Titel: Ein Leben wie die Zukunft

Autor: Momixis

Zeit: spielt nach „Halbblutprinz"

Kapitel: 3/6

Teil: 8/9

Paare: Es kommen viele der typischen Paare vor, aber Hauptpersonen werden Harry und Draco sein… (später auch als Paar)

Warnungen: Slash, Charadeath, lange Geschichte, unterschiedlich lange Kapitel….

Inhalt: Harry und Draco sind durch die Zeit gereist und nun haben sie die Chance etwas zu verändern. Harry will diese Möglichkeit nutzen ohne die Menschen, die ihm wichtig sind in Gefahr zu bringen. Wird er es schaffen? Wird er alleine den Weg gehen können? Welche Rolle wird Draco zu Teil? Und halten die Rumtreiber und die anderen Schüler von Harry? Was denkt Dumbledore?

MIR GEHÖRT NICHTS UND ICH VERDIENE DAMIT AUCH KEIN GELD!


Danke an die Reviewer!! Diesesmal waren es nur 3... ein bisschen enttäuschend eigentlich, wenn man sieht, wie viele es lesen... Bitte schreibt mir doch kurz, was ihr denkt... dann kommt das nächste Kap vielleicht auch schneller... knuddel.

Hallo Unbekannter!! Du hast keinen Namen eingetragen, daher weiß ich nicht, wie du heißt?! Der Kampf kommt immer näher und das Ritual beginnt jetzt... Ich knuddel dich.

Hi Glupit!! Harry hat die Verbindung zwar nicht benutzt, er hatte aber Visionen, also muss sie ja noch aktiv sein, oder?? Jedenfalls funktioniert sie!! Viel Spaß beim Ritual und mit einem verzweifelten Dumbledore... knuddel.

Hi DJEngelchen!! Danke für den Knuddler (g) .. Ja, Harry findet Voldemort und nein, du liegst nicht richtig... das Ritual kommt jetzt schon (grins) Viel Spaß´dabei und danke für dein Review!! knuddel.


Teil VIII

Tödliche Verbündete

Kapitel 3

Unglaubliche Magie

Der Sonntagmorgen war nicht nur für Dumbledore mit einer erschreckenden Erkenntnis verbunden. Als er die Große Halle zum sonntäglichen Frühstück betrat, fielen ihm die vielen anwesenden Schüler auf. Aber auch die nervösen und besorgten Blicke. Das Schockierende daran war, dass nicht nur die bekannten ‚Problemfälle' in ihrem Essen rumstocherten, sondern auch die Schulsprecherin und der Schulsprecher. Deren Freunde schienen auch irgendwie angespannt zu sein und Dumbledore fiel mehr als ein nervöser Blick zum Lehrertisch auf. Etwas lag in der Luft und er war sich nicht sicher, ob er es wirklich wissen wollte, was es war. Er hatte bisher nur herausgefunden, dass weder Anyakista, die Schwester von Mick, noch Peter Pettigrew et was genaues wussten.

Vermutlich wäre er wirklich aufgebracht und verzweifelt gewesen, wenn ihm aufgefallen wäre, dass das Schwert von Gryffindor seit einigen Stunden nicht mehr in der Glasvitrine hinter seinem Schreibtisch war. Fawks hatte am frühen Morgen frisch und munter auf seinem Platz gehockt und den Schulleiter aus treuen Augen warm angeblickt. Ein wenig ablenkend war dieses Verhalten schon gewesen und so hatte Dumbledore nichts Auffälliges in seinem Büro bemerkt. Zu diesem Zeitpunkt hätte Dumbledore sich diese Unruhe der Schüler nicht vorstellen können.

Irritierend war auch, dass Adrian Jericle ganz offensichtlich genauso nervös war, wie die anderen. Als aber dann auch noch Narcissa Black aufstand und zu Jericle und Co trat, war wenigstens McGonagalls Selbstkontrolle vorbei.

„Was geht hier vor?" zischte sie.

„Wir behalten sie im Auge!" sagte Dumbledore ruhig. Es hatte keinen Sinn in Panik zu geraten. Die Lehrer wussten, was sie machen mussten und so würde wenigstens jede Abnormität auffallen.

Ja auffallen würde sie, aber würde sie auch aufzuhalten sein?

Wieder einmal saß Dumbledore auf seinem Platz am Lehrertisch und hatte das Gefühl etwas zu übersehen. Bis vor einem Jahr war er sich sicher gewesen die Aktionen seiner Schüler immer zu kennen. Adrian Jericle hatte ihm nun aber gezeigt, dass es nicht mehr der Fall ist.

Dumbledore hatte in den vergangenen 10 Monaten, seit Adrian und Dorian Hogwarts besuchten, keine neuen Informationen erhalten. Er wusste nicht mehr über die jungen als Anfang September.

Doch! Eines hatte er erfahren: dass Adrian ein sehr sonderbarer Junge war und nicht unterschätzt werden durfte.

Dumbledore blickte nachdenklich zum Slytherintisch. Nicht nur die Neuen sondern auch deren Freunde wirkten heute irgendwie anders. Als Lucius Malfoy leise mit den Jungen sprach, hatte Dumbledore sich schon gewundert, aber als er alle Schüler der Clique anschaute, erkannte er, dass sie alle komplett in schwarz gekleidet waren. Sogar Salina Clear trug heute keine pinkfarbenen Accessoires, Lily Evans hatte ihre Haare zu einem festen Zopf zusammengebunden und Sanuel Quilg war ohne Schultasche erschienen. Alles drei waren seltene Phänomene, aber zusammen zur gleichen Zeit, war es ein deutliches Omen von Gefahr. Die Jugendlichen planten für heute etwas und es hatte gewiss nichts mit dem Geburtstag von Dorian Mosnay zu tun. So viel sah Dumbledore dann doch...

oooooooooo

„Es ist bald soweit!" sagte Draco.

Harry nickte. Der Wind wehte durch ihre Haare und die Sonne spielte mit den Farben. Sie standen hochoben auf dem Astronomieturm und blickten in die Ferne. Draco küsste Harry zärtlich auf den Mund. Ganz sanft und mit einem unwiderruflichen Versprechen.

Draco strich Harry über die Wange und küsste die blassen Lippen noch einmal. Er konnte Harry dadurch allerdings nicht wirklich beruhigen. Die blaugrünen Augen huschten aufmerksam und fast unauffällig über das Gelände von Hogwarts, auf dem sich immer mehr Schüler bewegten. Draco hob Harrys Gesicht leicht an und suchte den direkten Blick.

„Es wird funktionieren. Wir sind gut vorbereitet! Wir wissen, was wir tun!"

„WIR ja!" flüsterte Harry leise. Er lehnte seine Stirn an Dracos. Angespannt schloss er die Augen.

Auch Draco schloss für einen Moment seine Augen. Wann würde Harry begreifen, dass er nicht alleine mit diesen Sorgen, Ängsten und Befürchtungen war?! Draco stöhnte innerlich auf. Jetzt hörte er sich schon wie ein verdammter Hufflepuff an. Seine Lippen legten sich auf Harrys Stirn. „Es ist nicht unser Kampf, sondern ihrer. Wir sorgen nur dafür, dass es früher geschieht. Wir sorgen für Veränderungen und neue Blickwinkel, die ohne unser Eingreifen eine jahrelange Entwicklung bedürften. Wir haben hier wahnsinnig starke und mächtige Zauberer und Hexen zusammen gebracht. Es ist ihr Kampf, nicht unserer!"

„Nein, das stimmt nicht!" widersprach Harry leise. „Es ist noch immer mein Kampf! Er wurde mir vorhergesagt!"

Harry hörte sich bei diesen Worten so überzeugt an, dass Draco voller schmerzhafter Erinnerungen die Augen wieder schloss. „Nein, Panther! Deinen Kampf hattest Du schon. Du hast ihn sogar gegen alle Erwartungen gewonnen. Jetzt zeigen wir unseren Eltern und Freunden, wie dieser Kampf auszusehen hat! Wir haben die Vorarbeit geleistet, aber sie werden den Rest erledigen."

Draco zog Harry fest in seine Arme und ließ so die Widerworte verstummen.

Sanuel fand die zwei Jungen so auf dem hohen Turm. „Ich dachte, wir treffen uns unten am See?!" fragte der Neuankömmling vorsichtig.

Harry öffnete langsam seine Augen und blickte seinen japanischen Freund an. Am Anfang wirkte er so kindlich und unschuldig, dann veränderte es sich in etwas Hartes und Erfahrenes.

