Kapitel 13 : Der Virus Namens Malfoy

Sie drehte sich von der einen zur andern Seite und die Gedanken schwirrten um die Hochzeit. Sie stand am Altar, doch neben ihr stand nicht Blaise sondern der Dunkle Lord selbst. Und die Trauung wurde von ihrem Vater durchgeführt. Das Blut des Dunklen Lords war grün und roch vermodert.

Dirdra war mehr als froh, als der Wecker klingelte. Sie stand auf und zog das Deux Pierces an, welches sie sich am Tag zuvor bereit gelegt hatte. Es war kurzärmlig, sandbraun mit schwarzen Nähten. Darüber warf sie den Sommerumhang und ging nach unten.

Es war noch sehr früh, weshalb niemand wirklich munter war. Draco und Blaise sassen in ihren schwarzen Anzügen am Slytherintisch. Didi setzte sich dazu.

„Harry, Ron, Hermine und Ginny werden nicht im Zug sein", flüsterte sie. Draco nickte. Sie assen zu Ende und gingen dann in die Eingangshalle um auf die Kutschen zu warten.

Die drei bestiegen die Erste. Pansy wollte sich auch dazusetzen, doch Draco warf ihr nur einen abwertenden Blick zu.

Im Zug zogen sie sich gleich in ein Abteil zurück. Draco schloss die Tür und legte mindestens zehn Zauber darauf, damit sie auch nicht gestört wurden. Nicht weil sie etwas zu bereden hatten sondern weil sie es einfach nicht wollten.

Dirdra hatte ihr Buch aus der Tasche geholt und streckte sich über die linke Bank. Draco und Blaise sassen auf der rechten und Unterhielten sich, bevor sie in eine wilde Knutscherei verfielen.

„Jungs, Jungs", zischte Dirdra plötzlich.

„Was ist denn", knurrte Draco.

„Ich störe euch ja nur ungern. Mir ist ja eigentlich auch egal was ihr da tut, aber der Zug hält an und wir sind bestimmt noch nicht in Kings Cross." Draco löste die Zauber vom Abteil. Dann trat er, gefolgt von Dirdra und Blaise auf den Korridor.

Sie sassen im vordersten Abteil so konnten sie den Zug rasch verlassen. Vor der roten Lock standen drei Maskierte.

„Miss Malfoy, haben wir sie und ihren verlobten bei etwas gestört?", fragte der Eine. Dirdra sah sich zu Blaise um.

„Ja, das habt ihr. Und darf ich fragen warum wir hier mitten in der Einöde halten?"

„Wir haben unsere Befehle, Miss Malfoy. Es wäre besser, wenn sie sich wieder in ihr Abteil setzen." Dirdra wollte gerade etwas erwidern, als Draco sie ansah.

„Glais mi tha thu." (Geh ich mach das schon)

„Seachain tha thu." (Sei vorsichtig) Blaise legte einen Arm um Dirdra und zog sie zurück in den Zug.

„Was wollt ihr?"

„Potter."

„Er ist nicht im Zug."

„Woher weisst du das?"

„Weil ich ihn weder beim Frühstück noch am Bahnhof gesehen habe, aber überzeugt euch doch selber." Zwei der Maskierten gingen in den Zug, der dritte blieb bei Draco.

„Wenn ihr mir etwas gesagt hättet, hätte ich euch helfen können."

„Da du das Dunkle Mal nicht angenommen hast, wirst du nicht über alles Informiert."

„Ich verstehe", zischte Draco wütend. Die zwei Maskierten kamen zurück.

„Keine Spur von Potter. Auch Weasel und das kleine Schlammblut sind nicht zu finden."

„Nur weil ich das Mal nicht auf dem Arm trage, heisst das noch nicht, dass ich zu nichts fähig bin. Ihr hättet euch das ganze sparen können oder es hätte zu erfolg führen können, wenn ihr mit mir gesprochen hättet." Dracos Art widerspiegelte ganz die seines Vaters. Der Maskiert vor ihm schien beeindruckt.

„Ich werde dem Meister ausrichten, was du gesagt hast."

„Tu das Nott und vergiss nicht ihm von deinem Versagen zu berichten." Natürlich hatte Draco den Mann erkannt der vor ihm stand. Der Todesser verbeugte sich leicht vor Draco und apparierte mit den Andern.

