Titel: Ein Leben wie die Zukunft

Autor: Momixis

Zeit: spielt nach „Halbblutprinz"

Kapitel: 2/7

Teil: 7/9

Paare: Es kommen viele der typischen Paare vor, aber Hauptpersonen werden Harry und Draco sein… (später auch als Paar)

Warnungen: Slash, Charadeath, lange Geschichte, unterschiedlich lange Kapitel….

Inhalt: Harry und Draco sind durch die Zeit gereist und nun haben sie die Chance etwas zu verändern. Harry will diese Möglichkeit nutzen ohne die Menschen, die ihm wichtig sind in Gefahr zu bringen. Wird er es schaffen? Wird er alleine den Weg gehen können? Welche Rolle wird Draco zu Teil? Und halten die Rumtreiber und die anderen Schüler von Harry? Was denkt Dumbledore?

MIR GEHÖRT NICHTS UND ICH VERDIENE DAMIT AUCH KEIN GELD!


Danke an die Reviewer!!

Hi Zissy!! Ich habe mir gedacht, dass du auch so denkst. Es ging aber nicht früher... aber auf den Kuss musst du dafür nicht so lange warten, versprochen... Bis bald, knuddel.

Hey Glupit!! Severus ist mir ziemlich wichtig, auch wenn ich den original Charakter gar nicht wirklich mag, aber er tut mir soooo leid. Er wird noch mehr Bedeutung bekommen... sowie die anderen "Nebencharaktere" auch... Viel Spaß, knuddel.

Hi DjEngelchen!! Ja, ich weiß es hat jetzt wieder etwas gedauert mit dem neuen Kapitel, aber dafür ist es jetzt ja da und auf den ersten Kuss musst Du auch nicht ganz so lange warten. Ich drück dich auch...

Hi Seelentochter!! Schön wieder von dir zu hören. Das mit dem Offenbahren der Wahrheit ist gar nicht so einfach, dafür ist die Wahrheit zu absurd und zu gefährlich. Aber etwas rausbekommen würden sie schon und die Freunde bekommen auch noch eine große Rolle... Viel Spaß und ich hoffe, dass dein Internet stabiler läuft, (grins) Ich knuddel dich ganz doll.

Hey Deedochan!! Es wurde auch Zeit, oder? Endlich sind sie sich näher, und doch haben sie sich noch nicht geküsst... aber das dauert nicht ganz so lange... Ich freue mich, dass du dir die Zeit für ein Review genommen hast. Ich habe mir auch extra Zeit genommen, es zu lesen, grins. Bis bald, knuddel.


Teil VII

Voranschreitende Probleme

Kapitel 2

Versprochende Zaubertränke

„Also? Wie geht es weiter?"

Harry kaute auf seiner Unterlippe herum, dann seufzte er. Draco und er hatten sich in eine stille Ecke der Bibliothek zurückgezogen. Vor Harry stapelten sich wieder Bücher über Zaubertränke und Draco hatte noch immer keine Ahnung wonach sie suchten. Und Harry schien nicht wirklich daran interessiert zu sein, es zu erzählen.

„Du musst es mir erzählen!" Draco blickte Harry so eindringlich wie möglich an. Wieder seufzte Harry, dann schob er die Bücher ein wenig zur Seite und zog seinen Zauberstab. Ein Zauber legte sich über sie und niemand würde in der Lage sein, sie zu belauschen.

„Es ist nicht so einfach, darüber zu reden..." fing Harry leise an. Er suchte Dracos Blick. „Denn alles was jetzt kommt, ist so verdammt deutlich mit unserer Geschichte verknüpft."

Draco unterbrach Harry nicht, als dieser einen Augenblick schwieg. Ganz offensichtlich war es wirklich nicht so einfach die richtigen Worte zu finden. Und Draco sollte schnell begreifen, warum das so war...

„Es hat mit den Ereignissen zu tun... als... an dem Tag als Dumbledore starb!"

Draco schloss seine Augen. Jetzt wusste er, warum Harry nicht reden wollte. Es war für ihn genauso schmerzhaft wie es für Draco werden würde. Und typisch Harry, dass er Draco vor diesen unangenehmen und sehr schmerzhaften Erinnerungen schützen wollte.

Harry begann mit leiser Stimme zu erzählen, wie er mit Dumbledore nach Hogsmead geschlichen war. Wie sie in die Höhle gestiegen waren und vor dem großen Problem standen. Der Zaubertrank der getrunken werden musste. Wie Harry Dumbledore zwingen musste den Trank zu trinken. Wie sie zurückkamen und dann...

„Den Rest kennst Du ja!"

Draco war wohl genauso weiß im Gesicht, wie Harry. Während der Geschichte hatte Draco Harrys Hand ergriffen und ihre Finger miteinander verflochten. Er brauchte den Halt und Harry schien es ähnlich zu gehen.

Eine ganze Weile schwiegen sie. Beide gefangen in ihren schmerzhaften Erinnerungen.

„Woher weißt Du, dass der Zaubertrank vergiftet war?"

„Er war pures Gift, denn Dumbledore wollte zu Snape, damit der den Schwur einlösen könnte. Er wusste, dass er sterben würde, er wollte nur nicht, dass Du es machst!"

„Wann...?"

