Kyoko89: +lach+ Na, wenn du nicht genug kriegst, dann wenigstens ein neues Kapitel. Danke für dein Review! Mata ne +grins+

Mimin: Das mit dem Schock vemute ich aus. Sonst hätte Sally-Anne sicher nicht vergessen, dass sie gerade ihre Hand aus Fluffys Tatze liegen hat.

Marlia: +grins+re-smile+

Jean nin asar ahi smabell: Ich konnte deinen Namen diesmal auswendig! Ist übrigens eine interessante Erklärung, auf so was wäre ich nie gekommen. Ich hätte eher an irgendeinen japanischen/chinesischen Spruch gedacht ;) Sally-Anne Perus habe ich wohl irgendwo im I-net falsch gelesen und dummerweise übernommen. Ich ändere das ganz schnell in Perks.
Jaah, die Jugend. +lach+ Niemand ist da perfekt. Ich kann mir bei Dennis schon vorstellen, dass er ein bisschen rumzickt. Aber eigentlich ist er ja ein netter Kerl und ich glaube nicht, dass er und Natalie bis in alle Ewigkeit Erzfeinde sind ;)
Emma mag ich auch immer mehr. Und in Richtung Zabini/Ginny wird sich sicher irgendetwas tun. Geduld+grins+
Über dein Review habe ich mich riesig gefreut, weil es sooo lang war. Über ein weiteres wäre ich natürlich wieder einen Tag lang glücklich +lach+


Kapitel 8

Die meisten Schüler saßen zusammen im Gemeinschaftsraum. Einige unterhielten sich gedämpft, aber die meisten schwiegen bedrückt. Der Unterricht war nach dem Unglück von Sally-Anne sofort abgebrochen worden und die Schüler in den Gemeinschaftsraum gebracht worden.

Anfangs hatten die anderen Schüler ihre Freunde aus Sally-Annes Klasse stürmisch befragt. Doch die sagten nicht viel und mittlerweile hatten die anderen es aufgegeben.

Neville war bei der Lehrerkonferenz, die sofort einberufen worden war.

„Meint ihr, sie stirbt?" fragte David Sloper auf einmal.

Die anderen sahen sich entsetzt an.

„Nein", sagte Emma. „Lupin hat gesagt, sie ist außer Gefahr. Vielleicht hat er es sogar so schnell nach St.Mungo geschafft, dass Sally-Anne vollkommen gesund wiederkommt."

„Was weißt du denn schon!" fauchte Dennis.

„Ich war dabei, du Idiot", antwortete Emma.

„Na, und? Du kümmerst dich doch gar nicht um andere Leute! Du bist doch eine Slytherin!" schoss Dennis zurück.

„Oooh, du verallgemeinerst, Herzchen", meinte Emma überheblich.

„Quatsch! Slytherins sind alle gleich!" unterstützte Colin ihn.

„Das stimmt nicht!" widersprach Natalie. Sämtliche Schüler, außer Emma, sahen sie überrascht an.

„Bitte?" fragte Colin. „Das ist doch nicht dein Ernst, o der, Natalie?"

„Red keinen Blödsinn!" bekräftigte Dennis. „Glaubst du, so wirst du Jägerin, McDonald?"

Wütend sprang Natalie auf. „Nein, das glaube ich nicht, Creevey!" zischte sie. „Ich glaube nur, dass du ein bescheuerter, verdammter, idiotischer... Idiot bist!"

Auch Dennis erhob sich. „Wie einfallsreich!" höhnte er. „Wie dumm bist du denn? Lässt dich so von Dobbs täuschen! Die schleimt ein bisschen und macht auf beste Freundinnen -"

„Das kann sie jedenfalls besser als du, Creevey!" schrie Natalie. „Wie du dich verhalten hast, war einfach lächerlich!"

„Deshalb tust du dich mit einer hinterhältigen Schlange wie Dobbs zusammen?" brüllte Dennis.

„Moment mal." Morag McDougal stand ebenfalls auf. „Hör auf mit den sinnlosen Beleidigungen gegen Angehörige meines Hauses."

„Oh, eine Patriotin!" machte jetzt auch Colin mit.

„Hört auf!" schrie Jessica plötzlich. Sie hatte stumm mit Baddock in einer Ecke gesessen, aber jetzt wurde sie laut. „Rede doch keinen Quatsch, Colin! Hört doch auf mit euren bescheuerten Vorurteilen!"

