Titel: Ein Leben wie die Zukunft

Autor: Momixis

Zeit: spielt nach „Halbblutprinz"

Kapitel: 4/7

Teil: 7/9

Paare: Es kommen viele der typischen Paare vor, aber Hauptpersonen werden Harry und Draco sein… (später auch als Paar)

Warnungen: Slash, Charadeath, lange Geschichte, unterschiedlich lange Kapitel….

Inhalt: Harry und Draco sind durch die Zeit gereist und nun haben sie die Chance etwas zu verändern. Harry will diese Möglichkeit nutzen ohne die Menschen, die ihm wichtig sind in Gefahr zu bringen. Wird er es schaffen? Wird er alleine den Weg gehen können? Welche Rolle wird Draco zu Teil? Und halten die Rumtreiber und die anderen Schüler von Harry? Was denkt Dumbledore?

MIR GEHÖRT NICHTS UND ICH VERDIENE DAMIT AUCH KEIN GELD!


Danke an die Reviewer!!

Hi Seelentochter!! Ich denke, dass Dumbledore sich einfach gar nicht traut Adrian zu vertrauen. Die Gefahr, dass er sich irrt ist zu groß und hätte zu große Folgen. Und Adrian ist ein Slytherin. Auch Dumbledore hat Vorurteile...jedenfalls noch...! Es freut mich, dass dir das Pitel gefallen hat... es war so wichtig (g) Nicht nur wegen des Medaillons... Viel Spaß noch und ich werde mir Mühe geben am WE ein weiteres Kapitel on zu stellen. Im Moment bin ich aber ziemlich im Stress... knuddel.

Hey DJEngelchen!! Ja, endlich war der Kuss da... jetzt fehlen nur noch die drei kleinen Wörter, oder? Und Gesund werden sie schon noch... aber zu einfach darf es nciht sein... Harry ist kein Übermensch... aber fast (g). Dich auch super doll knuddelt.

Huhu Reinadoreen!! Ich denke auch, dass die Zeit und der Krieg Severus Snape sehr negativ beeinflusst hat. Er wird kein lieber braver Gryffindor werden, aber er hat auch positive Seiten. Dich knuddelt.

Hi Zissy!! Ein neues Projekt? Ein großes nicht! Ich war mir gar nicht so sicher, wie meine große FF ankommt und wollte mich daher nicht zufrüh an etwas neuem machen. Aber eine Idee hätte ich schon...! Viel Spaß... Dich knuddelt.

Hey Frozen!! Snape hat auch etwas ekliges an sich... und etwas sehr ungerechtes (darauf reagiere ich etwas allergisch!). Aber Snapes Zukunft hat sich und wird sich verändern. NAch diesem Kuss zwischen Harry und Draco fehlen jetzt nur noch die drei kleinen Wörterchen, oder? Viel Spaß noch, knuddel!

Hi Glupit!! Madam Pomfrey macht nur ihren Job und deckt Harry ja auch... aber sie ist schon in Ordnung! Du willst Severus wärmen? Na dann viel Spaß... (g) Ich nehme dann Harry und Draco ganz für mich (lach) Viel Spaß und knuddel!!

Teil VII

Voranschreitende Probleme

Kapitel 4

Freundschaftliches Tagebuch

Die Osterferien hatten schon begonnen, als die Jungen endlich aus dem Krankenflügel entlassen wurden. Es war im Grunde nur eine Entlassung aus der stationären Behandlung, denn Harry musste jeden Tag in den Krankenflügel und sich von Madam Pomfrey durchchecken lassen. Draco und Severus hatten die Wirkung des blockierenden Rauches wohl komplett überstanden, aber bei Harry saß er noch ein wenig fest. Die Heiltränke halfen bei weitem noch nicht so, wie es eigentlich sein sollte und so musste Harry auch weiterhin täglich die ungenießbaren Tränke schlucken.

Es ging ihm schon wieder richtig gut, mal abgesehen von seltenen Hustanfällen und den Kopfschmerzen. Ihre meiste Zeit verbrachten die Jungen nun damit, ihre vernachlässigten Hausaufgaben und die Osteraufsätze (Aufsätze, die über die Osterferien geschrieben werden mussten.) zu bearbeiten. Sanuel und Lin waren nach Japan zu ihren Familien gereist und so war der Schlafsaal der ruhigste Ort im Schloss. Harry und Draco machten es sich auf ihren Betten bequem und Severus, der sich einfach dazugesellte, nahm auf Sanuels Bett vorsichtig platz.