Draco ging an der Lock vorbei und sagte dem Chauffeur, dass er weiterfahren könne. Dann stieg er wieder ein. Natürlich war sein Verhalten nicht unbeobachtet geblieben. Die Slytherins sahen ihn bedeutungsvoll an. Doch der Malfoy würdigte sie keines Blickes. Er ging in sein Abteil, schloss die Tür und setzte sich wieder neben Blaise.

„Sie haben nach Harry gesucht, nicht wahr?"

„Ja. Dirdra, ich weiss nicht wie lange ich mich noch gegen dieses Mal wehren kann. Ich will es nicht haben, glaub mir, aber ich weiss wirklich nicht was ich noch als Ausrede bringen soll. Verstehst du das?" Dirdra senkte den Blick.

„Natürlich verstehe ich das, aber so wie ich noch immer der Überzeugung bin, ich finde einen Weg um dieses Ritual zu umgehen, solltest du von dir Überzeugt sein, einen Weg zu finden dieses Mal zu umgehen. Versprich mir wenigstens das."

„Das kann ich dir versprechen." Draco umarmte sie. Der Zug fuhr weiter. Dirdra sah zum Fenster hinaus. Sie registrierte nur im Augenwinkel, dass Blaise seinen Kopf in Dracos Schoss hatte und dieser ihm durchs Harr streichelte, während er auch aus dem Fenster sah.

Die Ankunft in Kings Cross war alles andere als freundlich. Viele Eltern holten ihre Kinder ab, weil sie Angst hatten. Die Slytherins wurden wie Könige Empfangen. Sogar der Zaubereiminister Himself war gekommen.

„Draco, Dirdra, wie schön euch zu sehen. Blaise es freut mich natürlich auch dich zu sehen. Kommt, gehen wir." Die kleine Gruppe wurde von etlichen Kuttenträgern Eskortiert.

In Malfoy Manor war es ruhig.

„Mutter, Mutter wo bist du?", rief Dirdra als sie im Kaminzimmer angekommen war.

„Deine Mutter ist nicht hier. Als Frau des Ministers hat sie einige Verpflichtungen."

„Ich verstehe, Vater. Wenn du nichts dagegen hast, werde ich mich zurückziehen. Die Fahrt und der kleine Zwischenstopp haben mich doch erschöpfen lassen."

„Natürlich. Blaise wird dich begleiten. Ihr werdet bis zur Vermählung in deinem Zimmer wohnen. Danach ist der Westflügel für euch Renoviert worden."

„Vielen Dank, Vater."

„Vielen Dank, Sir. Ich weiss ihre mühe zu schätzen."

„Es ist keine Mühe Blaise. Ich bin mehr als zufrieden mit der Wahl meiner Tochter. Und der Gedanke, dass sich die Blutlinie der Zabinis mit jener der Malfoys verbindet freut mich." Blaise lächelte dankend, bot Dirdra seinen Arm und ging mit ihr hinaus.

„Wenn der wüsste wie sich Zabini und Malfoy verbinden, wäre er nicht mehr so erfreut." Dirdra lachte.

„Dein Sarkasmus ist so herrlich erfrischend." In Dirdras Zimmer war etwas umgestellt worden. Sie hatte ein grösseres Bett als zuvor, und der Schrank war mindestens Doppelt so gross.

„Ehm, da steht nur ein Bett."

„Ja, das sehe ich Blaise. Vater wird damit rechnen, dass wir nicht mit vereinen warten, bis wir verheiratet sind." Sie konnte den Unmut auf Blaise`s Gesicht deutlich erkennen.

„Keine Angst ich werde dich nicht anfassen", sagte sie und lächelte.

„Darüber mache ich mir noch keine Sorgen. Erst wenn wir verheiratet sind und jeder einen Erben sehen will."

„Ich werde mich auch in mein Zimmer begeben." Draco wollte sich gerade umdrehen, als Lucius in zurück hielt.

„Nott sagte, du hast ihn verpönt?"

„Nein, ich habe ihm sein Versagen vor Augen geführt. Ich wusste seit ich den Zug bestiegen hatte, dass Potter nicht darin sitzen würde. Es war unnötig sich einem solchen Manöver zu bedienen."

„Der Dunkle Lord sieht das ebenso. Er hat Nott dafür bestraft, und er will dich sehen."

„Jetzt?"

„Morgen." Draco nickte. Doch bevor er ging drehte er sich zu seinem Vater um.

