Ü.N.: Okay, ich gebs zu. Totalversagen meiner wöchentlichen Updateplane...Dafür ist das Kapitel lang (und seltsam), ich hoffe, ihr lest es trotzdem. Mein ganzer Dank gilt Lucretia Amarée, die mich durch ihre Mails dazu gebracht hat, dieses Kapitel endlich zu Ende zu bringen.
Diesmal gibt es (als Entschädigung, auch wenn sie nicht von mir stammt) Reviewantworten von Verasilyn selber (die Antworten beziehen sich auf das vorletzte Kapitel, sprich „Ein bedrohliches Gewässer,...") Ich bin im Moment gewaltig unmotiviert, sie zu übersetzen, ich bin voller Zuversicht, dass ihr die englische Sprache soweit beherrscht, so kompliziert sind sie nämlich nicht.. Sollte es wider Erwarten Probleme geben, übersetz ich sie natürlich :-)
Again, thank you so much for
translating the review--I love review!
And yes, that was THE
longest review I've EVER read...
Do these people speak English?
I'd love to talk to them sometimes (and save you the trouble of
translating...)
Anyway, below are the replies to their reviews,
and I would REALLY appreciate it if you could let them know of these.
(I don't know how you do it, but I would never be able to translate
all this...)
Nemea
It
would be too kind for life to let Remus remember...or too cruel, your
choice.
And yes, it can be a little confusing...
Nyella
cough
sorry. I never read HP quite that carefully... Also, I suppose that
it was a transit chapter--after all, you sorta have to let him get
used to being thrown back in time (if you'd forgive the cliche)
Black
phoenix
Oh yes, I adore Greek myths...
Lucretia
Amaree
The are by far the most devoted reviewer I've ever
seen.
Oh yeah, I practically worship Clarke's JS&MN...
And
I'm sorry I never wrote more on the grandmother...I had an idea for
her, but it sorta slipped away, like most ideas that come to you in
the middle of the night tend to do.
I've always thought that Remus
was quite BEYOND the stage of being afraid. Not because that he's so
much braver, but that he was nothing to be afraid FOR. His life, is a
ruin. Harry, is grown up and usually in good hands (nothing much HE
could do, anyway). Sirius, is...gone. James and the gang, all gone.
Voldmort...people of the world...there's gotta be a time when he's
tired of caring, tired of being so good. Everybody wants to be a
little selfish sometimes, even the all-good Remus. He must have
wished that he was a teenager, that he still had elders, to whine to,
to complain to, to be told that he was behaving childish and immature
and thoroughly horrible. He must have wished that there could be
someone else to worry all his worries for him...
With that
tiredness, I doubt he would feel afraid. And before the tiredness and
the excitment slips away, he has already forgotten. And the tangled
knot in his stomach was probably just him being nervous for school,
no?
The ¡° in the second-floor corridor between the
Charms classroom and an empty one... it was not right...¡±
was nowhere near as important as you think...it was just the place
where James and Sirius pulled a rather mean prank on the sickly
child, and the sickly child burst out, critisizing them to no end.
And that, my dear, was the start of a very beautiful friendship. Of
course he would remember--it was the start of everything in his life,
and the guilt of ripping his friends apart, of course, would keep the
memory alive.
The Fat Lady? A sort of sloppy hair-bun that was out
of fashion a few decades ago, with pins as sparking as her
wine-glass, and strand of reddish-brown curls crawling their way
downwards until she brushed them into their proper place again. (I
really didn't write that?)
Yours Truly,
Verasilyn
Through the door we never opened
Eine Geschichte über Freundschaft und Liebe
Verasilyn
Als Fremder wurde er natürlich wie ein Untergeordneter behandelt – schon seit Menschengedenken wurde das so gehandhabt – und selbstverständlich behandelten sie ihn so, dass er sich nicht willkommen fühlte, denn dies ist ein altes Gesetz Menschen und anderen Lebewesen gegenüber.
-Mark Twain
Es ist gut, Geld zu haben, um Dinge zu kaufen, die man mit Geld kaufen kann, aber noch besser ist es, die Dinge nicht zu verlieren, die man nicht kaufen kann.
