Titel: Ein Leben wie die Zukunft
Autor: Momixis
Zeit: spielt nach „Halbblutprinz"
Kapitel: 5/7
Teil: 6/9
Paare: Es kommen viele der typischen Paare vor, aber Hauptpersonen werden Harry und Draco sein… (später auch als Paar)
Warnungen: Slash, Charadeath, lange Geschichte, unterschiedlich lange Kapitel….
Inhalt: Harry und Draco sind durch die Zeit gereist und nun haben sie die Chance etwas zu verändern. Harry will diese Möglichkeit nutzen ohne die Menschen, die ihm wichtig sind in Gefahr zu bringen. Wird er es schaffen? Wird er alleine den Weg gehen können? Welche Rolle wird Draco zu Teil? Und halten die Rumtreiber und die anderen Schüler von Harry? Was denkt Dumbledore?
MIR GEHÖRT NICHTS UND ICH VERDIENE DAMIT AUCH KEIN GELD!
Danke an die Reviewer!!
Hi Zissy!! Ja, ich kenne das Problem mit den weglaufenden Chaps. Auf einer Seite hat man gar keine Zeit eins zu lesen, auf der anderen Seite will man, dass es mindestens doppelt so lang ist. Ich hoffe, Du hattest viel Spaß in der Schule und kein Chemie. Meine Schwester konnte es gut, ... Wünsche dir einen schönen Tag. x knuddel x
Hallo Reinadoreen!! Ja, ich bin auch gespannt. Harry und Draco machen es sich nicht wirklich einfach, wobei Draco mehr Erfahrung in Sachen Liebe und Beziehungen hat, als Harry... und weh tun will er Harry eigentlich nicht wirklich. Nicht mehr... und Du hast natürlich Recht. Draco kennt Harry gar nicht wirklich gut... dies wird sich aber ändern... Viel Spaß ... x.knuddel.x
Hi Deedochan!! Es freut mich, dass du die fröhlichkeit des Kapitels spürst. Ja, der Umgang zwischen Harry und Draco wird besser und entspannter. Sie lernen sich langsam kennen, weil beide daran arbeiten. Danke für dein Review und ich erwarte nicht (immmer) ein langes x.g.x!! Ich knuddel dich ganz doll.
Hey DjEngelchen!! Chantal kommt noch mal vor g!! Das mit den Räumen ist nicht so einfach... und der Raum der Wünsche macht es den Autoren immer so leicht... da kann man sich doch alles so schieben, wie man es mag und dann wird es ZU einfach. Ich mag es ein wenig kompliziert. Genau, freu dich mal auf den Basilisken. Der kommt garantiert. Viel Spaß, Ich knuddel dich.
Hallo Sweet-chaos-chan!! Ich fühle mich geehrt, dass ich deine Lieblings-FF-Autorin bin. Ich glaube es werden immer weniger HP-FFs gepostet, oder? Die Ära geht langsam zu Ende. Hmm... Ja es geht ein wenig in das sexuelle, aber nur sehr wage. Und Harry ist es nicht wirklich gewohnt, aber er wird einen Weg finden, damit umzugehen. Und Draco wird ihm dabei helfen. Habe Dich auch lieb und es freut mich, dass es dir gefällt. Bis bald.
Teil VI
Problematisches Jahr
Kapitel 5
Altbekannte Farben
Am nächsten Morgen auf dem Weg zum Samstagsfrühstück knurrte Draco Harry nur an. Harry beobachtete ihn schon die ganze Zeit etwas verwirrt, aber als kurz vor ihrem Ziel wieder ein total verstimmtes Knurren aus Dracos Kehle kam, konnte Harry sich nicht mehr zurückhalten.
„Was hat Dir denn den Zauberstab verknotet?" fragte er total verständnislos und ein wenig genervt.
Draco knurrte nur wieder tief und Unheil verkündend.
„Wenn Du mir nicht sagst, was los ist, kann ich Dir nicht helfen", zischte Harry hart und ging sauer einen Schritt schneller.
Draco blickte Harry von hinten kurz an und knurrte wieder. Er holte allerdings zu Harry wieder auf. Draco seufzte kurz – mal ein neuer Laut aus seiner Kehle. „Du glaubst gar nicht, wie beängstigend eine riesige Chantal sein kann, wenn sie ihrem Basilisken das Schlittschuhlaufen versucht beizubringen!"
Harry blieb wie angewurzelt stehen und starrte Draco fassungslos an, dann trafen sich ihre Blicke und Harry lachte schallend auf. Draco antwortete mit seinem eingeübten Knurren.
„Du hattest einen Albtraum von Chantal?" lachte Harry und wischte sich die Lachtränen aus dem Augenwinkel.
„Jaja, sehr witzig. Ich fand das letzte Nacht nicht sehr amüsant."
Harry versuchte sich zusammenzureißen, aber es gelang ihm nur mit mäßigem Erfolg. Seine Phantasie arbeitete auf Hochtouren.
„Jericle!" zischte Draco, der mürrisch Harry anstarrte.
„Sorry!" japste dieser. „Aber es ist zu köstlich!" Harry lachte weiter und Draco verlor fast die Geduld, auch wenn ein lachender Harry Potter wirklich ein neuer Anblick war. Harry hatte lange nicht mehr gelacht und Draco musste eingestehen, dass er diesen Anblick lieber mochte, als die Steile Sorgenfalte auf der Stirn.
Aber als ob es nicht mehr schlimmer werden könnte...
„Hallo Adrian!" kam die vertraute und zarte Stimme der braunhaarigen Hufflepuff zu ihnen. „Es ist schön, dass Du so gute Laune am frühen Morgen hast!" Chantal strahlte. Sie lächelte Harry liebreizend an, aber dies brachte Harry nur zu einem weiteren Lachanfall und jetzt konnte Draco sich ein Zucken der Mundwinkel auch nicht mehr verkneifen, so sehr die kalte Maske der Malfoys auch eingeübt war.
Harry hielt sich beim nächsten Lachanfall an Dracos Schultern fest, damit er nicht umfiel, denn alles war im Moment im Rahmen des Möglichen. Er bekam kaum noch Luft und sobald er sich versuchte zusammenzureißen traf sein Blick auf Chantal oder auf Draco. Er musste einfach lachen.
Draco grinste mittlerweile schief und beäugte den ehemaligen Gryffindor mit einem funkelnden Blick voller Humor und Amüsement. Es störte ihn nicht, dass Harrys Griff fest war.
„War Dein Morgen so gut? Ich denke ich kann ihn noch versüßen" flötete Chantal und setzte wieder ihren Schlafzimmerblick auf. „Was hat Dich denn so in Hochstimmung versetzt?" Sie schien wirklich nicht zu bemerkten, dass dies nicht nur gute Laune war. Aber Draco hatte auch nichts anderes von ihr erwartet. Sie war schließlich eine Hufflepuff.
„Ich... Er..." Harry brachte kaum ein vernünftiges Wort raus, auch wenn er es wirklich versuchte. Dracos Grinsen wurde breiter. Er hatte Harry Potter noch nie in so einer Stimmung gesehen und es war irgendwie ansteckend.
„Er hat von... Dir... geträumt!" brachte Harry dann doch schließlich, nach vielen vergeblichen Versuchen raus. Sofort lachte er wieder laut auf und verbarg sein Gesicht in Dracos Umhang.
Nun musste auch Draco lachen. Es war eher ein herablassendes und höhnisches Lachen, aber nur nach außen hin, denn in Wahrheit amüsierte Draco sich gerade königlich. Chantal sah aus, als hätte man ihr einen Schockzauber verpasst und literweise kaltes Wasser über den Kopf gegossen. Sie starrte Harry entsetzt an. Ihre Augen waren groß und ihr Mund stand weit offen.
Harry störte sich nicht daran. Er sah es kaum, denn noch immer versuche er an Dracos Schulter Halt zu finden und zur Ruhe zurück zu kommen.
