Kapitel 18 : Überraschung

Die Woche die sie in Hogwarts verbracht hatten, hatte nicht nur Dirdra gut getan. Blaise und Draco hatten eine Menge Zeit miteinander verbracht. Auch wenn Draco öfters für ein paar Stunden weg musste. Schliesslich wollte er auf dem Laufenden bleiben. Die Pläne nahmen immer mehr Form an, jedoch war noch nichts konkret.

An einem Nachmittag, ging er jedoch nicht zu einer Versammlung, sondern nach London. Er hatte sich Muggelmässig angezogen und flohte von Hogsmeade in den Tropfenden Kessel. Von dort aus in die King Charles Street. Sie befand sich zwischen Big Benn und der Downing Street. Als er vor dem Stadthaus stand atmete er tief ein. An der Türklingel stand A. Terell. Draco klingelte. Ein junger Mann, etwas älter als er selbst, öffnete.

„Ja bitte?"

„Sind sie Andrew Terell?"

„Ja?"

„Ich bin ein Freund von Greg. Draco, Draco Malfoy." Andrew trat bei Seite und liess ihn herein. Draco musterte den Mann. Er war kleiner als Greg es gewesen war, jedoch sportlicher. Die braunen Haare waren zu einem langen Pferdeschwanz zusammengebunden, die grünen Augen funkelten Interessiert.

„Ein Freund also. Dann können sie mir auch sagen, wo er ist?"

„Das wissen sie nicht?"

„Nein. Er wollte sich mit einem Freund am Trafalgar Square treffen und dann nach Hause kommen. Er hat mich noch angerufen, dass er etwas mit mir zu bereden hätte. Seither habe ich ihn nicht mehr gesehen."

„Was wissen sie über Greg?"

„Sie meinen, dass er nicht wie ich war?" Draco nickte. „Er war ein Zauberer, auch wenn sich das für sie vielleicht seltsam anhören mag."

„Nein, das tut es durchaus nicht. Ich bin auch einer." Andrew wies ihm das Sofa an, damit er sich setzen konnte.

„Greg sagte mir, dass seine Eltern nicht sehr erfreut darüber wären, dass er sich nicht mit einer jungen Frau verheiraten wolle."

„Das war nur untertrieben. In unserer Welt herrscht Krieg. Leute wie wir, können sich nicht überall frei bewegen."

„Wie wir?" Draco senkte den Blick und ein lächeln huschte über sein Gesicht.

„Leute die auf ihr eigenes Geschlecht stehen."

„Das erwähnte er auch."

„Er hat sich mit mir getroffen, damals. Ich wollte ihn überzeugen sich mit der Seite zusammen zu tun, die nichts gegen unseresgleichen hatte. Er wollte sich mit ihnen besprechen. Ein paar Stunden später habe ich ihn sterben gesehen. Gregory Goyle ist tot."

Andrew starrte entsetzt auf Draco. Ob er nicht glauben wollte, oder konnte, war nicht ersichtlich.

„Das kann nicht sein. Er kann nicht tot sein."

„Doch. Er wurde von der dunklen Seite getötet. Ich konnte ihm nicht mehr helfen. Aber er bat mich zu ihnen zu kommen um ihnen zu sagen, dass er sie bis zum Schluss geliebt hat und dass er sich immer für sie entschieden hätte. Es tut mir leid. Ich wünschte wirklich, ich hätte ihn retten können."

Über das Gesicht des Mannes liefen die Tränen.

„Vielen Dank, dass sie extra deswegen her gekommen sind. Ich möchte sie dennoch bitten jetzt zu gehen, ich will alleine sein." Draco stand auf.

„Ich verstehe das. Ich wünsche ihnen viel Kraft."

„Vielen Dank." Mit einem schüchternen Lächeln verabschiedete sich der junge Malfoy. Es war ihm viel schwerer gefallen, als er es erwartet hätte.

Nachdem er wieder im Tropfenden Kessel war, flohte er zurück nach Hogsmeade, dann ging er zum Schloss zurück. Er würde niemandem sagen, wo er gewesen war. Das ging nur Greg und ihn etwas an, so viel war sicher

Wenn man Dirdra suchte, war ganz sicher auch Severus dabei. Harry lächelte wann immer er die Beiden sah. Er freute sich für den Tränkemeister. Der schien endlich jemanden gefunden zu haben.

An diesem Donnerstag, kurz bevor die zwei Wochen zu Ende waren, verabschiedeten sich Dirdra und Blaise um nach Malfoy Manor zu gehen. Sie hatten beschlossen, dass die paar Tage Auszeit reichen mussten. Ausserdem wollten sie sich nützlich machen. Dirdra hatte einen Plan, den sie, mal wieder, niemandem verraten wollte.

Draco und Severus begleiteten das Ehepaar Zabini bis an das eiserne Tor mit den geflügelten Ebern.

„Seid Vorsichtig, ihr beide", mahnte Draco und hielt sich zurück Blaise zum Abschied zu küssen.

„Ich verspreche, dass uns nichts passiert. Wir haben es bald geschafft", versicherte Dirdra und lächelte beiden zu. Dann schnappte sie sich Blaise und zog ihn weiter.

„Komm, wir haben noch etwas zu erledigen."

Es war eine kurze Reise nach Malfoy Manor.

„Vater, bist du da?"

„Dirdra, Blaise, schön, dass ihr zurück seid. Wie geht es dir mein Kind?"

