Honeymoon: Hallo, vielen Dank für dein Review! Tja, wie lange die FF noch wird, das ist die Frage... Anfangs habe ich nicht viel geplant, aber im Moment befinde ich mich in einem Schreibrausch. Entweder ich dehne das Ganze so aus, dass Harry, Voldi und die Horkruxe einbezogen werden oder ich lasse die FF schön in Hogwarts. Aber im Moment tendiere ich eher zum Ersten. Du kannst dich also auf eine verdammt lange FF gefasst machen ;)

MalfoysBabyz: Danke Schön :D Aaah, sicher, die beiden sind doch füreinander geschaffen ;) Allerdings wird Natalie wohl nie anwesend sein, wenn die beiden mal alleine sind. Logischerweise. Also werden wir Gin und Blaise niemals zusammen in Action erleben können. Aber Ginny wird Natalie sicher irgendwas erzählen ;)

Miriam: Danke! Du hast mit den Creeveys vollkommen Recht, die beiden sind muggelstämmig. Das habe ich bloß vollkommen vergessen. Du hast jetzt die Wahl, ob du den Fehler ignorieren willst, ob ich das korrigieren soll (womit aber ein Teil von Slughorns Persönlichkeit auch auf einmal verschwinden würde) oder ob ich ein hübsches Märchen erzähle, in dem die Mutter von den Creeveys einfach plötzlich eine Hexe ist und niemand es je erfahren hat, bevor Colin seinen Hogwartsbrief bekommen hat. Das ist wohl noch die beste Möglichkeit, schließlich hatte die Mutter auch erzählt, die wäre mit Nevilles Omi bekannt. Also... war mein Fehler, ich habe einfach nicht mehr daran gedacht ;) Danke, dass du mich darauf hingewiesen hast, genau wie

Marlia: Dein Hinweis die Creeveys betreffend war ja noch deutlicher, habe die Stelle auch gleich nachgelesen. Danke, dass du das gemerkt hast ;) Genaueres steht bei Miriam! Danke für deinen Review.


Kapitel 6

„Verflucht!" schrie Natalie entnervt.

Die Gans, die sie unter Professor McGonnagals wachsamen Augen in ein Kopfkissen verwandeln sollten, schnatterte und ließ ein paar Federn.

Es wollte Natalie einfach nicht gelingen, das dumme Vieh zu verändern.

Jack, der neben ihr saß, hatte es unter Mühen geschafft, die Gans in ein Kissen zu verwandeln. Allerdings hatte es immer noch die Form eines Federviehs.

Natalie hob ihren Zauberstab und richtete ihn unter gemurmelten Worten auf die panische Gans. Sekundenbruchteile später lag ein perfekt quadratisches, schneeweißes Kissen vor ihr.

„Puh", meinte Natalie erleichtert und wischte sich mit dem Ärmel ihrs Umhanges über die Stirn.

Dennis war schon lange fertig. Jessicas Kissen wies zwar eine deutliche Federzeichnung auf, schien aber ansonsten gut gelungen.

Natalie hatte Glück, sie war gerade fertig geworden. Professor McGonnagal lobte gerade Dennis´ Kissen, wies Jessica auf die Federzeichnung hin und schüttelte den Kopf über Jacks gänseförmiges Kissen.

Danach betrachtete sie prüfend Natalies Werk. Zuerst schien sie zufrieden, dann aber legte sie eine Hand auf das Kissen. Es quietsche schrill.

McGonnagal hob die Augenbrauen. „Beim nächsten Mal werden Sie es sicher hinbekommen. Was ich auch für Sie hoffe, Sloper!"

Sie ging weiter zu Emma und Baddock.


Den ganzen Weg über zu Wahrsagen im Erdgeschoss meckerte Dennis über das nebulöse Fach.

„Was soll der Schrott denn? Ich meine, Trelawny war schon grausam genug, aber bei der ollen Fledermaus konnte man sich was zusammen fantasieren und sie war glücklich. Hast du jemals irgendetwas in diesen Rauchschwaden gesehen, oder am Himmel, Natalie?"

Natalie sah stur geradeaus. „Nein, natürlich nicht. Aber es ist interessanter als Zaubertränke. Viel interessanter. Und sei es nur, weil wir auf einer Waldwiese rumsitzen."

Dennis knurrte nur.

Jack stieß ihn in die Seite. „Natalie hat Recht."

