Kapitel 14 : Zwei Hochzeiten und ein Todesfall

Als Dirdra am Morgen vor ihrer Hochzeit erwachte, tat sie das gut gelaunt.

„Guten Morgen Blaise, ist das nicht ein herrlicher Tag heute?"

„Ehm, ja?" Die junge Frau stand auf und tanzte ins Badezimmer wo sie ausgiebig duschte. Dann zog sie ein dunkelgrünes, viktorianisches Kurzkleid an. Eine weisse Bluse mit rüschen, darüber ein dunkelgrünes Trägerkleid mit leichter Hebefunktion. Auf der Taille eine breite Stoffbahn mit einer verspielten Schleife daran und der Rock in einer kurzen und einer etwas längeren Lage. Am Rocksaum Spitzenborden. Dazu schwarze hochhackige Sandaletten. Als sie ins Zimmer zurück kam, staunte Blaise nicht schlecht.

„Wow, was ist denn mit dir passiert?"

„Ich habe einen Plan, das ist passiert."

„Und?"

„Werde ich dir nicht sagen", flötete sie und verliess das Zimmer. Blaise schüttelte den Kopf und ging ins Badezimmer. Er zog eine schwarze Hose und ein dunkelgrünes T-Shirt an, dann ging auch er nach unten.

Draco sass bereits bei Tisch und wunderte sich ebenso über Dirdras gute Laune.

„Hast du gut geschlafen?", fragte Lucius mit einem Grinsen im Gesicht.

„Ja, Vater. Das habe ich." Dirdra war bewusst, dass ihr Vater auf etwas ganz bestimmtes anspielte, doch das war ihr egal. Sollte er doch glauben was er wollte.

„Ich habe noch ein Geschenk für dich", sagte Lucius feierlich. Dirdra wurde neugierig. Narzissa hatte ein leuchten in den Augen, was Dirdra darauf schliessen liess, dass es sich um etwas Kostbares handelte. Lucius liess von den Elfen einen Schmuckkasten bringen. Er war zu gross für eine Halskette. Der Elfe verbeugte sich tief vor Dirdra. Diese sah ihren Vater fragend an.

„Öffne es", vorderte er sie auf. Die junge Frau liess den Verschluss aufspringen und öffnete den Kasten. Es funkelte ihr ein Diadem entgegen. Es war aus Gold und hatte einen Grossen Stein in der Mitte. Vom Stein aus gingen goldene, filigrane Flügel aus, auf denen etliche Diamanten blitzten. Unten an dem gossen Stein, waren zwei tropfenförmige Diamanten die in die Stirn fielen. Dirdra las die Inschrift.

„With Beyond Measure is Man's Greatest Treasure." (Witzigkeit im Übermaß ist des Menschen größter Schatz) Dirdra schluckte hart. „Das ist Ravenclaws Diadem. Woher hast du das? Es ist seit mehr als hundert Jahren verschollen?"

„Sagen wir, ein guter Freund hat es dir ausgeliehen."

„Ich bin sprachlos Vater. Wer auch immer dieser Freund war, er hat meine ganzen Dank." Natürlich wusste Dirdra wer dieser Freund war, doch sie würde sich nichts anmerken lassen.

„Die Hauselfen werden es für dich verwahren bis Morgen."

„Natürlich, Vater." Draco und Blaise stand ihr erstaunen ins Gesicht geschrieben.

„Ach noch etwas Dirdra. Blaise wird diese Nacht in euern neuen Räumen im Westflügel verbringen."

„Sind die denn schon fertig?", fragte Blaise.

„Ja, seit ein paar Tagen." Blaise nickte.

Lucius hatte den ganzen Tag noch Dinge zu erledigen die das morgige Fest betrafen. Dirdra verbrachte den Tag mit ihrer Mutter, die ihr noch so viel zu sagen hatte, wie sie sich als Ehefrau zu benehmen hatte. Blaise nutzte diesen Umstand, um seine letzten Stunden in Freiheit mit Draco zu verbringen.

Als Dirdra an diesem Abend in ihr Zimmer ging, war sie alleine. Blaise war bereits im Westflügel. Viele ihrer Sachen waren bereits dort hin gebracht worden. Sie sass auf dem Grossen Bett und sah sich im Zimmer um. Die Kleidung für den morgigen Tag lag bereit.

Von jetzt auf gleich begann sie zu weinen. Herzzerreissendes Schluchzen.

Es dauerte vielleicht eine Minute, bis Draco zur Tür hinein kam. Er setzte sich stumm zu ihr auf das Bett und nahm sie in den Arm.

Auch wen sie einen Plan hatte, war sie doch nervlich am Ende. Die letzten Tage und Wochen hatten an ihr gezerrt. Sie vermisste ihre Freunde und sie wünschte sich nichts mehr, als dass dieser ganze Albtraum endlich vorüber sein würde.

„Schhh, es wird alles gut. Wir schaffen das, alle drei." Draco streichelte ihr so lange übers Haar, bis sie eingeschlafen war. Als er sicher war, dass sie schlief, verliess er das Zimmer um in sein eigenes Bett zu gehen.

Dann kam der Morgen. Dirdra wurde von ihrer Mutter geweckt.

„Steh auf, wir müssen dich fertig machen." Widerwillig kroch sie aus den warmen Lacken und ging duschen.

„Bei Merlin nochmal", fluchte sie als sie hinausstieg.

„Was hast du mein Kind?"

„Ich brauche Severus, bitte hol ihn her. Wenn ich keinen Beruhigungstrank bekommen, werde ich dieses Zimmer nicht verlassen", zwängte sie.

„Reiss dich zusammen, das wird auch ohne gehen."

„Nein Mutter", sagte sie trotzig und setzte sich auf den Stuhl vor dem Schminktisch. Narzissa verdrehte die Augen, ging dann aber hinaus. Dirdra zitterte am ganzen Körper. Es musste einfach funktionieren.

„Du wolltest mich sehen?"

„Ja, Severus, das wollte ich." Dirdra erklärte ihm in kurzen Worten was sie von ihm wollte. Der Tränkemeister nickte.

„Ich dachte du wolltest ihr einen Trank geben?", fragte Narzissa als sie den Raum wieder betrat.

„Ich werde ihn zuerst brauen müssen. Dauert nur eine viertel Stunde." Severus verliess Dirdras Gemach und ging.

Die junge Malfoy begann sich anzuziehen. Korsage, Unterwäsche, Strümpfe. Dann das Kleid. Als es klopfte zuckte sie kurz zusammen.