Draco griff schließlich Harry fest um die Taille und schleppte ihn von Chantal weg. Es wurde höchste Zeit, dass der Schwarzhaarige sich beruhigte und wieder zu einem regelmäßigen Atem fand. Aber das leise Glucksen der beiden Jungen hielt auch noch an, als sie den Slytherintisch erreicht hatten.
Draco setzte Harry neben Lin ab und grinste breit. „Ich glaube das Problem ‚Chantal' hat sich gerade von selbst gelöst!" sagte Draco mit einer gewissen Freude in der Stimme. Er setzte sich auf die andere Seite von Harry.
Sanuel und Lin starrten ihn an, dann blickten sie zu Harry. Dieser versuchte gerade einen Schluck aus seiner Kaffeetasse zu nehmen ohne hinein zu prusten.
„Adrian!" zischte Draco nur sehr leicht genervt. „Reiß Dich zusammen!"
Harry grinste Draco nur an. Die türkisblauen Augen glitzerten voller Lebensfreude und Draco senkte schnell den Blick.
„Wieso? Was habt Ihr mit ihr gemacht?" fragte Sanuel ein wenig besorgt.
Harry blickte zu ihm und holte tief Luft und versuchte sich auf die kommenden Worte zu konzentrieren, damit er nicht gleich wieder lachen müsste. Es funktionierte nicht. „Sie fand es... wohl..." Harry lachte wieder. „nicht sehr lustig, ... dass" wieder gluckste er und Draco beendete den Satz gespielt gelangweilt. „dass ich einen Albtraum von ihr hatte und Ha...ähm... Adrian sich darüber höchst deutlich amüsiert hat."
„Ihr Gesicht..." gluckste Harry und auch Lin und Sanuel mussten bei dieser Vorstellung breit grinsen.
Die Erinnerung ließ auch Draco nicht kalt. Es dauerte einige Minuten, ehe die vier Jugendlichen sich gänzlich beruhigt hatten und einigermaßen mit ihrem Frühstück anfangen konnten. Ein großer Bestandteil war dabei, Harry zum essen zu animieren.
ooooooooo
Kurz nach dem Aufstehen vom Frühstückstisch fragte Draco dann leise: „Jetzt, wo wir Problem ‚Chantal' gelöst haben, wie sieht es mit der Lösung für das Problem ‚Basilisk' aus?"
Harry blickte ihn irritiert an. „Ich habe ihn als 12-Jähriger besiegt. Wo soll das Problem sein?"
„Aber...?"
„Zu zweit bekommen wir das hin, da mache ich mir keine Sorgen. Ich bin eher am Grübeln, wie wir Hagrid entlasten können!"
„Verdammt, Jericle! Du kannst nicht alle retten!!" zischte Draco aufgebracht.
„Ich weiß das!" knurrte Harry wütend und verletzt zurück. Er sah dabei sehr betrübt aus. „Ich werde eine Lösung finden", zischte Harry dennoch und verließ mit wehendem Umhang die Große Halle. Draco rollte die Augen und folgte ihm mit großen Schritten. Harry Potter würde wohl immer ein wahrer Gryffindor bleiben.
Zwei Korridore weiter holte er ihn endlich ein ohne Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
„Okay, okay... Du glaubst also, dass wir... ES ...schaffen können", stellte Draco mit vorsichtigem Blick auf die herumstreifenden Schüler fest.
„Ja!" antwortete Harry kühl.
„Und wie denkst Du, kannst Du ... ähm ... Hagrid entlasten?"
„Keine Ahnung. Ich muss Beweise für seine Unschuld finden und belegen, dass nur ein Parselmund die Kammer öffnen kann..." Harry blieb mitten im Gang stehen und grinste Draco an. „Ich hab's!" Bevor Draco fragen konnte, redete Harry weiter. „Es wird nicht sofort gehen, aber wir werden unseren Weg in die Kammer fotografisch festhalten. Zusammen mit einem netten Brief von den anonymen Kämpfern und der Erinnerung von Tom Riddel müsste es eigentlich funktionieren. Beim letzten Mal war es auch viel weniger, was ausgereicht hat."
Draco warf die Hände in die Luft und fluchte auf Russisch. Er blickte Harry an. „Typisch Gryffindor!"
Das brachte Harry wieder zum Grinsen und Draco bemerkte, dass er Harry lieber fröhlich und unternehmungslustig als wütend sah. Die blaugrünen Augen funkelten dann so intensiv, dass Draco genau wusste, bei den Original-Augen würde es fast Identisch aussehen.
„15.45 Uhr an der Rüstung von Altonaer dem Verfluchten!"
Draco verging das Maulen und er starrte Harry an. „Heute??" hauchte er entsetzt.
„Umso schneller wir es hinter uns haben, um so besser!"
„Worauf habe ich mich bloß eingelassen?"
„Auf den richtigen Weg und auf viele Abenteuer!", beantwortete Harry die Frage mit vollem Ernst. „Das Leben ist nicht einfach und der Kampf gegen Familie und Freunde ist hart, aber ich bin froh nicht allein zu sein."
Ein warmes Gefühl stieg in Draco auf und es verdrängte die Sorge vor der bevorstehenden Aufgabe zuverlässig.
„Bis nachher", sagte Harry und schenkte Draco ein selten warmes Lächeln, welches dem blonden Jungen durch den ganzen Körper zu gehen schien. Er lächelte zurück, aber da war Harry schon im Gang verschwunden.
oooooooooo
Natürlich war Draco pünktlich zur Stelle. Er war sehr aufgeregt, versuchte es aber zu verbergen. Die Gelassenheit vom Morgen war bei Harry nicht mehr ganz vorhanden. Er strich sich durch die schwarzen Haare und verwuschelte sie, nur um gleich darauf sie wieder glatt zu streichen.
„Angst, Potter?" schnarrte Draco leise.
Harry blitzte ihn an. „Träum weiter!"
Auch Draco grinste.
Ohne ein weiteres Wort folgte Draco seinem neuen Freund. Zu Beginn ihres ersten Schuljahres hatte Draco nichts so sehr gewollt, wie sich mit der Freundschaft zu Harry Potter zu brüsten. Jetzt war er der Freund von Harry Potter, aber niemand kannte Harry Potter. Trotzdem war Draco stolz. Stolz auf sich und auf diese Freundschaft. Die Freundschaft zu einem der mächtigsten und unglaublichsten Zauberer der Gegenwart. 1975 wie auch 1990. Und er genoss es, dass niemand es wusste. Es war ihr Geheimnis.
Schweigend lief Draco neben Harry her, bis sie in den Gang kamen, wo in ihrem zweiten Schuljahr die Nachricht an der Wand geschrieben stand und die Katze von Filch gefunden wurde. Plötzlich fühlte Draco sich nicht mehr so sicher und stolz.
„Wo gehen wir hin, Potter?"
„Du solltest mich nicht so nennen, Drache. Es könnte jemand hören!"
„Es ist niemand da!" widersprach Draco.
„Vergiss den Tarnumhang von James Potter nicht!"
„Jaja, und die klatschsüchtigen Bilder... Ich weiß! Aber in diesem Gang sind keine Bilder!"
Harry blieb plötzlich stehen und blickte sich aufmerksam um. Er lauschte in die Stille hinein und seufzte dann. „Bist Du bereit?"
Draco hob seine rechte Augenbraue und blickte Harry kühl an.
„Na dann", antwortete Harry auf diesen Blick und öffnete die nächststehende Tür.
Draco verzog die Nase. „Das ist ein Mädchenklo!"
Harry verdrehte die Augen. „Was Du nicht sagst?! Glaubst Du, dass weiß ich nicht? Los rein!"
Draco folgte dieser Anweisung nach kurzem Zögern. Es plätscherte unter ihren Füßen und Draco sah angeekelt, dass der ganze Toilettenraum überschwemmt war.
