Kapitel 19 : Zabini-Malfoy

„Professor Dumbledore, Severus, können wir uns kurz unterhalten?", bat Draco.

„Jetzt?", fragte Severus, der eigentlich lieber nach unten in seine Räume gegangen wäre. „Bitte."

„In meinem Büro, kommt." Die Männer gingen nach oben.

„Ich komme auch gleich auf den Punkt. Professor, wenn sie mich nicht für geeignet halten, Zaubertränke zu Unterrichten, dann sagen sie mir das bitte, und Severus, ich will nicht beanspruchen, was dir gehört."

„Ich sagte dir bereits, dass ich andere Pläne habe. Ich werde nicht mehr nach Hogwarts zurückkehren."

„Zumindest nicht als Professor der Zaubertränke", meinte Albus. „Du wirst hier immer Willkommen sein Severus. Und wenn du das Bedürfnis hast, einen Vortrag zu halten, denke ich wird der neue Tränke Professor mit Sicherheit nichts dagegen haben. Draco, ich sagte bereits, dass ich dich für Fähig halte, diesen Posten zu übernehmen. Ich ändere meine Meinung nur äusserst selten und ich wüsste auch nicht, warum ich es in diesem Fall tun sollte."

„Vielen Dank für euer Vertrauen. Dann wäre nur noch eines zu klären. Ich bin etwas Obdachlos." Albus lachte und Severus zog eine Augenbraue nach oben.

„Lucius ist tot, Malfoy Manor gehört somit dir", meinte der Tränkemeister.

„Oh, nein, ich… nein, ich denke ich werde es Mutter schenken oder Dirdra wenn sie es haben will, ich will es nicht."

„Die Räume hier, werden noch von deinem Vorgänger bewohnt, ich könnte dir ein Gästezimmer anbieten?"

„Sie wollen mich ja schnell los werden, Schulleiter."

„So war das nicht gemeint", rechtfertigte sich der alte Mann.

„Du kannst bis auf weiters in Spinners End bleiben. Wir werden uns in den kommenden Tagen über den Umzug unterhalten."

„Danke Severus. Ich weiss es zu schätzen dein Gast zu sein." Draco verbeugte sich. Auch wenn er eindeutig nicht so war wie sein Vater, hatte er doch die guten Manieren übernommen. Gemeinsam verliessen sie das Büro des Schulleiters.

„Ich werde nochmals bei Blaise vorbei schauen. Dirdra wird sowieso schon in den Dungeons sein."

„Die Wahl deiner Schwester scheint dir nichts auszumachen?"

„Warum sollte es? Ich habe einen Mann zum Freund und es macht ihr nichts aus. Du warst immer Teil der Familie, auch wenn Vater das nie so gesehen hat und wenn du dich etwas geschickt anstellst, wirst du auch offiziell Teil der Familie sein." Draco zwinkerte ihm zu und bog in den Krankenflügel ein.

Severus ging nach unten. In der Eingangshalle, wo früher der geflügelte Eber gestanden hatte, stand Dirdra. Sie sah in die aufgehende Sonne.

„Draco meinte, du seist schon unten?"

„Ich kenne das Passwort nicht, ausserdem wollte ich nicht in deine Privatsphäre eindringen." Severus nahm sie bei der Hand und stieg die paar Stufen in die Dungeons. Vor seiner Tür blieb er stehen.

„Amortentia", sagte er und die Tür schwang auf.

„Amortentia? Ein Liebestrank? Darauf wäre ich im Leben nie gekommen." Sie ging vor ihm hinein.

Es sah noch immer so aus, wie sie es während des letzten Jahres in Erinnerung hatte. Severus war im Wohnzimmer stehen geblieben. Dirdra drehte sich zu ihm um.

„Tha mi ag iarraidh a dhol air do mhuin." (Ich möchte mit dir Schlafen)

„Was?"

„Ich weiss, dass dein Gälisch gut genug ist, das du mich verstanden hast."

„Ja, und du solltest mich lange genug kennen um zu wissen wie meine Antwort darauf lauten wird." Dirdra ging auf ihn zu, schlang ihre Arme um Severus Hals.

„Vielleicht hatte ich gehofft, dass du eine Ausnahme machen würdest."

„Ich mache keine Ausnahmen, nie." Dirdra küsste ihn.

