Marlia: Danke schön!
Samara: Danke! Das Realistische ist das Schwere an FFs, schön, wen ich das hingekeirgt habe. Dann lies mal schön weiter ;)
Kapitel 5
Zu Zaubertränke erschien Eleanor nicht.
Aber auch Natalie hatte keinen Grund mehr, zu lachen. Sie saß mit Dennis, Jack und Jessica an einem Tisch und versuchte, den Brauanweisungen zu folgen, die Slughorn an die Tafel geschrieben hatte.
Natalie schwitzte. Sie war in Zaubertränke nie besonders gut gewesen. Snape hatte ihr zwei Jahre lang eine Heidenangst eingejagt und zu Slughorns Favoriten hatte sie ebenfalls nicht gehört.
Das „Gebraute Unglück", der heutige Trank, war verzwickt. Natalie konnte sich einfach nicht merken, wie viele Umrührungen sie in welche Richtung ausführen sollte. Es interessierte sie nicht, wie man Ahornwurzeln rieb und sie konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, wie man beim Anblick von Einhornschweifhaaren in Begeisterungsrufe ausbrechen konnte.
Dennis dagegen liebte Zaubertränke. Zum Slug Club gehörte er zwar nicht, war aber wegen seiner Sorgfalt und seinen zufriedenstellenden Ergebnisse ein bevorzugter Schüler von Slughorn. Doch heute stocherte er wütend in seinem Baumharzsud herum, das dem mittlerweile köchelnden Trank zugefügt werden sollte, und murmelte vor sich hin.
„Entschuldigen? Mich bei Eleanor entschuldigen? Ich habe doch gar nichts getan. Was habe ich auf einmal schuld? Ich kann nichts dafür, wenn sie sich das Gesicht vollmalt und dann bescheuert aussieht. Ihre Schuld. Ich habe doch gar nichts getan..."
„Dennis, halt die Klappe", fauchte Jessica auf einmal.
Dennis sah überrascht auf. Jessica wurde selten laut.
„Ich will mich konzentrieren, Himmel! Und warum, bei Merlin, ist mein Trank noch grün?" jammerte sie und atmete erleichtert auf, als die Flüssigkeit in einen sanften Braunton überging.
Natalie starrte ihre eigene blutrote Kreation verzweifelt an. Als sie versuchte, den Anweisungen weiterhin zu folgen und dreimal im Uhrzeigersinn umzurühren, schaffte sie nicht einmal eine Runde. Der Trank war zu einer widerlichen, klebrigen Brühe geworden.
„Ich gebe auf", seufzte sie.
Jack warf ihr einen mitleidigen Blick zu. Sein Trank sah zwar genauso aus, wie er es sollte, roch aber deutlich nach verfaulten Eiern.
Slughorn, der sich gerade am anderen Tisch aufhielt, schnüffelte und eilte zu Jack.
„Junge, Sloper, was soll das denn sein? Riecht ja scheußlich. Fügen Sie geraspelte Eisgräser hinzu, ja, genau." Der Geruch verflog langsam. „Schon besser."
Lughorn richtete sich zu seiner nicht sehr beeindruckenden Höhe auf.
„Die Zeit ist um!" polterte er. „Lassen Sie Ihren Trank weiter köcheln. Ich gehe herum und schaue mir Ihr Ergebnis an."
Natalie schüttelte mutlos den Kopf.
Am anderen Tisch schüttelte Slughorn den Kopf über Emmas steinharten Kesselinhalt, nickte Baddock aber zustimmend zu. „Aus Ihnen wird noch etwas."
Dann kam er zu Natalies Tisch. Jacks Trank passierte er wortlos, ein Zeichen, dass die Arbeit in Ordnung war. Zu Jessicas Trank schwieg er ebenfalls, um bei Dennis lautstark zu loben.
„Gute Arbeit, Creevey. Ja, ich kannte ihren Großvater, ein anständiger Kerl, aber eine Niete, wenn es um Zaubertränke geht. Aber, was hatte er erreicht? Wie war das, Orden des Merlin zweiter Klasse für seine beeindruckenden Verwandlungskünste? Ich war ganz in der Nähe, als er das kleine Mädchen rettete, die Riesenspinne einfach in ein Gänseblümchen verwandelte, großartig! Nun, auch von Ihnen erwarte ich Großes."
„Danke, Sir", grinste Dennis.
Slughorn besah sich Natalies Werk. Entsetzt betrachtete er das zähe Gummi.
„Kläglich, McDonald. Schade um die Zutaten."
Natalie zog den Kopf ein.
Sie war sehr erleichtert, als sie endlich die Kerker verlassen durfte. Hungrig ließ Natalie sich auf die Bank in der Großen Halle fallen, als es Mittagessen gab.
Neben ihr saß Ginny.
„Ich sag dir, Astronomie ist die Hölle. Zabini hat es auf mich abgesehen, ich weiß es genau! Er will sich rächen, für gestern Abend. Pah!" schäumte Ginny vor Wut. „Wir machen hier nur Theorie, Wiesel. Sterngucken kannst du ein anderes Mal. Flirte wann anders mit Corner. Ersatz für Potter oder was? Keine Gewalt gegen Lehrer, Wiesel, außer, du willst unbedingt fliegen. Ich hasse ihn!"
