Jean nin asar ahi smabell: Danke schön für den Review! Der war echt lieb. Ja, zwischen Ginny und Blaise passiert bestimmt noch irgendwas. Ich finde die beiden echt süß zusammen, obwohl sie in meiner FF keine Hauptrolle spielen. Was mit Emma und Natalie passiert, steht in diesem Kapitel ;) Noch eine Frage: Hat dein ellenlanger Name eine Bedeutung? Klingt nämlich cool, obwohl ich zweimal nachgucken musste, wie er denn nun geschrieben wird +lach+
Marlia: Hallo und danke! Slytherin und Gryffindor bilden kein Team, im Moment spielt Slytherin mit Hufflepuff und Gryffindor mit Ravenclaw. Das wird im Laufe der Zeit aber noch wechseln. Und sry, aber was du zu den Creeveys sagst, verstehe ich nicht so wirklich. ;) Ich werde mal sehen, wie ich das später so stellen kann, dass es logisch rüberkommt, aber am besten ignorierst du das einfach erst mal.
Honeymoon: Ja, Zickenkrieg ist witzig+lach+ Danke schön :D. Ja, jetzt bin ich im Schreibrausch und du bekommst schon wieder ein Kapitel! Have fun!
MalfoysBabyz: 1 in Deutsch? Schön wär´s... Ich hab ne 3 +grins+ Ansonsten, vielen, vielen Dank für dein langes Review. Das baut wirklich auf. Ich persönlich mag Eleanor eigentlich nicht besonders. Andererseits hast du recht, sie ist ja nur wegen Blaise so seltsam drauf. Manchmal habe ich voll das Gefühl, man würde denken, ich mache alle Leute in meiner FF nieder, die sich schminken: Rose, Eleanor... na gut, Emma nicht. Aber ich glaube, dass ist fast immer so, dass in FFs die „Guten" sich nicht schminken. Das typische Natürliche-Schönheit-Gelaber. +lol+ Dabei bin ich selbst eher so drauf wie Emma. Na ja, okay. Was fasel ich hier schon wieder ;) Viel Spaß beim Weiterlesen!
Mimim: +verwirrtbin+ Bist du die Miriam, die schon mal reviewt hat? Wenn ja, danke schön, wenn nein, auch danke schön :D Ich seh das Creevey-Zeug auch nicht so dramatisch, aber was soll´s. Die Auswahlspiele kommen im nächsten Kapitel!
Kyoko89: Ja, Blaise ist schon schnuffig. +grins+ Und er kriegt schon eine ab, keine Sorge. Kleine Frage: Was heißt mata ne? Ist das japanisch? In der Szene kenn ich mich nicht so aus. Danke für dein Review.
MidsomerMelody: Meine allererste Reviewerin ist wieder da+freu+ Manchmal frage ich mich, ob ich zu viel Dialog einbaue, aber wenn du das sagst, dann wird es schon stimmen! Dann viel Spaß beim nächsten Kapitel!
Kapitel 7
Am nächsten Morgen, als Natalie hinunter in die Große Halle ging, saß Jessica ziemlich einsam am Tisch, zwischen ihr und Colin, Dennis und Ginny waren drei Stühle frei.
Ginny hob den Kopf, als sie Natalie sah, zeigte auf Jessica und zuckte ratlos die Schultern. Colin grinste Natalie zwar zu, aber Dennis ignorierte sie völlig.
Verdutzt setzte Natalie sich zu Jessica. „Was ist denn hier los?"
„Was weiß ich", brummte Jessica.
„Ist irgendetwas passiert?" hakte Natalie nach.
„Nein."
„Gestern Abend, bei Colin?"
„Nein."
„Hm", meinte Natalie zweifelnd. „Ähm... wir haben heute in den ersten beiden Stunden Zauberkunst, oder?"
„Hm."
„Und die letzten beiden Stunden Pflege Magischer Geschöpfe, nicht wahr?"
„Ja."
„Und... bist du nicht auch gespannt auf Sally-Annes Überraschung?"
„Jaah."
„Hm. Okay."
Natalie fiel beim besten Willen nichts mehr ein, was sie noch sagen sollte. So verbrachte sie das Frühstück in völliger Stille, aß etwas bedrückt und fragte sich, was bei Merlin geschehen war.
Um kurz vor neun Uhr standen die beiden auf und machten sich auf den Weg zu Zauberkunst.
Dennis und Jack, der inzwischen aufgetaucht war, gingen ihnen hinterher, aber Jessica lief stur geradeaus und wartete nicht auf sie. Verständnislos blieb Natalie stehen und fasste auch Jessica am Ärmel, als die weiterging.
Doch das Mädchen machte sich mit einem Ruck los und marschierte weiter.
Natalie sah ihr kopfschüttelnd hinterher und wartete, bis Jack und Dennis sie erreicht hatten.
„Kann mir mal jemand erklären, was los ist?" fragte sie die beiden.
Jack zuckte die Schultern und warf einen vielsagenden Blick auf Dennis, der so tat, als gäbe es Natalie nicht.
„Dennis, hab ich dir was getan?" versuchte Natalie es erneut.
„Pff", war Dennis Antwort.
