Titel: Ein Leben wie die Zukunft

Autor: Momixis

Zeit: spielt nach „Halbblutprinz"

Kapitel: 4/7

Teil: 6/9

Paare: Es kommen viele der typischen Paare vor, aber Hauptpersonen werden Harry und Draco sein… (später auch als Paar)

Warnungen: Slash, Charadeath, lange Geschichte, unterschiedlich lange Kapitel….

Inhalt: Harry und Draco sind durch die Zeit gereist und nun haben sie die Chance etwas zu verändern. Harry will diese Möglichkeit nutzen ohne die Menschen, die ihm wichtig sind in Gefahr zu bringen. Wird er es schaffen? Wird er alleine den Weg gehen können? Welche Rolle wird Draco zu Teil? Und halten die Rumtreiber und die anderen Schüler von Harry? Was denkt Dumbledore?

MIR GEHÖRT NICHTS UND ICH VERDIENE DAMIT AUCH KEIN GELD!


Danke an die Reviewer!!

Hallo Sweet-chaos-chan!! Es tut mir furchtbar leid schnief, aber mir liegt zu Kapitel 40 kein Review von dir vor?! Es scheint auch nicht nur dich betroffen zu haben, denn auch andere hatten Probleme mit den Reviews. Es tut mir wirklich total leid und ich hoffe, dass du mir verzeihst. Manchmal verhält Harry sich schon arrogant und trotzdem hast Du Recht, denn es ist kein wirklicher Wesenszug von ihm, sondern nur ein Schutz... Draco wird in Harry immer etwas Besonderes sehen, aber auch die Realität und diese wird er schützen. Jedenfalls wenn es soweit ist...und was Harry im Moment braucht ist der Realitätsbezug. Die Gewissheit, dass Draco wieder Draco ist, tut ihm schon sehr gut und gibt ihm etwas Kraft, um den Kampf weiter zu gestalten. Deine anderen Fragen beantworte ich als PM, sonst wird dies länger als das Kapitel Bis dahin, dich ganz doll knuddel...

Hallo Zissy!! Es sind mir mehrere Reviews abhanden gekommen, ich weiß nur nicht warum... Und das die Prozentzeichen nicht mag, war mir eigentlich bekannt, aber ich habe total vergessen, es entsprechend umzuschreiben. grummel und wer lernt denn schon fürs Leben? g Ich jedenfalls nicht... und beim nächsten Mal iß etwas langsamer, das Kapitel läuft dir nicht weg... Bis bald, Dich ganz doll knuddelt...

Hi DJEngelchen!! Mein Update-Rythmus? Nach Lust und Laune, bzw. alle paar Tage, also eigentlich mindestens einmal die Woche, wenn ich nicht zu sehr in Stress bin. Grüß mir den Norden Deutschlands von mir, und wenn Du konkrete Fragen hast, dann beantworte ich sie dir auch... bis dahin, noch viel Spaß, knuddel.

Hey Deedochan!! Draco weiß gar nciht, WIE er helfen kann. Er stand Harry noch nie so nah, als das er weiß, was Harry alles tut bzw. über was er redet und um Hilfe bittet. Nicht nur Du hattest Probleme mit dem Reviewn... es sind einige verschwunden... Das ist total blöd, aber wenigstens funktioniert es wieder...und hoffentlich bleibt es auch so... viel Spaß beim lesen, knuddel

Teil VI

Problematisches Jahr

Kapitel 4

Glückliche Räume

Draco erschien Punkt 17 Uhr unschuldig schlendernd vor dem blauen Wandbehang. Harry war auch schon da, blickte aber unentschlossen in die andere Richtung, wo gerade ein schwarzer Umhang um die Ecke verschwand.

„Warte kurz!" sagte Harry entschuldigend und lief mit großen Schritten dem fliehenden Umhang hinterher. Er war allerdings zu spät. Der unbekannte Schüler oder der Lehrer war verschwunden und hatte keine Spur hinterlassen. Harry fluchte leise, dann ging er zurück zu Draco.

„T'schuldige! Dann las uns mal gucken, wie wir hier raus kommen!"

„Du willst doch nicht jetzt womöglich 100 Flüche und Passwörter ausprobieren, in der Hoffnung in drei Stunden den Richtigen gefunden zu haben, oder? So blöd kannst Du einfach nicht sein, Potter?!"

Harry schien unentschlossen, aber mit einem Blick auf die Uhr und in Dracos Gesicht entschied er sich für den sicheren und bekannten Weg durch die bucklige Hexe.

Sehr vorsichtig gingen sie näher an die Statur heran. Während Draco versuchte ein Gesicht zu machen, als habe er schon 100-mal das Schloss auf diesem Weg verlassen, lauschte Harry auf das noch so kleinste Geräusch. Es blieb still und so öffnete er schnell den Geheimgang und schlüpfte mit Draco hindurch.

„Der große Vorteil dieses Geheimganges ist, dass Filch ihn nicht kennt", sagte Harry, als er die Rutsche hinunter glitt.

„Woher weißt Du das?" Draco konnte nicht anders. Er war immer wieder über das Wissen von Harry überrascht. Es schien für den Schwarzhaarigen so natürlich zu sein, dass Draco einfach wusste, dass Harrys Leben bei weitem nicht so angenehm und schön gewesen war, wie er früher angenommen hatte. Harrys Wissen wurde durch den ständigen Kampf ums Überleben erschaffen.

„Er hat in unserem dritten Jahr alle bekannten Geheimgänge verschlossen oder versiegelt, nur diesen nicht."

„Manchmal ist es gruselig, was Du alles kannst und weißt!"

„Das meiste Wissen habe ich von Sirius, Remus, Hermione, Fred und George gelernt. Nur wenig davon ist wirklich mein Wissen!"

„Aber Du nutzt es in den richtigen Situationen!"

„Hör auf mir Komplimente zu machen!" nuschelte Harry schließlich. In der Dunkelheit des Ganges war zum Glück nicht zu erkennen, wie rot seine Wangen geworden waren. „irgendwie passt es nicht in mein Weltbild, wenn ein Draco Malfoy mir Komplimente macht."

Draco lachte leise. Irgendwie war er guter Laune. Er hatte das Gefühl endlich das Richtige zu tun und Harry Potter in Verlegenheit zu bringen, war auch gar nicht so uninteressant.

Den weiteren Weg überlegten sie, wohin sie gleich apparieren sollten. Sie einigten sich schließlich auf London, weil sie da genau wussten, dass niemand sie erkennen würde, aber auch, dass sie dort garantiert jemanden finden würden, der ihre Fragen beantworten konnte.

Der Honigtopf war bei weitem nicht so voll, wie zu einem Hogsmeadwochenende, aber mit ein wenig Glück schafften es die beiden Jungen sich unauffällig aus dem Geschäft der Süßigkeiten und Leckereien zu schleichen.

„Ich sollte mir vielleicht mal wieder neue kristallene Weingummis holen", überlegte Draco laut.

„Wir sollten sparsam mit unserem Geld umgehen. Das Gryzabel am Anfang uns zusammen 100 Galeonen zur freien Verfügung gegeben hat, war pures Glück und Herzensliebe. Wir müssen damit auskommen."

„Spiel nicht den Moralprediger!" zischte Draco.

Harry blickte ihn an, dann runzelte er die Stirn. „Wie viel Geld hast Du schon ausgegeben?"

Draco wich erst dem Blick aus, dann sah er Harry trotzig an. „48 Galeonen und 16 Silbersickel."

„Dann bleiben Dir ja nur noch 1 Galeone und 3 Silbersickel!" stellte Harry trocken fest. „Ich frage mich wirklich, wofür Du soviel Geld ausgegeben hast. Du brauchtest doch gar nichts kaufen!"

