Titel: Ein Leben wie die Zukunft
Autor: Momixis
Zeit: spielt nach „Halbblutprinz"
Kapitel: 3/7
Teil: 7/9
Paare: Es kommen viele der typischen Paare vor, aber Hauptpersonen werden Harry und Draco sein… (später auch als Paar)
Warnungen: Slash, Charadeath, lange Geschichte, unterschiedlich lange Kapitel….
Inhalt: Harry und Draco sind durch die Zeit gereist und nun haben sie die Chance etwas zu verändern. Harry will diese Möglichkeit nutzen ohne die Menschen, die ihm wichtig sind in Gefahr zu bringen. Wird er es schaffen? Wird er alleine den Weg gehen können? Welche Rolle wird Draco zu Teil? Und halten die Rumtreiber und die anderen Schüler von Harry? Was denkt Dumbledore?
MIR GEHÖRT NICHTS UND ICH VERDIENE DAMIT AUCH KEIN GELD!
Danke an die tollen Reviewer!!
Hallöchen Zissy!! Wie waren deine Prüfungen, ich hoffe zufriedenstellend?! Hier kommt etwas Ablenkung Es gibt bei solchen Zeitreise-FFs oft Momente, wo man tausende kleine Augenblicke beschreiben will... leider geht dies nciht, da es zu langatmig werden würde. Ich denke aber, dass dir der Epilog gefallen könnte Viel Spaß beim lesen von erstmal diesem Kapitel!! Knuddel.
Hi Frozen!! Jaja die Zukunft?! Die Beziehung wird ein wesentlicher Teil sein, aber etwas anderes wird jetzt von größerer Bedeutung sein. Es freut mich, dass dir die Beziehung nicht so unrealistisch vorkommt, dies war mir sehr wichtig. Ich wünsche Dir noch viel Spaß, knuddel.
Hey Glupit!! Ich werde mir große Mühe geben, dass niemand zu übermenschlich wirkt, aber versprechen kann ich es nicht. Ich glaube, dass die Freund mittlerweile gar nciht unbedingt die Freundschaft bei Harry suchen, sondern Antworten udn Lösungen. Und darauf ist schwerer zu verzichten, als auf eine Freundschaft... sie wird aber auch nicht total kaputt gehen... Viel Spaß noch, knuddel.
Hi DjEngelchen!! Es geht auch schon weiter... diesesmal musstet ihr keine Woche warten... viel Spaß und bis bald!!
Hi Seelentochter!! Das Tempo vom updaten ist sehr Stimmungsabhängig, daher manchmal so oft und manchmal müsst ihr einige Tage warten... natürlich beeinflussen auch die Reviews mich. Harry ist Draco gegenüber nicht total abgeneigt, denn er spürt, wie ihm diese Bindung gut tut... Ja, ich weiß, dass Regulus den Trank irgendwie getrunken hat, aber genaues wird auch in den Büchern nicht angesprochen, daher stehe ich wieder vor einem Problem. Ich löse es auf meine Weise Viel Spaß noch... Ich knuddel dich ganz doll.
Hey schnuffl, schön dich kennen zu lernen. Es freut mich immer wieder, wenn jemanden meine Geschichte gefällt. Ich hoffe, man hört bald wieder von dir,knuddel.
Teil VII
Voranschreitende Probleme
Kapitel 3
Krankhafte Freundschaften
Harry, Draco und Severus machten sich schon vor dem Frühstück auf den Weg Hogwarts zu verlassen. Sie hatten natürlich kein weiteres Wundergegenmittel entdecken können, aber das wäre auch zu schön gewesen. Nun hatten sie vier potenzielle Gifte, aber nur für einen davon ein Gegenmittel. Es sah gar nicht gut aus. Entsprechend mies war Harrys Stimmung wenn die Sprache auf die Tränke kam. Also schwiegen sie zu diesem Thema.
Trotzdem hatte Harry beschlossen aufzubrechen, denn vielleicht hatten sie ja Glück oder wenigstens Severus konnte sagen, welcher Trank es nun wirklich war. Dann würden sie nur noch nach einem Gegengift für einen Trank suchen müssen. Vielleicht war das gar nicht so ein schlechter Gedanke. Jedenfalls stimmten auch Draco und Severus diesem Plan zu. Sie waren natürlich nicht sehr begeistert, aber was sollten sie sonst machen, damit es endlich weiterging?!
