Titel: Ein Leben wie die Zukunft
Autor: Momixis
Zeit: spielt nach „Halbblutprinz"
Kapitel: 1/7
Teil: 7/9
Paare: Es kommen viele der typischen Paare vor, aber Hauptpersonen werden Harry und Draco sein… (später auch als Paar)
Warnungen: Slash, Charadeath, lange Geschichte, unterschiedlich lange Kapitel….
Inhalt: Harry und Draco sind durch die Zeit gereist und nun haben sie die Chance etwas zu verändern. Harry will diese Möglichkeit nutzen ohne die Menschen, die ihm wichtig sind in Gefahr zu bringen. Wird er es schaffen? Wird er alleine den Weg gehen können? Welche Rolle wird Draco zu Teil? Und halten die Rumtreiber und die anderen Schüler von Harry? Was denkt Dumbledore?
MIR GEHÖRT NICHTS UND ICH VERDIENE DAMIT AUCH KEIN GELD!
Danke an die Reviewer!!
Hallo Deedochan!! Ich hoffe sehr, dass du genug Zeit für dich finden wirst. Es ist so wichtig einen Ausgleich zum Stress zu haben. Natürlich wäre es auch schön, von dir weiterhin Reviews zu erhalten. :-) Ich wünsche dir viel Spaß. Ich knuddel dich ganz doll.
Hi DJEngelchen!! Draco hat seinen Spaß daran, Harry die Kontrolle der Situation zu nehmen (das hatte er schon in der original Zeit) ), und Harry kann mit Komplimenten nicht wirklich umgehen, so nutzt Draco dieses Wissen. Viel Spaß noch. Fühl du dich auch gedrückt.
Hi Hindemid!! Es freut mich, wieder etwas von dir zu hören, ich habe schon befürchtet, dass ich dich wirklich vergrault habe (wegen dem leichten Snape/Sirius-Kram). Snape kommt in diesem Chap etwas mehr vor... ich hoffe, du kannst es leiden. Viel Spaß und ich knuddel dich ganz doll.
Hi Glupit!! Naja, ich habe bei den Pairings schon so meine Favoriten und auch viele, die ich gar nicht kann (z.B.: Harry/Hermine, Draco/Hermine). Naja, für jeden das seine. Gut das es so eine große Vielfalt an FFs gibt. Genau, die Veränderungen in der Zeit, machen Harry und Draco das Leben und die Suche schwer. Aber sie werden es schaffen, ich knuddel dich.
Hey Zissy!! Sooo viel Schule? OmG. Ich bin mit meiner Ausbildung seit März fertig... und ich bin unsagbar dankbar dafür. Das Wort "wank" ist erträglich, aber ich muss jedesmal an die deutsche Übersetzung vom englischen "wank" denken und dann grinse ich nur blöd ) Viel Spaß noch...knuddel
Hallo Leonance!! Der Rest der Clique will mehr eingebunden werden, aber sie stoßen immer wieder auf Ablehnung und so beobachten sie nur. Aber sie kommen noch ... und z.b. Mick kann ihr Wissen nicht preisgeben, Harry hat ihr Wissen blockiert. Aber du sprichst allgemein viele wesentliche Punkte an...und in manchen trifst du ziemlich gut, meine Gedanken und Ideen... mehr verrate ich aber nciht. Viel Spaß, knuddel.
Teil VII
Voranschreitende Probleme
Kapitel 1
Kritische Wege
Wenn Draco schon Anfang des Jahres gemerkt hat, dass Harry Potter ihm sehr wichtig war, dann bemerkte er jetzt, wie wichtig der schwarzhaarige Junge für ihn wirklich war. Das Lachen von Harry zauberte fast immer auch ein kleines Lächeln in Dracos Augen. Wenn Harry mal wieder McGonagall vorführte, dann konnte Draco ein stolzes Grinsen nicht verkneifen. Und wenn Harry wieder von Albträumen geplagt wurde, dann war es für Draco eine Selbstverständlichkeit den Jungen zu trösten, auch wenn er dafür bei Harry im Bett schlafen musste. Wobei... eigentlich schlief Draco gerne im anderen Bett, denn seltsamer Weise wurde Draco bei Harry weder von Albträumen noch von Schlafstörungen geplagt.
