15. Von alten Märchenprinzen und neue Träume
Februar
„Schön, dass
Du da bist!", Rokko hauchte Lisa einen Kuss auf die Lippen und nahm
ihr die Reisetasche ab.
Er legte ihr den Arm um die Schultern und
zog sie durch die Menschenmassen am Hamburger Hauptbahnhof. Lisa
hatte sich ein paar Tage frei genommen, um zu ihm nach Hamburg zu
kommen.
„Und, was sind Deine Pläne für die
nächsten Tage? Du, ich kann sogar bis Dienstag bleiben. Das
Autoren-Meeting ist erst am Mittwoch und bis dahin kommt Olga alleine
klar."
„Großartig! Tja, was die nächsten Tage
angeht, werden wir uns wohl auf Indoor-Aktivitäten beschränken
müssen." Sie verließen in diesem Moment das
Bahnhofsgebäude und Rokko sah mit gerümpfter Nase zu dem
bläulich-grau verhangenen Himmel über der Stadt hoch.
Er
zog seine Freundin noch näher an sich und sah sie an.
„Na komm, lass uns erst mal zu mir fahren und was zu essen machen. Du hast doch Hunger, oder?" „Und wie!", sie lachte, küsste ihn auf die Nasenspitze und rannte dann vor zu den U-Bahn-Eingängen. Mit einem Schmunzeln eilte er ihr nach.
Eine halbe Stunde
stand Lisa in Rokkos Wohnung unter der Dusche, während Rokko in
der Küche am Abendessen werkelte. Nach dem Duschen schlüpfte
sie in einen bequemen Hausanzug, folgte Rokkos Summen in Richtung
Küche und blieb am Treppenabsatz stehen. Sie setzte sich auf die
unterste Stufe und beobachte ihren Freund. Er sang leise eine
undefinierbare Melodie vor sich hin.
Als er den Geruch von Lisas
Duschgel wahrnahm, drehte er sich zu ihr um.
„Hey!"
„Hey!",
sie stand auf und ging langsam auf ihn zu. Als sie auf Armlänge
an ihn herangekommen war, streckte er lächelnd seine Hände
nach ihr aus und zog sie an sich. Ihre Lippen verbanden sich zu einem
langen, liebevollen Kuss. Weiter ging Rokko nicht.
Lisa hatte
sich schon mehr als einmal gewünscht, er würde es tun.
Aber sie wusste, dass es diesmal seine Entscheidung sein würde,
wann er soweit war – wann sein Vertrauen zu ihr wieder genug
gewachsen war. Und so war sie jetzt auch nicht wirklich enttäuscht,
als jetzt seine Hände auf ihren Hüften ruhten und er nicht
versuchte, sie unter ihr Shirt zu schieben.
David Seidel
spielte in ihren Gedanken und ihrem Herz schon lange keine Rolle
mehr. Aber ihr war bewusst, dass Rokko immer noch davor Angst hatte,
dass sie bei dem kleinsten Wink von David wieder die Seiten wechseln
würde.
Umso mehr liebte sie ihn dafür, dass er trotz
dieser unterschwelligen Angst bereit war, mit ihr eine Beziehung zu
führen – eine verhaltene Liebe – eine Liebe mit angezogener
Handbremse.
Er löste seine Lippen von den ihren und
küsste sie zart auf die Stirn.
Ein wohliger Schauer rieselte
dabei Lisa über den Rücken. Sie war trotz allem so
glücklich wie noch nie in ihrem Leben.
Rokko hatte
inzwischen wieder ihre Hände ergriffen und schob sie leicht von
sich weg.
„So, jetzt ist aber Schluss mit Schmusen, Frau
Plenske, unser Essen wird kalt!", er lächelte sie an und das
Funkeln in seinen Augen erzeugt ein weiteres Mal eine angenehme
Gänsehaut auf ihrem Rücken.
Schnell hatten sie den
Tresen eingedeckt und fielen hungrig über Rokkos Essen her. Dann
schenkte er ihnen beiden ein Glas Wein ein und sie machten es sich
auf dem Sofa bequem.
„Du, ich habe noch eine Überraschung
für Dich. Rate mal, wer in der Stadt ist! Hannah Reffrath!"
„Was!", Lisa starrt ihn an, "ich dachte, die ist zurück
in Berlin?"
„Ne, ne, sie hat in Mailand einen festen Vertrag
unterschrieben. So wie ich ihrer Mail verstanden habe, hat sie kein
Bedürfnis, zu Kerima zurückzukehren – komisch
eigentlich!" Rokko grinste.
„Jedenfalls vertritt sie Chrysler
am Wochenende auf der Modemesse im Kongresszentrum. Was meinst Du?
Wollen wir sie da morgen besuchen?"
„Großartige Idee!",
Lisa kuschelte sich in Rokkos Arm.
„Ist ihr Freund auch dabei?"