„Es wird nur Severus sein. Narzissa öffnete und liess Severus eintreten.

„Hier, diesen jetzt, den Andern kurz vor dem Beginn." Er überreichte ihr zwei Phiolen.

„Danke", sagte Dirdra und verbeugte sich. Severus hatte sie gemustert. Auch wenn sie noch nicht fertig angezogen war, sah sie traumhaft aus. Dann verliess er das Zimmer wieder. Dirdra nahm den Trank und wurde dann frisiert und geschminkt.

Die Zeremonie sollte um kurz vor Mittag beginnen. Als es los ging war sie fest entschlossen alles durchzuziehen. Narzissa war bereits nach unten gegangen. Dirdra warf einen letzten Blick in den Spiegel. Das Haar war kunstvoll nach oben gesteckt. Das Diadem war wunderschön eingearbeitet und der Schleier lag über dem Kleid. Sie schritt zur Tür hinaus. Unten an der Treppe erwartete Lucius sie bereits.

„Das Gold war das Kleid wert, du siehst unserer würdig aus." Es war das grösste Kompliment, welches Dirdra je von ihrem Vater erhalten hatte.

„Vielen Dank Vater. Es ehrt mich, dass du zufrieden bist."

Sie schritten durch das Haus in den Garten. Es war alles wunderschön geschmückt. Weisse Blumen und Bänder überall. Die Gäste sassen auf weissen Stühlen und bis zum Altar war ein roter Teppich ausgerollt. Dirdra konnte vorne Blaise erkennen. Severus stand neben ihm, Draco auf der andern Seite.

Die Musik begann zu spielen und sie schritt am Arm ihres Vaters nach vorne. Albus Dumbledore stand hinter dem Altarbecken. Als Lucius vorne ankam verstummte die Musik. „Wer übergibt diese junge Frau an ihren Zukünftigen?"

„Ich tue das. Lucius Abraxas Malfoy." Lucius küsste sie auf die Wange. Dirdra hatte keinen Blick dafür, allerdings sah sie, dass Albus sie anlächelte und einen kurzen Blick zum Diadem warf. Dirdra stellte sich neben Blaise.

„Heut ist der Tag, an dem wir uns hier zusammen gefunden haben um diese jungen Menschen in Ewigkeit zu verbinden." Unmerklich begann Dirdra zu zittern. „Die Liebe dieser beiden Menschen die wir heute zusammenführen, ist so stark, dass sie ihre Seelen für immer verbinden wollen." Dumbledore zog ein Ritualmesser aus seinem Umhang. Dann legte er die Trauringe in die Altarschale.

„Mr. Blaise Aurigo Zabini sind sie aus eigenem willen hier, um ihre Seele mit der eines geliebten Menschen zu verbinden?"

„Ja das bin ich."

„Miss Dirdra Narzissa Malfoy, sind sie aus eigenem willen hier, um die Seele mit der eines geliebten Menschen zu verbinden?"

„Ja, das bin ich." Albus hatte das Messer in der Hand. Blaise reichte ihm seine rechte Hand. „Blut, Zeuge der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft." Er schnitt quer über Blaise`s Hand. Das Blut floss in die Altarschale. Doch der Schnitt verschloss sich gleich wieder. Dann nahm Albus Dirdras Hand.

„Blut, Zeuge der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft." Auch über ihre Hand schnitt er. Das Blut floss auch hier in die Schale.

„Die Seelen seien vereint, niemand wird sie trennen. Die Zukunft ist vorbestimmt." Dirdra wagte einen Blick auf Draco. Er war bleich und schwankte ein wenig. Es musste ihm mehr zusetzen, als er zugegeben hätte. In der Altarschale jedoch wurde das Blut weniger. Jeder Ring saugte es wie ein Schwamm auf.

„Willst du Blaise Zabini, Dirdra Malfoy vor Merlin und diesen Zeugen zu deiner Frau nehmen, so antworte Ja, mit Merlins Hilfe."

„Ja, mit Merlins Hilfe." Seine Stimme war stark und zitterte nicht. Dirdra bewunderte ihn dafür.

„Willst du, Dirdra Malfoy, Blaise Zabini vor Merlin und diesen Zeugen zu deinem Mann nehmen, so antworte Ja, mit Merlins Hilfe."

„Ja, mit Merlins Hilfe." Sie strahlte über das ganze Gesicht. Albus griff nach den Ringen. Er gab Blaise den kleineren.

„Hiermit nehme ich dich zu meiner Ehefrau. Ich werde dich lieben und ehren, in guten wie in schlechten Tagen, in Reichtum und Armut, bis der Tod uns scheidet." Er streifte ihr den Ring über. Dann erhielt Dirdra den grösseren.

„Mit diesem Ring nehme ich dich zum Ehemann. Ich werde dich lieben und ehren, in guten wie in schlechten Tagen, in Reichtum und Armut, bis der Tod uns scheidet." Sie streifte ihm den Ring über.

Dirdra und Blaise legten die beringten Hände übereinander. Dann legte Draco seine darauf und zu Oberst Severus.

„Bezeugen sie, dass diese Eheschliessung mit rechten Dingen geschehen ist und bis ans Ende gilt, dann Antworten sie mit ja, wir bezeugen es." Draco sah Severus an. Er wusste dass seine Stimme zittern würde weshalb er Severus stumm bat lauter zu sprechen. Dieser tat es auch.

„Ja, wir bezeugen es", sagten sie laut genug, damit alle es hören konnten. Dann zogen sie die Hände zurück.

„Somit erkläre ich sie für verbundene Eheleute. Mr. und Mrs. Blaise Zabini." Es wurde geklatscht und gejubelt. Blaise beugte sich zu Dirdra und küsste sie. Sie schritten vom Altar durch die Gäste bis zum Manor Eingang wo sie eigentlich die Glückwünsche hätten entgegennehmen sollen.

Doch in dem Moment als sie den Eingang erreichten, schossen die ersten Flüche in die Gäste.

Severus blickte Dirdra an. Diese Griff sofort nach dem Diadem und überreichte es ihm. Der verschwand damit. Aus dem Getümmel kam Lucius auf sie zu.

„Wo ist das Diadem?", fragte er schroff.

„Ich habe es Severus gegeben."

„Sehr gute Entscheidung", rief das Clanoberhaupt als er sich wieder in das Gefecht stürzte. „Wenn du wüsstest wie gut die Entscheidung war."

„Was läuft hier?"

„Was hier läuft? Das ist unsere Chance zu zeigen auf welcher Seite wir stehen. Vielleicht unsere einzige Chance." Draco nickte ihr zu. Blaise nickte ebenfalls und zog den Zauberstab. Sie mischten sich alle drei unter die Kämpfenden.