„Wann ich wirklich verstanden habe, wie Dumbledore dachte?" Harry lachte hohl auf. „Als McGonagall mich bat, zurück nach Hogwarts zu gehen und sie sagte, dass Dumbledore das immer gewollt hatte." Harry fuhr sich durch die langen Haare. „Er wollte mich fit für meinen Weg machen. Er hat viele Fehler gemacht, aber er hat am Ende sein gesamtes Vertrauen in mich gesetzt. Ich hätte ihn erwürgen können, als er mir von der Prophezeiung erzählte. Ich habe zu spät verstanden, wie er dachte, obwohl er es mir selbst gesagt hatte. Aber es war zu spät..."

„Was für eine Prophezeiung?" Draco starrte ihn an.

Harry starrte zurück. „Ministeriumsabteilung..." flüsterte Harry und Draco begriff auch diesen Teil der Geschichte.

„Als Vater nach Askaban gebracht wurde?!"

„Ja!"

„Ich dachte sie sei zerbrochen?"

Harry fragte nicht nach, woher Draco dieses Wissen hatte. „War sie auch, aber Dumbledore kannte sie! Er erzählte sie mir noch in der gleichen Nacht."

„Was besagte sie?"

„Das nur ich den dunklen Lord besiegen kann!"

Draco schluckte schwer. „Ich glaube wir sollten das lassen."

„Du wolltest die Wahrheit hören... dann höre sie Dir auch an!"

Harry erzählte also auch die Geschehnisse vom fünften Schuljahr und Draco verkrampfte sich. Was hatte Harry alles erlebt, während er Umbridge noch weiter geholfen hatte. Draco fühlte sich schlecht. Er fühlte sich wirklich richtig schlecht. Er hätte schon damals die Wahrheit erkennen müssen...

„Es ist Vergangenheit. Es ist unsere Vergangenheit, damit müssen wir leben, aber wir können jetzt vielleicht einiges ändern, damit unsere Zukunft und die der anderen nicht in einer Katastrophe endet."

Draco schloss die Augen und ließ seinen Kopf einen Augenblick hängen, dann blickte er Harry an. Auf seinen Lippen lag ein kleines Lächeln. „Du kämpfst nicht für Dich, oder? Du hast diese ungewisse Reise doch nur angetreten, weil Du die Chance siehst, dass es den Anderen eine Tages besser geht. Du bist so unglaublich warmherzig, dass es mir davor gruselt."

Nun musste Harry auch lächeln. Er zuckte mit den Schultern. „Ich kann nicht anders!"

„Ich weiß und deshalb werde ich Dich nicht mehr gehen lassen."

Nun wurde Harry wieder rot im Gesicht. „Wir sollten ... endlich... ähm ... ein wenig arbeiten...?!"

Draco lächelte Harry noch einmal charmant an, dann zog er sich ein dickes Buch heran. „Was suchen wir?"

„Den Trank, der in der Höhle ist!"

„Wie kann ich ihn identifizieren? Nur Du kennst ihn!"

„Es ist ein Trank, der smaragdgrün leuchtet und nicht sofort tödlich ist, aber garantiert zuverlässig!"

Draco verzog das Gesicht nachdenklich. Er dachte nach, ob er jemals von so einem Trank gehört hatte. „Und wenn wir dann den Trank identifiziert haben?"

„Dann suchen wir ein Gegengift!"

„Du hast doch eine bestimmt Idee, was für ein Trank es sein könnte, oder?" Dracos blau-graue Augen blitzten Harry fragend an und ihm schoss wieder etwas Farbe in die Wangen.

„Es könnte der ‚Morsi Canthari' oder der ‚Venenum Chrysanthese' sein!" sagte Harry mit matter Stimme. Draco schob sein Buch wieder zur Seite und schüttelte den Kopf.

„Und hast Du schon einen Gegentrank dafür gefunden, Panther?"

Harry starrte Draco an, dann schüttelte er traurig und niedergeschlagen den Kopf. „Nein!"

„Weil es keinen Gegentrank zu ‚Morsi Canthari' oder zu ‚Venenum Chrysanthese' gibt!" sagte Draco voller Überzeugung.

Jetzt schüttelte Harry vehement den Kopf, so dass sich Haarsträhnen aus seinem Zopf lösten und wirr ins Gesicht fielen. Es erinnerte ein wenig an das wahre Aussehen von Harry Potter. Aber Draco erkannte auch die Verzweiflung hinter diesem Verhalten.

„Das können wir vergessen, Harry. Die beiden Tränke sind die giftigsten und tödlichsten Zaubertränke überhaupt. Es gibt kein Gegenmittel!"

„Es muss!" zischte Harry und Draco erkannte die pure Hoffnungslosigkeit. Also nahm er sich wieder das Buch und hoffte, dass Harry Recht behalten würde.

Sie arbeiteten viele Stunden und das Ergebnis war beunruhigend, denn sie fanden nichts. Dadurch dass Harry die Geschichte mit Dumbledore und der Höhle erzählt hatte, konnte Draco ein wenig nachvollziehen, warum dieser Gegentrank so wichtig für Harry war. Harry würde es nicht zulassen, dass irgendjemand sich dafür opfert. Eher würde er selbst das Gift trinken. Draco beschloss nun noch besser auf Harry aufzupassen, damit dieser nicht irgendwelche Dummheiten macht.