„Hmhm, ich glaube, Alessandro wollte sich Urlaub nehmen und
mitkommen."
Rokko lehnte sich zurück und lauschte der
Musik im Hintergrund. Gedankenverloren streichelte er Lisas Arm. Mehr
als ein Jahr hatte er sich nach Momenten wie diesem gesehnt. Genauso
wie in Hannover versuchte er jetzt jede Sekunde davon in sich
aufzunehmen und abzuspeichern.
Den Rest des Abends hielt er sie
so in seinen Armen. Sie unterhielten sich über Ihre Jobs, die
Familien, Filme – alles was unverfänglich schien.
Seit
Ihrer Aussprache in der Silvesternacht vermieden sie instinktiv jedes
Thema, das in direktem Zusammenhang mit ihrer Beziehung und deren
Zukunft stand.
Es war, als hätten sie beide Angst davor, sie
könnten mit einem falschen Wort oder einer falschen Geste ihre
ganze kleine schöne Welt, die sie sich mühsam wieder
aufgebaut hatten, in Schutt und Asche legen.
Als es Zeit wurde, schlafen zu gehen, machte sich Rokko wie selbstverständlich sein Nachtlager auf der Couch zurecht. Lisa beobachtete das von der Balustrade aus traurig, sagte aber nichts. Er hatte alles Recht der Welt, sich und seine Gefühle zu schützen.
Am nächsten Morgen waren die Wolken über Hamburg aufgerissen und Rokkos Wohnung wurde überflutet von strahlendem Sonnenlicht. Rokko blinzelte verschlafen und richtete sich auf. Leise schlich er sich die Treppe hinauf und an der schlafenden Lisa vorbei ins Bad.
Als er, geduscht und angezogen, wieder herauskam, lag Lisa
immer noch bewegungslos in den Kissen. Lächelnd setzte er sich
auf die Bettkante und betrachtete sie:
„Wie ein Dornröschen!"
dachte er verträumt.
Er strich ihr vorsichtig eine
Haarsträhne aus dem Gesicht, stand wieder auf und ging nach
unten.
Rokko beendete gerade die letzten
Frühstücksvorbereitungen, als er Lisa verschlafen seinen
Namen rufen hörte.
„Guten Morgen, Du Schlafmütze!",
gab er lachend zurück, „Ich dachte immer, ich bin der
Langschläfer und Du die Frühaufsteherin!"
Von oben
kam nur ein unverständliches Gebrumme. Rokko grinste vor sich
hin – die Seeluft schien auch bei Lisa ihre Wirkung nicht zu
verfehlen!
Kurz darauf hörte er tapsende Schritte in
Richtung Bad und das Rauschen der Dusche – aha, sie war
aufgestanden!
Fertig geduscht fischte Lisa nach einem
Handtuch, wickelte es sich um und trat vor den Spiegel. Nachdem sie
sich die Kontaktlinsen eingesetzt hatte, betrachtete sie sich einen
Moment: ihre lange so blasse Haut war in den letzten Wochen wieder
frisch und rosig geworden und die blauen Augen hatten ihren alten
Glanz wiedergefunden.
Sie lächelte ihr Spiegelbild an. Wie
das Glück einen Menschen verändern kann! Dann zog sie sich
schnell an und flog mit schnellen Schritten die Treppe hinunter –
direkt in Rokkos Arme, der am Fußende auf sie wartete.
„Guten
Morgen, meine Süße! Gut geschlafen?" ,ein langer,
zärtlicher Kuss war die Antwort.
„Du solltest Dich
noch mal umziehen." , Lisa schaute ihn fragend an, „Na schau mal
raus! Es sind gut zwanzig Grad draußen!"
Lisa löste
sich von Rokko und ging zu den großen Fenstern an der
Fleetseite der Wohnung. Warme Meeresluft strömte herein und das
Wasser unter ihr spiegelte glitzernd die Sonnenstrahlen wieder.
„Das
ist ja wie im Frühling!" , sagte sie freudig.
Rokko lehnte
sich derweil an den Tresen und sah zu, wie Lisa vor Freude einen
kleinen Hüpfer macht und sich dann strahlend zu ihm umdrehte.
Lächelnd streckte er die Hände nach ihr aus und nahm
sie fest in den Arm, als sie auf ihn zugegangen war.
Eine Stunde später lösten sie die Eintrittskarten am Kongresszentrum und begaben sich auf die Suche nach Jerry Chryslers Ausstellungsbereich. Laut Plan war dieser in der dritten Halle zu finden, aber es dauerte eine Weile, bis sie sich durch die Menschenmassen gewühlt hatten.
Hannah befand sich gerade
in einem Gespräch mit einem Kollegen, als sie das Paar auf sich
zukommen sah. Sie wusste zwar von Olga (inoffiziell) und Rokko
(offiziell), dass die beiden wieder zusammen waren, aber als sie sie
zusammen Hand in Hand, noch dazu ohne Vorwarnung, sah, machte ihr
Herz doch einen Sprung und sie konnte nicht an sich halten: Jubelnd
flog sie erst Lisa und dann Rokko um den Hals.
