Kapitel 19 : Showdown in Hogwarts

Das Haus war ruhig. Anderin war nicht zu sehen. Draco ging sofort in das Arbeitszimmer um einen Brief zu schreiben. Es waren nur ein paar Worte doch Draco war sicher, sie würden ihre Wirkung nicht verfehlen. Er wählte die schnellste Eule aus. Sie würde in ein paar Minuten dort sein wo er sie haben wollte.

Draco selbst ging ins Badezimmer und duschte sich. Der heisse Dampf erfüllte das Badezimmer. Das Wasser prasselte auf seinen Körper. Dann hörte er plötzlich ein Geräusch.

Draco drehte sich erschrocken um. Durch den Duschvorhang konnte er den Umriss eines Körpers erkennen. Ohne darüber nachzudenken griff er danach. Mit samt dem Vorhang fiel er aus der Dusche auf die Person. Er wollte gerade aufziehen und zuschlagen, als er die Stimme hörte.

„Hey, du wolltest doch dass ich herkomme."

„Verdammt, Blaise. Ich hätte dich erschlagen können." Blaise wand sich aus dem weissen Duschvorhang. Er grinste über beide Ohren. Dracos Antwort war ein leidenschaftlicher Kuss.

„Lass uns das ganze an einen bequemeren Ort verlegen, ja? Ausserdem wollte Dirdra nachkommen, in etwa zwei Stunden."

„Gut", zischte Draco heiser. „Dann haben wir ja noch eine Stunde und fünfundfünfzig Minuten." Er stand auf und zog Blaise auf die Beine, dann gingen sie in sein Zimmer.

„Ihr habt noch genau zwei Minuten Zeit, sonst komm ich nach oben." Blaise stöhnte gequält ins Kissen.

„Du sagtest doch zwei Stunden", schmollte Draco.

„Wir haben bereits mehr als zwei gebraucht", grinste er und schwang sich aus dem Bett. Er angelte nach seiner Unterwäsche, zog sich an und stand auf. Draco tat es ihm gleich.

Dirdra war bereits auf dem Weg nach oben als sich Dracos Zimmertür öffnete.

„Wir kommen ja schon."

„Gut, ich wollte nicht wirklich sehen, was ihr da tut." Gemeinsam gingen sie nach unten. Im Salon setzten sie sich hin.

„Hast du etwas von Severus gehört?", fragte Draco seine Schwester.

„Nein. Du kennst ihn doch. Es war schon zu gefährlich, dass ich weiss dass er noch lebt. Und er wird nicht aus Hogwarts heraus kommen. Nicht bevor diese Schlacht geschlagen wurde. Dafür ist er zu rational."

„Ihr sprecht von mir?" Erschrocken fuhren alle drei herum.

„Was tust du hier, wenn Vater plötzlich auftaucht", sprang Draco aus seinem Sessel.

„Lucius wird nicht kommen. Der Dunkle Lord hat vor ein paar Minuten seine Leute zu sich gerufen."

„Und wenn er mich dabei haben will?"

„Dann hätte er dich bereits geholt. Aber ich denke, sie werden dich bis Sonntagmittag in Ruhe lassen. Lucius wird dich gegen Abend hier abholen. Der Dunkle Lord wird dir mitteilen, wo du wann zu sein hast. Er wird dich nach Hogwarts schicken, weil er davon ausgeht, dass du sein Verbündeter von innen bist."

„Du scheinst dich da ja gut auszukennen", meinte Dirdra.

„Ich war mehr als zwanzig Jahre dabei." Dirdra stand auf und umarmte ihn.

Sie legte ihren Kopf auf Severus Brust. Dieser schloss seine Arme um sie.

„Wenn du willst, dein Zimmer ist noch frei", scherzte Draco.

„Ich verbitte mir das. Ich bin nicht verheiratet."

Blaise griff nach Dracos Hand.

„Wie gut, dass wir es sind."

„Das ist so nicht ganz korrekt." Verwundert sahen beide Severus an.

„Ihr seid Seelenverbunden, nicht verheiratet. Es ist euch nicht möglich jemanden anderen zu heiraten, aber ihr seid nicht verheiratet."

„Dann werden wir das nachholen, wenn der Krieg vorüber ist." Blaise viel die Kinnlade nach unten.

„Seht mich nicht so an. Das ist mein voller ernst."

„Du kannst dich doch noch an Greg erinnern, willst du das wirklich riskieren?"

„Ich denke nicht, dass von unseren Freunden jemand ein Problem damit hat. Und die, welche eines haben, die können mich mal." Da war er wieder, der Eisprinz von Slytherin. Blaise stand auf, beugte sich zu ihm und küsste ihn.

„Ist das nicht romantisch?" Severus sah Dirdra an. „Was? Ich bin eine Frau, wir haben romantische Ansichten. Rosenblüten, brennende Kerzen, funkelnde Geschenke, ihr versteht?" Draco und Blaise begannen zu lachen.

„Jetzt weisst du, was auf dich zu kommt", japste Draco.

„Ich hatte schon so etwas befürchtet", antwortete Severus trocken.

Die vier verbrachten den Rest des Samstags in Spinners End. Severus unterhielt sie mit vielen Anekdoten der Malfoy Zwillinge und Blaise lachte Tränen.

Man hätte nicht meinen können, dass in ein paar Stunden ein tödlicher Kampf beginnen würde.

Als es bereits früher Sonntagmorgen war, verabschiedete sich Severus nach Hogwarts, Dirdra und Blaise nach Malfoy Manor.

Draco blieb alleine in Spinners End zurück. Er setzte sich an den Schreibtisch im Arbeitszimmer und setzte einen Brief auf.

„Anderin?" Der Hauselfe erschien.

„Du weisst, was in der Welt passiert, nicht wahr?" Der Elf nickte.

„Der Krieg wird Montag vor Sonnenaufgang entschieden. Wenn ich diese Schlacht nicht überleben sollte, gibst du diesen Brief deinem Herrn."

„Ja, Master." Mit einem Plopp war der Elf verschwunden. Draco stand auf und ging in sein Zimmer. Er wusste, dass er vor dem letzten Kampf keinen seiner Freunde mehr sehen würde.

Die paar Stunden die Draco geschlafen hatten waren bei weitem nicht genug. Er fühlte sich müde und gerädert. Da konnte auch eine kalte Dusche nicht mehr viel ausrichten. Nachdem er am Sonntag zu Mittag gegessen hatte, setzte er sich in die Bibliothek. Er hatte bereits eine schwarze Hose und ein schwarzes T-Shirt an, das Sakko hing im Kaminzimmer. Er wollte vorbereitete sein, wenn sein Vater kommen würde.

Wie Severus es gesagt hatte kündigte am späten Nachmittag ein rumpeln Lucius an.

„Master Malfoy, ihr Vater ist im Kaminzimmer. Er wünscht sie zu sehen."

„Danke Anderin, sag ihm, ich komme gleich." Draco klappte das Buch zu und legte es zurück ins Regal.

„Du bist ein Malfoy, benimm dich auch so", sagte er zu sich und verliess die Bibliothek. „Vater, ist es so weit?"

„Ja, mein Sohn. Ich bin sehr stolz auf dich."

Draco nickte und flohte nach seinem Vater nach Skelbo Castle.

Die paar Meter den Hügel hinunter gingen sie stumm neben einander her. Draco hielt am Apparierpunkt an und drehte sich zu seinem Vater um.

„Wer wird meinen Platz einnehmen, wenn ich nicht überlebe?"

„Dirdra oder ihr Sohn, warum?"

„Nur so." Er griff nach dem Arm seines Vaters. Sofort wurde er von dem Appariergefühl erfasst.

Als er wieder festen Boden unter den Füssen spürte, war ihm wohler. Das Gewölbe war bereits zum bersten mit Todessern gefüllt. Innerlich war Draco aufgewühlt, wenn jetzt etwas schief gehen würde, oder jemand bemerken würde was wirklich vor ging, war er mehr als nur tot.