„Du hast keine Ahnung, ich habe einen Status zu vertreten…"

„Stimmt ich habe davon keine Ahnung", grinste Harry. „Las uns gehen!"

„Wohin genau?"

„Winkelgasse, Ollivander!"

„Okay!" Draco schloss die Augen und konzentrierte sich auf den Zielort, er hasste apparieren. Ein kaum vernehmliches ‚Plopp' sagte ihm, dass Harry verschwunden war. Schließlich folgte Draco ihm, auch wenn sein ‚Plopp' weitaus lauter war.

In der Winkelgasse angekommen marschierten sie zum Tropfenden Kessel und hindurch in die Muggelwelt. Dracos Schritte waren auf den letzten Metern immer zögernder geworden, bis Harry stehen blieb und Draco bewusst ruhig anguckte. Er musterte das konzentriert gelassene Gesicht von Draco. Er zeigte kein deutliches Anzeichen für Unsicherheit, aber Harr spürte sie.

„Du warst doch schon mal in der Muggelwelt, oder?"

Draco blickte zur schmutzigen Decke des Pub's hinauf. Er überlegte nur einen kurzen Moment, wie ehrlich er Harry gegenüber sein sollte. „Ja, aber nicht bei Tag und mitten in der Stadt!" knirschte er schließlich. Aber gegen seine Erwartungen, begann Harry nicht zu lachen, sondern lächelte nur aufmunternd. Der schwarzhaarige Junge konnte sich noch sehr genau an Rons ersten wirklichen Besuch in Muggellondon erinnern. Ohne Hermione hätte er kaum eine Katastrophe vermeiden können, denn immerhin war er auch nie wirklich in Muggellondon unterwegs gewesen.

„Vertrau mir, ich werde Dich nicht allein lassen, okay?" Draco nickt leicht, Harrys Lächeln wurde breiter und wärmer. Er nahm Draco den Zaubererhut ab und steckte sie in seine Manteltasche. Die Mäntel würden nicht wirklich auffallen, auch wenn sie nicht der neusten Mode entsprachen.

„Vermeide es, Deinen Mantel zu öffnen. Deine Zaubererrobe würde Aufsehen erregen." Harry grinste vorsichtig und Draco entspannte sich. Harry würde auf ihn aufpassen, da war er sich nun sicher. „Vermeide Themen und Worte aus unserer Welt!"

Harry nahm Dracos Hand und zog ihn sacht hinter sich her. Draco verspannt sich sofort. Die vielen Autos und die Menschenmassen sagten ihm gar nicht zu. Eine Gruppe junger Frauen in sehr bunten Kleidern ging an ihnen vorbei und Draco rieb sich die Augen. „Das sind so genannte Hippies. Es ist eine sehr aktuelle Jugendbewegung, die sich gegen kulturelle und gesellschaftliche Zwänge stellt", erklärte Harry dem erstaunten Zauberer. „Etwa so wie die „roten Elfen" im letzten Jahrhundert in unserer Welt."

„Die sind ja verrückt", sagte Draco und Harry lachte leise. Mit ungutem Gefühl stellte Draco fest, dass er das Lachen mochte. Wenn Harry schlecht gelaunt war, dann war er auch gefährlich, das hatte Draco schon in der Schule gelernt. Dieser fröhliche Harry war einfach sympathisch.

Sie gingen die große Einkaufsstraße entlang und hielten Ausschau nach einem Juwelierladen, aber wie es immer so ist, wenn man etwas sucht, dann findet man es nicht.

Endlich erspähte Draco einen kleinen Laden zwischen zwei großen Modegeschäften. Zielstrebig gingen sie darauf zu, dabei wurden sie fast von einem Auto angefahren und Draco klammerte sich an Harrys Hand.

Ein leises Lachen und ein „Oh, wie süß!" ließ Draco dann aber doch Harrys Hand widerwillig loslassen. Er würde sich bei weitem nicht so unsicher fühlen, wenn sie unbegrenzt Magie verwenden könnten. Draco straffte sich und setzte seine unnahbare Maske auf.

Harry betrat selbstsicher das kleine Geschäft und blickte sich nach dem Inhaber um. Draco war ihm gefolgt, hatte sich aber nach den kichernden Mädchen umgedreht. Sie waren bei seinem bösen Blick schnell abgehauen.

Im Laden waren zwei ältere Männer und eine junge und eine alte Frau, die gerade bedient wurde. Harry seufzte, da mussten sie offensichtlich warten. Er wandte sich der Auslage zu. Interessiert sah er sich in der Vitrine um. Draco hatte das Gefühl eines déjà-vu-Erlebnisses, als Harry einen schmalen silbernen Wecker betrachtete. Er selbst beäugte gerade ein paar sehr schöne silberne Kettenanhänger, als er etwas Seltsames in der Spiegelung sah. Der eine Mann schien gerade etwas in seine Manteltasche gleiten zu lassen, auch wenn Draco keine Ahnung von der Muggelwelt hatte, so wusste er doch, dass so ein Verhalten nicht Richtig war.

Kurz blickte er zu Harry, aber der hatte das wohl noch nicht bemerkt. Wie denn auch, wenn er mit dem Rücken zu den Männern stand. Unauffällig beobachtete Draco die beiden Männer in der Spiegelung. Sie hatten offensichtlich mit einem Glasschneider die ungesicherte Vitrine geöffnet und holten sich jetzt nach und nach die Juwelen und Schmuckstücke aus dem Kasten. Die Frau schien gerade total hingerissen von einer schweren Perlenkette zu sein. Dies lenkte den Ladenbesitzer zuverlässig von den Männern ab und die junge Frau würde vermutlich auch jederzeit ihre Fähigkeiten der Ablenkung einsetzen. Was für eine miese Bande.

Auch wenn Draco weder ein Muggelliebhaber, noch ein wirklich ehrlicher Mensch war, er liebte Schmuck und sah es als Statussymbol an, welches erarbeitet und nicht gestohlen werden sollte. Und der Ladenbesitzer schien seinen Beruf wirklich zu lieben und Draco konnte es nicht zulassen, oder?

Draco trat also zur Tür und schloss mit einem energischen und etwas unkontrollierten Schwung an die Kordel die Rollläden. Harry zuckte erschrocken zusammen und starrte ihn fassungslos an, aber auch die anderen Besucher des kleinen Ladens, der vermutlich noch nie so voll gewesen war, richteten ihre Blicke auf den blonden Jungen.

„Meine Herren, ich denke Sie haben etwas in ihren Taschen, was nicht Ihnen gehört und die Damen, wenn Sie sich diese Klunker nicht leisten können, dann sollten sie sich damit abfinden. Denn ohne die passende Kleidung und das gewisse Etwas sehen diese Schmuckstücke lächerlich an Ihnen aus."

Harry zwinkerte, dann blickte er sich genau um. Draco zollte ihm Tribut, denn ein Verstehen trat sehr schnell in seine grünblauen Augen.

„Geben Sie dem Mann sein Eigentum zurück!", zischte Harry mit kalter Stimme und schon wirkte er nicht mehr so freundlich und zuvorkommend, wie noch wenige Sekunden vorher. Die vier Personen standen blass und überrascht vor den beiden jungen Männern, denn in diesem Moment sahen sie nicht wie 15-jährige Schüler aus. Sie hatten etwas Gefährliches an sich, auch wenn niemand genau sagen konnte, woher dieser Eindruck kam.

„Was geht hier vor?" stotterte der Inhaber fassungslos und total überrascht.

„Sie werden gerade bestohlen!", antwortete Draco ruhig. „Vielleicht sollten Sie die Auro-„

„die Polizei rufen!" korrigierte Harry schnell.