„Pff?" wiederholte Natalie ungläubig. „Sag mal, bist du sauer, weil ich auch Jäger werden will?"
Dennis sah sie scharf von der Seite an. „Du hast doch alles versucht, damit ich es nicht werde!" stellte er fest.
„Quatsch!" entgegnete Natalie. „Ich habe mich gestern nur gewundert, weil du meintest, du seiest eigentlich zu unsportlich."
Dennis blieb stehen. Seine Ohren färbten sich rosa, was bei seinem millimeterkurzen, blonden Haar besonders gut zu bestaunen war.
„Unsportlich, ja?" fragte er schrill. „Sehe ich so aus, oder wie?"
„Reg dich wieder ab, Dennis!" wurde auch Natalie laut. „Ich habe das nie behauptet, weil es mir vollkommen egal ist, ob du sportlich bist oder nicht. Ich dachte nur, weil du vorgestern -"
„Ich bin dir egal?" fuhr Dennis beleidigt auf. „Gut! Gut, du mir auch!"
Jack rollte die Augen. „Dennis, führ dich nicht so auf. Natalie wollte dich nicht beleidigen", sagte er beschwichtigend. „Sie wollte doch nur sagen, dass -"
„Halt du dich da raus!" blaffte Dennis wie ein kleiner, getretener Hund.
Jack hob resigniert die Hände.
Natalie hob den Kopf. „Danke, Jack, aber das bringt´s nicht. Wenn ich feststellen muss, dass meine Freunde sich so aufführen, muss ich wirklich nichts mehr mit ihnen zu tun haben. Das sind nämlich keine Freunde!"
Sie stampfte wütend nach vorne zu Jessica.
„Na, hast du eingesehen, dass die Creeveys total bescheuert sind?" empfing die sie.
Natalie nickte düster.
„Sie müssen sich konzentrieren! Stellen Sie die Gespräche ein!" quiekte Professor Flitwick von seinem Stapel Bücher herunter.
Während Jessica und Jack, die Fünftklässler, den Aufrufezauber längst beherrschten, mühten die meisten Viertklässler sich vergebens ab.
„Accio!" schrieen sie alle durcheinander, aber bis auf Dennis gelang es niemandem, auch nur ein Kreidestück in ihre Hände zu ziehen.
Natalie wusste, warum Dennis den Zauber beherrschte, schließlich war er vor zwei Jahren in der DA gewesen. Obwohl er damals erst in der zweiten Klasse gewesen war, war er wohl sehr gut gewesen – auch, wenn er lieber Harry Potter angehimmelt hatte als zu zaubern.
Trotzdem bat sie Dennis nicht, ihr zu helfen. „Er kann mir mal gestohlen bleiben", sagte sie wütend zu Jessica und murmelte: „Accio!" Doch die Feder, auf die sie es abgesehen hatte, bewegte sich nicht ein Stück in ihre Richtung.
Jessica ging es nicht besser.
„Konzentrieren, Miss McDonald! Keine Gespräche, konzentrieren!" wies Flitwick Natalie zurecht.
Natalie brummte etwas Unverständliches. „Accio!" versuchte sie es dann erneut. Die Feder schwebte tatsächlich langsam, zögernd auf sie zu. ‚Na, komm!' flehte Natalie in Gedanken.
Doch mitten in der Luft änderte die Feder die Richtung und sauste, mit plötzlichen Tempo, auf Dennis zu, der seinen Zauberstab mit einem kleinen Lächeln nach ihr ausgestreckt hatte.
Natalie presste ihre Lippen zusammen, so dass nur noch ein schmaler Strich zu sehen war.
In ihrem Kopf war nur noch ein kalter Wunsch nach Genugtuung.
„Accio!" flüsterte sie, den Zauberstab auf Dennis´ Stuhl gerichtet.
Der Stuhl ruckte ein paar Zentimeter in ihre Richtung, weiter nicht, doch der Ruck war stark genug, dass Dennis von seinem Sitzplatz kippte.
Zufrieden stimmte Natalie in das Gelächter der Klasse ein. Mit bösem Blick rappelte Dennis sich wieder auf.
„Rictumsempra!" kreischte er.
„Silnecio!" rief Natalie gleichzeitig.
Die Flüche stießen in der Luft zusammen. Dennis´ Fluch traf Jessica, die sich in Kicherkrämpfen auf dem Boden wälzte. Natalie achtete nicht mehr auf ihren Schweigefluch, sondern setzte zu einem erneuten Angriff an.
„Densaugeo!" schrie sie, bevor Dennis etwas sagen konnte.
Natalie war sich sicher, dass Dennis keinen Fluch mehr benutzen konnte, der ihren eigenen ablenken konnte, doch Dennis war schneller, als sie vermutet hatte.
„Protego!"
Natalies Zahnwachsfluch prallte an dem unsichtbaren Schutzschild ab.
Eine Weile herrschte absolute Stille. Natalies abgeprallter Fluch hatte ein Bücherregal getroffen und Bücher auf den Boden fallen lassen.
Sämtliche Schüler wandten sich Flitwick zu.
Der kleine Lehrer stand auf dem Boden und bewegte seine Lippen, doch kein Ton war zu hören.