-G.H. Lorimer
Feuer kann Menschen verbrennen und Wasser kann Menschen ertrinken lassen; trotzdem ist Wasser als Aufenthaltsort besser geeignet, denn es sieht sanfter und gelassener aus.
-Lu Xun
Kapitel 6:
Ein Kapitel, dass du ignorieren kannst, aber es wird auch nicht wehtun, es zu lesen
Dieses Kapitel ist für all die uninteressant, die sich Kapitel voll spannender Handlung, voll bösartiger Schurken und edlen Helden wünschen, und so kannst du dieses Kapitel einfach übersehen und mit dem nächsten weitermachen.
Aber diese Geschichte ist nur eine einfache, unscheinbare Erzählung, ohne großartige Ritter der Tafelrunde, die so selbstlos sind, dass sie nur in Legenden auftauchen; keine prächtige Zauberin namens Circe, die das Herz unserer Hauptperson betäuben wird und ihn alles vergessen lassen wird; kein weiser Gandalf, der das Leuchtfeuer entzündet, wenn alle anderen Lichter versagt haben und der bereits den vierten Sieg innerhalb von fünf Tagen einbringt; kein brutaler Tyrann wie Captain Hook, der blutdurstige Piraten beschimpft, stolze Jungfrauen, die sich nichts als schöne Gestalt wünschen; kein romantischer Jack Dawson, der sich selbst opfert, damit seine große Liebe den fatalen Eisberg überlebt.
Nein, dies ist nur eine Geschichte über zwei Menschen ohne außerordentliche Tugend, zwei Menschen, die sich bemühen, einen Schritt näher an die Perfektion zu gelangen und die keine Angst haben, einen langen Weg zurückzufallen, solange sie für ihren Glauben kämpfen können: denn Liebe soll dort Brücken bauen, wo keine sind.
Also, meine lieben Leser, erwartet keine fantastischen Geschichten darüber, wie die Marauder zusammenkamen, keine wunderbaren Details über die Entstehung der Karte, keine Tragödien nach Shakespeares Art darüber, wie Sirius Remus das erste und (hoffentlich) einzige Mal betrogen hat. Erwartete keine Kapitel, auf die Dumas stolz gewesen wäre wegen der prächtigen Zauber und der Magie, die sie gelernt haben, keine eigenartigen Beschreibugen über die Entdeckung und die ersten Stunden der Lykantrophie. Erwarte nichts im Stil von Homer oder Austen, möglichst noch verbunden mit der Nacht, in der sie sich das erste Mal in Tiere verwandelt haben – solch großartige Ereignisse sind für die Feder eines erfahreneren und einfallsreicheren Autoren geschaffen, und so erzähle ich nicht diese Geschichten.
Stattdessen werde ich die weniger bekannte Geschichte der Menschen erzählen, die wir lieben gelernt haben und um die sich weniger Menschen kümmern werden.
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„Mhm, lecker. Zehn Jahre alter Mosel – großartiger Wein." Sirius murmelte zufrieden vor sich hin, während ein Hauself an ihm vorbeiwatschelte, der eine Flasche Weißwein trug. Er verbeugte sich, die Flasche auf der Servierplatte dabei perfekt im Gleichgewicht.
Sie (womit natürlich die Marauder gemeint sind) waren in der Küche und aßen vergnügt und unverschämt von silber polierten Platten.
Remus hob den Kopf und lächelte über die absurde Szene mit dem Jungen, der französischen Wein liebte, obwohl er sich eigentlich längst daran gewöhnt haben sollte.
„Ja, Sirius, ich bin mir sicher, dass du ihn liebend gern probieren würdest – am besten die ganze Flasche."
Sirius lachte laut und legte freundschaftlich einen Arm um Remus Schultern. „Ich weiß aber doch, dass du Betrunkene nicht leiden kannst, und bei dieser Flasche hättest du es mit einem sehr betrunkenen Sirius zu tun!"
Remus lächelte nur.
