Titel: Ein Leben wie die Zukunft

Autor: Momixis

Zeit: spielt nach „Halbblutprinz"

Kapitel: 6/6

Teil: 8/9

Paare: Es kommen viele der typischen Paare vor, aber Hauptpersonen werden Harry und Draco sein… (später auch als Paar)

Warnungen: Slash, Charadeath, lange Geschichte, unterschiedlich lange Kapitel….

Inhalt: Harry und Draco sind durch die Zeit gereist und nun haben sie die Chance etwas zu verändern. Harry will diese Möglichkeit nutzen ohne die Menschen, die ihm wichtig sind in Gefahr zu bringen. Wird er es schaffen? Wird er alleine den Weg gehen können? Welche Rolle wird Draco zu Teil? Und halten die Rumtreiber und die anderen Schüler von Harry? Was denkt Dumbledore?

MIR GEHÖRT NICHTS UND ICH VERDIENE DAMIT AUCH KEIN GELD!


Hi DJEngelchen!!!Ich glaube nicht, dass ich zu schnell hochstelle... du liest zu langsam oder zu falschen Zeiten (grins). Es freut mich, dass dir die kleinen Szenen genauso gut gefallen, wie mir. Ich hoffe, dir gefällt auch das letzte Kapitel... nächste Woche kommt dann irgendwann der Epilog....knuddel.

Hey Zissy!!! Harry und Draco spüren es einfach, dass sie weg gehen...sie haben die Zeit verändert (im Gegensatz zu einem Zeitumkehrer) und somit war ihr Aufenthalt nur begrenzt. Ich knuddel dich ganz doll und danke dir für deine unglaubliche Treue und Beständigkeit. KNUDDEL

Hi Seelentochter!!! knuddel!!! Es passiert noch mehr, als nur Harrys und Dracos "Abreise". Ich hoffe sehr, dass es dir gefällt.... danach kommt nur noch der Epilog.... Bis bald, knuddel...

Hey Glupit!!! Einen Blick in die Zukunft werdet ihr durch den Epilog erhaschen... ob er Dir gefällt, weiß ich natürlich nicht... aber erstmal kommt hier noch ein Kapitel mit Dumbledore und dem Rest der Retter!!! Viel Spaß, knuddel...


Teil VIII

Tödliche Verbündete

Kapitel 6

Ankündigende Briefe

Harry legte seinen Umhang ordentlich zusammen. All seine Sachen lagen ordentlich zusammengefaltet auf dem Bett verteilt und er wusste noch nicht, was er damit machen sollte. Lin und Sanuel saßen auf Sanuels Bett und beobachtete Harrys Handeln voller Neugierde und Skepsis.

Plötzlich zog Harry das kleine Büchlein aus seiner Tasche und blickte nachdenklich darauf. Er öffnete es und blätterte unsicher darin, dann blickte er Lin an. Er nahm ein zusammengerolltes Pergament hinzu und zog seinen Zauberstab. Er ließ das Buch in einem grünen Licht aufleuchten und legte es dann in Lins Hände.

Die beiden Slytherins schauten jetzt etwas irritiert. Sie warteten aber schweigend auf eine Erklärung.

„Lin, ich möchte, dass Du... in etwa… 20 Jahren zurückkommst. Ich weiß, dass Ihr beide nach Eurem Abschluss zurück nach Japan gehen werdet. Ich möchte, dass Du dieses Buch dem Sohn von James und Lily zum 15. Geburtstag schenkst."

„Was ist, wenn dass nicht Du bist?"

„Dann schenk es Lily oder James!" antwortete Harry ruhig. Er hatte sich schon viele Gedanken darüber gemacht. „Ich will, dass sie die Wahrheit erfahren!"

„Du hast die Welt verändert, oder?"

