Disclaimer: Blablabla, immer noch nicht meins

Nemea: Kriegst du glatt. Freut mich, dass es dir gefällt...

Through the Door We Never Opened

Eine Geschichte über Freundschaft und Liebe

Disclaimer: Blablabla, immer noch nicht meins

"…Jedes andere Universum ist das Ergebnis einer Reihe von Möglichkeiten. Nimm als Beispiel das Werfen einer Münze: sie landet auf dem Kopf oder der Zahl, und wir wissen nicht auf was, bevor sie landet. Wenn sie auf dem Kopf herabfällt, bedeutet das, dass die Möglichkeit, auf der Zahl zu landen, vorüber ist. Bis zu diesem Moment waren beide Möglichkeiten gleich erfüllbar. Aber in einer anderen Welt ist sie auf der Zahl gelandet."

-Philip Pullman

Ein Mann ist nicht alt bis Bedauern den Platz der Träume einnimmt

- J. Barrymore

Prolog

Jeder weiß, dass Dunkelheit das Furchteinflößenste überhaupt ist, und dass sich nichts mit Dunkelheit vergleichen lässt.

Dunkelheit steht für die unbekannten Ängste aller Lebewesen, seien es Menschen, Tiere oder sogar gedankenlose Pflanzen - man beobachtet, wie alles Leben immer nach Sonnenlicht strebt, nach Wärme trachtet und aus der Dunkelheit zu entkommen sucht. Dunkelheit ist seit Menschengedenken die Angst der Lebenden, der unbekannte Schrecken jenseits des Wissen, das Ende der Vorhersehbarkeit.

Dennoch gibt es keine wirkliche Dunkelheit – nur Mangel an Licht.

Und ich, Remus Lupin, bin ein Symbol für diese "Abwesenheit des Lichtes"

Ich war nicht immer so... verbitter, wenn dies das geeignete Wort ist. Was ich sagen will, ist, dass ich nicht immer so ohne Hoffnung in dieser Welt war, so zynisch, so hilflos mit allem.

Aber seit zwei Jahren bin ich es.

Ja, ich habe zwölf Jahre gelebt in dem Glauben, er sei Verräter. Aber damals hatte ich meinen Hass, mein Selbstmitleid, einen Sinn und ein Ziel im Leben.

Aber nun? Nun ist der Krieg vorbei, die Welt ist sicher, wir haben alles verloren, Straßen voller Leichen gewonnen, für uns bleiben nur Erinnerungen zurück, an denen wir uns festhalten können.

Ja, da Sirius Nichte, Tonks – sie ist glücklich, und ich brauche es, jemanden zu sehen, der glücklich ist. Sie ist glücklich, und das ist für mich so wichtig, dass es genug ist, um zu lächeln und lachen, Licht in meine Augen zu bringen, zärtlich zu sprechen und sie liebevoll festzuhalten, einfach weil dieses Glück so selten ist in diesen Tagen.

Sogar jetzt bin ich mir nicht sicher, ob ich sie lieber mag als ihre Mutter, von der ich glaube, dass ich sie getroffen habe – braunes Haar, ein nettes Lächeln, eher klein; das war sie doch, oder?

Glaub mir, ich habe versucht, sie zu überzeugen, sie fast schon angebettelt, um sie dazu zu bringen zu erkennen, dass sie jemand besseren finden muss, dass sie für mich nichts als allenfalls Sympathie empfinden kann. Ich bin alt, was die Sache eigentlich schon klären sollte. Ich habe ihr auch gesagt, dass ich gefährlich bin, berüchtigt, unkomplett. Aber Tonks wollte nichts davon hören, und ich glaube nicht, dass sie verstand, dass ich es wirklich so meinte, als ich sagte, dass sie jemanden ganz verdient: womit ich jemanden meine, der fähig ist, sie zu lieben.

Natürlich sind wir zusammen. Wir sind verheiratet.

Ich kann dich fast fragen hören "Warum?". Warum? Weil ich lieber jemanden glücklich mache als unglücklich und weil ich nicht die Kraft habe, jemanden zu trösten und aufzumuntern, muss tun, was in meiner Macht steht, und zwar für die Menschen, die ich erreichen kann.