Natalie schob sich Bratkartoffeln in den Mund und hörte sich Ginnys Beschwerden kommentarlos an.
„McDougal himmelt den Idioten die ganzen beiden Stunden lang an. Ich könnte ausrasten! Ein Glück, dass wir die ersten beiden Stunden frei hatten. Bin ich froh, dass Sally-Anne euch unterrichten musste. Da können wir anderen ja keinen Unterricht ohne sie haben."
Ginny starrte finster hinüber zu Zabini, der mit Emma und Morag am anderen Ende des Tisches saß.
„Eleanor mal wieder aufgetaucht?" erkundigte sich Colin und setzte sich zu den beiden Mädchen.
Natalie schüttelte den Kopf. „Ich glaube, Dennis hat sie wirklich verletzt. Das war echt nicht fair", gestand sie.
„Er ist ein Blödmann. So geht man nicht mit Mädchen um. Tz. Er ist wohl noch zu jung, um das zu verstehen. Soweit ich weiß, stand er früher mal auf dich, Natalie. War aber eher Kindergartenliebe. Witzig, was?"
Natalie grinste. „Jetzt nicht mehr? Ist aber besser so. Stand auf mich... wie süß."
Ginny stocherte in ihrem Essen herum. „Süß. Ich kann nichts süß finden, solange er mich nervt", wies sie auf Zabini.
Colin lachte. „Weil du am Ende in ihn verliebt bist? Oh, Ginny."
Sie starrte ihn mit offenem Mund an, dann lachte sie aus vollem Herzen. „Bitte? Nein, wirklich nicht! Verliebt in Zabini... Schreckliche Vorstellung. Ich bin doch nicht Eleanor."
Colin zuckte verstimmt die Schultern.
Ein leises Klingen war zu hören und die drei sahen auf.
Imaginon Lovegood war aufgestanden und schlug mit seinem Löffel an das Glas. Dann ergriff er das leere Glas und stülpte es mit einer blitzschnellen Bewegung um.
„Ohrenschuster gefangen", erklärte er auf die verwirrten Blicke der Schüler. Am anderen Ende des Tisches ertönte ein Klirren. Luna hatte es ihrem Vater nachgetan.
„Merlin", murmelte Ginny.
„Also, eine Ansage: betrifft Quidditch", fing Lovegood an.
Damit war ihm die Aufmerksamkeit sämtlicher Schüler sicher.
„Es wird in mehreren Mannschaften gespielt, das wechselt. Immer zwei Häuser zusammen gegen die anderen beiden. Und die Umhangfarbe wechselt auch, wird immer in einem Gegensatz zu der gegnerischen Mannschaft stehen, die Richard Greentoe in seinem Buch Widernatürliche Gegensätze beschrieben hat. Die Mannschaften spielen gegeneinander und die Punktzahl wird aufgeteilt. Erschien übrigens mal ein Artikel im Klitterer drüber. Über Greentoe, natürlich. Nun, jede Mannschaft – also jede Mannschaftsgruppe – spielt gegen jede andere. So, dass jedes Haus mit jedem zusammen gegen jedes gespielt hat. Die Farben ändern sich dabei genau nach Greentoes Vorgaben."
Die Schüler starrten ihn verdutzt an. Es war klar zu sehen, dass niemand von ihnen den Plan verstanden hatte.
Professor McGonnagal schritt ein. „Hören Sie zu: Die Häuser wären alleine zu wenig, so dass sie keine eigenständige Mannschaft aufstellen können. Deshalb werden sich immer zwei Häuser zusammentun. Bald wird so jedes Haus einmal mit dem anderen gemeinsam gespielt haben. Die Kapitänswahl und die Aufstellung übernimmt die Mannschaft selbst. Die Farbe- " Professor McGonnagal warf Lovegood einen strengen Blick zu „- ist hierbei völlig nebensächlich."
Lovegood runzelte die Stirn, dann nickte er. „So kann man es natürlich auch sagen. Vielen Dank!" Er setzte sich.
„Genial!" hörte Natalie Jacks freudig überraschte Stimme. „Also doch Quidditch!"
Ginny schloss entnervt die Augen.
„Was ist denn jetzt schon wieder, Ginny?" fragte Colin erstaunt. „Na komm schon, du wirst Sucherin!"
Ginny schüttelte den Kopf. „Wir werden mit jedem Haus spielen müssen. Auch mit Slytherin. Zabini wird mich herumkommandieren. Der wird doch bestimmt Kapitän!"
Natalie tätschelte ihr den Arm. „Wer sagt, dass Zabini Kapitän wird? Kannst du doch ebenso gut. Und überhaupt: Wann hat der jemals Quidditch gespielt?"
Ginny zuckte die Schultern. „Was weiß ich. Ist wahrscheinlich auch völlig egal, ob er spielen kann oder nicht."
Natalie gab es auf. Wenn Ginny schlechte Laune hatte, brachten selbst vernünftige Argumente nichts.
Colin ließ seinen verdutzten Blick auf Lovegood ruhen. „Wer zur Hölle hat ihn zum Schulleiter gemacht?"
„Das wüsste ich auch gerne", murmelte Natalie.
A/N: Review? Danke schön :D