„Ich glaube schon!" flüsterte Harry. Er sah seine beiden Freunde nicht an. Es ging ihm nicht gut. Er hatte panische Angst vor dem nächsten Schritt, denn er hatte wirklich keine Ahnung wie es dann weitergehen würde. Nur ein dumpfes Gefühl in seinem Inneren sagte es ihm…

Harry räumte weiter auf und verstaute schließlich fast alles ordentlich im Koffer.

„Kannst Du uns nicht erzählen, woher ihr wirklich kommt?"

„Wir sind im Kampf gestorben und dann durch die Zeit gereist!"

„Kampf? Kampf gegen Todesser?"

Harry seufzte schwer, blickte aber weiterhin auf seine Bücher und Besitztümer. „Ja, wir sind kurz nach dem Sieg gestorben", murmelte Harry. Er wusste, dass Lin danach fragen würden. Er konnte sich noch an das Gesicht von Gryzabel erinnern. Sie war so erschrocken gewesen, dass der endgültige Endkampf erst in 22 Jahren stattfinden sollte.

„Der dunkle Lord hat die …"

„Stopp!" sagte Sanuel und stand auf. „Ich denke Du solltest uns mehr als nur ein paar Stichworte geben. Wie sollen wir bitte sonst Deiner Familie später den ganzen Kram erklären?"

Harry ließ sich rücklings auf Dracos gemachtes und ordentliches Bett fallen und blickte auf den grünen Betthimmel. Sanuel und Lin hatten Recht. Nur hatte Harry keine Lust seine gesamte Lebensgeschichte zu erzählen… es würde zu lange dauern…

Mit den Händen vorm Gesicht sagte der schwarzhaarige Magier schließlich: „Lest das Buch in aller Ruhe durch. Ich habe dort alles drin aufgeschrieben, was wichtig ist!"

„Der Zauber?" Sanuel spielte natürlich sofort auf das grüne Licht an.

„Es ist nur ein Zauber, der dafür sorgt, dass nur ein Potter oder ein Evans über das gelesene auch reden kann. Bitte versucht nicht den Zauber zu brechen!"

„Du glaubst wir könnten es?" fragte Lin und Harry blickte sie fast überrascht an. Er hatte sich endlich wieder aufgesetzt und schüttelte nur den Kopf.

„Deine Magie ist so stark, es ist gar nicht so einfach den kleinsten Zauber von Dir zu entkräften!" bestätigte Sanuel den Argwohn von Lin.

„Ihr würdet es aber schaffen, Ihr seid nicht schwach!"

„Natürlich sind wir nicht schwach, aber schaffen würden wir es vermutlich erst in 10 oder 15 Jahre, nach viel Übung und Kontrolle!" sagte Sanuel mit einem sehr vorwurfsvollen Ton.

„So stark bin ich nicht!"

„Bist Du sicher, dass Du der Sohn von James Potter bist? Dem arrogantesten Schüler, neben Sirius Black, an dieser Schule?"

Auf diese Aussage hatte Harry keine Erwiderung und Lin begann zu lachen, wie sie schon seit Monaten nicht mehr gelacht hatte. „Ich werde Dich wahnsinnig vermissen!"

„Ich Euch auch!" sagte Harry und schloss das quirlige Mädchen sanft in die Arme. „ich bin nur froh, dass Ihr nicht Fred und George Weasley kennen werdet!"

„Wir sprechen in 20 Jahren noch mal!" grinste nun auch Sanuel schalkhaft und schlug Harry anerkennend auf die Schulter.

oooooooooo

„Wo verdammt ist Adrian?", rief ein ungeduldiger James aus.

Es war der letzte Abend vor der Abreise und sie hatten sich für ein letztes Quidditchspiel verabredet. James stand ungeduldig neben Sirius und Lily, die über die Ungeduld nur den Kopf schütteln konnte. James ließ das Portal nicht einen Moment aus den Augen, während Remus ein wenig nachdenklich in den Himmel guckte. Dort oben hatten sie beim Ritual gehangen. Sie hatten mit Magie hantiert, wie noch nie zuvor und sie hatten etwas Entscheidendes bewirkt.