„Ich bin sehr wütend. Severus tot hat mich mehr als nur verletzt. Diese miesen Bastarde sollen dafür büssen." Lucius Augen leuchteten voller Stolz.

„Gut. Wir werden dann heute Nachmittag einen Ausflug machen. Willst du dich uns anschliessen, Blaise?"

„Ich verzichte, Danke. Auch wenn ich meine Frau nicht davon überzeugen konnte sich nicht offensichtlich für eine Seite zu entscheiden, halte ich noch immer an meinen Prinzipien fest."

„Wie du meinst." Blaise verbeugte sich höflich uns schob Dirdra zum Kaminzimmer hinaus.

Auf halbem Weg in den Westflügel drehte er sich nochmals zur Treppe um, um sicher zu gehen, dass Lucius ihnen nicht folgen würde.

„Was bei Merlin hast du vor, Dirdra?"

„Das wirst du noch sehen. Ich werde Draco helfen."

„Wenn das nur gut geht. Und du willst mir nicht verraten, was du vor hast, bitte?"

„Nein Blaise, je weniger du weisst, desto weniger kannst du ausplaudern."

„Hey, ich plaudere nichts aus", beschwerte sich der Schwarze.

„Sag mal, was passiert, wenn Harry versagt?"

„Tja, dann tritt der ursprüngliche Plan in Kraft. Wir tun so als wären wir verheiratet, leben glücklich mit unserer Familie hier oder in euerm Familiensitz. Draco wird Astoria heiraten und auch so tun als wäre er glücklich oder zumindest zufrieden mit ihr. Sie werden einen Sohn haben wie wir auch und diese beiden werden die besten Freunde sein." Blaise verzog das Gesicht.

„Du meinst ich müsste dann doch mit dir…"

„Tja Blaise. Ich bin nicht die Jungfrau Maria."

Dirdra hatte sich ins Schlafzimmer zurückgezogen. Blaise schüttelte den Kopf und setzte sich ins Arbeitszimmer. Er hatte in den Paar bei Tagen seinen Eltern angefangen einige der Geschäfte seines Vaters zu übernehmen und musste arbeiten. Er freute sich für Dirdra die so wie es schien, wieder ganz die Alte war, aber es wahr ihm etwas unangenehm weil er nicht wusste was sie wieder irrsinniges Plante.

„Blaise, ich gehe jetzt", rief sie nach einer Weile.

„Ja, ich bin im Arbeitszimmer", hörte sie ihn rufen. Als Dirdra den Raum betrat, blieb Blaise der Mund offen. Sie trug ein dunkelgrünes Kleid welches mit filigranen Stickereien besetzt war. An den Seiten neben der Schnürung war bestickter Viskose-Samt eingearbeitet, welcher durch zierende Borten begrenzt wurde. Das Kleid wurde auf der Brust geschnürt und im Rücken gerafft um die Figur zu betonen.

Um den Hals trug sie St. Columba`s Kreuz und der wallende Umhang wurde mit der Brosche aus Diamanten und Topasen zusammengehalten. Das Haar war, wie es sich für eine verheiratete Frau gehörte, nach oben gesteckt.

„Wo wolltest du nochmals hin?", fragte er als er sich wieder gefangen hatte. Er war aufgestanden und auf sie zu gegangen.

„In den Krieg, mein Lieber", lächelte Dirdra. Blaise umarmte sie kurz.

„Sei Vorsichtig, bitte, versprich es mir."

„Natürlich werde ich das sein, ich habe ja viel zu verlieren", grinste sie geheimnisvoll. Sie küsste Blaise auf die Wange und ging.

Lucius wartete bereits im Kaminzimmer.

„Du bist wunderschön, Mrs. Zabini."

„Danke, Vater", sagte Dirdra stolz und liess sich von ihm auf die Wange küssen.

Sie stiegen in den Kamin und kamen in der Ruine von Skelbo Castle heraus. Dirdra wusste sofort, wo sich die Ruine befand, sagte aber nichts.

Lucius bot ihr seinen Arm. Sie nahm ihn an. Obwohl es ihr zu wieder war. Doch wenn sie es nicht getan hätte, wäre er vielleicht misstrauisch geworden.

„Wir werden gleich apparieren", warnte Lucius sie vor.

„Ich hasse dass Vater. Sei bitte vorsichtig, du willst mir doch nicht weht tun." Lucius nickte, und schon zog es in ihrem Bauchnabel.

Als sie wieder festen Boden unter den Füssen hatte, schwankte sie ein wenig. Lucius hielt sie sofort fest.

„Du scheinst etwas schwach auf den Beinen zu sein, hast du genug gegessen?"

„Ja, Vater. Es hat andere Gründe warum mir mein Körper nicht gehorcht." Stolz ging sie am Arm ihres Vaters das kurze Stück zur Versammlung.

Die Todesser ringsumher tuschelten doch keiner traute sich etwas zu sagen.

„Lucius, du hast uns jemanden mitgebracht?"

„Ja my Lord. Ihr erinnert euch bestimmt noch an meine Tochter." Dirdra schritt nach vorne und verbeugte sich tief.

„Du hast es dir also überlegt, schön."

„Ja my Lord. Ich will Dumbledore und den seinen schaden auf jede erdenkliche weise."

„Es freut mich, dass du dich mir anschliesst. Wir werden sogleich mit der Zeremonie beginnen."