„Ich werde das Dunkle Mal noch nicht annehmen. Lass mir dieses eine Jahr um mich mit deinen Geschäften vertraut zu machen. Ich werde dem Lord Untertan sein, aber ohne das Mal."

„Das hast du nicht zu entscheiden. Der Dunkle Lord wird das anders sehen."

„Ich weiss. Ich bin alt genug um für meine Entscheidungen alleine Einzustehen. Also lass Dirdra aus der Geschichte raus. Es geht um mich. Und wenn du mich bestrafen willst, weil du denkst ich hätte es verdient, dann tu das."

„Ich sagte bereits, es liegt nicht in meiner Entscheidung." Seine Stimme war kalt und herzlos. Draco wusste was das zu bedeuten hatte.

In seinem Zimmer legte er sich auf das Bett und verschränkte die Arme hinter dem Kopf. Den Blick starr zur Decke gerichtet.

Es könnte so einfach sein, wenn er sich dem Dunklen Lord unterwerfen würde. Dirdra und Blaise würden sich von ihm abwenden und wären in Sicherheit und er würde früher oder später durch die Hand eines Zauberers des Phönix Ordens oder eines Todessers sterben. Wohl eher früher als später.

Dirdra hatte sich gerade hinter ihrer Chinesischen Wand umgezogen, als sie ein ziehen in der Brust fühlte. Ihr Herz begann zu rasen. Immer schneller. Sie Griff sich an die Brust.

„Draco", keuchte sie. Sie schloss hastig die Hose und rannte durch das Zimmer.

„Was ist los? Dirdra, was ist?" Doch sie hörte nicht auf Blaise sondern verliess das Zimmer um zwei Türen weiter ohne Anzuklopfen einzutreten. Blaise folgte ihr auf dem Fusse.

„Glaub ja nicht, dass du dich so einfach davon stehlen kannst. Tha thu iurandi me." (Du hast es mir geschworen) Über ihr Gesicht rannen die Tränen.

„Tha mi duilich, piuthar. Na bu thoigh leat. (Es tut mir Leid Schwester. Das wollte ich nicht)

„Tha uige tha, bràthair." (Ich brauche dich, Bruder)

„Tha uam thu bhi sona." (Ich möchte dass du glücklich bist)

„Mi tha sona le thu." (Ich bin glücklich mit dir) Draco war aufgestanden und umarmte seine Schwester. Sie standen mitten in seinem Zimmer. Blaise an der Tür. Er hatte sie geschlossen beim ersten Gälischen Wort welches gefallen war.

„Du darfst jetzt nicht aufgeben."

„Klärt mich mal einer auf?", fragte Blaise immer noch an der Tür.

„Draco hat sich überlegt, das Dunkle Mal anzunehmen und sich in sein Elend zu stürzen."

„Du hast was? Bist du noch zu Retten. Meinst du wir machen dieses ganze Theater für uns? Ich liebe dich Draco. Ich heirate eine Frau, noch dazu deine Schwester, nur um bei dir sein zu können. Ich habe dich immer für deine Stärke und Disziplin bewundert. Du kannst so viel mehr als nur eine Marionette zu sein. Glaube an dich, wir tun es nämlich." Draco liess Dirdra los und fixierte Blaise mit seinen Augen während er auf ihn zu ging. Draco war unwesentlich grösser.

„Tha gaol agam ort." (Ich liebe dich) Seine Lippen verschlossen die des dunklen Slytherins. Zärtlich, leidenschaftlich voller Liebe.

„Is mo ghràth ort mar an ceudna", (Ich liebe dich auch) flüsterte Blaise als Draco den Kuss unterbrach.

„Es tut mir leid, ich werde mich zusammenreissen."

„Gut, lasst uns essen gehen und dann gleich ins Bett. Es werden harte Tage auf uns zu kommen." Die Drei gingen nach unten ins Speisezimmer.

Lucius sprach kaum und auch Narzissa schien viel zu ruhig zu sein.

„Ist alles Vorbereitet, Vater?", fragte Dirdra um die Stille zu durchbrechen.

„Die Gäste sind eingeladen, die Blumen sind bestellt, die Arbeiten am Garten beginnen nächste Woche. Dumbledore hat auch bereits zugesagt."

„Du hast die Rechnung für die Kleider noch nicht erhalten?" Lucius zog die Augenbraue nach oben.

„Mein Kleid, Blaise`s Anzug, Dracos und Severus`s Anzüge?"