„Da ist ja der Zauberer der uns zum Sieg verhelfen wird", sagte der Dunkle Lord stolz und liess Draco in die Mitte kommen.

„Ich habe nur getan, was getan werden musste, my Lord."

„Nicht so bescheiden Draco. In weniger als 24 Stunden wirst du deinen Platz an meiner Seite einnehmen. Alle meine Untergebenen werden auch dir untergeben sein. Ich werde der einzige Sein, der deine Befehle in Frage stellen kann."

„Vielen Dank my Lord. Ihr seid zu grosszügig." Draco stellte sich zu Lucius zurück. Ihm war aufgefallen, dass sein Vater ihn noch nie so zufrieden angesehen hatte.

Im verlaufe der nächsten paar Stunden wurde nochmals die Strategie durchgegangen.

„Draco, du wirst uns in Hogwarts erwarten. So bald du dich aus dem Kampf zurückziehen kannst, erwarten wir dich auf der Lichtung im Verbotenen Wald."

„Sehr wohl, my Lord." Draco verbeugte sich. Danach löste sich die Versammlung auf.

Es war kurz nach zehn Abends, als Lucius seinen Sohn in Skelbo Castle absetzte. Er selbst flohte nach Malfoy Manor, Draco nach Hogsmeade. Von dort aus ging er zum Schloss. Der Eingang wurde von Tonks bewacht.

„Hey Draco, du bist spät Heute. Hattest wohl noch was vor?" Sie grinste.

„Ja, aber nicht das was du dir gerade ausmalst, liebste Kusine." Sie liess ihn eintreten.

„Wir sehen uns dann später", grinste sie. Draco grinste zurück und ging zum Schloss. Es war wie ausgestorben. Kaum Auroren waren unterwegs.

„Wo sind denn alle?", fragte Draco in die Stille des Schlosses.

„Sie sind in ihren Quartieren", antwortete ihm eine Stimme aus der Dunkelheit.

„Severus, warum musst du dich denn immer so anschleichen."

„Ich schleiche mich nicht an, ich stehe bereits einige Zeit dort."

„Wie auch immer, warum sind sie in den Quartieren? Sollten sie sich nicht auf den Kampf vorbereiten?"

„Dumbledore war der Meinung, sie sollten sich ausruhen und Zeit mit ihren Familien verbringen, bevor der letzte Kampf beginnt."

„Auch wenn ich seine Gefühlsduselei nie verstanden habe, wäre ich doch auch dankbar um die letzten Stunden mit Blaise und Dirdra." Severus nickte nur.

„Lass uns nach unten gehen. Wir können auch gemeinsam unseren Gedanken nachhängen." Draco nickte und folgte Severus in seine Räume. Sie sassen in den Sesseln vor dem Kamin. Die Flammen züngelten empor. Jeder mit einem Glas Scotch in der Hand. Stumm, seinen eigenen Gedankengängen folgend.

Dirdra ging im Westflügel auf und ab. Sie war nervös und hatte es nur ihrer Angeblichen Schwangerschaft zu verdanken, dass sie nicht an die Vorbereitungstreffen mit musste. Als jedoch Lucius um kurz nach zehn zurück kam, führte ihn sein Weg direkt in den Westflügel. Als es klopfte zuckte Dirdra zusammen.

Rasch setzte sie sich auf einen der Sessel und nahm das Buch in die Hände, welches bereit gelegen hatte.

„Ja, bitte?", sagte sie. Ihr Blick huschte nochmals zu Blaise. Ihm war nichts anzumerken.

„Dirdra, ich erwarte dich um zwei Uhr im Kaminzimmer. Blaise, du bist noch immer sicher, dass du dich uns nicht anschliessen willst?"

„Ich werde der erste sein, der dich beglückwünscht wenn du zurück bist", sagte Blaise und nickte ihm zu.

„Wie du möchtest." Lucius nickte und ging.

„Sag mal, wer ist eigentlich Grawp?"

„Wer?"

„Na dieser Grawp, den Draco erwähnte, der mit Hagrid die Riesen aufhalten soll?"

„Keine Ahnung, aber ich denke wir werden es dann sehen. Wann wirst du gehen?"

„Das weiss ich noch nicht. Ich muss irgendwie nach euch gehen, aber vor euch dort sein, kein Plan wie ich das anstellen werde."

Wie auf Kommando klopfte eine Eule ans Fenster des Salons im Westflügel. Dirdra ging hin und liess sie hinein. Sie setzte sich zielsicher zu Blaise. Der nahm ihr den Brief ab.

„Na, von wem kommst du wohl", fragte er während er den Brief bereits öffnete. „Von Dumbledore", sagte er. „Ich kann direkt nach Hogwarts flohen. Um viertel nach zwei ist der Kamin im Büro des Schulleiters für zwei Minuten geöffnet."

„Sehr gut, dann hat sich wenigstens das erledigt."

„Ja, nur bin ich jetzt noch nervöser also vorher schon."

„Nervös? Ich hab dir nichts angesehen."

„Draco färbt ab, ich kenne keinen der seine Situation so kühn verdecken kann, ausser Snape vielleicht." Blaise lächelte.

„Wir werden das schon schaffen, es wird alles gut werden, glaube mir. Und danach haben wir eine Hochzeit zu planen."

Um kurz vor zwei Uhr Morgens ging Dirdra ins Schlafzimmer. Sie wollte sich standesgemäss Kleiden. Sie wählte ein schwarzes Kleid mit braunen Einsätzen. Es war auf der Brust, am Rücken und auf den Seiten geschnürt, so dass es sich ideal jeder Figur anpasste. Die Ärmel waren weit ausgestellt und hatten ebenfalls Einsätze in Kontrastfarbe. Auch wenn es nicht kalt war, zog sie sich einen Kapuzenumhang darüber.

„Ich werde dann mal gehen. Viel Glück Blaise." Der Angesprochene stand auf und kam ihr entgegen. Er nahm Dirdra in den Arm.

„Viel Glück, Miurnin (süsse). Wir werden uns wieder sehen, versprochen."

„Das weiss ich, und grüss mir Draco bitte."

„Werde ich", sagte er und küsste sie auf die Stirn.

Blaise selbst zog sich einen schwarzen Anzug an und ein schwarzes Rollkragen Shirt darunter. Er würde am wenigsten auffallen in dieser Kleidung. Auch wenn es Vollmond war. Als er sicher war, dass Dirdra und Lucius gegangen waren, schlich er in das Kaminzimmer.

„Ich weiss wo du hin willst, Blaise", sagte plötzlich jemand.

„Narzissa", sagte er erschrocken. „Wenn sie das so genau wissen, dann verraten sie mich, oder folgen mir. Es ist mir egal. Ich werde nicht zusehen, wie Draco und Dirdra von ihrem Vater geopfert werden."

„Ich werde weder das Eine noch das Andere tun. Versprich mir einfach, dass ich sie gesund wieder sehe, egal wie es ausgeht."

„Ich tue mein Möglichstes, Narzissa, das verspreche ich." Die Blonde Frau nickte ihm zu und verliess das Kaminzimmer. Blaise schüttelte den Kopf, stieg in den Kamin und liess sich von den grünen Flammen mitziehen.

Als er in Hogwarts aus den Flammen stieg war es zwanzig nach zwei.

„Blaise, schön dich zu sehen. Wie sieht es an der gegnerischen Front aus?"

„Dirdra und Lucius sind um zwei Uhr los. Narzissa macht mir mehr sorgen."

„Ich weiss was du meinst, aber ich konnte sie nicht davon überzeugen dich zu begleiten, leider."

„Daher wusste sie wo ich hin wollte."

„Ja, aber sie ist schon zu lange Lucius Frau, als dass sie sich trauen würde ihren willen durchzusetzen. Vielleicht, wenn alles vorüber ist."

„Ja, vielleicht." Beide Männer wussten, dass sie auch dann nicht auf ihre Seite kommen würde. Sie würde Lucius ins Grab oder nach Azkaban folgen.

„Draco ist bei Severus, wenn du zu ihm möchtest."

