit Draco. Er vergaß sogar zu widersprechen.

„Mitkommen!" blaffte der Hausmeister aber schon und scheuchte die Schüler die Treppen hinab. „Wir wussten nicht mal, dass hinter dem hässlichen Teppich ein Geheimgang ist!", versuchte Harry zu erklären, auch wenn er wusste, dass es sinnlos ist. Filch hörte gar nicht zu.

10 Minuten später, saßen die zwei Jungen in Filchs Büro. Mit einem leichten Schmunzeln stellte Harry fest, dass die Rumtreiber das halbe Regal einnahmen. Sie waren mit ihren Streichen und ihrem Schabernack eindeutig nicht vorsichtig genug.

Filch kramte ein Formblatt hervor und begann es auszufüllen.

„Ich werd' es Professor Dumbledore melden... Ihr werdet von der Schule verwiesen…" grummelte er in seinen Bart, während Draco und Harry schweigend in ihren unbequemen Stühlen saßen. Draco hatte seinen Zauberstab zwischen den Fingern und spielte unauffällig damit. Harry blickte hoch in seine Augen, dann schüttelte er leicht den Kopf. Dracos Augen fragten eindeutig nach dem Warum.

„Gibt nur noch mehr Probleme", nuschelte Harry leise. Draco schnaubte, steckte aber seinen Zauberstab zurück in die Manteltasche.

„Was?" blaffte Filch, als er Harrys unschuldige Mine sah. Die Bewegung von Draco verriet ihm dann wohl doch zu viel. „Weitere Strafarbeit: Versuch einen Lehrkörper zu verhexen!" zischte er erbost.

„Aber…" versuchte Harry etwas zu retten, aber Filch ließ auch jetzt nicht mit sich reden.

Nach einer Stunde Papierkram wurden sie sofort zur Strafarbeit verdonnert. Sie durften die Pokale im Pokalzimmer polieren. Natürlich ohne Magie.

Filch ließ es sich nicht nehmen die Aufsicht über die Arbeit direkt vor Ort zu führen. Er ließ die zwei Jungen nicht eine Minute alleine. Harry vergaß schnell, dass Filch da war und polierte die Pokale so gut es eben ging. Draco schnaubte abfällig, aber schließlich begann auch er zu putzen.

„Kasimir Wood?!" las Draco auf einem goldenen Quidditchpokal.

Harry lachte leise. „Ich glaube das ist der Großvater von Oliver. Von ihm hat Oliver die Begeisterung und das Wissen über das Spiel geerbt."

„Danach kam wieder Slytherin!" freute Draco sich als er die Jahreszahlen verglich.

„Danach war aber auch wieder Schluss" grinste Harry.

13 Minuten putzten sie schweigend an ihren Pokalen.

„Ein Medaille für Tom Riddel wegen besonderer Leistungen zum Wohl der Schule!"

Harry lachte hohl auf. „Diese Medaille sollte vernichtet werden!"

„Wieso das?"

Ein klägliches Maunzen machte Harry darauf aufmerksam, dass Filch anwesend war und gerade Gesellschaft von seiner Katze bekam. Harry zog es vor zu schweigen.

„Ich erzähl es Dir vielleicht ein anderes Mal."

Schweigend putzen sie und Harry dachte an Ron. Wie er in ihrem zweiten Schuljahr ganz alleine die Pokale putzen musste und sie dabei immer wieder mit Schneckenschleim bespuckt hatte…

Harry verlor sich in seinen Erinnerungen und Draco runzelte die Stirn. Er wischte noch einmal über die Medaille, um sich dann widerstrebend einem relativ kleinen Pokal zu widmen. Leider musste er schnell feststellen, dass dieser schmutziger war, als er auf dem ersten Blick erschien. Er war ursprünglich wirklich golden und nachdem Draco ihn 5-mal polieren musste, konnte man sich darin spiegeln. Draco war richtig zufrieden mit seiner Leistung. Das eklige Gefühl an den Händen konnte er allerdings nicht ignorieren. Er hasste putzen.

Drei Stunden später wurden sie aus dem Pokalzimmer entlassen. Filch schien über ihre erschöpften und frustrierten Gesichter höchst amüsiert. Beide Jungen wussten genau, dass früher oder später ein Gespräch bei Dumbledore anstand. Die Freude darüber hielt sich allerdings in Grenzen.