Harry führte die beiden anderen Slytherins sicher und vor allem heimlich zum Bild der Frau, hinter dem der Geheimgang lag, den Remus und Lily benutzt hatten. Harry zischte kurz „Zeitreisen" und scheuchte die Jungen schnell in den dunklen Gang. Zum Glück waren sie alle sehr schmal, so war es kein Problem aus dem hohlen Baum herauszuklettern. Severus blickte Adrian irritiert an.
„Ich gehe seit nun fast 6 Jahren auf diese Schule und kenne nicht einen Geheimgang, der nach draußen führt. Und dann kommt Ihr und schleift mich einfach mal so nach Hogsmead, ohne das jemand etwas davon bemerkt und vermutlich kennt Ihr mehr als einen."
„Besser nach Hogsmead, als nach Askaban!" sagte Draco und blickte Harry an.
„Wir apparieren?" frage Severus vorsichtig. Apparieren war noch nicht so seine Spezialität. Der Unterricht war zwar schon vorbei und Severus hatte die Aufgaben erfüllt, aber sicher fühlte er sich dabei ganz und gar nicht.
„Nein, Ich appariere und nehme Euch mit!" sagte Harry gelassen und Draco grinste. Es verging ihm aber ein wenig, als Harry: „Du weißt aber, dass Du womöglich den Rückweg sicher machen musst, oder?" hinzufügte.
Dracos Gesicht verfinsterte sich, dann grummelte er etwas Unverständliches, aber offensichtlich etwas Positives. Severus schien etwas blasser als normal, aber keiner der beiden Jungen konnte sagen, woran es lag. An dem Apparieren, oder an dem Ausflug an sich.
Harry nickte Draco aufmunternd zu, nahm Severus und Draco fest an den Händen und konzentrierte sich auf sein Ziel. Draco und Severus unterstützten ihn beim Apparieren mit ihren erlernten Fähigkeiten, aber Harry war es, der lenkte und die meiste Arbeit machte. Mittlerweile hatte Harry viel Übung im Mehr-Personen-Apparieren.
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Es ging alles besser als erwartet. Es war gar nicht so schwer gewesen in die Höhle vorzudringen. Auch hatte Harry sie relativ schnell wieder gefunden und die richtigen Zauber angewendet. Sie waren mittlerweile zwar ziemlich nass, da es natürlich hier auch noch in Strömen Regnen musste, aber da sie ja ohnehin durch das Wasser schwimmen mussten, lohnte es sich wenigstens danach einen Trockenzauber auszusprechen.
Severus überprüfte sogleich, ob seine Tasche mit den vielen Zaubertrank-Utensilien trocken geblieben war, aber auch hier gab es keine Probleme. Sogar über den See mit den Leichen kamen sie mit dem kleinen Boot ohne Zwischenfälle hinüber. Harry wusste nicht, warum es funktionierte, aber es klappte und schneller als gedacht kamen sie auf dem kleinen Felsplateau an.
Severus hatte schon ab Sichtweite, das Steinbecken mit dem smaragdgrünschimmernden Trank nicht mehr aus den Augen gelassen. Sobald er das wacklige Boot verlassen konnte, ging er zielstrebig auf das Becken zu und starrte fasziniert hinein. Der sanfte grüne Rauch schien nicht gefährlich zu sein, jedenfalls konnte Harry sich an keine Nebenwirkung bei sich erinnern.
Draco blickte sich um. Dies war also die Höhle, von der Harry erzählt hatte. Er musste leider feststellen, dass Harry nicht übertrieben hatte, als er die dumpfe und kalte Atmosphäre beschrieben hatte. Draco fühlte sich alles andere als wohl. Als er allerdings zu Harry blickte, erkannte er genau, dass dieser mit einer aufsteigenden Panik kämpfte. Zu stark erinnerte Harry sich hier an die Geschehnisse der tödlichen Nacht für Albus Dumbledore.
Draco ging die wenigen Schritte zu Harry und legte seine Hände um das schmale Gesicht des Schwarzhaarigen. „Beruhig Dich, ich bin ja bei Dir! Es wird alles anders."