„Vielen Dank, Professor." Blaise schenkte dem alten Schulleiter ein Lächeln und ging nach unten.

Als er in die Eingangshalle kam, standen die ersten Auroren bereits dort. Sie nickten ihm zu und Blaise war ihnen mehr als Dankbar für das, was sie tun würden.

In den Dungeons war es still. Blaise klopfte an die Tür zu Severus Räumen. Es wurde ihm Augenblicklich geöffnet. Severus trat sofort zur Seite.

„Blaise, ich hatte so gehofft, dass du doch noch nach Portree aufgebrochen wärst."

„Vergiss es, ich werde weder dich noch Dirdra im Stich lassen. Dafür stecke ich zu tief mit drin", sagte er während er auf seinen Freund zu ging und ihn küsste.

„Danke", flüsterte Draco kaum hörbar.

„Wir sollten langsam nach oben." Severus ging vor, die jungen Männer hinterher.

In der Eingangshalle standen Mittlerweilen alle Auroren, Ordensmitglieder und Professoren. Draco konnte Harry ganz hinten neben der Statue des geflügelten Ebers erkennen. Er deutete Blaise an, darauf zu zugehen.

„Na, Angst Potter?"

„Träum weiter, Malfoy." Sie lachten sich an. Ginny hatte sich an Harry geklammert, während Hermine dicht neben Ron stand.

„Wo ist Dirdra?", fragte Hermine.

„Keine Ahnung. Irgendwo bei den Todessern, vermute ich." Hermine nickte nur. Moody brüllte gerade noch seine letzten Anweisungen und dann öffnete sich das Tor.

Die Auroren und Zauberer gingen nach draussen, Harry blieb mit Ron am Eingang stehen.

„Du hältst dich wirklich daran?"

„Es ist mein Job. Ich versuche zu glauben, dass ich nicht hier bin weil ich Harry Potter bin, sondern weil ich die Aufgabe habe, das Schloss zu halten."

„Und, funktioniert es?"

„Nein." Ron küsste gerade Hermine.

„Geh jetzt, sonst wird Moody sauer."

„Pass auf dich auf." Er nickte. Hermine zog Ginny mit sich. Sie wollte sich gar nicht lösen.

„Geh, Ginny, wir sehen uns später", lächelte Harry ihr zu. Sie nickte und ging.

„Wir werden dann auch mal gehen, viel Spass beim Tor bewachen." Draco grinste Harry und Ron an, bevor er mit Blaise aus dem Schloss in Richtung Hagrids Hütte ging.

Dort versteckten sie sich im Schatten des Hauses und warteten. Immer wieder spähte Draco zum Eingang.

„Es wird bald losgehen."

„Ich weiss. In ein paar Stunden wird alles vorüber sein, hoffe ich." Blaise küsste ihn voller Leidenschaft, dann hörten sie die Turmuhr schlagen, es war drei Uhr morgens.

Die Riesen hatten bereits das Tor passiert. Draco konnte sie sehen. Blaise stand dicht hinter ihm. Der blonde Zauberer konnte den Atem seines Freundes im Nacken spüren. Es gab ihm ein wenig Sicherheit. Dirdra würde in ein paar Minuten herkommen. So bald sie sich von den Todessern lösen konnte.

„Sag mal, wer ist eigentlich Grawp?", fragte Blaise flüsternd.

„Um ehrlich zu sein, habe ich keine Ahnung", antwortete ihm Draco und drehte sich zu ihm um. „Aber ich glaube, der da?" Blaise sah, dass er an ihm vorbei blickte.

Der Schwarze drehte sich um. Aus dem Schutz des Waldes war Hagrid mit einem Riesen getreten. Blaise machte einen Schritt zurück und stiess mit Draco zusammen. Dieser nutzte die Situation sofort aus und küsste Blaise`s Nacken.

„Wenn du so weiter machst, wird diese Schlacht ohne uns stattfinden", raunte Blaise.

„Dann werde ich aufhören, ich bin nämlich sicher, dass man unsere Hilfe braucht", zischte Draco.

Die jungen Zauberer wandten sich wieder der Situation zu. Aus ihrem Hinterhalt konnten sie eine kleine Gruppe von Zauberern sehen, die in ihre Richtung kamen. Draco war sich sicher, dass es sich dabei um den Dunklen Lord, Aisin, Wurmschwanz und seinen Vater handelte daneben ging jemand in einen Kapuzenumhang gehüllt.

„Mieser Feigling."

„Was?"

„Dort, mein Vater. Er kämpft nicht, er zieht sich mit dem Dunklen Lord zurück. Blaise beobachtete die Gruppe. Sein Blick war an den Dunklen Lord geheftet.

„So grausam sieht der gar nicht aus."

„Das täuscht, glaube mir." Als die Zauberer im Wald verschwunden waren, schlichen Blaise und Draco sich aus ihrem Versteck und machten sich auf den Weg zum Schloss. Die Andern Todesser mussten jetzt schon beinahe dort sein.

Bereits nach ein paar Metern lag der erste tote Riese auf dem Boden.

„Ihh, ist der hässlich."

„Nur weil du eine Schönheit bist, gilt das nicht für alle", spottete Blaise. Malfoy sah ihn an und grinste. Dann blieb er stehen. Die Verteidigungslinie der Auroren war in einen heftigen Kampf verwickelt. Sofort schlossen Blaise und er sich an.

„Wusste ich doch, dass Ellborow recht hatte. Dafür wirst du büssen, Malfoy", schrie ein Todesser Draco entgegen.

„Ich habe keine Ahnung wovon du sprichst, Nott. Aber ich werde bestimmt nicht der jenige sein, der etwas büssen wird."

Obwohl die Auroren in der Unterzahl wahren, kämpften sie verbissen. Immer mehr Kuttenträger wurden niedergestreckt und bald war die Anzahl der Männer ausgeglichen. Natürlich hatten alle Todesser mitbekommen, was Nott geschrieen hatte und sie sahen, wie Draco mit Blaise an der Seite der Auroren kämpfte.

„Sie dich mal nach Harry und Ron um", rief Draco seinem Freund zu. Dieser nickte und schlug sich zum Schloss durch.

Die Eingangshalle war zertrümmert. Doch im Schloss selbst war es ruhig. Er hatte gerade die Eingangshalle betreten, als auf seiner rechten Seite Steine von einem kleinen Hügel rollten.

Die Steine stellten wohl früher einen geflügelten Eber dar. Mit gezogenem Zauberstab ging er auf die zerstörte Statue zu. Doch sobald er den Ansatz des roten Haarschopfes sah, eilte er zu Hilfe. Er hatte den Zauberstab in der Hand behalten um die Steine weg zubekommen.

„Hey Ron", rief er als er den ehemaligen Gryffindor zur Hälfte frei geräumt hatte. Ron versuchte sich aufzusetzen. Er war voller staub und hustete. Doch das war nicht das Schlimmste. An der Schläfe klaffte eine tiefe Fleischwunde. Blut rann ihm über das Gesicht. An der rechten Hand fehlten zwei Finger und quer über den Torso war ein tiefer schnitt.

„Ron, hörst du mich?"

„Türlich, bin ja nicht taub. Wir müssen Harry finden."

„Wir? Ich denke nicht, dass du noch irgendwo hingehen wirst."

„Ich muss, Harry ist in Gefahr. Er ist schliesslich mein Freund."

„Ron, sieh dich an. Ich werde dich in den Krankenflügel bringen."

„Nein, ich muss…" weiter kam er nicht, den er versuchte aufzustehen was nicht gelang. Blaise schaufelte die letzten Steine weg und stellte fest, dass aus dem linken Unterschenkel ein Knochen ragte.

„Glaub mir Weasley, das wird nichts mit Potter retten, jetzt komm." Ron musste einsehen, dass er keine Chance hatte, so etwas für seinen besten Freund zu tun. Blaise schleppte ihn in die Krankenstation.

„Ron, was ist denn mit ihnen passiert?"