„Tun wir auch! Was machst Du hier?" fragte Draco

„Potter sagte, ihr würdet hier oben sein und er meinte auch, dass wir sehr viel vorsichtiger sein müssten als erwartet. Die Lehrer patrouillieren überall!"

Harry lehnte sich noch einmal Hilfe- und Schutzsuchend an Draco, dann trennte das Pärchen sich. Ein letzter tiefer Blick und sie verließen langsam den Turm. Vorsichtig und mit einem höchst unschuldigen Gesichtsausdruck, liefen die drei Jungen langsam durch das Schloss. Zur Tarnung diskutierten sie über Quidditch, aber keiner von ihnen konnte in diesem Gespräch wirklich aufgehen und so stimmten Harry und Draco geistesabwesend zu, dass die japanische Quidditch-Mannschaft ‚goldener Drachen' den Meistertitel verdient hätte.

Sanuel konnte darüber nur traurig schmunzeln. Manchmal hatte er das Gefühl, dass dieser Krieg für diese zwei Jungen so verdammt wichtig war. So verdammt existenziell. Während alle Schüler sich um Hausaufgaben, Hauspunkte und Freundschaften kümmerten, kämpften diese Jungen in einem Krieg, der schon viel zu lange Angst und Schmerzen verbreitete.

Plötzlich bekam Sanuel Zweifel. Woher konnten diese Jungen die Überzeugung haben, etwas gegen die Schreckensherrschaft machen zu können, wenn selbst Dumbledore nicht diesen Optimismus hatte. Natürlich hatten Adrian und Dorian ihnen ein wenig erzählt, aber WOHER hatten die Jungen das Wissen... WOHER?

Neben all der vielen Fragen, war dies doch die zentralste. Woher wussten die Jungen soviel von diesem Krieg? Vom Dunklen Lord? Von Dumbledore und Hogwarts?

Als Sanuel, Harry und Draco am See ankamen, waren ihre Freunde schon dort. Sie wirkten alle total nervös und ein wenig verängstigt.

„Wo ist Remus?" fragte Sanuel die Gryffindors.

„Er ist beim Quidditchfeld!" sagte Sirius. Sein Ton sagte Harry deutlich, dass Remus seinen zwei Freunden die volle Wahrheit über das Gespräch mitgeteilt hatte. James und Sirius wussten nun, dass Harry viel mehr von Remus wusste, als alle anderen gedacht hatten. Es war jetzt aber keine Zeit für ein Gespräch und die Geheimnisse hatten nicht für einen Vertrauensbruch gesorgt... nur für viele neue Fragen...

oooooooooo

Es stimmt, dass Remus auf dem Quidditchfeld war. Gemeinsam mit Karina und Dominik stand er in der Mitte des Feldes und schwieg.

Das Schweigen war erdrückend. Die richtige Uhrzeit war noch nicht erreicht und Remus blickte sich daher nur vorsichtig um. Er wusste nicht, was er sagen sollte und die anderen zwei sahen nicht aus, als wollten sie Smalltalk halten, daher schwieg Remus. Er fürchtete, dass jeden Augenblick die Lehrer hier auftauchen würden. Und diese Befürchtung war nicht ganz von der Hand zuweisen...

Professor Sprout sah die drei stillen und so unterschiedlichen Jugendlichen von ihrem Gewächshaus aus und wusste, dass sie den Direktor darüber sofort in Kenntnis setzen musste. Diese Zusammensetzung war alles andere als gewöhnlich. Schnell legte sie ihre Moosgälien zurück und zog ihren Zauberstab. Ein weißer Vogel flog zielsicher hinauf ins Schloss und überbrachte die kurze Nachricht an Dumbledore.

Keine zwei Minuten später lief der Schulleiter mit schnellen Schritten und wehendem Umhang durch die Gänge nach unten. Sein Ziel war das Quidditchfeld. Er musste erfahren, was da passierte.

„Professor!" rief ein kleiner schwarzhaariger Junge aufgeregt hinter ihm her. Dumbledore war noch einige Gänge vom Ausgang entfernt und wollte den Schüler eigentlich ignorieren, aber der verzweifelte Unterton ließ ihn sich umdrehen und den jungen Slytherin fragend ansehen.

Dumbledore war ein wenig überrascht, dass Regulus Black vor ihm stand. „Ja, was möchten Sie Mr. Black?" Es war gar nicht so einfach für Dumbledore ruhig zu bleiben, zu wichtig war diese kleine Versammlung auf dem Quidditchfeld.

„Ich weiß was!" sagte Regulus und blickte sich unsicher um.

Dumbledores Neugier war geweckt. „Was wissen Sie?"

oooooooooo

Remus nestelte unruhig mit seinen Fingern an seiner Schultasche. Karina und Dominik standen bei ihm. Sie schwiegen noch immer. Gestern Abend hatten sie sich getroffen und waren die Prozedur durchgegangen. Narcissa war auch dabei gewesen, allerdings wirkte sie sehr nachdenklich und skeptisch. Remus konnte sich kaum vorstellen, dass sie heute wirklich hier auftauchen würde.

Es war 9.08 Uhr, also hatten sie noch etwa 10 Minuten. Dann müssten sie anfangen und die Kerze erzünden. Remus hatte Angst. Er wollte gerne bei seinen Freunden sein und wusste doch, dass er hier eine viel größere Rolle spielte. Adrian hatte ihm die komplette Verantwortung für das Ritual zugesprochen. Adrian vertraute ihm. Ein kurzes Brennen in den Augen sagte Remus wieder, wie sehr dieses Vertrauen ihn ehrte. Er hätte nicht damit gerechnet, dass es ihm so viel bedeuten könnte.

Remus blickte sich um. Das Quidditchfeld war noch total leer. Sie standen genau in der Mitte. Lily und Sal hatten es genau ausgemessen. James war auf die Idee gekommen, dass das Quidditchfeld der beste Platz sei. Nur hier würden die Grenzen verschwimmen und doch deutlicher als woanders auftreten. Hier traten die Häuser in Teams gegeneinander an und feuerten gegnerische Häuser gemeinschaftlich an. Hier war der Ort, wo Hogwarts seine Rivalität und seine Gemeinschaft nach Regeln auslebte. Hier war der Ort, der die Schüler miteinander verband.

Remus legte schließlich die schwarze Decke auf den Boden. Karina half ihm sofort. Genau in der Mitte legte Remus einen Flachen dunkelgrauen Stein hin. Er diente einer weißen Kerze als Unterlage.

Dominik blickte Remus Stirn runzelnd an. „Warum machst Du das eigentlich mit?"

„Weil es ein Weg aus diesem Krieg ist!"

„Wieso vertraust Du den zwei Schlangen?"

„Ich weiß nicht, woher sie ihr Wissen haben, aber ich habe die Hoffnung, dass sie genau wissen, was sie tun. Ich kann Dir nicht alles sagen, aber ich weiß, dass Adrian mehr als einmal das Leben von meinen Freunden verteidigt und geschützt hat. Warum sollte er lügen?"

Karina blickte den Gryffindor fragend an. „Remus, warum ist dies eigentlich ein Weg aus dem Krieg? Was wird dieses Ritual bewirken? Was hat das mit dem Krieg zu tun?"

Remus wurde blass.

Dominiks Mimik verfinsterte sich. „Ich glaube ich lass' es lieber sein!"

„Das wäre eine sehr dumme Idee!" zischte die kalte Stimme von Narcissa. Sie war unauffällig erschienen und näher getreten. Remus sah von weitem noch die schwarzen Umhänge von zwei anderen Schülern. Vermutlich waren es Lucius und Severus, die nun schnell zum Treffpunkt am See gingen. Remus würde sie gerne begleiten.

„Das eine Schlange hier mitmacht, finde ich auch nicht sehr vertrauenswürdig!"

„Was glaubst Du, wie ein Hogwartsritual ablaufen soll, wenn Slytherin nicht vertreten ist?" zischte Narcissa dem Ravenclaw-Jungen entgegen. Es war schön sich trotzdem streiten zu können, auch wenn man sich für einen anderen Weg entschieden hatte.

Man durfte auch weiterhin Slytherin sein.

Man sollte auch weiterhin Slytherin sein. Dies hatte Dorian ihr eingebläut und Adrian hatte nur mit einem Grinsen daneben gesessen.

„Es ist wirklich das Hogwartsritual?" fragte Karina leise.