Viele Schüler und besonders viele Slytherins waren nach Hause gefahren. Vermutlich dachten die Eltern, dass die Osterferien sicherer waren als die Weihnachtsferien, aber Harry konnte darüber nur den Kopf schütteln. Was für ein Blödsinn.

Missmutig machte er sich an den Aufsatz über altertümliche Gifte und Gegengifte. Wenigstens konnte er darüber schreiben, ohne jetzt noch stundenlanges Recherchieren auf sich nehmen zu müssen. Severus und Draco erging es kaum anders.

„Du musst wieder zu Madam Pomfrey!" sagte Draco, als der Nachmittag sich langsam zum Abend neigte.

Harry grummelte: „Ja, leider!"

Er beendete seinen Satz und legte das Pergament zur Seite. „Ich gehe besser gleich, sonst hält sie mir noch eine Strafpredigt. Ihr könnt ruhig weiter arbeiten!" Harry nahm sich einen Apfel aus dem Proviantkorb von Severus und begab sich dann auf den Weg zum Krankenflügel.

Er ging nicht wirklich schnell, da ihn eigentlich nichts zum Krankenflügel zog. Er ließ sich gerne ablenken und so blieb er bei einem schmalen Fenster stehen und blickte ein wenig verträumt hinaus. Am See konnte er Lily und Sal erkennen. Das Lächeln konnte er sich da nicht verkneifen.

„Sehnsucht?"

Harry drehte sich erschrocken um. Er blickte den Gryffindor fragend an. „Was meinst Du?"

Remus grinste scheu. „Du lächelst so sehnsuchtsvoll und ich habe keine Ahnung, wonach Du Dich sehnst. Du hast doch einen Freund, der sich überraschend sensibel um Dich und Dein Wohl kümmert. Ich hätte es ihn am Anfang des Schuljahres nicht zugetraut."

Vermutlich hatte niemand dieses Verhalten Draco zugetraut. Weder er selbst noch wer anderes. Harry konnte daher nur zustimmend grinsen. „Vermutlich hast Du Recht!"

„Also wonach sehnst Du Dich?"

„Weißt Du Remus... ich habe keine Ahnung..."

Remus beobachtete den Slytherin aufmerksam. Es schien wirklich die Wahrheit zu sein und doch fehlte etwas. Harry hätte auch sagen können, was es war. Aber wie sollte er Remus erklären, dass er sich nach diesem Frieden sehnte. Nach Freundschaft, Familie und Frieden... ohne Angst, Schmerz und Tod.

„Ich muss zu Madam Pomfrey!" sagte Harry nun und machte sich wieder auf den Weg zur Krankenschwester.

Remus blickte ihm nach, dann schüttelte er den Kopf. „Wie schaffst Du es bloß, die Grenzen zwischen den Häusern zu verwischen, wie Kreide mit einem feuchten Tuch? Wie schaffst Du es, Adrian Jericle? Und warum?"

oooooooooo

Es dauerte erschreckend lange, bis Harry, Draco und Severus ihre Hausaufgaben und die Osteraufsätze fertig hatten. Harry hatte natürlich mittlerweile verstanden, warum Severus ständig bei ihnen war. Der stille Slytherin war nicht gerne allein. Er brauchte keine direkte Unterhaltung, aber ganz allein wollte er auch nicht sein. Vielleicht war das ein Grund, warum er später so viele Strafarbeiten aufgab?! Harry diskutierte diese Idee mit Draco, wenn sie abends alleine in ihrem Bett lagen.

Draco schüttelte allerdings nur den Kopf. „Ich denke es hat was damit zu tun, dass Severus sich nicht zutraut auch alleine gegen seine Feinde, im Moment vor allem in Form seines Vater, anzugehen. Wenn er mit anderen Slytherins zusammen ist, dann trauten sich die Rumtreiber nicht ran etc."

Harry war nur froh, dass die Auseinadersetzung im September mit den Gryffindors wirklich gefruchtet hatte. So war wenigstens der Schmerz nicht umsonst und Harry wusste genau, dass er damals die richtige Entscheidung getroffen hatte. „Aber die Rumtreiber haben aufgehört!"

„Ja, und ich habe bisher keine Ahnung, wieso!"

Harry sah ihn überrascht an. „Ich dachte Du wüsstest es?"

„Was wüsste ich? Du hast etwas damit zu tun, aber mehr weiß ich nicht."

„Von dem Streit im September, zwischen Severus und den Rumtreibern..."