Es gibt auf dieser Welt auch ohne meine Hilfe genug Kummer und Schmerz. Ist es deshalb nicht besser, dass ich sie und alle anderen, auch mich, glauben lasse, dass ich sie liebe, und wenn wir uns, sobald ihr Gedränge abnimmt, scheiden lassen und sie allein weitermachen kann? Niemand würde auf diese Weise verletzt...

Aber so lange sie mich liebt, soll sie eine Liebe erhalten, die ihr gerecht wird.

Was kann ich noch sagen?

Versuche gar nicht erst, es zu verstehen; versuche nicht einmal, es verstehen zu wollen, denn wenn du das tust, wirst auch du alt sein.

Es regnet wieder.

Die typische Londoner Düsterkeit bedeckt die Welt, zugedeckt von einer bedrückenden Dunkelheit.

Es ist nicht so, dass ich grau nicht mag – im Gegenteil, ich bin weit davon entfernt... eine meiner Lieblingsfarbe, ich mag sie sehr. Ich zweifle daran, dass ich mehr fühlen kann als nur zu mögen. Ich zweifle daran, dass mein betäubtes Herz noch bemerkt, dass es andere Gefühle gibt jenseits von Abgestumpftheit.

Der Schmutz und der Schlamm dieser Stadt sind mit dem Regen, der sanft und beharrlich herabfällt, verschwunden, und ersetzt worden durch reines Grau. Die Autolärm und Schritte sind gedämpft, und die Stimmen von Londons Bewohnern sind verformt durch graue Stille, die jedes Geräusch verschluckt.

All das ist gut mich, der die Stille mag, der sie immer mag, nachdem Gelächter ein fremder Begriff für ihn geworden ist.

Ich vermisse es.

Aber diese schattenhafte Stille, die nebelige Dunkelheit erinnert mich so sehr an den Tod... und ich kann nicht an den Tod denken, ohne dass meine Gedanken auch zu denen, die ich verloren habe, abscheifen...verloren an das, was ich verkörpere.

Ich frage mich oft selbst, ob es nicht besser ist, tot zu sein? Für immer zu schlafen, ohne nachzudenken?

Aber was ist denn der Tod genau? Eine schlaflose Nacht? Ein ewig gleiches Warten? Flauschige Wolken und singende Engel? Kochende Töpfe von Todesangst in der Hölle? Oder einfach Nichts...bis in alle Ewigkeit?

Ich frage mich oft, ob es nicht besser wäre, nie geboren zu sein? Wäre es nicht besser für die Welt, nie existiert zu haben?

Noch bin ich nicht tot; ich habe den Tod nie gewollt.

Und oft sage ich mir selbst: es ist ja nicht dringend, oder? Sterben, meine ich?

Aber Eile ist nicht erforderlich um zu sterben. Selbst wenn es nicht dringend ist, sollte es aufgehalten werden, verschoben werden auf morgen?

Dennoch habe ich mich immer entschieden, noch einen weiteren Tag zu leben. Was beweist das? Ja, ich will immer noch leben.

Was ist Leben? Warum leben wir? Das weiß niemand, aber ich kenne die Antwort auf eine andere Frage: warum will ich leben? Weil ich leben will, sogar bis zu der tiefsten Schicht, zu der Wurzeln reichen können.

Leben hat noch einen anderen Namen: hoffen.

Schritte verfolgen mich, und ich renne, renne weg, versuche, den mich heimsuchenden Schritten zu entkommen, wie ich versuche, den Gedanken, die mich verfolgen, zu entfliehen... den Gedanken an Lachen – den Gedanken an einen längst vergangenen Lebensabschnitt.

Zumindest bis ich bemerke, dass die Schritte meine eigenen sind.

Im Grunde ist es wirklich lächerlich, dass ich so Angst habe vor etwas, dass ich selbst erzeuge. Schritte ängstigen mich, aber der Tod nicht – albern, oder nicht?

Ich fürchte den Tod nicht; zu manchen Zeiten tue ich es wirklich nicht. Manchmal. Und doch: den Tod nicht zu fürchten und den Tod zu erstreben sind zwei zu unterschiedliche Dinge, um zusammengemischt zu werden.

Einige Menschen fürchten den Tod manchmal nicht, aber jemanden, der niemals den Tod fürchtet, gibt es nicht. Manche mögen lässig über den Tod denken, aber niemand denkt neutral darüber.