„Ja, es ist es!" schnarrte Narcissa. „Und Dominik!"

Der Angesprochene drehte sich zu Narcissa um.

„Wenn Du jetzt gehst, dann lässt Du 12 Schüler der verschiedenen Häuser in das offene Messer laufen, dass ihren sicheren Tot bedeuten wird!"

Dominik und Karina blickten Narcissa erschrocken an, dann wanderte ihr Blick zu Remus. Dieser nickte schließlich ernst.

oooooooooo

Harry fühlte sich nicht wohl. Er hatte den blassen Schein eines Patronus am Schloss empor fliegen sehen und wusste, dass Dumbledore gerade eine Nachricht erhalten hatte. Lucius und Severus fehlten noch. Harry vermutete, dass sie erst Narcissa zum Quidditchfeld geleiten würden. Harry hoffte sosehr, dass Remus zu Recht kam.

Das Ritual musste funktionieren. Ein Scheitern wäre ihr sicherer Tod.

oooooooooo

Dumbledore hörte dem schwarzhaarigen Jungen zu, als dieser von den vielen nächtlichen Ausflügen von Jericle erzählte und von den Gerüchten. Von der ablehnenden Haltung zum Haus Slytherin und von der Anspannung, die sich immer weiter unter den Schülern ausgebreitet hatte.

Vieles davon war Dumbledore nicht wirklich neu, denn schließlich hatte Slughorn auch ein wenig über den neuen Schüler erzählen können. Aber das Adrian Jericle schon im September in einen Streit zwischen Slytherin und Gryffindor eingegriffen hatte, ohne dabei eine Pro-Stellung zu nehmen, war dann doch sehr aufschlussreich. Regulus erzählte auch von der verschlossenen Schublade und dem Fluch von Halloween.

„Mr. Black, es ist alles wirklich interessant und aufschlussreich, aber was ist heute angedacht?"

oooooooooo

„Wo sind Adrian und die anderen?" fragte Dominik schließlich.

„Sie verlassen Hogwarts, nicht wahr?" Karina war wirklich blass. Sie kannte alle Gerüchte und zusammen mit dem Wissen über das Ritual ließ es nur einen Schluss zu.

Remus nickte wieder. „Ja!"

„Was passiert, wenn das Ritual nicht den gewünschten Effekt hat?" fragte Karina mit zitternder Stimme.

„Daran möchte ich nicht denken!" zischte Narcissa. „Aber wir sollten jetzt Anfangen!"

Remus blickte auf und sah, wie der hellblaue Umhang von Milerudis das Schloss verließ und nun zum Quidditchfeld lief.

„SCHNELL!" rief Remus und kniete sich auf die schwarze Decke. Mit dem Rücken zur Gryffindor-Tribüne.

Narcissa folgte sogleich und auch Karina ließ sich zitternd auf die Decke fallen. Dominik blickte entsetzt zu Milerudis.

„Wir werden Ärger bekommen!" stöhnte er leise.

„Oder wir werden am Tod unserer Freunde Schuld sein, denn die verlassen sich auf uns!" rief Remus dem anderen Jungen zu, der nun ein wenig entkräftet sich auf seine Seite setzte. Remus entzündete die Flamme.

„Möge das Licht unseren Weg erleuchten!"

oooooooooo

Harry blickte zum Schloss empor und wusste, dass sie keine Zeit mehr hatten. Professor Milerudis war auf dem Weg zum Quidditchfeld und kurze Zeit später erschien ein dunkelroter Umhang. Vermutlich der von Professor Dumbledore. Mittlerweile waren alle da und sie blickten Harry fragend an.

Noch ist nicht der richtige Zeitpunkt. Draco hatte (verbotenerweise) einen Portschlüssel erstellt, der allerdings eine feste Uhrzeit hatte. Alle standen dicht beieinander und wirkten nicht wirklich glücklich.

„Wer nicht will, der muss nicht!" sagte Harry und Draco konnte den hoffenden Unterton deutlich erkennen. Harry wollte auch jetzt nicht, dass seine Freunde und ihre Familie mitkamen. Der nun böse Blick machte aber sehr deutlich, dass die Meinung der anderen sich nicht geändert hatte. Sie würden in diesem Kampf mitmachen. Sie würden Harry und Draco nicht alleine losziehen lassen.

„Wir sollten uns beeilen!" sagte Sirius mit dem Blick auf den heraneilenden Schuldirektor. Ein kleiner Junge war bei ihnen und Sirius' Gesicht verfinsterte sich. „Was hat Regulus bei ihm zu suchen?" zischte er aufgebracht, aber Harry und Draco verschwanden just in diesem Moment mit ihrem eigenen Portschlüssel. Jetzt gab es kein Zurück mehr.

oooooooooo

Dumbledore konnte schon von weitem die Schüler sehen. Es war eine relativ große Gruppe und so nicht wirklich zu übersehen. Mit großen Schritten lief er auf die Gruppe zu, aus der gerade zwei Jugendlichen zu verschwinden schienen. Aber dies war vermutlich nur ein kleiner Irrtum, denn der Großteil der Gruppe blieb und setzte sich nun aber langsam in Bewegung. Sie sorgten, dass der Abstand zwischen ihnen und dem Schuldirektor nicht allzu schnell abnahm. Diese Erkenntnis sorgte allerdings dafür, dass Dumbledore noch ein wenig schneller ging.

oooooooooo

„Mr. Lupin!" rief die Professorin, als sie das Quidditchfeld fast erreicht hatte.

Remus zuckte zusammen, aber hob nicht seinen Blick. Er war starr auf die Kerze gerichtet und Narcissa legte mit zitternden Fingern die Tarotkarte 'der Magier' neben die Kerze auf den Stein. „Mögen die Karten unsere Hoffnung sein!"

„Mr. Lupin, Mrs. Black, Mr. Arbert, Mrs. Siebert! WAS TUN SIE DA?"

Dominik blickte einmal kurz zu der heraneilenden Lehrerin und dann seine Mitschüler an. Karina nickte leicht und vermutlich war das ausschlaggebend. Der Ravenclaw seufzte leise und mit klammen Fingern ließ er einen goldenen Dolch in die Mitte zu der Kerze und der Karte gleiten. „Möge der Schutz unsere Waffe sein!"

„SO HÖREN SIE AUF!" schrie die panische Lehrerin, die gerade noch 20 Meter entfernt war. Sie kam immer weiter heran und die Schüler wussten, dass sie keine Chance hätten, wenn Milerudis an sie heran kam.

Karina Siebert handelte schnell. Sie stellte ein kleines Schälchen Wasser hinzu: „Möge unser Verstand und unsere Ziele rein und klar sein!"

„HÖREN SIE SOFORT AUF!" schrie die Lehrerin und spürte sogleich, dass es zwecklos war. Sie konnte den Bannkreis sehen, bevor sie ihn spürte. Ein Vorteil der Veela-Gene…

Keine drei Meter von den vier Jugendlichen entfernt stand sie starr auf ihrem Platz. Sie konnte sich nicht mehr näher bewegen und musste Tatenlos zusehen, wie die schwarze Decke sich mit den Jugendlichen drauf langsam in die Luft erhob und die Schüler so aus der Reichweite der Lehrer brachte. Keiner der vier Schüler blickte sie an, aber allen war die Anwesendheit der Professorin bewusst.

„Was wird das?" fragte Milerudis fast verzweifelt und versuchte gegen den Bannkreis anzugehen.

Die Decke hing vier Meter über dem Boden in der Luft. Starr und sicher, aber Milerudis wusste, dass es sich hier um mächtige Magie handelte... woher hatten die Jugendlichen dieses Wissen?! Es war gefährlich… es war verboten…

oooooooooo

Als Harry seine Hand um den Portschlüssel schloss, wusste er, dass es kein Zurück mehr gab. Nun waren alle Entscheidungen getroffen. Und Harry zweifelte stark daran, ob alle richtig waren.

Der unangenehme Druck des Portschlüssels brachte sie aus der Reichweite von Dumbledore. Harry und Draco landeten ein wenig unelegant auf dem matschigen Boden. Es hatte in den letzten Wochen hier viel geregnet und entsprechend matschig war die Erde. Hinzu kam ein dichter Nebel, der ihnen fast die komplette Sicht nahm.

Harry hielt sich an Dracos Arm fest und so schafften sie es, nicht hinzufallen.