„Meinst Du den, wo Du dann dazwischen gegangen bist?"

„Ähm... ja?!"

Draco zog Harry fest in seinen Arm. „Was hast Du damals wirklich gesagt? Ich habe gerade das Gefühl, dass Severus die Geschichte nicht sehr objektiv und naturgetreu weitergegeben hat."

Harry erzählte also die Geschichte aus seiner Perspektive und Draco musste wirklich feststellen, dass die Geschichte sich ein wenig von der anderen unterschied. Aber was Draco fiel erschreckender fand, war die Erkenntnis, dass auch Harry Potter sich gegen seine Familie gestellt hatte. Er hatte James Potter und Sirius Black mit einer Wahrheit konfrontiert, dass man nicht glauben konnte, dass es doch noch mal zu einer Freundschaft kommen würde. Die Gryffindors haben aber bewiesen, dass sie lernen und vergeben können. Draco war beeindruckt. Und Draco war verdammt stolz auf den schmalen Jungen in seinen Armen. So schmal und zerbrechlich er manchmal wirkte, so stark und widerstandsfähig war er...

„Ich bin stolz auf dich!" flüsterte er in das schwarze Haar hinein und schloss die Augen. Schnell sollte er einschlafen, aber er sah nicht, dass sich die grünen Augen bei den Worten geöffnet hatten.

Harry hatte auch mittlerweile begriffen, dass Draco sich von seinen Idealen und Vorbildern genauso verabschiedet hatte, wie von seiner Familie und Erziehung. Hier war er nicht Draco Malfoy, also brauchte er auch nicht als ein Malfoy-Erbe zu handeln. Er musste nichts repräsentieren. Er machte das, was er wollte und konnte sagen, was er wollte.

Und im Augenblick war es ganz offensichtlich, dass er Harry an seiner Seite haben wollte. Nicht nur als Freund, sondern als Lebensgefährte. Und Harry hatte sich schon vor einer ganzen Weile eingestanden, dass es für ihn nicht anders war. Es war schön so, wie es war und es fühlte sich Richtig an. Draco drängte ihn zu nichts, sondern war einfach da. Es war richtig... so falsch es auch im Kontext ihrer Geschichte schien...

Sie gehörten zusammen.

„Wir gehören zusammen!" flüsterte Harry leise und schlief dann wohl behütet in Dracos Armen ein. Einen ruhigen Schlaf zu finden fiel ihm in der Nähe von Draco gar nicht schwer, dafür brauchte er auch keine intensive Meditation.

oooooooooo

Die letzten Tage der Osterferien versetzten Harry in eine unterschwellige Panik. Voller Unruhe blätterte er in der Bibliothek ein Buch nach dem anderen durch. Aber das finden, was er suchte tat er nicht. Draco hätte es auch gewundert.

„Was ist los?"

„Bald ist der April vorbei!"

„Ich weiß, aber was versetzt Dich so in Panik?"

„... Unsere Ergebnisse... meine Ergebnisse sind nicht wirklich zufrieden stellend..."

„Hör auf! Wie können keine Wunder vollbringen!" Draco griff nach Harrys zitternden Händen. „Beruhig Dich, Panther. Ich bin bei Dir und gemeinsam schaffen wir es, aber Du darfst nicht in Panik geraten." Der blonde Slytherin streichelte Harry über die Wange und küsste ganz zart die schmalen Lippen. Harrys Atmung beruhigte sich und das zittern der Finger nahm ab.

Draco lächelte siegesgewiss. „Was ist der nächste Schritt? Welches sind die fehlenden Horcruxe?"

Harry öffnete seine Augen und blickte Draco tief an.

Dann seufzte er und wand den Blick ab. Er entwand seine Hände denen von Draco und kaute auf seiner Unterlippe herum.

Draco zog die Augenbrauen fast bis an den Haaransatz empor.

„Wo liegt das Problem?"

Harry schüttelte leicht den Kopf und Draco konnte nicht weiter nachforschen, da Remus sich zu ihnen gesellte und sie brachten es nicht über sich, den höflichen Gryffindor wegzuscheuchen. Eine halbe Stunde später kam Severus dazu, der Remus mit einem verachtenden Blick bedachte, aber bei Harrys provozierendem Gesichtsausdruck nicht anders konnte, als sich friedlich dazuzusetzen. Es fiel kein böses Wort und Dumbledore fragte sich, was die beiden merkwürdigen Slytherins noch alles schaffen würden?! Er stand versteckt hinter einem Bücherregal und hatte nur durch Zufall das Geschehen um die beiden Slytherins herum beobachtet. Die beiden Jungen waren nun ein Paar, aber viel hatte sich dadurch auch nicht verändert. Viele Schüler blickten voller Respekt und Hochachtung zu Adrian Jericle hinüber und andere mit totaler Verzückung.