„Darf ich trotzdem hier bleiben, bei dir?" Severus hob sie hoch und trug sie in sein Schlafzimmer. Dort legte er sie sanft auf sein Bett. Mit einem Zauber befreite er sie von der Kleidung und legte ihr genau so schnell ein Nachthemd an. Er selbst legte sich auf die andere Seite des Bettes. Dirdra kuschelte sich an ihn und schlief beinahe sofort ein.

Draco war an der Tür zum Krankenflügel stehen geblieben. Harry und Ron schienen zu schlafen, während Blaise die Augen aus dem Fenster gerichtet hatte.

„Ich habe gehofft, du würdest nochmal vorbei kommen." Während er sprach, wandte er den Blick zur Tür. Draco ging auf ihn zu.

„Bild dir nichts ein, es ist einer meiner egoistischen Züge. Ich will jetzt nicht alleine sein." Blaise grinste ihn an.

„Das ist mir egal. Ausserdem kenne ich dich gut genug um zu wissen, dass es nicht halb so egoistisch ist, wie du es gerne hättest." Der Blonde hatte sich inzwischen auf das Bett seines Freundes gesetzt. Blaise rutschte zur Seite.

„Du solltest dich etwas hinlegen."

„Hier?"

„Wo denn sonst. Ausser du ziehst ein leeres Bett vor." Draco schüttelte den Kopf und legte sich zu Blaise. Sie lagen mit den Gesichtern zueinander.

„Wie geht es dir?"

„Keine Ahnung, ich habe so viel im Kopf und doch so wenig worüber ich jetzt nachdenken möchte", antwortete Draco.

„Und worüber möchtest du denn nachdenken?"

„Darüber, was ich dir in Spinners End Versprochen habe. Wir werden unser Hochzeit nachholen."

„Das war wirklich dein ernst, was?"

„Hast du daran gezweifelt?" Blaise lachte ihn an.

„Nein, eigentlich nicht. Ich war mir nur nicht sicher, wie eilig du es damit hast?"

„Eilig? Willst du mich denn nicht heiraten?"

„Und ob ich das will. Aber wir haben vor ein paar Stunden einen Krieg gewonnen. Wir brauchen doch nichts zu überstürzen."

„Du hast recht, du hast ja so recht." Draco küsste ihn auf die Nasenspitze und schloss die Augen. Es war eine anstrengende Nacht.

Dirdra erwachte am späten Nachmittag. Sie war alleine im Bett, denn sie hörte Severus aus dem Wohnzimmer.

„Sie schläft noch."

„Es ist aber wichtig, ich muss mit ihr sprechen bevor Draco wieder aufwacht." Verschlafen tapste sie ins Wohnzimmer.

„Was ist denn Blaise, dass du mich zu Nachtschlafender Zeit stören musst?"

„Also erstens, Miurnin (Süsse), ist es kurz vor halb fünf Nachmittags und zweitens, geht es um deinen Bruder." Dirdra gähnte und setzte sich vor den Kamin. Sie wies Blaise den mittleren Sessel an. Severus blickte etwas grimmig auf die Situation.

„Setzt dich zu uns. Egal was es ist, du gehörst schliesslich zur Familie." Blaise sah Dirdra fragend an, dann sah er Severus an und sein Blick glitt zurück zu Dirdra. Dort zog er die Augenbraue nach oben.

„Oh Blaise, nicht so, du kennst seine Prinzipien."

„Ich kenne auch deine und doch hast du hier geschlafen."

„Tja, ich hätte meine über Bord geworfen, aber egal, darum geht es ja nicht, was ist also?"

Severus hatte sich Dirdra gegenüber gesetzt. Sie hörten zu was Blaise ihnen zu sagen hatte.

„Das ist eine hervorragende Idee. Ich werde mich darum kümmern", strahlte Dirdra. „Danke, dann sehen wir uns in zwei Tagen wieder, wenn dir das reicht?"

„Klar, Hermine und Ginny werden mir bestimmt dabei helfen. Severus du doch auch?" Er zog fragend die Auenbraue nach oben. Dirdra stand auf und setzte sich auf seinen Schoss. Sie küsste ihn auf die Wange und legte ihren Kopf an seine Schulter.

„Jemand muss doch mit Dumbledore sprechen, nicht wahr?" Er verdrehte die Augen.

„Gut, ich werde mich darum kümmern." Sie küsste ihn nochmals und hüpfte dann von seinem Schoss. Geradewegs ins Schlafzimmer um sich anzuziehen.

„Sie kann ohne Zauberstab sehr gut Zaubern, nicht wahr?"