Harrys Augen fokussierten sich nur langsam auf Draco, aber Draco war froh, als es überhaupt geschah. Diese Nacht war ganz offensichtlich ein wesentlicher Bestandteil in Harry Potters Albträumen. Draco küsste zart die kühle Stirn und lenkte dann die Aufmerksamkeit auf Severus Snape, der ganz offensichtlich versuchte den Trank zu verhexen.
„Vergiss es! Das hat keinen Sinn!" sagte Harry schwach.
Severus Snape blickte auf. „Dann haben wir ein ernstes Problem, denn dies ist nicht der ‚Venenum Chrysanthese'."
Harry ließ den Kopf herabsinken und stöhnte auf. Irgendwann musste sein Glück ja aufhören.
„Okay, was machen wir jetzt?"
„Severus, kannst Du denn sagen, welcher Trank es ist? Ich kann gar nichts dazu sagen. Er erinnert mich an keinen mir bekannten Zaubertrank."
„Mich auch nicht. Aber ich habe auch die anderen Tränke noch nie real gesehen und dieser Rauch lässt alles irgendwie sehr verschwommen aussehen."
Eine große Enttäuschung machte sich in Harry breit und auch Draco schien wirklich betrübt zu sein. Wie sollten sie weiterkommen, ohne ein Menschenleben zu opfern?
Severus blickte auf den Zaubertrank dann auf seine Utensilien. „Ich habe da eine Idee, nur weiß ich nicht, ob es funktioniert!" sagte er leise und die Unsicherheit war deutlich herauszuhören. „Ich habe da mal von meiner Mutter eine Geschichte mit einer möglichen Lösung für unser Problem gehört, aber vielleicht ist es nur eine Legende. Ich weiß nicht, ob es eine gute Idee ist!"
Harry spitzte die Ohren: „Was für eine Idee?" Er war für alles offen, was ein Leben retten könnte und dieses Artefakt herbeischaffte.
„Ich habe keine Chance auf ein Gegenmittel, auch ein Bezoar wird nicht helfen können. Wahrscheinlich nicht und ich will es nicht ausprobieren." Draco blickte ihn aufmerksam an.
Seine Hand griff nach Harrys Zauberstabhand, damit dieser nichts Dummes anstellen konnte, wie zum Beispiel ihn außer Gefecht zu setzen und dann Severus zwingen, ihm den Trank zu geben. Draco traute Harry alles zu, auch sich selbst zu opfern ohne weiter darüber nachzudenken.
Draco hatte schon früh überlegt, ob er Harry den Zauberstab im Vorfeld abnehmen sollte, aber aus Sicherheitsgründen hat er es dann doch gelassen.
„Was für eine Idee?" Harrys Stimme wurde eindringlicher und harscher.
„Der Trank muss getrunken werden, richtig?"
„Ja!" zischte Harry jetzt und Draco hoffte, dass Severus jetzt bald zum Punkt kam.
„Ich könnte einen Lähmungstrank brauen, der den Organismus total blockiert. Das Gift würde keine Möglichkeit haben in den Organismus einzudringen." Severus blickte zögernd und unsicher zu Harry.
Draco wurde blass, aber auf Harrys Gesicht breitete sich ein triumphierendes Grinsen aus. „Das könnte klappen! Fang bitte sofort an, die Idee ist genial!"
„Ja, genial!" sagte Draco trocken. Nach seinem Geschmack war da das Risiko noch immer zu groß. Er blickte zu Severus, der schon begann die Zutaten zusammenzusuchen. „Nur wer wird ihn trinken?"
„Ich!"
Draco schloss gequält die Augen, er wusste doch, dass Harry es machen würde. Wieso hatte er überhaupt gefragt? Langsam öffnete er wieder seine Augen und blickte Harry voller Zerrissenheit an. „Ich will nicht!" flüsterte Draco leise.
„Ich weiß!" antwortete Harry genauso leise. Dann setzte er einen leichten unschuldigen Kuss auf Dracos Lippen.