Am Abend dieses Sonntages kletterten beide Jungen müde in ihre Betten, aber vorher hatte Draco Harry noch einmal eingebläut, dass er nicht alleine irgendwohin gehen dürfe. Harry hatte nur zögernd genickt.

Dieses Wochenende war wirklich voller Überraschungen gewesen...

oooooooooo

Draco nutzte den Unterricht am Montag eher zum nachdenken, als zum lernen. Die etwas unsicheren Blicke von Harry nahm er nur mit einem warmen Lächeln wahr. Wer hätte auch jemals gedacht, dass sich ein Draco Malfoy so verlieben könnte. Harry schoss jedes Mal das Blut in die Wangen, wenn sein Blick auf den von Draco traf und Draco genoss es.

Ein kurzer Schlag auf die Schulter ließ Draco dann in Pflege magischer Geschöpfe doch zusammenfahren. „Au!"

„Du genießt es richtig, ihn in Verlegenheit zu bringen, was?"

„Halt die Klappe Sal!"

Das Ravenclaw-Mädchen lachte leise. „Du solltest ihn wenigstens in Pflege in Ruhe lassen. Sandor würde jede Chance nutzen um Adrian auflaufen zu lassen."

Draco nickte und versuchte die Blicke von Harry zu ignorieren, vorher aber ließ er einen entschuldigenden Blick und ein Kopfnicken Richtung Lehrer dem Schwarzhaarigen zukommen. Er wollte auf jeden Fall ein weiteres Missverständnis vermeiden.

Den Nachmittag verbrachten sie wieder in der Bibliothek, aber mal wieder in der vollen Besetzung. Draco seufzte gequält auf, als Lily Remus, der sich alleine an einen Tisch gesetzt hatte, zu ihnen an den großen Tisch einlud. Natürlich nahm Remus die Einladung etwas zögernd an.

„Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Slytherins bald in der Minderheit sind!"

„Noch nicht, Dorian! Die Ravenclaws haben es da doch ein wenig schwerer!"

„Ja, ist ja gut, Sal!"

„Was suchst Du, Adrian?" Alle Schüler blickten Harry an, der mal wieder sein Buch zuschlug und auf den wachsenden Stapel der durchgegangenen Literatur legte.

„Nicht so wichtig!"

„Adrian!" Lilys Stimme war schneidend und kühl. Sie wollte endlich Antworten.

„Las gut sein Lily, wenn er nichts erzählen will, dann lass ihn doch!" James und Sirius hatten die Bibliothek überraschender Weise auch betreten und standen nun bei Remus am Tisch.

„Jetzt misch Du Dich nicht auch noch ein. Es ist erschreckend genug, dass Du Dich nicht mehr mit ihm anfeindest. Und jetzt ergreifst Du sogar Partei für ihn!" Lily blitze ihren zukünftigen Mann scharf an, aber der schüttelte nur den Kopf.

„Ach Flower, wenn er nichts erzählen will, dann wirst Du zu keinen Antworten kommen, indem Du ihn drängst. Vielleicht ist es sinnvoller, wenn Du ihn einfach weiter beobachtest. Jedenfalls steht fest, dass er einen eher giftigen Zaubertrank sucht und bisher noch nichts gefunden hat."

Harry knurrte leise. Er schob seinen Stuhl nach hinten und stand auf. Für einen Augenblick stand er direkt neben James und die Jungen blickten sich distanziert an. „Ich danke für Dein Kommentar, James, aber es geht weder Dich, noch Lily oder sonst wen etwas an, was ich suche oder mache. Das habe ich Dir schon bei unserem letztem Gespräch gesagt!"

Okay, damit hatte sich jetzt jedenfalls für Draco geklärt, worum es bei dem kleinen Aufeinandertreffen von Harry und James am Freitagabend ging. Beruhigt war er darüber nicht, denn Harry fühlte sich eindeutig langsam von seinen Freunden in die Ecke gedrängt. Alle wollten ihm helfen und ihn unterstützen. Dabei merkten sie nicht, dass genau das das Letzte war, was Harry wollte. Er wollte seine Freunde und Familie nicht in den Krieg hineinziehen.

„Das ist wohl das große Problem, wenn man sich mit Gryffindors einlässt!" sagte Draco und stand ebenfalls auf. Er schnappte sich einen Teil von Harrys Büchern und machte sich auf den Weg, die Bücher zurück in die Regale zu räumen. Dabei sah er, wie Peter Pettigrew hinter einem Regal hockte und die Gruppe Schüler missbilligend beobachtete. Draco hatte schon oft gesehen, dass Peter eindeutig nicht mit dem Kontakt zwischen den restlichen Rumtreibern und Harry einverstanden war.

Draco schnaubte herablassend und verschwand dann hinter einem Bücherregal.

oooooooooo

„Ich kriege eine Krise!" seufzte Harry, als er endlich den eigenen Schlafsaal erreichte.

Sanuel warf seine Tasche auf sein Bett und blickte Harry fragend an. „Weil die Gryffindors Dich so sehr umringen?"

„Es ist doch nicht mehr normal! Als ob die Angst hätten, dass ich einfach verschwinden würde, wenn sie mal nicht da sind!" Harry ließ sich auf sein Bett fallen und zog die Vorhänge zu. Er hatte keine Lust auf eine Diskussion mit Sanuel. Die aufmerksamen Blicke der beiden japanischen Schüler waren schon schlimm genug. Er brauchte jetzt einfach seine Ruhe.