„Nein, du sagtest zwar, dass du dich darum kümmern würdest, ich habe aber noch nichts bekomme. Womit muss ich Rechnen?"

„Um die 3000 Galleonen, (12`600.00 CHF) denke ich. Ohne die Aceccoires natürlich." Lucius verschluckte sich an seinem Wein.

„Hast du ein eigenes Geschäft eröffnet?"

„Aber Vater, ich dachte du wolltest dass wir gut aussehen. Du bist schliesslich der Minister da sollte man doch sehen, dass Gold keine Rolle spielt. Nicht dass noch jemand glaubt, wir müssten sparen."

„Schon gut, schon gut. Du hast ja recht." Dirdra konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Auch Draco und Blaise hatten Mühe damit sich nichts anmerken zu lassen.

Nachdem sie gegessen hatten zogen sich Draco, Blaise und Dirdra rasch zurück. Sie gaben vor Müde zu sein, von der langen Zug fahrt. Sie gingen alle in Dirdras Zimmer.

„Wieso steht hier nur ein Bett?"

„Ach Draco, das hatten wir schon, ich werde ihn nicht anfassen. Wofür hältst du mich denn?"

„Vater drängt also auf einen Erben."

„Was?", fragten Dirdra und Blaise gleichzeitig.

„Ihr wisst wirklich nicht was das soll?" Sie verneinten beide. „Vater hätte gerne so schnell wie möglich einen Erben, damit das Unternehmen Zabini auf jedenfall in der Familie bleibt, egal was passiert."

„Er geht wirklich davon aus, wir würden miteinander schlafen?", fragte Dirdra geschockt.

„Natürlich, wäre es so abwegig?"

„Natürlich wäre es das. Draco dé do bheachd a mo?" (was denkst du von mir)

„Du hast es selber gesagt?"

„Ich habe einen Scherz gemacht. Ich bin so Jungfräulich, Jungfräulicher kann man nicht sein. Ausser Küssen hab ich noch überhaupt keine Erfahrung."

„Bei Merlin, das auch noch", entfuhr es Blaise. Die Malfoys sahen ihn an. Er hatte sich in einen Sessel gleiten lassen und sah aus, als ob er einer Ohnmacht nahe wäre.

„Was hast du denn?"

„Eine Jungfrau, mir bleibt auch nichts erspart." Dirdra riss erschrocken die Augen auf. Natürlich, ihr erstes Mal würde mit Blaise sein. Mit ihrem Mann.

„Du hast recht, wir verlangen viel von dir, es tut mir leid." Der dunkelhäutige setzte sich im Stuhl auf.

„Ich bekomme viel mehr von dir, als dass du mir abverlangst. Ich kann mein Leben mit der Liebe meines Lebens verbringen." Dirdra lächelte versöhnlich.

„Wir machen das schon, irgendwie. Ich habe immer noch die Hoffnung, dass mir mehr einfällt, als das was ich im Moment zu bieten habe."

Draco verabschiedete sich von Blaise mit einem leidenschaftlichen Kuss und ging dann in sein Zimmer. Dirdra war bereits im Bad verschwunden. Als sie hinaus kam, trug sie ein bodenlanges Nachthemd. Blaise lächelte sie an und verschwand dann ebenfalls im Bad. Dirdra legte sich ins Bett und zog die Decke bis unter das Kinn. Blaise kam zurück, legte sich auf die andere Seite des Bettes und zog ebenfalls die Decke bis unters Kinn.

„Gute Nacht, Dirdra."

„Gute Nacht, Blaise." Sie löschten die Lichter, doch an Schlaf war bei weitem nicht zu denken.

Dirdra war immer darauf bedacht, bloss keine falsche Bewegung zu machen und Blaise hatte Angst, dass er in der Nacht zu ihr hinüber rutschen würde. Irgendwann, weit nach Mitternacht wurden sie jedoch beide in Morpheus Arme geschlossen.

Als Dirdra erwachte war es bereits Hell. Die Sonne drückte durch die Vorhänge. Sie setzte sich auf. Blaise lag noch immer an der Bettkante, wie wenn er sich die ganze Nacht nicht einmal bewegt hätte.

„Blaise, wach auf", rief sie. Doch der Slytherin reagierte nicht. „Blaise?" Sie ging um das Bett herum. Der Slytherin hatte kalten Schweiss auf der Stirn und atmete flach. Dirdra fasste ihn an der Schulter. „Blaise, was ist los?" Doch der junge Mann reagierte noch immer nicht. Eilends zog Dirdra ihren Morgenmantel an und rannte zu Draco ins Zimmer. Dieser lag noch schlafend im Bett.