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Es dauerte einige Stunden bis Severus mit dem Trank fertig war. Harry und Draco hatten die ganze Zeit sich im Arm gehalten und geschwiegen. Als Severus das junge Pärchen so sah, wusste er, dass diese beiden so unterschiedlich scheinenden Jungen einfach zusammengehörten. Sie ergänzten sich einfach total. Wenn es so etwas wie Seelenpartner gab, dann waren diese Beiden garantiert welche.
Severus seufzte leise. Wie gerne hätte er auch so einen liebevollen Partner...
Das leise Seufzen riss Harry und Draco aus ihrer Umarmung. Als sie den Blick von Severus bemerkten wurden sie beide etwas rötlich um die Nase, aber schließlich schüttelten sie alle nur den Kopf.
„Also Adrian? Bereit?"
„Nein, nicht wirklich… aber lass uns anfangen!" Harry trat zielstrebig an den Kessel heran. Draco schloss die Augen. „Was wird genau passieren?"
„Der Trank wird in wenigen Sekunden Deinen gesamten Organismus lähmen. Du wirst weder Schlucken noch Atmen können. Daher werden wir, Dorian und ich, so schnell wie möglich mit diesen beiden Kelchen den Trank in Deinen offenen Mund schütten. Das Gegenmittel für den Lähmungstrank habe ich hier in diesem kleinen gelben Flakon."
„Und das Gift wird den Lähmungstrank nicht außer Gefecht setzen?"
„Nein, die Basis ist total widersprüchlich zu allen Giften. Es kann nichts passieren!"
„Wie lange müssen wir warten, bis wie Adrian das Gegenmittel geben können?" Draco musste sich hart zusammenreißen, um nicht laut aufzuschreien und die ganze Aktion abzublasen. Es war aber zu wichtig. Sie mussten die Chance nutzen, sonst würde Harry vermutlich heimlich irgendetwas in Gang setzen, was weit riskanter war. Dafür wusste Draco nun mal zu genau, WIE wichtig die Aktion und dieser Krieg für Harry waren.
„Nicht lange. Wenige Sekunden nach dem letzten Kelch!"
Harry und Draco schlossen die Augen, dann blickten sie sich fest in die Augen. „Ich muss es tun!"
„Ich weiß!" antwortete Draco angespannt. Harry beugte sich vor und küsste Draco wieder ganz zart auf den Mund. Es war etwas Ernsteres und Draco zögerte nur einen Augenblick, bis er Harry an sich heranzog und den Kuss genoss und mit allem was er hatte erwiderte.
Harrys Wangen waren deutlich dunkel geworden und der Blick verklärt. Seine Atmung ging schneller und Severus sah sie missbilligend an. „Ihr solltet zur Ruhe kommen und Euch nicht besinnungslos knutschen!" knurrte Severus und Harry wurde noch röter.
Sie warteten einige Minuten, bis Harry seine Erfahrungen aus den Meditationsübungen einsetzte und seine Atmung so weit wie möglich hinunter reguliert hatte. Draco beobachtete dieses Verhalten mit einer ungeahnten Faszination, obwohl er es in den letzten Wochen schon häufiger gesehen hatte.
Schließlich griff Harry langsam und total in sich gekehrt nach dem Lähmungstrank und setzte ihn an. Es dauerte wie erwartet nur wenige Sekunden, bis Harry vom Trank völlig gelähmt war. Draco unterdrückte seine Panik, als er den erstarrten Harry so sah.
Schon hatte Severus den ersten Kelch in Harrys offenen Mund entleert. Draco folgte etwas zögernd.
„Beeil Dich, Dorian! Oder Dein Freund wird an dem Trank ersticken!" zischte Severus und Draco reagierte sofort. Ein Kelch nach dem anderen rann Harrys Kehle hinunter. Es musste funktionieren. Harry hatte Draco zwar sicherheitshalber das Passwort für seine Nachtschrankschublade verraten, aber Draco wollte auf Verdei und Verderb nicht auf Harry verzichten.
Schnell entleerte er einen Kelch nach dem anderen in Harrys Mund. Es dauerte für Dracos Geschmack unendlich, bis das kleine Becken so leer war, dass man das Medaillon erreichen konnte. Während Draco nach dem goldenen Schmuckstück griff, gab Severus Harry das Gegenmittel.