Draco musste nach fast einem Monat enge Freundschaft einsehen, dass es ihm nicht genug war. Er wollte mehr. Er wollte Harry ganz. Er wollte ihn an seiner Seite wissen und gleichzeitig hatte er panische Angst davor. Was wäre wenn Harry diese Gefühle nicht erwiderte? Gefühle die Draco sich nie zugetraut hätte? Gefühle die er eigentlich nicht für den Goldjungen von Gryffindor hegen sollte, aber er sollte eigentlich auch nicht so stolz auf diese Freundschaft sein. Wie sollte Draco damit umgehen?
oooooooooo
Harry bemerkte die Veränderungen im Verhalten von Draco, konnte sich darüber allerdings nur still wundern, denn Antworten erhielt er nicht. Harry hatte sich wieder in die Bibliothek verzogen und saß nun über einen ganzen Stapel an dicken und alten Zaubererbüchern. Severus Snape stand plötzlich vor Harrys Tisch und beäugte Harry feindlich.
„Kann ich etwas für Dich tun?" fragte Harry ein wenig genervt, weil er in seiner Nachforschung nicht weiter kam. Er rieb sich die Augen und blickte Snape fragend an. Der andere Junge schien etwas fragen zu wollen, aber zögerte noch.
„Severus!" Der Vorname von Snape war irgendwie noch immer ungewohnt, aber vielleicht würde es Vertrauen geben. „Kann ich Dir irgendwie helfen?" Harrys Stimme war nun sehr viel sanfter und freundlicher. Er erhielt nun auch eine Antwort.
„Es ist mir nicht geheuer, wenn Du so freundlich bist. Es ist mir auch nicht geheuer, was Du alles weißt und kannst. Ich mag es nicht, wie Du alle Menschen um Dich herum beeinflusst und steuerst. Ich will auch gar nicht wissen, was Du in den ganzen Zaubertrankbüchern suchst."
„Was möchtest Du dann von mir?!" Harry war nun wirklich neugierig und beugte sich ein wenig nach vorne. Severus nahm diese Neugier gelassen entgegen und setzte sich sogar auf einen Stuhl gegenüber von Harry.
„Ich möchte nur wissen, woher Du weißt, dass Du den richtigen Weg folgst?"
Harry war überrascht und das zeigte er auch.
Die Jungen schwiegen sich an. Es war klar, dass Severus eine Antwort von Harry haben wollte. Eine allgemeingültige Antwort auf alle Fragen.
„Was soll ich Dir antworten?" Harry überlegte, dann räumte er die Bücher zur Seite. Sollte doch Madam Pince die Bücher wegräumen, wenn sie nicht auf seine Rückkehr warten könne. Harry nahm seine Aufzeichnungen und steckte sie sorgfältig in seine Tasche, dann wandte er sich an seinen zukünftigen Zaubertrankprofessor.
„Komm Severus. Ich will Dir etwas zeigen!"
Nun war Severus überrascht, aber er folgte Harry zögernd. Sie gingen hinauf auf einen Turm. Es war der Nordturm, der höchste Turm von Hogwarts. Severus fühlte sich sichtlich unwohl an diesem einsamen Ort. Alleine mit einem der merkwürdigsten Schüler die Hogwarts je gesehen hat.
„Ich tue Dir nichts!" sagte Harry mit ernster Stimme. „Es spielt keine Rolle, woher ich weiß, dass ICH auf dem richtigen Weg bin. Die Frage ist eher, woher kommen Deine Zweifel, ob DU auf dem richtigen Weg bist?"
Severus Augen verdunkelten sich, aber Harry konnte bei diesem jungen Abklatsch des Todesblickes nur müde lächeln.
„Ich will Dir nicht vorschreiben, was Du denken sollst. Du musst alleine Deine Entscheidungen treffen, aber Du hast mir eine Frage gestellt, die mich vermuten lässt, dass Du Zweifel bekommst. Ich kann und werde nicht auf Dich einreden, damit Du mir folgst. Du hast mir eine Frage gestellt und Du willst die Antwort nicht wirklich hören."
Harry drehte sich von Severus weg. Er konnte seine Abneigung nur schwer verbergen, aber es spielte auch ganz viel Mitleid für den einsamen Jungen, der von seinem Vater so brutal behandelt wurde, mit, dass Harry ihn am liebsten anschreien würde, dass er bald so sein würde, wie sein eigener Vater.
Harry seufzte. Er sah nicht, dass Severus sich wirklich entspannte und ihn neugierig beobachtete.
„Severus, die Welt ist nicht schwarz oder weiß. Es gibt auch keinen richtigen Weg, der Dir Dein Glück garantiert. Jeden Tag muss man Entscheidungen treffen und jeden Tag aufs Neue wird man geprüft, ob man den eingeschlagenen Weg wirklich weiter gehen will. Severus Snape. Ich weiß nicht, was Du in Deinem Leben als Zauberer erreichen willst. Ich weiß es nicht, weil ich Dich nicht gut genug kenne..."