Als Harry gerade mal fünf Minuten gedöst hatte, wurden seine Vorhänge energisch zur Seite gezogen und Draco kletterte auf sein Bett. Harry hob nur fragend seine Augenbraue. „Sanuel ist mit Lin im Gemeinschaftsraum. Wir müssen langsam eine Entscheidung treffen, wie wir das Medaillon aus diesem Trank herausbekommen."

„Aber ich kann nicht mit Bestimmtheit sagen, welcher Trank es ist. Im Augenblick stehen drei Gifte zur Auswahl und keiner von ihnen hat einen wirklich sicheren Gegentrank."

„Ich weiß!" Draco seufzte und blickte Harry ein wenig verträumt an.

„Schau mich nicht so an. Es erscheint irgendwie nicht Richtig, dass Draco Malfoy so einen verklärten Blick haben kann!"

„Glaubst Du Malfoys haben keine Gefühle?"

„Doch, aber sie zeigen sie nie in der Öffentlichkeit!"

Dem konnte Draco wohl nur zustimmen. „Stimmt, aber wir sind hier nicht in der Öffentlichkeit!" Er legte sich neben Harry und stützte seinen Kopf mit dem angewinkelten Arm ab.

„Also werden wir einen Fachmann mit in die Höhle nehmen müssen, damit wir sicher gehen könne, welcher Trank es nun wirklich ist?!"

Harry blickte Draco panisch an. „Wen sollen wir denn mitnehmen? Slughorn? Sogar Dumbledore hat keine andere Lösung gesehen, als den Trank selbst zu trinken!" Der Schmerz in der Stimme war deutlich und Draco legte seine freie Hand auf Harrys Brust. Deutlich konnte er den kräftigen Herzschlag spüren. Es berührte Draco tief im Innern und wieder fühlte er sich von diesem Gefühl, welches Harry bei ihm auslöste, erfüllt.

„Dumbledore war aber kein Slytherin. Vielleicht fällt uns eine Lösung ein... die ein weiteres Leben rettet."

Harry rollte sich auf die Seite und senkte den Blick. „Ich will niemanden in die Höhle mitnehmen!"

„Du schaffst es aber nicht alleine und auch wenn ich gut in Zaubertränke bin, so beherrsche ich aber das Fach nicht ausreichend, um aus dem Stehgreif ein Gegenmittel zu mixen. Oder ich möchte nicht, dass ich es mache."

„Aber wen sollen wir denn mitnehmen?"

„Severus!"

„Was?" Harry saß nun wieder aufrecht in seinem Bett und blickte auf Draco hinunter, der sich völlig entspannt auf den Rücken gelegt hatte.

„Severus ist ein Meister auf dem Gebiet. Auch wenn Lily ihm im Unterricht das Wasser reichen kann, so kennt er sich auch mit Giften und Gegengiften sehr gut aus. Auch jetzt schon!"

„Er wird freiwillig nicht mitgehen!"

Draco zog überrascht die Stirn kraus. Er hätte nicht gedacht, dass es so einfach sein würde Harry zu überzeugen. Er hatte mit einer viel deutlicheren Gegenwehr gerechnet. Nun gut, dann würde Draco seinen leichten Sieg halt genießen.

„Ich werde mit ihm sprechen!" sagte Draco und nun war es an Harry überrascht zu gucken. Bisher hatte Draco seit Dezember jeglichen Kontakt zu Severus, Lucius und Narcissa vermieden. Und die wenigen Begegnungen waren nie angenehm verlaufen.

„Okay!" flüsterte Harry, während er sich wieder zurück legte und sich schließlich ein wenig zögernd an Draco schmiegte. Den leichten Kuss auf das schwarze Haar bemerkte Harry gar nicht, so wie Draco das zufriedene Lächeln auf Harrys Gesicht nicht sehen konnte. Eng umschlungen schliefen sie schließlich ein, nur um später von Sanuel zum Abendessen geweckt zu werden.

oooooooooo

„Hey Severus!" Draco nutzte die erste gute Gelegenheit um Severus anzusprechen. Es waren nun zwar auch schon wieder fünf Tage vergangen, aber wenigstens konnten sie jetzt doch mit einem Gegenmittel für ‚Venenum Chrysanthese' aufwarten. Draco hatte es vor zwei Tagen voller Unglauben in einem total verstaubten und zerfledderten Buch gefunden. Es war natürlich eine total einfache und banale Zutat, die kurz nach der Einnahme des Trankes ihn neutralisieren konnte. Und dabei war es nicht mal eine wertvolle Zutat, aber dieses Wissen stammte eindeutig noch aus der Zeit der Alchemisten und Pflanzenkundler. Denn damals waren die Wirkungsweisen von Pflanzenwurzeln ein ganz normales Wissen. Draco wusste jetzt wenigstens, dass er Lavendelwurzeln mit in die Höhle nehmen würde.

„Severus!" Draco rief den anderen Jungen noch ein zweites Mal, bis dieser endlich hörte und sich erschrocken zum Blonden umdrehte. Die schwarzen Augen verdunkelten sich, auch wenn das kaum zu sehen war.

„Was willst Du?"

„Beruhig Dich, Severus. Ich werde Dir nichts tun. Ich will nur mit Dir reden! Ungestört!"