Hoffentlich war es nicht zu früh und auch nicht zu spät. Severus starrte Harry gebannt an, aber es tat sich nichts. „Adrian!" zischte Severus panisch. Draco blickte entsetzt auf seinen Freund, der noch immer total still auf dem Boden saß… nur der Brustkorb schien sich leicht zu bewegen… aber vielleicht war es auch nur eine Täuschung.
„Adrian!" zischte nun auch Draco und ließ sich auf die Knie neben ihm nieder. Seine Hände umfassten das Gesicht des Schwarzhaarigen. „Harry!" flüsterte Draco in Harrys Ohr. Die Panik war deutlich zu hören. „Komm zurück!"
Dann zuckten die Augenlider und langsam war das tiefgrüne Blau zusehen und Draco konnte ein erleichtertes Aufseufzen nicht verhindern. „Oh Merlin, mach so etwas doch nicht mit mir!"
„Drache?! Ich habe es geschafft!"
„Ja, Du hast es geschafft, mich an den Rand meiner Selbstbeherrschung zu treiben."
„Das meine ich nicht!" flüsterte Harry leise und legte eine Hand auf Dracos Wange. Sanft zog er den blonden Jungen zu einem Kuss hinunter. Wenn man erst einmal damit angefangen hatte, konnte man kaum aufhören. Das Gefühl dabei war einfach zu angenehm.
Severus blickte beschämt weg und räumte lieber seine Sachen ein. Seine Aufgabe war erledigt. Er hatte es wirklich geschafft. Nie hätte er gedacht, dass so ein Erfolg ein so gutes Gefühl hervorrufen konnte. Er hatte es geschafft mit seinem eigenem Wissen und Verstand dieses große und gefährliche Problem zu lösen und die beiden, ihm total rätselhaften Jungen, haben ihm vertraut. Es war richtig gewesen, diesen Weg zu gehen...
Ein breites Grinsen lag auf Severus' Gesicht, als er mit den anderen beiden Slytherins die Rückreise antrat. Auf einmal traute er sich auch nach Hogwarts zurück zu apparieren. Auch ohne Lizenz. Er wusste, dass es kein Zurück mehr gab, aber er wollte auch gar kein Zurück mehr.
Draco apparierte sich und Harry. Harry war noch ein wenig geschwächt und der Regen sorgte wieder für eine totale Durchnässung der Kleider. In Hogwarts trockneten sie sich, aber es war wohl doch ein wenig zu spät.
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Harry begann noch am Abend über Kopfschmerzen zu klagen und Draco steckte ihn nach einer heißen Dusche ins warme Bett. Er selbst spürte ein leichtes Kratzen im Hals, welches ihm nicht geheuer war.
Am nächsten Morgen wussten sie alle drei Bescheid. Sie hatten sich eine dicke Erkältung eingefangen und Harry sah dabei noch am schwächsten aus. Vermutlich waren sie einmal zu oft nass geworden und der Trockenzauber war dann zu spät gekommen. Ein wenig Aufregung und schon hatte man eine dicke Erkältung.
Draco zog den widerspenstigen Harry mit Unterstützung von Sanuel aus dem Bett und Draco warf ihm einen Umhang über. Einen dicken Schal wickelte er um den Hals und ein Taschentuch bekam Harry in die Hand gedrückt. „Danke!" schniefte Harry dann. Draco war sich nicht sicher, ob das ironisch oder ernst gemeint war.
Jedenfalls nach einigem Husten seinerseits, gingen sie gemeinsam zur Krankenstation. Auf dem Weg blickte Sanuel die Jungen fragend und noch ein wenig verletzt an. „Warum musstet Ihr Snape mitnehmen?"
„Es ging ...hatschi... um Zaubertränke... hatschi... und darin ist Severus... schnief... unschlagbar!"
Gegen diese Erklärung konnte Sanuel nichts sagen, denn auch wenn er selbst nicht schlecht in Zaubertränke war, so war Severus Snape doch deutlich besser. Sein leiser Groll verflog, aber er fragte trotzdem nach: „Wenn es irgendwann mal um Rituale geht, dann fragt Ihr doch mich und Lin, oder?"
Draco wollte eigentlich verneinen, aber Harry schaffte es trotz Niesens eine ausführlichere Antwort zu geben. „Ich verspreche es Dir, aber Du darfst mit niemanden über diese Zusammenarbeit reden!"