Auch wenn Remus nicht wirklich wusste, dass sie mit dem Ritual drei Horcruxe zerstört hatten, so wusste er aber, dass Hogwarts sich mit jenem Tag ein wenig verändert hatte. Die Kerzen leuchteten heller, die Porträts waren zufriedener, die Schüler freundlicher, die Kerker weniger düster (oder lag es an der neuen Friedlichkeit zwischen den Häusern?), die Fenster sauberer… einfach alles wirklich schöner, sauberer, friedlicher…. Und mit jedem neuen Tag nahm das zu.

Remus' Nase kribbelte und ein Grinsen erstrahlte auf seinem Gesicht. „Er kommt!"

James und Sirius starrten ihren Freund kurz an, dann hörten sie das unüberhörbare Zuschlagen des Eingangsportales. Harry Potter kam aber nicht zu Fuß, sondern auf einem Besen und mit ihm kam auch Draco. Zusammen flogen sie und Draco verstand plötzlich, warum er keine Chance gegen Harry Potter hatte. Der Junge flog wie ein Teufel… sein Teufel…

Ohne groß zu diskutieren wurden die insgesamt 14 Schüler in zwei Gruppen per Los eingeteilt und schon begann das Spiel. Natürlich waren nicht alle so gute Spieler wie Harry, Draco, James und Sirius, aber alle hatten ihren Spaß. Sie hatten genug Spaß, um andere Schüler anzulocken… noch nie gab es ein so gemischtes freiwilliges Quidditchspiel. Noch nie wurde es so begeistert von fast ganz Hogwarts gefeiert…

Danach saßen sie zusammen im Raum der Wünsche und tranken Butterbier. Sie lachten und erzählten. Trotzdem fiel es auf, dass Harry sehr still war. Er lächelte sanft, aber redete kaum. Er genoss das Beisammensein seiner Familie und seiner Freunde. Regulus hatte versucht sich nach dem Spiel abzukapseln aber Sirius hatte es nicht zugelassen. Er hatte auf die Anwesenheit seines kleinen Bruders bestanden. Sie verstanden sich noch nicht wirklich super, aber sie näherten sich an und schließlich diskutierten die drei Blacks und Severus über alte Traditionen und Familienbräuche.

Harry tauschte mit Lucius einen merkwürdigen Blick, den Harry nicht einstufen konnte. Schließlich stand Lucius auf und kam zu ihm hinüber. „Ich habe keine Ahnung wer Du wirklich bist, aber Dein Wissen über Hogwarts ist nicht schlecht."

Harry runzelte die Stirn.

„Ich und Severus haben versucht Dich zu beobachten. Ständig verschwandest Du in irgendwelchen Geheimgängen, die selbst die meisten Fünftklässler nicht kennen und dann Du bist erst seit wenigen Monaten hier!"

„Ich habe gute Freunde!"

„Mit denen Du nie über so etwas geredet hast!" widersprach Lucius. „Aber es interessiert mich nicht mehr. Du hast meine Welt auf den Kopf gestellt und ich bin nur froh, dass ich schon volljährig war und somit mein Pflichterbteil bereits habe. Ich kann für mich und Narcissa sorgen!"

Harry lächelte erleichtert. Er war froh, dass Lucius und Narcissa versorgt waren, für den Fall, dass es wirklich zu Problemen mit den Familien kommen sollte.

Harry blickte den Vater von Draco aufmerksam an. „Ich frage Dich nur ungern, aber wenn Severus oder Regulus Hilfe brauchen, wirst Du sie ihnen geben?"

„Was hätte ich davon?" fragte Lucius spöttisch. Aber Harry hatte das Gefühl, dass es nur eine Prüfung war.

„Zwei Freunde, die Dich und Deine Familie vor jeglicher Gefahr beschützen würden!" sagte Harry ernst.

Lucius nickte: „Ich weiß, daher werden sie den Sommer mit mir und Narcissa in meinem Haus verbringen. Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis unsere Eltern vom Ministerium verurteilt werden und wenigsten Severus sein Erbe antreten kann. Ich war noch nie so froh volljährig zu sein."