Severus schien ein wenig zweifelnd zu sein, aber nickte schließlich und deutete auf ein leeres Klassenzimmer. Draco trat ein und hatte fast sofort einen Zauberstab an seinem Hals. Er seufzte. Eigentlich hätte er es sich ja denken können.

„Hör auf Severus. Ich will nur reden!"

„Warum?"

„Ich dachte, dass es angebracht ist, mir Dir zu reden, nachdem was im Dezember passiert ist."

„Jetzt?" zischte Severus höhnisch. „Ein wenig spät, findest Du nicht?"

„Ja, anscheinend schon... aber ich dachte, nachdem Du mit Adrian geredet hast, dass es angebracht ist, Dir meinen Standpunkt klar zu machen."

„Deinen Standpunkt ist mir ziemlich klar!" schnarrte Severus, aber entließ Draco aus der Bedrohung. „Du bist Adrian gefolgt, weil Du Dich total in den kleinen Verräter verknallt hast!"

Draco blickte nun mit düsterem Blick zu Severus Snape. „Ich würde Dir sagen, Du solltest mit Deinen Beschuldigungen aufpassen", fauchte Draco zurück. „Ich bin Adrian im Dezember nicht gefolgt, weil ich irgendwelche Gefühle für ihn hatte..."

„Ach Dorian! Seit ihr hier in Hogwarts angekommen seid, herrscht zwischen Euch eine Spannung, die nur in einer entsprechenden Situation enden konnte. Entweder bringt ihr euch um oder kommt zusammen!"

„Aber ich bin ihm deswegen nicht gefolgt!" zischte Draco ein wenig panisch. Hatte er wirklich so eine merkwürdige Spannung zu Harry gehabt? War diese Spannung nicht total normal gewesen? Normal für sie... normal für Harry Potter und Draco Malfoy...

Draco schüttelte den Kopf. Dies war ein Problem, welches nicht jetzt geklärt werden musste.

„Hör zu Severus! Es geht nicht um die Beziehung zwischen Adrian und mir, sondern es geht um meine Motive ihm zu folgen. Es sind zwei total verschiedene Sachen."

„Ach wirklich?"

„JA!"

„Okay, was will Adrian, das Du mir sagst?"

„Adrian will gar nicht wirklich, dass ich mit Dir rede!"

Severus hatte sich auf einen der verstaubten Stühle niedergelassen und blickte Draco verschlossen an. Den Zauberstab noch immer auf den anderen Slytherin gerichtet, wenn auch nicht mehr so verkrampft.

Dracos Aufgabe würde nicht leicht werden. Er holte tief Luft und begann zu erzählen. Er fing bei dem Streit in Muggelkunde an. Er begann damit, seine Gedanken auszusprechen. Er erzählte Severus, was sein Ziel war. Was er ereichen wollte. Wie wichtig ihm die Traditionen waren, wie wichtig die Regeln für Reinblüter. Plötzlich musste er hohl auflachen. „Aber es kann auch jederzeit passieren, dass man Abstriche macht!" sagte er leise und dachte dabei an seine Gefühle für Harry, die ja eigentlich so gar nicht in diese Ideologie passten.

Draco erzählte einem stillen Severus von seinen Erfahrungen. Von seinem Wissen über die Todesser... es fiel Draco schwer, aber an Severus' Gesicht konnte er erkennen, dass dieser wirklich zuhörte. Etwas wirklich Nachdenkliches war in den schwarzen Augen zu erkennen.

„Warum bist Du erst im Dezember an Adrians Seite getreten?"

Vor der Frage hatte Draco sich gefürchtet. Er wand sich von Severus ab und starrte aus dem schmutzigen Fenster. Er wischte eine Stelle frei und blickte hinaus. Es regnete leicht, aber trotzdem waren Schüler draußen zu sehen. Die fröhlich durch den warmen Frühlingsregen liefen.

„Ich habe mich in meinen schönen Erinnerungen verloren. Ich habe mein Wissen verdrängt. Ich habe Adrian und meine Familie verraten. Ich habe den leichten Weg gewählt, nicht den Richtigen!"

„Woher?... Nein... es ist klar...!" Severus wollte eigentlich fragen, woher Draco wusste, dass es der richtige Weg war, aber dann erkannte Severus das, was er schon seit langem befürchtete. Draco und Adrian wussten und kannten mehr, als normal für zwei 15-jährige Jungen sein sollte. Sie waren älter, daran gab es keinen Zweifel mehr. So traurig Draco in diesem Moment auch wirkte, so deutlich erinnerte Severus sich an die glücklichen Augenblicke, wo ‚Dorian' mit ‚Adrian' zusammen war. Selbst wenn sie sich stritten, war diese Spannung zu spüren, die von soviel Leben und Energie zeugte. Und auch das zielbewusste Arbeiten bei ‚Adrian' hatte sich nicht verändert. ‚Adrian' wusste wo lang es geht. Und er wusste es schon, als die beiden Jungen im September nach Hogwarts gekommen waren. Vielleicht wusste er es schon immer…

„Woher weiß Adrian, wo es lang geht?"

Draco drehte sich wieder zu Severus um. „Er hat noch mehr Erfahrungen gemacht. Er geht den Weg, weil er will, dass es den anderen besser geht, als es ihm ergangen ist und er geht ihn, weil es alle von ihm erwarten!"