Draco blickte sich panisch um, sein Herzschlag ging rasend schnell. Fast rechnete er mit einem Funkenregen aus Flüchen, aber es blieb still und ruhig. Keine Flüche… auch kein Todesfluch…

„Ich weiß, dass Du da bist!" rief Harry aber sofort in die nebelige Masse hinein. Seine Stimme hörte sich sicher und fest an, aber Draco wusste, dass Harry panische Angst hatte. Sie standen nun nicht mehr direkt nebeneinander und auch ihre Hände hatten einen neuen Halt gefunden. Fest umfassten ihre Hände die Zauberstäbe. Die Knöchel traten schon weiß hervor.

„Du weiß es also!" zischte eine kalte Stimme und Draco erschauderte zutiefst. Es war so lange her, dass er dieser Kreatur begegnet war. Angst ließ ihn erstarren.

„Ich liebe Dich, Drache!" flüsterte Harry und wandte sich dann aber sofort der kalten Stimme zu. Draco bekam die Worte nur so am Rande mit, aber sie lösten wenigstens einen Teil der Angst. Einen Teil der Erstarrung. Im Moment konnte Draco aber nur still zusehen, wie Harry mit dem bösesten und mächtigsten Schwarzmagier seit vielen Jahren redete.

„Ich könnte Dich und Deinen kleinen Freund einfach so töten..."

„Dann würdest Du aber keine Antworten erhalten!" zischte Harry zurück.

„Auf welche Fragen, sollte ich denn bitte Antworten haben wollen?" kam die schnarrende Stimme. Langsam erschien ein dunkler Umriss im nebligen Etwas und die roten Augen waren auch schon heute deutlich zu erkennen.

„Warum ich es geschafft habe in Deinen Geist einzudringen, Tom!" erklärte Harry. Er fühlte sich bei weitem nicht so sicher, wie er sich gab, aber es war nun zu spät für Bedenken. Es war zu spät für neue Entscheidungen. Er musste dies hier heute schaffen…

„Und was glaubst Du, warum ich diese Antworten hören will?"

„Weil ich Dich töten kann"

„Kannst Du das, kleiner Junge? CRUCIO!"

Harry ging, von dem Fluch getroffen, in die Knie und schrie schmerzerfüllt auf. Voldemort hielt den Fluch nicht lange aufrecht. Er wollte spielen. Er wollte nur ein wenig spielen…

„Nenn mich… hm... nenn mich Adrian…!" stöhnte Harry. Er war trotz der Schmerzen, die seinen Körper erfüllen mussten, deutlich zu verstehen.

„Adrian Jericle… ich habe von Dir gehört!" spottete Voldemort. Der nächste Crucio ging daneben, weil Harry dieses Mal schnell genug ausweichen konnte. „Was glaubst Du, was Du hier tust?"

„Ach, kommst Du nicht in meinen Geist rein um nachzusehen?" Harry spottete und Draco wusste, dass Harry ein besonderer Mensch war. Niemand hatte den Mut so mit dem Dunklen Lord zu reden. Niemand hatte die Kraft nach einem Crucio so aufrecht vor diesem Scheusal zu stehen und ihm dabei klar ins Gesicht zusehen.

„Du solltest mehr RESPEKT zeigen!" zischte Voldemort kalt und hob energisch seinen Zauberstab. Der Crucio traf Draco, aber Harry schickte nun seinerseits einen Fluch zum Dunklen Lord, so dass er den Folterfluch sofort wieder unterbrechen musste. Draco atmete schwer. Aber auch Draco war diese Art des Schmerzes nicht ganz unbekannt… er war nun mal auch für einige Monate ein Todesser gewesen. Mit blitzenden Augen und kampfbereiter Mimik blickte er zu Voldemort empor. Draco hatte seine Erstarrung nun komplett verloren und offensichtlich hatte Harry es erkannt.

„Es war ein Fehler Dorian anzugreifen!" sagte Harry und half Draco aufzustehen. „Falls Du es noch nicht mitbekommen hast, wir sind hier um Dich zu vernichten, dachtest Du, dass uns dann zwei kleine Folterflüche aufhalten können?"

Voldemort blickte die zwei Jungen gehässig an. „Ach, und warum glaubt ihr, könntet ihr das schaffen. Ihr seid nur zu zweit! Zwei kleine Jungs, die den mächtigen Lord Voldemort töten wollen!" Die kalte Stimme ging durch Mark und Bein. Das kalte Lachen, das darauf folgte, kam von überall her und somit war auch klar, dass einige Todesser sich hier versteckt hielten.

Harry hoffte wirklich, dass es nicht zu viele waren.

Draco sah das Problem eher darin, dass sie von den Todessern umzingelt waren. Sie hatten einen Kreis um die beiden Schüler gezogen. Harry und Draco würden hier nicht einfach raus kommen.

oooooooooo

Remus spürte regelrecht, wie die Magie durch seinen Körper strömte. Er spürte die Wärme und die Spannung. Er spürte den leichten Wind in seinen Haaren und die Luft unter der Decke. Sie schwebten und es war ihm mit jeder Faser seines Seins bewusst, auch wenn er nicht gedacht hatte, dass es wirklich so problemlos passieren würde.

Remus blickte weiterhin auf die Mitte ihrer kleinen Runde. Er sprach mit fester Stimme und lenkte seinen Blick nicht fort. „Ich bin Remus Lupin aus dem Hause von Godric Gryffindor! Ich führe und leite dieses Ritual im Namen von Adrian Jericle!"

Die Magie schien kurz zu flackern, als würde sie zweifeln, aber schließlich verfestigte sie sich um die vier Schüler. Sie hatte die Wahrheit hinter Remus Worten erkannt.

Narcissa schloss kurz die Augen. Es hatte begonnen und sie würde nun nicht zurückschrecken. So viel Macht, wie sie in diesem Moment hatte, reichte ihr. Sie und die anderen drei hatten die Macht ihre Freunde in den sicheren Tod zu schicken. Sie konnte aber nicht nur über Leben und Tod entscheiden, sondern auch über ihre Zukunft. Diese Chance würde nicht so schnell wieder kommen und daher wusste sie, was sie zutun hatte. Sie atmete tief durch und blickte Dominik ernst an. Dieses Mal ging es gegen den Uhrzeigersinn und Karina war als nächste dran.

Die Hufflepuff-Schülerin sprach ihre Worte der Vorstellung. Auch sie war fest in die Wärme des Zaubers eingehüllt. Nun war Dominik dran. Er zögerte.

Der starre Blick von Narcissa ließ ihn nicht kalt, aber die Gewissheit, dass selbst Milerudis gegen diese Magie war, ließ ihn erneut Zweifeln. Der Ravenclaw-Junge blickte Narcissa vorsichtig an und Narcissa schaute ungerührt zurück. Mit kalter Berechnung ließ Narcissa ihre Maske ein wenig weichen und offenbarte Dominik dadurch ein wenig von ihrer Skepsis und Vorsicht. Aber auch eine starke Überzeugung und ein starker Wille waren deutlich zu erkennen. Der Wille dieses Ritual erfolgreich durchzuführen und ihre Freunde dadurch zu stärken und zu schützen. Narcissa war stolz. Sie war stolz die Auserwählte aus Slytherin in diesem Ritual zu sein. Ein Stolz, den Dominik ein wenig verstehen konnte. Er war auch wahnsinnig stolz gewesen als Schulsprecher ernannt zu werden. Es war ein gesunder Stolz. Er schloss die Augen und horchte in sich hinein. Durfte er hier weiter machen auch wenn die Lehrer dagegen waren?

oooooooooo

Dumbledore war nur noch wenige Meter von den unruhigen Schülern entfernt, als plötzlich die Luft dunkelgrau flimmerte und Dumbledore nicht mehr weiterkam. Eine unsichtbare Wand hatte sich direkt vor dem Schuldirektor aufgebaut. Ein magischer Schild hüllte die Schüler ein und selbst wenn Dumbledore von einer anderen Seite es versuchen würde, würde er nicht weit kommen.

„WAS?" Sirius starrte erst die Wand und dann Dumbledore fassungslos an, als dieser die Wand mit einer Hand berührte, aber nicht näher treten konnte.

„Nur noch wenige Minuten!" stöhnte Sal auf und ihre Hand schloss sich noch ein wenig fester um den Portschlüssel. Alle blickten gebannt und panisch zu dem Schuldirektor, der natürlich sofort versuchte den Bannzauber zu brechen.

„Sie dürfen nicht den Weg gehen, den Jericle und Mosnay Ihnen vorgeben!" rief Dumbledore durch den Schutzkreis hindurch. „Es ist ein Fehler! Sie werden alle von der Schule fliegen, wenn sie ihm folgen!"