„Was? Wie? Jaja! ..." der kleine dürre Mann verschwand im Handumdrehen im Hinterzimmer.

Kaum war der Mann weg, da holten die beiden überraschten Männer schließlich umständlich ihre Waffen aus den Taschen. Wild deuteten sie mit den Revolvern auf Harry und Draco, damit sie aus dem Weg gingen, aber Harry grinste nur. „NEIN! Da müssen Sie mich schon töten!"

Draco schluckte. Von diesen Waffen hatte er schon gehört. Nicht wenige Zauberer waren daran gestorben, denn wenn eine Kugel tödlich war, dann war sie tödlich, auch für einen Zauberer. Magie konnte da nicht viel helfen. Draco griff nach seinem Zauberstab, im Notfall würde er zaubern. Noch war es nicht zu einer Eskalation gekommen. Die Bande schien nicht daran interessiert zu sein, großes Aufsehen zu erregen. Also ballerten sie nicht wie wild in der Gegend rum. Sie dachten jetzt nur noch an ein unauffälliges Verschwinden.

Der dünnere der beiden Männer trat auf Draco zu und wollte ihn schwungvoll zur Seite schieben, aber der blonde Junge ging freiwillig einen Schritt zu Seite. Er öffnete sogar die Tür, was den Ganoven wohl noch mehr irritierte. Draco gestand sich ein, dass er von den Geflogenheiten der Muggel keine Ahnung hatte. Er hatte gelernt, dass man jemand anderem die Tür aufhielt, auch wenn es Ganoven waren. Ohne groß zu überlegen rannte die Verbrecherbande nach draußen und lief nun mit gezogenen Waffen direkt in die Arme der Polizisten…

„Woher wusstest Du, dass die Polizei vor der Tür steht?", fragte Harry anerkennend. „Die Rollläden haben doch alles verdeckt!"

„Diese komischen Lichter auf Euren Aukos wurden da hinten von dem Glas gespiegelt!"

Harry grinste. „Gute Arbeit!"

„Danke!"

Das Kompliment von Harry ging runter wie Öl und Draco grinste stolz. Er wusste, dass das Kompliment wirklich ernst gemeint war und dass er wirklich das Richtige getan hatte. Zusammen mit Harry fiel es ihm überraschend leicht.

Es dauerte eine halbe Stunde, bis ihre Aussage zu Protokoll genommen wurde. Sie erklärten dem Kommissar einleuchtend, dass sie nicht aus England kamen und so nur jetzt zur Zeugenaussage bereit standen. Der Kommissar schien nicht sehr überzeugt zu sein, aber wenigstens nahm er alles gründlich auf. Sie nannten Gryzabels Adresse.

Als die Polizisten weg waren, flüsterte Harry in Dracos Ohr „Ich möchte gar nicht wissen, was wir jetzt schon wieder alles verändert haben!"

„Wieso?"

„Vielleicht hat die Tochter des einen Kerls eine Hexe geheiratet, dann haben sie einen kleinen Zauberer zur Welt gebracht, was allerdings dank dieses Zwischenfalls verhindert wird."

„Bei manchen ist es nicht schade drum!" knurrte Draco leise. Harry verzog missbilligend das Gesicht. Draco hatte nicht wirklich Unrecht, aber es wirkte wieder so menschenfeindlich. Es war wieder so typisch Draco Malfoy.

„Oh was für ein Glück es war, dass Sie mein kleines Geschäft betreten haben. Und das in dem Moment, wo diese Bande mich ausrauben wollte. Oh, ich will gar nicht daran denken!" jammerte der kleine Verkäufer.

„Haben Sie einen Moment für uns Zeit? Wir hätten da nämlich eine Frage…"

„Jederzeit die Herren. Für meine Helden habe ich immer Zeit übrig!" der Mann wuselte in das Hinterzimmer und kam gleich darauf mit drei Gläsern und einer Flasche Schnaps wieder. Er schenkte jedem etwas ein und trank dann in einem Schluck. „Für die Nerven" sagte er.

Draco trank auch, aber Harry verweigerte dankend. Draco schüttelte sich und zwinkerte irritiert. Es schmeckte anders als magischer Schnaps und schlug kräftig zu Buche.

„Mein Name ist Cornelius Krostino, mir gehört dieses kleine Geschäft und Sie haben meine Existenz erhalten. Wie kann ich Ihnen danken!"

„Wir hätten da eine Frage!"

„Dann fragen Sie!"

„Mit welchem Stoff kann man Gold zersetzen? Und gibt es auch Möglichkeiten einen Schmuckstein auseinander zu nehmen?" fragte Harry vorsichtig und mit viel Bedacht.

„Wofür brauchen Sie das?" Cornelius Krostino war sichtlich irritiert.

„Wir müssen einen Ring zerstören!" sagte Draco als wäre es etwas ganz normales. Harry seufzte gequält auf, da Krostinos Gesicht sich erschrocken verdüsterte, aber Draco sprach einfach weiter. „Wissen Sie Mister Krostino, meine Mutter hat ein altes Erbstück erhalten. Es ist ein goldener Ring mit einem dicken schwarzen Stein. Laut einer Familienlegende ist dieser Stein verflucht, daher will ich ihn zerstören."

„Und es gibt keine andere Möglichkeit den Fluch zu brechen?" fragte Krostino schockiert und voller Schmerz. Ihm tat es offensichtlich tief in der Seele weh, zu hören, dass ein edles Schmuckstück zerstört werden sollte.

Harry hatte sich gefangen, anscheinend nahm der alte Kauz ihnen die Geschichte ab. „Nein leider nicht. Laut der Legende würde der Fluch sofort freigesetzt werden, wenn jemand rohe Gewalt anwendet. Der Urgroßvater meines Freundes, Lord Molofoy, ist bei dem Versuch gestorben."

Draco schnaubte leise, ihm gefiel dieser Teil der Geschichte nicht.

„Das ist sehr schade! Aber natürlich gibt es Mittel und Wege Gold, falls es wirklich notwendig ist. Gold ist sehr widerstandfest. Kaum eine Säure ist dazu in der Lage dem Glanz von Gold etwas zu nehmen." Draco verstand kein Wort, aber Harry schien konzentriert zuzuhören.

„Gold lässt sich in der sauerstoffhaltiger Natriumcyanidlösung lösen, dies wird auch in der Zyanidlaugerei verwendet und…!"

„Was beim Barte Merlins ist Zyanidlauserei?" fragte Draco verwirrt. Der kleine Mann schien sich nicht daran zu irritieren, dass Dracos Schimpfworte des einen Zauberers waren oder dass der Blonde nichts von dem verstand, was er erzählte.

„Es ist eine hoch gefährliche Vorgehensweise, wenn man versucht Gold zu lösen, und ich hoffe, dass sie wirklich wissen, was sie da tun. Sie brauchen…!" Der Verkäufer schien sein ganzes Wissen vor Harry und Draco auszubreiten. Harry schaffte es schließlich auch noch etwas über die chemischen Fähigkeiten eines Hämatits herauszubekommen. Er hatte gründlich in der Bibliothek von Hogwarts nach dem Stein gesucht, aber leider nur nette Bildchen und magische Befähigungen gefunden. Der kleine Verkäufer musste zwar in einigen Büchern nachschlagen aber schließlich erfuhren die Jungen dass ein Hämatit tatsächlich durch Chlorwasserstoff, auch bekannt als wasserfreie Salzsäure, aufgelöst werden kann. Zwar sehr schwer, aber es war möglich.

„Vielen Dank, Mister Krostino, für diese Informationen!" sagte Harry an den Ladenbesitzer gewandt. Zu Draco sagte er „Jetzt brauchen wir nur noch diese Säuren und Zutaten!"