„Bella hatte einen Fluch auf Harry abgeschossen, ich habe mich vor ihn gestellt, dann weiss ich nichts mehr. Erst als Blaise mich ausgegraben hat bin ich wieder zu mir gekommen." Er war inzwischen auf einem Bett. Blaise wollte schon wieder gehen.

„Blaise, finde Harry, bitte. Du musst ihn finden."

„Ich verspreche es dir. Wir werden ihn finden."

So schnell er konnte rannte Blaise wieder nach unten. Die Kämpfe dauerten noch immer an. Er konnte Draco nicht sehen. Instinktiv legte er zwei Finger an seinen Ehering. Sofort spürte Blaise in welche Richtung er gehen musste.

Eigenartigerweise führte die Richtung vom Schloss weg. Mit jedem Schritt den er ging, schlug sein Herz schneller.

Am Rande des verbotenen Waldes konnte er nun zwei Todesser sehen die jemanden eskortierten. Der Mond warf sein Licht auf die Situation und Blaise konnte deutlich Dracos weissblondes Haar sehen, von dem das Licht reflektiert wurde. Der Schwarze schlich näher.

„Lasst mich los. Ich will nicht mit euch gehen."

„Das ist uns durchaus bewusst, du wirst allerdings müssen. Der Meister wird sich freuen, den Verräter in die Finger zu bekommen. Dass du es bist wird seine Rache nur noch grausamer werden lassen." Draco versuchte sich loszureissen was ihm einen kräftigen Schlag in den Rücken einbrachte. Blaise trat aus seinem Hinterhalt hervor.

„Expelliarmus." Der Todesser zu Dracos rechter Seite war allerdings Schneller. Er hatte seinerseits einen Zauber losgelassen. Blaise konnte sich gerade noch ducken.

„Verschwinde Blaise, hau ab."

„Die werden dich töten."

„Das weiss ich, geh, bitte, rette dich." Beide Todesser versuchten nun den ehemaligen Slytherin zu erwischen.

„Ich kann das nicht zulassen."

„Du wirst keine andere Wahl haben", höhnte ein Todesser. „Wenn wir dich erwischen, wirst du zusehen können, wie der Kleine hier gefoltert wird."

„Niemals", schrie Blaise und wollte sich auf einen der Männer stürzen. Dieser versetzte ihm einen Schlag ins Gesicht. Auf seiner Wange klaffte nun eine Wunde.

„Verschwinde, gràthadair. Tha gràdh agam ort." (Geliebter, ich liebe dich)

„Gràthadair?", fragte einer der Todesser. „Geliebter?"

„Das verstehst du nicht du Troll", spuckte Draco ihm ins Gesicht.

„Und ob ich das verstehe. Du kleine Schwuchtel." Blaise wollte gerade zu einem neuen Zauber ansetzen, als der Todesser den seinen bereits ausgesprochen hatte.

Blaise hatte nicht darauf geachtet. Er wurde von einem einfachen Stupor erfasst und gegen einen Baum geschleudert. Das knacken war trotz des Kampflärms zu hören.

„Blaise, Blaise. Nein, Blaise", schrie Draco, doch der Angesprochene bewegte sich nicht. Draco wollte zu ihm, wollte ihn in den Arm nehmen, doch die Todesser hielten ihn fest.

„Lasst mich los, lasst mich los", schrie er hysterisch und begann um sich zu schlagen. Einer seiner Wächter schlug ihm ins Gesicht, so dass er taumelte und dann zu Boden stürzte. Sie fassten ihn beide unter den Armen und schleiften ihn von der Stelle weg, an der Blaise auf dem Boden lag. Draco konnte nur mit Mühe die Tränen zurückhalten.

Nach einer kurzen Strecke hörte Draco Stimmen. Eindeutig Wurmschwanz und sein Vater.

„Was bringt ihr mir?", hörte er dann die Stimme des Dunklen Lords.

„Einen Verräter my Lord. Er und Zabini haben auf der Seite der Auroren gekämpft." Unsanft wurde Draco auf den Boden geworfen.

„Wo ist Zabini?" Die Todesser lachten.

„Hundert Meter weiter vorne. Er ist tot, my Lord." Draco versuchte auf die Füsse zu kommen, doch es gelang ihm nicht.

„Ich dachte, dein Mann entscheidet sich für keine Seite?"

„Ich bin entsetzt my Lord. Ich hätte nie von ihm erwartet, so etwas zu tun. Genauso wenig wie von meinem Bruder." Draco hob den Kopf. Die Person im schwarzen Umhang war Dirdra gewesen. Ihre Blicke trafen sich. Dirdra hatte die typische Haltung und den dazu passenden Gesichtsausdruck, aber ihre Augen sprachen Bände. Die zwei Todesser zogen den jungen Mann auf die Füsse.

„Wie konntest du mich so verraten, Bastard", keifte Lucius. Er war auf ihn zugekommen und schlug ihm ins Gesicht. Draco taumelte, konnte allerdings nicht fallen, da er noch immer festgehalten wurde.

„Nicht nur das, Lucius. Frag ihn doch einmal, was Blaise im bedeutet hat."

„Er war sein Bester Freund, Avery."

„Oh nein, sein Geliebter. Dein Sohn, Lucius, ist eine Schwuchtel." Lucius Malfoy durchbohrte seinen Sohn mit seinem Blick. Draco stand inzwischen wieder auf seinen eigenen Beinen. Er wirkte stolz, arrogant und überheblich wie eh und je.

„Du brauchst mich nicht so anzusehen, Vater. Ich habe Blaise mehr geliebt als mein eigenes Leben. Wenn du mich töten willst, tu es, wenn du mich foltern willst, tu es. Es gibt nichts was schlimmer sein könnte, als ohne ihn weiter zu leben."

„Jetzt verstehe ich auch deine Reaktion als Dirdra die Wahl ihres Ehemannes bekannt gegeben hat. Du glaubtest sie würde ihn dir wegnehmen, nicht wahr." Draco brauchte nicht zu antworten, denn Lucius hatte seinen Zauberstab auf ihn gerichtet und bereits ein Crucio ausgesprochen. Der junge Zauberer biss die Zähne zusammen um nicht zu schreien, doch es gelang ihm nur mässig. Dirdra hatte die Augen abgewandt.

„Sieh nur hin, er hat dir den Mann genommen. Den Vater deines Kindes." Es war keine Bitte des Lords, es war eindeutig ein Befehl. Dirdra musste sich zwingen zu ihrem Bruder zu sehen.

„Ich trage das Kind eines schwulen Verräters in mir. Ich ertrage es nicht zu sehen, dass auch mein geliebter Bruder ein Verräter ist, my Lord."

„Dieses Kind wird der Erbe des Zabini Vermögens. Auch wenn sein Vater weniger als nichts wert war."

„Blaise war mehr wert, als ihr es je sein könntet", fauchte Draco. Dies wiederum brachte ihm ein Crucio des Dunklen Lords selbst ein.

Wie gut für ihn, dass in diesem Augenblick Bellatrix auftauchte.

„My Lord, seht was wir für euch haben." Rabastan schubste Harry neben Draco auf den Boden.

„Du siehst scheisse aus", sagte der.

„Danke, du hast auch schon besser ausgesehen", antwortete Draco mit schmerzverzerrtem Gesicht. Dann deutete der junge Malfoy nach vorne. Harry folgte seinem Blick und sah Dirdra.

„Wie sieht es aus, Bella?"

„Wir werden gewinnen my Lord. Da wir haben was wir wollen, ziehen sich eure Kämpfer bereits zurück."

„Sehr gut. Unnötige Verluste sind nicht eingeplant."

„Gut, dann kann ich ja wieder gehen", meinte nun Harry und stand auf.

„Ich sagte Unnötige, Potter." Die Todesser neben Draco zogen ihn an einen Baum und banden ihn dort fest. Draco hätte von alleine nicht mehr stehen können.

