Kapitel 16 : Opfer

Er hatte tief geschlafen, als plötzlich jemand in sein Schlafzimmer kam.

„Steh auf und zieh dich an", befahl Lucius und machte Licht.

„Bei Salazar, was soll das?", fauchte Draco.

„Du sollst dich anziehen." Widerwillig stand Draco auf und zog sich den dunklen Anzug mit schwarzem Rollkragenshirt an. Er macht sich nicht die Mühe sein Haar in Ordnung zu bringen, sondern ging so wie er war die Treppe nach unten. Lucius sah ihn abwerten an, sagte aber nichts.

Ohne Draco zu sagen, wo sie hin wollten, stieg der Patriarch in den Kamin und verschwand. Leise Fluchend machte Draco sich hinterher. In der Ruine im Schottischen Hochmoor wartete Lucius bereits ungeduldig. Der Junge Malfoy beeilte sich hinterher zu kommen. Am Apparierpunkt griff er sofort nach dem Arm seines Vaters und apparierte mit ihm Seite-an-Seite.

Bereits von hier aus konnte er das Gelächter einiger Todesser hören. Sie schienen sich über etwas zu freuen, dann hörte er den ersten Fluch. Ein Cruzio. Draco schluckte trocken, wen hatten sie wohl erwischt, einen Muggel, einen Auroren oder jemanden aus dem Orden? Und was wurde von ihm verlangt, würde er das tun können ohne sich zu verraten? Es kostete ihn sehr viel Kraft die undurchdringliche Maske auf zu behalten.

Als er nach gefühlten Stunden bei dem Treffpunkt ankam, stockte sein Herz. An einem Holzpfahl in der Mitte hing ein Zauberer. Er hatte bereits Blessuren. Der Schein der Fackeln erhellte kurz sein Gesicht und Draco blieb stehen. Das konnte nicht sein, das durfte nicht sein. Der gefolterte Zauberer hob seinen Kopf und blickte ihn an. Es waren die Augen, in die er noch stunden zuvor flehentlich geblickt hatte.

„Greg", entfuhr es ihm.

„Ich dachte mir, dass du das sehen möchtest. Henry hat ihn vor zwei Stunden hergebracht. Er weigerte sich noch immer Daphne Greengrass zu heiraten."

„Nun, hast du Genug, um deine Ansichten zu überdenken, mein Junge", fragt der Dunkle Lord amüsiert.

„Ich werde niemals meine Ansichten überdenken. Ich stehe zu meiner Entscheidung."

„Das wird dein Todesurteil sein."

„Ich weiss, das hat mir heut schon mal jemand gesagt, es wird langsam Langweilig." Ein Cruzio war die Strafe dafür.

„Da du ja keine Probleme damit hast, wenn andere Männer dich anfassen, wirst du damit auch kein Problem haben." Der Dunkle Lord winkte drei Kuttenträger herbei.

Draco erkannte den Wehrwolf Fenrir Grayback, Rabastan Lestrange und Thorfinn Rowle. Die Männer verbeugten sich vor dem Dunklen Lord und wandten sich dann dem Opfer in ihrer Mitte zu.

Mit einem Wink des Zauberstabs von Rowle, wurden Gregs Kleider zerrissen und hingen in Lumpen an ihm. Erst wollte Draco nicht glauben was er sah, doch als Fenrir und Rabastan sich ihrer Hosen entledigten konnte er nicht mehr anders. Er stand da und starrte auf die Vier Personen in der Mitte. Ringsherum wurde gelacht und gejohlt. Und als Rabastan sich dann hinter Greg stellte und ohne Vorwarnung in ihn eindrang, wurden die Anfeuerungsrufe lauter. Draco schloss die Augen, er wollte das nicht sehen, er wollte sich abwenden, doch auch mit geschlossenen Augen konnte er genau hören was geschah.

Er konnte Gregs Schreie hören, er konnte hören wie Rabastan keuchte und vor sich hin stöhnte und er konnte das heisere Keuchen hören, als der Todesser seinen Höhepunkt erreicht. Draco zwang sich die Augen auf zu machen und hinzu sehen.

Greg hing keuchend in den Fesseln die ihn dazu zwangen aufrecht zu stehen. Sein Gesicht war rot, vor Schmerz und zweifelsohne auch vor Scham.

An den Fetzen die früher mal seine Hosen waren, konnte man deutlich Blut erkennen welches an den Schenkeln hinunter rann. Doch es schien niemand zu interessieren. Im Gegenteil. Inzwischen hatte Thorfinn Rabastans Platz eingenommen und schob sich immer wieder in den geschundenen Körper.

Draco begann zu würgen. Er zwang sich ruhig zu bleiben, doch die Wut in ihm stieg nun stetig. Die Todesser ringsherum feuerten die ihren an und riefen ihnen bewundernde Worte zu. Thorfinn war noch nicht fertig, als Fenrir in das Geschehen eingriff.

Er schnitt Gregory von den Fesseln. Dieser stürzte zu Boden und blieb liegen. Thorfinn lachte und kniete sich hinter ihn. Fenrir packte Greg am Kopf und zwang ihn auf alle viere. Auch der Wehrwolf hatte sich auf die Knie begeben, allerdings am Kopf seines Opfers. Während Rowle sich noch immer stossend hinter Gregory Goyle befand, drückte ihm der Wehrwolf vor ihm sein Gemächt ins Gesicht.

Der junge Mann drehte angewidert den Kopf weg, doch Fenrir kannte keine Gnade. Er verstärkte den Griff in Gregs Haar. Ein Schmerzensschrei entfuhr ihm als Fenrir eine spitzen Fingernagel in seinen Hals bohrte. Doch das dünne Rinnsal welches jetzt den Hals des ehemaligen Slytherin hinunter lief war nur eine Zugabe.

Grayback hatte die Chance genutzt und dem Jungen Mann seine Männlichkeit in den Rachen geschoben.

Draco hatte sich abgewandt, er wollte das nicht sehen, doch Lucius schien es zu merken. „Was ist, hast du nicht den Mut, es dir anzusehen?"

„Nein." Lucius griff Dracos Arm und drehte ihn so, dass sein Gesicht auf das Geschehen gerichtet war.

„Sieh es dir gefälligst an. Du bist ein Mann, ein Malfoy, wir sind nicht so zimperlich wie diese Schwuchtel." Der Würgereiz kam zurück.

Thorfinn hatte wohl seinen Höhepunkt erreicht, denn er sank zufrieden Grinsend hinter Greg zu Boden.

Der Wehrwolf war auch nicht weit davon entfernt, denn er grunzte bereits. Doch als er zu zucken begann zog er sich aus dem feuchten Mund zurück und spritzte in das Gesicht des wehrlosen jungen Mannes. Draco hatte geschockt zugesehen. Er war unfähig sich zu bewegen bis zu diesen Zeitpunkt. Als der junge Malfoy sah wie das Sperma des Wehrwolfes von Gregs Gesicht tropfte, riss er sich von Lucius los und taumelte einige Schritte nach hinten, viel auf die Knie und kotzte sich die Seele aus dem Leib.

„Was fällt dir ein, reiss dich gefälligst zusammen", ging Lucius ihn an und zog ihn auf die Füsse. Draco wischte sich den Mund sauber und unterdrückte das Würgen. Dann liess er sich von Lucius wieder zurück in den Kreis ziehen.

Es hatte wohl niemand gemerkt dass er kurzzeitig nicht hier stand, denn die Blicke aller waren noch immer in die Mitte gerichtet.