„Still!" rief Lily energisch und blickte Dumbledore fest an. „Sie kenne diese Jungen gar nicht. Sie wissen nichts von ihnen!"

„Sie haben nicht eine Minute ihrem Gefühl vertraut. Sie trauen Adrian nichts Gutes zu!"

fügte Sirius ein wenig zerknirscht ein.

„Nach alldem, was er schon getan hat…" setzte Lin zärtlich an.

„…zum Beispiel in Hogsmead!" fügte James hinzu.

„Vielleicht ist es doch der falsche Weg!" sagte nun Lucius und schnaubte amüsiert. „Vielleicht ist es aber auch genau das, was wir brauchen! Die Möglichkeit unser Leben selbst zu entscheiden."

„Es geht um Macht!" sagte Severus.

„Die Macht, die Schüler miteinander zu verbinden!" sagte Mick und Esmare ergänzte:

„Die Macht, das Wissen und der Wille!"

Dumbledore starrte die Schüler erschüttert an.

„Noch zwei Minuten!" rief James mit einem Blick auf die Uhr. Der Sekundenzeiger schlich nur langsam voran, aber für Dumbledore noch viel zu schnell.

Sofort konzentrierte der Schulleiter sich wieder auf den Zauber. Er musste zu den Schülern kommen, bevor es zu spät war, denn offensichtlich hatte Adrian sie zu gut in seine Machenschaften eingewickelt. Sie hörten nicht mehr auf Dumbledore.

„Nehmen Sie ihn sofort runter!" befahl der Schulleiter. „Wir können über alles in Ruhe reden, aber sie dürfen den Jungen nicht folgen! Nehmen sie den Schild runter!"

Severus trat einen Schritt vor und blickte aus seinen schwarzen Augen kalt zu Dumbledore empor. „Er hat mich gehasst und tut es vielleicht noch immer, aber er ist ein Slytherin, der seine Freunde nicht verrät! Er gibt uns was, das Sie nicht können!" Severus warf dem mächtigen Zauberer noch einen dunklen Blick zu, dann ließ er einen großen Bergkristall aus den Händen auf den dunklen Boden gleiten. In dem klaren Stein leuchtete ein rotes Feuer. Es flackerte und flimmerte.

Dumbledores hellblaue Augen wurden groß.

„Ein Krikaliko!" haspelte Sal erstaunt und trat näher, um eine Blick auf das rote Licht zu werfen.

„Ein schwarzmagischer Schutzzauber!" fügte Regulus, der dem Schulleiter die ganze Zeit zur Seite stand, ein wenig überflüssig hinzu.

Severus und Lucius grinsten nur dunkel und traten wieder in die Gruppe der Schüler zurück. Während Dumbledore nun die notwendige Formel zum aufheben des Schutzzaubers murmelte, wussten alle Schüler, dass ihnen nicht mehr viel Zeit blieb.

„Professor!" schrie Regulus nun aufgeregt.

Dumbledore wank ab. Er musste sich auf den Zauber konzentrieren.

„Aber sehen Sie doch, Professor!" unterbracht Regulus die Konzentration von Dumbledore wieder. Wild und energisch gestikulierte der Junge zum Quidditchfeld hinüber. Dumbledore konnte sich einen flüchtigen Blick nicht entziehen. Er stockte unwillkürlich, als er die schwarze Decke mit den vier Jugendlichen undeutlich in der Luft schweben sehen konnte.

Nicht nur er blickte zum Quidditchfeld und nicht nur er wurde bei diesem Anblick blass. „Was geht hier vor!" rief der Direktor.

Die Schüler blickten ihn nur schweigend und verschlossen an. Sie würden seine Fragen nicht mehr beantworten. Der Schulleiter wusste alles, was von Bedeutung war.

oooooooooo

Es war zu spät! – Für diese Zweifel war es zu spät und wenn er etwas nicht wollte, dann dass Schüler um ihr Leben kamen, weil er dieses Ritual nicht durchgeführt hatte. Er hatte diese Überlegungen schon durch und seine Freunde hätten gerne mit ihm getauscht. Es konnte nicht falsch sein… es durfte nicht falsch sein.

„Ich bin Dominik Arbert aus dem Hause Rowena Ravenclaws. Ich bin voller Zweifel, will mich aber meiner Angst stellen und Hogwarts zu neuem Licht verhelfen!"

Alle vier Schüler stöhnten leise auf, als die Magie sich verfestigte und sie noch ein Stückchen weiter in die Höhe getragen wurden. Die Zweifel wurden akzeptiert und die Ehrlichkeit honoriert.

„Ich bin Narcissa Black und komme aus dem Hause von Salazar Slytherin. Ich folge dem Ruf der Freiheit und des Friedens!"

Remus öffnete seine Augen und blickte seine Mitstreiter ernst an. Auf ein kleines Nicken, begannen sie die Worte, die Adrian selbst aus den Säulenzeichnungen entnommen hatte, zu sprechen:

„Im Namen unserer Häuser…

Im Namen unserer Schule…

Im Namen unserer Gemeinschaft...

rufen wir Euch an…

Urkräfte von Hogwarts, erhört unseren Ruf…

… erhört unser Flehen und unsere Bitte…

Urkräfte von Hogwarts steht uns bei!"

oooooooooo

Milerudis ließ sich blass und entkräftet auf die trockene Wiese sinken. Sie hatte zwar keine Ahnung, was genau die vier Schüler da trieben, da sie sich mit Ritualmagie nicht so gut auskannte, aber sie wusste trotzdem, dass es wirklich sehr mächtig war und ein ganz klein wenig wunderte sie sich darüber, dass Adrian Jericle nicht dabei war. Im nächsten Moment beängstigte der Gedanke sie noch viel mehr, denn Adrians Abwesendheit bedeutete, dass es noch etwas viel Bedeutenderes gab. Etwas, wo Adrian selbst dabei sein wollte oder musste…

In ihrem Kopf herrschte nur ein einziger Gedanke: „Bitte lasst alle Schüler heil aus diesem Abenteuer zurückkehren!" Insgeheim wusste sie aber schon jetzt, dass ihr Ruf nicht erhört werden würde.

oooooooooo

„Zwei kleine Babys!" sagte eine schrille Stimme und sofort verspannte Harry sich.

„Bellatrix!" zischte Harry und blickte blind an die Stelle, wo ihre Stimme herkam. Der Nebel verhüllte die schwarzen Gestalten der Todesser wirkungsvoll, aber die Stimme konnte von Harry ziemlich genau geortet werden.

Sie stockte.

Harry konnte förmlich das kalte Grinsen in ihrem Gesicht erkenne, noch bevor er ihren dunklen Schatten im Nebel erblicken konnte.

„Ach, so treffen wie uns also wieder!" sagte sie mit schriller Stimme.

Draco konnte sich sofort denken, wann Harry und Bellatrix sich begegnet waren. Es war nur die Möglichkeit vom spektakulären Hogsmeadwochenende. Wie die Begegnung ausgegangen ist, wusste Draco allerdings nur schemenhaft und aus Erzählungen. Die Abscheu zwischen den beiden Personen war dagegen mehr als deutlich.

„Du kleine miese Ratte!" zischte sie erbost.

„Halt die Klappe, Bella!" warf Draco ein. „Hier geht es nicht um Dich!"

„Nein? Aber ich bleibe meinem Weg wenigstens treu!" spuckte sie dem ehemaligen Todesser zu.

„Und ich WEISS, welches der richtige Weg IST!"

„RUHE!" schrie Voldemort und schickte einen blauen Fluch auf Draco, aber Harry fing ihn mit einem Schutzschild ab, aber der darauf folgende Crucio traf Harry mitten in die Brust. Der Schmerz war wieder überall. Es schien als ob jeder einzelne Knochen von innen heraus brennen würde und Harry schrie spitz auf. Mit schmerzerfülltem Gesicht wand er sich auf dem Boden hin und her. Draco stand eine Sekunde erschrocken daneben, dann schoss er einen Entwaffnungszauber zu Voldemort. Natürlich konnte Voldemort diesen ohne Probleme blocken, aber er musste dafür auch den Fluch von Harry nehmen.

Kleine Jungen, denken sie könnten es mit Lord Voldemort aufnehmen?" zischte der Dunkle Lord in der Schlangensprache und blickte sie höhnisch Grinsend an.