„My Lord, ich werde vorläufig das Dunkle Mal nicht annehmen können." Der Dunkle Lord sah sie mit funkelnden Augen an. Er schien auf einmal unglaublich wütend zu sein. „Bitte, versteht, ich werde alles was in meiner Macht steht für euch tun, aber ich werde nicht das Leben, welches in mir heranwächst, in Gefahr bringen." Für einen kurzen Moment verstummten alle.

„Du trägst den Erben der Zabinis in dir?"

„Ja my Lord, ich erwarte ein Kind." Lucius war sichtlich stolz.

„Ich gratuliere dir Lucius. Der erste Schritt in eine noch mächtigere Zukunft ist getan."

„Vielen Dank my Lord. Ich bin etwas überrascht worden. Ihr wart der erste der es erfahren hat." Der Dunkle Lord wandte sich nun wieder Dirdra zu.

„Dein Respekt mir gegen über ist gross, wenn du es deinem Vater noch nicht gesagt hast."

„Ausser mir und meinem Mann, wusste es noch niemand, my Lord."

„Gut, ich freue mich darauf, bald ein neues Mitglied meiner Untertanen willkommen zu heissen." Er war von seinem Thorn abgestiegen und auf Dirdra zu gekommen. Diese verneigte sich vor ihm. Der Dunkle Lord zog sie auf die Füsse und küsste sie auf die Stirn. Dirdra hätte sich am liebsten übergeben, doch sie zwang sich zur Ruhe. Dann stellte sie sich neben ihren Vater und hörte den Todessern zu.

Die Pläne die besprochen wurden waren schon sehr konkret. Dirdra versuchte alles zu behalten, was allerdings nicht einfach war.

„Wissen wir schon, ob Draco die Zauber brechen kann?", fragte ein Todesser laut.

„Du glaubst er ist nicht gut genug?", fauchte Dirdra direkt. Sie zog ihren Zauberstab und ging auf den Mann zu.

„Dirdra, verwende deine Aggression gegen Dumbledore und nicht gegen meine Leute", sagte der Dunkle Lord scharf.

„Verzeihung my Lord. Ich lasse nichts auf meinen Bruder kommen. Einen loyaleren Zauberer werdet ihr in ganz England und Gross Brittannien nicht finden." Sie erwähnte nur nicht, wem dessen Loyalität gehörte.

„Ich bin mir dessen bewusst. Wir werden morgen hören, was Draco uns zu sagen hat. Er ist beinahe so weit, wie er mir selber gesagt hat." Der Zauberer nickte und blickte wütend zu Dirdra. Lucius stellte sich neben seine Tochter.

„Lass sie in Ruhe, Derek." Der angesprochene wandte den Blick ab.

„Wie weit seit ihr?", fragte nun der Lord selbst.

„Wir haben die Truppen im Westen bereits nach London beordert, my Lord. Und wir haben eine kleine Gruppe der Riesen die sich uns anschliessen will. Sie werden erst kurz vor dem Angriff zu uns stossen." Ein Raunen ging durch die Todesser. Niemand hatte mit den Riesen gerechnet. Auch wenn Dirdra erst das zweite Mal an einem solchen Treffen war, war sie sicher, dass auch viele der andern Todesser noch nie von den Riesen gehört hatten.

„Sind wir sicher, dass die Riesen uns loyal sind?"

„Natürlich sind wir das. Die sind so dumm, dass sie es nicht merken, wenn wir sie über den Tisch ziehen würden." Der Dunkle Lord lachte.

„Wir werden es auch tun. Sobald sie uns nützlich waren, eliminiert sie." Alle lachten. Dirdra war etwas geschockt, liess sich aber nichts anmerken.

„Wir werden morgen den genauen Ablauf besprechen, wenn Draco uns alles gesagt hat." Der Lord stand auf und verliess das Gewölbe.

„Wo geht er hin?"

„Das hat dich nicht zu interessieren", sagte Lucius kühl.

„Wir gehen." Er nahm ihren Arm und zog sie mit sich.

„Au, du tust mir weh." Dirdra riss sich los, warf ihm einen wütenden Blick zu und legte ihre Hand auf den Bauch.

„Entschuldige." Sie gingen langsam zum Apparierpunkt. Dort griff sie nach dem Arm ihres Vaters.

Als sie apparierten schloss sie dich Augen. Es war dieses Mal nicht ganz so unangenehm wie sonst.

Die paar Schritte nach Skelbo Castle hatte sie schnell hinter sich gebracht und flohte von dort nach Malfoy Manor. Lucius gleich hinterher.

Dirdra ging nicht in den Westflügel sondern zuerst in die Küche. Sie holte sich etwas zu Essen und schritt dann in ihre Räume.

Sie sah gerade noch, wie ihr Vater in ihre Räume eintrat. Er liess die Tür offen, denn er hatte Dirdra bemerkt.

„Blaise, ich gratuliere dir. Ich bin stolz auf euch."

„Ach ja?", fragte er neugierig.

„Natürlich. Zwei Wochen verheiratet und schon ist der Erbe unterwegs. Ihr seid schneller als Narzissa und ich."

„Erbe?" Er verstand nur Gleis 9 ¾.

„Natürlich Blaise, ich habe es Vater gesagt, du kannst jetzt aufhören es zu verleugnen."

„Ach so, ja, nun, wir wollten eigentlich noch etwas damit warten, aber wie ich sehe, fand Dirdra es eine gute Idee jetzt schon davon zu sprechen." Dirdra stellte sich neben ihren Mann und küsste ihn auf die Wange. Lucius ging schnellen Schrittes zur Tür.