„Klar, kein Problem!" Für Sanuel war die Welt erst einmal wieder in Ordnung. Er reichte Harry ein neues Taschentuch und zog ihn dann weiter zur Krankenstation, auf der sie dann auch schon Severus Snape antrafen. Regulus stand bei ihm.
„Regulus Black!" kam es leise über Harrys trockene Lippen. Es war aber laut genug, um im stillen Saal gehört zu werden.
Der jetzt 15-Jährige Slytherin blickte Harry hasserfüllt an. „Oh, die Blutsverräter!"
Draco guckte finster, aber Harry lächelte.
„Ich erwarte von Dir Nichts, da ich weiß, dass Du genau wie Severus eines Tages zur Vernunft kommen würdest. Als ein Anhänger von Voldemort werdet Ihr nichts mehr zu lachen haben, daher rate ich Euch und besonders Dir Regulus, genießt Euer Leben, solange Ihr könnt!"
Alle vier Slytherins starrten nun Harry fassungslos an. „Was weiß Du, was ich nicht weiß?" flüsterte Draco heiser in Harrys Ohr. Er wollte nicht im Dunkeln stehen, wenn Harry ganz offensichtlich wieder einmal mehr wusste.
„Regulus ist kurz nach seiner Schulzeit für die weiße Seite gestorben!" flüsterte Harry krächzend zurück, leise genug, dass nur Draco es hören konnte. Es beeindruckte Draco mehr, als er sich eingestehen wollte. Es gab anscheinend einige, die aus ihren Fehlern lernten und Harry setzte alles daran, dass sie diese Fehler erst gar nicht machten.
Alle Gespräche wurden unterbrochen, als Madam Pomfrey mit einem Heiltrank für Severus wiederkam. Sie blickte äußerst missbilligend auf die kleine Gruppe Slytherins. Sie erkannte mit einem Blick, dass auch Draco und Harry von dieser Erkältung niedergestreckt wurden, denn Harry hatte sich mittlerweile auch schon freiwillig auf ein leeres Bett gesetzt. Draco stand noch, verbrauchte aber unzählige Taschentücher.
So einfach wie ursprünglich gedacht, kamen die Jungen nicht wieder von der Krankenstation weg. Sanuel und Regulus nutzten daher den ersten geeigneten Moment und verschwanden unauffällig. Sie waren ja auch gesund. Sobald sie alleine waren, konnte Regulus seine Frage nicht mehr zurückhalten.
„Was wollte Jericle mir damit sagen?" fragte der schwarzhaarige Viertklässler ernst.
„Das, wenn Du Dich dem Dunklen Lord anschließt, Du eines Tages feststellen wirst, dass es der falsche Weg war. Und Du genug Mut in Dir hast, um zu versuchen es zu korrigieren, aber dafür mit Deinem Leben bezahlen wirst. So oder so ähnlich wird Adrian es sich gedacht haben!"
„Ich bin nicht mutig! Ich bin doch kein Gryffindor!" schimpfte Regulus erbost.
„Aber trotz allem bist Du der Bruder von Sirius und was er hat, hast auch Du!" Sanuel schüttelte den Kopf. Seit wann konnte er Adrians Gedankengänge so gut nachvollziehen? „Du sperrst Dich nur davor. Es ist nichts schlimmes, wenn man auch die Eigenschaften der anderen Häuser in sich vereinen kann. Adrian hat alles, was er braucht um seinen Weg zu gehen und oft sagt er mir, dass ich auch ein guter Ravenclaw gewesen wäre, aber der Hut wollte es nicht. Genauso wie er nicht wollte, dass Adrian nach Gryffindor kommt, wo er garantiert gut hingepasst hätte. Denk einfach über die Worte nach. Denk darüber nach, wo Du hin willst, was Deine Ziele sind und wie Du sie erreichen kannst, vielleicht auch ohne dem Dunklen Lord zu folgen!"
Sanuel nickte dem jüngeren Jungen aufmunternd zu. Regulus verzog abschätzig das Gesicht, aber Sanuel war sich sicher, dass der Viertklässler nachdenken würde. Denn Regulus Black war alles andere als dumm und Sanuel wusste genau, dass er seinen großen Bruder genauso vermisste, wie Sirius seinen kleinen. Nur die Grenzen zwischen Gryffindor und Slytherin waren einfach zu starr... zu fest... noch... noch waren sie es... noch...
