und weiter geht es... vielen Dank auch an meine Beta Mumu
und an eure Kommis! ;-)
„Miss Evans!", brüllte Professor McGonagall. „Könnten Sie etwas mehr in meinem Unterricht aufpassen? 10 Punkte von Gryffindor!"
Lily seufzte und senkte die Augen. Die ganze Klasse musterte die Schulsprecherin mit Neugier und Gereizheit. Seit wann verlor Lily Evans, die Musterschülerin und Stolz des Hauses, Punkte von den Gryffindors? Im Grunde genommen, seit Anfang des Jahres.
Professor McGonagall schaute sie besorgt an, ihre beste Schülerin, die seufzend den Kopf in ihren Armen vergraben hatte.
„Ich... nun gut, machen wir weiter!", fuhr sie fort und tippte mit ihrem Zauberstab an den Tisch. Die Aufmerksamkeit der Klasse wich wieder von dem jungem Mädchen während Professor McGonagall mit ihrem Unterricht über die Risiken und Nebenwirkungen der menschliche Verwandlung fortfuhr.
Zehn Minuten später leutete es, ein Stimmengewirr von Diskussionen über das nächste Quidditch und ein Lärm vom Stühlerücken setzte ein.
„Sehr gut!", rief Professor McGonagall aus und wischte die Krakeleinen von der Tafel. „Ihr macht mir eine Zusammenfassung über Charlotta und David Morphus. Drei Rollen bis Montag. Sie können gehen, Miss Evans, ich würde gerne mit Ihnen sprechen..."
Lily stöhnte und packte ihre Sachen zusammen.
„Willst du, dass ich warte, Lily?", schlug Kate nett vor.
„Nein, nein, keine Sorge! Geh!", antwortete Lily überstürzt ohne den Blick von ihren Sachen zu nehmen.
„Gut, wie du willst. Wir gehen mittag essen Lils, kommst du zu uns, wenn du fertig bist?", sagte sie mit leuchtenden Augen.
„Ok, bis nachher!"
Lily presste die Lippen aufeinander und zwang sich zu einem schmerzhaften Lächeln. Kate schien es nicht zu bemerken und ging zu James, der ein Stück weiter wartete. Lily warf ihnen einen kurzen Blick zu. Sie wechselten ein paar Worte, bevor sie durch die Tür gingen. Lily seufzte. Sie hatte schon richtig gehört, wir gehen..., James und Kate. Sie hätte das vermuten können, sie war bescheuert gewesen. Seit September waren sie die ganze Zeit zusammen... Nicht das sie das ärgerte! Nein, nie! Aber...
„Miss Evans?", die Stimme ihrer Lehrerin brachte sie in die Realität zurück.
„Ja Professor?", fragte Lily und bemerkte, dass außer ihnen jetzt niemand mehr im Raum war.
„Ich mache mir Sorgen um Sie, und Ihre anderen Lehrer auch."
Lily runzelte die Augenbrauen.
„Worauf wollen Sie hinaus, Professor?"
„Ich weiß, naja, zumindenst, ich denke, dass ich weiß, warum Sie in diesem Zustand sind."
Die gerunzelten Augenbrauen von Lily erhoben sich noch mehr.
„Na gut", begann die Lehrerin, „ich weiß, dass Sie ein paar Probleme, sagen wir ... persönliche Probleme haben." Lily zog eine Augenbraue nun ganz hoch. „Miss Evans, ich habe reden hören, dass Mr. Potter und..."
Lily brach in beinahe hysterisches Lachen aus.
„Sie sind auf dem falschen Weg, Professor, es ist nicht das!", unterbrach Lily ihre Lehrerin kalt.
„Na gut, dann muss es eine andere Erklärung geben..." setzte Professor McGonagall diesmal trockener fort.
„Natürlich überlasse ich Ihnen die Bemühung diese zu suchen, Professor.", antwortete Lily ruhig. Professor McGonagall zuckte mit ihren Schultern.
„Sie können gehen."
„Danke", erwiderte Lily und schwang sich ihre Tasche über die Schulter.
„Ach, noch was, Miss Evans."
„Ja Professor?"
„Wenn Sie irgendwann einmal Lust haben mit mir zu sprechen, habe ich natürlich Zeit."
„Außer dem Regen und dem gutem Wetter habe wir nichts an uns zu sagen.", erwiderte Lily kalt und verließ das Zimmer.
Draußen lies sich Lily an der Tür runter sinken und gab einen tiefen Seufzer von sich. Warum dachte Professor McGonagall sowas? Schließlich war sie es, die James Potter die ganzen Jahre hindurch abgewiesen hatte. Das war ja nicht um dann zu flennen, wenn er mit Kate zusammen war! Kate... Lily konnte immernoch nicht die Entscheidung ihrer Freundin akkzeptieren. Sie hatte ihr immer alles gesagt, alles! Und ihre Stille schien ihr schön und eine gute Entscheidung. Die größte Entscheidung, sogar. Noch einmal seufzte Lily. Langsam strich sie sich durch die Haare und schloss die Augen.
„Alles ok, Lily?"
Lily sprang auf und riß die Augen auf. Vor ihr, mit besorgtem Gesicht, stand Sirius Black.
„Sirius?"
„Er selbst anwesend", lachte der Braunhaarige. „Also, war MacGo zu hart mit dir?"
Lily grinste und machte eine abwerfige Bewegung mit der Hand.
„Du kennst sie. Sie mischt sich immer in das ein, was sie nichts angeht!"