Gregory Goyle lag auf dem Bauch am Boden. Die Fetzen an seinem Körper waren durchnässt von Sperma, Blut und Urin. Sein Gesicht lag in einer Pfütze aus Erbrochenem.

„Es soll doch jeder von euch etwas von ihm haben, wer fängt an?" Der Dunkle Lord blickte in seine Anhängerschar. Die Todesser zogen die Zauberstäbe und begannen Flüche auf den geschundenen Menschen abzufeuern. Die meisten waren jedoch sehr einfallslos und brachten nur ein Cruzio zu stande. Draco begann fieberhaft zu überlegen, wie er da wieder herauskommen würde, doch es wollte ihm nichts einfallen.

Als die Reihe dann an ihm war, stoppte der Dunkle Lord.

„Draco mein Lieber, komm her." Zitternd ging der junge Mann nach vorne. Sein Herzschlag hatte sich vervierfacht. Wenn Greg auch nur die leiseste Andeutung gemacht hatte, war das sein Todesurteil.

„Du bist etwas bleich, geht es dir nicht gut?", fragte der Lord und die Todesser lachten. Es war ihnen wohl klar, dass Draco geschockt sein musste. „Du sollst natürlich nicht leer ausgehen, beseitige ihn wie du es für angemessen hältst." Draco verneigte sich. Er war mehr als Dankbar dafür, dass er die Chance hatte, noch etwas für Greg zu tun. Also drehte er sich zur Mitte um und liess den Körper mit einem einfachen Schwebezauber vor sich her schweben. Lucius ging mit ihm mit, um ihn bis zu der Ruine zu begleiten.

Von dort aus apparierte Draco nach Hogsmeade. Er wollte nach Hogwarts. Vielleicht konnte man dort Greg noch helfen, denn er konnte es nicht.

Draco war bereits einige Schritte gegangen, als der Verletzte sich regte. Sofort liess er ihn auf den Boden gleiten und kniete sich zu ihm.

„Es tut mir leid, es tut mir so leid. Ich wusste nicht was ich tun sollte, bitte verzeih mir." Gregs Gesicht war zu geschwollen und von Blut und Sperma verkrustet. Er konnte kaum sprechen.

„Töte mich, Draco, lass mich nicht mehr leiden."

„Wir sind gleich in Hogwarts, dort wird man dir helfen, du musst nur durchhalten." Draco konnte die Tränen nicht mehr zurückhalten. Sie benetzten sein ganzes Gesicht.

„Ich werde es nicht mehr schaffen, die Schmerzen sind zu gross. Bitte, tu das für mich, bitte", flehte Greg.

„Ich kann das nicht tun, du wirst es schaffen. Mme. Pomfrey bekommt dich wieder hin."

„Du konntest mir vorher nicht helfen, jetzt kannst du es." Die Stimme war kaum noch zuhören. Immer wieder wurde Greg von Schmerzattacken und Hustenanfällen unterbrochen. Er spuckte Blut. Draco zog zitternd den Zauberstab.

„Andrew Terell. Sage ihm, dass ich ihn bis zum Schluss geliebt habe, versprich es mir."

„Ich verspreche es dir, bei allem was mir heilig ist, ich verspreche es dir." Greg nickte ein letztes Mal, dann schloss er die Augen.

„Greg, Greg", schrie Draco hysterisch und rüttelte an seinen Schultern. Aus seinem Mund rann frisches Blut. Eine Rippe musste sich in die Luge gebohrt haben. Der Atem rasselte.

„Es tut mir leid, es tut mir so leid." Zitternd richtete der blonde Mann seinen Zauberstab auf den Schwerverletzten vor ihm.

„Tardus contra." Das sowieso schon kaum noch schlagende Herz blieb stehen. Draco schrie seinen Zorn aus Leibeskräften aus seinen Lungen. Er weinte und schlug mit den Fäusten auf den Boden ein. Es dauerte nicht lange bis er gefunden wurde.

Als Draco die Augen öffnete, lag er in einem warmen Bett. Seine Hände waren bandagiert und es war ruhig. Er setzte sich auf. Der Krankenflügel von Hogwarts.

„Guten Morgen, Draco. Wie geht es dir?"

„Greg…"

„Wir konnten nichts mehr für Mr. Goyle tun. Die Verletzungen waren zu schwer. Die Rippe die seine Lunge perforiert hatte, führte binnen Sekunden zum Tod. Du hast nichts damit zu tun. Er hätte es auf keine Fall geschafft." Draco liess sich wieder in die Kissen fallen.

„Ich hätte ihm helfen müssen."

„Du hättest deine Heldentat nicht überlebt", sagte nun eine andere Stimme neben ihm. Draco wandte den Kopf. Severus stand hinter Albus Dumbledore. Sofort setzte der Malfoy sich wieder auf. Severus trat einen Schritt auf das Bett zu und liess sich von Draco in einem Umarmung ziehen.

Der junge Mann weinte stumme Tränen. Kein Ton war zu hören, doch am beben der Schultern konnte man deutlich sehen, dass er weinte. Severus strich ihm sanft über den Rücken als Draco auf einmal zu erzählen begann.

Von der Sekunde an, als Lucius ihn aus dem Bett geholt hatte, bis zu dem Zeitpunkt als er im Krankenflügel erwachte. Alles, jedes noch so scheussliche Detail sprudelte aus ihm heraus. Albus und Severus hörten ihm zu ohne zu unterbrechen. Danach deutete der Schulleiter Severus an er solle verschwinden. Der Tränkemeister wusste warum, doch Draco schien nichts bemerkt zu haben.

„Ruhe dich aus, wir werden uns morgen nochmals darüber unterhalten." Doch Draco dachte nicht daran. Er schlug die Decke zurück und stand auf.

„Wo sind meine Sachen?"

„Andrein bringt dir neue, wo willst du hin?"

„Ich muss zu ihm Professor. Die Pläne für den Angriff auf Hogwarts werden heute besprochen. Es wird auffallen wenn ich nicht dort bin."

„Bist du sicher, dass du das durchstehst?"

„Ich werde mehr als das. Ich werde jedes noch so kleine Detail an sie weiterleiten, damit diese Ausgeburt des Bösen endlich vernichtet wird. Und wenn Potter das nicht hinbekommt, ich schwöre, ich werde es selber tun."

„Da sind wir schon zwei."

In der Tür des Krankenflügels stand Dirdra.

„Ich dachte mir, du wolltest die Beiden sehen." Hinter Dirdra betrat Blaise den Raum. Draco stand auf und rannte auf Blaise zu. Dieser schloss ihn in die Arme und streichelte sanft seinen Rücken.

„Schhh, es ist alles in Ordnung."

„Wir haben gehört was passiert ist", sagte nun Dirdra. „Er wird büssen was er Greg angetan hat."

„Ja, das wird er, ganz bestimmt."

„Bist du sicher, dass du jetzt zu ihm willst?"

„Ich würde viel lieber bei dir bleiben, aber ich kann nicht. Wenn er seiner gerechten Strafe zugeführt werden soll, muss ich zu ihm." Blaise seufzte, nahm Dracos Kopf in seine Hände und küsste ihn. Zärtlich, Leidenschaftlich.

„Pass bitte auf dich auf. Tha gràdh agam ort." (Ich liebe dich)

„Cinnteach, Is mo ghràth ort mar an ceudna." (Sicher, ich liebe dich auch) Draco drückte Dirdra an sich.