Aus seinen Nagelbetten lief Blut, einig Rippen waren gebrochen und das weissblonde Haar rot verklebt. Im Gesicht hatte er diverse Schürfungen und ein blaues Auge kündigte sich bereits an. Und ob die Knochen an seinen Knien noch ganz waren wagte er zu bezweifeln. Er war zweimal ziemlich unsanft auf dem Boden gelandet.

Harry liess man in der Mitte stehen.

„Du hast schon deinen Geliebten sterben sehen, da wird es dir nichts ausmachen das bei Potter auch zu tun, nicht wahr." Harry warf einen fragenden Blick zu Draco. Da dieser aber den Kopf senkte, wusste er, dass Voldemort recht hatte.

„Aisin, komm her." Aus dem Dickicht kroch die Schlange.

Er gehört dir", zischte der Lord.

„Ihr macht es nicht selbst? Wie traurig." Die Schlange kroch auf Harry zu.

Du bist stark, mutig und doch so unwissend", züngelte sie.

Ich habe meine eigenen Willen, was macht dich zu seinem Werkzeug?"

Ich bin nicht sein Werkzeug." Die Schlange ringelte sich Stück für Stück um den jungen Zauberer. Harry atmete bereits flach. Er japste nach Luft.

Ruhig, junger Potter. Gebrauche die Luft weise. Du wirst sie noch brauchen. Es ist nicht alles, wie es zu sein scheint", zischte sie leise. Ausser Harry konnte sie niemand hören, geschweige denn verstehen.

Harry verlangsamte seinen Atem, versuchte sich zu beruhigen, doch die Schlange drückte immer weiter zu. Immer mehr von seiner Lunge wurde gequetscht.

„Ihr…, seid…, ein…, elender…, Feigling…, Voldemort." Harry schloss die Augen. Dracos Blick wanderte zwischen Harry und Dirdra hin und her. Die junge Malfoy schien verzweifelt zu überlegen was sie tun sollte.

Es waren sieben Todesser anwesend und der dunkle Lord selbst. Ausserdem diese Schlange. Sie würde es nicht schaffen auch nur einem etwas anzutun, ohne gleich dafür zu sterben. Noch bevor sie zu ende gedacht hatte, liess Aisin ihr Opfer los.

Harry fiel leblos zu Boden. Dirdra wollte einen Schritt auf den leblosen Körper zu machen, wurde allerdings von ihrem Vater festgehalten.

„Ich werde das tun. Wenn er nicht tot ist, könnte er dem Kind oder dir Schaden."

„Ist gut Vater." `Interessante Prioritäten`, dachte sich Dirdra. Lucius ging in die Mitte. Er beugte sich zu Harry und überprüfte die Atmung, Herzschlag und Puls. Er sah bleich aus und hatte blaue Lippen, so viel konnte Draco gerade noch erkennen.

„Kein Herzschlag, kein Puls, keine Atmung. Er ist tot my Lord." Dirdra schlug sich die Hände vor den Mund. Wie gut, dass Bella genau in diesem Moment einen Freudenschrei ausgestossen hatte, denn so viel sie keinem auf.

„Nicht bewegen", zischte plötzlich jemand hinter Draco. Er fühlte wie die Fesseln aufgelöst wurden.

„Schaffen wir die Leiche ins Schloss. Dumbledore wird kapitulieren müssen."

„Was machen wir mit dem da?", fragte Avery und deutete auf Draco.

„Lasst ihn doch einfach hier. Die Kreaturen dieses Waldes werden sich um das Kümmern, was noch übrig ist", sagte Dirdra völlig kalt und arrogant.

„Gut, wenn es dein Wunsch ist ihn langsam sterben zu lassen."

„Ja my Lord, ist es. Ein Verräter hat nichts anderes verdient." Zwei der Todesser kümmerten sich um Harry, die Andern gingen bereits in Richtung Schloss.

Draco war mit seiner Kraft am Ende und liess sich einfach fallen. Hinter dem Baum trat Severus hervor.

„Komm, du musst aufstehen."

„Lass mich Severus, ich will nicht aufstehen."

„Du musst, wir müssen zum Schloss."

„Es ist vorbei. Blaise ist tot, Harry ist tot und Dumbledore wird ihnen unweigerlich folgen, also was soll ich noch dort. Lass mich hier. Der eine oder andere Wehrwolf braucht bestimmt etwas zu fressen."

„Reiss dich zusammen Draco. Was ist mit dem ach so stolzen Slytherin passiert?"

„Hört auf damit. Den gibt es nicht, den hat es nie gegeben. Es war alles eine Show, die euch offensichtlich gut getäuscht hat." Severus zog den jungen Mann auf die Füsse.

„Du wirst jetzt deinen Arsch in Richtung dieses verdammten Schlosses bewegen oder du wirst mich kennen lernen wie es noch nie jemand zuvor getan hat. Falls Blaise wirklich tot ist, hast du noch immer eine Schwester die wir retten können, die wir retten müssen."

„Hey, du tust mir weh", protestierte Draco.

„Hoffentlich auch", entgegnete Severus und schubste ihn nach vorne.

„Seht, ich bringe euch euern Helden", rief der Dunkle Lord als er auf Sichtweite am Schloss war. Einige der Kämpfer drehten sich zu ihm um. Sofort wurde getuschelt, geschrieen, geheult.

„Harry, nein, das kann nicht sein. Er kann nicht tot sein", schluchzte Ginny. Die beiden Todesser liessen Harry unsanft auf den Boden fallen. Es achtete niemand mehr auf ihn. Severus und Draco schlichen sich an. Da alle abgelenkt waren, hatten sie keine Mühe nahe ans Schloss heran zu kommen. Dracos Blick war auf Harry geheftet.

„Severus, wie lange zucken tote?"

„Tote zucken nicht."

„Sieh doch." Er deutete auf Harrys leblosen Körper. Er zuckte und wurde von seltsamen Schatten eingenebelt, die dann plötzlich verpufften.

„Wie wurde er getötet?"

„Du hast es doch gesehen, die Schlange hat ihn erwürgt."

„Du meinst diese Schlange?" Severus tippte ihm auf die Schulter. Hinter ihnen hatte sich Aisin aufgebäumt.

„Ehm ja, diese." Das Tier fixierte Dracos blick. „Warum tut sie das?"

„Keine Ahnung, aber ich glaube sie will dir etwas sagen." Aisin schoss nach vorne und Draco verlor das Gleichgewicht. Er setzte sich ungalant auf den Hosenboden. Aisin jedoch kroch um ihn herum und züngelte gegen seinen Zauberstab.

„Ich soll den Zauberstab in die Hand nehmen?" Die Schlange züngelte erneut. Also tat er es. Dann kroch sie auf Harry zu. Draco und Severus verschanzten sich in ihrem Versteck.

Als die Schlange Harry erreicht hatte, schlängelt sie sich zu seinem Kopf.

Wach auf junger Potter. Du hast genug geruht. Bringe dein Schicksal zu ende." Harry schlug die Augen auf. Draco wandte sofort einen Stillezauber auf Harry an, da dieser sprechen wollte. Dann schlich er zu ihm. Er deutete ihm an leise zu sein, da der Dunkle Lord gerade die Machtübernahme regelte. Er hob den Zauber auf. Harry stellte sich auf die Füsse. Draco stand neben ihm. Hinter den beiden hatte sich Severus gestellt und Aisin kroch davor.

„Bei allen Göttern, das ist nicht möglich", schrie plötzlich einer der Todesser. Sofort war die ganze Aufmerksamkeit auf Harry gerichtet. Dieser grinste.

„Eine Bewegung Voldemort und ihr werdet tot sein."

„Es scheinen noch mehr von den Toten auferstanden zu sein. Severus, ich hatte nicht mit dir gerechnet."

„Ihr habt mit einigem nicht gerechnet. Nach meinem bedauerlichen ableben hat Draco meinen Platz als Spion übernommen."

Was hast du zu sagen, Schlange", sprach Voldemort nun Aisin an.

Wir werden nicht gerne unterdrückt. Wir lassen uns nicht befehlen und wir sind intelligenter als dass ihr uns zutraut. Wir sehen die Welt gerne im Gleichgewicht. Ihr, seid nicht gut genug. Wir wollen nur den Besten." Harry lachte.