„Wie ist es ihm denn ergangen?" frage Severus in der Hoffnung, dass er ein paar neue Informationen über die beiden Kuriositäten erhalten würde, aber Draco schüttelte nur den Kopf.

„Ich kann Dir nicht erzählen, was Du hören willst. Adrian weiß wo lang es geht, denn er ist nicht bereit ein Menschenleben zu opfern oder die Gefühle eines anderen brutal zu verletzen. Obwohl er nicht sicher ist, wie er mir jetzt gegenüber treten soll, so nimmt er doch keinen Abstand und behandelt mich auch weiterhin wie einen guten Freund."

Draco schwieg nun, auch wenn er wusste, dass Severus noch viele Fragen hatte. Er konnte sie nicht alle beantworten und auf viele Fragen müsste sich der Slytherin seine Antworten selbst holen. Es gab Fragen, die keine feste Antwort hatten und die Frage nach dem Lebensziel war so eine. So schwieg Draco, während er darauf wartete, dass Severus handelte. Entweder den Raum verließ oder ein Kommentar abgab.

Es vergingen einige Minuten, in denen beide Jungen ihren Gedanken nachhingen. Severus fixierte den Blonden mit einem fragenden Blick, dann öffnete sich sein Mund und er fragte, womit Draco schon gar nicht mehr gerechnet hatte. „Was wollt ihr von mir? Warum hast Du mir das alles erzählt?"

Jetzt kam Draco zu einem weiteren Teil, der ihm fast in Panik versetzte. Aber Harry hatte ihn in den Arm genommen und ihm leise ins Ohr geflüstert, dass er einfach nur ehrlich bleiben müsse und dass er stark war. Im Grunde hatte nur das sanfte Berühren von Harrys Lippen auf seiner Wange ihn Schweigen lassen. Harry hatte geheimnisvoll gelächelt, obwohl seine Wangen dunkelrot geleuchtet hatten.

„Wir brauchen Deine Hilfe! Aber vorher wirst Du Dich entscheiden müssen... Vorher wirst Du Deinen Weg wählen müssen. So leid es mir und besonders Adrian tut."

oooooooooo

Dieses Gespräch zwischen Draco und Severus war fast vier Tage her und langsam machte Draco sich Sorgen. Natürlich hatten sie ihrem zukünftigen Zaubertrankprofessor ein wenig Bedenkzeit gegeben bzw. Harry hatte darauf bestanden. Draco lief wieder in ihrem Schlafsaal auf und ab. Harry beobachtete ihn nur lächelnd.

„Ich habe vorhin übrigens noch einen Trank gefunden, der in Frage kommt!" sagte Harry locker und Draco blieb stehen.

„Gegentrank oder ähnliches?"

„Ne!"

„Wir haben also bisher vier mögliche und hochtoxische Gifttränke. Und nur zu einem davon haben wir ein Gegenmittel!" Draco fasste sich an die Schläfe. Er war eindeutig diese Anspannung nicht gewohnt.

Harry stand leise auf und trat zu Draco. Er stellte sich direkt vor den anderen Jungen und blickte ihn fest an. In seinem Blick war etwas Sicheres und Überzeugtes. Er hob die Hand und strich Draco vorsichtig die Haare aus dem Gesicht. „Wir schaffen es!"

„Das sagst Du nur, weil Du mich beruhigen willst!" schnarrte Draco.

Harry lächelte. „Ja, vielleicht!"

Draco wusste, dass Harry vermutlich noch angespannter war als er selbst, aber Harry ließ es nicht raus. Nicht so lange es jemanden anderen schlechter ging, als ihm selbst. Draco behagte das nicht. Irgendwie waren ihre Rollen getauscht. Draco zeigte seine Gefühle gegenüber Harry mittlerweile sehr deutlich, aber Harry zeigte so wenig wie möglich. Dabei spielte es keine Rolle, wem er gegenüber stand. Er zeigte nur ein Bruchteil seiner Gefühlswelt, aber wenigstens zeigte er etwas, so dass Draco sich nicht um die unterdrückten Gefühle Sorgen machen musste.

„Wir schaffen es!"

„Ich hoffe Du hast Recht!"

Harry nahm Draco fest in den Arm und dieser schlang seine Arme als Antwort um den schmalen Körper von Harry Potter.

„Ja, das hoffe ich auch!" Und wieder berührten Harrys Lippen Dracos Wange und wieder verlor Draco dabei alles, was er sagen wollte. Er genoss diese Umarmung einfach und ließ sich fallen. Er wusste, dass Harry ihn jederzeit auffangen würde. Er würde jeden auffangen.

oooooooooo

„Wofür braucht Ihr mich?"

Draco fuhr erschrocken herum und auch Harry schien nicht minder überrascht zu sein. Sie waren in ihrem Schlafsaal und lagen auf ihren Betten. Gerade erst kamen sie aus der Bibliothek und hatten nicht mit so einem Überfall gerechnet, so wäre Harry beinahe vom Bett gefallen.

„Severus, musst Du uns so erschrecken?" fuhr Draco den Jungen an, während Harry sich ein wenig aufrappelte.