Colin lachte. „Bist du jetzt auf der Slytherin-Seite, weil du mit Baddock rummachst, Dinns? Ich habe mehr von dir gehalten -"

Weiter kam er nicht. Baddock hatte seinen Zauberstab erhoben. „Petrificus Totalus", sagte er gelassen. Colin klappte zusammen und knallte auf dem Boden auf, Arme und Beine zusammengepresst.

Dennis wurde rot vor Wut. „Finite!" schrie er und befreite seinen Bruder von dem Fluch.

Expelliarmus!" kam es von ihm, doch Baddock steuerte den Fluch mit einem lässigen Schlenker in eine andere Richtung. Wirkungslos verpuffte er am Fensterglas.

Zabini und Morag liefen zu Baddock, Emma zog Natalie mit sich und stellte sich neben die beiden.

Tarantallegra!" rief Colin, und Dennis schrie gleichzeitig: „Impedimenta!"

Colins Fluch traf Emma, deren Beine unkontrolliert zu tanzen begannen. Mit einem erstaunten Ruf fiel sie um und ihre Beine zappelten weiter.

Dennis´ Lähmfluch erwischte Jessica, die stocksteif umkippte. Dennis´ Fluch war viel stärker als der, den Natalie zustande brachte, und löste sich nicht sofort wieder auf.

Stupor!" sagte Morag scharf und ihr Fluch zischte so schnell auf Colin zu, dass er keinen Schildschutz mehr aufstellen konnte.

Michael Corner stieß seinen Stuhl um, als er aufsprang. „Hört mit der Scheiße auf, Slytherins!" befahl er drohend.

Natalie wusste nicht, was sie tun sollte. Wem sollte sie helfen?

Da traf ihr Blick den von Dennis, der sie zornig anstarrte.

Sie traf ihre Entscheidung, zog ihren Zauberstab und fluchte: „Locomotor Mortis!"

Der Beinklammerfluch traf Dennis nicht, sondern prallte von seinem schnell beschworenen Protego-Schild ab.

Impedimenta!" rief Michael wütend.

Der Fluch traf Zabini, doch er hielt nicht lange an. Er erhob sich fast sofort wieder.

Incarcerus!" Seile erschienen aus dem Nichts und fesselten Dennis.

Michael verzog böse das Gesicht. „Rictu -"

Aguamenti!"

Wasser schoss aus den Zauberstäben von Ginny und Padma, die sich verdutzt ansahen. Offenbar hatten sie gleichzeitig die gleiche Idee gehabt.

Das Wasser stürzte mit voller Macht auf die beiden Gruppen zu.

„Hört sofort auf", fauchte Ginny. „Das ist lächerlich."

Padma hob die bestehenden Fluchauswirkungen mit einem Schlenker ihres Zauberstabes auf.

„Lasst den Unsinn", sagte sie scharf.

Zabini funkelte sie an, dann wandte er sich seiner Gruppe zu. „In euren Schlafsaal, Emma."

Das Mädchen rieb sich die schmerzenden Beinen und nickte grimmig.

Aus den Augenwinkeln sah Natalie, dass Jessica mit Zabini ging, also folgte sie ihm auch.

Sie sah gerade noch, wie Dennis, Colin und Michael sich zu den anderen drehten, die am Kampf nicht teilgenommen hatten, dann war sie im Schlafsaal.

„McDonald, Dinns. Auf welcher Seite seid ihr?" fragte Zabini kurz.

„Auf eurer!" sagte Jessica prompt. „Mit Colin und so will ich nichts mehr zu tun haben!"

Natalie allerdings lachte. „Du klingst wie ein Trottel, Zabini", grinste sie. „Auf welcher Seite seid ihr? Das hört sich ja so bescheuert an."

Emma rollte die Augen. „Blaise hört sich öfters so an", erklärte sie. „Ich formuliere es mal anders: Willst du mit uns gegen die Creeveys und Corner stehen oder willst du lieber auf der neutralen Seite sein?"

Natalie überlegte es sich ernsthaft. „Nein. Ich bleibe hier. Dennis braucht eine Lektion."

„Übrigens glaube ich nicht, dass die drei Cs lange alleine bleiben", warf Morag ein. Als sie die fragenden Blicke sah, fügte sie hinzu: „Drei Cs – Creevey, Creevey und Corner. Klar?"

„Klar", nickte Baddock. „Und warum glaubst du nicht, dass sie allein bleiben?"