„Gut gemacht,
Olga!", dachte sie bei sich.
„Ich muss nicht fragen, oder?"
, lachte sie.
Lisa und Rokko sahen sich strahlend an: „Nein!",
antworteten sie wie aus einem Mund.
Gutgelaunt zog Hannah sie an
den Stand. „Das ist so schön, Euch beide so zu sehen! Nur
Schade, dass ich jetzt kaum Zeit habe – um halb zwölf ist ein
Kundengespräch angesetzt. Aber wisst Ihr was? Ich, äh wir –
Lisa, Du kennst Alessandro noch gar nicht, oder? – wir laden Euch
morgen abend ins Atlantic ein! Wie schön, dann haben wir Gäste
bei unserer Verl... , äh, bei unserer Feier! Was sagt ihr?
Einverstanden?"
Lachend lauschten die Angesprochenen Hannah Redefluss und lachend nickten sie.
„Fein! Ah, da kommt
dieser Curtis schon!
Also, morgen abend, acht Uhr im Restaurant
vom Atlantic-Kempinski, ja?
Der Tisch ist auf den Namen Farnese
gebucht. Ich freue mich riesig!", - und schon war Hannah wieder
verschwunden.
Lachend und kopfschüttelnd sahen Lisa und
Rokko der Freundin nach – ein Wirbelwind wie eh und je!
„Und,
schauen wir uns ein wenig um?", fragte Rokko. Lisa nickte. Also
begaben sie sich auf Entdeckungsreise.
Eine Weile später
hatten sich die beiden für einen Moment ein wenig voneinander
entfernt, als sie weiter durch die Messehallen bummelten.
Interessiert widmete Rokko sich gerade einer Auswahl von
indischen Seidentüchern, als hinter ihm eine leicht spöttische
Stimme erklang:
„Kowalski!"
Rokko verzog das Gesicht. Er wusste genau, zu wem diese Stimme gehörte. Aber er nahm sich vor, sich zu beherrschen. Ihm war immer bewusst gewesen, dass dieser Moment eines Tages kommen würde. Nur, dass jetzt Rokko etwas wusste, dass seinem Gegenüber unbekannt war. Betont langsam richtete er sich auf und drehte sich um.
David Seidel stand breit grinsend vor ihm. Daneben der treulose Hugo.
„Sieh
an, Kowalski! Der Mann, dem ich im letzten Moment noch die Braut
ausgespannt habe!
Hier haben Sie sich also versteckt! Und ich
dachte, Sie sind noch irgendwo auf dem Dach der Welt verschollen!
Also wirklich, zum Meditieren nach Tibet – war das nicht ein
wenig übertrieben? Zumal bei der ganzen Heiraterei am Ende gar
nichts herausgekommen ist!"
Hugo stieß David leicht
den Ellenbogen in den Arm – ihm war der selbstgefällige
Auftritt seines Freundes sichtlich unangenehm.
„Was denn, Hugo,
davon kann Kowalski doch noch gar nichts wissen!"
David
wendete sich wieder seinem alten Kontrahenten zu.
„Das ist
nämlich der Knüller der Geschichte: Lisa und ich sind
wieder unverheiratet – die Hochzeit wurde annulliert.
Nach drei
Monaten war der ganze Spuk vorbei und ich wieder ein freier Mann! Auf
die Dauer war Lisa für mich doch ein wenig zu – spießig!"
Ein selbstzufriedenes Schmunzeln erschien auf Davids Gesicht.
„Also, wenn Sie wollen, können Sie ihr Glück ja
gerne noch mal bei ihr probieren. Dumm ist allerdings, dass sie
Berlin vor einigen Monaten mit unbekanntem Ziel verlassen hat.
Schade eigentlich – ich hätte gern herausgefunden, wie
lange ich diesmal gebraucht hätte, um sie Ihnen wieder
abzuluchsen! Was meinen Sie?" David sah Rokko herausfordernd an.
Rokko kochte innerlich vor Wut, blieb aber äußerlich
ganz ruhig und ballte nur in den Hosentaschen seine Fäuste
zusammen.
„Dieser Dreckskerl hält das Lisas Liebe
scheinbar immer noch für einen Pokal bei einem Wettkampf!" ,
fluchte er in sich hinein.
Er merkte, wie bei dem Gedanken seine
Galle langsam überkochte und er kurz vor der Explosion stand.
Was beide in diesem Moment noch nicht wussten war, dass sich Lisa die ganze Zeit in Hörweite befand und Davids Monolog Wort für Wort hatte verfolgen können.
Wie von der
Tarantel gestochen kam sie nun auf David zugeschossen und baute sich
mit vor Wut blitzenden Augen vor ihm auf.