Da die Todesser überrascht wurden, vielen viele ohne sich überhaupt gewehrt zu haben. Dirdra war gerade in einen Kampf verwickelt, als ein Fluch ihr Kleid traf.

„Was soll das, dieses Kleid hat ein Vermögen gekostet, Pog Mo Thoin." (Küss meinen Hintern)

Dirdra hatte keine Ahnung wie lange der Kampf dauerte, doch allmählich wurde es ruhiger. Draco hatte sich hinter dem Altar verschanzt, Blaise hinter einem Zierbrunnen im Garten und Dirdra hinter den Schwarzdorn Rosen.

„Blaise, Draco, alles in Ordnung?", rief sie.

„Mir geht's gut, was ist mit euch?", rief Blaise.

„Alles Bestens", antwortete Draco. Die Drei kamen aus ihrem Versteck.

Die Auroren und Ordensmitglieder die das Fest gesprengt hatten waren verschwunden.

„Dirdra, wo ist Severus?", schrie Lucius von hinter dem Haus.

„Sie haben es nicht gemerkt?"

„Was haben sie nicht gemerkt?"

„Dass wir mit den Guten gekämpft haben. Das heisst, wir sind immer noch im Spiel."

„Sei betrübt, deine Hochzeit wurde gerade gesprengt", zischte Draco. Dirdra begann hemmungslos zu schluchzen. Blaise nahm sie in den Arm und tat als ob er sie trösten würde. Lucius kam zu ihnen.

„Es ist alles ruiniert. Ich sagte doch, es soll meine Feier nicht beeinträchtigen."

„Das waren wir nicht, wir hatten nichts in diesem Aussmass geplant. Wo ist Severus und das Diadem?"

„Woher soll ich das wissen", giftete Dirdra. „Meine Hochzeit ist ein einziges Desaster."

„Wenn sie erlauben, Sir, werden wir uns zurückziehen. Dirdra braucht Ruhe."

„Tut das. Draco du begleitest sie, zu ihrem Schutz."

„Ja, Sir." Die Drei gingen nach oben in den Westflügel.

Als sie in ihrem Wohnzimmer angekommen waren, begannen sie zu lachen. Sie setzten sich auf die Grossen Sessel vor dem Kamin. Blaise sah in seine Handfläche. Dort wo der Schnitt gewesen war, war jetzt nur noch ein kleiner roter Strich zu sehen. Draco legte ihm die Hand auf das Knie.

„Ich liebe dich, Blaise, das werde ich immer tun."

„Ich weiss, nur jetzt ist es so endgültig."

„Ja, Draco muss dich jetzt immer lieben, er kann gar nicht anders." Verwundert sahen die Jungs Dirdra an. Diese hob ihre Hand über die das Messer geschnitten hatte. Doch es war nichts zu sehen.

„Du hast dich heute Morgen beim brauen geschnitten, du solltest besser aufpassen", wandte sich Dirdra ihren Bruder zu.

„Ich konnte nichts dafür, Severus hat mich geschubst…" Dracos Augen wurden Gross. „Nein, das kannst du nicht getan haben." Blaise hatte sich aufrecht hingesetzt.

„Was kann sie nicht getan haben?"

„Ich habe für Dirdra einen Beruhigungstrank gebraut, dabei hat Severus mich geschubst. Ich dachte es wäre ein Unfall gewesen. Er gab mir ein Tuch womit ich das Blut abwischen konnte. Er liess mich lange Bluten bevor er den Schnitt schloss. Severus meinte, damit nichts in meinen Kreislauf gelangen könnte von dem was ich gerade zerkleinert hatte. Es war eine Lüge."

„Ja, das war es. Er hat das Blut danach vom Lappen in eine Phiole gebracht. Diese hatte er mir zusammen mit dem Trank überreicht. Dumbledore hat das Glas der Phiole durchschnitten. Es war dein Blut, welches in die Altarschale geflossen ist. Eure Seelen sind nun für immer vereint und unsere Ehe ist ungültig. Nur werden wir das vorläufig keinen wissen lassen."

Dirdra grinste zufrieden und setzte sich in ihren Sessel zurück.

„Du bist Wahnsinnig, ich weiss nicht wie ich dir jemals dafür danken soll", sprudelte es aus Blaise heraus. Er stand auf, umarmte sie und küsste sie.

„Hei, hör mal auf damit, sonst werde ich noch eifersüchtig", scherzte Draco. Blaise liess von Dirdra ab und ging auf Draco zu.

„Ich liebe dich. Dirdra hat mir das schönste Geschenk gemacht, dass ich je bekommen habe und das Einzige welches ich je haben wollte." Er beugte sich zu Draco und küsste ihn. Voller Leidenschaft und Liebe.

„Ach ist das schön", seufzte Dirdra. Über die Gesichter der jungen Männer rannen Tränen. Sie freuten sich über das was Dirdra für sie getan hatte.

Als sie sich endlich voneinander lösten, grinste Dirdra noch immer.

„Ich dachte wirklich, du hättest keinen Plan, bitte entschuldige."

„Es gibt nichts zu entschuldigen. Bis vorgestern hatte ich noch nicht die leiseste Idee. Und dann hat Vater mich darauf gebracht."

„Lucius? Wie das denn?"

„Die Rede von wegen, das Blutritual steht über der Ehe. Ich musste nur noch Severus dazu überreden, mir dein Blut zu besorgen."

„Warum hast du mich nicht einfach gefragt?"

„Ich wollte nicht, dass du dir falsche Hoffnungen machst. Ausserdem war es so am Unauffälligsten."

„Das ist einleuchtend, ich hätte da nur noch eine Frage, warum hast du Severus das Diadem gegeben und nicht Dumbledore oder jemandem aus dem Orden?" Dirdra senkte den Blick. Sie wusste, dass der Zeitpunkt irgendwann kommen würde, an dem sie ihr Geheimnis verraten musste.

„Severus, ist Dumbledores Spion." Die jungen Männer starrten sie mit offenen Mündern an.

„Er ist was?", flüsterte Blaise.

„Er gehört zum Orden des Phönix. Ich weiss das seit den Weihnachtsferien. Und glaubt mir, es viel mir verdammt schwer, euch nichts zu sagen, aber wenn ihre es gewusst hättet, wärt ihr in Gefahr gewesen. Und wir dachten es sei besser, wenn ihr Severus nicht allzu sehr vertrauen würdet."