„Du kennst meine Mutter?!"
Harry lachte leise: „Nein, ich kenne Deine Mutter nicht, auch wenn ich weiß, dass sie eine Hexe ist. Ich weiß, dass Du Zaubertränke liebst und die schwarze Magie. Ich weiß, dass Du gerne mit Regulus Black in alten Klassenräumen deiner Leidenschaft des Tränkebrauens nachgehst. Du bist mit Narcissa und Lucius befreundet, da sie aber ein Pärchen sind, haben sie manchmal keine Zeit für Dich. Sehr viel mehr weiß ich nicht von Deinem heutigen Ich!"
Severus schnaubte. „Du weiß viel zu viel. Du hängst ständig mit den Beiden Japanern rum. Du hast Mosnay auf Deine Seite gezogen und sagst mir, dass Du keine Ahnung hast?!"
„Das habe ich nicht gesagt! Ich weiß, welcher Weg für MICH der richtige ist und ich habe Dorian daran erinnert. Ich denke, dass auch Du diesen Weg früher oder später gehen wirst, denn Du bist nicht dumm und Du hast auch viel Mut in Dir."
Severus schnaubte wieder, als hätte Harry die größte Beleidigung des Jahrhunderts ausgesprochen. „Wie kommst Du auf die blöde Idee, ich sei mutig? Ich bin doch kein hirnverbrannter Gryffindor!"
Nun schnaubte Harry und drehte sich zu Severus um. „Es war keine Beleidigung, sondern ein Kompliment. Was glaubst Du, warum es in den Reihen des ... von Voldemort nur wenig Gryffindors und Ravenclaws gibt? Sie erkennen ihre Fehler frühzeitig, wenn es noch nicht zu spät ist. Ich wünschte ich könnte auch Dir zeigen, wie wahnsinnig es ist Voldemort zu folgen. Du wirst es eines Tages bereuen, aber ich habe kein Recht dazu, Dich zur Einsicht zu zwingen!
Severus starrte ihn nun total ratlos an. „Du laberst gerade ganz schönen Müll!"
„Nein, tue ich nicht. Ich rede nur etwas kreuz und quer. Ich werde für Dich beten, wenn Du wieder nach Hause fährst. Ich werde dafür beten, dass Du rechtzeitig Deinen Weg findest, bevor Deine Seele daran zu Grunde geht."
Harry drehte sich noch einmal zu Severus um.
„Warum hast Du mich hier her gebracht?"
„Hier bist Du noch immer in Hogwarts und dadurch geschützt. Und doch bis Du frei und kannst in alle Richtungen frei schauen. Es gibt hier nichts, was Dich aufhalten kann. Es wird da draußen immer Licht und Schatten geben, aber Du musst mit Deinen Entscheidungen leben. Noch hast Du die freie Auswahl. Wo soll es in Zukunft mit Severus Snape hingehen?" Harry blickte noch einmal in jede Himmelsrichtung, wo deutlich verschiedene Wetterspiele stattfanden. Im Norden waren dunkle Wolken und es schien dort zu gewittern. Einen Moment länger als nötig blickte Harry in diese dunklen Wolken, dann blickte er Severus ernst an. „Mein Weg ist für mich der Richtige, denn ich weiß, dass ich dafür mit gutem Gewissen sterben würde!"
Harry ließ seinen ehemaligen Hasslehrer nun allein auf dem Turm zurück und hoffte aus tiefsten Herzen, dass Severus Snape verstand, was er ihm mit holprigen Worten versucht hatte zu erklären. Viel Zeit hatte Harry nicht über dieses seltsame Treffen nachzudenken, denn er traf im Gang auf Draco, der ihn schon gesucht hatte. Draco wirkte sehr verschlossen. Es war nicht erst seit Heute, aber es stört Harry dadurch nur noch mehr. War Draco womöglich zu der Erkenntnis gekommen, dass Harry diesen Krieg nicht gewinne konnte? Oder hatte Draco festgestellt, dass er seinen Eltern doch folgen würde? Harry wusste es nicht, aber er traute sich auch nicht zu fragen. Zu beängstigend könnte die Antwort ausfallen.
„Suchst Du mich?"
„Ja" Draco blieb kühl.
„Irgendwelche Probleme?"
„Außer, dass Du nicht mehr mit mir redest, nicht!"
„DU redest nicht mehr mit mir, Drache!"
„Ah, verdammt. Nenn mich nicht so!"
„Manchmal stört es Dich nicht und dann doch wieder. Könntest Du Dich einmal vielleicht entscheiden?" fuhr Harry Draco scharf an. Dieser zuckte etwas zurück.