Ihr seid ganz Slytherin, nicht wahr." Aisin zischte.

„Könntest du ihn jetzt bitte endlich töten", flüsterte Draco dem schwarzhaarigen zu.

„Gehört Potter auch zu deiner Beute?", fragte Lucius abschätzig.

„Mein Herz gehörte zwei Menschen, und glaube mir, du bist keiner davon", giftete Draco zurück. Er wollte einen Schritt auf seinen Vater zu machen, als Harry ihn aufhielt.

„Lass ihn. Er wird nie verstehen was es heisst zu lieben."

„Liebe ist ein Gefühl, Gefühle sind schwäche, Schwäche ist der Tod", antwortete Lucius überheblich.

Draco schüttelte den Kopf. Es war noch kein Jahr her, als er das Selbe dachte.

„Ich stimme ihnen zu, Gefühle können den Tot bringen. Rache und Hass, sind auch Gefühle. Ich will niemanden töten. Wenn ihr euch ergebt, Voldemort, wird es hier und jetzt zu Ende sein." Der Dunkle Lord begann zu lachen. Sein Gekrächze fuhr in Mark und Bein.

„Es wird nie vorbei sein, so lange nicht einer von uns Tot ist. Und wie ich glaube, werde nicht ich das sein." Voldemort tat einen Schritt auf Harry zu. Die Grünen Funken stoben bereits aus dem Zauberstab. Draco blockte den Fluch sofort und Harry schoss seinerseits den Grünen Blitz ab. Lucius blockte für seinen Meister.

Bei den Kämpfen wurden alle arg lädiert. Harry hatte keinen Umhang mehr an, die Hose war an den Knien zerrissen und das Hemd übersäht mit blutigen Kratzern. Dracos einst weisses Hemd war vorne aufgerissen, die dunkle Hose am linken Bein bis zum Knie aufgeschlitzt.

„Was ist das um deinen Hals?", fragte Lucius mit Blick auf seinen Sohn. Dirdra riss die Augen auf. Auf Dracos Brust konnte man die Kette mit dem Sagnuis Caerimonia, dem Ritualring sehen. Sofort griff er danach um ihn in seiner Hand zu verstecken.

„Das geht dich nichts an." Dirdra blickte sich nervös um. Wenn ihr Vater verstehen würde was hier gerade vor sich ging, war sie tot, Erbe hin oder her.

„Das, Lucius, ist der Zeremonien Ring der Hochzeit deiner Tochter." Der Dunkle Lord hatte sich zu Dirdra gedreht.

„Nein, my Lord. Meiner ist hier, an meiner Hand, wo er sein sollte." Sie hob die Hand. An ihrem Finger war der Ring zu sehen. Bevor sie die Hand wegziehen konnte, hatte Voldemort sie gepackt. Er sah sich den Ring genau an. Dirdras Blick ging zu Severus. Sie wusste, dass er es feststellen würde.

„Das ist nicht der Ring vom Blutritual. Hier ist kein Blut je in der Nähe gewesen." Der Druck um ihr Handgelenkt verstärkte sich, so dass die junge Frau in die Knie gezwungen wurde.

„Bitte my Lord, ich wusste nichts davon", flehte sie. „Mein Kind, bitte verschont mein Kind." Doch der Dunkle Lord zog sie auf die Beine und hielt ihr den Zauberstab an den Bauch.

„Ich biete dir Dirdra an, im tausch für dich, Potter."

„Gut", sagte er ohne zu überlegen.

„Sind sie verrückt?", fragte Severus.

„Nein, ich habe einen Plan." Harry liess den Zauberstab sinken. Draco und Severus erhoben ihre jedoch.

Harrys Blick ging flüchtig zu der Schlange die noch immer vor ihm auf dem Boden lag. Er liess den Zauberstab fallen. Dann schritt er über die Schlange.

„Ich bin unbewaffnet, gebt Dirdra frei."

„My Lord, ich bin auf eurer Seite, ich will dort nicht hin."

„Schweig, dein Kind rettet dir gerade das Leben." Harry tat einen weiteren Schritt auf die Todesser zu. Er machte extra kleine Schritte. Nach der Hälfte der Strecke liess Voldemort Dirdra los.

„Wessen Blut wurde in die Altarschale getan? Deines oder das deines Bruders", fragte er zischend.

„Das eines Malfoys", sagte sie nur. Sie war stehen geblieben um dem Dunklen Lord den Blick auf Harry zu verwehren. Dieser kam immer näher. Als er Dirdra beinahe erreicht hatte, blieb er stehen.

„Aon…, dà…,tri…" (Eins, zwei, drei) Auf drei liessen sich Beide fallen. Aisin hatte Harrys Zauberstab zu ihm geschoben. Er griff danach, zielte auf Voldemort und schoss seinen Fluch ab.

„Avada Kedavra", hallte durch die Nacht. Wie in Zeitlupe flog der Blitz auf den Dunklen Lord zu. Dieser wollte sich noch wehren, schaffte es aber nicht mehr bevor er von dem Fluch erreicht wurde.

Es war totenstill. Dirdra lag neben Harry auf dem Boden und ihr Blick war zum Dunklen Lord gerichtet, wie wohl sämtliche Blicke aller Anwesenden. Der schwarze Zauberer taumelte, ging in die Knie und fiel der Länge nach auf den Boden. Für einen Moment war alles Still. Der Wind hatte sich gelegt, die Geräusche aus dem Wald waren verstummt und es schien als ob die Zeit für diesen Augenblick stehen geblieben wäre.

„Rückzug, verschwindet." Wurde plötzlich die Stille durchbrochen. Lucius hatte sich wieder gefasst und versuchte mit dem letzen Rest von Todessern zu fliehen. Die Auroren jedoch handelten genau so schnell. Draco zielte auf seinen Vater.

„Versuche es, und du bist tot."

„Du hast nicht den Mut, das zu tun, Schwuchtel." Draco lachte.

„Ich habe nicht den Mut dazu? Ich hatte den Mut mich auf die andere Seite zu stellen, ich hatte den Mut für Dumbledore zu spionieren und ich hatte den Mut, meine Seele für ewig mit Blaise`s zu verbinden. Also erzähle mir nicht ich hätte keinen Mut. Ich habe Mut und Stolz. Und ich sagte dir vor nicht allzu langer Zeit, ich bin stolz darauf zu sein wer ich bin und auch was ich bin."

„Du bist nicht länger mein Sohn", antwortete Lucius uns spuckte ihm ins Gesicht. „Wenigstens wird deine Schwester die Blutlinie weiterführen."

Dirdra stellte sich neben ihren Bruder.

„Ihr sprecht von mir?" Sie hatte ebenso wie Draco den Zauberstab gezogen.

„Vater freut sich darüber, dass du der Blutlinie treu bleibst." Die junge Frau begann über das ganze Gesicht zu strahlen.

„Was glaubst du wohl, wie ist Dracos Blut in die Altarschale gekommen? Ich, habe es selber dort hinein getan. Ich weiss seit mehr als einem Jahr über Draco und Blaise bescheid und ich schlafe mit keinem Mann, mit dem ich nicht verheiratet bin." Lucius wurde blass.

„W-Was soll das heissen?", stotterte er.

„Ich habe nie mit Blaise geschlafen. Ich bin weder von ihm noch sonst von jemandem Schwanger und ich bevorzuge einen Zauberer der kein Pureblood ist. Die Linie der Malfoys wird hier und jetzt enden. Keiner von uns, wird Reinblütige Kinder haben. Wenn wir überhaupt welche haben werden."

„Seid ihr fertig?", fragte Severus. „Alastor würde gerne die Todesser nach Azkaban bringen."

„Severus, du hast zur Familie gehört, wie kannst du mich so verraten?"