„Severus? Das hätte ich am allerwenigsten erwartet. Der Mann hat Courage."

„Wir sollten uns umziehen. Vater erwartet uns bestimmt zum Nachtessen." Draco wollte gerade aufstehen und gehen, als Dirdra ihn zurück hielt.

„Hier, das ist deiner", sagte sie und hielt ihm ihren Ehering entgegen. Draco streckte die Hand danach aus, zog sie allerdings zurück, bevor er den Ring berührte.

„Das kann ich nicht, wenn Vater merkt, dass du ihn nicht trägst."

„Ich sagte doch, es ist alles in Ordnung." Dirdra ging zum Nachtkästchen und holte ein exaktes Duplikat des Ringes hervor. Sie streifte ihn über.

„Siehst du. Wenn du deinen vorläufig an einer Kette um den Hals trägst, wird niemand etwas merken."

„Didi, du bist die Beste", räumte Blaise ein. Draco strahlte über das ganze Gesicht. Er nahm den Ring entgegen und umarmte seine Schwester. Dann ging er um sich umzuziehen.

„Hilfst du mir mal aus dem Kleid, Blaise?"

„Natürlich." Blaise öffnete den Reissverschluss der unter der Knopfleiste verborgen lag. Dirdra streifte das Kleid ab. Blaise drehte sich um.

„Hey, wir sind verheiratet", scherzte Dirdra.

„Nein, sind wir nicht", gab Blaise trocken zurück. Lachend verschwand Didi im Bad. Kurz darauf kam sie in einem adretten Kostüm wieder hinaus. Blaise hatte sich im Zimmer umgezogen.

„So Mrs. Zabini, lassen sie uns gehen."

„Ich dachte wir sind nicht verheiratet?"

„Nur wenn es um nackte Tatsachen geht, versteht sich." Dirdra nickte lächelnd. Als sie jedoch aus dem Zimmer schritten machte sie ein betrübtes Gesicht. Schliesslich war ihre Hochzeitsfeier im Eimer.

Als sie jedoch im Salon des Manors ankamen, bemerkten sie sofort, dass etwas nicht stimmte. Draco sass auf einem der Stühle. Er war kalk weiss im Gesicht und seine Augen schimmerten feucht. Lucius stand am Kamin. In der Hand ein Glas Scotch. Auch er war bleicher als sonst.

„Blaise, Dirdra, setzt euch." Wie angewiesen setzten sie sich auf die Stühle. Eine Hauselfe gab Blaise ein Glas Scotch und Dirdra einen Sherry.

„Vater, was ist passiert?" Draco wischte sich so eben eine Träne aus dem Gesicht.

„Severus ist tot und was noch schlimmer ist, das Diadem ist zerstört worden."

„Nein, das darf nicht wahr sein. Sag das das nicht wahr ist, bitte Vater."

„Ich wusste gar nicht, dass du so an dem Diadem gehangen hast." Dirdra wurde wütend.

„Wer spricht denn von diesem blöden Schmuckstück", kreischte sie und sprang von ihrem Sessel auf. „Sag mir dass Severus nicht tot ist." Lucius nahm einen kräftigen Schluck Scotch.

„Wir wissen nicht wer es war, vielleicht ist er auch einfach irgendwo dazwischen geraten." Die Beine der jungen Malfoy versagten den Dienst. Blaise fing sie geistesgegenwärtig auf.

„Ich denke das war einfach zu viel für sie", sagte er und hob sie hoch. Er schritt aus dem Salon, die Stufen hinauf und dann in den Westflügel.

Auch wenn er Severus nicht so gut gekannt hatte, war ihm doch ganz flau im Magen.

In ihren Räumen legte er Dirdra auf ihr gemeinsames Bett. Er selbst setzte sich auf einen Sessel in der Ecke. Es dauerte nicht lange, bis es klopfte.

„Ja Bitte?", sagte er ohne sich vom Fleck zu bewegen. Die Tür öffnete sich und Draco kam hinein. Blaise sah, dass er weinte. Der Blonde blieb an der Tür stehen und blickte zu Blaise. Dieser sprang sofort auf und nahm ihn in den Arm. Der Dunkelhäutige schaffte es gerade noch sich zurück auf den Sessel zu manövrieren, als auch Draco keinen halt mehr hatte.

Er zog ihn auf seinen Schoss und versucht ihn zu beruhigen.

Nach über einer Stunde ging der Atem merklich flacher. Draco musste eingeschlafen sein. Blaise stand auf und legte ihn neben Dirdra auf das Bett. Die Malfoys waren beide bleich. Das blonde Haar zerwühlt. Es zerriss ihm beinahe das Herz. Blaise fasste einen Entschluss.

„Ich lasse nicht zu, dass alles um sonst gewesen war", sagte er und verliess das Schlafzimmer um in das Arbeitszimmers des Westflügels zu gehen. Dort setzte er sich an den Schreibtisch, holte Pergament und Feder und begann einen langen Brief. Nachdem er geendet hatte rief er nach Dirdras Eule. Sidhe erschien sogleich am Fenster.

Es war eine schneeweisse Eule. Keine einzige schwarze Feder war an ihr. Blaise strich ihr durchs Gefieder.

„Bring den so schnell wie du kannst zu Dumbledore. Flieg meine Schöne, flieg." Die Eule schuhute dann breitete sie die Schwingen aus und flog davon. Blaise setzte sich wieder an den Schreibtisch und begann einen neuen Brief. Dieses mal an den Anwalt seiner Familie. Als er auch damit geendet hatte, blieb er am Tisch sitzen. Den Kopf auf die Hände gestützt.

„Blaise, geht es dir nicht gut?", riss ihn jemand aus den Gedanken.

„Draco, nein, alles bestens", log er.

„Du kannst mich nicht belügen, das weisst du", sagte der Malfoy lächelnd. Blaise sah ihm in die Augen. Er hatte mühe dem wunderschönen Blau stand zu halten.

„Ich habe um Hilfe gebeten. Die Sache wächst uns über den Kopf."

„Wir sind in einem tief, gebe ich zu…"

„In einem tief? Was glaubst du wie es weitergehen wird? Es gibt keinen Grund mehr, warum du nun das Mal nicht annehmen solltest. Und Severus, der dich zweifelsohne immer wieder rausgehauen hat, ist tot. Und wenn irgendjemand merken sollte, dass nicht Dirdra und ich verbunden sind, sondern wir zwei, sind wir tot, alle drei."

„Blaise hat recht", sagte Dirdra mit schwacher Stimme. Sie war wohl schon eine ganze weile an der Tür gestanden.