James und Peter respektierten und akzeptierten, dass Remus Großvater ein typischer Franzose gewesen war, der nach England gekommen war, um Remus Großmutter zu heiraten, obwohl er ein dutzend anderer Herzen in der Tasche hatte und sie akzeptierten auch, dass Remus all seine freie Zeit in Marseille bei seiner Großmutter verbrachte (sie war Witwe).
Trotzdem konnten sie ihn nie wirklich verstehen.
Nur Sirius, der seine Kindheit in vielen verschiedenen Ländern überall in der Welt verbracht hatte, verstand ihn wirklich.
Wie dieses Mal hatten sie über Wein aus aller Welt diskutiert (Frankreich war eine sehr gebildete Nation, was das anging). Nicht einmal Dumbledore konnte halb so viele Weine kennen wie Sirius, dessen war sich Remus sicher. Sie sprachen über bourgogne (Burgund) – nur so wenige Menschen wussten, dass er französischen Ursprungs war – über Madeira, Bordeaux, Marsala, Sauterne und viele andere.
Als Autor kann ich euch fast schon fragen hören, warum in aller Welt gerade Sirius Black die ganze Welt bereist hatte?
Lasst uns mit seiner Familie beginnen.
Falls du dich je gefragt hast, wie man als gut situierte Familie einem Kind eine besonders gute Erziehung zukommen lässt und es dabei möglichst wenig sieht, dann würden dir Mrs. und Mr. Black, Mitglieder des alten und gar ehrwürdigen Hauses Black, dir sagen (falls du reinblütig bist, andernfalls würden sie nicht mit dir sprechen) dass ihr ältester Sohn Sirius die Antwort darauf ist.
Sie haben nicht gezögert, ganze Berge Gold und Silber auszugeben, damit ihr Erbe, das zukünftige Oberhaupt der Familie Black, die beste Erziehung genoss, die man mit Geld kaufen konnte, und so schickten sie ihn ins Ausland, damit er in einer berühmten Stadt in einem fremden Land wohnte – möglichst exotisch.
Allerdings konnten sie sich nie entscheiden, welches Land denn nun die Ehre haben sollte, einen Black zu beherbergen, und da sie launisch und wählerisch waren, ließen sie den kleinen Sirius von einem Ort zum nächsten ziehen. Er blieb nirgends länger als ein paar Jahre.
Und das Resultat?
Ganz gleich, wie hoch geboren du bist, ganz gleich, wie blau dein Blut ist, sie würden kein Wort darüber verlieren – streng vertraulich, und was ist es für dich?
Wir sollten es selbst betrachten.
--
All die, die etwas über Sirius Kindheit erfahren wollen, können weiter lesen. All die, die keine langweiligen, stumpfen Absätze und wenig strahlende Worte ertragen, können diese Passage einfach überspringen.
Die großartige Genevier Black, die schöner war, als man es sich eigentlich vorstellen konnte – dunkle Augen, die deine Seele zu packen schienen, um sie für immer gefangen zu halten, elfenbeinfarbene Haut, zarter als Samt, ebener als Marmor, die bei der ersten Berührung alles zu versprechen schien, Wangen wie Pfingstrosen, die in voller Blüte erfroren waren, langes, schwarzes und perfekt gelocktes Haar und ein süßer Mund über der Mondsteinkette, der niemals lächelte – und natürlich hochmütig jenseits aller Vorstellung, hatte einen Italiener namens Ashwood geheiratet.
(Falls sich irgendjemand hier Gedanken über ihre Persönlichkeit macht, weil er glaubt, eine solche Schönheit müsse doch zumindest in ihrer Jugend etwas liebenswürdiger gewesen sein, dann muss ich leider sagen, dass ihr eigener Satz „Was ist schon Schönheit, wenn nicht Überlegenheit über andere?" doch ziemlich viel über ihren Wert und ihren Charakter aussagt)
Ihr ältester Sohn wurde in Venedig geboren, der Stadt des Wassers voller romantischer Lieder. Es ist nur nahe liegend, dass die Augen des Kleinen die Farbe von Sonnenschein und Wasser hatten.