„Ich habe nicht zu deiner Familie gehört, ich war dir nie gut genug. Ein Halfblood ist in deinen Augen nichts wert. Aber ich werde zu Dirdras Familie gehören. Meine Loyalität der Familie Malfoy gegenüber bezog sich immer und ausschliesslich auf Draco und Dirdra, nie auf dich." Dirdra war auf ihn zu gegangen und stellte sich neben ihn.

„Das hast du schön gesagt, mo cridhe." Lucius Kiefer klappte nach unten. Er sah Draco an, dann zu Dirdra, die gerade Severus küsste, und zurück zu Draco. Sein Gesicht verzog sich zu einer wütenden Fratze. Er machte einen Ausfallschritt, schwang den Zauberstab

„Avada…"

„…Kedavra", beendete Draco den Zauber. Lucius Augen waren starr auf seinen Sohn gerichtet.

„Ich wollte nie so werden wie du, und jetzt hast du es doch Geschafft, Bollox." (Arschloch) Der Patriarch viel zu Boden. Sein Gesicht lag im Dreck, die Augen starr aufgerissen.

Dirdra ging auf Draco zu, fiel ihm um den Hals.

„Du hast keine Schuld. Es war alles und immer seine Schuld."

„Vielleicht hast du recht. Ich würde jetzt bitte gerne alleine sein."

Draco liess Dirdra los, drehte sich um und ging in die Nacht hinein.

Es dämmerte bereits. Der Waldboden dämpfte die Schritte. Auf direktem Weg ging Draco an die Stelle, an der er Blaise hatte sterben sehen.

Die Leiche war nicht mehr dort. Es hatte ihn also jemand gefunden. Der junge Zauberer bemerkte erst jetzt, dass ihm die Tränen über die Wange liefen. Vor dem Baum blieb er stehen und sank in die Knie.

„Warum? Warum bei Merlin", schrie er aus mit letzter Kraft. Er wurde von Weinkrämpfen geschüttelt. Die Schreie hallten im Verbotenen Wald wieder. Schwarze Vögel stoben in einer Wolke auf und kreischten. Draco liess sich auf die Hände fallen. Er hörte die Schritte nicht, die dumpf auf ihn zu kamen.

„Draco, steh auf, komm schon."

„Lass mich Potter." Harry griff nach seinen Schultern, doch Draco schüttelte ihn ab.

„Du sollst mich in Ruhe lassen", giftete er. „Ich will alleine sein. Ich will mich meinen Dämonen ohne dich stellen. Hau endlich ab."

„Ich habe keine Ahnung wovon du sprichst. Ich werde dich jetzt in den Krankenflügel bringen. Dort ist jemand der dich sehen will."

„Ich will niemanden sehen, Stupor", schrie Draco. Harry warf sich auf den Boden.

„Verdammt Malfoy, ich dachte du seist auf unserer Seite?"

„Siehst du nicht wo mich deine Seite hingebracht hat? Ich habe meinen Vater getötet, ich habe mein Leben aufgegeben und ich habe die Hälfte meiner Seele verloren."

„Meine Seite? Ich habe auch jemanden getötet und ich bin nicht sehr stolz darauf, auch wenn es Voldemort war. Und dein Leben? Jetzt gehört es endlich dir. Du kannst deine Entscheidungen treffen und was deine Seele angeht, Blaise ist im Krankenflügel und will dich sehen. Ich denke nicht, dass du da irgendetwas verloren hast."

„Was?" Harry verdrehte die Augen, machte einen Schritt auf Draco zu und zog ihn am Ärmel mit sich.

„Ich werde das ganze nicht noch einmal erzählen, komm jetzt mit."

Den ganzen Weg bis in den Krankenflügel liess Draco sich von Harry hinterher ziehen.

Der junge Auror öffnete die Tür.

„Hier, ich habe ihn gefunden", sagte er und liess ihn los. Draco stand am Eingang zum Krankenflügel.

Sämtliche Betten waren belegt. Die meisten Verletzten schliefen bereits. Um die hintersten zwei Betten standen die Weasleys, Hermine, Dumbledore, Dirdra und Severus. Harry ging geradewegs darauf zu. In einem der Betten lag Ron, im anderen ein dunkelhäutiger Zauberer. Draco machte einen Schritt nach dem Andern.

Erst zögerlich dann immer schneller und die letzten paar Schritte rannte er beinahe. Blaise streckte bereits die Hände nach ihm aus und Dirdra trat zur Seite. Es gab ein seltsames Bild ab. Draco war von oben bis unten Schmutzig. Sein Haar klebte am Kopf und auf seinem Gesicht konnte man deutlich die Tränenspuren sehen.

„Du musst tot sein, ich habe es gesehen, ich habe deine Knochen brechen gehört, wie ist das möglich?" Sie hatten sich an den Händen gefasst. Blaise löste eine und strich Draco eine Haarsträne aus dem Gesicht.

„Der Zauber war ganz schön stark und es hätte nicht mehr viel gefehlt, doch das was du knacken gehört hast, war der Baum an den ich geknallt bin. Aus irgendeinem Grund, ist der Baum gebrochen und nicht mein Rückgrat." Blaise zog ihn an sich und küsste ihn.

„Tha gràdh mòr agam ort, gràthadair." (Ich liebe dich so sehr, mein Geliebter)

„Erdrück ihn nicht gleich, ich will mich auch noch bei ihm bedanken", scherzte Harry.

Draco liess von ihm ab, nur widerwillig.

„Du, bei mir?"

„Ja, wie ich hörte, hast du Ron her gebracht."

„Ach das. Ja, es hat mich ganz schön was gekostet ihn davon abzuhalten nach dir zu suchen. Ich glaube, wenn der Knochen nicht aus seinem Bein geragt hätte, hätte er sich nicht abhalten lassen. Wie geht es eigentlich deiner Hand?" Ron hob seine rechte Hand. Sie war dick einbandagiert.

„Wir werden in ein paar Tagen sehen, ob die Finger nachwachsen, wenn nicht, tja, dann eben nicht." Ein Aufschrei von der Tür liess alle herumdrehen.

Aisin kroch herein.

„Ich glaube ich mag keine Schlangen", flüsterte Draco. Severus hob die Augenbraue und sah ihn fragend an.

Aisin, vielen dank für eure Hilfe", sagte Harry.

Wir müssen uns bei euch bedanken. Wir sind wieder frei und können tun, was wir schon immer getan haben. Ihr habt das Gleichgewicht wieder hergestellt."

Ohne eure Hilfe hätte ich es nicht geschafft, aber warum habt ihr mich töten wollen?"

Oh, ich habe nicht euch getötet. Ich habe ihn getötet, denn er war in euch."

Der Horkrux, Ihr habt den Horkrux zerstört in dem ihr mich getötet habt."

Das war unsere Aufgabe."

„Woher wusste sie das?", fragte Severus. Verwundert drehten sich alle zu ihm um. Harry kniff die Augen zusammen.

„Sie sprechen Parsel?"

„Nein, aber ich verstehe es. Ein wenig zumindest."

Der alte Mann, hat es uns gesagt", antwortete Aisin.

Aha, der alte Mann. Hätte ich mir auch denken können. Was aber, wenn es schief gegangen wäre?"

Der junge Mann mit dem weissen Haar hätte zu Ende gebracht was ihr begonnen habt."

Das hat euch auch der alte Mann gesagt?"

Nein, das konnten wir sehen. Er ist stark, stolz und mutig genug seine Seele zu teilen. Er hätte nicht in einer Welt die aus dem Gleichgewicht geraten ist leben können. Das wäre sein Todesurteil gewesen, noch bevor der Mond sein nächstes Fenster erreicht hätte."

Vielen Dank Aisin. Ich stehe in eurer Schuld."

Nein, wir stehen in der Euren. Lebt wohl, Harry Potter."

„Wusstet ihr, dass Schlangen den Tod anderer voraussehen können?", fragte Hermine, kaum war Aisin gegangen.

„Ich wusste es nicht, aber sie hat gerade gesagt, dass einen von uns gerettet hat."

„Wen?", fragte Dirdra.