Ein Plopp kündigte Anderin an der ihm seine Kleidung brachte. Der junge Mann zog sich an, verabschiedete sich von Blaise und Dirdra und ging.

Harry blickte ihm hinterher als er über die Ländereien nach Hogsmeade ging. Er hätte ihm nicht zugetraut, nach einem solchen Erlebnis weiter zu machen. Nicht, dass er Dracos Ausführungen gehört hätte, nein, er war selber dabei. Er hatte alles gesehen. Er hatte alles selber befohlen.

Die Nacht war für Harry genau so schwer wie für Draco. Er erwachte als die Todesser, auf seinen Befehl hin, begannen den jungen Zauberer zu foltern und kam wieder zu sich, als Draco mit Greg verschwand. Harry hatte damit gerechnet, dass Draco den Verletzten herbringen würde, deshalb bestand er darauf wieder in den Gryffindorturm zu gehen, anstatt auf der Krankenstation zu bleiben. Draco brauchte seine ganze Energie für diesen Kampf, er musste nicht wissen, dass Harry die Dinge manchmal sehen konnte.

„Du hast es gesehen, nicht wahr?", fragte eine Stimme hinter ihm.

„Dirdra, was tust du denn hier? Ich dachte du wärst bei Blaise`s Eltern?"

„Waren wir auch, aber Dumbledore meinte wir sollten herkommen. Blaise spricht noch mit ihm. Also, du hast es gesehen?" Harry nickte.

„Es war kein schöner Anblick, glaub mir. Ich hatte damit gerechnet, dass Goyle es nicht schaffen wird." Dirdra war noch immer in schwarz gekleidet.

„Vor einer Woche habe ich Severus verloren und jetzt ist Gregory tot. Auch wenn er keiner meiner Freunde war, hat er mir doch nie etwas getan. Ich mochte ihn irgendwie. Und dass seine Eltern ihn so behandelten, verstehe ich nicht. Man soll seine Kinder lieben, sie beschützen, egal für welches Geschlecht sie sich interessieren."

„Das solltest du vielleicht auch deinem Vater sagen."

„Merlin bewahre, ich bin nicht Lebensmüde, obwohl, vielleicht würde ich Severus wieder sehen."

„Das kannst du jetzt nicht ernst meinen, Dirdra, ich bitte dich", fuhr Harry sie entrüstet an.

„Warum nicht. Ich habe nichts mehr zu verlieren. Blaise würde sich gut um Draco kümmern." Die junge Frau weinte. Harry schloss sie in die Arme.

„Das darfst du nicht denken. Du bist stark. Du wirst das schaffen, glaube mir. Es wird wieder besser werden." Dirdra hatte ihren Kopf an Harrys Schulter gelegt.

Harry hingegen blickte zum Schlosseingang. Dort stand eine schwarze Gestalt. Der junge Auror konnte in Severus Gesicht lesen, dass er jetzt lieber an seiner Stelle sein würde. Doch der Tränkemeister zwang sich dazu zurück ins Schloss zu gehen. Er zwang sich den Blick von Dirdra zu nehmen, drehte sich um und ging. Harry schüttelte den Kopf. Sicher, es war richtig was sie hier taten, denn der Zweck heiligt die Mittel. Und doch tat Dirdra ihm leid. Er verstand Draco nur zu gut.

„Lass uns hinein gehen, komm", sagte er und führte Dirdra langsam ins Schloss. In der Eingangshalle kam ihnen Blaise entgegen. Harry übergab ihm seine Frau.

„Ihr entschuldigt, ich habe noch etwas zu tun", sagte er dann und schlug den Weg in die Dungeons ein.

Es war leise, leiser als zu Schulzeiten, denn niemand, auch nicht die Auroren, hielten sich gerne hier auf. Harry klopfte an die Privaten Räume Snapes.

„Ich habe sie bereits erwartet", sagte Severus als er die Tür öffnete.

„Sind sie immer noch sicher, dass es Richtig ist, Dirdra im ungewissen zu lassen?"

„Es beschützt sie."

„Wissen sie, was sie mir da oben gesagt hat? Sie freut sich auf ihren Tod, damit sie wieder bei ihnen sein kann. Ich habe keine Ahnung, in wie fern sie ihr Vertrauter waren, aber ich habe langsam aber sicher das Gefühl, dass es nicht auf Freundschaftlicher Basis bestanden hat. Ich sagte bereits Dumbledore, dass ich mich nicht mehr mit den Halbwahrheiten zufrieden geben werde, also, darf ich bitten."

Severus hatte sich an den Kamin gestellt. Eigentlich war er erstaunt, dass Dirdra offensichtlich nichts gesagt hatte, zumindest nicht ihm. Er war sich nämlich inzwischen sicher, dass Hermine bescheid wusste.

„Es besteht eine gewisse Anziehung zwischen Miss Malfoy und mir."

„Eine gewisse Anziehung? Sie liebt sie und sie tun das Selbe, nicht wahr?"

„Ich wüsste nicht, was sie das angehen würde, Mr. Potter."

„Nichts, da haben sie recht. Aber Dirdra ist meine Freundin und wenn ich ihr helfen soll, ohne dass sie mir dabei helfen, muss ich wissen was hier los ist." Der Tränkemeister musste knurrend zugeben, dass Harry dieses Mal recht hatte. Also gab er sich geschlagen und erzählte zumindest die Kurzversion.

Draco hatte derweilen das Schlossgelände verlassen und apparierte nach Malfoy Manor. Er wusste, dass er seinen Vater nur dort erreichen konnte, wenn dieser nicht schon am Versammlungsort war.

„Vater, bist du da?" Er bekam keine Antwort.

„Dein Vater wollte nach Spinners End", sagte plötzlich eine Stimme hinter ihm.

„Mutter, hast du mich erschreckt."

„Das war auch meine Absicht. Du spionierst für den Dunklen Lord, ist es nicht so?" Draco sah seine Mutter regungslos an.

„Besinne dich Draco, bevor es zuspät ist. Ich habe bereits ein Kind in eine Ehe verloren die es nicht glücklich machen wird. Bitte, begehe nicht denselben Fehler."

„Was soll, das Mutter, warum sprichst du plötzlich so? Du hast die letzten Achtzehn Jahre nichts gesagt und jetzt wendest du dich vom Meister ab?"

„Ich sagte bereits, er war nie und wird nie mein Meister sein. Ich habe zuspät gemerkt was Lucius für ein Mensch ist, ich konnte nicht mehr zurück und Dirdra jetzt auch nicht mehr, aber du, du kannst es. Wende dich an Dumbledore bevor es zuspät ist. Hohl dir Hilfe, bevor du endest wie Gregory."

„Was willst du mir damit sagen?"

„Ich weiss, dass du nicht glücklich werden würdest mit Astoria Greengrass."

„Sie ist eine gute Wahl. Ihr Vater hat Geld und sie ist eine Pureblood, also warum sollte mich mit ihr nicht arrangieren können?"

„Sie ist eine Frau", meinte die Malfoy nun provokativ. „Du glaubst nicht wirklich, dass es einer Mutter nicht auffällt, wenn ihr Sohn sich für seinesgleichen interessiert?"

„Das ist eine unhaltbare Unterstellung", blaffte Draco. Er war sich nicht sicher, was Narzissa damit bezweckte. Vielleicht war das nur wieder eines von Lucius wirren spielen.