In der Reihe vor Dumbledore tauchten zwei Schülerinnen auf, die das junge Pärchen begeistert anblickten. Der Schulleiter konnte nur seinen Kopf schütteln. Die Ravenclaw-Schülerin sagte leise etwas zu ihrer Freundin aus Hufflepuff, die darauf hin leise lachte und meinte: „Geh doch hin, Babs!"

Das Mädchen wurde rot im Gesicht und zog einen Schmollmund: „Ja, klar… und was soll ich sagen?"

„Vielleicht: Ihr seid ein sooo süßes Pärchen und ich wünsche Euch ganz viel Glück!"

„Ja, und an dieser Nachricht hänge ich einen Lutscher und einen Zettel mit: Viele liebe Grüße von Nora, Momi und Fips!"

Einen Moment herrschte eine gespannte Stille, dann fingen die beiden Mädchen wie bei einem Startschuss gleichzeitig an unkontrolliert zu kichern, sehr schnell verließen sie die Bibliothek. Dumbledore schaute ihnen irritiert nach, er musste schon feststellen, dass die Jungend von Heute teilweise seltsame Ideen hatte… vielleicht war er deshalb auch so gerne Schulleiter.

oooooooooo

Harry spürte schon die Mai-Sonne auf seiner Haut, obwohl noch April war. Er wusste, dass er viel zu selten draußen war. Vielleicht war er deshalb auch noch immer nicht topfit. Madam Pomfrey vertrat die Annahme, dass Harrys Körper zu viel in den letzten Monaten hatte erleiden müssen. Die gründliche Heilung von Fawks war ihr ja nicht bekannt und Harry verstand gar nichts mehr. Im Grunde wusste er auch nicht, warum er nicht komplett geheilt war und so folgte er brav Madam Pomfreys Anweisungen, denn in einem war er sich sicher, die Medihexe wollte nur sein Bestes, denn sie schwieg, auch wenn sie schon viel zu viel wusste.

Draco hatte den Verdacht, dass Harrys Magiehaushalt mal wieder ein wenig schief hing. Zu viel Magie, zu viel Zaubertrank und zu viel Stress. Harry konnte dieser Ansicht nichts wirklich Realistisches entgegensetzen und versuchte daher einfach wieder ein wenig zur Ruhe zu kommen.

Das war wohl auch der Grund, warum Draco und Harry auf der Wiese am See saßen und sich die warme Frühlingssonne ins Gesicht scheinen ließen. Es war Ende April und auch wenn sie heute Schule gehabt hatten, wie an einem normalen Freitag, war das Wetter doch schon wirklich typisch Mai-schön.

Harry hatte keine Bücher mit raus nehmen dürfen, aber sein kleines in Leder gebundenes Büchlein hatte er dabei. Es war jenes Buch, welches Lin ihm zu Weihnachten geschenkt hatte. Sie wollte, dass er seine Geschichte hineinschrieb und genau damit hatte er endlich angefangen.

„Was machst Du da?" Draco hatte seine Augen geschlossen und bemerkte nur, dass Harry sich bewegte. Harry lächelte den Blonden warm an, auch wenn dieser es nicht sehen konnte.

„Ich schreibe meine Vergangenheit auf!"

„mhm…dann erzähl doch mal. Was ist der nächste Horcrux?"

Harry seufzte. Er erinnerte sich noch deutlich an die letzte Situation mit dieser Frage. Er wollte Draco da nicht weiter mit hineinziehen, aber er brauchte seine Hilfe. Alleine würde er es nicht schaffen und er konnte schlecht von Draco Unterstützung und Hilfe erwarten, wenn dieser die Wahrheit nicht kannte. Er musste es erzählen. Es gab keine andere Möglichkeit…

So legte Harry das Buch zur Seite und er lies sich nach hinten in das frische Gras gleiten. Angespannt schloss auch er die Augen. „Das Tagebuch! Es ist nicht gefährlich bzw. ich weiß, wie man es zerstört, ohne dass man einen Schaden nimmt. Vermutlich war Voldemort damals noch zu … unvorsichtig."

„Das Tagebuch?! Was für ein Tagebuch? Wo ist es?"

„Das ist das große Problem… ich habe keine Ahnung, wo es heute ist!"