„Sie ist eine wahre Meisterin darin", bestätigte Severus.

Als Draco erwachte, stellte er fest, dass Blaise nicht im Bett lag. Sofort setzte er sich auf und sah sich um. Ron und Harry schliefen noch immer fest. An Rons Bett sass Hermine und neben Harry sass Ginny.

„Guten Morgen, oder besser, guten Nachmittag. Ausgeschlafen?"

„Was? Ja, ich denke schon. Wo ist Blaise?"

„Er wird gleich wieder da sein. Er wollte etwas mit Dirdra besprechen." In diesem Moment wurde die Tür zum Krankenflügel geöffnet.

Blaise kam mit Dirdra hinein.

„Oh, ich hoffte ich könnte dich Wachküssen."

„Tja, zu spät", giftete Draco.

„Aha, schlecht geschlafen?"

„Nein, schlecht aufgewacht." Seine Stimme triefte vor Arroganz.

„Ich werde mich darum kümmern", grinste Blaise die Anderen an. „Komm schon, wir brauchen beide eine Dusche und ich weiss genau, wo wir eine Finden in der uns niemand stört." Seine Stimme war ruhig und gegen ende des Satzes so tief, dass den jungen Frauen ein Schauer über den Rücken lief.

„So hast du nie mit mir gesprochen", beschwerte sich Dirdra.

„Nein, das ist nur für Draco vorbehalten, tut mir leid." Draco warf ihr einen triumphierenden Blick zu, während er aus dem Bett stieg, sich seine Sachen glatt strich und Blaise folgte.

„Ein bisschen Draco-Eisprinz-Malfoy ist noch immer da", grinste Ginny.

„Tja, ich glaube den wird er auch nie ganz los", meinte Dirdra und hob die Schultern.

„So, aber jetzt, meine Damen, haben wir zu arbeiten." Dirdra erklärte ihnen, was sie mit Blaise besprochen hatte. Ginny und Hermine waren sofort Feuer und Flamme und begannen mit ihrer Arbeit.

Blaise und Draco hingegen, flohten vom Büro des Schulleiters aus, direkt nach Spinners End.

„Anderin, wir gehen Duschen, in einer Stunde wollen wir Essen, im Speisezimmer." „Sehr wohl, Master." Der Elf verbeugte sich und verschwand. Draco scheuchte Blaise die Treppe nach oben.

„Du scheinst es ja wahnsinnig eilig zu haben."

„Wir waren zu lange nicht mehr zusammen", flüsterte Draco nur, als er an der Badezimmertür Blaise`s Nacken küsste. Die Kleidung war schnell abgestreift und das Wasser in der Dusche rauschte heiss. Fast so heiss wie die Körper die sich in rhythmischem Stöhnen bewegten.

Nach dem Duschen stieg Draco aus der Kabine und schlang sich ein Badetuch um die Hüften, dann reichte er Blaise auch eines. Sie standen beide vor dem Spiegel und ihre Blicke trafen sich darin. Draco hatte noch immer blaue Flecken und ein geschwollenes Auge. Das Blonde Haar lag jetzt nass am Kopf.

„Tut es sehr weh?", fragt Blaise.

„Nicht halb so sehr, wie dich sterben zu sehen." Der schwarze schloss die Arme um Draco.

„Das wirst du nie wieder müssen. Es ist vorbei. Keine Todesser mehr, kein Dunkler Lord und kein Lucius Malfoy." Draco lehnte sich in die Umarmung.

„Ich hoffe, dass alle so reagieren wie die Gryffindors, wenn das von uns heraus kommt."

„Das werden sie Blaise, das werden sie." Die jungen Männer zogen sich legere Feizeitkleidung an und gingen nach unten in den Speisesaal. Anderin hatte bereits gedeckt und das Essen kam sofort.

In den folgenden zwei Tagen, verliessen sie das Bett nur um zu essen. Blaise machte ein paar Ausnahmen, da er gelegentlich noch arbeiten sollte.

Doch am Morgen, des zweiten Tages kam eine braune Eule. Es war erst kurz nach acht. Blaise stand auf und lächelte, er wusste von wem sie war.

„Egal von wem die Eule ist, er wird eines grausamen Todes sterben. Wie kann man mich um diese Uhrzeit wecken." Blaise liess den Vogel herein. Dieser setzte sich auf Dracos Bauch. Der Blonde schlug die Augen auf.

„Was soll das du fliegendes Brathähnchen."

„Charmant, wie immer", grinste Blaise.