„Und wo bekommt man so etwas?" fragte Draco. Er hatte keine Ahnung, was er erfahren hatte und was noch fehlte. Es war einfach alles nur sehr verwirrend!"

„Ich habe keine Ahnung!" Harry sah wirklich sehr ahnungslos aus und schien gleichzeitig stark nachzudenken. Es war so typisch Gryffindor seine Schwächen und sein Nichtwissen ohne Umschweife preiszugeben, aber Draco wusste auch, dass dieses Verhalten das Leben oft einfacher machte. Auch dieses Mal wurde diese Theorie bestätigt.

„Ich kann Ihnen etwas geben!" sagte Cornelius Krostino überschwänglich. Schon war er im Hinterzimmer verschwunden und kam fünf Minuten später mit zwei Glasfläschchen zurück. Ihre Beschriftung war eindeutig „Vorsicht Ätzend!" und „Vorsicht Giftig!" Selbst Draco verstand diese ohne nachzudenken.

Harry wurde nun auch noch über die Umgangsweisen aufgeklärt und Draco blickte sich wieder etwas in den Auslagen um. Wieder blieb sein Blick an den Kettenanhängern hängen. Er fand die Arbeit einfach nur wunderschön.

„Danke, Mister Krostino, für Ihre Hilfe. Was sind wir Ihnen schuldig?"

„Oh, mein lieber Junge, dafür will ich kein Geld sehen. Ich stehe in Ihrer Schuld. Ich denke es wäre nur rechtens, wenn Sie sich jeweils ein kleines Stück aus meiner Auslage aussuchen würden und als Dankeschön annehmen würden…"

Harry schluckte. „Das können wir nicht annehmen!"

„Das müssen Sie aber, sonst fühle ich mich sehr gekränkt! Immerhin haben sie meine Existenz und womöglich auch mein Leben gerettet. Ein Nein nehme ich nicht an!", widersprach der Alte und wuselte schon zu Draco, der wohl kein schlechtes Gefühl bei der Sache zu haben schien. Er hatte sich schon etwas ausgesucht. Harry trat seufzend zu ihm und musste erkennen, dass Dracos Wahl wirklich bezaubernd war. Ein silberner Drachenanhänger, dessen Augen in verschiedenen Farben zu leuchten schien, je nachdem in welchem Winkel das Licht sich in den Steinen brach.

„Haben Sie davon noch einen zweiten?"

„Nein, leider nicht. Es ist ein Unikat, welches ich selbst angefertigt habe", sagte der Juwelier betrübt.

Harry lächelte. „Das ist nicht so schlimm, dann nehme ich halt die silberne Schmusekatze da!" Er zeigte auf eine silberne Raubkatze, deren Augen aus Hämatit bestanden.

Cornelius Krostino nahm die Schmuckstücke aus dem Glaskasten und überreichte sie seinen zwei ganz persönlichen Helden. Sie legten die Ketten sogleich an und wussten, dass dieses Schmuckstück mehr als nur ein Anhänger war, denn er würde ihre gemeinsame Arbeit signalisieren. Sie als ein Team kennzeichnen.

„Es ist nur ein kleiner Dank, aber ich werde nie vergessen, dass es heute noch anständige Menschen gibt."

oooooooooo

Harry und Draco verließen das Geschäft. Es war schon weit nach 19 Uhr.

„Wir müssen schnell zurück!" sagte Harry.

„Leider. Ich hätte gern noch mehr erkundet und gesehen", gab Draco leise zu.

„Vielleicht schaffen wir es noch mal herzukommen, dann können wir London erkunden."

„Kennst Du es denn nicht?" fragte Draco bei Harrys betrübtem Ton irritiert.

„Haben die ganzen Gerüchte und Geschichten über meine Kindheit vor den Türen Slytherins stopp gemacht?" fragte Harry zurück.

„Du willst doch nicht sagen, dass …"

„…dass das Meiste davon wahr ist? Doch! Jedenfalls vieles. Ich wurde eigentlich nicht geschlagen oder vergewaltigt, (Harry hatte wirklich solche Gerüchte gehört.) aber ich wurde auch nicht auf Händen getragen. Meistens wurde ich weggesperrt, damit ich nicht nerve. Ich kenne natürlich nicht alle Facetten der Gerüchte, da nur ein Bruchteil davon an mich zurück getragen wurde. Aber diese Gerüchteküche ist daran schuld, dass man mich für den Erben Slytherins gehalten hat. Die Gerüchte und meine Parselfähigkeit!" lachte Harry schließlich.

„Wie kannst Du das so locker nehmen?"

„Was soll ich tun? Es ist Vergangenheit und meine Freunde kennen die Wahrheit! Meine Feinde sollten sowieso nicht zuviel von der Wahrheit wissen, sie kann es nur gegen mich und meine Freunde einsetzen."

„Ich gehörte auch zu Deinen Feinden!"

„Hmm…" sie waren mittlerweile im tropfenden Kessel angekommen. „Nein, Draco, Du warst ein Ekel und geblendeter Schüler. Du hast Probleme bereitet, aber DU warst nicht mein Feind. Ich hätte Dir helfen müssen. Ich hätte Euch allen helfen müssen…" Harrys Stimme war wieder getrübt.

Draco sah ihn an und berührte dann zaghaft seine Schulter. Er beugte sich vor und sagte ganz leise, damit auch wirklich nur Harry es hören konnte: „Deshalb bist Du hier, nicht wahr? Du denkst Du bist an allem Schuld, aber das bist Du nicht, so wichtig ist eine Einzelperson nicht. Es ist nicht die Aufgabe eines Kindes die Welt zu retten." Laut sagte er: „Du bist zu gut für diese Welt! Sie hat Dich nicht verdient!"

Harry sah ihn an und grinste traurig. „Das hat Hermione auch oft zu mir gesagt!"

Draco verdrehte die Augen. Es war eine sehr komische Vertrautheit zwischen ihnen, denn es war keine normale Freundschaft. Zuviel hatten sie gemeinsam erlebt und doch kannten sie sich offensichtlich viel zu wenig.

Sie durchquerten den tropfenden Kessel und apparierten dann an einer ruhigen Ecke zurück nach Hogsmead. Der Honigtopf hatte noch geöffnet und die beiden Jungen schlichen sich daher auf dem gleichen Weg zurück zur Schule, wie sie hergekommen waren.

Bei der Rutsche angekommen, erwartete sie allerdings eine böse Überraschung.

Ohne Vorankündigung stand plötzlich James Potter vor ihnen.

„Ich sollte wohl fragen, woher Ihr von diesem Geheimgang wisst, oder?"

Harry straffte sich, ihm war die Farbe aus dem Gesicht gewichen. „Und Du weißt aber jetzt schon, dass Du darauf keine Antwort erhalten wirst, oder?" fragte Harry zurück.

„Ja", knurrte James. Er dreht sich um und hantierte mit etwas herum, was weder Harry noch Draco erkennen konnte. Harry ahnte, dass es die Karte der Rumtreiber war. „Ihr werdet von Dumbledore gesucht. Ihr solltet Euch eine gute Ausrede einfallen lassen…" sagte James leise. Dann ging er zielstrebig vor und öffnete die Geheimtür. Der Gang lag still vor ihnen, kein anderer Zauberer war zu sehen.

„Beeilt Euch. Der Gang wird regelmäßig von Lehrern überprüft, daher bin ich hier. Ich werde Euch aber nicht noch einmal helfen." James nickte Harry zu und verschwand dann unter seinem Tarnumhang.

Draco entkam ein überraschter Laut. Harry grinste. „Ein Tarnumhang! Sehr praktisch!"