David wusste gar nicht,
wie ihm geschah, er brachte nur ein stammelndes, „Lisa, Du…?",
hervor und versuchte, sein charmantestes Lächeln aufs Gesicht zu
zaubern.
„Wie kannst Du es wagen!", schrie sie ihn an. „Eines wollen wir hier mal klar stellen! Ich habe Dich verlassen, weil Du nichts Besseres zu tun hattest, als während unserer Flitterwochen mit dem nächstbesten Strandhäschen in die Kiste zu springen!"
Rokko zog im Hintergrund scharf die
Luft ein und machte große Augen – Lisa war ja richtig in
Fahrt!
Mehr und mehr Augenpaare auf der Messe wandten sich jetzt
dem ehemaligen „Kronprinzenpaar von Kerima" zu.
Aber Rokko
würde den Teufel tun und Lisa jetzt bremsen.
Sollte sich
doch seine Nachfolgerin bei Kerima um die Schadensbegrenzung kümmern.
Die Szene versprach zudem interessant zu werden – und eine
anständige verbale Abreibung hatte David allemal verdient!
Lisa hatte sich inzwischen richtig in Rage geredet.
Wütend
und in voller Lautstärke warf sie David nach und nach alle
Gemeinheiten und Gedankenlosigkeiten an den Kopf, die sie in den
letzten Jahren von ihm meist widerstandslos erduldet hatte.
Zuletzt
holte sie noch einmal kurz Luft und sagte etwas leiser: „Und eins
sei Dir gesagt: Ich komme mit Sicherheit nicht zurück zu Dir!
Ich bin nämlich kein Wanderpokal, Du hormongesteuerter
Egomane!", und mit dem letzten Wort kassierte David eine Ohrfeige,
die seinesgleichen suchte. Dann machte Lisa auf dem Absatz kehrt und
stürmte aus dem Gebäude.
Rokko war wie eingefroren. Dem
Knall nach zu urteilen würde David sicher noch ein paar Tage von
dieser Ohrfeige gut haben!
David rieb sich derweil die
schmerzende Wange. Der kleiner Ring, den Lisa immer an der rechten
Hand trug, hatte eine feine Kratzspur auf seiner linken Wange
hinterlassen - die nun auch noch anfing zu bluten und sein makelloses
Aussehen entstellte.
David verlor darüber vollkommen die
Fassung und brüllte der davoneilenden Lisa nach: „Ist das
alles, was Ihr Plenskes könnt? Zuschlagen?"
Rokkos
Betäubung löste sich bei diesen Worten.
Die Hände
noch immer in den Hosentaschen vergraben ging er auf David zu und sah
ihm ruhig ins Gesicht.
Mit dem freundlichsten, geradezu
sanftesten Tonfall, zu dem er in diesem Moment in der Lage war,
sprach er ihn an:
„Nein, wir Kowalskis können das auch
ganz gut, wie Sie Sich sicher erinnern!
Aber ich bin natürlich
gerne jeder Zeit bereit, Ihr Gedächtnis diesbezüglich
wieder aufzufrischen!
Nein? Kein Bedarf? Dann schönen Tag
noch!"
Er wippte noch kurz auf den Füßen und nickte
den beiden Männern zum Abschied kurz zu. Dann drehte er sich um
und folgte Lisa.
Vor dem CCH sah Rokko sich nach ihr um und
fand sie bald in einem nahen Park. Sie kehrte ihm den Rücken zu
und hatte die Hände vors Gesicht geschlagen.
Als er näher
kam, sah er, dass ihre Schultern bebten. Rokko nahm an, dass sie
weinte und legte ihr tröstend seine Hand auf ihre Schulter.
Doch als sie sich umdrehte und seine Hände ergriff sah er zu
seinem größten Erstaunen, dass sie lachte - glücklich
und befreit.
„Himmel, hast Du seinen dämlichen Gesichtsausdruck gesehen, als ich ihm eine geknallt habe? Das tat so gut! Das hätte ich schon vor langer Zeit machen sollen!" Sie schüttete sich aus vor Lachen.
Rokkos Herz, dass bis vor
ein paar Sekunden noch von einer kalten, unbarmherzigen Faust
umschlossen zu sein schien, explodierte in diesem Moment schier vor
Glück.
Stürmisch riss Rokko Lisa in seine Arme,
stürmisch küsste er sie – und dann standen sie da, Arm in
Arm, an einem viel zu frühen Frühlingstag im Park und
konnten nicht mehr aufhören zu lachen.
Und in diesen
Minuten verschwand Lisas Märchenprinz und Rokkos unbesiegbarer
Konkurrent David Seidel lautlos und endgültig ins Land des
Vergessens. Dorthin, wohin alle Fabelwesen hin entschwanden, wenn man
herausgefunden hatte, dass sie in der wirklichen Welt nicht bestehen
können und die Realität wundervoller sein konnte als jeder
Traum.