Morag lachte. „Hast du Zellers Gesicht nicht gesehen, als du mit Dinns rumsaßt? Tja, Dinns, ich schätze, du lebst jetzt gefährlich."

Jessica zuckte die Schultern. „Von einer Drittklässlerin fühle ich mich nicht sonderlich bedroht."

„Sicher?" grinste Emma. „Eifersüchtige Mädchen können ganz schön unangenehm werden."

„Glaub ich nicht", erwiderte Jessica.

Emma schnaubte. „Stimmt, du bist ja auch nicht vor Eifersucht auf unsere Seite übergelaufen."

Jessica wurde rot.

Natalie seufzte. „Das Gelaber von unserer Seite ist ja schlimm. Habt ihr am Ende noch einen Bandennamen?"

Baddock schüttelte den Kopf. „Nein", sagte er. „Bis jetzt waren wir nur die dritte Gruppe von Slytherin."

„Und wer sind die anderen beiden?" fragte Jessica neugierig.

„Waren, nicht sind. Draco Malfoy und seine Diener. Theodor Nott und restliche Todesserkinder."

„Und ihr seid keine?" erkundigte Natalie sich vorsichtig.

Zabinis Gesicht nahm einen angegriffenen Ausdruck an. „Natürlich nicht", fuhr er sie an. „Sonst wären wir nicht mehr an dieser Schule."

„Ist ja gut", murmelte Natalie. „Ich habe trotzdem noch eine Frage: Ist es jetzt ein Verrat, wenn ich mit Jack, Ginny oder Neville spreche?"

Zabini schüttelte den Kopf. „Nein. Du kannst meinetwegen mit jedem sprechen, wenn es dir Spaß macht. Das ist vollkommen egal, solange du nicht auf einmal mit den Cs gegen uns zauberst."

Natalie nickte. „Na, wunderbar. Ich freu mich schon aufs Quidditchtraining..." Sie erschrak. „Verdammt! Quidditch! Wie spät ist es?" fragte sie.

„Fast sechs", sagte Emma. „Du hast Training?"

Natalie nickte. „Ich guck zu", bot Emma an.

„Danke, aber dann denken die Cs nur, du willst spionieren. Ich krieg das schon alleine hin."

Sie ging zur Treppe.

„Na, dann. Viel Glück!" rief Emma.

Im Gemeinschaftsraum saßen die drei Cs tatsächlich mit Rose Zeller in einer Ecke – und mit Jack und seinem Bruder.

Natalie setzte sich unbehaglich zu Ginny und Padma.

„Hi, Natalie", sagte Padma. „Verlegt euren Streit bitte nicht auf das Quidditchfeld, ja?"

Natalie lächelte verlegen. „Keine Sorge. Heute muss ich mich erst genug anstrengen, um überhaupt Jägerin zu werden."

Ginny nickte. „Stimmt. Jack meinte, sein kleiner Bruder ist eigentlich gar nicht schlecht."

„Apropos Sloper: Was machen die beiden da drüben bitte da drüben?" Natalie wies mit dem Kopf zu den Cs.

Ginny zuckte die Schultern und Padma runzelte die Stirn. „Schätze, den Slytherins zeigen, wo der Hammer hängt. Ich halte das für kindisch. Grins nicht so, ich meine auch dein Verhalten!" meinte Padma. „Die Slytherins, die jetzt noch da sind, haben keine Todesser als Eltern und nichts mit Ihr-Wisst-Schon-Wem am Hut. Die sollten ihre Vorurteile begraben. Ich sage ja nicht, dass wir alle Freunde sein müssen. Aber dieses offene Bekriegen ist einfach nur bescheuert."

Tonks kam durch das Portraitloch in den Raum. „Alles klar", sagte sie müde. „Ihr könnt raus, Quidditch trainieren. Ich passe auf."

Padma, Ginny und Natalie standen auf und aus der Ecke kamen Dennis, Colin, Michael, Davis, Jack und auch Rose.

„Sie guckt zu", erklärte Jack.

Natalie lachte, als sie an Emma dachte, die das Gleiche hatten tun wollen. „Und wenn sie für ihre Mannschaft spioniert?" fragte sie spitz.

Dennis ignorierte sie. „Sie ist ja keine Slytherin", entgegnete Jack scharf.

„Nein, nur in einen Slytherin verschossen", murmelte Natalie.

Roses Wangen färbten sich rosa.

„Klappe, alle miteinander!" forderte Ginny.