Dracos Blick verfinsterte sich. „Was glaubst Du eigentlich wer Du bist?" schnarrte Draco nach altbekannter Manier und nun war es Harry der zurück wich. „Denkst Du wirklich, dass Du etwas Besseres bist? Glaubst Du, Du könntest jemanden Befehle geben? Verdammt, spiel Dich nicht zum Superhelden auf! Tu nicht so als ob wir die besten Freunde wären! Ich muss Dir nicht hinterherlaufen, wie ein gut dressiertes Hündchen."
Mit weit geöffneten Augen blickte Harry Draco an. Er war blass. Die schwarzen Haare bildeten einen unglaublichen Kontrast zu der fast weißen Haut. Die Augen waren mit einer Erkenntnis und einer Panik durchtränkt. Ohne ein Wort zu verlieren, wand Harry sich schließlich hektisch ab und lief den Gang hinunter. Es schien als ob seine schlimmsten Befürchtungen wahr geworden wären.
Er wollte nur noch weg.
Draco blickte ihm noch einen Moment wütend nach, dann seufzte er. Was war denn nun schon wieder passiert? Fahrig fuhr er sich mit den Händen durch die blonden Haare.
„Super Dorian! … Wirklich Klasse…. Hast Du super hinbekommen! … Hättest Du das Adrian nicht auch sagen können, ohne in das alte Muster zu verfallen?" Lin, die um eine Ecke des Ganges gebogen kam, schien wirklich sauer zu sein. Ihre Augen sprühten gefährlich.
„Was?"
„Du bist in Dein altes Muster verfallen und mich würde es nicht wunder, wenn Adrian denkt, dass Du Dich umentschieden hättest. Vielleicht hast Du es auch, aber selbst dann hättest Du es ihm direkt sagen müssen..."
„Quatsch! Ha... Adrian weiß, dass ich an seiner Seite bleibe!"
Lin sah nicht sehr überzeugt aus und schüttelte missbilligend den Kopf. „So abweisend und seltsam Du Dich in seiner Anwesendheit seit ein paar Tagen verhältst, soll er Dir blind vertrauen? Wo sein Vertrauen nicht weiter als seine Nasenspitze reicht? Er lügt hier alle an und vermutlich kennst allein Du einen Großteil der Wahrheiten... Aber Du glaubst, dass er Dir trotz allem blind vertraut, wenn Du ihn so anmachst?"
Draco blickte den Gang hinunter, wo Harry vor nicht einmal zwei Minuten verschwunden war. Er zog die Stirn kraus.
„Oh Dorian!" seufzte Lin. „Wenn er Dir so wichtig ist, dann weise ihn doch nicht ab. Eure Freundschaft tut ihm so gut, aber alles was über oberflächliche Freundschaft hinausgeht macht ihm aus irgendeinem Grund panische Angst. Ihr steht Euch so nah, er wird Dich nicht abweisen..."
„Was willst Du damit sagen?" Dracos Stimme war harsch und kalt.
„Ach verdammt, Dorian, mach doch Deine Freundschaft kaputt und lass Adrian den Weg alleine gehen, aber hör' auf mit ihm zu spielen!" Lin wandte sich um und marschierte in die gegensätzliche Richtung davon.
Draco starrte ihr wütend nach. „Du verdammte Göre!"
Draco wusste nicht, was er als erstes machen sollte. Harry hinterher gehen und mit ihm reden, oder sich einfach ein eine Ecke setzten und schmollen. Vielleicht würde Harry ja zu ihm kommen...
Draco beschloss, dass es sinnvoller war, sich über die nächsten Schritte genauer bewusst zu werden, dass beinhaltete allerdings auch das Schmollen.
Er suchte sich eine breite Fensterbank und machte es sich bequem. Er blickte nach draußen. Es war ein sonniger Tag und man spürte, dass der Frühling langsam kam. Viele Schüler nutzen die freie Zeit um auf dem Hogwartsgelände spazieren zu gehen. Auch er war mit Harry oft dort unten unterwegs gewesen. Jetzt hatte Harry sich wieder häufiger in der Bibliothek verkrochen, statt mit ihm über das nächste Vorgehen zu reden. „Warum redest Du nicht mit mir? Was verdammt suchst Du?" Dracos Finger hatten sich um seinen silbernen Anhänger gelegt und vor seinem geistigen Auge lag sah er Harry, wie er hochkonzentriert arbeitete und neue Spuren suchte.
„Wenn DU es nicht weißt, weiß er es denn dann?"