„Verdammt", wisperte Natalie.
Als Natalie in den Klassenraum von Professor Binns trat, waren alle anderen Leute schon da.
Natalie sah sich nach Jessica um, doch sie saß neben Jack an einem Pult. Dennis saß hinter ihnen alleine.
Natalie wollte sich schon ein einzelnes Pult suchen, da winkte Emma Dobbs ihr aus dem hinteren Teil des Klassenraums zu. Eigentlich wollte Natalie ablehnen, dann aber sah sie Dennis´ geschocktes Gesicht. Er hatte Emmas Einladung gesehen.
Mit einem bösen Lächeln setzte Natalie sich zu der Slytherin.
„Hi, Natalie. Ich langweile mich zu Tode. Geschichte der Zauberei ist so... Alles klar?" flüsterte Emma.
Natalie schüttelte den Kopf. „Kein bisschen. Fünfzig Punkte Abzug für Gryffindor wegen Angriffs auf einen Lehrer. Ich wollte ihn gar nicht treffen!"
Anstatt sich über Gryffindors Punkteverlust zu freuen, sah Emma ihre Banknachbarin mitleidig an. „Das ist hart", murmelte sie. „Hat Creevey gar nichts abgekriegt?"
„Nein. Das hat Flitwick gar nicht mitgekriegt. Und nachdem ihn mein Schweigefluch getroffen hat, war er erst einmal außer Gefecht. Aber zu meiner Strafe kommt noch, dass ich am Wochenende nicht nach Hogsmeade darf!" ärgerte Natalie sich.
„Das kriegen wir schon hin", murmelte Emma.
„Und wie?"
„Lass mich das mal machen", lächelte Emma geheimnisvoll. „Nicht nur die Wiesel-Zwillinge kannten sich in Hogwarts und Hogsmeade aus!"
Natalie blieb der Mund offen stehen. „Du – du meinst, du...?"
Doch Emma schüttelte den Kopf. „Nein, nicht ich. Ich bin viel zu vergesslich. Aber Nadine Telkens! Sie hat all die Geheimgänge aufgezeichnet..."
„Genial!" jubelte Natalie gedämpft. „Danke!"
Nach dem Mittagessen erwartete Professor Sprout die Viert- und Fünftklässler am dem großen Eingangsportal nahe der Großen Halle, um sie zu den Gewächshäusern zu führen.
„Ich weiß, Sie können den Weg zu den Gewächshäusern auch alleine finden", sagte Sprout, als einige Schüler sie trotzig ansahen. „Aber es ist eine Anweisung vom Ministerium, dass die Schüler ständig beschützt werden, nie ohne Aufsichtspersonen herumlaufen. Vor allem nicht auf den Ländereien. Das war eine Bedingung des Ministeriums, damit Hogwarts überhaupt geöffnet bleiben konnte. Also ziehen Sie nicht so ein Gesicht und folgen Sie mir! Na, kommen Sie, kommen Sie!" fügte sie lächelnd hinzu.
In dem Gewächshaus, in das Sprout ihre Schüler brachte, standen vier riesige Blumentöpfe.
„Findet euch zu Paaren zusammen!" wies Sprout die Schüler an. „Immer zwei an einen Topf!"
Emma tippte Natalie auf die Schulter. „Kümmern wir uns um eine?" fragte sie.
Natalie sah sich nach Jessica um, die ihre Freundin überrumpelt ansah.
Emma entdeckte Eleanor, die sich schnell auf Baddock zu bewegte.
„Hey, Malcolm! Mach du doch mit Jessica!" rief sie rasch.
Baddock machte ein erleichtertes Gesicht und entfernte sich von Eleanor. „Einverstanden?" fragte er Jessica.
Die nickte, halb überrascht, halb geschmeichelt. „Oh...okay."
Eleanor machte ein enttäuschtes Gesicht und sah sich nach Dennis und Jack um, die sich schleunigst nebeneinander stellten.
„Professor!" rief Eleanor. „Ich habe keinen Partner. Soll ich mit Malcolm und Jessica zusammen arbeiten?"
Die beiden sahen sich entsetzt an und schüttelten simultan die Köpfe.
„Nicht nötig, Miss Branstone, kommen Sie, Sie arbeiten mit mir!" Sprout lächelte breit und klopfte sich ein wenig Dreck vom Umhang.
Eleanor warf einen angewiderten Blick auf den geflickten Spitzhut der Lehrerin, auf dem ein Stück Lehm thronte und ging widerwillig zu ihr hin.
„Dumme Kuh!" flüsterte Natalie.
„Branstone?" wisperte Emma zurück.
„Yep."
„Stimmt."
Professor Sprout stellte sich an den überdimensionalen Blumentopf, der ihr am nächsten stand. Er war nur um einen Kopf kleiner als sie.
„Gut. Holen Sie eine Leiter, jeder eine."
Als die Schüler ihre Anweisungen befolgt hatten, stieg Sprout selbst auf eine der Trittleitern und bedeutete den Schülern, es ihr nachzutun.