„Ähh... was ist das?" brachte Draco angewidert hervor und hob seinen Fuß aus dem klaren Nass. „Welcher Schwachkopf hat denn diese Schweinerei angerichtet. Filch sollte wirklich mal etwas für sein Geld tun!" fluchte Draco, bevor Harry intervenieren konnte. Wie befürchtet klapperte und plätscherte es in der hintersten Toilettenkabine und das picklige Gesicht von Myrthe erschien.
„Dies ist ein Mädchenklo!" heulte sie auch sofort, sobald sie die beiden Jungen erblickt hatte.
„Hallo Myrthe!" begrüßte Harry den Geist freundlich und stoppte damit jegliches weitere Gejammer. Myrthe erschien jetzt ganz und ihre Augen waren weit aufgerissen. Sie fixierte Harry argwöhnisch. „Wer bist Du? Was wollt Ihr hier?" jammerte sie weiter, aber für Myrthes Verhältnisse war es regelrecht freundlich.
Harry lächelte sie an. Er wusste, dass Draco angewidert war, aber er ignorierte es. „Ich bin... ähm... Adrian und das ist Dorian!" stellte Harry sich und Draco vor. Myrthe kicherte leise, dann starrte sie wieder Harry voller Skepsis an. „Was wollt Ihr hier? Ihr dürft hier nicht rein!"
„Was geht es Dich an?" fauchte Draco. Für den giftigen Ton kassierte Draco einen kalten Blick von Harry. Es würde nichts einfacher machen, wenn Draco seinen Mund nicht hielt.
„Weißt Du Myrthe", griff Harry ein, bevor der Geist auf Dracos Worte reagieren konnte. „wir müssen in die Kammer des Schreckens und der Eingang befindet sich hier in Deinem Klo." Schon bei den ersten Worten schien Myrthe noch durchsichtiger geworden zu sein, als sie normalerweise war. Sie stieß schließlich einen erstickten Schrei aus und wollte in ihr Klo flüchten.
„Myrthe!" rief Harry mit harter Stimme und der Geist blieb kurz vor ihrer Toilettenkabine in der Luft stehen. „Ich weiß, dass es nicht einfach für Dich ist, aber Du darfst Niemanden von uns erzählen. Es ist wirklich verdammt wichtig!"
„Warum hast Du es Ihr dann erzählt?" fuhr Draco aufgebracht dazwischen.
Aber Harry sprach mit fester Stimme weiter. „In ein paar Monaten wird vielleicht der Schuldirektor hier her kommen und Dich besuchen. Er wird Fragen stellen. Aber erst nach Ende dieses Schuljahres darfst Du diese Fragen beantworten. Vorher darf niemand wissen, dass wir hier waren."
„Warum, sollte ich auf Dich hören?" heulte Myrthe schrill auf und Draco wollte gerade wieder etwas einwerfen, als Harry ihn mit einer energischen Handbewegung verstummen ließ.
Harry setzte sein seltsames Grinsen auf, welches Sanuel immer zum Grübeln brachte. „Wenn Du jemanden etwas sagst, Myrthe, dann könnte mir vielleicht vor Peeves herausrutschen, dass Du eine schwere Verliebtheit für den blutigen Baron hegst oder dass Du Schüler im VartrauensschülerBadezimmer nachspionierst." Das Grinsen wurde noch etwas fieser. „Ich glaube kaum, dass Du diese Hänseleien von Peeves ertragen willst, oder?"
Myrthe starrte ihn fassungslos an, dann heulte sie gequält auf: „Ihr seid so gemein!" Harry hob schnell die Kamera hoch und machte ein Foto von ihr. Mit einem letzten schrillen Schrei der Entrüstung verschwand sie in den Wasserrohren. Harry war sich sicher, dass in naher Zukunft dieser Toilettenraum noch häufiger unter Wasser stehen würde, aber der komische Geist würde schweigen.
Harry wandte sich Draco zu. „Okay, dass ist erledigt!" sagte er wieder ganz ruhig und nickte bestätigend. Harry machte ein paar Fotos von dem Toilettenraum ohne Draco dabei zu erwischen. Die Kamera hatte er sich extra von Lin ausgeliehen und den Film so aufbereiten lassen, dass er auch Geister aufnehmen würde. Später würde der ganze Film mit einem Brief zu Dumbledore gehen und die Geschehnisse von damals und heute erklären.
„Wer hätte gedacht, dass Du so fies sein kannst?!"
„Habe ich von Hermione!" sagte Harry kühl und entlockte Draco damit ein leises Schnauben. Harry trat währenddessen an das magische Waschbecken. Er unterdrückte ein schweres Seufzen, schloss aber kurz die Augen. Es war lange her, dass er Parsel gesprochen hatte und er war sich nicht sicher, ob es einwandfrei funktionieren würde. Eigentlich hatte er nicht wirklich Lust sich vor Draco zu blamieren.
Der Slytherin wusste nicht, dass Harry keine wirklich gute Kontrolle über diese Fähigkeit hatte. Vielleicht hätte Harry vorher üben sollen? Dafür war es jetzt allerdings zu spät, wie eigentlich in jeder unerwarteten oder auch erwarteten Prüfungssituation.
Auf die gleiche Art und Weise wie bei seinem ersten Besuch schaffte er es die magischen Worte zu sagen. Draco erschauderte bei ihrem Klang. Mit wachsamen und skeptischen Blick beobachteten die Jungen, wie das Waschbecken den Weg in die tiefen Abgründe von Hogwarts freigab. Nach einem Moment der Starre machte Harry auch davon Fotos.
Draco hielt seinen Zauberstab fest umklammert, wirkte dabei aber etwas panisch. Er war extrem blass und wirkte sehr angespannt.
Harry lächelte ihn an. Leider wirkte es nicht halb so aufmunternd, wie es eigentlich sollte.
„Noch brauchst Du keine Angst zu haben!"
„Ich habe keine Angst!", zischte Draco entrüstet. Seine Stimme überschlug sich dabei fast. Harry nickte leicht.
„Du wärst schön blöd, wenn Du keine Angst hättest. Angst kann uns vor zu großen Gefahren schützen."
„Dann kennst Du Angst wohl nicht, sonst würdest Du nicht ständig in neue Gefahren stolpern!", antwortete Draco.
„Die Abenteuer finden in der Regel mich."
„Ja, schon klar."
Harry blickte in das dunkle Loch, dann sah er zu Draco. „Du wirst mir folgen, oder?"
Draco schnaubte herablassend. Er wusste genau, dass er Harry folgen würde. Er hatte nichts zu verlieren, nur seine Ehre und die zählte nur im Zusammenhang mit seiner wahren Identität, die wiederum nur Harry kannte. Also musste er Harry begleiten und er würde an seiner Seite für seine Ehre und die Ehre der Malfoys im Allgemeinen kämpfen.
Harry atmete tief durch, dann verschwand er durch den dunklen Zugang in das unterirdische Tunnellabyrinth von Hogwarts. Er war auf dem direkten Weg in einen neuen Abschnitt des Kampfes nach Frieden und Gerechtigkeit.
Der Rutsch durch die Dunkelheit war bedrückend und Harry konnte diese Achterbahnfahrt in keiner Weise genießen. Die Landung war wie erwartet sanft und Harry rappelte sich schnell auf. Er lauschte in die Stille hinein, aber er hörte keine Geräusche außer das leise Tropfen, Rauschen und Knarren in den Rohren.
Harry überlegte, ob er zu Draco empor rufen sollte, aber er zögerte. Schließlich entschied er sich dagegen. Er spürte regelrecht, wie Draco mit sich rang. Harry nahm es ihm nicht übel, denn Draco war nicht auf diese Abenteuer vorbereitet. Draco war kein Gryffindor und wusste nicht wirklich, was auf ihn zukam. Diese Ungewissheit war vermutlich sehr beängstigend.