„Das ist eine Hogwarts Eule", stellte Draco fest.

„Tja, dein Boss will was von dir, nehme ich an." Draco band dem Vogel den Brief vom Bein. Dieser wartete gar nicht auf einen Eulenkeks oder eine Antwort, sondern erhob sich gleich wieder aus dem Fenster.

„Seltsam, Dumbledore will mit mir sprechen, um halb zwölf. Begleitest du mich?"

„Sicher, ich werde nach Harry und Ron sehen, wenn ich schon mal dort bin."

„Kommst du nochmals ins Bett?" Blaise grinste.

„Weiss nicht, willst du mich denn?" Mit einem geschmeidigen Sprung war Draco an der Bettkante und packte Blaise.

„Ich will dich immer und überall, das solltest du doch langsam wissen." Lachend fielen sie ins Bett und machten dort weiter, wo sie die Eule unterbrochen hatte.

„Beeil dich Draco, wir sind schon beinahe zu spät."

„Wie kommt es, dass du dir um meinen Termin solche Sorgen machst?"

„Entschuldige, dass ich möchte, dass du einen guten Eindruck hinterlässt."

„Brauch ich nicht, Dumbledore kennt mich schon zu lange, als ob ich noch einen guten Eindruck machen könnte." Blaise schob ihn bereits ins Kaminzimmer. Der Schulleiter hatte ihnen freundlicherweise seinen Kamin geöffnet.

Sekunden später traten sie in Hogwarts aus dem Kamin. Draco schien ein wenig verwundert, denn im Büro des Schulleiters standen Harry, Ron, Hermine, Ginny, Severus, Dirdra und die Weasleys.

„Hab ich irgend etwas verpasst?", flüsterte Draco Blaise zu.

„Keine Ahnung."

„Da ihr jetzt endlich da seid, können wir ja anfangen. Der Zaubereiminister möchte die neuen Professoren persönlich begrüssen."

„Ach, wen haben sie dieses mal ausgesucht, wieder so eine Niete wie Fudge oder meinen Vater?"

„Ich hoffe, sie werden in ein paar Jahren nicht so von mir sprechen, Draco." Dem Malfoy fielen beinahe die Augen aus dem Kopf. Blaise schubste ihn sanft an.

„Ich, ehm, entschuldigen sie bitte, Arthur, ich wusste nicht dass sie es sind. Natürlich werde ich sie auf keinen Fall mit Fudge oder Lucius vergleichen. Es freut mich, einen fähigen Mann auf dem Posten des Minister zu wissen." Er streckte Artuhr Weasley die Hand entgegen.

„Vielen Dank für das Kompliment, Professor Malfoy", grinste er ihn an.

„Professor Malfoy, bei Merlin was haben die sich dabei gedacht", seufzte Ginny.

„Das habe ich gehört, Miss Weasley", antwortete Draco im bekannten Malfoy-Ton. Dirdra, Hermine, Ron und Harry brachen in schallendes Gelächter aus.

„Aber deswegen sind wir ja eigentlich nicht hier, nicht wahr, Blaise." Draco drehte sich zu seinem Freund.

„Was meint er damit?" Die blauen Augen zu Schlitzen verengt sah Draco ihn an.

„Du weisst, ich bin sonst nicht so spontan wie du, aber in diesem Fall, habe ich mir etwas einfallen lassen. Du sagtest, es gibt so viel worüber du nachdenkst, aber nur eines was du wirklich in deinen Gedanken haben möchtest. Nun, ich habe mir genau darüber Gedanken gemacht. Und wenn du wirklich dazu bereit bis, dann…"

„Wann immer und wo immer du willst, Blaise Zabini, ich liebe dich." Draco küsste ihn.

„Gut, dann in einer halben Stunde in der Grossen Halle." Dracos Farbe wich aus seinem Gesicht.

„Was?"

„Es ist alles vorbereitet, hoffe ich zumindest." Blaise`s Blick ging zu Dirdra.

„Ja, alles. Wir warten nur noch auf euch", lächelte sie.

„Du hast…, ihr habt…"

„Merlin, ich schlage drei Kreuze. Draco Malfoy fehlen die Worte", gluckste Ron.

„Und, willst du?"

„Natürlich Blaise, was für eine Frage, natürlich." Draco fiel ihm um den Hals.

„Gut, dann werden wir jetzt gehen", meinte Dirdra und griff nach ihm.

„Du wirst mit Hermine gehen Blaise, wir treffen uns dann unten."