David Seidel kehrte nie wieder von dort zurück.
Als sie sich beruhigt hatten, verschränkte Rokko seine Hände auf Lisas Rücken und sah sie an. Sie lächelte, ihre Augen leuchteten und sie schien zu platzen vor Tatendrang. Rokko konnte sich nicht satt sehen an diesem Anblick. Vor ihm stand nicht mehr das verhuschte und überangepasste Mädchen, sondern eine selbstbewusste und vor Lebenslust sprühende junge Frau – diesmal nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich.
„Und, was machen wir jetzt?", fragte sie vergnügt.
„Hm, mal sehen. Hast Du Hunger?"
„Wie ein Bär!"
„Also gut – erster Tagesordnungspunkt: Mittagessen. Wir sind
in Hamburg, also wie wäre es mit Fisch?"
„Klingt
großartig!"
„Na dann komm!", er nahm ihre Hand und
gemeinsam gingen sie zur U-Bahn.
Auf dem Weg dorthin stoppte Lisa
kurz.
„Rokko?"
„Ja?"
Sie zog ihn scheu an sich
und gab ihm einen sachten und süßen Kuss auf die Lippen.
Dann lief sie an ihm vorbei Richtung U-Bahn-Schacht. Rokko setzte ihr
nach. Er musste wohl irgendetwas Falsches gegessen haben, denn ihm
war in diesem Moment seltsam schwummerig im Magen.
Einige
Zeit später saßen sie im Wintergarten eines
Hotelrestaurants hoch über der Alster. Während des ganzen
Essens – Rokkos Magen hatte sich erstaunlicherweise sehr schnell
wieder beruhigt - lachten und turtelten sie miteinander, wie es sich
für ein frisch verliebtes Pärchen gehörte.
Mal zog
er ihre Hand an seinen Mund, um sie zu küssen, mal strich sie
ihm liebevoll mit den Fingern über die Wange.
Ein oder zwei
Mal hatten sie sogar ihre Köpfe über den Tellern
zusammengesteckt und sich einen zarten Kuss auf die Lippen gehaucht,
wie die Gäste an den Nebentischen amüsiert zu Kenntnis
genommen hatten.
Diese Beiden strahlten eine solche Natürlichkeit
und Verbundenheit aus, dass es nicht wirklich verwunderlich war, dass
einige Restaurantgäste regelrecht enttäuscht waren, als das
junge Paar nach gut zwei Stunden bezahlte und das Lokal verließ.
Die nächsten Stunden verbummelten Lisa und Rokko. Sie
stöberten über ein paar Flohmärkte und schlenderten
durch Galerien.
Dann hatte Rokko eine Eingebung.
„Komm
mit!", sagte er und zog Lisa in einen Bus.
„Wo willst Du denn
hin?", fragte sie lachend.
„Abwarten." Er grinste nur.
Als
sie ausstiegen, standen sie direkt vor einem Planetarium.
„Wie
damals?" Rokko sah sie fragend von der Seite an.
Lisa nickte
versonnen. „Wie damals!"
Sie lösten zwei Tickets, gingen
hinein und setzen sich in den Saal. Als das Licht nach der
Vorstellung wieder anging bemerkten sie es nicht einmal. Erst der
Vorführer komplimentierte sie heraus – wie damals.
Und von
der Vorstellung hatten sie sowieso nur die Hälfte mitbekommen –
wie damals.
Hand in Hand und schweigend gingen sie in der
Abenddämmerung nach Hause.
Rokko dacht nach und nagte an
seiner Unterlippe. Auf der Brücke, die hinüber zum
Speicherviertel führte, stoppte er plötzlich und zog Lisa
heftig an sich.
Atemlos und mit brennendem Blick strich er durch
ihre Haare und nahm ihr Gesicht in seine Hände. Dann pressten
sich seine Lippen leidenschaftlich auf die ihren und seine Zunge
forderte den Einlass in ihren Mund. Als sie ihn öffnete, küsste
Rokko sie so liebevoll und innig, dass Lisa weiche Knie bekam.
Auch
seine Hände verweilten jetzt nun nicht mehr auf ihrer Kleidung.
Sie schoben sich unter dem Cardigan hindurch und fanden bald die
Lücke zwischen Bluse und Rock, die sie zu ihrer warmen Haut
führten. Sanft streichelte Rokko Lisas Rücken während
Lisa durch seine dunklen Locken strich. Ihr Herz schlug rasend, als
ihr klar wurde, was Rokkos heftige Leidenschaft zu bedeuten hatte.
Sie wussten nicht, wie lange sie so gestanden hatten, denn sie genossen jede Sekunde. Irgendwann nahm Rokko Lisas Kinn vorsichtig in seine Hand und sah ihr in die Augen. „Lass uns heim gehen!", sagte er mit rauer Stimme und sie nickte nur wortlos.