Es blieb still. Auch nach zwei Minuten blieb es still und Harry beschloss alleine zu gehen. Irgendwie würde er es schon schaffen. So wie er es auch beim letzten Mal geschafft hatte. Die leise Enttäuschung, die in ihm empor zu steigen drohte, schob er rigoros beiseite. Draco war und blieb ein Slytherin. Harry würde ihn zu nichts zwingen, besonders nicht, wenn die Lebensgefahr so groß war. Er hatte Draco schätzen gelernt und verstand mittlerweile ganz gut, was es bedeutete ein Malfoy zu sein.
Harry seufzte, dann wandte er sich zum dunklen Tunnel hin. Den Fotoapparat steckte er sorgfältig zur Seite, nachdem er auch hier einige Beweisbilder aufgenommen hatte. Mit sicherem Schritt lief er im Licht seines Lumos voran, jederzeit bereit den Blick zu senken und zu kämpfen, auch wenn es reichlich unwahrscheinlich war, dass der Basilisk in diese Bereiche ohne menschliche Hilfe vordringen konnte.
Ein unterdrückter Schreckensschrei ertönte und wurde von den Wänden seltsam hohl zurückgeworfen. Harry sprang herum. Es dauerte keine Minute, bis Draco aus dem Rohr gestolpert kam. Er sah wieder ein wenig blass und reichlich zerzaust aus.
„Du hättest mich vorwarnen sollen!", schnaubte Draco und richtete seine Kleidung. Er blickte auf und runzelte die Stirn. „Dies soll die berühmte, berüchtigte Kammer sein? Da hätten wir auch einen leeren Raum in den Kerkern nehmen können", schnarrte Draco enttäuscht.
„Ähm... Nein, dies... dies ist nicht die Kammer, sondern nur ein Zugang..." haspelte Harry. Er war überrascht und irgendwie glücklich, dass Draco doch gekommen war. „Die wirkliche Kammer ist sehr viel beeindruckender!"
„Geht ja auch kaum anders, bei diesem Loch!" Draco blickte zu Harry, dann hob er fragend die rechte Augenbraue. „Du wolltest ohne mich gehen?"
Harry biss sich auf die Unterlippe. „Ich hätte nicht... damit gerechnet, dass Du wirklich kommen würdest!", gab Harry etwas peinlich berührt zu.
Draco schnaubte. „Und Du hättest mich vermutlich nicht mal geholt."
Harry schwieg. Er drehte sich wieder dem Gang zu und machte einige Schritte in die Dunkelheit hinein. Draco holte ihn mit wenigen Schritten ein und gemeinsam liefen sie nun durch den finsteren Gang. Nur der Lumos beleuchtete den schlammigen Weg. Schmatzende Geräusche folgten bei jedem Schritt und Dracos Gesicht war angeekelt verzogen. Dafür hatte Harry keinen Sinn übrig. Er konzentrierte sich auf die gefährlicheren Geräusche, aber alles blieb still.
Harry spürte eine unbekannte Befangenheit, als er den wahren Zugang zur Kammer sah. Fast wünschte er sich alleine hierher gekommen zu sein. Ein Basilisk lauerte hinter dieser Tür und diesmal würde Fawks nicht helfen. Der prächtige Vogel würde nicht die todbringenden Augen des Untieres ausstechen. Dieses Mal würde dieser Kampf gefährlicher sein, sehr viel gefährlicher.
Harry blickte zum mürrisch dreinschauenden Slytherin hinüber. „Willst Du wirklich mit?"
Dracos Kopf schnippte zu Harry. „Die Frage kommt reichlich spät, meinst Du nicht?", schnarrte Draco patzig.
Harry zuckte bei dem barschen Ton etwas zurück, dann nickte er. „Du hast wohl Recht." Harry biss sich auf Lippe und senkte den Blick, dann konzentrierte er sich auf den nächsten Schritt.
Draco sah und spürte, wie der Körper von Harry sich spannte und die restliche noch vorhandene Lockerheit von ihm abfiel. Harry wirkte nicht mehr im Geringsten wie ein Jugendlicher, auch nicht wie ein junger Erwachsener. Er machte den Anschein eines erfahrenden Kriegers und Kämpfers. Draco begriff, mit einem flauen Gefühl im Magen, dass es auch genau so war. Harry Potter war zu einem Kämpfer erzogen worden. Erzogen von der Gesellschaft der Zauberer.
„Bring Dich nicht in unnötige Gefahr!", sagte Harry mit harter aber leiser Stimme.
„Unnötiger, als mit Dir hier zu sein? Vergiss es! Ich kann auf mich selbst aufpassen, dafür bist Du nicht zuständig!", zischte Draco und zwang sich selbst zu dem harten Ton. Es stimmt, dass er auf sich aufpassen konnte, sonst hätte er die Zeit als Todesser nicht heil überstanden, aber Draco hatte noch nie so einen bedeutenden Kampf gegen ein nichtmenschliches Wesen gekämpft. Und er hatte auch noch nie einen Basilisken gesehen. Draco hatte Angst, aber er würde es Harry nicht zeigen. Er ahnte, dass Harry ihn sonst aus dem Kampf halten würde. Irgendwie. Aber Draco besiegelte mit seinen Worten unwiderruflich das dünne Band des Vertrauens und der Freundschaft zwischen den Jungen.
„Dann zeig mir mal das kleine Haustier von Salazar Slytherin!", forderte Draco und wischte sich unauffällig die schweißnassen Hände am Umhang trocken.
Harry schenkte ihm ein merkwürdiges Lächeln, dann sprach er sanft: „Vergiss bloß nicht: Du musst niemanden etwas beweisen! Und schon gar nicht mir!"
Der sanfte Moment war schnell vorbei und Harry sprach konzentriert in einer anderen Sprache:
„Öffne Dich!"
ooooooooooo
Die schwere Tür öffnete sich langsam und ermöglichte Draco den ersten Blick auf die mächtige Halle von Salazar Slytherin. Dass Draco von dem Anblick beeindruckt war, wäre eine Untertreibung gewesen.
Mit weit geöffneten Augen blickte Draco an den reichlich verzierten Säulen empor, versuchte die gewölbte Decke zu erkennen und erblickte dann am anderen Ende der Halle, die riesige steinerne Statur von Salazar Slytherin.
Harry sagte nichts. Er blickte sich auch nicht fasziniert um, er lauschte und war höchst konzentriert. Hier irgendwo musste doch der Basilisk stecken, oder?
Aber es blieb, abgesehen von Dracos leisen Pfiffen der Anerkennung, ruhig. Also würde Harry den Mund von der Statur öffnen müssen, damit der Basilisk hervorkam. Es wollte es nicht, denn er wollte diese Statur nicht anbeten. Die Worte waren, wie alles was damals in der Kammer geschehen war, tief in seinem Bewusstsein verankert, aber er wollte sie nicht gebrauchen. Langsam ging Harry jedoch auf die steinerne Abbildung des einen der vier Gründer von Hogwarts zu. Draco war in der Mitte der Halle stehen geblieben und sah sich noch immer genau um. Bei den Verziehrungen war es auch nicht weiter verwunderlich. Sie zeigten irgendwelche Szenen, aber die waren kaum zu erkennen.
Als Harry direkt vor der Statur stand, blickte er hoch und zog die Augenbrauen scharf zusammen. Es blieb ihm wohl keine Wahl. Schon holte er Luft, um die Worte auszusprechen, als ein panischer Schrei die Stille durchschnitt.
Harry handelte instinktiv.
Er sprang zur Seite und wirbelte dabei herum, aber er selbst war gar nicht in akuter Gefahr.
Draco war derjenige, der angegriffen wurde und jetzt unelegant durch die Luft flog. Der mächtige Schwanz der Bestie hatte ihn von den Beinen gerissen und er landete unsanft und entwaffnet auf den harten Fliesen. Ein dumpfes Stöhnen entkam seinen Lippen und er blieb reglos liegen.