„Draco, wach auf. Mit Blaise stimmt etwas nicht." Sofort sprang der junge Slytherin aus dem Bett. Das grüne Seidenpyjama passte perfekt zu der schwarzen Bettwäsche.

Draco hastete aus dem Zimmer. Als Dirdra zurück in ihres kam, sass er bereits auf dem Bett, Blaise`s Kopf in seinem Schoss.

„Er hat hohes Fieber, du musst sofort Severus holen." Dirdra nickte und rannte aus ihrem Zimmer ins Kaminzimmer.

Sie griff nach dem Flohpulver und stieg in den Kamin.

„Spinners End", sagte sie.

Als sie im Kaminzimmer heraus stieg war es ruhig im Haus in Spinners End.

„Anderin, wo bist du, wo ist dein Herr?" Der Elfe erschien sofort.

„Der Master ist in seinem Labor, Mistresse."

„Wo auch sonst, hätte ich mir ja denken können." Dirdra hastete zu der Tür die in das Labor des Tränkemeisters führte.

„Severus, Severus komm rasch, wir brauchen dich." Sie hörte an den Schritten, dass jemand herauf kam.

„Was ist los?", fragte Severus und begutachtete Dirdras Aufzug.

„Blaise, er hat hohes Fieber, es geht ihm sehr schlecht. Du musst ihm helfen bitte, Severus."

„Geh, ich komme gleich nach." Dirdra ging zurück ins Kaminzimmer und flohte nach Hause.

Gerade als sie den Raum verlassen wollte um wieder in ihr Zimmer zu gehen, wurde sie aufgehalten.

„Wie siehst du denn aus, und wo kommst du her in dieser Aufmachung?" Lucius hielt sie grob an den Oberarmen fest.

„Ich…, Severus…"

„Du warst in diesem Aufzug bei Severus? Was soll nur dein Verlobter von dir halten, Flittchen."

„Lucius, halte dich zurück. Ihr Verlobter wird ihr danken, dass sie zu mir gekommen ist." Severus eilte an den Malfoys vorbei nach oben. Dirdra riss sich los und ging Severus hinterher.

Jetzt konnte sich auch Lucius nicht zurückhalten und ging mit nach oben. In Dirdras Zimmer lag Blaise noch immer auf dem Bett. Draco hatte ihm kalte Kompressen auf die Stirn gelegt und wischte ihm den Schweiss ab.

„Severus, Merlin sei dank. Er glüht förmlich, ich weiss nicht was ich tun soll." Draco stellte sich zu Dirdra die so eben ins Zimmer gekommen war. Man konnte nicht sagen, wer wen festhalten musste, doch Dirdra hatte als Frau das Privileg, wenigstens weinen zu dürfen. Als Lucius eintrat, blickte keiner zu ihm.

„Severus, was geht hier vor?"

„Mr. Zabini leidet an hohem Fieber. Ich habe ihm einen Trank gegeben."

„Wird er es überstehen?", fragte Dirdra leise.

„Das kann ich noch nicht sagen. Wenn die Temperatur in den nächsten zwei Stunden nicht zurück geht, wird er ins St. Mungo müssen."

„Dirdra, zieh dich an und kümmere dich um ihn. Draco, zu wirst dich auch anziehen, wir haben einen Termin." Draco biss die Zähne zusammen. Er wollte nicht weg, wollte nicht zum Dunklen Lord, wenn er nicht wusste, ob sein Freund das hier überleben würde.

„Ja, Vater", presste er dann heraus. Severus verliess das Zimmer, ebenso wie Draco und Lucius.

Dirdra zog sich an.

Sie wischte Blaise die Stirn, legte kalte Kompressen auf und redete auf ihn ein. Nach fünf Minuten wurde die Tür erneut geöffnet.

„Du gibst mir bescheid, wenn sich etwas verschlechtert?"

„Natürlich Draco, jetzt geh, mach ihn nicht noch wütend." Widerwillig ging der Blonde nach Unten. Lucius erwartet ihn bereits.

„Severus ist vor gegangen um unsere Verspätung zu entschuldigen." Der Patriarch wies auf den Kamin.

Draco flohte wieder in das verfallene Herrenhaus. So wie es aussah, hatten die Auroren noch kein Glück gehabt, denn das Versteck hatte sich seit beinahe einem Jahr nicht geändert.