„Ach und Blaise, nenn mich endlich Lucius. Du bist schliesslich ein Teil dieser Familie." Er lachte überheblich und ging.

„Wir sind also Schwanger?"

„Ja, das war die Beste Lösung um am Mal vorbei zu kommen. Eine Schwangere wird nicht mit dem Ritual eingeführt. Ich hoffe nur, dass in vier Tagen wirklich alles vorbei ist. Ansonsten müssen wir uns etwas einfallen lassen. Und so lange das nicht der Fall ist, wirst du den glücklichen werdenden Vater mimen, wenn du das kannst."

„Hey, ich liebe Kinder. Dass ich selber nie welche haben werde, heisst nicht, dass ich mich nicht darauf freuen könnte."

„Es tut mir Leid, so habe ich das nicht gemeint. Vielleicht gibt es irgendwann mal eine Möglichkeit, dass du und Draco zu einem Kind kommt. Eine Adoption vielleicht."

„Lass mal, ich habe mit Draco noch nicht darüber gesprochen. Wir haben uns noch gar nicht über unsere Zukunft unterhalten. Bis jetzt hat es sich nicht ergeben. Die paar Tage in Hogwarts haben wir eher zwischenmenschlich verbracht." Dirdra lächelte Blaise an. „Eigentlich wollte ich das nicht wissen."

„Ich weiss", lächelte Blaise zurück.

Sie verbrachten den Rest des Tages im Westflügel. Zum Nachtessen gingen sie ins Esszimmer. Lucius und Narzissa sassen bereits auf ihren Plätzen.

„Dein Vater sagte, du seist in freudiger Erwartung?"

„Ja, Mutter. Wir erwarten unsern ersten Sohn."

„Du bist sicher, dass es einen Erben geben wird?"

„Natürlich Mutter, Severus hat mir den Trank bereits in Hogwarts gegeben. Ich habe ihn in unserer ersten gemeinsamen Nacht genommen. Und du weisst, seine Tränke haben noch nie ihre Wirkung verfehlt."

„Da hast du Recht. Ich freue mich darauf dich in den kommenden Wochen zu begleiten. Es wird eine Menge neues auf dich zukommen."

„Ja Mutter, ich freue mich auch bereits darauf." Wissend grinste Dirdra zu Blaise. Dieser grinste zurück.

Nach dem Essen zogen sich Dirdra und Blaise in ihre Räume zurück. Sie zogen ihre Schlafsachen an und legten sich ins Bett. Jeder hing seinen Gedanken nach. Auf dem Rücken liegend mit dem Blick an die Decke.

„Wir werden morgen den ultimativen Plan besprechen. Draco wird auch dabei sein."

„Mmh", antwortete Blaise nur.

„Wusstest du, dass eine Gruppe Riesen dabei sein wird?"

„Nein." Dirdra stützte sich auf die Ellbogen und sah Blaise an.

„Was ist los?"

„Nichts." Er drehte sich um. Dirdra rückte näher zu ihm und legte Blaise ihre Hand auf die Schulter.

„Was ist los Blaise, bitte, sprich mit mir." Der junge Mann drehte sich zurück auf den Rücken.

„Ich denke nach, ich denke sehr viel nach und wenn ich ehrlich bin, bekomme ich so langsam aber sicher Muffen sausen. Was ist, wenn auch nur das Geringste schief geht? Was ist, wen Draco auffliegt?" Dirdra sah ihn versöhnlich an.

„Wir wissen beide was dann sein wird. Wir haben es gewusst, bevor wir uns darauf eingelassen haben."

„Vielleicht haben wir das gewusst, nur war es nicht so real wie jetzt. Ich mache mir Sorgen um Draco und um dich."

„Ich mache mir auch Sorgen, aber wir dürfen jetzt nicht aufgeben."

„Ich werde nicht aufgeben, denn ich will endlich mit Draco zusammen sein können ohne Angst zu haben."

„Wirst du kämpfen, wenn es los geht?"

„Natürlich werde ich das", entgegnete Blaise entrüstet. „Glaubst du ich ziehe mich feige zurück und warte bis sich alles entschieden hat? Ich bin kein Feigling."

„Hey, du brauchst mich nicht so anzufahren. Ich habe auch nie behauptet, dass du einer wärst."

„Entschuldige."

„Was bist du auch so gereizt? Man könnte meinen du seist schwanger."

„Du weisst genau, dass das nicht möglich ist." Seine Stimme war leiser geworden.

„Ist es das? Du wünschtest dir, dass es möglich wäre?" Blaise drehte ihr wieder den Rücken zu.

„Gute Nacht, Dirdra."

„Blaise? Blaise!", doch er reagierte nicht. `Ich werde mit Draco sprechen müssen` dachte Dirdra bevor sie sich auf die andere Seite drehte und versuchte einzuschlafen.

Als sie am nächsten Morgen die Augen aufschlug, war Blaise bereits aufgestanden. Dirdra ging ins Bad, zog sich an und ging in den Salon. Doch dort war Blaise nicht.

„Blaise, wo bist du?", fragte sie, während sie in das Arbeitszimmer ging. Dort sass der Schwarze am Schreibtisch. Vor ihm lag ein Pergament, in seiner Hand hielt er die Feder von deren Spitze die Tinte tropfte.

„Blaise?", fragte Dirdra. Er rührte sich nicht. Sie ging auf ihn und fasste ihn an der Schulter. Blaise zuckte zusammen.

„Bei Merlin hast du mich erschreckt."

„Was ist los mit dir? Du bist doch sonst nicht so."