„Hör mit Deinen blöden Sprüchen auf, Esmare!" zischte Draco dem schwarzhaarigen Mädchen zu ohne aufzusehen. Ihre blauen Augen blitzten herausfordernd, als sie sich neben Draco auf der Fensterbank niederließ.
„Er war mit Snape auf dem Nordturm, weiß Du, was sie dort wollten?"
„Severus und Adrian auf dem Nordturm?"
„Jep! Snape sprach ihn in der Bib an, dann gingen sie gemeinsam nach oben, Sie waren nicht lange weg, aber Snape schien danach total durcheinander zu sein."
„Und Adrian?"
„Er ging ja vorher wieder hinunter. Er schien total in Gedanken zu sein, jedenfalls hat er mich nicht gesehen."
Draco grübelte. Es passte ihm nicht, was hier gerade alles passiert war. Erst Snape und Harry, dann er und Harry, anschließend Lin und er, nun folgte Esmare und er.
„Irgendwie fehlen in dieser Ansammlung nur noch Evans und Potter!" spottete Draco kühl.
„Die waren gestern dran!" sagte Esmare locker und blickte über Dracos Schulter hinaus in den nun langsam dämmrigen Frühlingsnachmittag.
„Was?"
„Lily hatte Adrian gestern in der Bib angesprochen und ihn gefragt, was er denn suche. Ich denke sie wollte ihm helfen, da es sich offenbar um Zaubertränke ging. Aber er hat sie zurückgewiesen. Er sagte, niemand könne ihm helfen und ihre Hilfe wolle er erst recht nicht!"
Langsam bekam das ganze Bild eine Struktur und es gefiel Draco ganz und gar nicht.
„Wann war Potter da?"
Esmare lachte. „Gestern beim Abendessen. Du warst noch nicht in der Großen Halle. Sie sind sich nur kurz begegnet. James und Sirius haben ihn etwas gefragt und er hat nur vehement den Kopf geschüttelt. Mehr weiß ich nicht!"
„Oh Merlin!"
„Glaubst Du, dass es wirklich so schlimm war?"
„Ich weiß, dass Har... Adrian auf diese drei Menschen besonders empfindlich reagiert. Sie sind ihm wichtig... ich denke... Adrian hat falsche Schlussfolgerungen gezogen... Er ist wieder in ein ‚Ich darf niemanden an mich heranlassen' - Modus."
„Hört sich nicht gut an, aber es kann doch nicht so eine gravierende Konsequenz haben?"
„Das eine kommt zum anderen und meist kommt alles auf einmal. Es reicht schon!" Draco sprang nun eilig von der Fensterbank und rief nur noch ein kurzes ‚Danke', bevor er hinter einer Ecke verschwand.
„Du bist zu neugierig, Esmare!" kam die leise Stimme aus einem kleinen Versteck.
„Ich weiß. Aber Du bist doch nicht besser, oder Remus?" Esmare strich sich die Haare glatt, dann lächelte sie.
„Nein, vermutlich nicht. Sonst wäre ich nicht hier!"
„Genau!"
Beide lachten leise. Sie schüttelten ihr Köpfe und seufzten, dann blickten sich einen Moment länger an als nötig. Gemeinsam verschwanden sie in Richtung Gryffindorturm.
oooooooooo
Draco rannte hinunter in die Kerker. Er traf zwar auf Lin und Sanuel, die ihn finster anguckten, aber von Harry war keine Spur zu sehen. Auch im Schlafsaal war er nicht und es schien auch nicht, als ob er innerhalb der letzten zwei Stunden hier gewesen war. Auf Harrys Bett lag noch immer das Buch über die 100 tödlichsten Zaubertränke der Gegenwart. Draco überlegt kurz, ob er hineinsehen sollte, vielleicht würde er dann etwas Wichtiges erfahren, aber dann folgte er seiner inneren Stimme und machte sich wieder auf die Suche nach Harry Potter.
Das Problem war, dass Harry das Schloss wirklich gut kannte. Im Grunde könnte er überall sein. Vielleicht hatte er Sal getroffen und war mit im Reich der Ravenclaws, oder er hat Hogwarts verlassen. Mittlerweile wusste Draco ja, dass es verschiedene Zugänge gab und das Harry zu viele davon wirklich gut kannte.
Auch in der Bibliothek war Harry nicht. Madam Pince war gerade dabei seine Bücher missmutig aufzuräumen und Draco verschwand bei dem miesepetrigen Gesicht ganz schnell, bevor die Bibliothekarin ihm die Aufräumarbeit aufhalste.
Draco blickte sich im stillen Gang um. Wo könnte Harry sein?