Draco half Harry auf die Beine. Der kalte Blick aus den blaugrünen Augen verfinsterte sich merklich. „Die kleinen Jungen wissen sehr genau, was sie tun!" Harry starrte Voldemort direkt in die rötlichen Augen, als er in der gleichen Sprache antwortete.

Nicht nur Voldemort erstarrte.

Für einen langen Moment herrschte eine gespannte Stille. Nur das heftige Atmen von Harry war zu hören und selbst der Wind in den wenigen Bäumen war verstummt. Alles schwieg und schien nur auf den nächsten Laut zu warten.

Draco ließ den Kopf für einen Augenblick hängen, dann blickte er Bellatrix gehässig an. „Du bist kein Gegner für ihn!"

Selbst die weiße Maske von Bellatrix schien noch blasser geworden zu sein, denn niemand verstand, wie das möglich war.

oooooooooo

„Mr. Potter, ich warne Sie und auch die anderen, wenn Sie nicht sofort zurückkommen, dann fliegen Sie augenblicklich von der Schule!" ermahnte Dumbledore die Jugendlichen mit kaltem Ton.

„Es ist zu spät!" sagte James mit ruhiger Stimme und Dumbledore wurde bewusst, dass die Jugendlichen in den letzten Tagen und Wochen erwachsen geworden waren. „Was bringt uns ein Abschluss, wenn wir weiterhin im Krieg leben müssen. Wir werden kämpfen und Sie können nichts dagegen machen!"

oooooooooo

Wer bist DU?" zischte Voldemort und dem darauf folgendem Fluch wichen Harry und Draco schnell aus. Voldemort war wütend geworden. Richtig wütend.

Ich bin das, was Du Dein gesamtes Leben fürchten musstest!" spie Harry aus. Er war froh, dass er seine Parselfähigkeit geübt hatte. So fiel sie ihm jetzt nicht schwer und er konnte sie einsetzen und sich dabei noch auf andere Sachen konzentrieren, wie zum Beispiel den Flüchen auszuweichen. „Willst Du nicht mehr wissen?"

Draco erschauderte bei der Sprache, aber hielt seine Augen offen und achtete auf die anderen Todesser. Viele waren verängstigt und überrascht. Ein zweiter Mensch, der die Parselsprache beherrschte und sich dem Dunklen Lord gegenüber stellte. Es ließ nicht nur Zweifel und Fragen aufkommen.

„Ich kann es auch anders herausfinden!" schrie Voldemort und schickte einen roten Fluch auf Harry. Mit breitem Grinsen stellte Harry sich dem Fluch entgegen. Das Grinsen verschwand auch dann nicht, als der Fluch Harry mitten in die Brust traf. Es bewirkte auch nur ein kurzes Kopfschütteln. Nun grinste auch Draco.

„Der Imperio wirkt bei uns nicht, ich würde Dir daher raten Deine Kräfte für andere Flüche aufzuheben!"

Es war eine glatte Lüge! Natürlich konnte Harry auch jetzt noch den Imperio-Zauber abschütteln, aber für Draco würde dies wohl noch lange unmöglich bleiben. Draco war aber nicht umsonst ein waschechter Slytherin und konnte daher Lügen ohne das geringste Zeichen von Reue zu zeigen. Es genügte um Voldemort für den Anfang von der Idee Imperio einzusetzen abzubringen.

Harry schoss einen Fluch nach Rechts, wo ein schwarzer Schatten erschienen war. Der Schatten ging sofort in die Knie und stöhnte leise auf. „Ich wusste, dass Deine Anhängsel nicht wirklich Grips haben, aber wenn sie sich schon einmischen wollen, dann sollten sie es von vorne machen und ihre Gesichter zeigen!"

Draco stockte. Er wusste, dass Voldemort sich niemals darauf einlassen würde, aber es machte sehr deutlich, wie viel Harry von den Todessern hielt. Nämlich, gar nichts. In Harrys Augen hatte Todessersein noch nie etwas mit Stolz und Würde zu tun. Für die meisten empfand Harry nur bedauern, aber jetzt war keine Chance auf eine Diskussion über diese Grundsätze.

oooooooooo

Narcissa blickte in die Flammen der Kerze. Die Flamme war klar und still. Sie flackerte nicht ein Mal.

Die nächste Stufe des Rituals war erreicht und innerlich zitterte Remus wie Espenlaub. Es würde die schwerste Stufe werden. Die bedeutendste Stufe…

„Godric Gryffindor …"

„… Salazar Slytherin ..."

„… Rowena Ravenclaw …"

„… Helga Hufflepuff …"

„… erhört uns und steht uns bei!"

oooooooooo

Ich verbiete Ihnen noch einmal ausdrücklich das Schulgelände zu verlassen!" sagte Dumbledore mit scharfer Stimme. Der Blick aus hellblauen Augen war streng, aber auch die Angst und Sorge des Schulleiters war deutlich zu erkennen.

Nicht nur James zeigte nun ein bisschen Reue. „Es tut mir leid, Professor Dumbledore! Wir können Adrian und Dorian nicht allein lassen, selbst wenn wir dafür von Hogwarts verwiesen werden!"

„Wir haben eine Entscheidung getroffen!"

„Wir haben sie getroffen, als wir Adrian zugehört haben!"

„Als er uns zugehört hat!" sagte Severus und ein leiser Vorwurf war darin zu hören.

„Als Adrian für uns eine friedliche Zukunft ohne Krieg offenbarte!" sagte Lily und Lucius nickte knapp. Er wusste, dass die Welt sich seit September in Hogwarts stark verändert hatte.

Für viele schien der Wandel des Slytherin schnell gegangen zu sein, aber eigentlich stimmte das nicht. Wie jeder Jugendliche hatte auch Lucius Zweifel an der Welt seiner Eltern gehabt und nun wurden genau diese Zweifel seit September geschürt. Genau diese Bedenken hatte Adrian immer wieder mit deutlichen Argumenten und Beweisen angesprochen. Die Zweifel angesprochen, die Meinung und Erziehung trotzdem respektiert und neue Lösungen und neue Wege gezeigt. Einen neuen Weg offenbart.

Narcissa hatte nun den Mut gehabt die Entscheidung zu treffen und er war ihr sofort gefolgt. Er hatte die Entscheidung seines Lebens getroffen, aber die Gewissheit, Narcissa an seiner Seite zu wissen, behalten. Nicht allein in seiner Entscheidung zu sein.

„Er kann diesen Krieg nicht beenden!" rief Dumbledore besorgt aus. „Er ist doch auch nur ein Schüler!"

Lily schüttelte sofort den Kopf und Lin lachte hell auf: „Adrian ist nie ‚nur' ein Schüler gewesen!"

Dumbledore wollte noch etwas sagen, aber Sal schüttelte energisch ihren Kopf: „Es ist zu spät!"

Und mit diesen Worten war der Zeitpunkt gekommen, wo die Portschlüssel ihren Dienst antraten. Dumbledore sah noch, wie alle Schüler sich anspannten, konzentrierten, Zauberstäbe hoben und dann vor seinen Augen verschwanden. Der Schutzwandzauber von Severus Snape hielt noch immer an und so konnte der Schulleiter die magische Spur der Portschlüssel nicht lesen und damit seinen Schülern nicht folgen.

oooooooooo

„Godric Gryffindor, bitte erhöre uns. Mut, Tapferkeit und Eigensinn führen heute viele Menschen in einen Krieg. Viele Kinder kämpfen um ihr Leben und um das ihrer Freunde und Familien. Wir sind mutig und kämpfen für dieses Schloss und für den ersehnten Frieden. Hilf uns, unsere Fehler einzugestehen, neue Kräfte zu mobilisieren…"

Remus holte zitternd Luft…

„Hilf uns in diesem Kampf, der nur in der Gemeinschaft gewonnen werden kann. Hilf uns, Godric Gryffindor, tapferster der vier von Hogwarts!"

Es war wie ein Stromschlag, der durch Remus ging und eine Kugel hellblauen Lichtes um sie schloss.

oooooooooo

Dumbledore blickte sich, mit der traurigen Gewissheit hier nichts mehr ausrichten zu können, zum Quidditchfeld um und erbleichte noch mehr.

Er hatte sich noch nie so alt und schwach gefühlt, wie in diesem Moment. Die schwebenden Schüler errichteten gerade um sich herum einen hellblau leuchtenden Schild. Auch das Ritual war nur noch durch rohe Gewalt aufzuhalten und das könnte den Tod für die Schüler bedeuten. Dumbledore konnte nichts mehr tun.