Zusammen mit Jessica, Emma und Baddock kamen sie im Klassenzimmer elf an. Sie traten ein. Firenze stand mitten auf der Lichtung, sah in den dunklen, sternenübersäten Himmel und schlug seinen Schweif hin und her.

Als er die Schüler hörte, zuckten seine Ohren und er drehte sich um.

„Guten Tag", sagte er ruhig.

„Guten Tag, Sir", murmelten die Schüler.

„Setzen Sie sich", sagte der Zentaur und sein mächtiger Arm beschrieb einen Halbkreis.

„Ein Krieg steht bevor", begann Firenze unumwunden. „Schon vor langer Zeit stand dies in dem Sternen. Und nun zeigt es sich, dass diese Interpretation zutreffend war. Wir Zentauren versuchen seit langem, das Ende des Krieges vorauszusagen, doch unser Auge ist getrübt und die Sterne sind undeutlich. Der Rauch gibt uns keine Antwort."

Die Schüler hörten begierig zu.

„Verbrennen Sie Pfefferminze und Misteln, suchen Sie nach Zeichen im Rauch."

Eifrig entzündeten die Schüler ihre Blätterhaufen und guckten sich die Augen aus, doch niemand sah irgendein Zeichen.

Firenze störte das wie immer nicht im Geringsten.

Natalie arbeitete mit Dennis zusammen, der gelangweilt in den Qualm starrte und schwieg.

Auch Natalie suchte die Rauchschwaden ab, im Wahrsagen war sie immer interessiert – obwohl sie tatsächlich noch nie irgendetwas gesehen hatte.

„Hey!" rief sie auf einmal. „Da! Da war doch was!"

Plötzlich war Dennis hellwach. „Echt? Was denn?"

„Jetzt ist es weg. Eben war da echt was! Eine Art Zickzacklinie oder so. Ja, so was wie ein Blitz!"

„Wow."

Natalie hörte Firenzes Hufen und sah auf.

„Ich nehme an, Sie denken an Harry Potters Narbe?" fragte der Zentaur mit seiner volltönenden Stimme.

Daran hatte Natalie in Wahrheit gar nicht gedacht. „Meinen Sie, das hat etwas mit dem Ausgang des Krieges zu tun, Sir?" fragte sie aufgeregt.

Firenzes Miene blieb unergründlich. „Das kann man nicht sagen. Die Interpretationen der Menschen sind selten zutreffend."

Natalie runzelte die Stirn.

Den Rest der Doppelstunde lang starrte sie in die Rauchschwaden, suchte angestrengt nach weiteren Zeichen. Doch weder sie noch jemand anderes konnte irgendetwas erkennen.


Natalie saß verzweifelt an ihren Hausaufgaben. Zwei Rollen Pergament über die Wirkungen des Gebrauten Unglücks hatte Slughorn ihr aufgegeben. Die anderen, deren Tränke annehmbar gewesen waren, hatten weit weniger aufbekommen und waren längst fertig mit den Hausaufgaben. Nur Emma saß ganz in der Nähe und brütete über einem dicken Zaubertränkebuch.

Den Kopf in die Hände gestützt las Natalie ihren bisherigen Aufsatz durch. Er war erst wenige Zeilen lang und voller durchgestrichener Wörter.

Als sie Schritte hörte, die sich ihr näherten, sah sie auf.

„Hast du was dagegen, wenn wir zusammen arbeiten? Ich krieg das einfach nicht hin", bekannte Emma.

Natalie war überrascht, nickte aber. „Klar, wenn du willst. Was hast du denn bis jetzt geschrieben? Bei mir sieht´s nämlich noch ziemlich leer aus."

Mit Hilfe von Emma und ihrem informativen Buch schaffte Natalie es, die zwei Rollen Pergament innerhalb einer Stunde zu bekritzeln. Emma war schon früher fertig geworden, wartete aber auf Natalie.

Kaum hatte sie den letzten Punkt gesetzt, fing Emma zu reden an. „Weißt du vielleicht, wo Eleanor ist?"

Natalie schüttelte den Kopf. „Keine Ahnung, tut mir Leid. Ist sie denn gar nicht mehr aufgetaucht?"

„Nein, sie war den ganzen Tag lang weg. Das muss sie aber doch nicht alles so tragisch nehmen", seufzte Emma genervt.

„Entweder das oder sie sollte das lächerliche Schminken ganz lassen."