„Ich habe keine Ahnung. Bei der ganzen Situation habe ich ein ganz schlechtes Gefühl."

„Wie sagtest du so schön, wir werden das schaffen. Und was das Andere an geht, das bekommen wir auch hin, irgendwie." Sie strich ihm über den Kopf. Blaise nahm ihre Hand und Küsste sie.

„Ich werde jetzt gehen, diese Versammlung wird bestimmt bis in den Nachmittag hinein dauern."

„Grüsse Draco und bitte, seid vorsichtig."

„Wir werden vorsichtig sein."

Dirdra ging nach unten.

Sie wollte gerade ins Kaminzimmer, als Lucius aus dem Esszimmer kam.

„Willst du nichts essen?"

„Nein Vater, mir ist schlecht."

„Du solltest etwas essen. Der Tag wird anstrengend und dein Kind braucht Nahrung." Sie wollte gerade dagegen protestieren, als sie den Blick des Clanoberhauptes sah. Zähneknirschend ging sie ins Esszimmer und zwang sich dazu ein Brötchen mit Marmelade zu essen.

„Zufrieden?", fragte sie dann. Lucius nickte.

„Wir werden Draco in der Ruine treffen." Dirdra nickte und folgte ihrem Vater ins Kaminzimmer.

Von dort aus flohten sie nach Skelbo Castle. Draco war noch nicht dort.

„Findest du es noch sinnvoll, deinen Körper mit solchen Kleidern einzuengen?" Dirdra sah ihren Vater fragend an. „Du solltest ihm mehr Platz gönnen."

„Bei Merlin, Vater. Ich bin in der fünften Woche. Da ist noch nichts was Platz haben möchte."

„Du bist schwanger?", fragte Draco der kurz zuvor aus dem Kamin gestiegen war.

„Deine Schwester trägt die nächste Generation der Purebloods unter dem Herzen", antwortete Lucius stolz.

„Ich, ehm, gratuliere, nehme ich an." Draco schien etwas verwirrt zu sein.

„Gehen wir." Lucius ging voran.

„Dé tha ann?" (Was ist los?) Dirdra grinste ihn nur an. Draco hatte verstanden, denn er grinste zurück.

Sie wären beinahe in ihren Vater hineingelaufen, denn dieser war stehen geblieben. Gleichzeitig fassten sie ihn am Arm und wurden von dem Gefühl des apparierens mitgerissen. Am Ziel ihrer Reise angekommen taumelte Dirdra und übergab sich. Lucius konnte nicht mehr ausweichen.

„Das hast du nun davon, wenn du mich zwingst etwas zu essen. Du weisst genau, dass ich dieses Seite-an-Seite-Apparieren nicht vertrage und in meinem Zustand schon gar nicht", schimpfte Dirdra. Draco drehte sich von der Situation weg. Er presste die Lippen zusammen und unterdrückte sein Lachen. Lucius hingegen zog den Zauberstab.

„Ratzeputz", sagte er und warf seiner Tochter einen wütenden Blick zu den diese nur zu gekonnt erwiderte. Nachdem es bei diesem Blickduell keinen Sieger gab, gingen sie weiter. Die paar Schritte waren rasch getan und sie standen schon bald in dem kleinen Gewölbe irgendwo im Nirgendwo. Der Thron des Dunklen Lords war lehr und es schienen alle auf ihn zu warten.

Es vergingen kaum zwei Minuten, als aus dem einzigen Seitengang Geräusche zu hören waren. Der Dunkle Lord kam in den Raum. Hinter ihm kroch eine Schlange, eine sehr grosse Schlange. Dirdra wich zurück und versteckte sich hinter Draco.

„Ich dachte, Nagini sei tot?", fragte er flüsternd.

„Das, meine lieben Freunde, ist Aisin", sagte der Lord. Ein Raunen ging durch die Todesser. „Sie ist eine Eunectes, eine Anakonda. Und sie wird mir den Sieg über Harry Potter verschaffen."

Es war alles in allem ein sehr schönes Tier. Tief grün mit schwarzen Flecken. Sie war an die neun Meter lang und um die 350 kg schwer. Der Dunkle Lord sprach mit ihr. Besser gesagt, er zischte, denn es konnte ihn niemand verstehen.

Die Schlange kroch durch die Reihen der Todesser. Wo sie vorbei kam, wichen alle zurück.

Dann kroch sie auf die Malfoys zu. Dirdra versteckte sich hinter Draco. Lucius zitterte und machten einen unmerklichen Schritt nach hinten. Draco hingegen blieb einfach stehen und sah mit festem Blick auf das Tier. `Merk dir mein Gesicht, es wird das Letzte sein, was du siehst` dachte er für sich. Die Schlange bäumte sich vor ihm auf. Sie begann zu zischen. Doch der junge Malfoy bewegte sich noch immer nicht, den Blick fest auf den der Schlange gerichtet. Der Dunkle Lord kam auf die Beiden zu.

„Sie mag dich, Draco. Du bist stark, das spürt sie."

„Es freut mich, dass es ihr zusagt. Ich hatte nämlich nicht vor, als ihr Mittagessen zu fungieren, my Lord." Der schwarze Magier lachte auf. Er zischte der Schlange etwas zu, welche sich dann sogleich aus dem Staub machte.

„Du wirst es weit bringen mein Junge. Ich sehe eine mächtige Zukunft für dich, an meiner Seite." Draco verbeugte sich tief.

„Vielen Dank für euer Vertrauen, my Lord."