Die Mannschaft ging durch Hogwarts verwirrende Gänge, durchquerte das Tor, an dem Natalie vor wenigen Stunden angeklopft hatte und landete schließlich auf dem Quidditchfeld.

Tonks und Rose verschwanden auf die Zuschauertribünen.

„Alles klar." Ginny stellte sich unter ihre Mannschaftskameraden. „Einige von euch haben zwar eigene Besen, aber wir trainieren heute alle mit den alten Sauberwischs von der Schule. So haben die Anwärter auf den Jägerjob alle die gleichen Chancen."

Ginny zog ihren Zauberstab. „Accio Sauberwischs!"

Acht Besen schwebten auf die wartenden Spieler zu.

Die Spieler stiegen auf und stießen sich vom Boden ab.

Überrascht merkte Natalie, dass sie die Angst ihrer Flugstunden im ersten Schuljahr vollkommen hinter sich gelassen hatte. Es machte Spaß, aufzusteigen und schnell durch die Luft zu preschen.

Anders als Colin und Dennis, die beide schon einmal auf besseren Besen geflogen waren, kannte Natalie keine besseren Modelle als den alten Sauberwisch und fühlte sich freier als andere Spieler. In diesem Moment war sie fest entschlossen, Jägerin zu werden.

In einer Höhe von fünf Metern warf Ginny den Quaffel zu Padma, die spielte weiter an Colin, der an Jack, hinüber zu David – der den Quaffel verpasste. Ginny jagte dem fallenden Ball nach und fing ihn, bevor er auf dem Boden ankam.

Sie warf ihn zu Natalie, dann ging der Ball weiter an Michael, Dennis, Jack, David, Padma. Padma passte wieder zu Natalie, die warf den Quaffel zu Dennis – der den Ball sofort mit aller Macht zurück zu Natalie warf. Das Mädchen erschrak etwas, fing den Quaffel aber sicher.

„Gut, Natalie!" rief Ginny. „Ihr scheint alle ganz gut zu sein. Okay, wir machen eine Art Probespiel. Jack und Michael, ihr spielt normal mit den Klatschern und feuert sie gerecht auf alle Jäger. Die Jäger spielen gegeneinander – ihr spielt alle vier. Padma ist normal Hüterin. Den Schnatz lassen wir außen vor. Wir spielen eine halbe Stunde lang, ich beobachte die Jäger. Wer die meisten Tore wirft und auch sonst einen guten Eindruck macht, wird aufgenommen. Klar?"

Die Jäger nickten. Ginny schoss auf den Boden zu, öffnete die Schnallen um die rumorenden Klatscher. Die beiden Bälle schossen senkrecht in die Höhe, Ginny stieß sich vom Boden ab und pfiff das Spiel an. Dann ließ sie den Quaffel aus fünfzehn Meter Höhe fallen.

David schoss sofort auf ihn zu, schnappte den Ball und steuerte auf das Tor zu. Er versuchte einen riskanten Wurf, doch Padma fing den Ball sicher und warf ihn so weit sie konnte ins Spielfeld.

Natalie fing ihn auf und lenkte ihren Besen auf die Ringe zu. Sie hörte, wie ein Klatscher an ihrem Ohr vorbeizischte und wie ein weiterer vor ihren Besen in die Höhe schoss, doch sie wich noch rechtzeitig aus. Im nächsten Moment war sie vor den Ringen, visierte den rechten unteren Ring an. Padma schoss in die Richtung und Natalie brachte den Quaffel durch den oberen Ring.

Natalie ballte triumphierend eine Faust und folgte dem Ball mit den Augen, als Padma ihn fortwarf.

Diesmal fing Dennis den Ball auf, preschte zu den Toren. Doch ein Klatscher flog direkt vor seiner Nase vorbei und Dennis ließ den Ball fallen. Colin, der unter ihm flog, fing ihn auf, tauchte hoch und der Quaffel flog ein zweites Mal durch den Ring.

Zwanzig Minuten später hatte Natalie nur ein weiteres Tor geworfen, Colin hatte siebenmal das Glück gehabt, David spielte sehr gut und hatte bereits zwölf Tore auf dem Konto. Auch Dennis hatte zwei Tore mehr als Natalie gemacht.

Natalie gelang es, in den nächsten Minuten noch ein Tor zu werfen.