Nun blinzelte Draco doch gegen die helle Sonne an. „Wieso weißt Du nicht wo das Buch ist?"

„Es wurde mir … damals … irgendwie … zugespielt. Es war eigentlich gar nicht geplant, dass ich es finde und zerstöre. Es war Schuld an der Kammer des Schreckens."

„Erzähl!" sagte Draco fordernd. Er legte sich neben Harry und bettet seinen Kopf auf Harrys Bauch. Er genoss diese Wärme und Nähe einfach. Es war irgendwie beschützend und friedlich.

Harry seufzte tief, seine Finger begannen Dracos Haare zärtlich zu streicheln

„Unser zweites Schuljahr begann damit, dass in der Winkelgasse Ginny ein altes Tagebuch zugespielt wurde. Dieses Tagebuch…"

„Von wem wurde es der Weasley gegeben?" Dracos Stimme war ein wenig schläfrig, aber Harry wusste genau, dass Draco der Geschichte bis zum bitteren Ende folgen würde. Anscheinend forderte der Blonde die grausame Wahrheit schon jetzt mit aller Klarheit ein. Harry verzog ein wenig sein Gesicht. Er hätte Lucius Rolle hier gerne heruntergespielt, aber vielleicht war es besser, wenn Draco die ganze Wahrheit kannte. Besonders weil er Draco Malfoy war. Vielleicht könnte es helfen.

„Lucius Malfoy!"

„Oh?!"

Draco wirkte überrascht und erschrocken.

„Oh!!"

Draco blinzelte wieder gegen die Sonne an, aber als er Harrys Hand in seinen Haaren spürte, wusste er, dass Harry ihm keine Schuld an dieser Geschichte gab bzw. ihm verziehen hatte. Typisch Gryffindor, nur die konnten so warmherzig sein und auch den größten Verrat oder Fehler verzeihen. Aber ohne diese Eigenschaft hätte Draco keine Chance gehabt, Harry Potter an seiner Seite zu wissen. Vielleicht war es ja doch nicht so schlimm ein Gryffindor zu sein. Draco grinste nun wieder wie ein echter Slytherin.

Harry lächelte nur bitter. „Er war ein echter Todesser, der allerdings keine Ahnung hatte, was er da tat."

„Wie meinst Du das?"

„Lucius wusste nicht, dass es sich um einen Horcrux handelte. Voldemort wusste nicht mal, dass Lucius das Buch nach Hogwarts geschmuggelt hat. Lucius wollte nur ein wenig Unruhe stiften."

„Das ist ihm ja auch zweifelsfrei gelungen!" fügte Draco trocken hinzu.

Harry grinste schief. „Ja, aber es ist gut ausgegangen!"

„Weil Du wieder den Helden gespielt hast!"

„Ich wurde von allen für den Erben von Slytherin gehalten. Nur sehr wenige haben in mir den Helden gesehen!" Draco konnte deutlich den bitteren Ton aus diesem Statement heraushören.

„Erzähl weiter!"

„Ich glaube nicht, dass ich da so viel erzählen muss. Das Tagebuch ist vielleicht schon jetzt im Besitz der Malfoys?!"

„Ja, vielleicht!" sagte Draco ungeduldig. „Aber ich will die Geschichte von Harry Potter und der Kammer des Schreckens in voller Länge und mit allen Einzelheiten erfahren!"

Harry stöhnte. Er wollte Draco nicht erzählen, was er erlebt hatte. Es waren einfach Erlebnisse, die zu sehr mit ihrer Vergangenheit im Kontakt standen. Harry legte sich seinen freien Arm über die Augen und begann zu erzählen. Ab und zu fügte Draco eine seiner Beobachtungen ein, aber eigentlich ließ er Harry erzählen, bis… ja, bis Harry zum Vielsafttrank kam.

Draco setzte sich kerzengerade hin und drehte sich schockiert zu Harry um. „Ihr habt WAS?"

„Einen Vielsafttrank in Myrthes Toilette gebraut und uns als Crabbe und Goyle nach Slytherin geschlichen…" Harry rührte sich nicht. Er wollte Draco nicht ansehen. Aber als Draco dann anfing unkontrolliert zu lachen, musste Harry doch hinsehen. Ein breites Lächeln wanderte auf seine Lippen.

So ausgelassen war Draco nur selten und es war in Ordnung.

Harry ließ Draco ein wenig Zeit um wieder zur Ruhe zu kommen. Es ging schneller, als gedacht. „Was wolltet Ihr in Slytherin?"