Harry lächelte. Er verstand jetzt warum die Zeitreise sie hier her gebracht hatte. Er hatte hier wirkliche Verbündete gefunden, die sich von ihren Fesseln hatten befreien können. „Es ist gut zu sehen, dass Ihr zu Recht kommt!"

„Ich hoffe nur nicht, dass Du von uns verlangst mit den Gryffindors Freundschaft zu schließen!"

„Glaubst Du nicht, dass Severus seinen Konterpart vermissen würde?" stellte Harry eine Gegenfrage und blickte zu Severus und Sirius, die wieder einmal eine heftige Diskussion hatten. Severus hatte noch nie so lebendig und engagiert ausgesehen. Lucius knurrte und Harry lachte. „Überleg es Dir gut, mit ein paar Gryffindors unter Deinen Freunden, wird es bestimmt nicht langweilig!"

Lucius knurrt wieder und es erinnerte Harry an Draco. Er ließ Lucius alleine und begab sich zu seinem Drachen, der gerade mit Sal und Lily über irgendwelche Entscheidungen des Ministeriums redete. Er legte einfach nur seinen Kopf auf die Schulter des Blonden und schon schlang sich ein Arm fest um seine Hüfte. Er genoss die Nähe zu Draco und schloss die Augen. Sollten die anderen doch weiter reden und feiern… er war dort, wo er immer hingewollt hat…bei seiner Familie.

oooooooooo

Der Morgen klingelte die Schüler unsanft aus dem Schlaf. Sie waren erst spät ins Bett gekommen und hatten daher nur wenig geschlafen. Harry kuschelte sich an Draco. Auch wenn ihn keine Albträume mehr plagten, so schlief Draco doch in letzter Zeit immer bei ihm. Er würde sich garantiert nicht beschweren.

„'morgen" nuschelte Harry ins Kissen und streckte sich unter der dünnen Sommerdecke.

„Aufstehen!" rief ein gutgelaunter Sanuel und war schon dabei sein Bett zu machen.

Draco und Harry standen langsam auf, zogen sich an und räumten ihren letzten Kram zusammen.

„Es ist heute soweit, oder?"

„Spürst Du auch dieses vibrieren?" fragte Harry leise zurück. Draco schien nicht sicher zu sein, ob er erleichtert sein sollte, dass Harry es auch spürte oder besorgt darüber.

Am Ende ihrer letzten Aufräumaktion stand nur noch eine Pappschachtel vor den beiden Jungen und Harry nahm sie mit zitternden Fingern an sich. Es war ihre letzte Aktion in dieser Zeit. Draco stöhnte auf.

„Es tut weh!"

„Es ist die Angst!" sagte Harry. „Lass uns gehen!"

Schnell verließen sie den Schlafsaal der Slytherins. „Eigentlich müsste der Schlafsaal gut gereinigt werden, denn ein Gryffindor hat darin geschlafen!" spottete Draco und erhielt einen harten Schlag in den Bauch.

„Ich bin genauso ein Slytherin wie Du!"

„Vielleicht, vielleicht auch nicht…!"

Harry knurrte und Draco lachte leise.

oooooooooo

Das letzte Frühstück ging schnell vorbei und dann verabschiedeten sich die beiden Jungen in der großen Eingangshalle von ihren Freunden und ihrer Familie. Harry konnte die Tränen nicht wirklich zurückhalten, als erst Remus ihn in eine feste Umarmung zog und dann noch flüsterte: „Ich weiß nicht warum, aber Du gehörst zur Familie!" und dann Sirius und James ihn auch freundschaftlich umarmten.

Sal erdrückte Draco fast, während sie ihm drohte. Er dürfe nie auf die Idee kommen, Harry zu verletzen oder wehzutun. Lin rettete den Jungen schließlich.