„Wir schaffen das nicht alleine, nicht mehr."

„Ich weiss, dass ihr recht habt, ich wollte es nur nicht zugeben. Es tut mir so leid Dirdra."

„Du brauchst dich für nichts zu entschuldigen. Severus wusste worauf er sich einliess. Ich hätte ihm nur noch so viel sagen wollen."

„Er hat mir immer beigestanden, auch wenn Vater anderer Meinung war, ich habe ihm nie dafür gedankt." Dirdra war zu den jungen Männern gekommen und küsste jeden auf die Wange.

„Was ist das Blaise?" Sie deutete auf den Brief der Das Wappen der Zabinis trug.

„Der ist für meinen Anwalt, ich wollte ihn gleich abschicken."

„Für deinen Anwalt? Was willst du denn von dem?"

„Das ist mein Testament, man weiss ja nie."

„Blaise", riefen die Malfoys entsetzt.

„Was? Nach diesem Desaster von Gestern, will ich vorbereitet sein." Auch wenn Draco ihm sagen wollte, dass das unnötig sei, liess er es bleiben. Denn er war sicher, dass Blaise richtig handelte. Es klopfte an der Tür.

„Bitte?", fragte Blaise. Die Tür wurde geöffnet und Lucius trat ein.

„Draco, wir müssen gehen."

„Jetzt?" Der Blick des Malfoys duldete keine Widerworte.

„Thu tha iurandi me, brathàir." (du hast es mir geschworen, Bruder) Draco nickte und folgte Lucius der bereits gegangen war.

Sie flohten in eine Ruine. Es war nicht das zerfallene Herrenhaus, welches sie üblicherweise benutzten.

„Wo sind wir, Vater?"

„Wir haben einen Verräter in unseren Reihen. Der Dunkle Lord musste ein Anderes Versteck aufsuchen. Frag nicht weiter." Draco nickte. Lucius bot ihm den Arm, er ergriff ihn sofort. Als Draco wieder festen Boden unter den Füssen hatte, sah er sich um. Es roch nach moderigem Waldboden und ringsum ihn waren Bäume.

„Komm schon", zischte Lucius ihm zu. Rings um her ploppte es immer wieder. Ein Todesser nach dem Anderen tauchte auf. Sie stellten sich in den Kreis um den Thron des Lords.

„Bericht, Nott." Der Todesser kam in den Kreis, verbeugte sich und begann.

„Die Auroren haben zwei Leute verloren, der Orden Ebenfalls."

„Wen?", brüllte der Dunkle Lord.

„Ehm, Sturgis Podmore und einen Weasley." Draco schluckte.

„Sehr gut, was ist mit Potter?"

„Niemand hat Potter gesehen. Er war nicht dort."

„Lucius, wie sieht es bei dir aus?" Nott trat zurück in den Kreis. Lucius ging nach vorne und Verbeugte sich.

„Wir haben die Unruhen unterdrückt my Lord. Die Bevölkerung verhält sich wieder ruhig."

„Wie geht es deinen Kindern?"

„Dirdra ist wütend über das geplatzte Fest."

„Ist sie wütend genug, um sich uns anzuschliessen?"

„Das, my Lord, solltet ihr Draco fragen." Das Blut in den Adern des jungen Malfoys gefror.

„Komm her Draco", befahl Voldemort. Stolz schritt er nach vorne und verbeugte sich. „Was ist nun, mit deiner Schwester?"

„Sie ist in Trauer my Lord. Severus war ihr Vertrauter. Ihre Gedanken sind noch nicht so weit, um sich um Rache und Vergeltung zu drehen."

„Richte ihr mein Beileid aus."

„Ja, my Lord." Offensichtlich war der Dunkle Lord mit anderem beschäftigt und ging nicht darauf ein, dass auch Draco noch kein Dunkles Mal besass.

Lucius und er stellten sich zurück.

„Wir haben mit Severus nicht nur den fähigsten Tränkemeister verloren, sondern auch die Verbindungsstelle zu Dumbledore. Vorschläge, wie wir das wieder hinbekommen?" Die Todesser murmelten untereinander.

„Ich hätte einen Vorschlag, my Lord", sagte Draco überzeugt.

„Draco, interessant." Er deutete ihm an, nach vorne zu kommen.

„Dumbledore wird einen neuen Zaubertränke Professor brauchen. Ich war der Beste Schüler den Severus je hatte und ich werde Dumbledore davon überzeugen können, dass ich überlaufen werde."

„Und du glaubst, das wird funktionieren? Du bist erst 18 Jahre alt."

„Das mag stimmen my Lord, aber ich denke nicht, das der alte Narr in seinen verbündeten jemand hat, der auch nur annähernd an Severus wissen herankommen würde. Er braucht mich, genau so wie er Severus gebraucht hatte."

„Gut Draco, du sollst es zumindest versuchen. Schliesslich bist du offensichtlich der Einzige der überhaupt eine Idee hat", sagte der Lord genervt und warf einen Blick in dir Reihen seiner Leute.

„Vielen Dank my Lord, ich werde euch nicht enttäuschen."

„Das rate ich dir auch." Draco verbeugte sich und kehrte zu Lucius zurück.

„Ich bin stolz auf dich mein Sohn."

„Danke Vater."

Die Versammlung war nun rasch zu ende. Draco ging hinter seinem Vater her und apparierte mit ihm zurück in die Ruine. Dort bestiegen sie den Kamin.

„Wie lange wirst du brauchen?"

„Ich weiss es nicht Vater. Ich werde mir zuerst einen Plan zu Recht legen. Wenn du mich entschuldigen würdest." Draco verbeugte sich kurz und ging. Doch nicht in sein Zimmer, sondern in den Westflügel.

„Dirdra, Blaise, wo seid ihr?"

„Hier, was ist passiert?" Die beiden sassen im Salon. Draco stürzte hinein.

„Ich habe dem Dunklen Lord angeboten, für ihn bei Dumbledore zu spionieren."

„Du hast was? Bist du von allen guten Geistern verlassen?", schollt ihn Dirdra.

„Es ist unsere Chance dort weiter zu machen wo Severus aufgehört hat. Wir können nicht alles um sonst gewesen sein lassen, verstehst du denn nicht."

„Natürlich verstehe ich das, aber du siehst doch, wohin das Severus gebracht hat. Wenn dir etwas passiert?"

„Mir wird nichts passieren."

„Vertraue ihm Dirdra, er weiss was er tut."

„Blaise, hast du den gar keine Angst um ihn?"