Später kehrte sie nach England zurück, ihr Ehemann an ihrer Seite, der nach den Traditionen und Gesetzen der Familie den Namen Black angenommen hatte. Leider wies Genevier nicht unbedingt Mutterqualitäten auf, und so schickte sie ihren Sohn nach Paris, ganz einfach, weil sie diese Stadt der Künste und der Mode so liebte. Beides waren Dinge, die einen Mann entweder zur Vollendung bringen oder aber ihn ruinieren konnten.
Ihr Sohn, den sie nach dem hellsten Stern am Himmel benannt hatte, war zu dieser Zeit lediglich ein Baby, und so nahm er Aufstieg und Fall von Volk und Oberschicht mit den staunenden Augen eines Kindes in sich auf. Vielleicht war es das, was ihn manchmal so überschäumend, prächtig und charmant werden ließ, denn sogar Kinder– oder, besser, besonders Kinder – können vom Zusehen sehr viel lernen.
Als Sirius zwei Jahre alt war warf jedoch eine ungeschickte Angestellte eine Kerze um und brannte so die hübsche Villa der Blacks nieder, sodass nur eine Ruine und eine Menge schwarzer Asche übrig geblieben war. Genevier brachte Sirius für die nächsten drei Jahre nach Vancouver und so wuchs er zwischen Nebel, Regen, grauen Wolken und nassen Bäumen auf – es war eine nebelige Kindheit, aber auch irgendwie gemütlich.
Schließlich wurde Sirius sechs Jahre alt und erreichte somit ein Alter, in dem man mit dem Lernen beginnen konnte. Von einem Ashwood Black können wir nicht erwarten, dass er sich zurücklehnt und die Erziehung seines erstgeborenen Sohnes seiner Frau überlässt, die zudem mit ihrem zweiten Sohn beschäftigt war, und da er sowieso nichts von all dem Regenwetter hielt, das Sirius ja sicher auch nicht mochte, brachte er ihn nach Florenz, sein eigenes Land. Er hoffte, sein Sohn würde die Renaissance verstehen, etwas, das er selbst nie zur Vollendung gebracht hatte. Ashwood wurde nicht enttäuscht. Der Geist und der Stil dieser Epoche der künstlerischen Werke überschwemmten den Sechsjährigen und ließen ihn romantisch, rebellisch und humanistisch gebildet werden.
Selbst Sirius Privatlehrer, der sehr streng und ernst war, hat seinem liebevollen Kindermädchen aus China erzählt (verschiedene Kulturen waren von äußerster Wichtigkeit für die Entwicklung eines Kindes, das wusste Ashwood), dass er sehr stolz auf seinen kleinen Schüler war.
Genevier war keine Frau, die den Wünschen und Befehlen ihres Mannes zuhörte – sie war die Herrin von Black Manor, sie war der direkte Nachkomme der Blacks, sie hatte hier die Verantwortung. In dem Moment, in dem sie erfuhr, dass ihr Sohn zwischen romantischen Weicheiern lebte, versetzte sie ihn weg aus Italien direkt in eine geschäftige Stadt ohne Erbarmen für die Faulen – New York.
Das Geld, das seine Eltern für ihn zahlten und sein beinahe grenzenloses Ansehen erlaubten Sirius, alles zu besuchen, was er wollte und häufig innerhalb des Landes umherzureisen (Geld war ja nicht von Bedeutung) und so empfing er alle Arten von Lob und Bewunderung von allen Klassen und sozialen Schichten.
Es ist nicht überraschend, dass er sich zu einem etwas großspurigen, verzogenen und aufmerksamkeitssuchenden Jungen entwickelte, der vielleicht ein wenig zu überzeugt von sich selbst war.
Das letzte Jahr vor seiner Rückkehr nach London war abenteuerlich – für und, versteht sich. Für Sirius war es ein schreckliches Jahr – er war auf zahlreiche Arten missbraucht worden.
Um die Wahrheit zu sagen: Er hatte das Leben eines Jungen aus der Arbeiterklasse erfahren.