Die Verabschiedungsszene wurde von der Treppe argwöhnisch beobachtet. Alle Schüler würden mit dem Zug zurück fahren, nur die beiden Jungen nicht, da sie nicht mehr als Schüler dieser Schule liefen. Sie hatten nicht einmal danach gefragt, ob der Schulverweis aufgehoben werden könnte, da sie ja immerhin die Zaubererwelt gerettet hatten, sie hatten nicht einmal gefragt… und so lagen die beiden Briefe des Ministeriums weiterhin auf dem großen Schreibtisch vom Schulleiter.

Gryzabel erschien und blickte Harry und Draco traurig an.

Als erster spürte Draco diesen Blick und sah auf. Er trat zu Harry und berührte ihn sanft am Arm und nickte schließlich hinauf zur Lehrerin. Harrys Finger schlossen sich sofort um den kleinen Flakon in seiner Tasche.

Gemeinsam traten sie auf Gryzabel zu, die sie sofort in die Arme schloss. „Es tut uns leid!" sagte Harry und Draco nickte. Sie befreiten sich von ihrer Umarmung und strafften sich.

„Wir haben Dich ausgenutzt und…"

„Ihr habt die Welt gerettet!" antwortete sie.

„hm…" machte Harry. „Aber ich denke…" er zog das kleine Glasfläschchen aus der Tasche. „… Du hast ein Recht auf die Wahrheit, denn ohne Dich hätten wir es nicht geschafft!"

„Ich weiß nicht wovon Ihr redet, aber ich bin mir sicher, dass Ihr es geschafft hättet."

Draco schnaubte.

„Deine Erinnerungen… Deine wahren Erinnerungen an uns!" sagte Harry zittrig und drückte den Flakon in Gryzabels Hand. „Nur bitte rede mit Niemanden davon!"

„Ich weiß nicht, ob ich es dann wissen will!" sagte sie und drehte das Glasfläschchen in ihren Händen.

„Du kannst es Dir in Ruhe überlegen, aber ich denke schon, dass es sinnvoller ist, denn wir sind nun mal nicht die Kinder Deiner besten Freundin!"

„Aber die Kindheitserinnerungen an Euch sind so schön!"

Dracos Wangen wurden heiß und er senkte den Blick. „Es sind Lügen!"

„Nein, es sind Träume… oder?"

Harry nickte schließlich. Er war sich ziemlich sicher, dass Gryzabel den Flakon öffnen würde. Eines Tages…

Harry zog seinen Zauberstab und ließ Gryzabel und den Flakon in einem sanften grünen Licht erleuchten, dann sammelte sich das Licht und verschwand in Draco.

„Du hättest mich warnen können", stöhnte Draco, nachdem das Licht des Fideliuszaubers verschwunden war.

Harry küsste ihn nur und blickte zu Dumbledore. „Es tut mir leid, dass wir Sie anlügen mussten, aber sie hätten es nicht zugelassen… sie hätten nicht zugelassen, dass ihre Schüler diesen Weg gehen!"

„Da haben sie vermutlich Recht!"

„Ich weiß!"

Harry und Draco wandten sich von den Lehrern ab und von ihren Freunden gefolgt nach draußen. An den Kutschen trennten sich ihre Wege und zum allerletzten Mal wurden sie von allen umarmt.

Bevor die letzte Tür der Kutsche sich schloss, zog Harry den Pappkarton aus der Tasche. Er blickte noch einmal drauf, dann reichte er ihn Remus. „Bitte öffnet ihn im Zug und befolgt die weiteren Anweisungen. Seid alle anwesend! Lebt wohl!"

„Bis bald!" riefen Lily und Sirius, als die Kutsche sich mit den Testralen in Bewegung setze.

Harry und Draco blickten ihnen schweren Herzens zurück. Sie hatten lange überlegt, ob sie mit nach London fahren sollten, aber ein Gefühl hatte ihnen deutlich gesagt, dass sie es nicht bis London schaffen würden und mitten aus dem Abteil zu verschwinden, war keine so gute Idee, wenn man seine Freunde nicht in Panik versetzen wollte.