Fast andächtig gingen sie Hand in Hand die letzten
Schritte bis zu Rokkos Wohnung.
Am Hauseingang zog er sie noch
einmal sanft in seine Arme und berührte mit seiner Stirn
vorsichtig die ihre.
„Ich liebe Dich!", sagte er leise und
legte ihre flache Hand auf seine Brust, so dass sie seinen Herzschlag
fühlen konnte. Sie sah zu ihm hoch und auch ihre Lippen formten
ein zartes „Ich liebe Dich!".
In diesem Moment, in dieser Nacht, in dieser Straße, in dieser Stadt tauschten ihre Herzen ein Versprechen aus, das größer war als alles, was sie je zuvor erfahren hatten.
In dieser Nacht liebten sie sich zum
ersten Mal.
Leise, liebevoll, voller Zärtlichkeit. Rokko
konnte nicht aufhören, Lisa zu streicheln.
Vorsichtig
erforschten seine Hände und Lippen ihren ganzen Körper, als
wolle er sich jedes Detail einprägen.
Glücklich genoss
Lisa seine zarten Berührungen.
Die Erinnerung an Davids
grobe, fordernde Art rückte in weite Ferne.
Lisa ließ
sich vollkommen fallen – sie war angekommen, wo sie immer sein
wollte! Wohlig räkelte sie sich in Rokkos Armen.
„Geht es
Dir gut?", Lisa öffnete die Augen und sah sein zärtlich
lächelndes Gesicht ganz nahe über ihrem.
Sie lächelte
zurück. „Besser als je zuvor!", flüsterte sie atemlos.
„Dann werde ich dafür sorgen, dass das auch so bleibt!"
Auch durch das Halbdunkel hindurch sah Lisa sein spitzbübisches
Grinsen und das liebevolle Funkeln in seinen Augen.
Am
nächsten Morgen war Rokko früh erwacht. Schon seit einer
guten Stunde hatte er sich vorgenommen, aufzustehen und sich um das
Frühstück zu kümmern.
Er hatte so grau in
Erinnerung, dass Liebende ein kräftiges Frühstück
brauchten.
Doch er konnte sich nicht von dem Bild lösen, das
sich ihm bot. In seinem Arm lag Lisa – seine Lisa – noch tief in
ihren Träumen, entspannt und halb zusammengerollt wie eine
schlafende Katze.
Er würde sie nie wieder fragen, ob sie
wirklich ihn meinte. Er wusste es jetzt. Lisa und Rokko, Rokko und
Lisa, sie gehörten zusammen.
Jeder Zweifel war aus ihm
gewichen.
„Letzte Nacht habe ich Dich geheiratet, meine liebe,
süße Lisa!" ,dachte er versonnen, „Letzte Nacht, in
meiner Straße, vor meiner Haustür. Letzte Nacht bist Du
meine Frau geworden und kein Mensch, auch David Seidel nicht, wird
das je wieder ändern können."
Er strich der
Schlafenden liebevoll über die Wange, nahm ihre Hand und führte
sie langsam an seine Lippen.
Ihre erste wirklich gemeinsame Nacht
war wundervoll gewesen – und bei dem Gedanken, dass auf diese Nacht
viele weiter solche Nächte und Tage folgen würden, ließ
sich Rokko glücklich in die Kissen fallen und schloss die Augen.
Eine Bewegung neben ihm ließ ihn zu ihr hinüber
sehen. Sie war aufgewacht und strahlte ihn mit verliebtem und
verschlafenem Blick an.
„Na mein Engel, hast Du gut in meinem
Bett geschlafen?", er würde wohl bis zum Ende seiner Tage bei
diesem Satz schmunzeln müssen.
„Großartig!"
„….
als hättest Du in Deinem Bett geschlafen?"; neckte er sie und
zog sie an sich. Beide mussten lachen.
„Was hältst Du von
Frühstück?"
„Mmm", sie zögerte, „nein,
noch nicht."
„Warum denn?", fragte er verwundert.
„Weil
es draußen noch ekelhaft kalt und hier im Bett wunderbar warm
ist." Rokko lachte. Wo sie Recht hatte, hatte sie Recht.
Also
zog er Lisa noch fester in seine Arme und kuschelte sich mit ihr
unter die Decke.
Er liebte es, ihre warme, weiche Haut auf der
seinen zu spüren – und ihre Argumente, das Frühstück
auf später zu verschieben, waren einfach zu überzeugend.
Als Lisa später am Vormittag wieder erwachte, lag sie
allein im Bett.
Sie rollte sich auf den Rücken und blinzelte
in das Sonnenlicht, das durch das Dachfenster fiel.
„Die große Liebe kommt mit leisen Schritten in Dein Herz. Sie sucht sich still das gemütlichste Zimmer aus, richtet sich häuslich ein und geht nie wieder fort."