Als er das erste Mal Chicago betrat, ging Sirius verloren – sehr sogar, und dann auch noch ohne viel Lebenserfahrung – seine Taschen voll von Gold, und er zögerte nicht, seiner Umwelt das mitzuteilen. Ist es ein sonderlicher Schock, dass ein Obdachloser oder verzweifelter Bettler, oder vielleicht auch ein Dieb oder Mörder, einen Blick auf einen solchen Jungen mit schrecklich viel Geld warf und ihn kidnappte?
Diese Person jedoch, wer auch immer sie war, tat so ziemlich das Blödeste, was man tun konnte – er verlangte nicht etwa Lösegeld für Sirius (und was für ein Lösegeld das gewesen wäre), nein, er verkaufte den armen Sirius für den beleidigenden Preis von zehn Dollar an eine Fabrik.
Vielleicht hat diese Tatsache Sirius Stolz mehr beschädigt als das ganze darauf folgende Jahr zusammengenommen, schließlich war er der Meinung, dass er ganz sicher mindestens hundert Dollar wert war, allein schon für sein Aussehen!
Wie schon Mark Twain sehr treffend in einem seiner wunderbar sarkastischen Romane bemerkt hat ist es die größte Schande für den Durchschnittsmann, von Anderen weit unter den von ihm selbst geschätzten Wert eingeschätzt zu werden, und Sirius war entsetzlich wütend – was seinen Verkäufer dazu hätte veranlassen sollen, den Preis für ihn noch weiter zu senken: Ein Arbeiter sollte weder Zorn noch einen solchen Stolz haben.
So war Sirius entschlossen, jede Qual ohne Beschwerde auf sich zu nehmen – allerdings stellte er sich vor, diese Qual würde darin bestehen, in einem Raum zu sitzen und nichts zu essen außer körnigem Brot und Eiern. Das allerdings stellte sich zweifelsohne als Fantasie heraus – er hatte Ziegelsteine zu tragen, die doppelt so schwer waren wie er, er hatte schwere Schaufeln voller Dreck aus einem mehrere Meter tiefen Loch hervorzuheben, hatte mit den anderen Arbeitern, die genauso verzweifelt waren wie er und noch dazu um einiges größer, um sein Essen zu kämpfen und er hatte Berge hinaufzulaufen, um Material für die Fabrik herbeizutragen.
Aber er beklagte sich nicht, denn wenn Sirius Black sich einmal etwas in den Kopf gesetzt hatte, dann konnte das niemand ändern.
Natürlich bemerkten die Blacks, dass er sich nicht mehr meldete und fanden früher oder später heraus, dass ihr Erbe vermisst wurde – und sie versetzten die gesamte amerikanische magische Gesellschaft in Aufruhr.
Eine beeindruckende Rettungsaktion mit tüchtigen Soldaten in hübschen Uniformen wurde gestartet, und so rückten sie und seine reiche Familie eines Tages an, um ihn zu holen – die ganze Aktion war filmreif, und nur ein Aspekt fehlte: die weinende Mutter und der liebevolle Vater.
Alles, was er bekam, war eine Mutter mit steinerner Miene, die die Fabrik schloss und ihn sofort zurück nach London schaffte, wo sie ihn lebenslangen Hausarrest erteilte.
Als Sirius also elf Jahre alt war und bereits in vier verschiedenen Ländern gewohnt hatte, hatte ganz London das Bild des bezaubernden Sirius vor Augen, der in einer klassischen, von vier Pferden gezogenen Kutsche durch die Stadt fuhr.
Wie zu erwarten war verstand Sirius etwas Französisch, etwas Italienisch und ziemlich viel Englisch (selbstverständlich war seine Erziehung in anständigem Englisch abgehalten worden) – aber er hat nie (und wird das auch nie) die ersten beiden Sprachen wirklich beherrschen. Er gehörte zu der Sorte Mensch, die alles schnell und leicht lernen, wenn sie sich dafür begeistern, sich aber nie darum bemühen. Was sein Englisch angeht, so war es ein Wunder, dass wahre englische Gentlemen ihn überhaupt verstanden in seinem ersten Jahr, dass er zu Hause verbrachte. Er hatte einen fürchterlichen amerikanischen Akzent (wie entsetzlich…jemand, der englisch sprach wie diese Barbaren), der auch noch leicht angereichert war durch einen ganz leichten italienischen Slang.