„Wo verdammt steckst Du?"
oooooooooo
Harry wusste nicht genau, was ihn hier her gezogen hatte. Vielleicht, weil er hier wirklich allein sein konnte? Vielleicht war es auch nur das Gefühl der Zeitlosigkeit. Hier gab es keine Veränderungen zwischen 1976 und 1998. Es war nicht mal ein Ort, der in ihm irgendwelche Erinnerungen hervorrief. Der Himmel über ihm war genauso von funkelnden Sternen überseht, wie er es kennen gelernt hatte. Hier oben auf der Ravenclaw-Quidditchtribüne war er ungestört. Niemand würde ihn hier vermuten.
Harry blickte hinauf in die Sterne. Es war Abend geworden und er fühlte sich irgendwie einsam. Er war kurz vorm Verzweifeln, da er langsam vor einem wirklichen Problem stand. Er wusste (halbwegs), wo die letzten Horcruxe waren und er wusste, dass es nicht so einfach werden würde, daran zu kommen. Es behagte ihm gar nicht, dass Draco sich so abweisend verhielt. Er hatte gedacht, dass er Draco sicher an seiner Seite wissen konnte, aber das Verhalten des Blonden schien diese Gedanken Lügen zu strafen. Wie konnte er glauben, dass ein Malfoy die Freundschaft ernst nehmen würde. Wie hätte er denken können, dass er Draco wichtig war. Wie hatte er so töricht sein können, in diese Freundschaft so viel zu investieren.
Sie war ihm wichtig, das konnte Harry nicht mehr leugnen. und es machte ihm Angst. Denn er konnte sich nicht damit beruhigen, dass die Freundschaft nur oberflächlich war. Draco kannte seine Vergangenheit (jedenfalls zu einem Großteil) und er kannte die Wahrheit von vielen Dingen. Er kannte viel mehr als Lin, Sanuel, Sal, Mick, Esmare, Lily oder die Rumtreiber. Draco kannte genug, um ehrlich zu sein. Um eigentlich die Freundschaft ehrlich und wahrhaftig einzugehen.
Vielleicht fühlte Harry sich deswegen so verraten...
Harry hatte sich auf das Quidditchfeld verzogen. Er hatte einen Moment überlegt in die Kammer hinunter zu gehen, aber irgendwie zog es ihn dort im Moment nicht hin. Zu sehr würde der Ort an Draco und ihren gemeinsamen Kampf gegen den Fluch von Voldemort erinnern. Auch hier erinnerte ihn vieles an Draco, aber doch eher an den Machtkampf der zwei Sucher. Und damit konnte er umgehen. Der Ravenclaw-Bereich war eher neutrales Gebiet.
Harry schloss die Augen und machte es sich auf einer Tribüne bequem. Er wollte allein sein, auch wenn es in den letzten zwei Tagen schien, als ob alle mit ihm reden wollten. Als ob alle ihm zeigen wollen würden, dass sie auf seiner Seite waren. Nur der Eine, der Harry im Moment wirklich helfen könnte, der wandte sich von ihm ab.
Ein schweres und bedrückendes Gefühl setzte sich in Harrys Innerem ein und schien ihn von Innen zu erdrücken. Er fühlte sich so allein. Er hatte doch auch am Anfang ohne Draco gearbeitet... aber die zwischenzeitliche Freundschaft hatte Harry Kraft und Energie gegeben. Draco hatte sich um ihn gekümmert. Hatte auf ihn aufgepasst... diese Kraft und Energie fehlte ihm jetzt...
Müde legte er die Arme fest um seine Beine und er zog sie fest an seine Brust. Er wollte nicht schlafen und blickte daher in die Dunkelheit, die ihn umhüllte. Es war nicht sommerlich warm, aber Harry fror auch nicht. Tief holte er Luft und entließ sie dann in die stille Abendluft. Was sollte er jetzt als nächstes machen? Wie sollte es weiter gehen?
„Adrian!"
Harry schloss gequält die Augen. „Verschwinde Sal!"
Aber das blonde Mädchen mit den pinkfarbenen Strähnen ließ sich nicht beirren und setzte sich ruhig neben Harry auf den Boden. Eine ganze Weile saßen sie da und schwiegen sich an.
„Geh zurück zu Deinem Freund!" nuschelte Harry undeutlich in seinen Umhang hinein.
„Ich war gerade mit ihm zusammen und eigentlich wollten wir uns hier oben hinsetzen und rumknutschen, aber dann habe ich festgestellt, dass der Platz schon belegt ist. Ich habe Konstantin weggeschickt, als ich gesehen habe, dass Du hier so alleine sitzt. Wie kann ich Dir helfen?"