„Doch die habe ich, mehr als du denkst, aber ich glaube an Draco. Ich bin überzeugt, dass er es schaffen wird."

„Danke Blaise", sagte Draco und sah ihn verliebt an.

„Gut, dann tu es. Wenn du Hilfe brauchst weisst du wo wir zu finden sind."

„Ach ja, da wäre noch etwas. Der Dunkle Lord wollte wissen, ob du aus Rache für deine geplatzte Hochzeit nicht doch in seinen Reihen aufgenommen werden willst."

„Bitte? Der kann mich mal."

„Das habe ich ihm auch gesagt, nicht mit deinen Worten natürlich."

Draco hatte sich auf die Armlehne von Blaise`s Sessel gesetzt. Der Schwarze hatte ihm den Arm um die Hüfte gelegt.

„Wenn du Dumbledore siehst, lass Harry, Ron, Hermine und Ginny grüssen ja?"

„Einer der Weasleys wurde getötet." Dirdra sah ihn erschrocken an.

„Sag dass es nicht Ron ist, bitte", flehte sie.

„Ich weiss nicht wer es ist. Nott wusste den Namen nicht. Ich werde mich aber danach erkundigen."

„Bitte, tu das." Draco küsste Blaise, dann stand er auf und ging in sein Zimmer.

Er zog sich um. Keine Todesser Kleidung. Eine schwarze Jeans, ein langärmliges Sweatshirt und einen Sommerumhang. So verliess er Malfoy Manor.

Er apparierte nach Hogsmeade. Von dort aus ging er hoch zum Schloss. Vor den Gittertüren mit den geflügelten Ebern blieb er stehen. Draco spähte durch die Gitter. Er war sich sicher, dass jemand hier sein musste.

„Kommt schon, es muss doch jemand hier sein." Er sah sich nervös um. Doch dann wurde das Tor geöffnet. Der junge Mann schlüpfte hindurch und zuckte zusammen, als das Tor klirrend wieder ins Schloss viel.

„Zauberstab her, Malfoy", zischte eine Stimme. Draco kannte sie vom vierten Schuljahr. Alastor Moody hatte sich unter einem Tarnumhang versteckt. Draco streckte die Hände von sich.

„Er ist in der Innentasche des Umhangs." Aus dem Nichts erschien eine Hand und griff danach. Moody zog den 10 Zoll langen Weissdornzauberstab aus der Innentasche des Umhangs.

„Was willst du hier Malfoy?"

„Ich will zu Dumbledore."

„Wozu?"

„Das werde ich ihm dann schon selber sagen." Moody zog sich den Tarnumhang vom Kopf.

„Geh, und keine falsche Bewegung." Draco ging nach oben zum Schloss.

Es lag verlassen im schein der Sommersonne. Als sie die Eingangshalle betraten, kamen einige Auroren aus der Grossen Halle.

„Das war ja so was von klar. Die verschwunden Auroren sind in Hogwarts."

„Erfasst, Todesser."

„Ich bin kein Todesser", fauchte Draco wütend. Er blieb stehen, drehte sich zu Moody um und zog den linken Ärmel seines Shirts nach hinten. „Ich bin kein Todesser", wiederholte er. Moody blickte genau darauf. Drehte den Arm um und fuhr mit seinem Zauberstab darüber. Doch dort war nichts als weisse Haut.

„Wir werden erfahren, was du hier willst. Los weiter." Unsanft schubste er Draco in Richtung der Grossen Treppe.

„Du wirst wohl noch wissen wo sich das Büro des Schulleiters befindet, nicht wahr?" Draco nickte nur.

Vor dem Gargoyle angekommen murmelte Moody das Passwort. Der junge Malfoy versuchte sich nichts anmerken zu lassen, doch er war ziemlich nervös.

„Albus, hier ist jemand für dich." Der Schulleiter blickte zur Tür. In seinem Büro standen einige Auroren. Draco kannte nur Kingsley Shacklebolt.

„Ah Draco, ich dachte mir, dass du herkommen würdest. Setz dich." Draco setzte sich auf den Stuhl den der Schulleiter ihm zugewiesen hatte.

„Wir werden uns später weiter Unterhalten." Die Auroren nickten und verliessen das Büro. Moody übergab Albus Dracos Zauberstab und warf einen letzten abschätzigen Blick auf den Malfoy bevor auch er ging.

„Was kann ich für dich tun?"

„Ich möchte Severus Platz einnehmen."

„Du willst Zaubertränke Professor werden?" Draco lächelte.

„Ja das auch, aber ich will ihren verlorenen Spion ersetzen."

„Was bringt dich zu der Annahme, dass Severus ein Spion war?"

„Dirdra. Sie wusste es und hat es uns gesagt."

„Uns?"

„Blaise und mir."

„Warum wollen sie denn jetzt seinen Platz?"

„Ich bin und bleibe ein Slytherin, Sir. Sie wissen genau, dass uns die Zeit weg läuft. Dirdra und Blaise sind nicht rechtsgültig verheiratet, weil es mein Blut war, also werden sie auch keinen Erben brauchen. Dieser Umstand wird Vater bald auffallen und er wird Fragen stellen."

„Ist das alles?"

„Nein. Severus war unser Vertrauter. Wir konnten mit ihm über alles sprechen. Sein Verlust hat uns hart getroffen. Vor allem hat er Dirdra getroffen. Aber mir wurde erst jetzt bewusst, was ich an ihm hatte. Es gibt da ein Sprichwort, Cha bhi fios aire math an tobair gus an tràigh e. Der Wert des Brunnens ist nicht bekannt, bis er austrocknet. Sie verstehen?"

„Ich verstehe nur zu gut. Du hast kein Mal auf dem Arm?"

„Nein, ich konnte mich bis jetzt erfolgreich dagegen wehren, was ein weiterer Grund dafür wäre, warum ich Spion sein will. Ich werde es nicht annehmen brauchen."

„Tom wird davon wissen, nehme ich an?"

„Ja, er glaubt, ich würde für ihn spionieren."

„Und, tust du es?"

„Wenn es so wäre, würde ich diese Frage nicht wahrheitsgetreu beantworten, das ist ihnen doch hoffentlich klar?"

„Natürlich ist mir das klar. Ich weiss auch, dass du dich gegen Veritaserum wehren kannst, wenn du es willst."

„Sie wollen mich damit befragen, tun sie es, ich bitte darum." Albus nickte und holte eine grüne Phiole aus seinem Schreibtisch.

Eine Hauselfe brachte ein Glas Wasser. Der Schulleiter tropfte fünf Tropfen hinein. Draco leerte das Glas in einem Zug.