Harry überlegte gar nicht. Er schoss Flüche ab, die das Gewölbe erzittern und kleine Steinbrocken herabfallen ließen. Einige Flüche wie auch Steine trafen den Basilisken und lenkten die Aufmerksamkeit auf den schwarzhaarigen Jungen. Gerade noch im letzten Moment senkte Harry den Blick.
Schnell versteckte er sich hinter einer dicken Säule. Draco stöhnte leise vor Schmerzen und Harry bekam Panik, dass die Schlange sich wieder dem Blonden zuwenden könnte. Daher schoss Harry ohne darüber nachzudenken weitere Flüche um den Rand seiner Säule. Ein blauer Fluch traf zwischen die grünschimmernden Schuppen und heißes Blut tropfte herab auf den Stein, während ein wütendes qualerfülltes Zischen die Halle durchdrang.
Keine Frage, der Basilisk war noch wütender und gefährlicher geworden. Aber Harry hatte auch dafür gesorgt, dass er selbst als größere Gefahr und somit als primäres Ziel auserkoren wurde. Sein Herz schlug wild und Adrenalin schoss durch sein Blut. Es lief alles nicht so, wie er es eigentlich geplant hatte. Alles war irgendwie aus dem Ruder gelaufen.
Der Basilisk kam näher. Harry hörte die schleifenden Geräusche, wenn der massige Körper sich vorwärts schlängelte. Das Tier kam näher und Draco war im Moment sicher, aber vermutlich nicht lange.
„Verschwinde!" schrie Harry und seine Stimme wurde kalt von den Steinwänden zurückgeworfen. „Bleib weg!" zischte Harry laut und er glaubte ein Stocken in den näher kommenden Geräuschen ausmachen zu können. Aber Harry wartete nicht lange, sondern konzentrierte sich kurz und wollte in seine Animagigestalt wechseln. Er mochte sie nicht wirklich, aber sie war eigentlich sehr nützlich. Unglücklicherweise funktionierte es nicht. Er wusste nicht warum, aber um diese Frage zu klären, war jetzt keine Zeit. Er hätte es einfach in den letzten Monaten versuchen und üben sollen...
Wilde Panik erfasst ihn. „Scheiße!" fluchte er. Er musste hier weg. Der Basilisk war schon zu nahe. Harry rannte nun von Säule zu Säule, weg von der Schlange. Er wusste genau, dass er es nicht lange mit verstecken schaffen würde. Seine Atmung ging zu schnell und zu unkontrolliert. Er musste sich wieder beruhigen und die Kontrolle über die Situation zurückbekommen. Zu genau wusste er, dass er in den Angriff übergehen musste. Anders hatten sie keine Chance.
Dieser Basilisk war die Mordwaffe, die nur er außer Gefecht setzen konnte. Als Harry sich, aus purer Verzweiflung angetrieben, aus seinem Versteck dem Basilisken entgegenstellte, überschlugen sich die Ereignisse.
Einem lauten Knall folgte ein zweiter noch lauterer.
Die Riesenschlange zischte wütend und verletzt, während Harry einige kleinere Steine abbekam. Er spürte den stechenden Schmerz an seiner Schläfe, achtete aber nicht weiter darauf. Wie auch der wieder kampfbereite Draco, schoss Harry einen mächtigen Fluch nach dem anderen auf das Untier, das nicht wusste, auf welchen der beiden Angreifer er sich als Erstes stürzen sollte.
Heißes Basiliskenblut tropfte auf den Steinboden und machte ihn rutschig und gefährlich.
Als Draco mit einem Glückstreffer das linke Auge traf, erbebte die ganze Höhle bei dem Schmerzensschrei des Tieres.
Der grüne Schwanz der Schlange schlug wild umher und Harry musste ihm mehr als einmal ausweichen. Draco grinste siegesgewiss, aber seine Aufmerksamkeit wurde durch Harrys Schrei sofort wieder auf den Basilisken gerichtet. Das wütende und verletzte Tier griff Draco dieses Mal mit seinen Giftzähnen an. Draco warf sich gerade noch rechtzeitig seitlich zu Boden und konnte so der Attacke ausweichen, aber Harry war einen kurzen Moment zu paralysiert um richtig handeln zu können.
Einen winzigen Moment zu lange, denn der Schwanz der Schlange erwischte ihn voll und fegte ihn mit unglaublicher Kraft an die gegenüberliegende Wand. Ein ekliges Knacken zeugte von gebrochenen Knochen und Harry verlor sein Bewusstsein noch bevor er zu Boden fiel.
Draco sah Harry wie in Zeitlupe fallen. Er konnte von seiner Position aus aber nichts machen. Adrenalin und Kampfgeist erfüllte ihn. Er würde den Basilisken von Harrys schutzlosem Körper ablenken, so wie Harry es vorhin bei ihm gemacht hatte. In diesem Moment gab es nichts anderes, was in Dracos Kopf Platz hatte. Wieder griff das Ungetüm den Blonden an, der wie Harry dem tödlichen Auge fast instinktiv auswich. Aber die giftigen Zähne und der peitschende Schwanz waren keine zu verachtenden Gegner.
Leider waren Basilisken, wie alle Schlangen, mit den Drachen verwandt und entsprechend schwer durch Flüche kaltzustellen. An einigen Stellen war der schützende Schuppenpanzer schon beschädigt, aber es war pures Glück diese ungeschützten Körperstellen während des Kampfes zu treffen. Es gab gute Gründe, warum Draco kein Zaubererdart spielte. Aber Draco tat sein Bestes den Kampf gegen diese Bestie zu gewinnen.
Die ohnmächtige und entwaffnete Gestalt von Harry Potter und das hässliche Knacken hallten in seinem Kopf unwiderruflich umher. Selbst wenn Harry gleich wieder zu sich kommen würde, der ehemalige Gryffindor würde zu stark verletzt sein, um kämpfen zu können. Draco stand also ganz allein dem Basilisken gegenüber.
Draco kämpfte, wie er noch nie zuvor gekämpft hatte. Er sprach Fluch um Fluch aus ohne die Lippen zu bewegen und verletzte den Basilisken sichtlich, aber Draco schaffte es nicht ihn zurückzudrängen. Er schaffte es nicht, der Lage Herr zu werden. Immer häufiger musste der Blonde den Angriffen ausweichen. Es sah gar nicht gut für ihn aus.
Dann geschah das Unfassbare. Scharrende Geräusche versetzten den Basilisken in noch größere Aufregung und er wandte sich von Draco einen Moment ab. Für einen Augenblick sah Draco, was die Schlange abgelenkt hatte. Fünf oder sieben irritierte Hähne liefen in der Halle umher, aber Draco achtete nicht weiter darauf, sondern nutzte diese Ablenkung und zielte konzentriert auf den Kopf. Er traf zwar nicht wie eigentlich gewollt das rechte Auge, aber der nächste Fluch ging genau zwischen den gefährlichen Zähnen hindurch in den ungeschützten Mundraum hinein. Tödlich getroffen zuckte der mächtige Körper, fiel dann aber zu Boden und zerdrückte dabei zwei der Hähne mit einem ekligen Geräusch.
Draco starrte schwer atmend auf das tote Tier. Er hatte es geschafft. Er hatte es wirklich geschafft. Er konnte es noch nicht wirklich glauben. Er wusste, dass sehr viel Glück dabei gewesen war... Wirklich verdammt viel Glück...
Aber er hatte es geschafft. Ziemlich erschöpft lehnte er sich an eine Säule. Die Bemalungen und Eingravierungen von Runen und anderen magischen Zeichen beachtete er jetzt wenig. Draco atmete tief durch, dann riss er die Augen auf.
„Harry! .. HARRY!"