„Nun, Draco, was hast du zu berichten?" Der Dunkle Lord begab sich zu seinem Thron, setzte sich darauf und blickte Draco erwartungsvoll an.

„In der Nacht vom Sonntag auf den Montag um drei Uhr werden für zehn Minuten alle Schutzzauber um das Schloss verschwunden sein. Dumbledore will sie erneuern. Von den 40 Auroren wird keiner auf dem Schlossgelände sein da man sie nicht ohne Schutz lassen will."

„40 Auroren sagst du? Was ist mit den Zauberern vom Orden des Phönix?"

„Pha, ihr so genannter Orden besteht nur noch aus den Blutsverrätern der Weasleys, Minerva McGonagall, dem Schlammblut Nymphadora Tonks und dem Wehrwolf Remus Lupin."

„Was will der Alte Mann mit diesen paar Zauberern ausrichten?"

„Er wird an euer Gewissen appellieren. Dumbledore glaubt an das Gute, in jedem Menschen, my Lord." Ringsumher wurde gelacht.

„Wo wirst du sein?"

„Dort wo ihr mich braucht, my Lord", antwortete Draco und verbeugte sich tief.

„Ich werde dir noch sagen, wo ich dich brauche." Draco stellte sich zurück zu Dirdra.

„Derek Ellborow, tritt vor." Aus dem Reihen löste sich ein Mann.

„Du hast an Draco gezweifelt, nicht wahr?"

„Ich…, nein…, my Lord…."

„Schweig", donnerte es durch das Gewölbe. „Lüge mich nicht an."

„Ich hatte meine Bedenken my Lord. Er ist noch jung und unerfahren, ich wollte nur, dass ihr euer Ziel erreicht."

Einen Wimpernschlag später lag der Zauberer auf dem Boden.

Derek Ellborow war ein grosser, stämmiger Mann. Pureblood seit fünfzehn Generationen. Jetzt lag er zuckend auf dem Boden.

Seine Finger waren unnatürlich verkrümmt. Die Nägel bogen sich zu den Nagelbetten und es trat Blut aus den fleischigen Wunden. Die Zähne des Oberkiefers bohrten sich in die Unterlippe und bissen diese ab. Aus seinen Augen traten blutige Tränen.

Dirdra hatte sich geschockt beide Hände vor den Mund gepresst. Zum einen um nicht zu Schreien, zum andern um nicht zu erbrechen.

„Ich dulde keine Missgunst unter meinen Anhängern. Ich kann auf dich verzichten." Der Körper des stämmigen Mannes bog sich vor Schmerz und krümmte sich gleich darauf wieder zusammen. Aus allen Körperöffnungen trat Blut. Die Hose war bereits auf Gesässhöhe blutdurchtränkt. Der Mann röchelte und versuchte zwischen all dem Blut, welches sich den Weg aus seinem Mund, der Nase und den Augen suchte zu Atmen. Dies wiederum brachte ihn dazu sich zu übergeben, denn er hatte das Blut geschluckt, welches sich bereits den Weg nach draussen gebahnt hatte.

Dirdras Augen waren vor Schock geweitet, Draco hingegen hatte eine perfekte Maske auf. Nachdem er mit angesehen hatte, was mit Greg passiert war, konnte ihn dies hier nicht mehr schocken. Nur Dirdra hätte erkennen können wie sich der Muskel seines Unterkiefers anspannte, doch sie war gerade mit anderem beschäftigt.

Das Zucken liess nach. Es waren nur noch vereinzelte Muskelregungen zu sehen. Der Todesser lag in einer Pfütze aus Blut, Erbrochenem und Exkrementen.

„Hat noch irgendjemand Bedenken die er gerne äussern würde? Nein? Gut. Seht es als Exempel an." Die Todesser nickten. Der Dunkle Lord bestimmte zwei seiner Anhänger die sich um das Problem Ellborow, wie er es nannte, kümmern sollten.

„Du wirst von mir hören, jetzt geh zurück nach Hogwarts. Nicht, dass dich dort noch jemand vermisst."

„Sehr wohl, my Lord." Lucius drehte sich bereits um, um das Gewölbe zu verlassen.

Draco ging zu Dirdra. Sie starrte noch immer auf den Fleck, auf dem Derek Ellborow noch zuvor gelegen hatte.

„Komm, komm hier weg", flüsterte Draco ihr zu. Nur zögerlich wandte sie den Blick vom Boden ab und sah in die Augen ihres Bruders.

„Wir werden gehen, komm." Draco zog Dirdra sanft mit sich.

„Ich wollte das nicht", sagte sie kaum hörbar.

„Du? Was kannst du dafür?"

„Deine Schwester hat Derek gestern zu Recht gewiesen, da er meinte, du könntest es vielleicht nicht schaffen." Draco wandte sich sofort der jungen Frau zu. Er nahm sie in den Arm.

„Es war nicht deine Schuld", flüsterte er so, dass Lucius ihn nicht verstehen konnte.

Sie apparierten in die Nähe der Ruine und Draco flohte mit Dirdra nach Malfoy Manor. Sie war zu geschockt um alleine in ihre Räume zu gehen. Daher brachte Draco sie in den Westflügel.

Als sie eintraten, hob Blaise den Kopf. Er hatte in einem Geschäftsbericht gelesen.

„Was ist passiert?" Sofort half Draco seinem Freund seine Frau ins Bett zu bringen.

„Schlaf ein wenig, das wird dir gut tun." Dirdra lächelte und schloss die Augen.