Harrys Augen blitzen vergnügt. „Der Meinung war ich auch immer!" Mit schnellen Schritten liefen sie in Richtung der Eingangshalle, um nach draußen zu schlüpfen. Es gelang ihnen auch ohne gesehen zu werden. Keine 30 Meter von dem Eingangsportal entfernt trafen sie allerdings auf Professor Kemir Sandor. Der Lehrer beäugte die ungeliebten Schüler kritisch, die möglichst unschuldig ausschauen wollten. „Der Schulleiter sucht Euch! Ihr sollt sofort in sein Büro kommen!" brummte er, dann verschwand er wieder zu den Gehegen. Dabei brummte er noch etwas von „Zeitverschwendung" und „stundenlange Suche"…

Harry blickte Draco an.

„Na dann, in die Höhle des Löwen!"

„Wir müssen zum Schulleiter nicht nach Gryffindor", lachte Harry leise. Gemeinsam gingen sie zum Wasserspeier, der sich für sie sofort öffnete.

Mit einem Kribbeln im Bauch, das sich wie 1000 Ameisen anfühlte, gingen sie die bewegte Treppe empor. Draco klopfte kurz an, dann öffneten sie auch diese Tür. Auf dem ersten Blick, konnten sie niemanden sehen. Der Schreibtisch war nicht besetzt, aber dann bewegte sich etwas am Fenster. Dumbledore stand in einen sonnengelben Umhang gehüllt da und schaute konzentriert nach draußen.

„So meine Herren!" Dumbledore drehte sich zu den beiden Slytherins um und suchte ihre Blicke. „Ich habe gestern Abend die Nachricht von Mister Filch erhalten, dass Sie versucht haben, dass Schulgelände durch einen Geheimgang zu verlassen."

„Wir standen nur vor einem Wandteppich, der laut Filch der Zugang zu einem Geheimgang bildet. Davon wussten wir allerdings rein gar nichts, daher ist diese Behauptung nicht sehr wasserdicht", behauptete Draco mit seiner kühlen gleichgültigen Stimme.

Dumbledore stand vor ihnen und beäugte sie gründlich.

„Wenn diese Behauptung falsch ist, dann frage ich mich, wo Sie den ganzen Nachmittag verbracht haben?"

Harry seufzte gespielt: „Wir wusste nicht, dass es Sie als Schulleiter interessiert, was jeder einzelne ihrer rund 224 Schüler macht, sonst würden wir für Sie natürlich Tagesprotokolle schreiben."

„Sie sollten nicht unverschämt werden!" wies Dumbledore den Schwarzhaarigen zurecht. „Ich lasse jedem meiner Schüler Freiheiten, solange er sich an die Regeln hält."

„Dann dürfen wir auch weiterhin frei auf dem Schulgelände spazieren gehen?" fragte Draco spöttisch.

„Wenn Sie dabei auf dem Schulgelände bleiben würden, selbstverständlich!"

„Können Sie beweisen, dassDorian und ich jemals während des Schuljahres unerlaubterweise außerhalb des Schulgeländes waren? Wenn nicht, sehe ich die Anschuldigung von unserem hochgeschätzten Filch, als Gegenstandslos an. Es gibt keine Beweise und die Tatsache, dass es mindestens fünf weitere Geheimgänge nach Hogsmead geben soll, macht es in meinen Augen nicht gerade sehr beweiskräftig."

„Sie waren also nur auf den Hogwartsgründen unterwegs? Dann können Sie mir vielleicht erklären, warum Sie von keinem Lehrer gesehen wurden?!"

Harry blickte zum Fenster. Die Aussicht von hier oben war bemerkenswert. Ob Dumbledore sie von hier oben aus gesucht und nicht gefunden hatte?

„Ich würde sagen, es war Pech", schnarrte Draco von Dumbledores Anspannung ungerührt.

„Sie glauben doch nicht, dass wir so dumm sind und einen Tag, nachdem Filch uns geschnappt hat, die Regeln brechen!"

Dumbledore zwinkerte unergründlich.

„Sie geben also zu, dass Sie gestern versucht haben das Schloss zu verlassen?"

„Das habe ich nicht gesagt", sagte Draco spitz. Seine Fassade war kühl und sein Blick unnachgiebig.

„Was sagen Sie dazu, Mr. Jericle?" Dumbledore blickte Harry aufmerksam an, dessen Augen noch immer an der Aussicht hingen. Er stand noch immer direkt neben Draco und konnte so nicht wirklich viel sehen. „Tut mir leid, Professor Dumbledore, aber ich kann nur bestätigen, was mein Cousin gesagt hat. Wir hatten keine Ahnung von dem Geheimgang hinter dem Wandvorhang und wir wissen auch nicht das Passwort." Harry blickte den Schulleiter ruhig an. „Wenn Sie uns bitte entschuldigen würden, wir haben noch Hausaufgaben zu machen!"

„So einfach geht das nicht, meine Herren! Ich muss leider davon ausgehen, dass Mister Filch Recht mit seiner Anschuldigung hat!"

„Aber Professor es gibt keine Beweise!" warf Harry scharf ein. Er blickte Dumbledore klar ins Gesicht. Der Schulleiter runzelte die Stirn, es erinnerte ihn an etwas, aber Dumbledore wusste im Moment nicht woran.

„Was wollen Sie machen, Professor? Uns von der Schule verweisen und damit ihre Schüler in die Hände vom Dunklen Lord spielen? Überlegen Sie sich gut, ob Sie dieses Risiko auf sich nehmen wollen", schnarrte Harry eiskalt. Er ging zur Tür, schenkte vorher Fawks aber noch ein tiefes Lächeln. Dann blickte er noch mal zu Dumbledore.

„Wir wünschen Ihnen einen schönen Abend", sagte Draco mit seiner aalglatten Stimme.

„Machen Sie sich nicht zu viele Gedanken über uns, Professor! Es ist besser für sie! Gute Nacht."

oooooooooo

„Ob das klug war?!"

„Ich weiß es nicht, aber Dumbledore hängt mir zu sehr an meinen Fersen!"

„Das wird sich nach dem Gespräch nicht bessern!" stellte Draco trocken fest.

Sie waren auf dem direkten Weg zurück in ihre Kerker. Dumbledore hatte nichts weiter gesagt und so waren die beiden Jungen einfach gegangen. Sie wussten genau, dass sie einen grübelnden Schulleiter zurück gelassen hatten.

Harry zuckte mit den Schultern. „Es behagt mir nicht, aber Dumbledore muss auch lernen, dass die Welt sich nicht um ihn dreht!"

„Ach ich vergaß, Du warst ja der Mittelpunkt!" spottete Draco. Sein altbekanntes Grinsen stahl sich auf seine Lippen und Harry ließ sich davon verunsichern.

„Du weißt, dass das nicht wahr ist!" stotterte Harry etwas verwirrt.

Draco lachte. „Ich weiß genug um zu wissen, dass es der Wahrheit entspricht. Du glaubst gar nicht, wie oft ein Zaubererkind von Dir gehört hat. Wie oft Deine Geschichte als Gute Nacht-Geschichte herhalten musste…"

„Du hast Gute-Nacht-Geschichten vorgelesen bekommen?" fragte Harry amüsiert.

Draco blieb stehen und blickte Harry aus seinen falschen blauen Augen kühl an.

„Ja, Potter, auch ich war mal klein und habe Geschichten von meinen Eltern vorgelesen bekommen."

Es war gar nicht so schwer sich Draco als kleines Kind vorzustellen, schwieriger war es in Lucius oder Narcissa die besorgten und fürsorglichen Eltern zu sehen.

Harry grinste. „Sei froh", sagte er schließlich kopfschütteln und mit einem unergründlichen Glitzern in den Augen. Sie waren schließlich doch heil in ihrem Schlafsaal angekommen und Harry packte sorgfältig ihre Beute aus.