Harry griff nach Dracos Hand und gemeinsam schlenderten sie zum Quidditchfeld. Hier war ihr Ort. Hier waren sie Rivalen, aber keine Feinde. Harry holte zwei Schulbesen aus der Kammer. Leider hatten die Schüler ihre Besen mit nach Hause genommen, aber es war ja kein Spiel.

Schnell schossen die beiden Jungen in die Luft und machten dass, was sie am Besten konnten, fliegen. In der Luft konnten sie alles vergessen. Auch das seltsame Vibrieren und Kribbeln, das sich immer weiter ausbreitete und ihnen ganz deutlich sagte, dass es bald vorbei ist.

Draco hatte Angst, aber auch Harry hatte sie. Schließlich schoss Harry mit seinem Besen auf Draco zu und blieb keine Handbreit vor ihm stehen. „Ich liebe Dich!"

„Ich Dich auch!" sagte Draco und versank in den Augen von Harry Potter. Ihre Lippen berührten sich ein letztes Mal, als das Quidditchfeld plötzlich im dunklen Nebel versank und die Jungen von einem grellen Licht umschlossen wurden.

Dumbledore starrte nur hinauf zu den Jungen und konnte es nicht verstehen. Er war hinaus auf die Ländereien getreten und hatte eigentlich noch gehofft mit den zwei Jungen ein paar Fragen zu klären, aber sie waren nun verschwunden. Einfach so… ganz plötzlich… mit einem hellen Blitz…

Auch das merkwürdige Ticken verschwand… und Dumbledore hatte keine Ahnung, was dies zu bedeuten hatte… Mit schnellen Schritten war er auf dem Quidditchfeld und der schwarze Rauch verschwand sehr schnell. Als Dumbledore die Mitte erreichte, war von dem Nebel nichts mehr zu sehen und Milerudis erschien neben ihm, auch Professor McGonagall war schnell zur Stelle.

„Was ist hier passiert?" fragte McGonagall überrumpelt.

„Die zwei Jungen sind einfach so verschwunden!" sagte Milerudis entgeistert. Etwas Vergleichbares hatte sie noch nie gesehen…

„Vielleicht hatten sie einen Portschlüssel?!"

Dumbledore streckte die Hand in die Luft und ein zusammengefaltetes Pergament fiel hinein. Es war ein wenig zerknickt, als wäre es bis vor kurzem noch in einer Umhangtasche gewesen. „Nein, es war kein Portschlüssel…"

„Warum nicht?"

„Weil dann die beiden Besen und dieses Pergament auch weg wären!" antwortete Dumbledore langsam. Kaum hatten sich einige Fragen geklärt, tauchten neue auf, und Dumbledore war sich ziemlich sicher, dass nicht alles aufgeklärt werden würde…

Er öffnete das Pergament direkt vor Ort und war nicht wirklich überrascht, dass es sich als ein ganzes Päckchen entpuppte. Milerudis hob etwas vom Boden auf und wurde blass.

„Das sind Fotos!" sagte McGonagall und blickte gebannt auf die magischen Bilder.

Dumbledore überflog das erste Pergament und wusste, dass er sein ganzes Leben, diese beiden Jungen niemals vergessen könnte. Aber das zweite Pergament war erschreckender… es erzählte von der Kammer des Schreckens und mit einem kurzen Blick auf die Fotos wusste Dumbledore, dass die Gerüchte über die Kammer wahr waren… und das er noch viel lernen musste.

Der Brief der Jungen beinhaltete nicht wirklich viel Neues. Aber die Bemerkung, dass sie sich vielleicht eines Tages unter anderen Bedingungen und unter anderen Namen wieder begegnen würden, ließ den Schulleiter stocken. Die Jungen bestätigten mit relativ klaren Worten, dass ihre Existenz eine Lüge war. Eine Lüge… die Wahrheit würde irgendwann folgen…

Dumbledore konnte den Tag der Wahrheit kaum erwarten…

oooooooooo

Im Zug war eine ausgelassene Stimmung. Kaum ein Schüler hatte sich bisher so auf die Ferien gefreut. Und bei kaum einer Zugfahrt spielten die Häuser eine geringere Rolle.