„Unhaltbar? Eine Unterstellung? Glaube nicht ich sei nicht mehr ganz richtig Draco. So wie du Blaise ansiehst, hat Dirdra es noch nie getan. Ich kann in deinem Gesicht lesen wie in einem offenen Buch wenn du auch nur für Sekundenbruchteile deine Maske fallen lässt." Draco sah sich in die Enge getrieben, was sollte er jetzt tun?

„Ich liebe dich, auch wenn ich das nie gezeigt habe. Wenn es Männer sind, die dich Glücklich machen, dann soll es eben so sein. Bring dich in Sicherheit, bitte", flehte sie. Draco schluckte trocken.

„Ich weiss nicht wovon du sprichst, Mutter", sagte er dann und ging an ihr vorbei in den Kamin nach Spinners End.

In besagtem Haus war es ziemlich ruhig. Zu ruhig, dafür, dass Lucius hier sein sollte.

„Anderin, war mein Vater hier?"

„Ja Master, Mr. Malfoy ist in den Stallungen." Draco verliess das Haus und ging zu den Stallungen.

Lucius hasste Pferde, hatte er schon immer. Schon von weitem konnte man die Hengste gegen die Boxen treten hören.

„Vater, lass die Tiere in Ruhe, Vater", rief Draco.

„Ich kann nicht verstehen, warum ihr etwas für dieses Viehzeug übrig habt. Wir können apparieren, das Flohnetzwerk benutzen und auf einem Besen fliegen, wenn es denn sein muss, aber Pferde?"

„Du brauchst es auch nicht zu verstehen. Sollten wir nicht gehen?" Draco wollte das Thema wechseln. Lucius nickte und schritt voran zum Hauptgebäude.

„Wo warst du?"

„Ich habe mich um Goyle gekümmert, wie es der Dunkle Lord befohlen hat."

„Gut, ist er qualvoll gestorben?" Draco biss die Zähne zusammen. Wenn Lucius wüsste wie qualvoll.

„Ja, Vater, ist er." Der Patriarch schenkte ihm ein stolzes Lächeln.

Im Haus steuerten sie das Kaminzimmer an. Sie flohten zur Ruine von Skelbo Castle. Die alten Steine lagen im Sonnenschein da. Es wäre ein schöner Ort für ein Picknick, wenn nicht die Gesellschaft der Ankömmlinge so armselig wäre.

Draco ging seinem Vater voran. Nicht dass er es eilig hatte wieder dort hin zu kommen wo sie hin wollten, er wollte nur nicht, dass Lucius ihm ins Gesicht sehen konnte.

Am Apparierpunkt wartete er. Lucius hielt ihm seinen Arm hin und Draco hielt sich daran fest. Er hasste das Seite-an-Seite Apparieren, doch die einzige Möglichkeit um es alleine zu schaffen, wäre das Dunkle Mal anzunehmen und das wollte er um jeden Preis vermeiden.

Viele Todesser waren schon anwesend, doch der Dunkle Lord sass nicht auf seinem Thron. „Wo ist er?", fragte Draco flüsternd.

„Woher soll ich das wissen", fauchte Lucius ihn an. Das Clanoberhaupt hatte kaum ausgesprochen, als der Dunkle Lord aus dem nichts auftauchte. Er dachte gar nicht daran eine Erklärung abzugeben wo er gewesen war, denn er begann gleich mit den Plänen für den Angriff auf Hogwarts.

Viele hatten sich Gedanken gemacht. Bei den ersten zehn hörte Draco noch aufmerksam zu, doch dann wurde es langweilig.

Es hatte wohl keiner an die Gefahren gedacht die sich ihnen boten, wenn sie Dumbledore auf seinem eigenen Grund angriffen. Als sich der junge Mann zur Besinnung rief, viel ihm auf, dass wohl auch andere das Interesse an den Gesprächen verloren hatten. Überall standen kleine Gruppen beieinander und unterhielten sich. Nur Lucius schien jeder einzelnen Ausführung zu lauschen.

Draco kannte seinen Vater gut genug um zu wissen, dass dieser sich gerade einen Angriffsplan zu Recht legte. Auch wenn er Lucius hasste, musste er doch zugeben, dass er ein guter Stratege war.

Nachdem der gefühlte hundertste seinen Plan vorgetragen hatte, ging Lucius dazwischen.

„My Lord, die Pläne hören sich zwar alle recht viel versprechend an, aber euer Männer vergessen einig wichtige Details."

„Erleuchte uns mit deinem Wissen, Lucius."

„Die Schutzzauber können nur von innen heraus beendet werden. Der einzige Eingang wird Tag und Nacht bewacht und wir haben nicht die geringste Ahnung, wie viele Zauberer sich hinter den Mauern verschanzen."

„Guter Einwand, aber du hast doch bestimmt schon eine Lösung für dieses geringfügige Problem, nicht wahr?" Lucius verbeugte sich tief.

„Natürlich my Lord. Meinen Sohn."

„Was?", schreckte Draco aus seiner Lethargie.

„Natürlich, du hast Recht Lucius. Draco weiss wie viele Auroren sich im Schloss befinden, er kann dich Wachen ausschalten und er kann die Schutzzauber beenden."

„Ehm, ich sagte, dass die Auroren im Schloss sind, ich weiss allerdings nicht wie viele es sind und die Schutzzauber werden von Dumbledore persönlich aufrecht erhalten…"

„Willst du damit sagen, du bist der Aufgabe nicht gewachsen?", fragte der Dunkle Lord scharf.

Dracos Körper schüttete Adrenalin aus. Sein Puls raste und sein Gehirn arbeitete auf Hochtouren.

„Nein my Lord, es wird nur einige Tage in Anspruch nehmen, um diese Dinge herauszufinden um den Optimalen Zeitpunkt eines Angriffs zu bestimmen."

„Du hast zwei Wochen, keinen Tag länger." Draco verbeugte sich.

„Jeder der etwas dazu beitragen kann wird das tun. Allerdings will ich keine Alleingänge sehen." Die Todesser nickten und verschwanden. Draco ging hinter seinem Vater her.

Es war ihm mehr als bewusst, dass er nun alles in den Händen hielt.

„Du wirst die rechte Hand des Dunklen Lords werden. Ich wusste, dass du mich nicht enttäuschen würdest." Lucius platzte beinahe vor Stolz.

„Ja, Vater", sagte Draco nur. Er bekam nicht wirklich mit, wie er zurück nach Spinners End kam.

Kapitel 17: Kann es sein?

Es war Abend geworden. Über den Ländereinen um das Anwesen senkte sich bereits die Sonne und es wurde langsam Dunkel. Draco stand am Fenster, schaute hinaus und schwenkte seinen Scotch. Selbst wenn Dumbledore ihm helfen würde, wäre die Aufgabe kaum zu bewältigen.

Sicher, der Schulleiter würde ihm sagen, wie viele Auroren im Schloss wären, auch das mit den Wachen wären kein Problem, aber die Schutzzauber. Er musste sie lernen, denn der Schulleiter könnte auf keinen Fall alle alleine ausschalten. Sicher hatte er nicht wenige davon selber erfunden, doch sie gleichzeitig fallen zu lassen wäre nicht möglich.

Draco stellte das Glas ab. Er wollte nach Hogwarts. Vielleicht waren Dirdra und Blaise noch dort, vor allem Blaise.

Wann immer er schwierige Entscheidungen zu treffen hatte, war Blaise ihm eine Stütze gewesen. Er konnte nicht klar denken ohne ihn. Also ging er durch den Salon in die Eingangshalle als er es im Kaminzimmer rumpeln hörte. Sofort hatte er den Zauberstab gezogen. Draco löschte die Lichter. Das Haus lag in der Dämmerung und man konnte ausser den Schatten nicht viel sehen. Aus dem Kamin stieg eine Person. Sie machte ein paar Schritte, ehe sie mit dem Lederhocker Bekanntschaft machte.