Als Ginnys Ruf „Noch drei Minuten!" ertönte, biss sie die Zähne zusammen. Sie schoss auf ihrem Sauberwisch auf Dennis zu, der den Quaffel in der Hand hielt, kam vor ihm abrupt zum Stehen und Dennis riss seinen Besen nach oben, verlor dabei aber den Quaffel. Natalie fing ihn auf und brachte ihn zielsicher durch den Ring.

Als das Spiel fast vorbei war, brachte Natalie den Quaffel ein weiteres Mal in ihren Besitz und raste auf die Tore zu. Dennis stellte sich ihr in den Weg, wie sie es gerade bei ihm getan hatte. Natalie ging in den Sturzflug, riss den Besen wieder hoch. Sie wich einem Klatscher aus, hob den Quaffel, warf – und traf.

„Ende!" schrie Ginny in dem Moment.

Natalie grinste breit und ließ sich wie die anderen auf den Boden sinken.

„Okay!" sagte Ginny und winkte mit dem Zettel, auf dem sie die Tore notiert hatte. „David Sloper – vierzehn Tore, du bist drin, David. Colin Creevey, acht mal getroffen, du bist dabei. Natalie McDonald, fünf Tore. Eins mehr als Dennis Creevey. Also, Natalie: Du hast es geschafft. Tut mir Leid, Dennis, du warst auch nicht schlecht."

Dennis warf Natalie einen bitterbösen Blick zu und wollte etwas sagen. Doch bevor er etwas sagen konnte, kam die andere Mannschaft auf das Spielfeld. Sie trugen alle Besen, bis auf Morag. Beim Näherkommen erwiesen sie sich alle als Nimbus Zweitausendeins.

„Eigentum von Slytherin", bemerkte Zabini kühl, als er den ungläubigen Blick von Ginny sah. „Wir sind dran, es ist sieben Uhr."

Ginny nickte. „Ja, ja. Was dagegen, wenn meine Mannschaft zuguckt?"

Zabini zuckte die Schultern. „Mir egal, ihr werdet sowieso nicht besser. Morag sieht auch zu."

Natalie überlegte schnell, wer jetzt noch im Gemeinschaftsraum sein könnte – Neville und Luna. Sie beschloss, auch zuzuschauen. Neville hatte sicher etwas zu tun und Luna war Natalie ein wenig unheimlich.

„Ich auch", sagte sie deshalb.

„Spiel doch gleich bei denen mit", zischte Dennis.

Natalie ignorierte ihn. Sie hatte keine Lust auf einen Streit, der sowieso wieder zu einem sinnlosen Duell führen würde. Tonks saß schließlich auf der Tribüne und überwachte sie.

Also folgte Natalie ihrer Mannschaft und Morag, die sich auf den Weg zur Tribünentreppe machten.

Tonks winkte ihnen zu, als sie sich auf die Bänke um sie herum verteilten.

„Gute Spieler hast du, Ginny", sagte sie. „Da krieg ich schon fast wieder Lust, selbst zu spielen."

Ginny und Padma setzten sich neben sie, und Natalie ließ sich eine Reihe vor ihnen nieder. Sie war nicht überrascht, als sie merkte, dass auch Morag sie zu ihr setzte – bei den Cs, die sich mittlerweile und ein Z und zwei S erweitert hatten, wollte sie sicher nicht sein.

„Wir brauchen einen neuen Namen", sagte Morag, als hätte sie Natalies Gedanken gelesen. „CCCZSS oder so."

Natalie lachte leise. „Cezettes", schlug sie vor.

„Cezettes", wiederholte Morag nachdenklich. „Ich hatte mal eine französische Brieffreundin, die hieß so ähnlich - Sucettes. Das bedeutet auf Englisch soviel wie Schnuller."

„So sehen die auch aus", lästerte Natalie. „Brauchen Schnuller."

Morag zuckte die Schultern. „Klingt aber viel zu nett für die da drüben. Würde sagen, wir bleiben bei den Cs. Ich frage mich nur, ob die auch einen Namen für uns haben."

„Die Slytherins, die Schlangen, die Fiesen, Gemeinen, die Verräter", zählte Natalie auf. „Bestimmt irgendwas davon."

Morag lächelte schwach und strich sich durch die kurzen schwarzen Haare. „Wahrscheinlich. Das Slytherin können die sich aber sparen. Soweit kommt es noch, dass du und Dinns Slytherins werdet. Bis jetzt sind noch nie Schlammbl... Muggelstämmige in unser Haus gekommen. Du bist reinblütig, oder?"