Dirdra führte Draco in eines der Gästezimmer. Mit den Andern ging auch Harry nach unten. Auf der Treppe drehte er sich um und rief.

„Hey, hast du Angst, Malfoy?" Draco drehte sich zu ihm um.

„Worauf du einen lassen kannst, Potter." Sie grinsten sich an.

In dem Gästezimmer lag ein Festumhang und ein Kleid auf dem Bett.

„Ich werde mich im Bad umziehen, da ich bestimmt länger habe als du." Didi schnappte sich das Kleid und verschwand. Draco öffnete mit zitternden Fingern seinen Umhang, das Hemd und die Hose. Dann griff er nach dem Festumhang. Eine teure, schwarze Hose, ein weisses Hemd, schwarzes Gilet, eine weisse Fliegen und den schwarzen Umhang darüber.

Nervös fummelte er an der Fliege herum, als die Tür zum Bad aufging. Dirdra trat heraus. Sie trug ein trägerloses Empire Kleid in dunklem Grün. Mit einem Lächeln trat sie hinter Draco und band ihm die Fliege.

„Du brauchst nicht nervös zu sein. Blaise hat uns genaue Anweisungen gegeben. Es wird dir gefallen, das verspreche ich."

„Wir werden uns bei deiner Hochzeit darüber unterhalten, Miss Malfoy." Dirdra küsste ihn auf die Wange.

„Lass uns gehen."

Die paar Stufen in die Grosse Halle, waren die Hölle. Draco versuchte krampfhaft sein Zittern zu unterdrücken. Ein Malfoy zitterte nicht, nie, doch irgendwie hatte er enorme Mühe damit. In der Eingangshalle stand Hermine.

„Und?"

„Alles vorbereitet, Blaise stehe schon vorne."

„Dann bin ich also die Braut, oder wie?"

„Warts ab, Draco, warte ab", grinste Dirdra. Hermine schlüpfte zur Tür hinein. Draco konnte keinen Blick hineinwerfen.

Doch er brauchte nicht lange zu warten. Keine Minute später öffneten sich die breiten Türen. Die Halle war gut besucht und Draco viel auf, dass es Auroren, Mitglieder des Phönix Ordens und die verbliebenen Professoren waren. Es erklang eine Melodie, kein Hochzeitsmarsch, was ihn etwas Beruhigte. Dirdra ging neben ihm nach vorne. Als Draco jedoch Blaise sah, grinste er verschmitzt.

„Doch nicht die Braut", flüsterte er seiner Schwester zu. Blaise hatte sich für eine Kombi in weiss entschieden.

Am Altar küsste sie ihn auf die Wange und stellte sich zu Hermine und Ginny, die dieselben Kleider trugen. Harry und Ron standen auf Blaise`s Seite.

„Heute haben wir uns hier versammelt, um zu Feiern. Diese beiden jungen Männer haben sich bereits ihre Seelen versprochen. In einem Blutritual an Samhain sind ihre Seelen eins geworden. Heute werden sie heiraten. Vor Merlin und diesen Zeugen, frage ich dich, Blaise Aurigo Zabini, willst du Draco zu deinem Mann nehmen und ihn beschützen, ehren und lieben, bis der Tod euch trennt? So antworte, ja, mit Merlins Hilfe."

Blaise sah Draco in die Augen. Sie hatte sich an den Händen gefasst.

„Ja, mit Merlins Hilfe." Dann wandte sich Albus an Draco.

„Und ich frage dich, Draco Lucius Malfoy, willst du Blaise zu deinem Mann nehmen und ihn beschützen, ehren und lieben, bis der Tod euch trennt? So antworte auch du, ja, mit Merlins Hilfe."

Draco räusperte sich, sein Hals war Staub trocken. Er sah in Blaise`s Augen.

„Ja, mit Merlins Hilfe", sagte er dann ohne dass seine Stimme zitterte.

„Wenn jemand gegen diese Verbindung ist, dann soll er jetzt sprechen, oder für immer schweigen." Draco und Blaise verstärkten den druck ihrer Hände. Dracos Blick ging suchend in der Halle umher, doch niemand stand auf, oder meldete sich zu Wort.

„So erkläre ich euch, kraft des Ministeriums und des mir verliehenen Merlin Orden erster Klasse, zu rechtmässig verbundenen Eheleuten."