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Madam Pomfrey war schockiert. Sie fragte sich gerade, wie die drei Jungen nur durch ein wenig nass werden, sich so eine Erkältung zuziehen konnten, als Dumbledore den Krankenflügel betrat.
Die hellblauen Augen blickten sich überrascht um und wanderten dann von einem Bett zum anderen. Draco war froh, dass Harry gerade schlief, sonst hätte die innere Anspannung vielleicht für eine weitere Verschlechterung seines Gesundheitszustandes gesorgt. Draco musste natürlich prompt husten und es schüttelte seinen ganzen Körper. Er fühlte sich so schwach, trotz dem Heiltrank den er von Madam Pomfrey am Morgen bekommen hatte. Aus irgendeinem unerklärlichen Grund schien der Heiltrank bei den drei Jungen nicht anzuschlagen. Es war zum verzweifeln.
Madam Pomfrey ging mit Dumbledore in ihr Büro und endlich waren die Jungen mal für einen Augenblick alleine. Sofort setzte Severus sich ein wenig auf und blickte Draco, der neben Harrys Bett, welches in der Mitte stand, in seinem eigenen Bett lag, fragend an. „Wieso hilft der Heiltrank nicht?"
Draco hustete noch einmal und putzte sich die Nase. Einen Moment versuchte er das aufgetretene Pochen in seinem Kopf zu beruhigen, dann sah er Severus an. „Ich könnte es ja verstehen, warum bei Adrian nichts funktioniert, da er ja den Lähmungstrank intus hatte, aber warum bei uns nicht?"
„Ich fürchte..." Harry war aufgewacht, kaum dass Dumbledore Madam Pomfrey in ihr Büro gefolgt war. Harry hustete und einen kurzen Augenblick erinnerte Draco sich an ihren Todestag, als Harry auch blass und geschwächt in einem Krankenbett lag und sich die Seele aus dem Leib gehustet hatte. Draco wurde merklich blass und ohne zu zögern sprang er aus seinem Bett und war an Harrys Seite.
„Wie geht es Dir?"
„Beschissen..." murmelte Harry. Einen Blick in Dracos vor Panik geweiteten Augen ließ ihn seufzen und auch erinnern. „Keine Sorge ich sterbe nicht..." flüsterte er und streichelte Draco über die Wange. Die Panik verschwand ein wenig, aber Draco sah es gar nicht ein, warum er wieder in sein Bett gehen sollte. Er schob daher Harry einfach ein Stück zur Seite und legte sich neben seinen Freund.
Severus hatte dafür nur ein sehnsüchtiges Lächeln übrig.
„Was fürchtest Du, Panther?" fragte Draco leise. Dadurch dass Harrys Bett direkt neben dem von Severus stand, brauchten die Jungen jetzt auch nicht mehr so laut zu reden. Vielleicht würde Dumbledore jetzt sie auch nicht belauschen können.
Harry nieste und auch Severus musste seine Nase putzen.
„Diese Kopfschmerzen bringen mich noch um..." stöhnte Severus und ließ sich wieder in die Kissen gleiten.
„Ich fürchte, dass der Dampf vom Gifttrank..."
„Du meinst den aufsteigenden Rauch?"
„Ja..." krächzte Harry.
Severus überlegte kurz. Er war sich noch immer nicht sicher, was für einen Trank sie da in Adrian hinein geschüttet hatten, aber Adrian schien es wirklich gut zu gehen, abgesehen von der Erkältung. „Vielleicht hast Du sogar Recht!"
Draco stöhnte leise: „Dann wird es wohl noch ... hatschi ... eine Weile dauern, bis wir ...hatschi...hier entlassen werden." Severus nickte nur und auch Harry schloss seufzend die Augen.
Er kuschelte sich in Dracos Arme und gemeinsam schliefen sie schnell ein.