„Bist du auf Wunsch von Tom hier?"

„Nein, es war meine eigene Idee."

„Weiss jemand wo du dich aufhältst?"

„Ja, Dirdra und Blaise, Vater wird es vermuten."

„Bist du dir sicher, dass du Zaubertränke unterrichten könntest?"

„Keine Ahnung, Severus meinte einmal, ich sei fast so gut wie er selbst in meinem Alter."

„Du wirst sicher verstehen, dass ich dir auch eine Frage stellen muss, die du normalerweise nicht einfach so beantworten würdest?"

„Ja, das verstehe ich."

„Wie ist dein Verhältnis zu Blaise Zabini?"

„Das wissen sie doch Professor, wir sind ein Paar. Zusammen wie man so schön sagt und dank ihnen sind unsere Seelen auf ewig verbunden."

„Das war auch noch nicht die Frage die ich dir stellen wollte", sagte der Professor amüsiert.

Mit einem wink seiner Hand, öffnete sich die Tür zu seinem Büro.

„Harry, komm her." Draco verdrehte die Augen.

„Das ist hinterhältig Professor, sie waren sicher kein Slytherin?"

„Nein, Draco, durch und durch Gryffindor. Harry, gibt es etwas, dass du Draco schon immer einmal fragen wolltest?" Harry trat vor den jungen Malfoy.

„Warum hasst du mich?" Draco senkte den Blick.

„Ich hasse dich nicht, das habe ich nie getan. Ich war eifersüchtig."

„Worauf?"

„Du warst berühmt für etwas was du getan hast, nicht dafür dass du der Sohn von jemandem warst. Du hast Freunde die mit dir durch alle Gefahren gehen ohne sich zu beschweren. Ich dachte ich hätte das nicht."

„Du hattest diese Freunde, Dirdra, Blaise und Professor Snape."

„Das ist mir jetzt auch klar, nur leider zu spät."

„Traust du ihm, Harry?"

„Ja, das tue ich. Ich habe bereits Professor Snape einmal gesagt, dass ich ihm nicht im Wege stehen werde, wenn er sich für uns entscheidet. Ich denke die Fragen waren Demütigung genug."

„Eines noch, Draco. Hast du Angst vor deinem Vater?"

„Eine Scheiss-Angst." Draco hielt sich beide Hände vor den Mund. Es war ihm mehr als peinlich das zu zugeben, und dann erst noch vor Potter.

„Das wäre nicht nötigen gewesen", schollt Harry.

„Ich weiss, aber informativ. Gut Draco, du hast die Wahrheit gesagt. Ich denke, es wäre nur richtig, wenn du in Spinners End wohnen würdest. Dort können wir dich immer erreichen. Ich denke nicht, dass du wieder nach Malfoy Manor zurück kannst. Schliesslich soll es so aussehen, als ob du dich von Tom und damit auch von deinem Vater abgewandt hasst."

„Muss es Spinners End sein? Ich werde die ganze Zeit an Severus erinnert."

„Ich weiss zufälligerweise, dass Severus dir das Haus hinterlässt." Draco sah den Schulleiter verwundert an. „Wir werden uns also in zwei Tagen wieder hier treffen, bis dahin sollte alles erledigt sein."

„Ehm, sagen wir in drei Tagen. Severus Beerdigung ist übermorgen und bis dahin möchte ich noch so tun als ob alles Normal sei."

„Das verstehe ich natürlich, dann also in drei Tagen. Auf wieder sehen, Draco." Draco erhob sich und ging mit Harry hinaus.

Sie gingen eine Weile stumm nebeneinander her.

„Wann hast du mit Severus über mich gesprochen?"

„Nach dem Halloweenball letztes Jahr."

„Wenn ich gewusst hätte, dass Severus ein Spion ist, hätte ich so vieles anders gemacht."

„Dirdra wollte es euch nicht sagen, damit ihr euch nicht damit belasten müsst. Sie hat euch nur helfen wollen."

„Sie will immer allen helfen, keine Ahnung woher sie das hat."

„Und du bist also jetzt verbunden mit Blaise?" Draco grinste.

„Schockiert, Potter?"

„Nicht im geringsten. Ich habe euch knutschen gesehen."

„Was? Wo?", fragte Draco nun seinerseits geschockt.

„In den Dungeons, nach dem Halloweenball. Didi hat es uns zwar gesagt, aber ich wollte es nicht glauben. An diesem Abend bin ich dir und Blaise gefolgt. Glaub mir, meine Kinnlade hätte beinahe Bekanntschaft mit dem Boden gemacht. Aber ich finde es gut." Draco verdrehte die Augen.

„Wer weiss noch davon?"

„Dass du Schwul bist? Ginny, Ron und Hermine. Dass ihr miteinander verbunden seit, Albus ihr drei, Snape und ich."

„Severus", sagte Draco nachdenklich. „Er hat uns geholfen. Ohne ihn wäre das ganze mächtig in die Binsen gegangen. Ich wollte ihm noch für so vieles danken."

„Er weiss es, glaube mir. Snape wusste so manches ohne dass man es ihm sagte."

„Da könntest du sogar recht haben."

Sie waren inzwischen wieder beim Tor mit den geflügelten Ebern angekommen.

„Mist, Dumbledore hat noch meinen Zauberstab. Jetzt muss ich den ganzen Weg zurück latschen."

„Meinst du den hier?" Harry holte Dracos Zauberstab aus seinem Umhang.

„Danke Harry."

„Enttäusch mich nicht Draco." Der Malfoy nickte und ging. Bevor das Tor passierte, drehte er sich nochmals um.

„Ehm, Harry? Dirdra hat mich gebeten zu fragen, ob es Ron gut gehen würde." Harry senkte den Blick.

„Ja, es geht ihm den umständen entsprechend gut. Es hat Fred erwischt." Draco nickte und verliess die Gründe Hogwarts. Kurz nach dem Tor apparierte er.

Harry ging zurück ins Schloss. Es war einfacher als er erwartet hatte. Sicher taten die Beleidigungen weh, damals, aber der Krieg war viel schlimmer. Dracos Angriffe auf ihn und seine Freunde hatten sich relativiert. Es waren nur Worte auch wenn sie weh taten und verletzend waren, sie konnten niemanden töten. Im Schloss zurück ging er direkt in die Grosse Halle.

„Und Harry, glaubst du ihm?", fragte Ron sofort.

„Ja, ich glaube ihm. Ich glaube das war zum ersten Mal Draco Malfoy wie er wirklich ist. Ohne Maske ohne Arroganz. Draco Pure. Und wenn er immer so gewesen wäre, wären wir vielleicht sogar Freunde geworden."