Fluchend rieb sich der Eindringling das Schienbein. Draco hingegen schlich sich näher heran.

„Was für eine blöde Idee. Geh doch zu ihm, hat sie gesagt. Er wird sich freuen, hat sie gesagt, er wird dich brauchen. Pha, dass ich nicht lache, er ist ja noch nichteinmal zu Hause."

Draco hatte sich in das Kaminzimmer geschlichen. Er stand nun zwischen dem Eindringling und dem Kamin als dieser sich umdrehte und zurück zum Kamin wollte. Mit einem Wink des Zauberstabs brannten alle Lichter.

„Bei Merlin, Salazar und allen Gründern hast du mich erschreckt", keuchte der Erwischte und hielt sich die Hand auf die Brust.

„Du hast verdammten Mut herzukommen, ich hätte dich töten können." Draco ging auf den jungen Mann vor ihm zu und umarmte ihn. „Danke, dass du da bist." Blaise wand sich aus seiner Umarmung.

„Du hast da etwas vergessen", grinste er und verschloss den Kamin. Dann drehte er sich zu Draco, kam auf ihn zu und küsste ihn.

Es war eine ganze Woche vergangen, ohne dass sie sich gesehen hatte, berührt, oder gar geküsst. Sie verzehrten sich beide nach dem Andern und so kam es auch, dass sie es nicht bis in Dracos Zimmer schafften, ehe sie nicht mehr an sich halten konnten. Wie gut, gab es grosse Sessel im Kaminzimmer.

Stunden später lagen beide engumschlungen vor dem Kamin. Draco hatte sich an Blaise gekuschelt und dieser spielte mit dem blonden Haar seines Freundes.

„Wie läuft es so?"

„Ich will nicht darüber sprechen Blaise, bitte."

„Du wirst müssen. Dirdra und ich, werden nicht mehr zurück zu meinen Eltern gehen, wir haben beschlossen, dass wir in Hogwarts dringender gebraucht werden." Draco drehte sich zu Blaise.

„Ihr dürft nicht bleiben. Der Dunkle Lord wird das Schloss angreifen."

„Das wissen wir. Wir werden allerdings nicht kneifen, wenn es um den Sieg dieses Krieges geht."

„Ihr solltet wirklich wieder nach Schottland gehen, vielleicht nach Portree, du liebst doch dieses alte Schloss dort."

„Draco, selbst wenn ich gehen würde, Dirdra würde hier bleiben. Sie ist am Ende. Ich denke nicht, dass sie euerm Vater noch einmal begegnen kann. Sie hat nicht mehr von ihm gesprochen, seid wir nach der Trauerfeier gegangen sind. Vielleicht solltest du mit ihr reden, ich schaffe es nicht und Harry konnte es auch nicht."

„Harry?"

„Ja, kurz nachdem du gegangen bist, hatte sie einen Weinkrampf. Er versuchte sie zu trösten, aber auch er schaffte es nicht." Draco wusste warum Harry es nicht konnte. Er war nicht fähig sie anzulügen.

„Ich werde mit ihr sprechen, morgen. Lass uns jetzt nicht mehr darüber sprechen", sagte er und zog Blaise zu sich hinunter um ihn leidenschaftlich zu küssen.

Als Draco erwachte, lag er auf dem Boden des Kaminzimmers. Er musste sich zuerst orientieren, doch dann spürte er den warmen Körper hinter sich und er wusste wieder, was in der Nacht geschehen war. Als er sich zu Blaise umdrehte, schlief dieser noch tief und fest. Draco stand auf und verliess das Kaminzimmer.

„Anderin, haben wir Brot und Marmelade?"

„Natürlich Master, Anderin hat sich darum gekümmert."

„Gut, Frühstück für zwei im Salon."

„Sehr wohl, Master." Der Blonde ging nach oben, duschte sich und zog sich frische Sachen an. Als er das Kaninzimmer betrat, lag Blaise noch am selben Ort.

„Aufwachen, gràthadair." (Geliebter) Blaise blinzelte und sah die blauen Augen über sich.

„Morgen, bist du schon lange wach?"

„Es hat gereicht um zu duschen."

„Dann also seit fünfundzwanzig Minuten." Draco sah Blaise fragend an.

„Du brauchst jeden Morgen zwanzig Minuten im Bad. Also, du musstest noch nach oben gehen und hast wie ich sehe Frühstück geordert, als fünfundzwanzig Minuten." Draco küsste Blaise und liess sich im Salon auf einen Stuhl sinken.

Blaise hatte sich angezogen, bevor er in den Salon gegangen war. Auch er setzte sich nun auf einen der Stühle und machte sich über das Frühstück her. Danach brachen sie auf nach Hogwarts.

Draco und Blaise passierten das Tor mit den geflügelten Ebern und gingen direkt zum Haupteingang.

„Ich muss noch kurz wo hin", sagte Draco und schlug den Weg in die Dungeons ein. Blaise dachte, er müsste in seinen zukünftigen Arbeitsräumen etwas holen und ging daher in die Grosse Halle. Doch der junge Malfoy ging nicht ins Klassenzimmer sondern direkt zu Severus privaten Räumen. Er klopfte und die Tür wurde ihm geöffnet.

„Du solltest zum Schulleiter", sagte Severus und sah ihn an.

„Wenn du vor hast, diese Räume in nächster Zeit des Öfteren zu verlassen, musst du dich Dirdra stellen. Sie will hier bleiben und mit Kämpfen."

„Du bist bereits der zweite der meint mir eine Standpauke halten zu müssen."

„Gut, wer auch immer der Erste war hat meine Dank."

„Wie schön, dass du dir mit Mr. Potter einig bist."

„Harry?", grinste Draco. „Ja, Blaise hat so etwas erwähnt."

„Um auf deine Frage zurückzukommen. Ich habe kein Problem, einige Wochen hier unten zu bleiben."

„Was? Du hast hier kein Tageslicht, das kann nicht gesund sein." Severus zog die Augenbraue nach oben. „Severus, Dirdra ist eine gute Hexe, aber sie hilft niemandem, wenn sie nicht bei der Sache ist. Und in ihrem Momentanen Zustand, den mir Blaise ausführlich beschrieben hat, ist sie in Gefahr. Ich weiss was du jetzt sagen willst, aber glaube mir. Sie hat es geschafft ein halbes Jahr zu verschweigen, dass du ein Spion bist, sie wird es auch verschweigen können, dass du noch lebst, wenn du es nach dem Zusammentreffen mit ihr auch noch tust." Severus rieb sich die Augen.

„Gut, ich werde darüber Nachdenken. Aber du solltest jetzt zum Schulleiter gehen." Draco stand auf.

„Wirst du mich begleiten?"

„Ich werde dort auf dich warten." Draco grinste und ging.

In der Eingangshalle traf er auf Moody und Harry.

„Ich wollte gerade zu Dumbledore, begleitete ihr mich?"

„Sicher", sagte Harry und lächelte, Moody hingegen sah ihn skeptisch an. Vor dem Gargoyle blieb Draco stehen.

„Einer von euch wird müssen…", sagte er und trat zur Seite. Harry murmelte das Passwort und der steinerne Wasserspeier bewegte sich.