Neugierig kletterte Natalie nach oben und beugte sich über den Rand des Blumentopfes. Im nächsten Moment zuckte sie wieder zurück. Die kleine Pflanze im Blumentopf hatte eine Art Fangarm nach ihr ausgeworfen, an dessen Ende spitze Erhebungen saßen. Als der Fangarm sein Ziel nicht erreicht hatte, zog er sich langsam in die Pflanze zurück.
Vorsichtig betrachtete Natalie das Gewächs genauer. Eigentlich war es sehr hübsch, die Blätter der Pflanze waren von einem zarten Grün und von weißen und rosa Blüten übersät. Den friedlichen Eindruck störten nur zwei Fangarme, die sich an die Pflanze geschmiegt hatten und unruhig zuckten.
„Nun, wer von Ihnen kann mir sagen, was das für eine Pflanze ist?" fragte Sprout.
Niemand antwortete. Da hob Baddock träge seinen Arm. „Fangzähnige Geranie."
„Korrekt, Mr Baddock!" sagte Sprout stolz. „Fünf Punkte für Slytherin! Und welchen Nutzen hat diese Pflanze? Miss Dinns?"
„Ähm", antwortete Jessica. „War das nicht... Genau. Die Blüten sind zerrieben als Zutat für einige mächtige Zaubertränke wertvoll. Aber es ist sehr schwer, an die Blüten zu kommen. Die Fangarme greifen alles an, das sich in die Nähe der Blüten bewegt. Damit die Blüten genutzt werden können, werden gewöhnlich die Fangarme abgeschnitten. Ähm.. Das bedeutet aber gleichzeitig, dass die Blüten absterben, weil ohne die Fangarme die Pflanze verwelkt. Deshalb müssen die Blüten immer sofort geerntet werden und die Pflanze ist danach wertlos."
„Hervorragend!" rief Sprout. „Zehn Punkte für Hufflepuff!"
Jessica lächelte.
„Genau das ist unser Thema. Mit Fangarmen gibt es keine Blüten. Und ohne Fangarme stirbt die Pflanze. Ich suche schon seit längerem eine Lösung für dieses Problem. Dort drüben", wies Sprout auf einen Tisch, „finden Sie verschiedene Flüssigkeiten, Tropfen, Sude und Werkzeug. Versuchen Sie, die Fangarme zu betäuben oder sie festzuhalten. Ziehen Sie auf jeden Fall ihre Schutzhandschuhe über, die Fangzähne an den Armen sind scharf!"
„Na, klasse!" stöhnte Emma, als sie und Natalie ihre Schutzhandschuhe aus Drachenhaut überzogen. „Und, womit fangen wir an?"
Natalie zuckte die Schultern und sah zum Tisch hinüber. Gerade stand Dennis da und streckte die Hand nach einem Glas aus. Natalie zog blitzschnell ihren Zauberstab aus der Tasche. „Accio!" sagte sie gelassen.
Das Glas glitt aus Dennis Fingern und schoss in Natalies Hand.
„Wie wär´s mit unverdünntem Bubotubler-Eiter?" bot Natalie an, nachdem sie die Beschriftung gelesen hatte.
Emma grinste. „Okay."
„Accio Pipette!" rief Natalie über ihre Schulter und sofort kam eine Pipette durch die Luft angesirrt. „Langsam habe ich den Bogen raus."
Emma nahm die Pipette und zog einen Teil des Bubotubler-Eiters auf. Die gelbgrüne Flüssigkeit schäumte in dem Glasröhrchen.
Emma ließ einen Tropfen auf den Fangarm fallen, doch der Arm kringelte sich nur um die Stelle herum, an der er an die eigentliche Pflanze anschloss.
„Die Stelle da!" schlug Emma vor. „Wo der Fangarm an die Pflanze stößt! Probieren wir es da mit dem Eiter!"
„Gut", sagte Natalie. „Dann müssen wir den Fangarm weglocken. Wie ging der Lähmungsfluch noch gleich?"
„Impedimenta. Gute Idee", antwortete Emma anerkennend. „Alles klar? Ich halte meine Hand an den Rand vom Topf, wenn der Arm vorschießt, lähmst du ihn!"
„Alles klar", sagte Natalie aufgeregt. „Aber der Fluch hält bei mir nicht lange. Ich bin bereit!"
Emma hielt ihre Hand vorsichtig in die Nähe der Pflanze. Der Fangarm ruckte blitzschnell vor.
„Impedimenta!" rief Natalie. Der Fangarm erstarrte mitten in der Bewegung und ließ seinen Ansatz ungeschützt. Emma nahm die Pipette wieder auf und tropfte auf die Stelle.
Die ganze Pflanze erzitterte und ließ ein markerschütterndes Quietschen hören. Dann fielen langsam, ganz zögernd, zwei weißen Blüten herunter und segelten auf den Boden.
Natalie stieg von der Leiter und hob sie auf.
Als sie aufsah, stand Sprout mit leuchtendem Gesicht neben ihr. „Fantastisch!" rief sie aus. „Zwanzig Punkte für Gryffindor und zwanzig für Slytherin!"
Natalie strahlte. Damit hatte sie fast die Hälfte ihres Punkteverlustes vom Morgen wettgemacht.
Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen, als der Blumentopf zerplatzte und die Fangzähnige Geranie in Sekundenschnelle lange Wurzeln bildete. Sie breiteten sich meterweit aus. Natalie und Sprout wichen reflexartig zurück, doch Emma zappelte zwischen zwei Wurzeln, die sich um ihren Körper wanden.
„Incendio!" schrie Emma mit panikerfüllter Stimme. „Incendio!"
Flammen züngelten aus ihrem Zauberstab hervor und kokelten die Wurzeln an. Sie erbebten und ließen Emma zu Boden allen. Die Slytherin krabbelte auf Natalie und Sprout zu.
Sie rappelte sich erst auf, als sie in Sicherheit war.
Die Geranie schlug mit einer weiteren Wurzeln auf die brennenden und erstickte das kleine Feuer.
Danach richteten die wuchernden Wurzeln sich auf und bewegten sich in die Richtung der Schüler.
„Zauberstäbe raus und den Feuerfluch!" rief Sprout und zog ihren eigenen, tiefbraunen Zauberstab.
„Incendio!" Aus den meisten Zauberstäben schossen kleine Flammen, nur Eleanor hatte nicht gezaubert. Sie starrte die Pflanze mit weit aufgerissenen Augen an.
Mit Hilfe der um einiges stärkeren Feuer, die aus den Zauberstäben von Sprout und Baddock loderten, bekämpften die Schüler die Pflanze, doch sie zog sich nur ein wenig zurück, um die Feuerwand zu durchstoßen.
„Reducio!" ertönte Lupins Stimme vom Eingang des Gewächshauses, den die wildgewordene Geranie vollkommen verdeckte. Einen kurzen Moment später kringelten sich um vieles kleinere Wurzeln mitten in den Trümmern des Blumentopfes, die sofort von den Flammen aufgefressen wurden.
Die Schüler und Sprout sahen erleichtert auf zu Lupin und Tonks, die mit gezogenen Zauberstäben die kleine, unschuldige Pflanze betrachteten.
„Na ja", brach Tonks die Stille. „Sie brauchen einen neuen Blumentopf, Pomana." Mit einem lässigen Schlenker ihres Zauberstabes setzte Tonks die Scherben wieder zusammen.
„Danke", sagte Sprout aufrichtig. „Vielen Dank, Remus, Nympha... entschuldigen Sie, Tonks." Sie lächelte und drehte sich zu den Schülern. „Danke auch für Ihre Hilfe. Nehmen Sie jeder fünf Punkte."
Sie ging auf Emma zu. „Alles in Ordnung mit Ihnen, Miss Dobbs?"
Emma nickte.
„Ihre Methode ist noch nicht ganz ausgereift. Aber der Ansatz ist interessant. Wir werden weiter daran arbeiten, nicht wahr?"
Emma nickte wieder, sah allerdings nicht ganz überzeugt aus.
„Gut, Pomana", sagte Lupin. „Wir führen die Schüler zum Unterreicht bei Miss Perks. Draußen auf den Ländereien."
Die Schüler steckten ihre Zauberstäbe ein. Eifrig miteinander diskutierend verließen sie mit Lupin und Tonks die Gewächshäuser.
„Ist wirklich alles klar mit dir?" fragte Natalie Emma besorgt.
„Doch, wirklich. Mann, Mann..."
Tonks ging neben Emma her.
„Warst du für diese interessante Pflanze verantwortlich?" fragte sie ohne jeden Vorwurf.
„Yep. Ich und Natalie haben Bubotubler-Eiter benutzt", erklärte Emma.
Natalie sah, wie Tonks ihr einen fragenden Blick zuwarf. Sie lachte. „Bubotubler-Eiter? Den benutzt man doch gegen Akne, nicht wahr? Hach ja... In meiner ursprünglichen Form hatte ich, als ich zwölf war, eine ganze Menge Pickel. Das hat mich angespornt, mein Verwandlungstalent endlich unter Kontrolle zu bringen. Und irgendwann klappte das. Ich hatte wundervoll reine Haut, ganz ohne Bubotubler."
„Das hätte Eloise Midgeon sich auch gewünscht, das Talent, meine ich", grinste Emma.
„Midgeon sagst du?" fragte Tonks und ich Gesicht nahm einen ernsten Ausdruck an.
Emma nickte erstaunt. „Ja, wieso denn?"
„Kann ich euch leider nicht sagen. Aber die Sache ist unschön. Wir vermuten etwas Unangenehmes", erklärte Tonks.
„Sie sind Aurorin, oder?" fragte Emma langsam. „Glauben Sie etwa, die Midgeons sind -"
„Tut mir Leid, ich glaube gar nichts. Ich darf da wirklich nichts drüber sagen. Hätte schon ein paar Mal besser die Klappe halten sollen, aber na ja... bin echt total schusselig."
Emma warf Natalie einen bedeutsamen Blick zu.
„Wir sind da", sagte Tonks. „Remus bleibt ganz in der Nähe, falls etwas passieren sollte. Ich geh wieder rüber ins Schloss."
Sie winkte den beiden Mädchen zu. „Bis später!"