„Nicht so wichtig", wollte Harry sagen, doch Draco ging dazwischen.

„Mich. Sie hat mich bei unserem ersten zusammentreffen schon anders angesehen. Ich hatte angst vor ihr, muss ich zugeben, doch jetzt, nachdem ich weiss, was sie für mich getan hat, bin ich ihr dankbar."

„Wer ist das, und wo ist Draco-ich-habe-vor-nichts-und-niemand-Angst?", fragte Ron grinsend.

„Der, der ist irgendwo in den Dungeons verschollen, und ich habe nicht die Absicht je nach ihm zu suchen", lachte Draco in die Runde.

Hermine, Ginny und Dirdra warfen sich wissende Blicke zu.

„Was?", fragte Harry.

„Nichts", sagten die Mädchen im Chor.

„Es ist nie nichts, wenn ihr das sagt, also was ist?"

„Wir haben Draco noch nie so wirklich lachen gesehen. Ich glaube das war das erste Mal und wir haben uns daran erinnert was Dirdra in der Ersten Woche ihres Hogwartsschülerinnen Daseins gesagt hat, weisst du das noch?", fragte Ginny ihren Freund.

„Und ob ich das noch weiss, weil ich ihr kein Wort geglaubt habe."

„Ach, was hat sie denn gesagt, ausser dass ich auf Jungs stehe?" Draco warf seiner Schwester einen gespielt bösen Blick zu. Diese lehnte an Severus.

„Ich sagte, dass du lieb und zuvorkommend, freundlich und humorvoll bist, und dass du auf Jungs stehst."

„Ich hätte ihr auch kein Wort geglaubt."

Plötzlich schwankte Harry. Ohne auch nur eine Vorwarnung zu geben, sackte er in sich zusammen. Es herrschte helle Aufruhr.

„Was ist passiert, was ist los mit ihm", schrie Ginny und riss sich von ihrer Mutter los. Sie stürzte neben Harry auf den Boden.

„Sieh doch, die Nebel, sie wollen zurück", flüsterte Draco. Severus sah auf die schwarzen Nebelschwaden die um Harrys leblos wirkenden Körper schwirrten.

„Wir haben uns zu früh gefreut. Der Dunkle Lord kämpft noch immer. Wir können jetzt allerdings nichts mehr für Harry tun. Er muss es alleine schaffen."

„Was soll das heissen, Professor?", fragte Dirdra und klammerte sich an Severus.

„Wir sind von sieben Horkruxen ausgegangen, Tom wohl auch, allerdings wusste er nichts von Harry, und wir nichts von seinem Siebenten. Da allerdings sein Körper nicht mehr fähig ist, die Seele Aufzunehmen, sucht er den, welchen er die letzten siebzehn Jahre kannte."

Ron versuchte aus seinem Bett zu kommen.

„Was tust du Ron, wo willst du hin?"

„Ich habe mehr als sieben Jahre den Babysitter gespielt. Ich war für ihn da wann immer er mich gebraucht hat. Ich habe ihn nach den schlimmsten Visionen im Arm gehalten und ich werde jetzt nicht damit aufhören, nur weil ich ein bisschen angeschlagen bin." Unelegant stand Ron auf und humpelte um das Bett, dann setzte er sich zu Harry und zog ihn in seine Arme.

„Es brennt wie Feuer", keuchte Ron. Hermine und Ginny setzten sich sofort zu ihm. Hermine umarmte ihren Freund und Ginny hielt seine Hand. Mit jeder Berührung mehr, wurden die Nebel wilder.

Dirdra liess Severus los. Sie ging zu ihren Freunden und legte Harry die Hand auf den Bauch, dann sah sie zu Draco. Dieser zog Blaise aus dem Bett. Sie knieten sich wie die Anderen zu Boden und fassten Harrys Beine. Blaise zuckte zusammen.

„Das ist Wahnsinn, diese Schmerzen kann keiner überleben." Harry versuchte sich aufzubäumen. Die Nebel nahmen Gestalt an.

„Du wirst es nicht schaffen Tom, sie lieben ihn. Sie geben ihn nicht her", sprach Dumbledore ruhig.

Severus stellte sich hinter Dirdra und legte ihr die Hand auf die Schulter, ebenso Draco.

„Ich hatte es nicht von dir erwartet Severus, von allen, aber nicht von dir", hauchte der Schatten.

„Ich habe geschworen Lilys Sohn zu beschützen, wenn es sein muss mit meinem Leben. Und das tue ich." Auch die Weasleys hatten sich aus ihrer Starre gelöst und hielten nun ihre Kinder oder Harry direkt fest.

„Du hast mir meinen Zwilling genommen, ich gebe dir nicht noch einen Bruder", fauchte George. Mit jedem der hinzu kam, wurden die Schmerzen weniger, erträglicher. Voldemorts Seele versuchte immer wieder zu Harry vorzudringen, aber es gelang ihm nicht. Der Schutzschild aus Gefühlen, Vertrauen und Liebe liess ihn nicht hindurch.

Mit jedem Versuch wurde er schwächer, die Nebel immer durchsichtiger.

„Verflucht seid ihr, und alle die nach euch kommen." Mit einem kaum noch hörbaren Schrei verpufften die Nebel. Es herrschte Stille.

„Ist es vorbei?", fragte Molly.

„Wenn ihr mich ersticken wollt, nein."

„Harry, entschuldige." Ron liess ihn sofort los.

„Was macht ihr hier auf dem Boden?"

„Du weisst es nicht?", fragte Draco verwundert.

„Ich weiss, dass ich an Rons Bett gestanden habe und Dirdra gerade erzählen wollte, was sie damals gesagt hat. Dann überkamen mich solche Schmerzen, dass mir schwarz vor Augen wurde, und jetzt sitze ich hier mit euch zusammen auf dem Boden. Also, hat jemand eine Erklärung für mich, bitte?"

„Das letzte Seelenstück wollte von dir Besitz ergreifen."

„Das kann nicht sein Blaise, wir haben alle zerstört."

„Nein, er hatte ein siebentes, wir wussten nichts davon. Es wollte deinen Körper, da er ihn die letzten Jahre benutzt hat."

„Okay, und warum hat er es nicht geschafft?"

„Weil du dich gewehrt hast. Ron hat sich gewehrt, Hermine und Ginny, und alle die hier auf dem Boden sassen. Sie wollten dich nicht gehen lassen."

„Die Schmerzen haben langsam Nachgelassen."

„Ja, jeder der für dich gekämpft hat, hat ein kleines Stück mitgetragen." Harry war inzwischen wieder auf den Beinen und half gerade Ron ins Bett.

„Danke, ich weiss nicht was ich sonst noch sagen soll."

„Du brauchst nichts zu sagen. Wir haben getan, was wir tun mussten. Wir sind deine Freunde, deine Familie, wir lieben dich." Harry umarmte seinen besten Freund.

„Ich wäre heute mehr als einmal gestorben ohne euch, ihr seid mehr als nur Freude oder Familie. Ihr seid alle ein Teil von mir."

„Harry, hier ist ihr Bett. Ich will keine Widerrede hören und auch sonst nichts. Sie werden diese Nacht hier bleiben. Wenigstens diese eine Nacht, bitte Harry." Mme. Pomfrey deutete auf eines der Betten. Gleich neben Ron.

„Na gut, wenn sie darauf bestehen."

„Ich habe schon oft darauf bestanden und sie haben sich nicht daran gehalten. Hier, trinken und schlafen. Sofort."

„Aber Mme. Pomfrey", wollte Harry sich beschweren.

„Trinken sie lieber, sonst werde ich ihr einen stärken geben, der sie ihnen einflösst, Harry." Harry sah Severus an. Es war das erste Mal in seinem Leben, dass dieser ihn mit Vornamen angesprochen hatte.

„Wenn sie meinen, Severus, werde ich mich daran halten." Dirdra lächelte den beiden zu. Harry leerte die Phiole und schlief bald ein. Der Krankenflügel leerte sich und zum Schluss war niemand mehr dort, der nicht in einem Bett lag.