Lucius ging die hundert Meter an dem nun freundlich plätschernden Bach, zügig vorbei. Draco griff so gleich nach dem Arm seines Vaters.

Da er das Dunkle Mal noch nicht hatte, konnte er den Ort des Zusammentreffens nicht alleine erreichen.

Wieder standen etliche Kuttenträger rund um den Thron des Dunklen Lords.

„Lucius, Severus hat euch bereits entschuldigt. Wie geht es denn Mr. Zabini?"

„Unverändert my Lord. Es hatte sich nichts gebessert bis wir aufbrachen." Draco stand verneigt neben seinem Vater.

„Du scheinst besorgt zu sein, Draco?"

„Das bin ich in der Tat, my Lord. Blaise ist mein Bester Freund und mein künftiger Schwager."

„Ich denke deine Schwester wäre untröstlich, wenn der junge Mann versterben würde, nicht wahr?"

„Ja, das wäre sie, my Lord."

Der Dunkle Lord wandte sich wieder dem Geschäftlichen zu. Draco folgte ihm nicht. Er horchte in sich hinein um Dirdra zu spüren, wenn sie ihm etwas mitzuteilen hatte. Erst als alle Aufmerksamkeit wieder ihm galt, fand er zurück zur Versammlung.

„Wo sind deine Gedanken Draco?", fragte der Dunkle Lord. Draco merkte, dass er versuchte in seinen Geist einzudringen. Er zeigte ihm allerdings nur die Bilder des Morgens.

Blaise der in seinem Schweiss auf dem Bett lag. Das Entsetzen und die Angst in den Augen seiner Schwester. Severus der dem ehemaligen Slytherin Tränke einflösste. Seine eigenen Gefühle versteckte er.

„Severus, wie steht es um den jungen Zabini?"

„Wenn es ihm jetzt nicht besser geht, muss er ins St. Mungo. Wahrscheinlich wird er es dann nicht überleben. In seinem Körper hat sich ein Virus festgesetzt." Draco war entsetzt hoch geschreckt.

„Lucius, bring deinen Sohn nach Hause. Wir werden mit der Zeremonie bis nach der Vermählung warten, sofern noch eine stattfindet. Draco wird uns noch früh genug Hilfreich sein, nicht wahr, mein Junge?"

„Natürlich my Lord. Ich bin euer untergebener Diener." Er verbeugte sich tief. Lucius verbeugte sich ebenfalls und ging zurück.

Draco schritt hinter ihm her. An der Stelle an der sie apparieren konnten hielt der Patriarch an.

„Der Dunkle Lord hat grosses mit dir vor, sonst wäre er jetzt nicht so gnädig. Du hast Glück, ein Malfoy zu sein."

„Ja, Vater. Das weiss ich und ich bin stolz darauf zu sein wer ich bin." Wie gut, dass sein Vater nicht merkte wie zuwider ihm diese Worte waren. Sie apparierten zu dem verfallenen Haus. Draco ging raschen Schrittes zum Kamin und flohte nach Hause.

Das Haus war noch immer ruhig. Draco rannte die letzten Stufen der Treppe nach oben. Dann ging er raschen Schrittes in den Ostflügel wo sein und Dirdras Zimmer lag. Die Tür zum Zimmer seiner Schwester stand offen. Seine Schritte verlangsamten sich. Sein Herz raste und drohte ihm aus der Brust zu springen.

Er hatte Angst. Er, Draco Malfoy, Sohn eines Todessers, Anwärter auf das Dunkle Mal hatte Angst. Noch nie in seinem Leben hatte er so etwas gefühlt.

Aus dem Zimmer hörte er die Stimme seiner Schwester.

„Ich weiss, dass es viel ist, was du in letzter Zeit über dich hast ergehen lassen müssen, aber ich verspreche dir, es ist bald vorüber. Draco liebt dich. Er hat viel auf sich genommen da kannst du dich doch nicht so einfach davon schleichen wollen. Ich weiss, dass du dir deine Zukunft anders vorgestellt hast, ich mir meine auch. Aber wir schaffen das nur gemeinsam. Wir alle Drei. Ich brauche dich, nicht so sehr wie Draco dich braucht, aber ich tu es. Bitte Blaise, du kannst jetzt noch nicht gehen." Draco war in der Tür stehen geblieben. Dirdra sass auf ihrem Bett und wechselte gerade das Tuch auf Blaise`s Stirn.