Kaum war Tonks verschwunden, beugte Emma sich zu Natalie. „Meinst du, die Midgeons könnten Todesser sein? So, wie Tonks sich benommen hat..."
Natalie schüttelte den Kopf. „Kann ich mir echt nicht vorstellen. Mein Dad kennt die beiden. Vollkommen normal, alle beide. Zuvorkommend, freundlich. Die Midgeons waren beide in Hufflepuff, genau wie Eloise. Hufflepuff und Todesser... wirklich..."
„Hm", sagte Emma nachdenklich. „Trotzdem."
Erst als sie die verdutzten Rufe ihrer Mitschüler hörten, entdeckten die beiden einen großen Käfig mitten auf dem Gelände von Hogwarts. Er war mindestens fünf Meter breit, lang und hoch und von einem schwarzen Tuch verdeckt. Er rumpelte und wackelte hin und her. Manchmal war ein Knurren oder Bellen zu hören.
„Was ist denn da drin?" murmelte Natalie beunruhigt.
Emma zuckte die Schultern, den Blick auf den Käfig gerichtet.
Sally-Anne tauchte hinter ihm auf. „Setzt euch einfach auf das Gras. Dann erzähl ich euch gleich, was da drinnen steckt. Es ist übrigens ziemlich groß", sagte sie und lächelte dabei.
„Irgendwie ist sie Hagrid ähnlich", murmelte Natalie Emma zu, die neben ihr Platz genommen hatte.
Jessica und Baddock setzten sich in ihre Nähe.
Emma wies unauffällig mit dem Kopf auf die beiden und grinste. Natalie schüttelte den Kopf. „Glaub nicht, dass aus denen was wird", flüsterte sie. „Jessica ist in Colin Creevey verliebt. Und besonders attraktiv findet sie Baddock auch nicht."
„Wenn man mit Goldstein zusammen war, kann man auch mit Malcolm zusammen sein", entgegnete Emma leise und erinnerte Natalie damit stark an Zabini.
„Ruhe!" forderte Sally-Anne scharf.
Natalie und Emma schwiegen.
„Ihr habt durch Gerüchte fast alle von dem Geschöpf gehört, das ich vorstellen werde. Aber gesehen haben es, als es in Hogwarts war, nur drei Schüler: Hermine Granger, Ronald Weasley und Harry Potter."
Als Harrys Name genannt wurde, sahen ausnahmslos alle Schüler zu Sally-Anne auf.
„Vielleicht haben die meisten es schon erraten, wer dort im Käfig sitzt: Fluffy."
Natalie runzelte die Stirn, dann kicherte sie. Die meisten stimmten ein.
Sally-Anne hob die Augenbrauen, deutete mit dem Zauberstab auf das Tuch um den Käfig und murmelte: „Evanesco!"
Die lachenden Schüler verstummten schlagartig, als sie sahen, was sich mit aller Macht gegen die Käfigstangen warf.
Natalie sog entsetzt die Luft ein und betrachtete das Geschöpf von Kopf bis Fuß. Schon beim Kopf ging es an: Das Tier hatte drei Köpfe. Sechs gierige, gelbe Augen, drei schnüffelnde Nasen, drei sabbernde, riesige Mäuler.
Der Körper war massig und von einem schwärzlichen Fell bedeckt.
„Merlin", flüsterte Natalie.
Sally-Anne freute sich eindeutig über das Entsetzen der Schüler. „Ein dreiköpfiger Hund, ein sogenannter Kerberus. Die Kerberi sind sehr selten und aus einer Kreuzung zwischen Hund und einem unbekannten Wesen. Fluffy hat sich vor sieben Jahren, in meinem ersten Jahr in Hogwarts, in einem Raum der Schule aufgehalten. Kerberi sind außergewöhnlich stark, und, was man bei dem riesigen Körper nicht annehmen sollte, sehr wendig. Bisweilen haben sie eine etwas verlangsamte Reaktion, aber meistens sind ihre Reflexe beängstigend schnell. Es gibt nur einen einzigen Weg, sie zu besiegen."
Sally-Anne beschwor mittels einem leisen „Apare!" ein magisches Radio herauf. Das Radio bestand augenscheinlich nur aus Knöpfen, die am hölzernen Kasten angebracht waren. Tausende von Knöpfen, alle glänzend schwarz.
Sally-Anne ließ das Radio in de Luft schweben und drehte einige Knöpfe. Laute, schwungvolle Walzermusik erklang.
„Musik! Hört dein Kerberus Musik irgendeiner Art, schläft er ein", konnte Sally-Anne gerade noch sagen, bevor Fluffys schwerer Körper auf den Boden des Käfigs fiel.
„Auf diesem Sender wird vierundzwanzig Stunden am Tag Musik gespielt, ohne Unterbrechung. Und selbst, wenn die Musik ausfällt, dauert es eine Weile, bevor Fluffy aufwacht", erklärte Sally-Anne. „Kommt näher ran."
Zögernd traten die Schüler näher. Sally-Anne winkte sie näher.