Und dabei wusste er nicht einmal genau, was hier gerade passierte.

oooooooooo

Als die 10 Schüler landeten, blickten sie sich erschrocken um. Es war alles so nebelig, dass sie kaum etwas erkennen konnten. Es blieb still und ein wenig beruhigten sie sich von ihrer Anspannung. Alle atmeten die feuchte Luft tief ein und lauschten in die graue Masse um sie herum. Es blieb noch immer still und sie wussten nicht, wo sie waren.

„Ein Friedhof?" sagte Sirius leise, als er näher an einen der seltsamen Steine trat und so einen Grabstein erkennen konnte.

„Hat Adrian uns aus der Gefahrenzone gebracht?" fragte Sanuel scharf. Er traute es seinem Freund zu, denn immerhin war er nicht umsonst in Slytherin.

„Das glaube ich nicht!" sagte Lily leise. Niemand wagte es lauter zu sprechen, da sie ja noch immer nicht wussten, was um sie herum passierte. Lucius zitterte leicht, als ein kleiner Wassertropfen ihm in den Kragen fiel. Severus verbiss sich eine gehässige Bemerkung. Für solche Spielereien war jetzt keine Zeit und es war auch nicht der richtige Ort.

„Wo sind wir?" fragte nun auch James argwöhnisch, nachdem er versucht hat sich in der nebligen Masse zurecht zu finden, aber gerade nur die Umrisse eines großen Baumes sehen konnte.

„Auf einem alten Friedhof!" antwortete Sirius nun sicher, da er den Grabstein näher betrachtet hatte.

„Der Dunkle Lord liebt Friedhöfe!" sagte Lucius vorsichtig und trat näher an den Baum heran. Man konnte ihn eigentlich nur erahnen, aber nach zwei Schritten sah Lucius, dass es eine dicke Eiche war.

„Er hat uns in die Pampa geschickt!" rief Sal wütend aus.

„Psst!" machte Sanuel scharf. „Noch wissen wir es nicht sicher!"

„Vielleicht wurde er ja auch verschleppt?"

„Nein, wurde er nicht!" schnarrte Severus, der Lucius zum Baum gefolgt war und den Zettel an der Rinde als Erster erblickt hatte. „Hier ist nämlich eine Nachricht!"

„Lies vor!" sagte Lily und wie alle anderen auch, drängte sie sich nun um den Slytherin.

Severus blickte die neugierigen Mitschüler irritiert an. Er hätte nicht gedacht, dass er vorlesen sollte. Er holte tief Luft und ignorierte, dass ausgerechnet Sirius direkt hinter ihm stand und nun über seine rechte Schulter mitlas.

oooooooooo

Karina war nun dran. Die Magie um sie herum war erdrückend und es würde vermutlich noch heftiger werden, aber es war auch ein berauschendes Gefühl. Ein Gefühl der Macht und Stärke. Die Magie mit der sie arbeiteten war wirklich nicht ohne. Sie war mächtig und gefährlich…

„Helga Hufflepuff, bitte erhöre uns! Loyalität, Vertrauen und Freundschaft wird in der heutigen Zeit oft verraten und missbraucht. Aus Angst vor Verrat distanzieren sich Freunde, Familien und Verbündete von einander."

Karina blickte Dominik an und schenkte ihm ein zartes und vor allem ehrliches Lächeln.

„Hilf uns, die Stärke für Treue und Verantwortung zu finden. Hilf uns, Helga Hufflepuff, treueste und loyalste der vier von Hogwarts!"

Die vier Schüler stöhnten unter dem weiter wachsenden Druck der Magie auf. Es wurde immer heftiger und Remus Wille dieses Ritual durchzuhalten wurde auf eine harte Probe gestellt. Dieser Druck der Magie war beängstigend und keiner der vier Schüler fühlte sich dabei wohl, aber die Angst, was kommen würde, wenn sie das Ritual jetzt abbrechen würden, war noch größer.

So hielten sie durch.

oooooooooo

Severus holte Luft und las den kurzen Brief vor. Es war deutlich Adrians Handschrift und Severus ahnte bei den Worten, dass Dorian genau auf den Inhalt geachtet hatte.

„Hey Leute!

So sehr ich Euch aus diesem Kampf raushalten will, so sehr weiß ich auch, dass ich es nicht darf. Ihr habt das Recht diesen Krieg zu beenden. Ihr habt eigentlich sogar mehr Recht dazu, als ich.

Ihr befindet Euch in Klein Hangleton, welches wenigstens James und Salina bereits bekannt ist. Es ist ein relativ großer Friedhof, der sich in die Länge streckt. Ihr befindet Euch auf der Westseite, wobei Dorian und ich am anderen Ende, dem Ostteil sind.

Noch könnt ihr umkehren, denn ich weiß nicht, was Euch erwarten wird.

Seid bitte äußerst vorsichtig, denn Voldemort wird bestimmt nicht allein hier sein und wir haben keine Ahnung, wie viele Todesser sich hier verstecken.

Ich liebe Euch!"

„Keine Unterschrift?" fragte Lily, als Severus verstummt war.

„Nein!" sagte Sirius, der noch immer dicht hinter Severus stand und das Pergament mit Argusaugen betrachtete.

„Vermutlich wollte er dieses Mal nicht lügen!" flüsterte Lin und Sanuel nickte schwach. Esmare war die einzige, die außer Sanuel die Worte der Slytherin gehört hatte. Sie stockte und blickte Lin fragend an. Lins blaue Augen wurden ein wenig größer, aber sie fing sich schnell und schüttelte den Kopf. Es war nur ein Gefühl, nichts Bestimmtes. Es gab keine Beweise…

Esmare blickte Lily an. War es ein Fehler den Jungen zu folgen?

NEIN… denn selbst wenn Adrian nicht der war, der er vorgab zu sein, so war er noch immer ein liebenswerter Junge. Adrian war von Grund auf ehrlich und liebenswert, selbst wenn es viele offene Fragen um ihn herum gab. Er würde sie nie im Stich lassen.

„Wir sollten uns auf den Weg machen…"

oooooooooo

„Rowena Ravenclaw, bitte erhöre uns! Wissen, Fleiß und Ehrgeiz werden verpönt und verspottet. Fragen werden aus Angst des Verrates nicht mehr gestellt und finden daher keine Antworten mehr."

Dominik hatte seine Entscheidung nun endlich endgültig getroffen und seine Stimme war fest und überzeugt. Ein wenig litt auch er unter dem Druck der Magie, denn etwas Ähnliches hatte keiner von ihnen bisher erlebt. Stockend holten die vier Jugendlichen Luft und Dominik sprach weiter.

„Hilf uns die Blockaden der Angst zu durchbrechen und unser Wissen in den Dienst der Freiheit und des Friedens zu stellen. Hilf uns, Rowena Ravenclaw, klügste der vier von Hogwarts!"

oooooooooo

Dumbledore wusste zwar nicht, was er als nächstes tun sollte, aber er machte sich ohne Umschweife zügig auf den Weg zum Quidditchfeld. Vielleicht konnte Professor Milerudis ihm irgendwelche neuen Erkenntnisse mitteilen. Dass Regulus Black ihn auch weiterhin begleitete, machte ihn nur für einen Augenblickt stutzig. Die Informationen vom jüngsten Black waren aufschlussreich, aber auch sehr beängstigend gewesen. Selbst die Information, dass die Schüler auf den Weg zu Voldemort waren, half Dumbledore wenig, denn er wusste nicht, wo der dunkle Lord sich genau versteckte und wie die Jungen Kontakt zu ihm gefunden hatten. Auch Regulus konnte dieses nicht beantworten oder wollte nicht.

Als Dumbledore endlich am Quidditchfeld ankam, sah er eine zusammengesunkene Professorin auf dem Feld und hatte einen Moment Angst, dass ihr etwas passiert war, aber sie war nur verzweifelt und besorgt. Auch Dumbledore fürchtete um das Wohl der vier Schüler. Die Magie, mit der sie hantierten, war mächtig und könnte bei einem Fehler tödlich enden. Dumbledore war sich nicht sicher, ob die vier Schüler für diese Macht schon reif genug waren. Adrian Jericle traute er es aus irgendeinem Grund zu. Adrian und Dorian waren vielleicht in der Lage solche Magie zu lenken.

Dieser Gedanke beängstigte Dumbledore dann noch ein wenig mehr. Er musste handeln…handeln, bevor es zu spät war…

oooooooooo

Harry blickte Voldemort kalt an und die roten Augen blicken ebenso kalt zurück.