Manchmal fürchte ich mich mehr vor dem Leben. Aber das Leben zu fürchten und zu wünschen, das Leben zu verlieren, sind ebenfalls zwei unterschiedliche Dinge.

Aber warum, warum sollte ich mir wünschen, nach all diesen Dingen noch immer zu leben? Nachdem alle außer mir gestorben sind? Weil ich immer noch will, wünsche und auf etwas hoffe.

Ein Wunder.

Niemand kann sich dagegen sträuben, einen Grund für das Leben zu finden. Aber die meisten finden ihn nicht.

Ich öffne die Tür, stecke einen abgenutzten Schlüssel in ein abgenutztes Schlüsselloch, und die abgenutzten Türen schwingen auf, bieten mir Zugang in ein abgenutzt Haus, das mein rostiges Ich umgibt.

Ich bin wirklich abgenutzt, oder?

Ich kann nicht verhindern, alt zu werden, aber ich kann dagegen kämpfen.

Ich kann es, und ich habe es nicht getan.

Ich habe es nicht getan, und ich habe sogar vergessen, was es bedeutet, was kämpfen bedeutet. Vielleicht werde ich mit dem Wunder, auf das ich hoffe, wieder jung werden, jung im Herzen. Ich hoffe, dass ich mit dem Wunder ein süßer Nachgeschmack der Bitterkeit erscheint, das entlastende Verstehen nach der nervösen Beklemmtheit, die Ruhe nach ewigen Spekulationen, die Jugend nach alter Trostlosigkeit.

Nutzlos zu sagen, dass Hoffnung eben wirklich nur das ist: Hoffnung

Ich mache Licht an, und das Haus ist getaucht Dämmerlicht, in trüben, elektrischen Glühen. In der Ecke kann ich einen Teddybären erkennen – einen Teddybär, der beinahe so abgenutzt ist wie sein Besitzer.

Eine weitere Welle der Dummheit trifft mich – dies ist noch absurder! Ein Mann mittleren Alters, der einen Teddybär aufhebt, einen, der beinahe ebenso alt ist wie er selbst, als wäre sein Leben in diesem festgehalten... Tonks hat immer versucht, mich zu überzeugen ihn wegzuwerfen, ihn wenigstens durch einen neuen zu ersetzen... ich habe keine Ahnung, warum ich es nie getan habe.

Was also, wenn ich ihn zu jemanden gäbe, der sich um ihn kümmert? Jemanden, der sich sorgt, der sich genug sorgt um zu wissen, dass ich niemals zuvor einen Teddybären bekommen habe.. der mir sein Leben einmal im Monat anvertraut...jemanden, den ich vor langer Zeit verloren habe... verloren an die Schatten.. verloren an meine Verdächtigungen...

Jeder normale und zivilisierte Mensch hat unabsichtlich verschiedene Schichten der Zeit um sein Herz - ohne diese Schutzschichten würde das Leben seine Spannkraft verlieren und wäre mühelose zerstört.

Aber es sind auch diese Schichten, die in deinem Herzen kämpfen, und manchmal erzwingst du ein Lächeln für etwas, das in Wirklichkeit bitter ist.

Ich begann zu fühlen, wie sich diese Schichten spannten, dünner würden, und schließlich zerrissen.

Und so nehme ich den Teddybär mit in das einzige Schlafzimmer, trotz der mich plagenden Gedanken in meinem Kopf, dass ich ihn gerade gestern erst hinausgebracht habe.

Ich beginne, ihn immer häufiger mit mir zu nehmen.

Durch das Fenster meines Schlafzimmers sehe ich den Regen nun schwächer herabfallen. Die Wolken sind so schwer, aber ein grauer Fleck ist heller als die ihn umgebenden Wolken... als ob er eingekeilt wäre von den düsteren Wolken um ihn herum, die ihn beinahe ersticken.

Aber irgendwo in der Ferne, weit weg im Osten, wird ein Funke von Sonnenlicht sichtbar durch die Wolken.

Ich kann nur einen klaren Gedanken fassen: wie weit ist das weitentfernte Wunder?

Was ist das Leben? Wahnsinn. Was ist das Leben? Eine Illusion, ein Schatten, eine Geschichte. Und selbst das größte Gute ist klein genug: trotzdem ist das Leben ein Traum, und Träume selbst sind nur Träume.

- Caldermn de la Barca, Pedro