„Ob das wirklich funktioniert?"

Draco war genauso skeptisch wie Harry.

„Wir bräuchten Neville!"

„Wozu brauchen wir Longbottom? Damit er das Schloss in die Luft jagt?"

Harry schmunzelte traurig. Wenn die Sprüche von Draco nicht so verachtenswert sondern eher humorvoll waren, dann machte es richtig Spaß sich mit ihm zu unterhalten. Nur die Erinnerungen an seine Freunde waren in der Regel sehr schmerzhaft, egal in welchem Ton Draco von ihnen sprach.

„Ja, so in etwa. Er könnte aus den Zutaten eine wirklich ätzende Brühe mischen und …"

Sie wurden unterbrochen, als es an ihrer Tür drei Mal klopfte.

Die Jungen tauschten einen Blick, dann ging Draco zur Tür, während Harry die Sachen vorsichtig in seine Schublade gleiten ließ. Langsam wurde die Schublade richtig voll, denn auch sein Weihnachtsgeschenk von Lin lag da drin. Es war ein kleines in Leder gebundenes Buch. Harry lächelte kurz, dann öffnete Draco schon die Tür und Harry schloss schnell die Schublade.

Lin stand frech grinsend davor und wartete geduldig. „Seid Ihr endlich von Eurem Ausflug zurück?" fragte sie zuckersüß. Sie erinnerte Draco etwas an Pansy, nur das Lin viel hübscher war. Das Mädchen schob sich an Draco vorbei. „Ich habe Euch Brote vom Abendessen mitgebracht!" Sie stellte einen Teller mit belegten Broten auf Sanuels Nachttisch. Sie setzte sich auf Sanuels Bett und beäugte die Jungen kritisch. „Erzählt Ihr mir von Eurem Ausflug?"

„Nein!" sagte Harry ruhig.

„Och!" seufzte Lin enttäuscht auf.

Draco wurde das Gefühl nicht los, dass sich dieses Szenario schon häufiger abgespielt hat. Das kleine Biest. In der Bibliothek war sie die besorgte Freundin und im Nachhinein versuchte sie Anteil an den Abenteuern zu haben.

„Kleine Schlange!" sagte Harry und ließ sich neben Lin nieder. Er griff nach einem der Brote. Ohne Sorgen biss er hinein. Es würde wie immer bei einem Brot bleiben und Lin wusste, dass sie froh sein konnte, wenn Harry dieses ganz aufaß.

„Hast Du keine Angst, dass sie die Brote vergiftet hat?"

„Nein!" sagte Harry ohne zu zögern. „Das würde Lin nicht machen!"

Draco schüttelte den Kopf und bediente sich auch. Lins Lächeln war ehrlich. Wie konnte man einer Slytherin so vertrauen? Harry Potter war wirklich manchmal merkwürdig, aber bisher schien niemand ihn verraten oder hintergangen zu haben. Der Charme von Harry Potter wirkte auch in den tiefsten Räumen der Kerker. Langsam wunderte Draco sich gar nicht mehr, dass Voldemort Harry so gefürchtet hat. Harry war ein ganz außergewöhnlicher Mensch und Zauberer.

oooooooooo

Die nächsten Tage verhielten Harry und Draco sich sehr zurückhaltend und still. Selbst Micks Geburtstag am Mittwoch verlief relativ unauffällig, wenn man davon absah, dass Lily, Esmare und Sal es sich nicht nehmen ließen, dem erschrockenem und peinlichberührten Mädchen ein Geburtstagsständchen mitten in der gefüllten Großen Halle zu bringen. Dumbledore hatte für kurze Zeit kein besorgtes Glitzern in den hellblauen Augen, sondern genoss diese Freude und Fröhlichkeit der Mädchen.

Harry hatte fröhlich gelächelt und als sich sein Blick mit dem von Dumbledore traf, zwinkerte er freundlich. Dumbledores Mine hatte sich sofort verdüstert, aber Harry ignorierte es und frühstückte gelassen weiter. Er bekam langsam das Gefühl, dass er machen konnte was er wollte, Dumbledore würde ihm immer misstrauen. Und die Nachrichten aus der Zeitung trugen nun auch nicht wirklich zur Ruhe und Gelassenheit bei. Harry zuckte leicht mit den Schultern und schob das ungute Gefühl weit von sich. Er hatte etwas Wichtiges zu tun.

Am Freitagnachmittag, nachdem Draco seinen Unterricht ‚alte Runen' beendet hatte, trafen die beiden Jungen sich für einen kleinen Spaziergang. Sie machten es immer wieder, nur um Dumbledore an der Nase herumzuführen. Sie bewiesen ihm damit, dass sie wirklich lange auf den Hogwartsgründen herumgehen konnten, ohne einer anderen Menschenseele zu begegnen. Aber heute gingen sie zum See, wo sich viele Schüler aufhielten, und schwiegen eine ganze Weile, während sie einfach auf den See hinausblickten.

„Wie soll es weitergehen?"

„Wir brauchen einen Ort für die Durchführung", sagte Harry leise.

„Ich weiß!", schnarrte Draco und zog seinen Wintermantel etwas enger. „Wir haben doch schon alle Möglichkeiten angesprochen: Die Klassenräume sind zu offen, dort könnte jederzeit wer hineinplatzen. Die Gemeinschaftsräume sind zu voll. Die Große Halle ebenfalls und die dunklen Flüche aus den Horcruxen könnte unter Umständen nach draußen dringen. Das Quidditchfeld ist zu offen, da könnten die Flüche wer weiß nicht wohin gehen und für den Verbotenen Wald gilt das Gleiche."

Harry nickte nur bei Dracos Aufzählung. Er wollte keine Schüler in Gefahr bringen.

„Wir brauchen einen geschützten Raum, wo niemand einfach so hin kommt und der Fluch niemanden treffen kann. Einfach einen geheimen Raum!"

Und plötzlich hatte Harry zwei mögliche Lösungen. „Der Raum der Wünsche!" sagte er ohne zu zögern.

Draco überlegte, dann grummelte er leise. „Möglich, aber wir wissen nicht wie geschützt der Raum wirklich ist, oder ob vielleicht Lehrer oder Schüler den Raum ausversehen betreten können."

Harry verschränkte die Arme vor der Brust und blickte auf den zugefrorenen See hinaus. Er beobachtete einen Moment die Schüler, die Schlittschuh liefen. Vermutlich waren es muggelstämmige, denn Harry hatte bisher noch von keinem Reinblut gehört, der Schlittschuh lief bevor er nach Hogwarts kam. Er sah auch Lily mit Esmare und Mick am anderen Ufer stehen.

„Ich habe DIE Lösung!", sagte Harry sehr leise und wandte sich Draco zu. Dieser blickte ihn fragend an und ihre Blicke trafen sich. Für einen Augenblick sahen sie sich einfach nur an. Harry hatte wieder das intensive Gefühl der Verbundenheit. Ein leichtes Lächeln zuckte in seinen Mundwinkeln, dann hob Draco aber fragend die Augenbraue und der magische Moment war vorbei. Harry verging das Lächeln.

„Die Kammer von Salazar Slytherin"

Sie war perfekt. Groß, kein Schüler, keine Lehrer, abschließbar und vermutlich der bestgeschützte Ort in Hogwarts – einfach perfekt.

Dracos Augen wurden groß und rund. „Oh…!"

Harry blickte wieder auf den See hinaus, wo Lily gerade Esmare wieder auf die Beine stellte. Sie lachten hell und fröhlich.