Emma hob die Augenbrauen. „Unsinn! Sie muss es nur richtig lernen. Mich lässt sie ja nicht ran. Behauptet, sie könne das gut genug. Na ja, das Ergebnis kennst du ja."

„Ja... Hm. Sag mal, stimmt das, dass Eleanor auf Zabini steht?" entschied Natalie sich, den Vorstoß zu wagen.

„Ist nicht zu übersehen, oder? Aber, ich glaub echt nicht, dass Blaise sie irgendwie mag. Klar, ist schon schmeichelhaft, wenn ein Mädchen sich so dermaßen auffällig für ihn interessiert..." Emma rollte ihre hellgrauen Augen. „Ach, Eleanor ist ja ganz hübsch. Und nett auch. Aber sie benimmt sich, seit sie in Blaise verschossen ist, einfach strohdoof."

„Sag ihr das, und gib ihr nicht mehr deine Schminke!" schlug Natalie gelassen vor.

„Sie hat eigene. Hat sie sich sofort schicken lassen, heute Morgen angekommen! Ihre Eltern sind stinkreich. Und wie soll ich ihr das sagen? Das einzige Ziel des Mädchens ist es, mit Blaise zusammen zu kommen. Dazu braucht sie mich."

„Du musst ihr einfach sagen, dass du ihr Verhalten lächerlich findest! Kann doch nicht so schwer für dich sein!" beharrte Natalie.

„Danke, Miss Psychologin!" zischte Emma wütend. „Ich habe ja ganz vergessen, dass ich eine rücksichtslose Slytherin bin, der es nichts ausmacht, Leute zu verletzen!"

Beleidigt nahm Emma ihr Buch auf und rauschte davon, die Treppe zum Schlafsaal von Morag McDougal hoch.

Verwirrt sah Natalie ihr nach, dann zuckte sie die Schultern. Entschlossen, nicht über Emma nachzudenken, steckte sie ihren fertigen Aufsatz in die Tasche und ging zu ihren Freunden, die zusammen an einem Tisch saßen, ganz in der Nähe von Zabini und Baddock.

„Natalie! Bist du endlich fertig!" lächelte Jessica.

„Yep", antwortete Natalie. „Rückst du mal, Jessica?"

Die Hufflepuff machte ihr Platz, so dass Natalie sich zwischen sie und die Lehne des Sofas zwängen konnte.

„Okay, sagte Colin unternehmungslustig. „Quidditch."

Neville, der an einem Tisch in der Nähe saß, sah auf. „Ihr wollt planen?" fragte er. „Soweit ich weiß, spielen im ersten Spiel Slytherin und Hufflepuff gegen Gryffindor und Ravenclaw."

Er wandte sich wieder seiner Arbeit zu.

„Wir mit den Hufflepuffs?" war Zabinis Stimme zu hören. „Na, wunderbar. Emma, Morag!" schrie er.

Tatsächlich erschien Emma auf der ersten Treppenstufe zum Schlafsaal. „Was ist los, Blaise?"

„Quidditch. Komm mal her, und bring Morag mit. Wer ist noch aus Hufflepuff? Zeller, Dinns? Okay, hierher."

Rose Zeller stand von ihrem Platz bei Nadine auf, warf Baddock einen gierigen Blick zu und setzte sich zu ihm.

„Ich hör dich hier ganz gut, Zabini", meinte dagegen Jessica kühl.

„Mir egal", antwortete Blaise kurz. „Hey, Nadine, du auch! Oder willst du nicht spielen?"

Das jüngste Mädchen von Hogwarts wurde rot. „Doch, gerne", murmelte sie verlegen und setzte sich neben ihre Freundin Rose. Die hatte allerdings keine Augen für sie, sondern suchte offensichtlich nach Worten, um Baddock anzusprechen.

„Gut, Quidditch ist sehr wichtig -", begann Blaise, doch er wurde unterbrochen.

„Ich mag Quidditch auch!" schrie Eleanor, die gerade zum Portraitloch hereinkam.

„Branstone, dich hab ich ja ganz vergessen. Na, dann komm schon."

Strahlend tänzelte Eleanor auf die Gruppe zu. Sie hatte ihr dickes Make-up abgewaschen, und die Haut darunter war nicht mehr ganz so rot. „Ich bin wirklich gut in Quidditch!" sagte sie eifrig.

Die Gryffindors und Ravenclaws, die im Raum waren, wandten sich den anderen amüsiert zu.