„Kerberi leben mittlerweile auch wild in den Bergen von Tibet. Doch es gibt einige Unterschiede. Die Kerberi von Tibet sind viel pelziger. Ihre Tatzen sind so stark bewachsen, dass sie trotz ihres Gewichts über Schnee laufen können, ohne tief einzusacken. Schreibt mit!"
Natalie kramte Tinte, Federkiel und Pergament aus ihrer Tasche und schrieb schnell die Informationen auf.
„Wie kamen die Kerberi nach Tibet?" fragte Jack.
„Das ist nicht ganz klar. Die ersten Kerberi wurden vor langer Zeit gezüchtet, möglicherweise schon vor zweitausend Jahren. Irgendwann müssen sie ausgewandert sein, oder jemand nahm ein Kerberipaar mit nach Tibet."
Sally-Anne sah Fluffy mit glänzenden Augen an. „Kerberi leben in Tibet so abgeschieden, dass Muggel noch nie einen gesehen haben. Nur aus Griechenland stammt ein alter Bericht, demnach haben die damaligen Muggel einen entwischten Kerberus gesehen. Sie woben einige Sagen um ihn herum und nannten ihn den Höllenhund. Ansonsten haben wir es geschafft, dieses Geschöpf vor dem Blick der Muggel zu bewahren."
Sie machte eine Pause, damit die Schüler mitschreiben konnten.
Dann streckte Sally-Anne ihre Hand durch das Käfiggitter und berührte eine von Fluffys Tatzen. „Das Fell der Kerberi ist etwas ganz Besonderes. Es ist so dünn, dass Kerberi nirgendwo verhaken. Gleichzeitig hält es sie warm, da es sich aufstellt, wenn Kerberi frieren. Wenn Kerberi sich fürchten oder drohen, stellen sie ihre Haare ebenfalls auf. Das aber nicht nur im Nacken wie gewöhnliche Hunde, sondern am ganzen Körper. Das macht sie noch um einiges größer und bedrohlicher. Das Haar hat noch eine Wirkung: Es ist extrem wasserabweisend." Sally-Anne strich vorsichtig über das Fell. „Und es ist sehr weich, wenn -"
Aus dem Radio tönte ein Rauschen. Die Schüler wandten sich um. „Sondernachricht auf allen Sendern. Begeben Sie sich unverzüglich in Ihre Häuser. Ziehen Sie Ihre Zauberstäbe. Todesser wurden in Dwarftown und West Richlands gesehen. Gehen Sie zu ihrer eigenen Sicherheit in Ihre Häuser. In Dwarftowm wurden drei Zauberer von Todessern ermordet. Das Haus der Familie Perks besteht nur noch aus Trümmern, die Täter sind geflüchtet. Sie wurden von Zauberern als Charles und Melanie Midgeon erkannt. Dies ist eine Nachricht des Ministeriums. Begeben Sie sich sofort in Ihre Häuser. Es besteht unmittelbare Gefahr. Ziehen Sie Ihre Zauberstäbe..."
Die gehetzte Stimme warnte weiter, doch die Schüler sahen sich nur geschockt an. Sally-Anne stand wie erstarrt am Käfig, ihre Hand immer noch auf Fluffys Pfote.
Als ein leises Grollen ertönte, konnte niemand es orten.
Natalie verstand nicht richtig, was jetzt geschah. Sie hörte nur einen schrillen, schmerzerfüllten Schrei und wirbelte zu Sally-Anne hinüber. Fluffy war aufgewacht und knurrte wütend, während er sich gegen die Gitterstäbe warf. Sally-Anne starrte mit aufgerissenen Augen auf ihre Hand und schrie. Natalie konnte nicht einmal erkennen, ob sich unter dem spritzenden Blut und dem zerfetzten Fleisch überhaupt noch eine Hand befand.
Von Fluffys gewaltigen Reißzähnen tropfte Blut.
Eleanor kreischte schrill auf und sank zu Boden, Dennis war vor Schreck wie am Erdboden angewachsen.
„Verdammt! Mr Lupin! Mr Lupin!" schrie Emma.
„Ich renn zur Schule! Wir brauchen Madam Pomfrey!" rief Natalie. Sie rannte, so schnell sie konnte, auf Hogwarts zu und sah aus den Augenwinkeln, wie Jack und Emma in die Richtung stürzten, in die Lupin gegangen war. Sie hörte ihre verzweifelten Rufe. „Mr Lupin! Kommen Sie, verdammt! Mr Lupin!"
Mit einem Tempo, das Natalie von sich selbst niemals erwartet hätte, raste sie am See vorbei, zum großen Eingangstor von Hogwarts. Es war geschlossen. Hastig wollte sie die Tür aufstoßen, doch es ging nicht.
„Alohomora!" sagte sie mit zitternder Stimme. „Alohomora!"
Aber das Tor öffnete sich nicht. Natalie hörte entsetzte Stimmen von den Ländereien.
„Alohomora!" flehte sie. „Mach doch jemand auf! Schnell! Ich brauche Hilfe!"
Sie hämmerte mit den Fäusten gegen die Tür.
Erschrocken stolperte sie ein paar Schritte zurück, als Peeves der Poltergeist durch das feste Holz schwebte.
„Aah, was willst du denn?" gackerte er. „Kommst nicht rein, oder? Kriegst die dicke, dicke Tür nicht auf!"