„Indem Du gehst!"
„Das werde ich nicht. Denn dann wirst Du wahrscheinlich entweder die ganze Nacht hier sitzen und auf wirklich trübe oder dumme Gedanken kommen oder Du wirst irgendwohin verschwinden, wo Dich wirklich keiner finden kann!"
„Bitte Sal!"
„Nein, Adrian!" Sal behielt Harry immer im Blick als könne dieser mit einem Fingerschnippen verschwinden. Sie wollte in diesem Moment ihren Freund nicht alleine lassen. „Weiß Du Adrian, seit ein paar Wochen bist Du noch unnahbarer geworden. Noch geheimnisvoller und zurückgezogener, aber Du hattest Dorian. Was hat sich geändert?"
Harry bewegte sich nicht. „Ich will nicht darüber reden!"
„Dann werden die Probleme sich nicht lösen!"
„Ich weiß das!" fauchte Harry und blickte Sal scharf an. „Ich weiß wie das Leben funktioniert, Sal! Ich weiß, was es bedeutet verraten zu werden. Und ich weiß was es heißt um sein Leben zu kämpfen. Und ich weiß, das Dorian dazu nicht bereit ist!"
Harrys Augen sprühten gefährlich und Sal runzelte die Stirn. „Vielleicht hast Du etwas Falsch verstanden, von dem was Dorian gesagt hat. Auf mich hat er jedenfalls nicht den Eindruck gemacht, als ob er ..."
„Es ist doch egal, was DU für einen Eindruck hast. Ich WEISS, dass er sich von mir distanziert hat. Ich weiß es, Sal!"
„Ja, aber vielleicht gibt es andere Gründe..."
„Was für Gründe denn? Er hat sich einmal umentschieden, wer sagt denn, dass er es nicht wieder tun wird!"
„Du solltest Dorian ein wenig mehr vertrauen!"
Harry lachte hohl auf. „Lass gut sein, Sal! Es bringt nichts!"
Harry stand auf und streckte sich, dann lief er ohne ein weiteres Wort zu verlieren die Treppe hinunter und verließ das Quidditchfeld. Sals Blicke von der Tribüne aus, konnte er noch eine ganze Weile spüren, während er mit großen Schritten zum Schloss lief.
oooooooooo
Harry lief auf direktem Weg hinunter in die Kerker und in seinen Schlafsaal. Draco begegnete er nicht, auch Lin und Sanuel wich er durch puren Zufall aus. Harry war aufgewühlt. An einen ruhigen Schlaf war nicht zu denken, also packte er seine Tasche. Er würde die Nacht unterwegs sein. Das Buch über Zaubertränke landete genauso in der schwarzen Ledertasche, wie der Fotoapparat und einige leere Fläschchen. Er versiegelte wieder sein Eigentum vor neugierigen Blicken und machte sich dann auf den Rückweg nach Oben.
Sanuels Ruf ignorierte er und marschierte mit energischen Schritten zum Ausgang des Slytheringemeinschaftsraums. Leise lief er die Gänge entlang und begegnete niemandem. Kurz überlegte er, welchen Ausgang er nehmen sollte, doch dann entschied er sich, dass er wieder den der buckligen Hexe nehmen würde, wie eigentlich immer.
Plötzlich schoss eine Hand aus einer Nische hervor und zog Harry hart in die Dunkelheit hinein. Harry konnte einen erschrockenen Aufschrei kaum verhindern. Er blickte in zwei funkelnde graue Augen, die ihn wütend anblitzten. Harry versteifte sich sofort und das Gesicht wurde blank.
Für Draco war diese Reaktion genug, um zu wissen, dass zwischen ihnen wirklich etwas verdammt falsch lief. Er selbst konnte spüren, wie sich sein Herzschlag verschnellerte und die Sorge bestätigt wurde. Einen kleinen Augenblick starrte Draco Harry nur an, dann schüttelte er den Kopf.
„Ich wusste, dass Du hier lang kommen würdest. Früher oder Später. Entweder auf dem Hinweg, oder auf dem Rückweg von einem Deiner geheimnisvollen Abenteuer!"
„Was willst Du, Dorian?"
„Antworten!"
„Auf welche Fragen?"
Draco überlegte einen Moment ob er erstmal nach Harrys Ziel fragen sollte, aber dann erkannte er, dass es nur Geschwafel wäre. Es spielte im Moment keine Rolle, wohin Harry gehen wollte und ob er wieder zurückkommen würde. Andere Sachen waren im Moment wichtiger. Draco schüttelte dann den Kopf und blickte Harry prüfend an. Er sah irgendwie durcheinander aus und unnahbar. Er hatte sich ganz offensichtlich verschlossen, auch wieder vor Draco.