„Was ist passiert?", fragte Blaise erneut. Draco erzählte es ihm. Er liess kein noch so grausiges Detail aus. Blaise verzog angewidert das Gesicht.

„Und wann geht es jetzt los?"

„Montag früh um drei Uhr. Bitte sei nicht dabei."

„Was?"

„Bitte Blaise, sei nicht dabei. Geh nach Portree oder sonst wohin, aber bring dich ausser Gefahr."

„Ich werde Kämpfen Draco. Es gibt nichts was du sagen könntest, was mich davon abhalten würde. Ich werde für meine Überzeugung einstehen. Wann begreift ihr das endlich."

„Ich weiss, aber ich wollte es wenigstens versucht haben. Ich liebe dich." Der Blonde beugte sich zu Blaise und küsste ihn.

„Ich lieb dich", flüsterte Blaise und küsste ihn zurück.

„Hat Dirdra dich schon zugetextet?"

„Jep, hat sie."

„Ich liebe meine Schwester", grinste Draco.

„Ich auch."

Draco stand auf und stellte sich provokativ vor seinen Freund.

„Du liebst meine Schwester also?" Blaise stand auf. Sein Gesicht berührte beinahe Dracos und er grinste ihn an.

„Ja, das tu ich. Aber dich liebe ich so…" Er legte seine Lippen auf die des Malfoys und begann einen leidenschaftlichen Kuss. Draco liess sich in den Sessel Küssen und genoss Blaise`s Berührungen.

Nachdem Draco sich wieder angezogen hatte, verabschiedete er sich von Blaise und flohte nach Hogsmeade. Der Weg zum Schloss ging sich benahe von alleine.

Am Tor wurde er jedoch aufgehalten. Denn es war keiner da, der das Tor bewachte.

„Hallo?", rief er. Doch nichts tat sich. „Ist Heute keiner da?", fragte er erneut. Dann hörte er von links hinter den Büschen ein Geräusch. Sofort zog er den Zauberstab. Es dauerte noch mindestens dreissig Sekunden, bis ein junger Auror hinter den Büschen hervor kam. Er hatte eine rötliche Färbung über den Wangenknochen und sein Haar war zerwuschelt.

„Ehm, Verzeihung, ich hatte nicht damit gerechnet, dass jemand kommen würde." Draco sah sich den Jungen an.

„Das sehe ich. Lässt du mich trotzdem herein?"

„Natürlich, komm herein." Draco hatte kaum das Tor passiert, als hinter den Büschen eine junge Frau auftauchte.

„Weitermachen, so viele werden heute wohl nicht mehr herkommen", grinste er und ging weiter.

Im Schloss wurde er bereits erwartet.

„Draco, wir hatten früher mit dir gerechnet."

„Ach ja?", fragte er den Professor verwundert.

„Harry meinte du seist vor mehr als zwei Stunden gegangen." Draco grinste ertappt.

„Meinte er. Ja, das bin ich auch. Ich habe Dirdra nach Hause gebracht und bin Blaise über den Weg gelaufen."

„Das erklärt natürlich alles", schmunzelte Albus. „Komm, lass uns in mein Büro gehen. Moody, Severus und Harry warten bereits dort." Auf dem Weg nach oben wurde Draco nachdenklich.

„Harry hat es gesehen? Das mit Ellborow, nicht wahr?"

„Ja das hat er. Er hat zwar keine Ahnung worum es gegangen war, aber er hat sonst alles gesehen."

„Derek Ellborow hat mich kritisiert. Er meinte, ich würde meine Aufgabe nicht erfüllen können. Dirdra ist ihn angegangen um mich zu verteidigen und das war das Ergebnis."

„Wie geht es Dirdra?"

„Ich habe sie ins Bett gebracht." Sie waren inzwischen am Büro angekommen.

Moody und Harry sassen auf den Stühlen und unterhielten sich über ein Übungsmanöver welches Harry offensichtlich nicht gefallen hatte.

„Es ist mir Egal ob das früher so war, heute geht das nicht mehr. Oh, hallo Draco."

„Wir unterhalten uns später darüber", zischte Moody.

„Also, was gibt es neues?"

„Um kurz vor drei Uhr wird der Dunkle Lord seine Truppen um Hogsmeade versammelt haben. Um punkt drei Uhr schickte er eine Gruppe mit Riesen los. Etwa zwölf Stück. Sie sollten die Vorhut bilden. Wenn sie das Schloss erreicht haben und noch nicht tot sind, werden sie eliminiert.

Mit zwei Minuten Abstand werden die Todesser die Ländereien betreten. Bella, Rabastan und Rodolphus haben zusammen mit Fenrir den Auftrag Harry zu finden. Sie sollen alles töten was ihnen vor den Zauberstab kommt um ihren Auftrag auszuführen. Wenn sie Harry gefunden haben, soll er aus dem Schloss in den Verbotenen Wald gebracht werden.

Der Dunkle Lord wird dort warten. Neben ihm wird sein neuestes Spielzeug sein. Aisin. Eine neun Meter lange Anakonda."

„Was will er denn damit?"

„Das hat er nicht verraten, er meinte nur dass es der Sieg über Harry sein wird." Albus sass an seinem Schreibtisch. Er schien streng zu überlegen.

„Die Riesen werden unser geringstes Problem sein. Hagrid und Grawp sollen sich darum kümmern. Sie werden ein paar Auroren zur Unterstützung brauchen."