Der schwarzhaarige Slytherin beachtete die Frage nicht. „Ich muss alles hinter mir lassen, wisst Ihr das? Meine Freundschaft zu Lucius und womöglich auch zu Regulus." Severus Snape hörte sich in diesem Moment wirklich traurig an, aber sein Gesicht zeigte auch eine innere Überzeugung.

Harry erkannte in diesem Moment, dass der Groll oder Hass gegen Severus Snape aus seiner Zeit sich nicht mehr auf diesen Jungen vor ihm übertragen ließ. Draco hatte Severus Snape überzeugen können. Harry lächelte Draco kurz stolz an, dann wandte er sich wieder an seinen zukünftigen Professor.

„Ich werde meine Freunde verlieren, aber irgendwie will ich Euch helfen..."

„Du kannst es auch heimlich machen!" sagte Harry zu Dracos großer Überraschung. Draco wusste nicht, ob ihm Harrys Aussage gefiel. Würde das Severus nicht zu sehr in die Rolle eines Spions drücken, was er ja in ihrer Zeit schon war? „Ich denke, dass Du eines Tages Deine jetzige Entscheidung öffentlich vertreten musst, aber es muss nicht jetzt sein. Auch wenn Du Dich nicht so einfach umentscheiden kannst."

Jetzt verstand Draco. Harry wollte nicht, dass Severus spionierte, sondern nur, dass Severus seine Freundschaften so lange wie möglich erhalten konnte und womöglich auch einen Einfluss ausüben konnte. Severus sollte aber auch, seine neue Position von allen Seiten kennen lernen und begreifen, was sich bei einer öffentlichen Bekennung wirklich veränderte bzw. was nicht. Severus sollte keine vorschnelle Entscheidung treffen.

„Warum hast Du Dich für uns entschieden?"

„Adrian hat dafür gesorgt, dass die Rumtreiber mich in Ruhe lassen!"

Harry blickte Snape an und konnte ein Grinsen nicht verkneifen. Auch Draco starrte ein wenig.

„Das ist alles?" fragte Draco schließlich nach.

Severus senkte den Blick. Es dauerte eine Weile, bis seine schmalen Lippen die folgenden Worte formten: „Ich will nicht so werden wie mein Vater!"

Harry hätte vor Freude schreien können, verkniff es sich aber und nickte Severus nur bestätigend zu. Er hatte doch gewusst, dass Severus kein Dummkopf war und nun hatte er es ihm auch bewiesen. Eine angenehme Stille trat ein, dann seufzte Draco und Severus wiederholte seine Frage vom Anfang.

„Also, wofür braucht Ihr meine Hilfe?"

Nun war Harry dran zu erklären. Natürlich nicht alles. Er würde Severus nichts von der Bedeutung der Artefakte erzählen, es wäre viel zu gefährlich. Aber Harry erzählte, wie wichtig dieses Medaillon für seinen Weg war und er wirkte dabei sehr ernst und überzeugend.

Severus Snape starrte Harry fassungslos an, als dieser zu der Stelle kam, dass es sich um einen tödlichen Zaubertrank handelte, für den sie einen Gegentrank brauchten. Noch überraschter war Severus aber, als sie ein Gegenmittel für ‚Venenum Chrysanthese' nennen konnten.

„Es gibt für die anderen Tränke kein Gegenmittel!" sagte er mit voller Überzeugung, konnte damit aber die anderen beiden Jungen nicht beeindrucken.

„Das haben wir auch von dem einen Gedacht. Vielleicht finden wir ja doch etwas!"

„Wie lange haben wir Zeit?"

Harry und Draco wechselten Blicke. „Wir wollten bis zu den Osterferien es durch haben..."

Severus starrte nun zwischen den so unterschiedlich erscheinenden Jungen hin und her, dann schlug er beide Hände vor das Gesicht. „Worauf habe ich mich nur eingelassen?" grummelte er und holte ein für Harry sehr wohlbekanntes Buch hervor. „Vielleicht kann meine Mutter mir helfen, wenn ich Ihr sage, dass ich es für die Hausaufgaben brauche."

„So abwegig ist es ja nicht, da Gifte und Gegengifte schließlich nach Ostern dran kommen!" sagte Harry und hoffte wirklich, dass sie zu einer Lösung kamen, die keine Menschenleben kosten würde.

oooooooooo

Sanuel erschrak am nächsten Abend fürchterlich, als er Severus Snape in ihrem Schlafsaal antraf. Der Zaubertrankexperte war nun wirklich kein gewohnter Gast und Sanuel sah mehr als irritiert aus. Draco und Harry tauschten kurz warnende Blicke.

Harry nahm Sanuel sofort zur Seite und sprach leise auf ihn ein. Er versuchte die Situation zu erklären, ohne Severus' Rolle oder etwas anderes Wichtiges zu verraten. Sanuel schien nach Harrys Erklärung ein wenig eifersüchtig auf Severus zu sein. Harry wusste schon, dass Sanuel ihm gerne helfen würde und nun war jemand anders um Hilfe gebeten worden. Sanuel war verletzt.

Harry fühlte sich merklich schlecht, als Sanuel mit einem giftigen Blick den Raum verließ. Harry wusste, dass Sanuel schweigen würde, aber es war trotzdem nicht einfach. Er mochte Sanuel gerne. Er hatte es sich ein wenig anders vorgestellt. Müde setzte Harry sich auf Dracos Bett und nahm sie ein Buch, ohne es aufzuschlagen.