Die Tür zum Büro wurde geöffnet. Albus hatte auf sie gewartet und Severus sass bereits vor dem Schreibtisch.

„Draco, schön dich zu sehen. Harry, Alastor, setzt euch doch." Sie setzten sich auf die Stühle vor dem Tisch.

„Der Dunkle Lord hat mir zwei Wochen Zeit gegeben um ihm mitzuteilen wie viele Auroren sich im Schloss aufhalten, einen Weg zu finden die Schutzzauber aufzuheben um dann die Wachen am Haupttor auszuschalten und ihn ins Schloss zu lassen."

„Zwei Wochen? Ist nicht gerade viel Zeit", meinte Harry.

„Es wird reichen müssen. Wie willst du es anstellen?"

„Wie ich es anstellen will? Keine Ahnung, ich bringe die Informationen, die Lösungen werden wir schon gemeinsam suchen müssen." Albus lächelte ihn an.

„Gut, ich werde mich mit Moody besprechen." Draco nickte und stand auf. Harry tat es ihm gleich und sie verliessen das Büro des Schulleiters.

„Danke, dass du mit Severus gesprochen hast. Es hat nur leider nichts gebracht."

„Ich weiss, der Mann ist einfach nur stur. Ich habe keine Ahnung wie Dirdra sich in den verlieben konnte."

„Hey, er ist sehr nett, zuvorkommend, stolz, das sind alles Eigenschaften die liebenswert sind."

„Schon gut, ich sag ja nichts mehr. Aber vielleicht könntest du mit deiner Schwester sprechen, vielleicht hört sie auf dich."

„Ich werde mein Möglichstes tun."

Sie waren inzwischen in der Grossen Halle angekommen.

Dirdra sass mit Hermine, Ginny und Blaise am Tisch.

„Hey, da fehlt doch einer?", fragte Draco.

„Ron hat Torwache, bis heute Mittag", sagte Hermine ohne von ihrem Buch aufzusehen. Draco setzte sich neben Blaise.

„Leute, wenn wir schon alle so nett beieinander sitzen", begann Draco. „Könnt ihr die Sache zwischen Blaise und mir für euch behalten?" Ginny liess von Harry ab, den sie soeben geküsst hatte.

„Klar, aber uns macht das nichts aus und ich bin sicher, den Andern auch nicht."

„Ich verspreche es dir, es bleibt unser Geheimnis", lenkte Harry sofort ein. Ginny sah ihn fragend an. Er machte eine Kopfbewegung und sie schien zu begreifen. Dirdra hatte sich gleich wieder ihrer Zeitung gewidmet. Draco kam die Sache eigenartig vor und er sah zu Blaise.

„Die Muggelfamilie", sagte dieser plötzlich. Der blonde, junge Mann sah ihn Sekunden fragend an, dann wandte er sich geschockt an Harry.

„Du hast es gesehen, alles", stellte er fest. Harry senkte den Blick und nickte. „Wie viel hast du genau gesehen?"

„Lass uns ein paar Schritte gehen. Ich habe nicht vor die Einzelheiten hier breit zu treten." Harry war aufgestanden. Draco folgte ihm.

„Wie meinst du das? Du hast den Andern nichts gesagt?"

„Ich weiss nicht wie diese Visionen genau ablaufen. Ron bekommt nur das mit, was ich währenddessen sage und ich bin sicher, er sagt nichts so lange ich selber erzählen kann was ich gesehen habe."

„Du hast also gesehen wie feige ich mich verhalten habe, toll."

„Feige? Ich habe viele Feiglinge gesehen. Und jeder hatte einen Zauberstab in der Hand. Ich habe allerdings nur einen gesehen, der mutig genug war, ihn von dort wegzubringen."

„Ja, nachdem ich darum gebeten wurde", sagte Draco abschätzig.

„Jeder tut das, was er kann. Du hättest nichts tun können um das zu verhindern. Du wärst genau so dran gewesen wenn du es versucht hättest, das weisst du, oder du solltest es wissen."

„Wie hast du es gesehen, aus welchem Blickwinkel? Warst du Greg?" Harry schüttelte den Kopf.

„Nein, ich sehe es aus dem scheusslichsten Blickwinkel den es geben kann. Ich bin Voldemort. Ich befehle diese Dinge und kann sie nicht verhindern. Ich spüre seine Freude, sein gefallen daran. Seine freudige Erregung wenn er Greyback bei den Vergewaltigungen zusehen kann. Ich hasse es, glaube mir."

„Ich habe noch nie so etwas gesehen. Vater und Severus erzählten damals von der Muggelfamilie. Ich war zugegebenermassen geschockt, aber es selber zu sehen ist um einiges schlimmer. Wie hältst du es aus, es auch noch zu befehlen?"

„Ron ist da. Er hält mich fest. Er beschützt mich wenn ich es selber nicht mehr kann. Er sorgt dafür, dass ich zu Mme. Pomfrey kommen oder sie zu mir und er sorgt dafür, dass Dumbledore es erfährt. Ausserdem schmeisst er die Andern aus dem Schlafsaal, damit es keiner mitbekommt. Und seit den Ferien ist Ginny dabei. Wir schlafen alle im Gryffindorturm. In einem gemeinsamen Schlafsaal. Sie sind meine Freunde. Ohne sie würde ich es nicht aushalten."

„Ich stelle fest, es gab keinen Grund um auf dich eifersüchtig zu sein. Diese Visionen würde ich nicht mit dir tauschen wollen." Harry lachte.

„Ach weisst du, manchmal sind die Visionen auch informativ. Der Angriff letztes Jahr vor den Sommerferien auf die Winkelgasse?"

„Ich erinnere mich, Vater war noch wütend als ich nach Hause gekommen war, weil die Auroren alles vereitelt hatten."

„Genau, ich hatte eine Vision, zwei Wochen davor." Inzwischen waren die Beiden wieder beim Schloss angelangt.

„Weisst du Potter", sagte Draco in seiner typischen Malfoy art. „Du bist gar nicht so übel." Harry sah ihn an und begann zu lachen. Draco stimmte mit ein und gemeinsam gingen sie zurück in die Grosse Halle.

„Na, alles geklärt?", fragte Blaise. Draco setzte sich neben ihn und drückte seine Hand die auf dem Tisch lag. Nur flüchtig, aber für die Gryffindors deutlich sichtbar.

„Ja, alles bestens." Harry küsste Ginny und lächelte Hermine an.

„Wenn uns das letztes Jahr jemand gesagt hätte…"

„Dann Weasley, hätte ich ihn ins nächste Jahrtausend gehext."

„Na ja, der Mond hätte gereicht", meinte Ginny. Sie sahen sich an und lachten, ausser Dirdra. Sie lächelte nur. Sie war sowieso ruhiger als sonst.

Seit Severus tot hatte sie kaum gesprochen und wenn, dann nur über den Krieg und den Tod.

Um punkt Zwölf, stürmte Ron in die Grosse Halle.

„Ist etwas passiert?", fragte Blaise erschrocken.

„Ja, ich habe Hunger." Er setzte sich zu Hermine, küsste sie und wartete auf das Essen welches gleich erscheinen würde.

„Ist der immer so?"

„Ja, Draco, der ist immer so", lachte Hermine und legte ihr Buch zur Seite. Fast im selben Augenblick erschien das Essen.

„Sag mal, was macht ihr den ganzen Tag als Torwache?"

„Rumstehen und warten, grösstenteils", meinte Ron und schob sich einen Hünchenflügel in den Mund. „Manchmal kommen Auroren oder Gäste her, aber eher selten. Ansonsten sitzen wir da und warten auf den Angriff."