Ein Zugabteil war ein wenig überfüllt, denn die sechs Plätze waren von 10 Personen besetzt. Lily saß auf James Schoß, Narcissa bei Lucius und Mick bei Sal. Zwischen Lucius und James saßen Sirius und Severus ein wenig beengt beieinander, aber sie blickten neugierig auf Remus, der auf der anderen Seite saß und den Pappkarton von Harry auf dem Schoß hatte. Rechts von ihm saß Regulus und daneben Sanuel und Lin. Sal und Mick saßen auf der anderen Seite von Remus.

„Nun mach endlich auf!" nörgelte Sirius und Regulus rollte die Augen. Natürlich war auch er neugierig, aber er würde es niemals so offensichtlich zeigen.

„Was sie uns wohl zu sagen haben?" fragte Sal nachdenklich.

Langsam nahm Remus den Deckel von der Schachtel und blickte hinein. Er hatte sich schon gedacht, dass es sich um eine magische Kiste handelte, aber dass sie so magisch war, überrascht ihn doch. Bevor er hineingreifen konnte, zischte Narcissa auf. Ein weißer Nebel hatte sich in der Mitte des Abteils gebildet und formte sich zu zwei Gestalten. Harry und Draco standen da vor ihnen und wirkten ein wenig unsicher.

„Es scheint tatsächlich zu klappen!" sagte Harry und Draco schnaubte. Genau wie Lucius und James in diesem Moment schnaubten, denn kaum ein Zauber von Harry funktionierte nicht. Dieser Junge war nur viel zu schüchtern.

„Hey!" sagte Mick schließlich und die beiden Jungen grinsten sie schelmisch an.

„Hi Leute!" sagte Harry unsicher und Draco knuffte ihn in die Seite.

„Wir sind schon weg und wollten Euch aber noch ein paar Erinnerungen geben!" sagte Draco.

„Ihr habt uns auch Erinnerungen genommen?" fragte Narcissa entgeistert.

Draco wurde blass und blickte zu Harry, der schüttelte schnell den Kopf. „Nein, wir wollen Euch nur ein paar Sachen geben, als Erinnerung an uns!"

Sofort entspannten die Jugendlichen sich.

„Ich dachte, wir sehen Euch eines Tages wieder!" sagte Lily mit deutlicher Trauer in der Stimme.

Harry senkte den Blick.

„Eines Tages, aber es wird eine ganze Zeit dauern… viele Jahre... und vielleicht werden wir uns nicht mal erkennen!" sagte Draco und seufzte schließlich. „Wie haben nicht besonders viel Zeit. In der Kiste befinden sich ein paar Geschenke und ein paar Erinnerungsstücke. Für jeden ist ein Brief dabei und wir möchten, dass Ihr nur den Eurigen lest."

„Das gilt auch für Dich, Sirius!" warf Harry ein, als er das Grinsen seines Patenonkels sah. Dieser schnaubte nur, aber nickte. „Es gilt für alle Slytherins!"

„Ich bin aber kein Slytherin!" entrüstete sich Sirius.

„Du bist so sehr Slytherin, das Du nach Gryffindor wolltest!" widersprach Harry überzeugt und brachte damit Regulus zum Lachen. Auch die anderen Slytherin grinsten breit.

„Es ist unsere letzte Bitte an Euch und ein paar Flüche werden Euch die Entscheidung leichter machen!" sagte Draco mit einem wirklich breiten Grinsen. Auch Harry grinste nun so slytherinhaft, dass den anderen klar war, dass es kein Scherz war.

Alls nickten seufzend und erhielten nun von Remus die kleinen Päckchen.