„Ich werde Sommers, Daniels, Elkow und Blix abstellen."

„Gut, die anderen werden dann um das Schloss aufgestellt."

„Potter und Weasley werden als Torwache im Schloss bleiben."

„Was? Alastor, das können sie nicht machen", beschwerte sich Harry. Draco hingegen sass auf seinem Stuhl und grinste.

„Was grinst du eigentlich so blöd?", fauchte Harry.

„Der grosse Harry Potter, Retter der Zaubererwelt steht an der Porte und wartet."

„Sie brauchen gar nicht so zu lachen, sie werden auch an der Porte stehen und warten, Mr. Malfoy."

Draco wandte sich aufbrausend an Moody.

„Ich bin keiner ihrer Angestellten. Sie haben mir nicht zu sagen wo ich sein werde. Und glauben sie mir, ich habe kein Interesse dran nur zu warten."

„Wo willst du denn sein, wenn es los geht?", fragte Albus.

„Ich werde draussen sein, zwischen Hagrids Hütte und dem Verbotenen Wald. Mit Dirdra und Blaise, nehme ich an. Auch wenn ich es versucht habe, keiner der Beiden war davon abzuhalten."

„Das habe ich mir schon gedacht", schüttelte Albus den Kopf.

„Ach, noch bevor ich es vergessen. Dirdra ist schwanger. Also, sie hat es zumindest gesagt, damit sie das Dunkle Mal nicht annehmen musste und damit Vater sie schont." Jetzt war es an Harry zu grinsen.

„Was ist?"

„Wir hatten uns bereits so etwas gedacht. Die kleine ist Gut. Eine kleine Schlange, sie war wohl doch im falschen Haus." Draco sah Harry an, dann begannen beide zu lachen.

„Du brauchst nicht zu lachen Harry, es gibt da noch jemanden der gut nach Slytherin gepasst hätte, nicht wahr?", grinste Albus spitzbübisch. Harry hob abwehrend die Hände.

„Schon gut, ich habe es verstanden."

„Ich weiss nicht was an der Situation so komisch sein soll", grummelte Moody.

„Aber, aber, Alastor. Wenn wir nicht mehr lachen können, können wir uns sofort geschlagen geben."

Draco und Harry verliessen das Büro.

„Was meinte Dumbledore damit, dass noch jemand nach Slytherin gepasst hätte?"

„Bei der Auswahlzeremonie, damals, hat mich der Hut eigentlich nach Slytherin stecken wollen."

„Und warum hat er nicht?"

„Ich wollte dort nicht hin." Draco blieb stehen.

„Warum wolltest du dort nicht hin?" Harry drehte sich zu ihm um und senkte den Blick.

„Weil du dort warst. Du hast Ron beleidigt und dich für etwas Besseres gehalten. Ich wollte nicht so werden."

„Ich war wohl ganz schön arrogant, was?", fragte Draco verlegen.

„Oh ja, und wie. Aber jetzt bist du ganz in Ordnung."

„Das habt ihr alles Dirdra zu verdanken. Wenn sie nicht gewesen wäre, würde ich noch immer hinter Vater herstolzieren und ihm nach den Mund sprechen."

„Wie gut, dass sie dich wachgerüttelt hat."

„Ja, da stimme ich dir zu."

In der Grossen Halle wurden sie bereits erwartet. Draco erklärte nur kurz, was in der Nacht zum Montag passieren würde.

„Und die sind sicher, dass Hagrid und Grawp das hinbekommen?"

„Zur Not sind ja die Auroren dabei, Ginny", meinte Harry.

„Dein Wort in Merlins Labyrinth."

„Was werden wir bis Sonntag tun?"

„Was sollen wir deiner Meinung nach tun, Hermine?"

„Uns vorbereiten? Zauber üben, keine Ahnung."

„Ich denke, wir sollten uns bis dahin entspannen", schlug Draco vor.

„Entspannen? Wie kannst du jetzt daran denken?"

„Ganze einfach. Was wir bis jetzt nicht gelernt haben, werden wir auch die nächsten drei Tag nicht mehr hinbekommen. Ich für meinen Teil, werde nach Spinners End gehen und dort bis Sonntag bleiben. Der Dunkle Lord wird mich dort kontaktieren."

„Willst du das wirklich?"

„Es geht nicht darum was ich will, Ginny, sondern darum was ich tun muss." Harry nickte ihm zu.

Draco verabschiedete sich und verliess die Grosse Halle. Harry folgte ihm.

Auf den Stufen die aus dem Schloss führten, blieben sie stehen. Es war ein schöner, sonniger Tag.

„Ich hoffe, ich werde dich wieder sehen, Draco."

„Warum solltest du nicht?"

„Wer weiss, wir müssen Opfer bringen um den Krieg zu gewinnen."

„Ich denke, wir haben alle schon mehr als genug Opfer gebracht, findest du nicht auch." Harry lächelte. Er hielt ihm die Hand entgegen.

„Vielleicht ist es auch schon zu spät, aber ich wäre gerne dein Freund." Draco lächelte zurück.

„Nein, ich wäre gerne deiner." Draco griff nach Harrys Unterarm und dieser tat es ihm gleich. Harry zog ihn in eine Umarmung. Als sie sich voneinander lösten grinste Harry den Blonden an.

„Und Grüsse Blaise und Dirdra von mir." Draco hob die Hand und deutete ihm somit an, verstanden zu haben, dann ging er weiter in Richtung Hogsmeade. Von dort aus flohte er nach Spinners End.