Mit großen Schritten hetzte Draco über den schmierigen Boden um den toten Körper des Basilisken herum. Sofort ließ er sich neben der schmalen bewusstlosen Gestalt von Harry Potter auf den Knien nieder. Deutlich erkannte Draco, dass Harry seinen Zauberstab zwischenzeitlich benutzt hatte, ja haben musste. Woher sonst sollte plötzlich die Hähne gekommen sein. Aber jetzt war Harrys Hand schlaff und offen. Der Zauberstab, der Dumbledore und Ollivander solche Kopfschmerzen bereiteten, lag wenige Zentimeter neben den Fingern des Jungen.
Die verletzte Gestalt von Harry ließ Draco erschaudern. Mit wachsendem Entsetzen starrte Draco auf die rote Flüssigkeit, die langsam aber stetig aus Harrys Körper trat. Draco wollte schreien. Er wollte dass jemand ihn zur Seite stieß und die Verantwortung übernahm. Er wollte, dass jemand kam und Harry half. Er wollte nicht hilflos neben Harry hocken und nichts tun können, weil er keine Ahnung von Heilzaubern hatte. Und Harry kämpfte währenddessen mal wieder um sein Leben.
„Komm schon Potter!" zischte Draco panisch, während er Harrys blasses Gesicht anstarrte. „Du hast dieses Drama als 12-jähriger überlebt..."
Draco verfluchte sein Unwissen über Heilmagie. Er zog mit zitternden Fingern Harrys Umhang auseinander und öffnete das blutgetränkte Hemd. Es dauerte für Dracos Geschmack viel zu lange, bis er endlich Harrys Oberkörper freigelegt hatte.
Draco holte zischend Luft. Ein dunkelvioletter Fleck im unteren Brustbereich zog die volle Aufmerksamkeit auf sich. Die stark blutende Fleischwunde an der rechten Schulter war dagegen fast harmlos, aber der Bluterguss zeugte von inneren Verletzungen. Vermutlich waren Rippen gebrochen und womöglich die Lunge beschädigt.
Draco fühlte sich mal wieder total überfordert. Er wusste einfach nicht, was er jetzt machen sollte. Er konnte weder Hilfe holen, noch Harry transportieren. Er kannte nicht einmal den Weg zurück. Aber er musste doch irgendwie helfen.
„Verdammt! Warum ist Dumbledore nicht da, wenn man ihn braucht. Ich hätte zwar keine Ahnung, wie ich ihm diese Situation oder diesen Ort erklären sollte, aber er würde erst helfen und dann Fragen stellen…" fahrig fuhr Draco durch seine schon blutverschmierten Haare.
„Harry! Sag mir, was ich machen soll… sag es mir!"
Die Verzweiflung saß tief und man konnte es nicht nur hören. Dass auch Dracos Körper nach Pflege und Heilung rief, ignorierte der Junge ohne zu zögern. Hier ging es mal wieder um Harrys Leben.
Das rote Lebenselixier verließ auch weiterhin Harrys Körper und Draco war total machtlos, denn sie hatten nie Heilzauber gelernt und Reinblüter hielten von dieser Art der Magie in der Regel zu wenig, als sie es ihren Kindern lehren würden. In diesem Moment verstand Draco, dass Veränderungen in der Erziehung und den Ansichten wirklich sinnvoll sind. Er würde dann nicht zusehen müssen, wie sein Verbündeter vor seinen Augen verblutete. Es gab so viel, was sich als nicht wirklich hilfreich in seiner Erziehung herausstellte. Es gab so viel, was Draco verändern würde. So wahnsinnig viel, was nicht mehr korrekt war; Nicht mehr Dracos Ansprüchen genügte.
Aber das Einzige, was Draco jetzt wollte, war Harrys Leben zu retten. „Ich weiß echt nicht, wie Du es immer schaffst, die Menschen in Deinem Umfeld auf Deine Seite zu locken, aber jetzt solltest Du wieder mit einem Wunder aufwarten, denn sonst stirbst Du, Harry! Ich kann Dir nicht helfen!" Draco wischte sich über die Augen. Er wollte nicht heulen, denn dann würde er auch nicht besser handeln können. „Harry! Ich würde ja Dumbledore holen, aber … Ach verdammt, ich kann Dich nicht allein lassen… Ich kann niemand hier her holen. Auch leider nicht den gutherzigen und mächtigen Dumbledore…"
Was auf diese Worte der puren Verzweiflung folgte war fast eine Wiederholung von Harrys erstem Besuch in der Kammer. In einem Schwall von seltsamer Musik erschien Fawks und setzte sich zielsicher auf Harrys Oberkörper.
Draco fuhr erschrocken zurück. Er starrte den Vogel voller Faszination und Ehrfurcht an. Er konnte nicht glauben, dass wirklich etwas passiert war.
Fawks trillerte nur ein paar Töne der Beruhigung, aber Draco starrte auch weiterhin voller Überraschung auf den roten Vogel, als dieser den Kopf über Harrys Gesicht senkte und Tränen in den leicht geöffneten Mund tropfen ließ.
Draco wusste, was jetzt geschehen würde, aber er wusste auch, dass die heilende Wirkung erst in einigen Minuten einsetzen konnte. Die Phönixtränen bräuchten zu lange, bis sie zu den inneren Organen im Brust- und Bauchbereich vorgedrungen wären.
Etwas zögern nutzte Draco seine Magie und hatte sehr bald ein Glas Wasser in der Hand und setzte es an Harrys Lippen. Als ob der Vogel genau wüsste, was Draco versuchte, ließ Fawks sofort drei weitere Tränen in das klare Wasser fallen und verwandelte es dadurch zu einem der mächtigsten Heiltränke der Gegenwart. Draco flösste diesen Trank Harry vorsichtig ein, während seine Hände vor Angst und Anspannung zitterten.
Die Wirkung war offensichtlich. Der dicke Bluterguss neutralisierte sich und die Atmung schien wieder einfacher und schmerzfreier zu sein. Draco schüttelte seinen Kopf voller Unglauben.
„Du scheinst wirklich mehr Glück als Verstand zu haben!"
Aber Draco war auch sichtlich erleichtert, als Harrys Augen einen Moment später zu flackern begannen und sich schließlich öffneten. Der schwarzhaarige Junge erkannte fast sofort den Phönix, der noch immer über Harry gebeugt da saß. Einen kurzen Moment starrte Harry den Vogel an, dann blickte er zu Draco. Ein leises „Danke" kam über die schmalen und noch sehr blassen Lippen.
Dracos Augen wurden groß. Fragend und skeptisch blickte er Harry an. „Dir ist schon klar, dass der Phönix Dich geheilt hat, oder?!" Draco zweifelte eindeutig an Harrys Verstand.
Ein leichtes Zucken der Mundwinkel verstärkte diesen Eindruck ein wenig, aber…
„Ich weiß das, Draco. Es ist ja nun nicht das erste Mal, dass Fawks mich heilt. Aber DU hast ihn gerufen und dafür bin ich Dir dankbar."
Draco grummelte leise, dass er nun mal nicht Harrys Aufgaben übernehmen wollen würde, aber er lächelte schließlich auch voller Erleichterung. Er würde Harry jetzt am liebsten fest in den Arm nehmen, aber er unterdrückte dieses Bedürfnis, da er wusste, dass er dadurch nur alles schwieriger machen würde.
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Unter Dracos pingeliger Aufsicht ließ Harry dem Heilungsprozess der Phönixtränen genug Zeit. Währenddessen heilte Fawks auch Dracos kleinere und größere Wunden. Zu Dracos Missmut machte Harry auch auf dem Rückweg noch viele Fotos vom Basilisken und von der Kammer. Anschließend wurden die Jungen von Fawks nach oben befördert. Draco würde seinen Besen diesem Flug jederzeit vorziehen, denn da hatte er viel mehr Kontrolle.
Kaum waren sie aus der Kammer draußen und hatten tief durchgeatmet, da holte Draco aus und schlug Harry unsanft auf den Hinterkopf. Erst jetzt waren sie nach Dracos Meinung in wirklicher Sicherheit.
„AU!"