Harry war gar nicht nach Lachen zumute. Die Kammer von Salazar Slytherin oder wie sie umgangssprachlich genannt wurde, die ‚Kammer des Schreckens', war ihm nicht geheuer. Irgendein Geheimnis verbarg diese Kammer, aber Harry wusste einfach nicht was es sein könnte. Harry hatte in seinem letzten Jahr etwas gelernt. Salazar Slytherin war kein durch und durch böser Mensch. Er hatte andere Prioritäten gehabt und in der Zeit der Hexenverfolgung war der Muggelhass purer Selbstschutz gewesen. Das hatte Harry mittlerweile begriffen, aber es gab nur wenige, die es auch erkannten.

„Du meinst diese Kammer ist dafür geeignet?" fragte Draco nach wenigen schweigenden Augenblicken vorsichtig und sehr argwöhnisch.

„Sie ist dafür perfekt!"

Draco wurde ein wenig blass. Er kannte die Geschichte nur von den allgemeinen Gerüchten her und das war nicht wirklich viel gewesen. Draco schluckte hart, dann blickte er Harry vorsichtig von der Seite her an. Die blau-grünen Augen waren noch immer auf den See und die vergnügten Schüler gerichtet, ohne dass in ihnen eine ähnliche Fröhlichkeit zu erkennen war. Es wurde eher deutlich, dass Harry Potter schon lange kein Kind mehr war und irgendwie betrübte dieser Gedanke Draco sehr.

„Was passierte wirklich ... in unserem... zweiten Schuljahr?"

Harry schloss die Augen. „Du willst es wirklich wissen?"

Draco nickte zögernd.

„Gut, aber ich glaube nicht, dass es jetzt der richtige Moment ist. Ich werde Dir die Wahrheit erzählen, aber wann anders, okay?"

Draco grummelte nur, nickte aber schließlich.

„Was ist mit diesem Monster in der Kammer?!"

Draco schien irgendwie unsicher zu sein, ob er diese Frage wirklich stellen sollte. Harry sah ihn nicht an. Er zuckte nur mit den Schultern.

„Es ist ein Basilisk, der da unten haust, kein Monster", sagte er ruhig. Er hoffte sich selbst und Draco damit ein wenig die Angst zu nehmen. Es misslang ihm gründlich.

„Oh, da bin ich aber beruhigt. Ein Basilisk ist ja nur halb so wild wie diese knallrümpfigen Kröter von Hagrid. Und die hatte ich ja wirklich zum kuscheln gern!" zischte Draco spöttisch und voller Verachtung. Er entlockte Harry ein leichtes Grinsen.

Draco wirkte ein wenig so, als ob er dem tödlichen Blick des Untieres schon jetzt ausgeliefert war.

Harry grinste schief.

Es war damals nicht wirklich offen gelegt worden, was sich in der Kammer befand, denn die, die es wussten, hatten geschwiegen und die, die es nicht wussten, hatten sich nicht getraut zu fragen. ‚Das Monster war besiegt' mehr gab es nicht zu sagen.

Viele Gerüchte waren umher geflogen und einige davon waren sehr nah an der Wahrheit gewesen und andere waren sehr utopisch und wahnsinnig gewesen.

„Das macht es nicht besser. Das macht es wirklich nicht besser!", zischte ein blasser Draco. „Kein Wunder, das man Hagrid dieses …"

„…Verbrechen…"

„…hm… angelastet hat", beendete Draco den Satz wage. „Es könnte wirklich eins seiner Haustiere gewesen sein."

„War es aber nicht und wir müssen dafür sorgen, dass es bewiesen wird!"

„Du willst was?"

„Ich will, dass jeder weiß, dass Hagrid unschuldig ist und…"

„…das er Pflege magischer Geschöpfe unterrichtet?" fragte Draco ungläubig.

Harry biss sich auf die Unterlippe. Er konnte schlecht die Wahrheit sagen.

„Was? Potter?" Draco trat mit einem schmierigen Grinsen an Harry heran. „Bist Du doch nicht SO begeistert von seinem Unterricht, wie Du uns immer versucht hast glaubhaft zu machen?"

Harry zwang sich Draco anzusehen. „Ich…"

„Ja, Potter? Waren Dir die Kröter zuviel oder die Flubberwürmer zu langweilig?" philosophierte Draco spielerisch und blickte herausfordernd Harry ins Gesicht. Beiden Jungen war klar, dass dies nicht wirklich eine ernsthafte Argumentation war, aber beide Jungen brauchten diese Art von Diskussion manchmal. Es erinnerte sie ein Wenig an ihre wahre Identität und an ihr wahres Leben. Etwas, was beide nicht noch einmal vergessen wollten.

„Es ist nicht so dumm, zu wissen, wie man sich einem Hippogreifen gegenüber verhalten soll, oder? Hagrid weiß eine ganze Menge von den magischen Tieren", zischte Harry.

„Weil er selbst eins ist!" spie Draco aus. Diese Aussage war wieder hart an der Grenze und es war klar, dass es nicht bei einer netten Argumentation bleiben würde.

„Hagrid ist kein Tier, Malfoy! Er ist ein Halbriese, aber kein Tier UND er ist mein Freund!" Der wütende Blick von Harry war nicht ungefährlich und Draco beschloss sich zu einem Rückzug. Vielleicht war er wirklich zu weit gegangen.

„Okay!" Abwehrend hob er seine Hände, die in schwarzen wärmenden Lederhandschuhen steckten. Einen Fluch würden sie nicht abhalten, aber es reichte, um Harry sich abwenden zu lassen. Sein Gesicht war noch immer verkrampft und Draco erkannte, dass er wirklich einen wunden Punkt erwischt hatte. Warum hang Harry Potter so an diesem überdimensionalen Tollpatsch?

„Er ist vielleicht keiner der besten Lehrer und seine Perspektive der Dinge ist eine etwas andere, aber er hat eine gute Seele!" sagte Harry leise und zeigte mit diesen Worten viel Ehrlichkeit, die Draco überraschte. Soviel Courage und Mut hätte er dem ehemaligen Gryffindor gar nicht zugetraut. Aber es zeugte auch von einer tiefen Freundschaft.

Draco verbiss sich einen scharfen Kommentar. „Woher kennst Du ihn?" fragte er stattdessen mit dem Verdacht, dass da mehr hinter stecken musste.

„Er hat mich an meinem 11. Geburtstag in die magische Welt hineingebracht. Er hat mich von den Dursleys weggeholt!" Harry hatte ohne zu zögern geantwortet. Er blickte in die Ferne. Draco wollte etwas sagen, aber Harry sprach schon weiter. „Er hat mir meinen Kindheitstraum erfüllt!"

„Hä?"

Harry antwortete nicht auf dieses Unverständnis und schüttelte nur sacht den Kopf. „Es spielt keine Rolle mehr", sagte er milde. „Hagrid ist mein Freund und wenn ich die Möglichkeit finde ihn zu entlasten, dann werde ich es tun!"

Draco seufzte leise in seinen Schal hinein. Dieses Verhalten war so typisch für Harry Potter. So typisch für einen Gryffindor. Manchmal fragte Draco sich, ob nichts Harry aus der Bahn werfen konnte. Über diesen Gedanken grübelte er noch nach, als sie sich schon auf dem Rückweg zum Schloss befanden. Kurz vor dem Portal öffnete Draco den Mund. „Gibt es eigentlich etwas, was Dich wirklich überraschen kann?"

Harry blickte ihn Stirn runzelnd an. „Wie meinst Du das?"

Die beiden Jungen waren stehen geblieben und blickten sich an. Der kleine Streit war schon vergessen, dafür war es wohl einfach zu normal zwischen ihnen.

„Du nimmst jede Veränderung so locker. Es scheint, als ob Dich nichts aus der Bahn werfen könnte, als wenn Dich nichts überraschen könnte", erklärte Draco sein Anliegen vorsichtig.