In der Halle brach Jubel und Applaus los. Draco strahlte Blaise an, und dieser strahlte zurück. Und als sie sich küssten schien es noch um eine Stufe lauter zu werden. Sofort wurden sie von Harry, Ginny, Hermine, Ron und Dirdra bestürmt.

„Lasst den Minister durch", hörte Draco plötzlich. Als er sich umdrehte stand Arthur vor ihm. „Es hat durchaus Vorteile Minister zu sein, nicht wahr?"

„Wen sie es sagen."

„Ich möchte euch natürlich auch gratulieren. Nicht nur in meinem Namen, sondern auch im Namen des Ministeriums für Zauberei. Herzlichen Glückwunsch." Blaise und Draco bedanken sich artig.

Dann wurden sie von Dirdra nach draussen geleitet.

Es war ein grosses Zelt aufgestellt worden, in dem viele Tische standen. Die frisch vermählten setzten sich.

Es war ein rauschendes Fest. Draco und Blaise unterhielten sich viel und lange. Um kurz vor Mitternacht schlich sich Draco davon. Er stellte sich an den schwarzen See und genoss die Stille.

„Du wirst bestimmt bald vermisst."

„Severus, wenn du mich noch einmal so erschreckst, wirst du nicht mehr zum Forschen kommen, das verspreche ich dir."

„Und sonst, alles zu deiner Zufriedenheit?"

„Ja, ich bin glücklich. Und ich bin Dirdra mehr als dankbar, dass sie an mich geglaubt hat, als ich es bereits aufgegeben hatte."

„Ja, sie ist hartnäckig."

„Setzt sie dir das Messer auf die Brust?"

„In gewisser Weise."

„Willst du sie denn heiraten?" Draco stellte sich so, dass er in Severus Gesicht sehen konnte.

„Ja, das will ich."

„Gut, dann frag sie. Am besten gleich."

„Das ist euer Fest, deines und Blaise`s."

„Es macht uns nichts aus, im Gegenteil. Ich bin sicher, dass Blaise damit rechnet." Severus wandte sich ab und ging zurück zum Zelt.

Draco atmete noch zweimal tief durch und ging dann auch zurück. Bevor ihn noch jemand vermisste.

Er sah wie Severus Dirdra auf die Tanzfläche führte. Sie redeten miteinander während sie tanzten.

„Glaubst du, er macht ihr endlich den Antrag?", fragte Blaise der gerade hinter Draco aufgetaucht war.

„Ich hoffe es für sie." Mitten in der Musik blieben die Beiden stehen.

„Es geht los", flüsterte Draco. Gespannt waren ihre Blicke auf die Beiden geheftet.

Severus hatte eine Schmuckschatulle aus der Hose gezogen und hielt sie Dirdra hin. Sie war geöffnet und so wie Draco es sehen konnte, blitzte mindestens ein Einkaräter darin. Dirdra schlug die Hände vor den Mund, bevor sie heftig nickte und ja sagte.

Draco und Blaise prosteten sich zu. Es war einfach alles fast Perfekt.

Zur gleichen Zeit sass Narzissa Malfoy im Manor im Kaminzimmer. Sie hatte einen Sherry vor sich. Doch anstatt der goldgelben Farbe war er leicht grün. Sie wusste, dass das Gift in Sherry nicht mehr so scheusslich scmeckte.

Albus hatte mit seiner Vermutung recht. Narzissa war zu lange an Lucius gebunden. Sie war sich sicher, keine andre Wahl zu haben, als ihrem Mann zu folgen. Die filigrane Hand glitt langsam zum Glas. Sie hob es an die Lippen.

„Auf dein Wohl, mein Gemahl, auf dein Wohl", sagte sie und trank den ganzen Inhalt.

Es dauerte keine halbe Minute, bis ihre Augenlieder zu flackern begann. Der Atem stockte und wurde immer flacher. Die Iris drehte sich in die Augenhöhlen und es war nur noch der weisse Augapfel zu sehen. Der Atem ging stossweise bis er letztendlich vollends verebbte.

Narzissa war so gestorben wie sie gelebt hatte. Leise und in würde. Sie wusste, dass es weder für Draco noch für Dirdra ein grosser Verlust bedeuten würde. Sie würden beide in kurzer Zeit darüber hinwegkommen. Ihre Zwillinge waren bei weitem stärker als sie es je hätte sein können. So lange sie gelebt hatte, war sie stolz auf das was Dirdra und Draco aus eigener Kraft geschaffen hatten. Sie würden ihren Weg machen. Auch ohne sie.