„Mach so etwas nie wieder!" zischte der Blonde aufgebracht. Ohne einen Blick zu erübrigen begab Draco sich sofort zum Waschbecken. Ein kurzer Blick in den Spiegel machte ihm deutlich, dass er sich nicht mit seinem aktuellen Erscheinungsbild auf den Gang trauen durfte. Überall hatte er Dreck und Blut. Harry sah nicht besser aus, auch wenn es bei den dunklen Haaren nicht so stark auffiel.
Beide Jungen wuschen sich schweigend. Sie mussten diese vergangenen Stunden erst einmal verdauen. Fawks war mit einem amüsierten Glucksen –welches Harry an Dumbledore erinnerte– verschwunden. Es war auch gut so, denn wie hätte Harry die Anwesenheit von Fawks jemanden erklären sollen? Es würde schon schwer werden ihre zerrissenen und beschmutzten Kleider zu erklären.
Als sie sich einigermaßen wieder hergerichtet hatten, starrte Draco Harry stirnrunzelnd an. Harry blickte fragend zurück. Er fühlte sich ein wenig unwohl unter diesem stechenden Blick, besonders da Draco seinen ganzen Körper abzuscannen schien.
„Ich glaube, ich will nicht erfahren, wie Du beim ersten Mal da raus gekommen bist!"
Harry bekam warme Wangen und senkte den Blick. Schließlich blickte er wieder auf und traf auf Dracos unnachgiebigen Blick. Harry zuckte mit den Schultern. „Ich auch nicht!"
Beide Jungen schüttelten ihre Köpfe.
„Okay, Dein Glück ist Dir hold! Aber wie denkst Du, schaffen wir es den Ring zu zerstören? Ich möchte so ein Abenteuer nicht noch einmal durchstehen. Es ist viel zu viel Stress! Und ich möchte nicht dort unten sein, wenn dort ein böser, mächtiger, schwarzmagischer Fluch rumgeistert und die Kammer womöglich zum Einsturz bringt."
Harry nickte schließlich und schüttelte gleichzeitig den Kopf. Es war so typisch Draco.
Aber auch Harry wolle nicht da unten sein, wenn der Horcrux zerstört wurde. Jetzt hatten sie zwar einen Raum, aber es fehlte noch die zündende Idee, wie die Horcruxe in diese zerstörerische Brühe kommen sollte.
Die zwei Jungs grinsten noch, als sie den Toilettenraum verließen. Es verging ihnen aber sehr schnell. Synchron stöhnten die Jungen auf, verdrehten die Augen und senkten ihre Blicke.
Es war ja so klar gewesen.
„Meine Herren, würden Sie mir bitte erklären, was Sie auf einem Mädchenklo gemacht haben?"
oooooooooo
Harry stapfte zähneknirschend in das Badezimmer seines Schlafsaales, während Draco sich missmutig auf sein Bett fallen ließ. Es war wirklich so klar gewesen. Eigentlich hatten sie sogar mal wieder Glück im Unglück gehabt, denn sie hatten ‚nur' eine Strafarbeit erhalten. Nach einer gründlichen Dusche konnte Harry eigentlich auch nur noch den Kopf über die letzten 30 Minuten schütteln.
oooo (Rückblick auf die letzten 30 Minuten) oooo
„Meine Herren, würden Sie mir bitte erklären, was Sie auf einem Mädchenklo gemacht haben?" Macholda Palandt schien höchst pikiert über diese Tatsache zu sein. Eine Lehrerin wäre ja schon schlimm genug gewesen, aber dass Dumbledore direkt daneben stand, machte es für die beiden Jungen nicht leichter.
„Wir haben nichts verbrochen!", schnarrte Draco, während Harry Dumbledore noch ein wenig blass anstarrte. Der Schulleiter schwieg, aber Harry konnte deutlich sehen, dass er versuchte das neue Puzzelteil in das Gesamtbild einzugliedern. Es gelang ihm wohl nicht wirklich.
Es entstand eine kleine unangenehme Pause…
„ähm… Wir haben… Gejammer gehört und wollten nachsehen…", fing Harry schließlich etwas holprig an.
„Es hat sich herausgestellt, dass es nur dieser komische Mädchengeist war!" schloss Draco ohne groß zu zögern. Manchmal war es für Draco echt erschreckend, wie gut er die Gedanken von Harry fortsetzen konnte oder wie gut sie sich ergänzten.
Dumbledore glaubte ihnen natürlich nicht, aber Macholda Palandt. Besonders da gerade wieder ein Jaulen aus dem entsprechenden Toilettenraum kam und die Aussage der Jungen unterstrich. Harry war Myrthe noch nie so dankbar gewesen.
Die Professorin blickte kurz zu der Tür, durch die die Jungen gerade noch gekommen waren. Schließlich guckte sie wieder zu den beiden Slytherins. Sie war offensichtlich zu einem Entschluss gekommen. „Trotzdem ist es nicht moralisch vertretbar. Es wird für ihr Vergehen eine Strafarbeit geben. Über die Details werden sie morgen beim Frühstück noch informiert."
„Wofür erhalten wie die Strafarbeit?" Harry war ein wenig verwirrt.
„Dafür, dass Sie sich über das unschuldige Mädchen lustig gemacht haben und die Frechheit besessen haben eine Mädchentoilette zu betreten. Seien Sie dankbar, dass ich Ihnen keine Hauspunkte abziehe!"
Macholda Palandt drehte sich um und begriff erst in diesem Moment, dass sie Dumbledore total ignoriert hatte. Aber bevor die Professorin etwas Entschuldigendes oder Demütiges sagen konnte, lächelte Dumbledore sie an. Er nickte sogar. „Es ist schon in Ordnung, Macholda. Ich hätte doch sonst etwas eingeworfen…"
Die Wahrsagelehrerin nickte begreifend, aber Dumbledore wandte sich schon wieder an Harry und Draco. „Meine Herren, Sie dürfen nun Ihren Weg fortsetzen. Ich hoffe nur, dass wie Sie nicht ständig in äußerst seltsamen und fragewürdigen Situationen antreffen würden."
„Danke Professor! Wir werden in Zukunft besser aufpassen und unseren Weg egoistisch und engstirnig gehen, ohne Hilfe zu geben, wo sie eventuell gebraucht wird."
„Einen schönen Abend noch!" fügte Draco entsprechend passend an Harrys kühle Worte an. Mit einem schiefen Grinsen nahmen die erschöpften Jungen ihren Weg zurück in die Kerker wieder auf. Sie wollten in ihre Betten und schlafen. Mehr wollten sie nicht. Die anzüglichen und fragenden Blicke und Sprüche der Slytherins im Gemeinschaftsraum beachteten sie auch heute nicht.
oooo Rückblick-Ende oooo
Draco beobachtete Harry, als dieser aus dem Badezimmer kam und sich fürs Bett fertig machte. Harry sah wirklich erschöpft aus und auch Draco würde nur kurz die Dusche benutzen und dann schlafen gehen. Aber für den Moment waren seine Gedanken einfach ganz woanders.
Draco hätte nie gedacht, dass er mit einem entsprechenden Freund solche Spötteleien und Fragen an sich einfach abprallen lassen konnte. Er hätte sich nie träumen lassen, dass er eines Tages einem Menschen begegnen würde, für den er seine Erziehung, Vorstellungen und Ideale einfach aufgeben oder überdenken würde. Für diese Erfahrung war Harry mit seinen Erlebnissen wohl prädestiniert. Obwohl Harry nichts wirklich verlangte. Draco hatte früher immer gedacht es sei Arroganz, jetzt begriff er langsam, dass es reiner Selbstschutz war.
Schutz vor der harten und unnachgiebigen Welt der Zauberer… die sich gegen Harry Potter verbündet hatte. Schon immer.
oooooooooo
Der nächste Morgen brachte Harry zu einer erschreckenden Erkenntnis. Es war der 14. Februar. Valentinstag. Natürlich war Lockhart nicht hier, aber trotzdem hatte dieser Tag seit seinem zweiten Schuljahr einen unangenehmen Beigeschmack. Und auch wenn Macholda Palandt eine eigentlich sehr nette und fähige Lehrerin war, sie war leider auch hoffnungslos romantisch. Die Strafarbeit würde vermutlich ein Horror werden.