Harry schien ehrlich über diese Frage überrascht zu sein. „hm… vielleicht liegt es daran, dass mein Leben seit meinem 11. Geburtstag nur aus Überraschungen zu bestehen scheint?"

„Eine große Überraschung wäre es, wenn man Sie mal in Ihrer Muttersprache sprechen hören würde!", sagte eine schneidende Stimme vom Eingangsportal aus. Aber auch von diesem Schrecken erholte Harry sich schnell. „Es ist unhöflich, fremde Gespräche zu belauschen, Professor. Und falls es Sie wirklich interessiert, Professor McGonagall, dann sage ich Ihnen gerne, dass Englisch unsere Muttersprache ist."

Harry blickte die Frau kalt an. „Bei uns zu Hause wurde fast ausschließlich Englisch gesprochen!" Mit hoch erhobenem Kopf schritt er an ihr vorbei.

Kommst Du?" sagte Harry plötzlich auf akzentfreiem Russisch und Draco musste sich einen überraschten Laut verkneifen. Seit wann konnte Harry russisch?

Aber Draco wäre kein echter Slytherin, wenn er bei so einem Spiel nicht mitspielen könnte. „Immer für Scherze gut?"

Harry grinste slytherinlike und erübrigte für McGonagall nur ein überhebliches Lächeln. „Du kennst mich doch!" grinste Harry nun Draco an und spielte weiter. Sein Russisch war fließend und am Gesichtsausdruck der Lehrerin konnte man deutlich erkennen, dass sie kein Wort verstand.

Draco nickte ihr triumphierend zu und folgte Harry ins Schloss. Das Grinsen der Jungen wurde nur noch breiter und sie tauschten höchstamüsierte Blicke.

„Wann hast Du Russisch gelernt?" fragte Draco schließlich kurz vor dem Zugang zum Gemeinschaftsraum der Schlangen.

„Ich habe bei Gryzabel angefangen ein paar Floskeln zu lernen, als feststand wie unsere Geschichte aussehen sollte. Ich habe mir gedacht, dass es mal eine Situation geben wird, wo ich es brauchen werde. Eigentlich habe ich damit gerechnet, dass Dumbledore mich mal auf Russisch anspricht. Er kann ein wenig."

Draco zog scharf die Luft ein.

„Er kann wirklich nur wenig", beruhigte Harry ihn. „Woher kannst Du es?"

„Mein Großvater war der Meinung, ich solle ein paar Fremdsprachen beherrschen. Also lehrte er mich Französisch, Deutsch, Russisch und Spanisch. Ich bin nicht wirklich gut, weil ich es nicht nutzen kann."

Harry grinste nur. „Vielleicht sollten wir dann öfters Russisch sprechen?!"

Draco antwortete mit einem ähnlichen Grinsen.

Gemeinsam betraten sie den lauten Gemeinschaftsraum. Die skeptischen, wütenden aber auch vorsichtigen Blicke berücksichtigten sie in keiner Weise.

oooooooooo

In ihrem Schlafsaal angekommen, ließ Harry sich auf sein Bett fallen und schloss erschöpft die Augen. Draco setzte sich zu ihm. Er beobachtete jede Bewegung von Harry Potter. Der schwarzhaarige Junge lag entspannt in seinen Kissen, die Arme weit von sich gestreckt und total entspannt. Harry vertraute Draco, sonst würde er nicht so entspannt und ruhig direkt vor ihm liegen. Die schwarzen Haare waren ein wenig verwuschelt, so wie es immer gewesen war. Draco grinste zufrieden und schob zaghaft eine widerspenstige Strähne aus Harrys Stirn. Überrascht öffnete Harry seine Augen und blickte Draco verblüfft an.

Der blonde Slytherin zog seine Hand peinlich berührt zurück und bekam rote Wangen. „Ähm…"

Harry und Draco blickten sich nur sprachlos und mit roten Wangen an. Sie wussten nicht, was sie sagen sollten.

„Hey Leute!" Sanuel unterbrach diese peinliche Situation und Draco war ihm dafür sehr dankbar.

„Hi Sanuel!" begrüßte Harry seinen Freund.

Dieser runzelte die Stirn. Er spürte schnell, dass irgendetwas anders war. Es lag regelrecht in der Luft. „Habe ich Euch bei etwas gestört?"

Harry warf Sanuel einen Blick zu, der diesem ein dreckiges Grinsen entlockte.

„Nein, hast Du nicht!" sagte Draco ziemlich überzeugend. Er schnappte sich die unschuldige Cosmo und kraulte die Katze hinter den Ohren, bis sie zufrieden schnurrte.

„Was gibt es Neues?" fragte Harry und wich so dem fragenden Blick Sanuels aus.

„Eigentlich nichts. Lin hat zufällig von Tonelis erfahren, dass Chantal, mit der er wohl über 4 Ecken verwandt ist, sich für das neue Jahr vorgenommen hat, Dich zu verführen. Sei also gewarnt!" Sanuel grinste jetzt wirklich richtig dreckig.

Harry wurde knallrot und bedeckte seine Augen mit der rechten Hand.

Draco hob seine blonde Augenbraue.

„Chantal Morello? Ist das nicht die kleine gutaussehende Hufflepuff, die Dir vor paar Monaten nachgestellt hat?"

Harrys Gesichtsfarbe wurde noch dunkler und er stöhnte unglücklich auf.

Aber Sanuel antwortete: „Jep, genau die. Sie hat allerdings nicht verstanden, dass Adrian kein Interesse an ihr hat!" Sanuel lachte und räumte seine Schultasche aus.

Draco schnaubte. „Warum sagst Du ihr nicht direkt ins Gesicht, dass Du kein Interesse hast und auch nie haben wirst?!" fragte er schließlich todernst.

Harry knurrte und Sanuel lachte wieder. „Das hat er! Sie wollte es nicht hören."

„Dann solltest Du eine Tarnbeziehung eingehen!" schlug Draco vor.

„Ja klar! Dann würden nur vermutlich alle Mädchen von Hogwarts versuchen Adrians Flamme zu übertrumpfen und viele würden den Braten dann irgendwie riechen. Es wäre zu plötzlich, dass Adrian an einer Liebschaft Interesse zeigt", widersprach Sanuel.

Harry grummelte. „Könnt Ihr nicht einfach dass Gerücht in die Welt setzen, dass ich … keine Ahnung…, irgendetwas, was das Interesse an mir reduziert?!"

„Wir könnten sagen, dass Du schwul bist!"

„Schlechte Idee, dann würde vermutlich Mike doch wieder sein Interesse an Adrian bekunden oder andere Junges!"

Diese Unterhaltung verlief noch eine ganze Weile weiter. Draco und Sanuel amüsierten sich dabei königlich auf Harrys Kosten, brachten aber nicht wirklich eine Lösung in die Diskussion ein. Auch als Lin sich der Gruppe anschloss fanden sie nichts Hilfreiches. Harry würde sich dem Problem 'Chantal' stellen müssen, aber erst, wenn es soweit war. Er würde sein Bestes geben und ihr aus dem Weg gehen. Wenn es nach ihm ginge, würde er ihr einfach nie wieder begegnen.

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tbc.

jaja… die Liebe… es ist nicht immer so leicht damit umzugehen und wenn es zu aufdringlich wird, dann bleibt manchmal nur die Flucht nach vorne… in der Hoffnung, dass der andere es auch wirklich versteht… Wie wird Harry schlussendlich damit umgehen? Wird Draco ihm helfen?

Alles wissenschaftliche bitte nicht zu ernst nehmen, denn es ist eine Materie, von der ich keine Ahnung habe Internet sei dank dürfte es kein totaler Humburg sein... Bis zum nächsten Kapitel...