„Wie auch immer", meinte Zabini irritiert. „Fangen wir an: Jemand, der Sucher sein könnte?"

„Wundert mich, dass er es nicht selbst sein will", murmelte Ginny.

Da niemand sich gemeldet hatte, war Ginnys Kommentar ziemlich laut gewesen.

„Nein, Wiesel, ich bin Hüter", verkündete Zabini genüsslich. „Kein Sucher? Okay... Jemand am Jägerjob interessiert?"

„Ich!" meldete Eleanor sich. „Ich bin wirklich, wirklich gut!"

Zabini hob die Augenbrauen und Natalie sah, wie Emma resigniert den Kopf schüttelte.

„Na, schön." Zabini zückte eine Adlerfeder und ein Pergament. Während er die Positionen und Namen aufschrieb, fragte er: „Sonst noch jemand?"

Emma hob lahm die Hand. „Schreib mich auf, Blaise."

„Mich auch", bat Rose Zeller, wurde knallrot und kicherte.

„Gut, das wären drei Jäger. Treiber? Da sollte man schon etwas kräftiger sein. Morag?"

„Oh, danke, Blaise", meinte das stark gebaute Mädchen sarkastisch. „Nein, Quidditch zuzugucken ist okay, aber spielen... Wirklich nicht."

„Ich", sagte Baddock unvermittelt.

Zabini nickte.

„Du bist bestimmt wahnsinnig gut", hauchte Rose.

„Wir brauchen noch einen Sucher und einen Treiber. Wer ist noch da? Nadine, Dinns. Also?"

„Treiber", bat Nadine leise.

„Du?" Zabini lachte. „Tut mir Leid, aber du bist ziemlich klein. Ich glaube, Sucher wäre eher etwas für dich."

„Ich will aber Treiberin sein!" fauchte Nadine erbost. „Warte das doch erst mal ab, bevor du große Töne spuckst!"

Zabini grinste zwar verhalten, schrieb Nadines Namen aber trotzdem auf.

„Tja, Dinns, das macht dann die Sucherin aus dir."

Jessica nickte würdevoll. „Damit kann ich leben."

Zabini schien ihr nicht zu glauben. „Werden wir sehen. Morgen, sieben Uhr, Training. Abends."

Jessica antwortete nicht.

Die Gruppe um Blaise zerstreute sich wieder.

Emma und Morag gingen zurück in den Schlafsaal der älteren Mädchen. Bevor sie ankamen, blieb Emma stehen. „Du kannst mitkommen, Eleanor", bot sich halbherzig an.

Eleanor schüttelte den Kopf. „Ich bleib noch ein bisschen hier."

Emma sagte nichts darauf und verschwand.

Nadine sah ihre Freundin Rose bittend an, aber die achtete gar nicht auf sie.

Die Slytherin zuckte die Schultern und ging in ihren Schlafsaal.

Baddock wandte sich einem Buch zu und Zabini kümmerte sich gar nicht um die Mädchen.

Gezwungen fing Eleanor an, mit Rose zu reden.


„Und wie machen wir das?" fragte Ginny. „Einfach mal gucken, wer spielen will, oder Auswahltraining?"

„Ich würde sagen, erst mal gucken", schlug Colin vor.

„Okay. Wen haben wir denn alles", überlegte Ginny. „Neville, kommst du rüber? Colin, renn du mal eben zu eurem Schlafsaal. Jack müsste da sein, mit Michael, Padma und Sally-Anne. Dann könnte er auch gleich seinen Bruder holen. Und wo ist Luna?"

„Ich bin hier. Schon den ganzen Abend lang", erklang Lunas Stimme aus einer Ecke.

Verwundert wandte Ginny sich um und erkannte tatsächlich Luna, die den Klitterer las. Sie stand auf und kam zu Ginny herüber.

Als Luna näher kam, sah Natalie, dass die Ausgabe der Zeitschrift bereits einige Jahre alt sein musste. Mai 1894 stand auf dem Deckblatt.

Das hatte anscheinend auch Ginny bemerkt, denn sie sah verdutzt auf die Zeitschrift.

Luna folgte ihrem Blick und lächelte schief. „Damals war mein Großvater Herausgeber. Dad meint, es könnte ein wichtiges Detail über Hornläufer schon damals bekannt gewesen sein. Er ist sich nur noch nicht sicher."

„Ah... Ach so", meinte Ginny nur. Sie war anscheinend an Lunas verrückte Ideen gewöhnt.