Lisa zog sich glückselig die Decke bis zum Kinn hoch. Ihr Körper war ermattet von dem Geschehen der letzten Stunden, aber ihr Herz war so glücklich und leicht wie seit langer Zeit nicht mehr.
Nach einer Weile hörte sie die Wohnungstür auf- und zuklappen, Schritte in Richtung Küche – untermalt von Rokkos einmaligem Singsang. Sie entschloss sich ihm nachzugehen und robbte auf dem Bauch zum Bettrand, um nach den Kleidungsstücken Ausschau zu halten, die sie beide am Vorabend um das Bett und auf der Treppe verteilt hatten. Lisa fand Rokkos weißes Oberhemd und ihren Slip, zog beides an und stand auf. Barfuß schlich sie sich die Treppe hinunter in Richtung Küche. Der Anblick, der sich ihr dort bot, war einzigartig.
Rokko hatte sie noch nicht bemerkt, so konnte
sie dieses Bild in aller Ruhe genießen.
Aus dem Radio
dudelte Shania Twain und Rokko sang verträumt und mit halb
geschlossenen Augen mit.
„Looks like we made it. Look how far we've come my baby. We mighta took the long way. We knew we'd get there someday."
Rokko holte die gefüllte Thermoskanne aus der Kaffeemaschine, nahm sie in den Arm und brachte sie mit tänzelndem Schritt zum Tresen.
„You're still the one I run to, the one I belong to, You're still the one I want for life."
Lisa konnte nicht anders, sie lachte laut
heraus. Rokko tanzend durch den Raum mit der Kaffeekanne im Arm –
das war zuviel für sie.
„Hey, Du Maus! Lachst Du über
mich?", er stellte die Kanne ab.
Auch weil er sich
festhalten musste. Lisas Anblick war atemberaubend. Sie stand am
Treppenabsatz nur mit seinem Hemd bekleidet. Und im zarten Gegenlicht
der großen Fenster im Hintergrund zeichnete sich ihre
wohlgeformte Figur überdeutlich unter dem Stoff ab.
Die
Phantasien, die ihm in diesem Moment durch den Kopf jagten, waren
definitiv nicht jugendfrei.
Rokko atmete tief durch und
konzentrierte seine Gedanken für einen Augenblick intensiv auf
die Vorstellung einer kalten Dusche – das half.
„Ich
lache nicht über Dich, ich lache nur, weil Du gerade mit einer
Kaffeekanne getanzt hast!"
Seine Augen funkelten vergnügt.
„Wenn Dich das zum Lachen bringt, mein Engel", scherzte er,
„melde ich uns sogar zum Tanzkurs an – meine Kaffeekanne und
mich!"
Er nahm Lisa in den Arm, küsse sie zärtlich
und schaute in ihr liebes Gesicht.
„Was möchtest Du
zuerst? Frühstücken oder duschen?"
„Hmm,
frühstücken!"
„Ok, ganz wie Sie wünschen, Frau
Plenske!"
Er führte sie zum Küchentresen und sie
krabbelte auf breite hohe Bank davor.
Mit seitlich angezogenen
Beinen ließ sie ihren Blick über den opulent gedeckten
Tresen gleiten. Rokko fischte noch schnell das letzte Brötchen
aus der Bäckereitüte und stellte den gefüllten Korb
dazu. Dann nahm er Lisa gegenüber Platz.
Verträumt
ruhte Rokkos Blick für einen Moment auf seiner Freundin – sie
sah einfach zum Anbeißen aus!
„Was ist?", sie lachte
vergnügt.
„Oh, ich habe nur gerade mal wieder
festgestellt, wie wunderschön Du bist!"
Lisa legte den
Kopf schief und lächelte ihn an. „Danke!"
„Was
hast Du heute geplant?", fragte sie ihn fröhlich.
„Hmm,
noch nicht´s! Heute Abend sind wir mit Hannah und ihrem Freund
verabredet. Bis dahin..."
„Ach du Schreck!", Lisa sah
ihn groß an.
„Was ist denn?", Rokko musste bei ihrem
erschrockenen Gesichtsausdruck lachen.
„Ich habe doch gar kein
Abendoutfit dabei! Und in dem edlen Laden?"
„Lisa, Lisa! Du
bist eitel geworden!", neckte er sie.
Lisa krabbelte von ihrer
Bank hinunter und kam zu ihm herüber.
„Nein, bin ich gar
nicht!", sie schmiegte sich für einen Moment in seinen Arm.
Rokko lachte: „Also gut! Nachmittagsprogramm: Kleid kaufen!"
Irgendwie schafften sie es, nach Frühstück, Duschen und Anziehen drei Stunden später angekleidet und verhältnismäßig ernsthaft Rokkos Wohnung zu verlassen – der folgende Kleiderkauf brauchte dagegen nur zwei Stunden.