„Severus sagt, er hat einen Virus", sagte Draco und kam durch das Zimmer auf das Bett zu. Dirdra drehte sich nicht um.

„Natürlich hat er den, er heisst Malfoy. Wir machen ihn krank Draco. Und wenn wir nicht aufpassen bringen wir ihn um."

„Ich wollte ihm nie weh tun", antwortete Draco und setzte sich auf einen Stuhl neben Blaise`s Kopf. Er strich ihm sanft über das Gesicht.

„Jeder der Liebt, fügt auch Schmerzen zu. Jeder der geliebt wird, erträgt die Schmerzen."

„Wie viel kann jemand ertragen, bis er nicht mehr kann?"

„Wenn wir das wüssten Bruder, würden wir nicht an seinem Bett sitzen. Wir hätten mehr auf ihn achten müssen."

„Du hast recht. Wer sind wir, dass wir uns das Recht herausnehmen über sein Leben zu bestimmen?"

„Wer bin ich, dass ich ihn dazu zwinge mich zu heiraten?"

„Ihr seid die Menschen die ich liebe", flüsterte Blaise schwach.

„Merlin sei Dank, wie geht es dir?", fragte Draco sofort.

„Ich fühle mich wie von einem Hippogreif überrannt. Aber sonst geht es mir gut." Dirdra wechselte die Kompresse. „Ich sagte bereits, dass ich nicht so stark bin wie ihr."

„Du, bist stärker als wir Beide, Blaise."

„Das stimmt nicht Draco."

„Oh doch, du erträgst alles was wir von dir verlangen. Du schaffst es Vater einen ganzen Abend zu beschäftigen. Du schaffst es, dass alle glauben, wir seien wirklich ein Paar und du schaffst es, dass Draco lächelt, also sage nie mehr du wärst nicht Stark. Ich alleine würde das nicht schaffen." Draco strich seiner Schwester durchs Haar. Blaise hatte seine Augen geschlossen.

„Ruh dich aus. Wenn du etwas brauchst, brauchst du nur zu rufen."

Dirdra stand auf und brachte die Schüssel mit Wasser in ihr Badezimmer. Draco setzte sich an den Platz an dem seine Schwester noch zuvor gesessen hat.

„Ich liebe dich Blaise Zabini. Jage mir nie wieder einen solchen Schrecken ein. Ich hatte wirklich Angst um dich."

„Draco Malfoy hat vor nichts Angst", scherzte der Dunkelhäutige. Draco beugte sich vor und küsste ihn leidenschaftlich.

„Schlaf dich aus", sagte der Blonde und verliess mit Dirdra das Zimmer. „Der Dunkle Lord hat die Zeremonie verschoben, bis eure Hochzeit stattgefunden hat."

„Das ist gut, hoffe ich."

In den nächsten Tagen taten Dirdra und Draco alles dafür, damit es Blaise wieder besser ging. Die Genesung war langwierig. Erst als die Vorbereitungen für die Hochzeit fast abgeschlossen waren, war Blaise wieder gesund.

„Gerade noch Rechtzeitig mein Junge", sagte Lucius als Blaise zwei Tage vor dem grossen Anlass wieder das Zimmer verlassen konnte.

„Ja Sir, es wäre schade gewesen, wenn wir alles hätten verschieben müssen."

„In der Tat hätten wir die Vermählung verschieben müssen, aber das Blutritual hätten wir trotz allem durchgeführt."

„Wie meinst du das Vater?", fragte Dirdra.

„Das Blutritual steht über dem Sakrament der Ehe. Nach dem Ritual könntet ihr heiraten wen ihr wollt, eigentlich. Aber es wäre auf jedenfall nicht rechtens." In Dirdras Kopf begannen die Zahnräder zu laufen. Sie entschuldigte sich recht schnell nach dem Abendessen in die Bibliothek. Sie hatte keine Ahnung wieso Dumbledore es gewusst hatte, aber sie hatte so eben einen Plan entwickelt.

Als Dirdra zu Bett ging, war das ganze Manor ausgestorben. In ihrem Zimmer lag Blaise bereits im Bett. An seinem Atem konnte sie hören, dass er bereits schlief. Sie zog sich um und schlüpfte unter die Decke.

„Ich habe die Lösung für unsere Probleme gefunden", sagte sie triumphierend und legte sich schlafen.