Müde fielen sie in ihre Betten.

oooooooooo

Der nächste Morgen kam schneller als gewünscht. Harry war froh, dass die Hausaufgaben soweit schon alle erledigt waren. Die Nacht hatte er überraschender Weise ohne heftig Albträume überstanden. Vielleicht hatte es etwas mit der Erschöpfung zu tun, oder mit dem Gefühl nicht ganz allein zu sein. Harry wusste es nicht und es gab wichtigere Dinge, um die er sich Sorgen machen musste.

Beim Frühstück setzte Sal sich zu ihnen an den Slytherintisch. Sie wirkte heute weniger aufgekratzt, als sonst, war aber trotzdem sichtlich gutgelaunt. „Und habt ihr Eure Aktion gestern erfolgreich durchführen können?"

„Hattest Du Streit mit Lovegood, oder warum sitzt Du nicht bei ihm?" blaffte Draco ihr mürrisch entgegen. Sal streckt ihm nur die Zunge raus und blickte dann Harry fröhlich an.

„Nein, haben wir nicht. Filch hat uns abgefangen, weil wir angeblich vor einem Ausgang standen, von dem wir allerdings noch keine Ahnung gehabt hatten. Wir durften danach Pokale schrubben", knurrte Harry leise.

„Uhi, da habt Ihr aber Glück gehabt. Pokale polieren, wenn man unerlaubt Hogwarts verlassen will!"

„Das Gespräch bei Dumbledore kommt noch. Die Strafarbeit war für einen angeblichen Versuch Filch zu verhexen!" stellte Harry klar.

Sal, Lin und Sanuel rissen die Augen auf. „Ihr wolltet Filch verhexen?" fragte Sanuel erschrocken.

„Wir haben es nicht wirklich getan, sonst hätte er keine Ahnung gehabt, dass er uns gesehen hat", knurrte Draco. Er war noch immer der Meinung, dass es besser gewesen wäre den Hausmeister zu verzaubern.

„Er hat eine furchtbare Paranoia!" bestätigte Lin Harrys Meinung.

Sal kicherte leise. „Dann lasst Euch das eine Lehre sein und haltet Euch an die Regeln", sagte sie dann noch. „Ich denke, Ihr habt so schon genug Ärger und Aufmerksamkeit!"

Harry blickte zu Draco ohne auf Sal einzugehen: „Heute 17 Uhr gleicher Ort!"

Sal, Lin, Sanuel und Draco starrten ihn fassungslos an. „HEUTE??", während Harry einen Schluck Kaffee trank und dabei die Ruhe in Person war.

„Ja! Alle denken, dass wir gerade heute brav an unseren schulischen Aufgaben sitzen und die Regeln einhalten!" sagte Harry und hob seine Tasse wieder zum Mund.

„Wenn man uns erwischt?" Draco schien nicht sehr begeistert von Harrys Vorschlag zu sein. Er schob sein Frühstück von sich, sein Magen war jetzt nicht mehr bereit Nahrung aufzunehmen.

„Es wird auch nicht anders sein, wenn man uns nächste Woche erwischt."

Sal blinzelte überrascht über diese Logik.

Harry sah Draco ernst an. „Wenn Du nicht mitkommen willst, dann musst Du nicht. Ich werde Dich nicht zwingen Dich Deiner Angst zu stellen", zwitscherte Harry unschuldig.

Draco knurrte wütend.

„Du bist so arrogant, Jericle!"

Harry lachte leise und stand schließlich auf. „Nein. Ich gehe nur meinen Weg!"

Harry sagte den letzten Satz so laut, dass er sicher war, dass Lucius, Severus und Narcissa ihn genau gehört hatten. Sie hatten, nachdem Draco nicht zurück gekrochen kam, ihn ignoriert. Vermutlich hatten nur Dracos Fähigkeiten und seine Gerissenheit ihn vor Mobbing und Schikanen geschützt. Harry dachte nicht einen Moment daran, dass es eventuell etwas mit ihm zu tun haben könnte.

oooooooooo

tbc.

Und wieder wird Harry als arrogant betitelt, aber ich denke, dass er aus reinem Selbstschutz handelt. Er denkt nicht, dass er etwas Besseres ist, sondern er sieht nur seine Aufgabe, seinen Weg. Da keiner ihn wirklich durchschaut wird er einfach als arrogant beschimpft… oder was denkt ihr?

LG Eure Momixis