Colin kam von der Treppe des einen Jungschlafsaal wieder, hinter ihm gingen Jack und seine Ravenclaw-Freunde.

Die gingen mit Colin zu Ginny, während Jack schnell in den anderen Jungschlafsaal lief, wo David war.

Sally-Anne, Padma, Michael und Colin setzten sich zu den anderen aus ihrer zukünftigen Mannschaft und warteten, bis die Gebrüder Sloper ebenfalls kamen und es sich bequem machten.

„Okay", begann Ginny etwas nervös. „Wir sind... elf Leute, das bedeutet, vier können nicht mitspielen. Entweder, es steigen sowieso vier Leute aus oder wir klären das morgen bei den Auswahlspielen. Also, gibt es irgend jemanden, der nicht mitspielen will?"

Sie blickte fragend in die Runde.

Neville grinste ein wenig verlegen. „Na ja, ich trete freiwillig zurück. Dafür sage ich euch, wann das erste Spiel überhaupt stattfindet. Jedenfalls so ungefähr, in drei Wochen."

Ginny klopfte ihm auf den Rücken. „Okay, damit bist du erlöst", sagte sie fröhlich. „Und, noch weitere Kandidaten?"

„Ich schließe mich Neville da mal an. Ich hab ziemlich viel zu tun, von wegen Unterricht vorbereiten und so. Ist doch okay, oder?" meldete Sally-Anne sich.

„Ich spiele auch nicht", verkündete Luna. „Ich glaube, ich möchte wieder Stadionsprecherin sein. Dein Bruder Ronald hat gesagt, ich wäre ziemlich gut. Und mich haben viele Leute angesprochen und das Gleiche gesagt. Das hat mich gewundert. Sonst sehen mich die meisten gar nicht. Sie haben mich nicht einmal Loony genannt", bekannte sie, unangenehm ehrlich wie immer.

Ginny lächelte peinlich berührt. „Hm... ja, in Ordnung. Sally-Anne, Luna und Neville. Noch jemand?" Sie sah hoffnungsvoll in die Runde. „Niemand?"

Doch keiner meldete sich.

„Na schön. Das bedeutet dann wohl Auswahlspiele, jedenfalls auf einer Position. Machen wir weiter. Hat jemand Lust, den Sucher zu machen?"

Padma schüttelte den Kopf. „Kein Stück. Das machst du. Du bist wirklich gut. Ravenclaw hatte immer Mühe, einen guten Sucher zu finden. Cho Chang war in unserem Haus echt eine Ausnahme."

Die anderen stimmten Padma zu. Ginny grinste zufrieden.

„Aber ich wäre gerne Hüterin", erklärte Padma.

Michael legte seinen Arm und Padmas Schulter. „Gute Idee, sie ist wirklich talentiert!" versprach er.

„Jemand ein Problem damit?" erkundigte Ginny sich. „Okay, niemand. Alles klar! Weiter im Text. Wer will Jäger werden?"

Da meldeten sich wesentlich mehr. „Moment, Moment", sagte Ginny. „Das wären... Mist, vier Stück. Zu viel. Egal... Colin Creevey, Dennis Creevey, Natalie McDonald, David Sloper", notierte sie.

"Ich dachte, du bist unsportlich?" fragte Natalie Dennis verwirrt.

Er lief rosa an. „Du willst wohl unbedingt selber Jägerin werden?" fragte er bissig. „Du wolltest doch eigentlich auch gar nicht!"

Verstimmt sah Natalie weg.

„Also, Leute, da bleiben noch zwei Leute übrig. Michael und Jack. Wollt ihr Treiber sein?" fragte Ginny mit einem Blick auf die Liste der Gryffindors und Ravenclaws.

„Genau", sagte Jack zufrieden und Michael nickte.

„Gut!" Ginny schrieb die Namen der beiden auf. „Bleibt die Frage: Wer ist Kapitän?"

„Wer ist eigentlich Kapitän bei der anderen Mannschaft?" warf David Sloper ein.

„Keine Ahnung", sagte sein Bruder, doch Ginny antwortete blitzschnell: „Zabini, darauf verwette ich meinen Besen!"

„Wie auch immer... Ich schlage Ginny vor", meinte Colin.

„Sonst noch Vorschläge?" fragte Ginny und blickte in die Runde.

Niemand sagte etwas. „Also, wer ist für Ginny?" fragte Colin.