„Und wenn ihr nicht gerade herumsitzt?"

„Wir werden ausgebildet. Verteidigung, Zauberkunst, Heilzauber und so weiter."

„Hört sich interessant an." Harry legte die Gabel bei Seite.

„Du strebst nicht zufälligerweise eine Karriere als Auror an?"

„Ich? Bei Merlin nein. Ich werde Tränkeprofessor, schon vergessen."

„Wie könnte ich", scherzte Harry.

„Ihr entschuldigt mich bitte", sagte Dirdra und stand auf. Ohne auf einen der Andern zu achten verliess sie die Halle.

„Sag mal Blaise – wandte sich Draco seinem Freund zu – wie lange geht das schon so?"

„Seit wir aus Malfoy Manor weg sind. Sie sitzt von Morgens bis Abends am Fenster und schaut hinaus. Als die Eule von Professor Dumbledore kam war sie kurzzeitig wieder normal, doch seit sie weiss, dass es dir gut geht, ist sie wieder so."

Draco stand auf.

„Ich werde mit Dumbledore sprechen."

„Soll ich dich begleiten?", fragte Harry.

„Nein danke, ich schaffe das auch alleine." Die Gryffindors und Blaisen sahen ihm zu wie er die Halle verliess.

„Meint ihr, das bringt was?", fragte Ron kauend.

„Keine Ahnung, aber wenn er es nicht versucht, wird er es nicht herausfinden", meinte Harry.

„Wovon sprecht ihr bitte?"

„Das dürfen wir dir nicht sagen Blaise, ehrlich, wir würden, aber es geht nicht. Nicht bevor Dumbledore das frei gibt."

„Draco weiss es?"

„Ja, eher durch Zufall. Es war nicht geplant, dass er es erfahren sollte."

„Aha, so schlimm?"

„Ansichtssache", meinte Hermine schulterzuckend. Blaise musste einsehen, dass ihm niemand etwas sagen würde. Also liess er die Fragen sein.

„Die Appleby Arrows haben gegen die Chudley Canons gewonnen", sagte er an Ron gewandt. Blaise wusste, dass der Weasley ein Fan der Canons war. Ron schluckte einen Bissen hinunter.

„Aber nur, weil der Sucher der Arrows betrogen hat." Augenblicklich entstand eine Diskussion über das Liga Spiel der Arrows gegen die Canons, welche sich wie ein Lauffeuer in der Halle ausbreitete.

Draco war inzwischen zum Büro des Schulleiters unterwegs. Der Gargoyle stand zum Glück offen. Er klopfte an der Tür zum Büro.

„Ja bitte?"

„Professor Dumbledore, ich muss mit ihnen sprechen." Albus wies ihm einen Stuhl an.

„Ist dir noch etwas eingefallen?"

„Nein, darum geht es gar nicht. Es ist eher Privater Natur."

„Dirdra, nehme ich an."

„Ja, Professor."

„Ich sehe es ebenso wie du. Seit sie hier angekommen ist suche ich nach der herausfordernden jungen Frau, welche sie das ganze Schuljahr war, doch ich kann sie nicht finden."

„Ich glaube sie ist mit Severus gestorben."

„Bist du dir sicher?"

„Hören sie, Severus und Dirdra sind mehr als Freunde, mehr als Vertraute. Sie lieben sich. Dirdra wird seinen Tot nicht verkraften. Je länger wir ihr verschweigen, dass er nicht tot ist, desto schlimmer werden die Folgen sein. Bitte. Severus mag es gut meinen, aber der Schuss geht nach hinten los, glauben sie mir."

„Ich glaube dir, du kennst deine Schwester besser als wir alle." Draco wusste worauf Albus ansprach. Die Gefühle der Beiden, die jeder im jeweils Anderen spüren konnte.

„Können sie nicht nochmals mit Severus sprechen?"

„Ich denke, das solltest du selber tun." Draco nickte.

Er verliess das Büro des Schulleiters und ging nach unten in die Dungeons. Er klopfte an die Tür des Tränkemeisters, doch es öffnete niemand. Etwas verwundert ging Draco zurück in die Grosse Halle.

„Und?", fragte Ginny sofort.

„Der Schulleiter meinte ich solle nochmals mit ihm sprechen, er ist allerdings nicht dort wo er sein sollte." Harry zog ein grosses Pergament aus der Tasche. Er breitete es auf dem Tisch aus.

„Ich schwöre feierlich, dass ich ein Tunichtgut bin", sagte er und auf dem Pergament erschienen die ersten Linien. Mit geübten Augen suchte Harry die Linien ab.

„Dirdra ist auf dem Glockenturm und er ist, auch da", sagte er verwundert. Draco warf einen Blick auf die Karte.

„Sie kann ihn nicht sehen, dort sind die Zahnräder." Blaise sass neben Draco und hatte keine Ahnung worum es ging. Er räusperte sich. Draco drehte sich zu ihm um.

„Ich schwöre dir, ich werde es dir erzählen, nur nicht jetzt." Der schwarze Zauberer legte den Kopf schief.

„Wirklich, ich würde dich nicht belügen, ich werde es dir sagen, versprochen." Draco drückte seine Hand. Blaise nickte widerwillig. Sofort sprang Malfoy von der Bank hoch und lief aus der Halle.

Er eilte raschen Schrittes in den Glockenturm. Auch wenn er wusste, dass Severus sie sehen und hören konnte, musste er zuerst mit Dirdra sprechen.

Sie nahm kaum Notiz von ihm, als er sich neben sie setzte.

„Es geht dir nicht gut."

„Ich möchte nicht darüber sprechen."

„Aber ich."

„Thalla." (Hau ab)

„Och, tha e snog." (Ach, wie nett)

„Tha thu coisinn?" (Was willst du)

„Bu toigh leam abair." (Mit dir reden)

„Mi tha sight." (Ich bin müde)

„Thu am pòs, Severus?" (Du vermisst Severus?)

„Natürlich, ich habe ihn geliebt. Es gibt nichts mehr, was mich hier hält. Falls ich diesen Krieg überlebe, werde ich mich nach Buckfast Abbey zurückziehen."

„Das ist ein Kloster." Dirdra lächelte.

„Das weiss ich. Und ich will jetzt nicht die Leier, du bist noch jung, du wirst einen anderen finden oder so. So wie du Blaise liebst, liebe ich Severus, noch immer. Vielleicht nehme ich auch den Dunklen Lord mit in die Hölle, wer weiss."

„Das kannst du nicht ernst meinen, was soll ich denn ohne dich machen?"

„Du hast Blaise, ihr werdet Glücklich werden."

„Càit tha dòchas?" (Wo ist deine Hoffnung)

„Marbh, aon Severus." (Gestorben, mit Severus)

Draco warf einen bösen Blick in die Richtung in der er Severus vermutete. Genau an der Stelle regte sich etwas. Ein schwarzer Umhang blitzte hervor.

„Dirdra, versprich mir, dass du nicht überreagierst." Verwundert blickte die junge Frau ihren Bruder an.

„Was willst du mir damit sagen?", fauchte Dirdra. Severus trat aus dem Schatten der Zahnräder.

„Das da", antwortete Draco und deutete auf die schwarze Gestalt.