„Peeves!" schrie Natalie. „Sally-Anne Perks ist verletzt! Wir brauchen unbedingt Hilfe!"
Sie konnte es kaum glauben, dass Peeves tatsächlich rückwärts durch die Tür schwebte. Sie hörte seine Stimme auf der anderen Seite.
Im nächsten Moment flog das Tor auf und McGonnagal stürzte heraus.
„Perks ist verletzt? Was ist geschehen, McDonald?"
Aus dem Nichts stürmte ein silbriger Wolf heran... ein Patronus! Ein ließ ein lautloses Heulen hören, doch McGonnagal schien es etwas zu sagen. Sie wurde bleicher, als Natalie sie jemals gesehen hatte, selbst damals beim Trimagischen Turnier nicht.
„Los, kommen Sie mit!" sagte sie und lief dann in die Richtung, aus der Natalie gekommen war.
„Aber wir brauchen Madam Pomfrey!" jammerte Natalie.
„Der Patronus wird Tonks aufsuchen. Sie wird mit Madam Pomfrey bald kommen. Solange kann ich noch helfen", antwortete McGonnagal knapp.
Mit der Lehrerin vor sich rannte Natalie zu den anderen zurück.
Sally-Anne lag auf einer Trage, die neben Lupin in der Luft schwebte.
Als Natalie und McGonnagal näher kamen, sah das Mädchen, dass Sally-Anne bewusstlos war. Ihre verletzte Hand lag blutüberströmt neben Sally-Annes Körper, als gehöre sie nicht mehr zu ihr. Lupin hatte den Blutfluss irgendwie halbwegs gestoppt, denn aus den Wunden quoll nur noch ein kleines Rinnsal von frischem roten Blut, während das alte langsam braun wurde. An der Stelle, an der Sally-Anne gestanden hatte, war das Gras rot.
Das Radio spielte einen Trauermarsch und Fluffy schnarchte friedlich dazu.
Natalie bemühte sich, Sally-Annes Hand nicht genauer anzusehen, doch sie konnte sich nicht beherrschen. Sie schluckte, als sie sah, dass mehrere Finger fehlen musste und Fluffys Zähne auf dem Handrücken tiefe Wunden gerissen hatte. Sally-Annes Gesicht war wächsern.
McGonnagal kam schnaufend neben Lupin zum Stehen.
„Ist sie außer Gefahr?" keuchte sie.
Lupin nickte angespannt. „Ich denke schon. Aber wenn ihre Hand noch wieder nachwachsen soll, müssen wir sie schnellstens nach St.Mungo bringen. Bald wird es zu spät sein."
McGonnagal nickte hastig. „Also warten wir nicht auf Poppy?"
Lupin schüttelte den Kopf. „Heben Sie den Bann auf, Minerva?" fragte er eindringlich.
„Sie wollen apparieren?" fragte McGonnagal überrascht. „Auf keinen Fall. Es dauert lange, den Bann zu lösen. In diesem Moment sind die Todesser in Dwarftown und West Richlands. Vielleicht auch schon woanders. Das können wir nicht riskieren. Fliegen Sie nach Hogsmeade und apparieren Sie von dort aus. Rasch!"
Lupin hob seinen Zauberstab. „Accio Sauberwisch!" rief er. Mit einer ungeheuren Geschwindigkeit, die keine von Natalies verzauberten Zielen aufgebracht hatten, sauste ein Besen vom Schloss aus auf Lupin zu.
Er stieg auf, hielt sich mit einer Hand fest und fixierte mit dem Zauberstab in der anderen Hand die Trage mit Sally-Anne.
Dann flog er davon, nicht mit höchster Geschwindigkeit, sondern fast behutsam, immer mit Blick auf die Trage, die neben ihm schwebte.
Natalie sah ihm nach, bis er in der Ferne verschwand.
Die anderen Schüler sahen McGonnagal wie betäubt an.
„Sally-Anne wird in St.Mungo wieder gesund", sagte sie beherrscht. „Es tut mir sehr Leid, dass ihre Familie ermordet wurde. Sie wird kein schönes Erwachen haben. Armes Mädchen."
Natalie sah sich um. Emma sah zu Boden, Eleanor lag ohnmächtig am Boden. Jessicas Lippen zitterten und sie hatte nach Baddocks Hand gegriffen. Dennis´ Gesicht war blutleer und Jack starrte mit leerem Blick vor sich hin.
Tonks, Madam Pomfrey und Lovegood kamen vom Schloss gerannt.
„Was ist geschehen?" schnaubte Madam Pomfrey. „Wo ist die Verletzte?"
Lovegoods Gesicht war ernster und entschlossener, als Natalie es je vorher gesehen hatte. „Ist die Schülerin außer Gefahr?" fragte er.
Tonks war blass. Ihre schwarzen Stacheln hatten sich in einzelne Strähnen aufgelöst. „Wo ist Remus?"
A/N: Und schon wieder ein langes Kapitel! Ich war ja von der Anzahl der Reviews vom letzten Kapitel begeistert. Meint ihr, ihr kriegt das wieder hin+ansporn+