Leise überraschte Ausrufe waren zu hören, als die Briefe gelesen und die Päckchen geöffnet wurden. Selbst Sanuel wirkte sehr überrascht, als er das Papier aufriss und ein klägliches Maunzen zu hören war.

„Cosmo!" rief er überrascht aus und befreite die Katze. Wenn er ehrlich war, dann hatte er nicht mehr an das Haustier von Harry gedacht. Er wusste aber, dass er die Katze wirklich gerne gehabt hatte und sich in Zukunft gut um das Tier kümmern würde. Regulus blickte genauso überrascht, als sein Geschenk sich als Dracos Adlereule ‚Amadeus' entpuppte.

Lily und Narcissa starrten auf ihre Schachteln, die die Zauberstäbe beinhaltete und beide Frauen waren sehr blass geworden, da in den Briefen stand, dass es vielleicht die richtigen Zauberstäbe für ihre Söhne wäre, während James sprachlos auf den Merlinorden von Harry sah.

Severus und Sirius hatten die Kettenanhänger bekommen, die Bemerkung 'für Euer Patenkind' irritierte sie genauso, wie die anderen ihre Geschenke und Briefe. Aber sie durften ja nicht darüber reden, so blickten die beiden geisterhaften Gestalten nur fragend.

„Warum?" fragte Remus schließlich laut und blickte auf die Schachtel in seiner Hand.

„Ihr sollt uns nicht vergessen!" sagte Draco.

„Als könnten wir Euch jemals vergessen!", sagte Lily traurig. Ihre Worte wurden von einem Schluchzen begleitet.

Nicht nur Lily weinte, als die beiden Gestalten sich zum letzten Mal küssten und dann verschwanden.

Die Schüler mussten sich damit abfinden, dass sie die beiden anderen Jungen niemals wieder so sehen würden. Aber sie hatten etwas anderes gefunden. Sie hatten die Zaubererwelt gerettet und dabei Freundschaften geschlossen, die vermutlich ihr Leben lang halten würden.

Jedenfalls hofften dass Harry und Draco…

oooooooooo

Als Dumbledore die Pergamente in aller Ruhe durchgelesen hatte, konnte er es noch immer nicht glauben. Die Kammer des Schreckens war wirklich real und die Fotos bewiesen es. Dumbledore hatte bereits eine Kopie davon an das Ministerium geschickt und in dem Zusammenhang beantragt, dass Hagrid von allen Beschuldigungen frei gesprochen wurde.

Die Unterlagen würden reichen, aber Dumbledore verstand den Zusammenhang nicht. Er verstand nicht, warum Adrian und Dorian sich um das Wohl eines Halbriesen sorgen sollten, wenn sie doch keinen Kontakt zu dieser Person gepflegt hatten. Woher wusste Adrian Jericle so viel über Hogwarts und Voldemort? Wer war Adrian Jericle wirklich?

Ollivander hatte sich wieder gemeldet und konnte sich endlich erinnern, was im letzten Sommer passiert war. Wirklich überrascht war Dumbledore nicht, als er erfuhr, dass kein Geringerer als Adrian Jericle in Begleitung von Gryzabel und Dorian Mosnay den Zauberstab gekauft hatte.

Erklärbar war es trotzdem nicht, denn es beantworte keine Fragen und Gryzabel würde nichts beantworten können… so viele Lügen… so viele Geheimnisse…. Und Dumbledore wollte verdammt sein, wenn er keine Antworten bekommen würde….

Er bekam keine Antworten, denn er stellte nicht die richtigen Fragen an die richtigen Personen… und er wusste nichts von der Möglichkeit der Zeitreise… er wusste nichts von der Dickköpfigkeit eines Harry Potters… der in Begleitung eines Draco Malfoys so gut wie unbesiegbar war. Er wusste nichts davon.

... und er hat nicht immer genau zugehört…

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Ich liebe den verzweifelten Dumbledore… ich denke, dass es für ihn sehr hart sein muss, so machtlos zu sein… und nun kommt nur noch der Epilog… wie wird es ausgehen?