Dirdra blickte in die Richtung in die Draco zeigte. Sie machte einen Schritt auf Severus zu, dann drehte sie sich zu Draco um. Sie sah ihn fragend an, während er auf den Boden sah. Dann wandte sich Dirdra wieder Severus zu und schloss den Abstand zwischen ihnen. Sie streckte eine Hand nach ihm aus, berührte seine Wange und fühlte wie er sich dagegen lehnte. Doch dann zog sie abrupt die Hand weg, holte aus und Schlug ihm die Faust mitten ins Gesicht.

Draco stand mit offenem Mund hinter ihr. Das knacken eines Knochens war überdeutlich zu hören.

„Du verfluchter Mistkerl. Crab Suas, damun orth, droch bhàs ort." (F**** dich, Gott verfluche dich, dir einen schlechten Tot)

Über ihr Gesicht rannen Tränen sie hämmerte mit den Fäusten auf Severus ein.

„Ich wäre beinahe gestorben vor Trauer, ich habe gelitten und du machst hier einen auf Märtyrer, wie kannst du es wagen mir so etwas anzutun."

„Tha gràdh agam ort, mo cridhe." (Ich liebe dich, mein Herz)

Dirdra brach zusammen. Ein Weinkrampf nach dem Andern. Ihre Beine gaben nach. Severus fing sie gerade noch auf. Draco konnte jetzt deutlich sein gebrochenes Jochbein sehen. Über die deutlich sichtbare Verformung hatte sich bereits eine blau grün schimmernde Färbung gezogen.

Nachdem Severus den Körper der jungen Frau hochgehoben hatte, schritt er mit wehendem Umhang zur Krankenstation. Er musste dafür unweigerlich an der Grossen Halle vorbei. Draco folgte ihm doch er bog in die Halle ab.

„Blaise, Harry, Ron, Hermine, Ginny, kommt, rasch." Die Angesprochenen standen auf und rannten aus der Halle. Draco war inzwischen schon einige Stufen weiter. Blaise blickte die Treppen nach oben und sah den schwarzen Umhang.

„Bei Merlin, ist das… Das kann nicht sein, er ist tot."

„Geh weiter, wir erklären es dir nachher." Harry schob den dunkelhäutigen Zauberer die Treppe nach oben.

In der Krankenstation hatte Severus derweil Dirdra auf ein Bett gelegt.

„Ach herrje, was ist denn jetzt passiert", fragte Poppy als sie herbei wuselte.

„Ein Schock. Zwei der grünen Phiolen sollten genügen." Die Medihexe sah ihn an.

„Gut, und sie legen sich bitte da hin." Severus wollte eine Augenbraue nach oben ziehen, bemerkte aber, dass es keine Gute Idee war, dies mit einem gebrochenen Jochbein zu tun.

„Sie sollten sich auch noch ihre rechte Hand ansehen." Severus blieb neben dem Bett stehen. Draco hatte sich an das Fussende gestellt. Die Tür sprang auf und die kleine Gruppe um Harry trat ein. Blaise blieb wie angewurzelt stehen. Dann ging Draco auf ihn zu.

„Blaise, was hast du?"

„Er…, du…." Als Draco ihn erreichte zog er auf und klatschte ihm seine Hand ins Gesicht.

„Du hast es gewusst? Du hast Dirdra leiden lassen. Und wie sie gelitten hat. Ich habe die letzten drei Nächte kein Auge zu getan, weil ich damit gerechnet habe, dass sie sich etwas antut und du feierst hier fröhliches wieder sehen? Wie kannst du das nur tun?" Draco hielt sich die Hand an die Wange und sah seinen Freund erschrocken an.

„Er kann nichts dafür, Blaise. Professor Snape wollte es so." Hermine wollte auf die beiden jungen Männer zugehen. Blaise jedoch sah an Draco vorbei zu Snape.

„Wie können sie nur so gefühlskalt sein. Die Frau liebt sie, sie arrogantes Arschloch."

„Blaise, es reicht", ging Harry dazwischen. „Ihr seid jetzt noch mehr in Gefahr als sowieso schon. Wenn herauskommt, dass Snape noch lebt, wird das Fragen aufwerfen. Wenn man ein kleines bisschen Denken kann, wird man schnell darauf kommen wie das Diadem zerstört wurde und das wiederum drängt die Frage auf, wer davon gewusst hat."

Inzwischen war auch Albus in den Krankenflügel gekommen.

„Wir wollten euch alle damit Schützen, Blaise. Draco drängte darauf, es euch zu sagen, seit er es per Zufall herausgefunden hatte. Oh, Severus, was ist denn mit dir passiert?" Der Schulleiter hatte gerade in das Gesicht seines ehemaligen Tränkemeisters gesehen.

Sofort waren alle Augen auf ihn gerichtet. Poppy kam gerade mit einem getränkten Tuch und der Flasche Skele Wachs aus ihrem Büro.

„Jochbeinbruch, nicht so dramatisch. Morgen ist alles wieder wie Neu. Legen sie sich jetzt da hin." Albus ging auf ihn zu.

„Du solltest tun was sie sagt. Sie kann sehr resolut werden." Widerwillig setzte er sich auf die Bettkante. Poppy drückte ihm das Tuch ins Gesicht und gab ihm einen Becher des Skele Wachs. Severus trank ihn ohne mit der Wimper zu zucken.

„War das Dirdra?", fragte Ginny vorsichtig.

„Oh ja, wie sie leibt und lebt, mit einer gekonnten rechten", sagte Draco stolz.

„Ich finde das weniger zum lachen als du", bemerkte Severus.

„Selber schuld. Ich hab dir bereits einmal gesagt, dass sie, was dich angeht die Beherrschung verliert."

„Ich offensichtlich auch, tut mir leid Draco", entschuldigte sich Blaise.

„Ist schon gut, ich verzeihe dir." Draco lächelte den jungen Mann an. Dieser kam auf ihn zu, streichelte über die Wange die er noch Minuten zuvor geschlagen hatte. Dann vergrub er die Hand in Dracos Nacken, zog ihn an sich und küsste ihn.

„Es ist schön zu sehen, dass ihr zusammen gehört", flüsterte es plötzlich aus Dirdras Bett.

„Es tut mir leid, ich wollte es dir sagen, aber ich durfte nicht."

„Tha fhios agma, brathàir." (Ich weiss, Bruder) Dirdra setzte sich auf. Draco hatte Blaise zu ihrem Bett gezogen.

Auf dem Bett daneben sass Severus. Er hielt sich noch immer das Tuch auf den Bruch unter dem Auge.

„Ich kann gar nicht beschreiben wie ich mich fühle. Ich dachte ich hätte dich verloren. Es gab keine Grund mehr, warum ich jeden Morgen aufs Neue aufgewacht bin." Sie war aufgestanden und wollte nur zum Bett neben ihrem. Doch sie war noch so schwach, dass sie zu schwanken begann. Severus war sofort aufgesprungen ums sie zu stützen. Dirdra liess sich in die Umarmung fallen.

„Tha thu mi boham, mo cridhe." (Du hast mir gefehlt, mein Herz) Sie strich über die blaue Schwellung in seinem Gesicht.

„Entschuldige, ich war nur so wütend. Tut es sehr weh?"

„Nicht mehr." Dirdra stellte sich auf die Zehenspitzen und streckte sich zu Severus Gesicht. Dieser kam ihr entgegen. Ihre Lippen schlossen sich zu einem zärtlichen Kuss. Hermine und Ginny seufzten, Harry grinste zufrieden und Ron blickte geschockt zwischen allen hin und her.

„Lasst uns gehen, ich glaube wir stören hier nur", flüsterte Hermine und scheuchte die Andern aus dem Krankenzimmer.