Kapitel 16 Alpträume

Als sie die Treppen wieder hinauf kamen waren die Kampfhandlungen bereits in vollem Gange. Legolas´ Truppen waren in die Stadt eingedrungen und kämpften nun gegen die Soldaten von Arod. Diese waren jedoch den geübten Truppen des Düsterwalds unterlegen und da die meisten sowieso keinen Grund in dem Kampf sahen gaben sie schnell auf. Arod hatte sein Volk zu sehr geschunden, so rächte es sich nun indem sie seine Stadt nicht weiter verteidigten und zu den Truppen des Düsterwalds übertraten. Legolas´ Soldaten waren erstaunt über die positive Reaktion der Bevölkerung und erlabten den Bewohnern sowie den Soldaten die Stadt frei zu verlassen.

Legolas und Celebnîn stießen mit den anderen zu dem Berater, der gleichzeitig der stellvertretende Anführer der Truppen war. Miralia bedankte sich noch einmal bei ihren befeiern und verließ dann mit ihrem hoch erfreuten Vater die gestürzte Festung. Die Stadt glich nun einer Geisterstadt und dennoch war Legolas misstrauisch. Es war ihm alles viel zu einfach vorgekommen. Und schließlich fanden sie einen Problempunkt. Arod war nicht aufzufinden.

War er geflohen? Oder versteckte er sich noch irgendwo in der Stadt? Letzteres war eher unwahrscheinlich, denn seine Männer hatten alles genauestens nach dem Verräter durchsucht. Nachdem sie in letzter Zeit so viel Leid gesehen hatten, wollten sie den Täter nun zur Rechenschaft ziehen, doch sie konnten Arod nicht finden.

Celebnîn hielt Legolas´ Hand. Sie konnte sehen, dass es ihn ärgerte und auch sie wollte, dass Arod für alles was er getan hatte seine gerechte Strafe erhallten sollte, doch es sollte noch nicht sein. Mit einer großer Trauer dachte sie an Silmarwen und die anderen Unschuldigen, die bei diesem unnötigen Krieg ihr Leben lassen mussten.

Immerhin hatten sie die Männer gefunden die mit Arod die Städte verwüstet und die Unschuldigen getötet hatten. Sie durften nicht gehen, ihnen würde die gerechte Strafe zukommen.

Nach drei Tagen, in denen sie weiter die Stadt abgesucht hatten entschlossen sie sich abzuziehen. Celebnîn war froh darüber, dieser Ort weckte schlimme Erinnerungen in ihr hervor. Und obwohl sich Legolas besonders lieb um sie kümmerte und ihr keine Sekunde lang von der Seite wich, konnte sie diese Erinnerungen nicht vergessen.

Die Abreise verlief jetzt langsam und entspannt. Legolas merkte, dass seine Männer müde und etwas enttäuscht waren. Er hielt das Tempo daher sehr langsam und machte viele Pausen. Trotzdem wollte er so schnell wie möglich nach Hause, damit Celebnîn und er endlich ein normales und ruhiges Leben führen konnten, obgleich er wusste, dass es nicht so sorgenfrei sein konnte solange Arod auf freiem Fuße war.

Celebnîn war sehr müde. Die letzten Tage hatten ihr viel abverlangt, deshalb war es kein Wunder, dass sie schnell einschlief als sie neben Legolas in einem bequemen Bett in ihrem Zelt lag. Sie spürte, dass Legolas sogar schneller als sie einschlief und so schmiegte sie sich in seine Arme und glitt mit einem zufriedenen Seufzen ins Land der Träume. Doch ihr Schlaf war nicht sehr gut, ständig hatte sie Alpträume und ein ungutes Gefühl. Als sie aus einem ihrer Träume hoch schreckte erfüllte sich ihr schlimmster Alptraum. Denn vor ihrem Bett stand eine dunkle Gestalt mit einem langen Schwert in der Hand. Es war Arod! Vor Wut schnaubend zog er sie am Arm hoch, Celebnîn war so geschockt, dass sie kein Wort heraus brachte. Doch Legolas erwachte trotzdem. Sofort zog er sein Schwert, das neben ihm am Boden Lag, doch Arod hielt Celebnîn seine Klinge an den Hals.

„Ich würde das an deiner Stelle nicht tun, Legolas, sonst ist sie tot."

Legolas stand auf. „Gib auf Arod! Draußen ist eine ganze Armee, du hast keinen Ausweg!" Aber Arod grinste nur. „Wer sagt denn, dass ich fliehen will?"

Celebnîn ahnte fürchterliches. „Was habt Ihr vor?" Er sah sie an und schmiegte dann sein Gesicht an ihr Haar. Sie spürte wie er ihren Duft einnahm und erschauderte. „Ich werde dich mit mir nehmen." „Mit wohin?" Celebnîn fiel nichts besseres ein als ihn das zu fragen. „Mit in den Tod!" Damit setzte er zum Schnitt an und Celebnîn schloss die Augen, den Tod erwartend, doch dazu kam es nicht. Stattdessen hörte sie das Zischen eines Pfeils und als sie die Augen wieder öffnete lag Arod tot hinter ihr auf dem Boden, blutend mit einem Pfeil in der Stirn.

Celebnîn sah auf und bemerkte , dass Legolas mit einem Bogen vor ihr stand, seinen Blick auf den toten Körper seines ehemaligen besten Freundes gerichtet.

Legolas starrte Arod an. Damit war es zu Ende. Es tat ihm Leid, dass es so kommen musste, er hätte ein anderes Ende bevorzugt, doch Arod hatte es selbst so gewollt.

Als er aufsah merkte er, dass Celebnîn zitterte und das Tränen über ihre Weichen Wangen liefen. Er ging zu ihr und schloss sie in die Arme. „Es ist schon gut, jetzt bist du in Sicherheit." Sie weinte bitterlich und beruhigt sich erst nach einer ganzen Weile wieder. Als sie ihre Tränen trocknete griff Legolas in seine Tasche und legte ihr etwas in die Hände.

Celebnîn sah in ihre Hand und blickte Legolas überrascht an. Er hatte ihr ihre Kette wieder gegeben. „Es ist zwar nicht so pompös wie das was du jetzt trägst, aber ich dachte du hättest es gerne wieder." Celebnîn merkte, dass sie immer noch Arods Kette trug. Lachend nahm sie diese ab und warf sie auf den Boden, Legolas half ihr und legte ihr die Kette um den Hals. Sie lächelte ihn an. „Ich dachte ich würde sie nie wieder sehen,... so wie ich dachte ich würde dich nicht wieder sehen."

Mit einem sanften Lächeln auf den Lippen nahm Legolas Celebnîns Hand und zog sie in einen leidenschaftlichen und heiß ersehnten Kuss.

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Ende

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A/N: Ein ganz großes Dankeschön an meine liebe Betaleserin Narwain, die mir geholfen hat diese Story zu schreiben!