So ganz Unrecht hatte Harry damit nicht. Nach dem Mittagessen mussten sie zur Professorin und ihre Strafarbeit angehen. Eigentlich war Harry ja schon sehr dankbar, dass es keine singende Übermittlung von Liebesbriefen war. Aber den ganzen Tag mit einem großen Korb voller Rosen herumzulaufen und diese auch noch zu verkaufen, war wirklich ein kleiner Schock. Draco hatte in normalen Situationen seine Gesichtmuskulatur wirklich gut im Griff, aber in dem Moment, als Palandt ihnen die Strafarbeit mitteilte, hatte auch er erschrocken und total angepisst ausgesehen.
Harry trug seinen schwarzen Korb in der Hand und guckte so finster, dass er vermutlich keine Rose verkauft hätte, wenn nicht viele Schüler dies als Möglichkeit sahen ihn anzusprechen. Aber Harry schaffte es wortkarg und missmutig zu bleiben. Dieses ganze romantische Getue ging ihm gehörig auf die Nerven und er hatte ohnehin nichts für diese Liebeleien übrig. Er versuchte weiterhin an seinem Problem zu arbeiten, aber er schaffte es einfach nicht sich zu konzentrieren. Ständig wurde er angesprochen und in seinen Gedankengängen unterbrochen.
Eine Viertklässlerin stand plötzlich vor ihm und blickte ihn aus braunen Dackelaugen schmachtend an. „Kannst Du mir eine Blume geben?" hauchte sie total verzückt.
Wenigstens wurde Harry bei dem schmachtenden Blick nicht mehr ganz so rot, wie bei dem ersten, den er heute erhalten hatte. Sanuel hatte sich bei dem Anblick köstlich amüsiert.
„Welche Farbe?" fragte er etwas schroff, aber es störte das Mädchen gar nicht.
„Egal!" Ihr Blick erinnerte ein wenig an Luna, so verträumt und anhimmelnd, wie er war.
Harry verdrehte die Augen. „Beruhig Dich Mädchen, hier hast Du Deine Blume und nun such Dir einen realen Freund!" knurrte Harry und drückte ihr eine rosafarbene Rose in die Hand. Harry ging einfach weiter und ließ das Mädchen, wo es war.
„Oh, Adrian, was machst Du nur!" lachte plötzlich eine wohlbekannte Stimme hinter Harry. Er drehte sich um und blickte Lily übellaunig an. „Eigentlich hatte ich gedacht, dass sich Deine Laune nicht mehr verschlechtern kann, aber offensichtlich habe ich mich geirrt."
Harry knurrte nur. „Ich muss noch bis zum Abendessen irgendwelchen kleinen ... nervigen Gören Rosen verkaufen."
„Es hätte Euch auch schlimmer treffen können!" lachte das rothaarige Mädchen und drehte sich wieder ihrer Begleitung zu. James Potter wirkte ein wenig zweifelnd. Es hatte sich leider schnell herumgesprochen, warum die zwei Slytherins heute Blumen verkaufen mussten und dass einige davon total irritiert waren, wunderte Harry nicht.
Er seufzte auf und trat dann einen Schritt an James heran. „Willst Du vielleicht eine Rose haben?"
„Warum?" fragte James blöd.
„Damit ich sie loswerde und Du etwas Deiner Freundin geben kannst?" schlug Harry vor.
„Dann würde ich Dir aber raten 12 rote Rosen zu nehmen!" schnarrte eine sehr vertraute Stimme. Draco war zu ihnen gestoßen.
„Warum 12 rote Rosen?" fragte Harry verständnislos.
„Weil 12 rote Rosen der ultimative Liebesbeweis ist, leider auch in der Zaubererwelt!"
„Oh..." kam es von Harry. James zuckte mit den Schultern und kramte die entsprechenden Geldmünzen aus seiner Tasche. Harry reichte ihm die 12 Rosen. James grinste ihn schließlich schief an. „Am Anfang habe ich wirklich gedacht, dass Du mir Lily ausspannen willst (den entrüsteten Einwand von der entsprechenden Gryffindor ignorierte James geflissentlich.), aber jetzt verstehe ich Dich gar nicht mehr. Du hilfst mir, rettest Leben und hast keine Ahnung von Liebesangelegenheiten. Ich verstehe Dich einfach nicht!"
„Tröstet es Dich Potter, wenn ich Dir mitteile, dass auch ich ihn nicht immer verstehe?" fragte Draco mit vollem Ernst. Harry ließ den Kopf hängen.
„Redet doch einfach weiter über mich... vielleicht lerne ich ja noch etwas..."
„Du sollst nicht lernen, sondern die blöden Rosen verkaufen!" Draco hatte natürlich bemerkt, dass Harry noch viel mehr Rosen in seinem Korb hatte, als er selbst. Seine Motivation war vermutlich eine etwas andere.
„Hätten wir noch genügend Geld, dann würde ich diese Rosen selbst kaufen, nur damit ich von der Strafarbeit erlöst bin", knurrte Harry und pflückte eine geknickte Rose aus dem Korb.
Lily lachte leise. Sie nahm ihm die Rose ab und steckt sie ihm in ein Knopfloch. Sie lachte: „Die blaue Rose passt zu Dir! Sie steht für die Unerreichbarkeit, denn in der Muggelwelt konnte sie noch nicht gezüchtet werden."
Draco blickte Harry an. „Warum habe ich eine blaue Rose von Dir bekommen?" fragte er schließlich. Harry blickte zu ihm.
„Wann?"
„Wann hast Du eine blaue Rose von Adrian bekommen?" fragte auch Lily neugierig.
„Ach ja..." jetzt war es Harry eingefallen. „I-Ich habe sie Dir her- heraufbeschworen. Es war nur eine- eine Übung!" Harrys Gehaspel ließ Draco dreckig grinsen, aber er beendete das Gespräch trotzdem. Er wollte Harry nicht in noch tiefere Verlegenheit stürzen.
„Es war die Aufgabe eine beliebige Blume heraufzubeschwören, aber Farbe und Art standen zur freien Auswahl!" sagte James mit einem arroganten Ton. Natürlich war die Strafarbeit bei McGonagall auch bis zu den Ohren der Rumtreiber gekommen.
Draco blickte ihn an. „Du brauchst nicht so arrogant zu werden, Potter. Adrian hat diese Strafarbeit mit Bravur gemeistert und ich denke eine blaue Rose hat schon ganz gut gepasst."
Draco blickte nun Harry an. „Die blaue Rose steht auch für Verzweiflung und Abstand vom Erfolg. Du solltest mir nur jetzt keine blaue Rose geben, dann werde ich giftig."
„Wann bist Du mal nicht giftig?" fragte Harry, aber in seinen Augen war wieder dieses Glitzern, welches Draco Anfang Januar vergeblich gesucht hatte. Es war wieder da und es verstärkte wieder die sonderbare und neue Freundschaft zwischen den zwei zeitreisenden Jungen.
Harry steckt ihm eine weiße Rose ins Knopfloch. „Weiß steht für Treue und Zustimmung!" sagte Harry leise und es war wie ein tiefes Versprechen.
Sanft fügte Lily hinzu: „Weiße Rosen stehen aber auch für Leidenschaft. So leidenschaftlich, wie ihr Euch streiten könnt, so leidenschaftlich wird wohl auch Eure Freundschaft sein."
oooooooooo
tbc
jaja… die Sprache der Blumen… längst vergessen… naja, außer vielleicht dieses mit den roten Rosen… ich hatte jedenfalls kaum eine Ahnung…jetzt bin ich ein bisschen schlauer g und ihr? Welche Fragen schießen Euch durch die Köpfe?