Um fünf Minuten vor
acht betraten Lisa und Rokko das elegante Restaurant des
Atlantic-Kempinski.
„Whow, das ist ja wie in der Ersten Klasse
auf der Titanic!", sprudelte es aus Lisa heraus.
„Hmm, mit
dem Unterschied, dass wir hier nicht Gefahr laufen, abzusaufen!",
Rokko sah seine Freundin verliebt von der Seite an. Sie trug ein
dunkelrotes Seidenkleid und sah einfach zauberhaft aus.
Sie
folgten dem Kellner, der sie an den Tisch führte.
Dort
warteten bereit Hannah und Alessandro auf sie. Herzlich umarmte
Hannah Lisa, während die Männer sich freundschaftlich mit
Handschlag begrüßten. Dann wurden Lisa und Alessandro
einander vorgestellt. Rokko entdeckte an Hannahs Hand einen
blitzenden Diamantring und stellte schmunzelnd in Gedanken die
Überlegung an, was wohl der wirkliche Grund für das
festliche Abendessen war.
Als sie sich gesetzt hatten, servierte
der Kellner Champagner.
„Oh, edles Sprudelwasser! Was wohl der
Anlass dafür ist?", Rokko grinste Hannah betont unschuldig an.
Hannah wurde rot und griff Alessandro Hand. Dieser schmunzelte:
„Tja, Ihr kommt wahrscheinlich sowieso gleich darauf: Hannah und
ich werden heiraten, wir sind seit gestern verlobt!"
„Neiiin!",
Lisa sprang auf und fiel der Freundin jubelnd um den Hals, „Ich
gratuliere Euch! Das ist wundervoll!"
„So, wir haben
vorgelegt! Jetzt seid Ihr dran, Du und Rokko!", Hannah lachte die
Freundin schelmisch an.
„Oh, darüber haben wir noch gar
nicht gesprochen – wieder.", Lisa wurde leicht rot.
„Na, da
würde ich mir keine Gedanken machen! Wie ich Deinen Rokko
kenne,", Hannah sah amüsiert zu den beiden Männern
hinüber, wo Alessandro gerade lächelnd Rokkos Gratulation
entgegennahm, „holt Ihr uns auf der Zielgeraden noch ein!"
Beim
Essen war natürlich die bevorstehende Hochzeit das
Gesprächsthema.
„Wann und wo wollt Ihr heiraten?"
„In
Mailand, im September! Wir werden eine Weile brauchen, um Alessandros
Großfamilie zusammen zu trommeln!"
„Und Dein Kleid?"
Hannah strahlte: „Wird von Jerry Crysler persönlich
entworfen! Hat er mir gestern am Telefon versprochen!"
Der
Abend ging wie im Fluge vorbei. Nach dem Essen wechselten die beiden
Paare in die Bar und ließen sich noch einige Cocktails
schmecken. Spät in der Nacht verabschiedeten sie sich
voneinander.
Am nächsten Vormittag begleiteten Lisa und
Rokko ihre Freunde zum Flughafen. Kurz vor dem Check-in umarmte
Hannah ihre Freundin zum Abschied.
„Ihr werdet doch zur
Hochzeit kommen?"
„Und wenn ich wie Hannibal zu Fuß
über die Alpen muss, wir werden da sein!"
„Vielleicht
haben wir ja auch schon viel früher wieder was zu feiern!"
„Was meinst Du?"
„Hm, mir war gestern Abend so, als
hätten Rokkos Augen beim Thema Hochzeit einen ganz bestimmten
Glanz bekommen...", Hannah zwinkerte Lisa noch einmal
geheimnisvoll zu, dann war sie hinter dem Gate verschwunden.
Zwei Tage darauf saß Lisa nach einem langen Abschied auf dem Bahnsteig im Zug Richtung Hannover. Sie schloss die Augen und schwelgte in Erinnerungen. So viel war in diesen wenigen Tagen geschehen! Alles war jetzt anders und die Welt präsentierte sich in ihren schönsten Farben.
Verträumt öffnete
Lisa ihre Augen und sah auf ihre Hand.
An ihr glänzte wieder
der Ring von Rokkos Großmutter. Gestern Abend hatte Rokko ihn
ihr angesteckt. Erst wollte sie ihn nicht annehmen, weil für
Rokko daran so viele traurige Erinnerungen hingen. Doch Rokko hatte
ihre Hand genommen und ihr gut zugeredet.
„Nein, Lisa, ich
möchte, dass Du ihn trägst. Er ist immer noch das Zeichen
unserer Liebe! Und er wird uns an diese unsere Liebe erinnern, wenn
wir vielleicht mal wieder in stürmisches Fahrwasser geraten."
Und dann hatte er sie gefragt, ob sie vielleicht entgegen ihrer
Verabredung doch dort weitermachen wollen würde, wo sie im
September aufgehört hatten.
Weinend vor Glück war sie
ihm um den Hals gefallen.