Die meisten stimmten zu, nur Luna war wieder in den Klitterer vertieft und schwieg.

„Danke für euer Vertrauen!" sagte Ginny breit grinsend. „Das wär´s. Die anderen trainieren morgen um sieben, dann machen wir das Ganze um sechs. Samt Auswahltraining für die Jäger. Spätestens bis dann!"

Die Ravenclaws standen auf und gingen mit Jack zurück in den Jungschlafsaal.

„Weiß jemand, ob die Mädchenschlafsäle wieder so eine bescheuerte Funktion haben?" fragte David Sloper unschlüssig. „Sonst kann ich Nadine schlecht besuchen."

„Probiere es doch aus", sagte Jessica schulternzuckend.

David befolgte ihren Rat und ging die Treppe hoch. Da er nicht sofort herunter fiel, war klar, dass es den Bann hier nicht mehr gab.

„Nacht!" sagte Neville und erhob sich. „Ich gehe heute früh ins Bett. Vergesst nicht, dass ihr in drei Stunden in eure Schlafsäle müsst."

Gerade, als er in seinen Schlafsaal verschwunden war, räusperte Rose Zeller sich am Nebentisch. Sie und Eleanor hatte sich langsam nichts mehr zu sagen gehabt und weder Zabini noch Baddock hatten sich am Gespräch beteiligt.

Nach Roses Räuspern sahen beide jedoch auf.

Dem Mädchen entging vor Nervosität, dass der ganze Gemeinschaftsraum – obwohl nicht mehr viele Schüler da waren – ihr zuhörte.

„Malcolm", sagte sie mit zitternder Stimme. „Hast du Lust, mal mit mir nach Hogsmeade zu gehen, nächstes Mal meine ich, wir könnten ein Butterbier trinken und..."

Knall. Baddock hatte sein Buch zu Boden fallen lassen und starrte Rose geschockt an, unfähig, ein Wort zu sagen. Dafür fing Zabini an, schallend zu lachen.

„Genau, Malcolm, geh nach Hogsmeade mit der süßen kleinen Zeller. Warum eigentlich nicht? Hast du nicht wirklich richtig Lust?"

Rose sah Zabini entsetzt an. Dann füllten sich ihre Augen mit Tränen.

„Nein, danke, Zeller", sagte Baddock kühl und wischte sich das lange braune Haar aus der Stirn. „Ich verzichte."

Roses Lippen zitterten. Mit einem gequälten Schrei rannte sie hinauf in ihren Schlafsaal.

Zabini lachte immer noch.

Eleanor schien langsam aus einem Traum erwacht. „Warum hast du gelacht, Blaise?" fragte sie bestürzt.

Zabini nahm sie jetzt erst wahr. „Wirklich, Branstone", meinte er kopfschüttelnd. „Eine Hufflepuff mit einem Slytherin? Das glaubst du doch wohl selber nicht."

Eleanor sah ihn mit großen Augen an. „Oh. Okay. Hmmh, ich muss nach oben." Sie lachte nervös. „Bin schon ziemlich müde."

Zabini reagierte nicht. Mit langsam Schritten, als hoffte Eleanor, Zabini würde sie aufhalten, ging sie zur Treppe ihres Schlafsaals.

Natalie glaubte, ein trockenes Schluchzen zu hören, als Eleanor den Treppenabsatz erreichte.

Jessica seufzte mitleidig. „Jetzt können die beiden sich gegenseitig trösten", sagte sie.

Ginny nickte, konnte ein Grinsen aber nicht verbergen. „Stimmt. Merlin, sind die beiden dumm. Oder verblendet. Malcolm, du bist sooo toll. Malcolm, gehst du mit mir nach Hogsmeade? Mally? So macht Zeller weiter, verlasst euch drauf", sagte sie. „Scheint irgendwie unter den Hufflepuffs umzugehen, dieses Slytherin-Fieber. Blaaiiiise? Oh, Blaise, magst du meine zehn Kilo Make-up? Blaiiise? Willst du nicht mal mit mir.. hihihi... etwas unternehmen? Pass bloß auf, Jessica, dass du dich nicht auch noch in die beiden verliebst!"

Jessicas Gesicht nahm einen ertappten Ausdruck an.

Ginny sah sie ungläubig an. „Nicht im Ernst, oder?"

„Quatsch", sagte Jessica unbehaglich und bemühte sich, nicht auffällig in Colins Richtung zu sehen. Dadurch fiel es aber eher auf.