„Soll ich gehen?" fragte Severus in die angespannte Stille hinein.

„Nein, es ist vermutlich ganz gut, dass Sanuel Bescheid weiß, wo sonst sollten wir uns treffen, wenn nicht hier?"

Draco und Severus nickten, aber beide sahen das Unbehagen in Harrys Blick.

Sie beschlossen den Ausflug am Samstag vor den Osterferien zu machen. Severus schien aufgeregt zu sein, denn er verbrachte viel Zeit damit alle möglichen Bücher über Gifte und Gegengifte ausführlich zu lesen. Draco beobachtete ihn aus sicherer Entfernung, wenn Severus es sich im Gemeinschaftsraum der Slytherins niedergelassen hatte.

Lucius und Narcissa schienen über das plötzliche Interesse an Giften nicht wirklich überrascht zu sein. Es war ganz normal, dass Severus Snape solche intensiven Lernphasen hatte und es war nun wirklich allgemein bekannt, dass Slughorn nach den Ferien mit diesem Thema arbeiten würde. Regulus setzte sich neben den Sechstklässler und leise unterhielten sie sich über ihre Arbeit.

Harry tauchte neben Draco auf, sagte aber kein Wort. Draco war dankbar dafür, denn er wollte jetzt nicht reden. Vor ihm lag alles, was er zurückgelassen hatte und nur Harrys Nähe schaffte es gerade ihn von allzu trüben Gedanken fern zu halten. Draco seufzte leise. Auf was für ein Abenteuer hatte er sich da eingelassen...

oooooooooo

Am Freitag vor ihrem Ausflug krachte Harry mit Peter in den Gängen zusammen. Remus, Sirius und James lachten amüsiert, als Peter sich aus seinem verhedderten Umhang erst einmal befreien musste. Harry stand schnell wieder auf den Beinen. Kurz überlegte er, was er machen sollte. Er hasste Peter. Er hasste Peter noch mehr, als Severus oder Lucius. Peter hatte seine Familie vernichtet. Peter war der Verräter.

Dieser Hass war auch in den Augen zu sehen, als Harry dem kleinen Gryffindor die Hand reichte und ihm aufhalf. Harry blickte den kleinen Jungen nicht an. „Wage es nicht meine Freunde jemals zu hintergehen oder zu verletzen, sonst töte ich Dich!" Leise und nur für Peters Ohren bestimmt, verließen diese kalten Worte Harrys Mund.

Peter erstarrte und blickte den Slytherin erschrocken an. Was hatte er getan, um eine solche Drohung zu erhalten? Er guckte Harry ängstlich an, dem war aber nun nichts mehr anzusehen. „Sonst ist alles in Ordnung!" sagte Harry nun laut und freundlich. Es war ein Versprechen an Peter und der verstand. Er war kreidebleich und zitterte am ganzen Körper, aber er hatte verstanden. Jedenfalls für diesen Moment.

Harry lächelte den anderen Rumtreibern fröhlich zu, dann verschwand er mit Draco im Gang.

Draco hatte die Situation mit Argusaugen verfolgt und wollte nun Antworten. „Was war denn das?"

Harry versuchte gar nicht sich rauszureden. „Ich habe Peter gedroht!"

„Ach wirklich?! Das hätte ich nicht gedacht!" spottete Draco ironisch. „Und warum, wenn man fragen darf?"

„Ich wollte sichergehen, dass er noch eine weitere Motivation hat sich von Voldemort und Co. fern zu halten. Er soll wissen, dass es für ihn tödlich enden wird, wenn er seine oder meine Freunde verrät!" Harrys Worte waren so kalt und hasserfüllt, dass Draco zurückwich.

„Du hasst ihn wirklich, nicht?" Draco blickte Harry forschend an.

„Er hat seine Schuld zum Teil eingebüsst!" antwortete Harry mit einem unbekannten Unterton.

Draco erinnerte sich plötzlich wieder an die Aktion, als Pettigrew Nagini tötete und er bewies, dass er Harry langsam in seinen Denkstrukturen und Vorgehensweisen verstand. „Nagini war auch ein Horcruxe?"

„Ja!"

Draco verstand mit jeder Information Harrys Handeln besser. Er konnte nur hoffen, dass es irgendwann mal auch ruhig um Harry Potter werden würde, aber dazu würde es nicht so einfach kommen und so würde er für einen Ausgleich sorgen müssen.

„Lass uns fliegen gehen!" Energisch nahm Draco Harry bei der Hand und zog ihn nach draußen zum Quidditchfeld.

„Warum?"

„Weil Du Deine Aggressionen rauslassen musst, sonst gehst Du daran noch zu Grunde und wirst Dich morgen nicht konzentrieren können."

Was würde Harry wohl ohne Draco machen?

„Außerdem habe ich Lust zu fliegen!"

oooooooooo


tbc

Tja… gut das Draco ein Auge auf Harry hält… ohne ihn würde es wohl nicht klappen, oder?

Ihr wollt doch, dass es schnell weiter geht, oder? Ihr könnt nicht sehr viel dazubeitragen, aber etwas wirklich wichtiges, denn REVIEWS motivieren total... also schreibt mir eins und vielleicht müsst ihr keine Woche auf das nächste Kapitel warten... es liegt an Euch...

Eure Momixis, knuddel.