„Glaubt Ihr wirklich, dass zwei kleine Hogwartsschüler den dunklen Lord und seine treuen Gefolgsleute besiegen können?"

„Ihr seid doch nur … hm … vielleicht 10?" überlegte Draco vorsichtig. Er gab sich alle Mühe seine Angst nicht zu zeigen. Auch wenn die Panik ihn nicht mehr fesselte, so spürte er ihre Anspannung und den Drang nach Flucht in jeder Faser seines Körpers. Aber jetzt gab es kein Zurück mehr… es gab schon lange keine Zurück mehr und Harrys Entscheidung war schon vor seiner Geburt gefallen. Harry Potter hatte nie eine Chance gehabt… und Draco würde Harry jetzt nicht allein mit dieser Verantwortung lassen.

„Glaubst Du wirklich, dass wir allein sind, Tom?" fügte Harry mit gespielter Gelassenheit hinzu.

„Nenn mich nicht so!" schrie Voldemort, aber Harry zuckte nicht einmal zusammen.

„Ich nenne Dich nur bei Deinem wahren Namen, Tom!" Harry blickte zu Bellatrix und den anderen Todessern. „Wissen Deine Anhängsel, dass selbst ein Junge vor seinem 17. Geburtstag es immer wieder schaffen wird, Dir zu entkommen? Bisher sechs Mal… und das siebte Mal wird folgen…nett, nicht?"

Draco überlegte kurz…1. Mal: Halloween 1981, 2. Mal: erstes Schuljahr, 3. Mal: zweites Schuljahr, 4. Mal: viertes Schuljahr(Auferstehung), 5. Mal: fünftes Schuljahr in der Ministeriumsabteilung, 6. Mal: Vernichtung und zum siebten Mal, jetzt und heute. Ein kalter Schauer lief Dracos Rücken hinab und plötzlich drückte ein Zauberstab an seine Kehle. Ein Todesser hatte Draco am Hals gepackt und zischte nun mehr als das er sprach: „Wenn Du Deinen kleinen Freund behalten willst, solltest Du Dich ergeben!"

Harry blieb erschrocken kalt und blickte nicht zu Draco hinüber, der versuchte mühsam Luft zu bekommen.

„Traust Du Dir kein ehrliches Duell zu, Tom? Oder warum willst Du einen Schüler als Pfand haben?"

„Du bist kein Schüler!" zischte Voldemort und trat einen Schritt auf Harry zu. „Und ich habe noch niemals jemanden sechs Mal verschont! Ich habe noch nie jemanden verschont!"

„Wer redet von verschont?" fragte Harry mit dunklen Augen. „Ich bin Dir jedes Mal entkommen, weil Du mich töten wolltest, aber es nie geschafft hast! Und Ich werde Dir nicht die Chance geben, diesen Albtraum der mein Leben war, neu zu beginnen!"

Voldemort schien ein wenig irritiert zu sein, aber als ein plötzlicher Fluch von Harry, den Todesser, der Draco festhielt, drei Meter durch die Luft schleudern ließ, war er zu sehr abgelenkt um die Worte von Harry einen vernünftigen Sinn zu geben. Draco hustete krampfhaft und rieb sich seine Kehle.

Voldemort lachte schrill auf. „Ihr habt keine Chance, Junge!" Wilde Flüche rasten auf den am Boden liegenden Draco zu und auch Harry musste von dem plötzlichen Angriff in Deckung gehen. Die Flüche kamen von überall.

Es hatte begonnen.

oooooooooo

Narcissa zitterte am ganzen Körper und war sich fast sicher keinen Ton herauszubekommen. Ihre Kehle war trocken und um sie herum war diese erdrückende Magie. Ein kurzer Blick sagte ihr, dass es den anderen ebenso schwer fiel zu atmen und sich zu bewegen.

Krampfhaft holte Narcissa Luft und befeuchtete ihre Lippen. „Salazar Slytherin, bitte erhöre uns. Die Welt hat sich verändert…, eine neue Zeit hat begonnen. Hass, Angst, Verzweiflung, Bitterkeit und Unglauben werden Deinem Hause entgegengebracht… hilf mir und den anderen das Bild von Macht, Selbstbewusstsein, Raffinesse und Treue wieder zu Verkörpern und neuen Glanz zu geben…." Schweißnass klebten die hellen Haare der Slytherin an ihrem Gesicht und stockend kam der Atem. Mit jeder Silbe wurde die Magie stärker und schwerer. Damit hatte Narcissa nicht gerechnet.

„Hilf uns wieder stolz auf unser Haus zu sein. Hilf uns, neue Wege der Gemeinschaft einzuschlagen. Hilf uns, Salazar Slytherin, größter der vier von Hogwarts…"

Narcissa schrie gepeinigt auf, als die leuchtende Kugel der Magie sich noch enger um ihre Körper schloss und sie fast zu erdrücken schien…

Selbst Remus schien bereit zur Aufgabe zu sein, wenn es diese Wahlmöglichkeit noch geben würde… aber dafür war es schon lange zu spät …

oooooooooo

„Es hat begonnen!" Lilys Worte waren nicht mehr als ein Seufzen, aber alle hatten sie verstanden. Sie standen nicht mehr weit entfernt und konnten die bunten Blitze der Flüche trotz des Nebels deutlich erkennen. Es war faszinierend, wie die farbigen Blitze in den Nebelschwaden reflektiert wurden. Als sich ein schwarzer Schatten in dem dichten Nebel an ihnen vorbei schleichen wollte, reagierte Sirius instinktiv und nockte den Todesser hinterrücks aus.

„Ihr solltet Euren Part übernehmen!" sagte James nervös zu Lily, Esmare und Lin. Die drei Mädchen nickten und holten mit zittrigen Fingern einige Utensilien aus ihren Taschen. Drei Kristalle, blaues Judikopulver und ein Pergament. Als hätten sie es schon tausendmal gemacht, nahmen sie jeder einen Kristall zur Hand und streuten das Pulver darüber. Im gleichmäßigen Ton sprachen sie die Worte, die auf dem Pergament standen. Die Kristalle leuchteten nun blau auf und verschwanden in den geschlossenen Händen der Mädchen. Sie duckten sich und verschwanden zu den Seiten. James und Sirius begleiteten Lily, während Lucius und Severus Lin folgten. Esmare blieb mit den Übrigen an Ort und Stelle.

Sanuel blickte sich um und horchte auf jedes Geräusch.

„Hoffentlich geht das gut!"

„Hoffentlich ist es nicht zu spät!" schimpfte Sal ein wenig und ließ das Kampfgetümmel nicht aus den Augen.

„Der Schild ist wichtig!" sagte Sanuel überzeugt.

„Natürlich ist er wichtig, aber wir sollten nicht noch länger uns raus halten… wir müssen ihnen helfen!"

„Ich verstehe ohnehin nicht, warum Adrian und Dorian vorher mit ihnen reden wollten…. Wie kann man mit den Todessern reden wollen?" schnappte Sal, während Mick ihren Arm um sie legte.

„Sie werden wissen was sie tun!" sagte das zweite Ravenclaw-Mädchen und wirkte dabei alles andere als ruhig. Auch sie machte sich Sorgen…

Esmare ließ sich durch die Überlegungen nicht aus der Ruhe bringen und konzentrierte sich ganz allein auf den Kristall in ihrer Hand. Sie spürte regelrecht, dass die anderen zwei Mädchen mit ihren Begleitungen einen Platz gefunden hatten. Sie schlossen im Grunde ein Dreieck um die Kampfstelle.

„Schild der Sicherheit und Schild der Gemeinschaft!"

Esmare schloss die Augen und kniete sich hin. Lily und Lin taten es an ihren Plätzen ebenso.

„Schutz der Sicherheit und Schutz der Gemeinschaft!"

Alle drei Mädchen drücken den Kristall in die feuchte Erde.

„Zauber der Sicherheit und Zauber der Gemeinschaft!"

„So wirke!" sagte Sanuel synchron mit den drei Mädchen und sobald die Finger sich von den nun vergrabenen Kristallen lösten, flackerte kurz ein bläulicher Schild über die Kämpfenden auf und verschwand dann wieder sofort.

„Ach, ich liebe Rituale!" hauchte Sanuel begeistert und beeindruckt.

oooooooooo

tbc.

Ich liebe auch Rituale… man kann dabei sooo kreativ sein g