Natalie sah es, sagte aber nicht. Das war Jessicas Sache.

„Ginny, meinst du nicht auch, dass du ein bisschen oft über Zabini redest?" fragte sie mit zuckersüßer Stimme, um die Aufmerksamkeit von Jessica zu lenken.

„Genau", meinte die auch sofort erleichtert.

Ginny schüttelte genervt den Kopf. „Blödsinn! Habe ich auch schon gesagt. Zabini... pah. Der hat mich gar nicht verdient."

Zabini drehte sich von seinem Sitz zu den Gryffindors und Jessica.

„Ehrlich, Wiesel, wenn man mit Longbottom zum Ball geht, kann man gar nicht tiefer sinken. Mach dir nichts vor."

Ginnys Gesicht färbte sich passend zu ihren Haaren zornesrot. „Am liebsten würde ich dir gleich noch eine Ohrfeige verpassen! Aber Tonks hat leider die unangenehme Eigenschaft, genau dann aufzutauchen. Ich verschwinde. Gute Nacht!" schnaubte sie.

Sie stampfte die Treppe zu ihrem Schlafsaal hoch.

„Ich geh auch schon mal nach oben", sagte Natalie und erhob sich. „Ich war gestern Morgen so müde, dass ich das morgen früh nicht noch einmal wiederholen will."

„Nacht", meinte Colin und Dennis nickte. Jessica winkte ihr zu.

Natalie lächelte die drei an und ging. Aus den Augenwinkeln sah sie, wie Dennis ebenfalls ging. Sie grinste verhalten.


Im Schlafsaal saß Eleanor zusammen mit Rose auf deren Bett. Sie umarmte das schluchzende Mädchen und warf Natalie einen bitterbösen Blick zu.

Die fragte sich, was sie getan hatte, dachte aber lieber nicht darüber nach.

Auf Nadines Bett saßen sie und David Sloper, beide warfen immer wieder genervte Blicke auf die theatralisch schluchzende Rose.

„Ich dachte, ich hätte eine Chance!" heulte sie laut auf. „Hat Blaise das wirklich gesagt? Dass sie... dass sie aus Prinzip nichts mit mir zu tun haben wollen? Das ist gemein! Wetten... wetten, Malcolm denkt gar nicht so? Er wird nur unterdrückt! In Wirklichkeit liebt er mich! Seitdem ich auf Hogwarts bin! Ich sehe doch, wie er mich immer anschaut!"

Natalie fragte sich ernsthaft, ob Baddock Rose jemals bewusst wahrgenommen hatte. Sie glaubte eher, dass er lieber seine Nase in sein Buch steckte, als Rose anzustarren.

Eleanor nicke aber beruhigend. „Hör zu, Rose!" beschwor sie das jüngere Mädchen. „Ich habe eine Idee. Ich werde dich schminken! Dann wird Malcolm auf dich aufmerksam, das hat bei Blaise und mir auch geklappt! Er steht auf geschminkte Mädchen!"

Ein spöttisches Lachen ertönte von der Tür. Emma stand da und lächelte breit. „Eleanor, Blaise mag es, wenn Mädchen sich schön schminken. Wenn du mich mal rangelassen hättest, sähest du viel besser aus. Aber Blaise mag es nicht, wenn du dir Farbe ins Gesicht klatscht und dich für unwiderstehlich hältst! Tut mir Leid, das musste mal gesagt werden!"

Eleanor sah Emma mit offenem Mund an. Dann schluckte sie und hob hochnäsig den Kopf. „Ach ja? Du bist doch nur neidisch, Dobbs! Jetzt sehe ich ja, wer meine wahren Freunde sind! Nicht wahr, Rose?"

Das in Tränen aufgelöste Mädchen nickte.

Von Nadine war ein entsetzter Laut zu hören.

„Beste Freundinnen?" strahlte Eleanor.

Rose schniefte und nickte.

„Was?" schrie Nadine. „Aha! Gut! Na schön!" zischte sie Rose zu und lächelte David im nächsten Moment freundlich an. „Du hattest Recht, Dave. Jungs sind viel beständiger als Mädchen!"

Emma zog die Augenbrauen hoch. „Alles Verrückte hier", murmelte sie und grinste Natalie schief an.

Die nickte düster.


A/N: Uff, das war lang. Dafür kriege ich doch bestimmt ein Review, oder? ;)