„Dich ausquetschen!" sagte Harry mit einem amüsierten Unterton.

Draco war nun erst richtig geschockt: „WAS?"

„Wir wollten Dich ausquetschen. Wir haben gedacht, dass Du vielleicht der Erbe bist bzw. etwas wissen würdest, was uns weiter helfen könnte!"

„Und dafür brecht Ihr vermutlich über 50 Schulregeln?"

Harry blickte Draco ernst an. „Ja!" sagte er ganz trocken und Draco ließ sich wieder nach hinten fallen. Sein Kopf lag wieder auf Harrys Bauch und so spürte Harry genau, dass Draco noch immer den Kopf schüttelte.

„Es hat Euch nicht viel gebracht, oder?"

„Naja, wir haben den Slytheringemeinschaftsraum gesehen und wir haben erfahren, dass Du unschuldig warst, aber Dein Vater mehr wusste. Es waren kleine Hinweise, aber es hat uns geholfen."

Harry erzählte weiter und er bekam nicht mit, wie Dracos Hände sich verkrampften und sich in die Erde bohrten. Es hörte sich wie eine Horrorstory an, in der man niemanden vertrauen durfte und Draco hatte seinen Teil an diesem Horror beigetragen… und nun litt er mit. Auch bei dieser Geschichte wollte er am Liebsten Harry anschreien aufzuhören, aber Draco wollte es wissen… er wollte endlich die Wahrheit wissen…

oooooooooo

Die Sonne war am untergehen und die zwei Jungen lagen noch immer im kühlen Gras. Sanuel und Lin hofften, dass die beiden Slytherins wenigstens an einen Wärmezauber gedacht hatten. Madam Pomfrey würde sonst noch zuviel kriegen, wenn ‚Adrian' wieder mit einer frischen Erkältung vor ihrer Tür stand. Sie war so schon ziemlich verzweifelt über ‚Adrians' Gesundheitszustand.

„Es ist schon seltsam, wie sich der Hass auf einmal in so eine innige Beziehung umgewandelt hat!" sagte Sanuel und drehte sich zu Lin um.

„Findest Du? Eigentlich war von Anfang an ein Machtkampf zwischen ihnen. Die Anziehung zwischen ihnen war die ganze Zeit da. Die Versuche sich zu ignorieren, schlugen immer irgendwie fehl… und provozierten den Anderen nur noch mehr."

„Stimmt auch wieder! Aber trotzdem hätte ich nie gedacht, dass sie so schnell zueinander finden würden. Ich weiß, dass Du von Anfang an, ihre Verbindung gespürt hast. Aber die Schnelligkeit ist schon überraschend, aber sie haben keine Zeit für ein langes Kennen lernen. Entweder jetzt oder nie. Und sie haben sich für Jetzt entschieden, denn sie brauchen einander."

„Lass uns zu ihnen gehen, damit kein Lehrer sie in ihrer Zweisamkeit stört", lachte Lin und Sanuel folgte ihr nach draußen. Sanuel war beruhigt, als er sah, dass ein Wärmezauber Adrian schützte.

Er würde ihnen folgen. Er würde ‚Adrian' folgen… ohne wenn und aber… und er wusste, dass es wenigstens ein Aber gab … ein großes ABER…

oooooooooo

Harry und Draco waren zum Entschluss gekommen, dass das Tagebuch wirklich jetzt schon im Besitz der Malfoys sein könnte. Draco erzählte, dass seine Großeltern schon große Anhänger von schwarzer Magie und Voldemort gewesen waren. Es war für Harry nicht wirklich neu, aber jetzt wusste er es mit Sicherheit. Ihm wurde dadurch aber auch bewusst, dass Lucius und Narcissa nicht so einfach einen anderen Weg einschreiten könnten. Für sie war es weit schlimmer und schwieriger…

Harry erzählte Draco nichts von seinen Gedanken und zum Glück kamen Sanuel und Lin dazu, so dass Draco die Nachdenklichkeit von Harry nicht weiter thematisieren konnte. Nach ein wenig Smalltalk gingen sie gemeinsam zurück zum Schloss. Die nächsten Schritte waren für Harry und Draco klar. Und beiden wurde langsam bewusst, dass ihre Zeit viel zu schnell ablief.

Sie mussten Nägeln mit Köpfen machen.

oooooooooo


tbc

Es geht bald weiter… hoffentlich am Samstag... Ich knuddel euch alle ganz doll und alle, die Reviewn noch doller...