„Oh ha, das will was heissen", bestätigte Ginny.

Es waren nicht nur die verschwunden Auroren im Schloss, sondern alle die sich gegen Voldemort auflehnten.

„Ich habe nie verstanden, warum ihr keine Freunde wahrt", sagte Albus der gerade die Grosse Halle betrat.

„Jedenfalls haben wir unser Professoren-Problem gelöst."

„Ach ja?", fragte Molly interessiert.

„Nun, Hermine wird Verteidigung gegen die Dunklen Künste unterrichten und Draco Zaubertränke."

„Was? Malfoy? Ist das wirklich ihr ernst?"

„Ja, er wird das sicher gut machen, nicht wahr?" Alle wussten genau, an wen die Frage gerichtet war. Dieser jedoch nickte nur.

Als Draco wieder im Manor ankam, war er augenscheinlich alleine. Gerade als er nach Oben in den Westflügel wollte, wurde er aufgehalten.

„Draco, ich möchte bitte mit dir sprechen."

„Mutter, was kann ich für dich tun?" Draco kam die paar Treppenstufen nach unten und folgte seiner Mutter in die Bibliothek.

„Ich weiss nicht was du vor hast, aber ich bin sicher, es ist nicht das Selbe wie dein Vater."

„Wovon sprichst du Mutter?"

„Du warst in Hogwarts, nicht wahr?" Draco sah sie noch immer fragend an. Offensichtlich hatte Lucius es nicht für nötig gehalten Narzissa in die Pläne die sie hatten einzuweihen.

„Du wirst die Seiten wechseln, nicht wahr?"

„Mutter, ich bin entsetzt. Du glaubst doch nicht wirklich, dass ich auf die Seite von St. Potter wechsle. Ich bin überzeugt, dass Severus Tod ihre Schuld war und das werden sie mir büssen."

„Das ist Schwachsinn und ich weiss, dass du das auch weisst. Du sollst einfach daran denken, dass du eine Mutter hast, wenn du deinen Plan umsetzt."

„Was willst du mir damit sagen. Stehst du nicht hinter unserm Meister?"

„Unser Meister? Du sprichst von dem Fanatiker dem dein Vater folgt. Nein, ich stehe ganz und gar nicht hinter ihm."

„Ich werde deinen Affront melden, Mutter. So etwas ziemt sich nicht für eine Malfoy."

„Tu was du nicht lassen kannst. Und denk daran, dieses Gespräch, hat nie stattgefunden." Bevor Narzissa die Bibliothek verliess drehte sie sich nochmals um.

„Ach, grüss Blaise bitte von mir", lächelte sie. Draco sah sie mit offenem Mund an. Wusste sie vielleicht etwas? Kopfschüttelnd ging er aus der Bibliothek durch die Eingangshalle, die Treppe nach oben in den Westflügel.

Er klopfte nicht an, sondern ging direkt hinein. Dirdra und Blaise sassen beide im Salon.

„Hat einer von euch mit Mutter gesprochen?"

„Nein, warum fragst du?"

„Ich hatte gerade ein sehr beängstigendes Gespräch mit ihr. Sie meinte ich solle sie nicht vergessen, wenn ich meinen Plan ausführe und dass sie den Dunklen Lord nie als Meister akzeptieren würde nur weil Vater einem Fanatiker folgt. Und dann sagte sie, ich solle Blaise grüssen."

„Meinst du sie hat das ernst gemeint?"

„Keine Ahnung Dirdra, aber offensichtlich müssen wir vorsichtig sein."

„Und wie war es in Hogwarts?"

„Informativ, nicht wahr Dirdra?"

„Wovon sprichst du?"

„Du hast den Gryffindors gesagt, dass ich mit Blaise zusammen bin."

„Ja, das habe ich. Warum?"

„Nun, Harry hat dir kein Wort geglaubt. Er ist uns gefolgt nachdem wir damals beim Halloweenball die Halle verlassen hatten."

„Du hast mich geküsst, wir waren kaum die erste Treppe nach unten gegangen."

„Genau, danach hat er es geglaubt", lachte Draco.

„Wieso hast du Harry gesehen?"

„Dumbledore hat mich mit Veritaserum befragt. Ich habe mich nicht dagegen gewehrt und um sicher zu gehen, hat er Harry gebeten mich zu fragen was er schon immer mal wissen wollte. Er wollte wissen warum ich ihn hasse."

„Und, was hast du gesagt?"

„Die Wahrheit. Ich war immer nur eifersüchtig, dabei habe ich genau so viel wie er." Draco lächelte Blaise an und streckte seine Hand nach ihm aus. Blaise ergriff sie sofort.

„Ausserdem werde ich Severus ersetzen. Nicht, dass ich es könnte, aber ich werde mein Bestes geben. Dumbledore meinte, ich solle dann so lange in Spinners End wohnen. Wen ich übergelaufen bin, kann ich ja schliesslich nicht mehr hier bleiben."

„Warum Spinners End", fragte Dirdra traurig.

„Er meinte, Severus hätte es mir vermacht. Keine Ahnung, ich fühle mich schrecklich dabei."

„Kann ich verstehen mein Schatz, aber da wirst du durch müssen."

„Ja, werd ich wohl. Ich geh dann mal Packen, damit ich gleich nach der Trauerfeier los kann."

„Draco, hast du Ron gesehen?" Er schüttelte den Kopf.

„Nein, aber Harry sagte mir, der tote Weasley sei Fred gewesen." Dirdra nickte ihm dankend zu.

Draco verliess den Westflügel und ging in sein Zimmer. Als es hinter ihm ploppte, drehte er sich genervt um.

„Was willst du, Beag?"

„Der Master möchte sie sehen, im Salon." Draco liess seine Hemden auf das Bett sinken und ging nach unten.

„Du wolltest mich sprechen?"

„Wie ist es gelaufen?"

„Sehr gut. Dieser Narr glaubt doch wirklich alles. Auch das Veritaserum war kein Problem. Ich werde nach der Trauerfeier nach Spinners End umziehen. Wenn ich schon überlaufe, kann ich ja nicht mehr hier wohnen."

„Das ist gut. Der Dunkle Lord wird sich freuen, wenn ich ihm diese Nachricht überbringe. Oder willst du das selber tun?"

„Ich lasse dir den Vortritt Vater, ich habe noch genügend andere Dinge zu tun." Lucius nickte. Draco verliess den Salon und ging zurück um zu packen.