Severus seufzte leise. In was für Abenteuer war er hier gestolpert? Aber vielleicht konnte er die Erkältung und den dadurch verpassten Unterrichtsstoff nutzen um in den Osterferien nicht nach Hause zu fahren. Eigentlich war das ein wirklich guter Grund, den sogar sein gewalttätiger Vater akzeptieren sollte. Severus schlief schließlich auch ein und bemerkte nicht, wie Dumbledore an ihre Betten trat und sie kopfschüttelnd musterte.
„Ich habe keine Ahnung, warum die Heiltränke nicht wirken, Albus."
„Vielleicht sollten Sie die Jungen fragen, wenn sie aufgewacht sind. Vielleicht haben sie ja Antworten auf diese Fragen. Ansonsten würde ich sagen, sie müssen es aussitzen."
Madam Pomfrey nickte und ließ von den Hauselfen drei Becher heiße Zitrone machen. Dumbledore blickte sie fragend an. „In der Muggelwelt ist heiße Zitrone das Erste was man macht, wenn man erkältet ist. Viel Vitamin C oder so, außerdem schmeckt es gut und wärmt angenehm von Innen."
Dumbledore nickte und beschloss, dass er das auch mal bei passender Gelegenheit ausprobieren würde. Es hörte sich eigentlich sehr lecker an. Er verließ den Krankenflügel nachdenklich. Warum waren ausgerechnet wieder diese zwei Slytherins in diese Aktion involviert? Das es da irgendein Geheimnis im Hintergrund war, dessen war Dumbledore sich ganz sicher.
Aber warum jetzt auch noch der junge Severus Snape da mit im Spiel war, war ein noch größeres Rätsel. Diese beiden merkwürdigen Jungen, hatten ihren ganz eigenen Charme und könnten vermutlich die gesamte Schülerschaft in böse oder auch gute Machenschaften verwickeln. Dieser Verdacht und dieser Charme waren aber leider kein Grund für einen Rausschmiss. Und ‚Adrian Jericle' hat es ja auch deutlich gemacht, dass es gefährlich wäre, wenn man einen vielleicht doch unschuldigen Schüler aus Hogwarts verband. Aber an die Unschuld von ‚Adrian Jericle' konnte Dumbledore schon seit Monaten nicht mehr glauben.
Vielleicht war ‚Adrian' auf der gleichen Seite, wie er, aber vielleicht war er auch nur daran interessiert Voldemort zu stürzen, damit er seine Nachfolge antreten könne. Dumbledore traute diesem Jungen alles zu, leider auch die Machtgier, dafür war das Talent einfach zu unglaublich
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Madam Pomfrey scheuchte, sobald Draco erwachte, den Jungen wieder in sein eigenes Bett. Das mürrische Grummeln ignorierte sie. Jeder der Jungen bekam einen großen Becher ‚heiße Zitrone' und besonders Harry genoss es. Severus und Draco stellten fest, dass man es trinken konnte, auch wenn es ein Haushaltsmittelchen der Muggel war.
„Wieso kennst Du Dich eigentlich nicht in der Muggelwelt aus, wenn Dein Vater doch Muggel ist?" fragte Harry irgendwann Severus.
Dieser schaute Harry erschrocken an. Er wollte darüber nicht reden, aber ‚Adrian' wusste schon so viel von ihm. „Weil mein Vater sich in die magische Welt vertieft hat. Er lässt alles meine Mutter mit ihrer Magie machen..."
„Es tut mir leid, dass Du so einen Vater hast!" sagte Harry leise und Severus erkannte die Ehrlichkeit. Er erkannte, dass ‚Adrian' wusste wovon er sprach und er verstand, dass ‚Adrian' mal wieder mehr wusste, als er sollte.
„Woher weiß Du das alles?!"
Harry schloss die Augen. „Ich kann es Dir nicht sagen, aber ich werde es niemanden erzählen."
So seltsam es für Severus auch war, er wusste, dass er dem anderen Slytherin glauben konnte. Er vertraute einem Jungen, den er erst seit einigen Monaten kannte und erst seit wenigen Tagen begleitete. Was hatte die Welt so auf den Kopf gestellt?
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Ich denke, dass Severus Snape diese Rolle verdient hat. Aber wird er wirklich ohne Zweifel und Hintergedanken bei Harry bleiben? Immerhin ist er ein Slytherin, ein Spion, in der (alten) Zukunft ein Todesser und ein ziemlich ekliger Mensch, oder?