Sirius war das vollkommen egal – die meisten Menschen verstanden ihn ja (obwohl viele vorgaben, es nicht zu tun) und seine Freunde reagierten auf seinen Akzent ja auch nicht mit Verachtung (was für Freunde würden das auch tun?) und das genügte ihm.
Und er, als der Erbe der Blacks, konnte dem Schicksal, an den Dinnern der Blacks teilzunehmen, nicht entgehen.
Glanz und Würde war reichlich vorhanden hinter den hohen, aufwändig geschmückten Toren des Anwesens der Blacks, doch das einzige Gefühl, das so etwas wie Glück nahe kam, wirst du nur, ganz gleich wie entschlossen du danach suchst, bei Regulus finden, der ruhig vor dem Bild seines Bruders sitzt. Und dass, obwohl das ganze Haus voll imposanten Wandteppichen und edelsteinbesetztem Platinschmuck war und nur mit den großartigsten Möbeln aus Mahagoni eingerichtet war.
Selbstverständlich wurden die Feste in dem großen Speiseraum aus italienischem Marmor abgehalten, in dem eine lange spanische Tafel mit silbernem Besteck und goldenen Kelchen stand, auf der Tafel lag eine Pariser Tischdecke. Alles war prächtig und berühmt, aber Freude oder Geborgenheit bat dieser Raum nicht, höchstens den Gästen.
Obwohl Mrs. Black höchst narzisstisch und hochmütig war, Mr. Black langweilig schwerfällig, ihr Erbe kalt und gleichgültig gegenüber den Gästen und ihr jüngerer Sohn so unheimlich still wie ein Grab war, gab es genug Kleinstädte, die bereitwillig ihr jährliches Einkommen dafür gezahlt hätten, dass ein Blackscher Hauself zu ihnen käme und ihnen ein Stück Pappe mit dem Familienwappen der Blacks darauf überreichte.
Selbst Mr. Dickinson, der großartige Minister dieser Tage, der berühmt war für seinen anspruchsvollen Geschmack und seine prüden Sitten und der sich ständig mit den Blacks herumstritt wegen deren Art, mit Geld umzugehen, kam klaglos daher, wenn eine reizend gestaltete Einladungskarte ihn darum bat.
Ist es nicht eine universelle Wahrheit, dass wir, das einfache Volk, am richtigen Platz sind, sobald wir dort Persönlichkeiten wie Professor D- oder Lord V- sehen?
Um es einfach zu sagen, jeder hoffte, eine solche Einladung zu erhalten, und jeder, der tatsächlich eine bekam, kam im besten Anzug und mit dem hübschesten Diener. Selbst wir, die wir spotten über diese eingebildeten, vornehm tuenden Menschen, wären erfreut, eine Karte zu erhalten und solche Pracht einmal von nahem betrachten zu dürfen.
Der arme Sirius jedoch hätte alles gegeben, dem zu entkommen – nicht so sehr darum, seinen Eltern und der Gesellschaft zu entkommen (die Gesellschaft ist schließlich etwas wunderbares…liefen ihm nicht all die jungen Mädchen nach, lächelten ihr süßestes Lächeln, wie alle Frauen das zu tun pflegen? Sirius war schließlich eine gesellige Person): nein, viel mehr als seinen Eltern wollte er seinem Bruder entkommen, Regulus.
So war er viele Sommer gezwungen, sich bei Mrs. und Mr. Black aufzuhalten, aber die meisten Kopfschmerzen bereitete ihm Regulus aus Gründen, die in den nächsten Kapiteln erläutert werden, zwischen den Gedanken von Remus Lupin und Rosenduft.
Wisst ihr eigentlich, dass diese Story fast 1000 Hits hat und die letzten Kapitel immerhin jeweils ca. 40 mal angeklickt wurden?
Also, meine lieben Schwarzleser, seid so fair und outet euch. Sowas kann sehr befreiend wirken und macht zusätzlich zwei Menschen eine Freude:-)