„Es tut mir leid!"
„..." Harry blinzelte, dann versuchte er ein Wort zu formen, aber kein Ton kam über seine Lippen. Er hätte nie gedacht, dass Draco Malfoy mal eine Entschuldigung formulieren würde, zu der ihn niemand aufgefordert hatte.
„Es tut mir wirklich leid!"
„Was tut Dir leid?" Endlich hatte Harry seine Sprache wieder gefunden.
„Es tut mir leid, dass ich so abweisend war in den letzten Tagen." Dracos Hand strich Harry eine widerspenstige Strähne aus dem Gesicht. „Ich wollte Dir nicht das Gefühl geben, dass ich nicht mehr an Deiner Seite kämpfen wolle."
„Was dann?"
Draco lachte leise. Er senkte kurz den Blick, dann trafen seine Augen wieder die von Harry. „Das Leben hier ist so verdammt schwer. Jeden Tag sehe ich meine Eltern und weiß, welche Entscheidungen sie in Zukunft fällen werden und ich kann dagegen nichts tun. Ich versuche Dir zu folgen, aber Deine Schritte sind so schnell und sicher. Ich kann ihnen nicht immer folgen. Plötzlich sitzt Du in der Bibliothek und liest eine ganze Reihe von Büchern über Zaubertränke..." Draco blickte Harry weiterhin an, der seinen Blick auch nicht abwandte.
„Harry, Du weißt so sicher, wo es lang gehen soll. Du kennst Deine nächsten Schritte. Ich weiß nicht, ob ich Dir wirklich folgen kann!"
Jetzt senkte Harry doch den Blick. „Du willst also zurück zu Deinen Eltern?"
„Was? NEIN!" Draco schüttelte vehement den Kopf. „Nein, denn ich weiß, dass ich an Deiner Seite etwas Gutes machen kann. Ich ... Du... Es ist nicht leicht, aber ich werde zu Dir stehen. Wie ich es versprochen habe. Aber Du musst mir sagen, welches der nächste Schritt ist! Ich kann Dir sonst nicht helfen."
„Wie meinst Du das, Draco?"
„Ich kann mich nicht mehr umentscheiden. Ich bleibe an Deiner Seite, egal wohin es geht, aber Du musst mir sagen, in welcher Richtung Du arbeitest! Ich kann sonst nicht mit Deinen Schritten mithalten."
Harry blickte Draco prüfend an. „Wieso kannst Du Dich nicht mehr umentscheiden?"
„Weil ich weiß, dass es das Richtige ist. Weil ich es geschworen habe. Weil ich an Deiner Seite … bleiben… will!" In Dracos Blick war etwas Zärtliches, Ehrliches und Wahres zu sehen. Seine Hand legte sich sanft auf Harrys Schulter und wanderte dann vorsichtig und zögernd hinauf zu Harrys Wange.
Langsam verstand Harry.
„Draco?!"
„Na, Goldjunge, hast auch Du es verstanden, was Deine Freunde schon seit Tagen wussten?"
Harry wurde rot im Gesicht und Draco konnte das sogar in der Dunkelheit sehen. Sanft strich Draco mit seinen Fingern über Harrys weiche Haut.
Harry starrte Draco gebannt an. „Aber wie?"
Draco lachte leise. „Ich habe keine Ahnung wie Du das wieder geschafft hast, aber jetzt ist es passiert!"
„Draco... ich... ich weiß ... nicht..."
„Du brauchst nichts zu sagen, aber ich hoffe Du verstehst jetzt, warum ich an Deiner Seite bleiben werde. Ich könnte gar nicht mehr anders...!"
Harry nickte zögernd. Noch immer hatte er die gesunde Farbe in den Wangen und ein schiefes Lächeln breitete sich auf Harrys Lippen aus. Draco erwiderte es.
Dann bewies Harry, dass er wirklich noch immer ein Gryffindor war. Er schlang seine Arme um Dracos Nacken und zog den blonden Jungen einfach in eine ehrliche und feste Umarmung. Draco war zwar überrascht, fing sich aber schnell und schlang seine Arme um Harrys Taille.
„Ich bin so froh, dass Du da bist!" mehr sagte Harry nicht, aber Draco genügte es, um zu wissen, das er die richtige Entscheidung getroffen hatte. Es reichte, um zu wissen, dass Harry ihn nicht abweisen würde.
oooooooooo
tbc.
ENDLICH !! Mehr kann auch ich dazu wohl nicht sagen, auch wenn ich Schuld an allem bin... LG Eure Momixis