„Oh, aber ja! Ich erinnere mich ans erste Jahr, sie wollte, dass ich meine ganze Kindheit erzähle, nur weil ich eine euh K... . Sie ist wirklich schrecklich!"
Lily schenkte ihm ein offenes Lächeln. Seit Schulanfang waren sie sich beachtlich näher gekommen, sie verbrachten beinahe alle Abende plaudernd vor dem Kamin. Und Lily liebte diese Momente. Sie erlaubten es ihr, für kurze Augenblicke die spöttischen Blicke der anderen, die Gerüchte, dass sie krankhaft eifersüchtig auf Kate und Potter sei, zu vergessen. Lily mochte Sirius sehr gern. Sirius war Sirius, ganz einfach. Sie mochte seine Unterhaltungen, seine Schlichtheit und seine Echtheit.
„Bist du sicher, dass alles ok ist?"
Lily kam in die Realität zurück und nocheinmal beugte sich Sirius über sie, die Augenbrauen zusammengezogen, sodass sich eine Linie über die Stirn zog. Lily beobachtete ihn mit leichter Besorgnis und strich ihm liebevoll über die Falte.
„Mir geht es sehr gut", murmelte sie und lächelte ihn an.
Sirius erstarrte und fixierte Lily mit einem seltsamen Ausdruck, seine Augen waren trüb und seine Lippen leicht offen.
„Gehen wir essen?", fragte Lily nach einem kurzen Moment.
Sirius schien aus einer Blase zu kommen. „Ja", sammelte er sich und stand auf. „Ja, natürlich."
Lily nahm seine Hand und dirigierte ihn sanft Richtung Halle. Sirius lies sich leiten, er schien irgendwie abwesend zu sein. Lily sagte was, doch er hörte sie nicht. Er begnügte sich, sie selig anzuschauen, das Licht, das durch die Fenster fiel, durchleuchtete ihre Haare und spiegelte tausende vergoldete Strähnen. Sirius kratze sich im Nacken.
„Sirius, alles ok?"
Lily hatte sich vor ihn gestellt und schaute ihn mir einer großen Denkfalte auf der Stirn an, die Sirius sanft mit seinem Daumen glatt strich. Lily erstarrte, ihr Mund öffnete sich leicht und ihr Blick wurde unscharf.
„Gehen wir?", rief Sirius aus und nahm ihre Hand, diesmal war er es, der sie zur Halle zog, und Lily schwebte abwesend hinter ihm.
oOo
„Lily..."
„Mmmmh?"
Lily, zurück in der Realität, schaute Sirius an.
„Ich glaube nicht, dass es eine gute Idee ist in der Großen Halle zu essen..."
„Ah ja... warum?"
Sirius lächelte amüsiert und ehrlich.
„Schau..."
Er nahm ihr Kinn in ihre Hand und drehte ihren Kopf Richtung Gryffindortisch. Gleichdarauf verzog Lily das Gesicht. Kate und James kitzelten sich liebevoll, aber das schlimmste war – denn es gab tatsächlich schlimmeres – Remus Lupin, der eifersüchtig einen Platz neben sich freihielt. Einen Platz für sie...
Seit Schulanfang hatte Lupin gütigerweise entschieden, dass Lily seine Freundin werden sollte, ob sie es wollte der nicht.
„Sirius", nahm Lily mit einem zuckersüßen Lächeln zum Marauder auf, „wie wäre es, woanders zu essen?"
Sirius lachte laut und zerzauste die Locken von Lily.
„Mit Vergnügen, Miss Evans, nach Ihnen..."
Lily lies sich das nicht zweimal sagen und einige Sekunden später saßen sie auch schon in der Hogwartsküche.
„Miam, ich habe noch nie so gut gegessen!", sagte Lily und biss herzhaft in eine Crêpe, die Sirius ihr gegeben hatte.
„Das sind bretonische Crêpes! Das haben die Kleinen unter meiner Anleitung wirklich klasse gemacht! ", antwortete Sirius und zwinkerte den Hauselfen zu.
Lily stimmte ihm zu, indem sie sich von den dampfenden Crêpes nachnahm. Sirius erstaunte sie immer wieder von neuem., nie würde sie den Ausdruck der Elfen vergessen, als sie in die Küche gekommen waren und Sirius sich an den Herd gestellt hatte, nie!
„Also, Miss Evans, wie finden Sie meine Spezialität?"
„Ich liebe ihre Spezialität, Mr. Black...", antwortete Lily mit einem Augenzwinkern.
Sirius schaute sie mit einem rührendem Blick an. Und zum ersten Mal fiel ihr auf, dass sie richtig hübsch war, wie sie da saß, gegenüber von ihm, ihre roten Haare fielen ihr lieblich über ihre Schultern, ihr Gesicht strahlte, während sie munter ihre Crêpe kaute. Ihr Lächeln schien das ganze Zimmer zu erhellen, Lily strich sich eine Strähne hinter ihr Ohr, schluckte ihren Mund frei und schien etwas zu sagen...
Sirius hörte sie nicht, es sah sie nur glücklich reden, ihre Hände schwenkend, ihre großen, grünen und leuchtenden Augen bewegten sein Herz. Lily lachte und Sirius lachte auch. Er hatte zwar nicht verstanden, was sie gesagt hatte, aber es schien was witziges gewesen zu sein. Aber er lachte, weil Lily lachte und weil das Leben so schön war...
leider gibt es jetzt 2 Wochen Sendepause, da ich weg bin,
schreibt doch bitte trotzdem ein Review, ja? THX ;-)