Natalies Gesicht verdüsterte sich. „Ja, bin ich. Das ist aber vollkommen egal. Jessica ist nett und hilfsbereit, da ist es doch gleichgültig, ob ihre Eltern Muggel oder Zauberer -"

„Hab ich auch nicht behauptet!" fiel Morag ihr ins Wort. „Ich habe nur gesagt, dass sie nicht nach Slytherin gehört."

Natalie seufzte. „Da seid ihr ziemlich pingelig, oder?"

Morag zuckte die Schultern. „Blaise, Malcolm und ich sind schon weniger pingelig als andere, die früher da waren. Wir haben nichts gegen Halbblüter in Slytherin. Emma und Nadine Telkens sind auch nicht reinblütig."

Natalie antwortete nicht, sondern sah nachdenklich dem Training der Slytherins und Hufflepuffs zu. Sie fragte sich, ob Morag sich auch zu ihr gesetzt hätte, wenn sie muggelstämmig gewesen wäre. Emma schien das egal zu sein, und Baddock eigentlich auch... sonst wäre er nicht die ganze Zeit mit Jessica zusammen, überlegte sie.

Sonorus", sagte Tonks hinter ihr nach einiger Zeit. „Okay, Schluss für heute!" rief sie dann mit magisch verstärkter Stimme. „Es ist acht Uhr! Wird bald Abendessen geben."

Nachdem sie ihre Stimme wieder auf normal geregelt hatte, wandte Tonks sich Ginny zu. „Der Schulleiter wird noch etwas ansagen wollen, betrifft die Vertretung für Pflege Magischer Geschöpfe. Du wirst sie vielleicht kennen." Tonks zwinkerte dem rothaarigen Mädchen zu.

Da fiel Natalie etwas ein, was sie Tonks schon länger fragen wollte. „Sag mal, wie kam es eigentlich, dass ausgerechnet Lovegood zum Schulleiter wurde?"

Tonks schüttelte den Kopf. „Das weiß ich auch nicht so genau. Ich schätze, das Ministerium wollte jemanden haben, der vorsichtig ist und nicht wie Dumbledore alles und jedem vertraut. Bin mir aber nicht sicher."

Natalie nickte unüberzeugt. „Und was ist mit den Todesserangriffen?" erkundigte sie sich dann. „Im Gemeinschaftsraum haben wir Radio gehört: Keine Nachrichten darüber! Sind die Midgeons Todesser? Haben sie Sally-Annes Familie wirklich ermordet?"

Tonks verzog unbehaglich das Gesicht. „Ich sage nur soviel: Scrimgeour hat die Midgeons schon länger im Visier. Aber dass er sich auch irren kann, beweist wohl der Fall Stan Shunpike. Davon hast du gehört, oder?"

Die Hexe stand mit den anderen auf. Natalie hielt sie bittend am smaragdgrünen Ärmel, der sich herrlich mit ihrem mittlerweile knallroten Haar biss, fest. Tonks runzelte die Stirn, blieb aber. Auch Morag verließ die Tribüne.

„Hör mal", sagte Tonks und aus ihren Augen war die Fröhlichkeit verschwunden. „Ich kann dir nicht viel sagen. Aber das Ministerium baut viel Murks." Sie hielt inne und ihr Gesicht erhellte sich wieder. „Ministerium macht Murks. Das war mal so ein Spruch von Fred und George Weasley." Sie sah auf das Spielfeld, das Zabini und seine Mannschaft mit geschulterten Besen verließen. „Jedenfalls kann es sein, dass die Midgeons zur falschen Zeit am falschen Ort waren -"

„Und die Zeugen?" fragte Natalie eilig. „Es waren doch Zeugen da, Zauberer, keine Muggel!"

Tonks zog die Schultern hoch, als ob sie frieren würde. „Es mag Zauberer geben, die sich wünschen die Midgeons aus dem Weg zu haben. Mr und Mrs Midgeon waren beide Unsägliche."

Natalie riss die Augen auf. „Das stimmt nicht! Dad kennt die beiden, Mr Midgeon arbeitet im Ministerium als Angestellter beim Büro für Lächerliche Patente, und Mrs Midgeon ist beim Besenregulationsamt."

„Als Tarnung, Natalie", sagte Tonks leicht ungeduldig. „Ich fürchte jedenfalls, dass jemand die Midgeons aus dem Weg haben will. Entweder lügen die Zeugen oder die Midgeons waren möglicherweise unter dem Imperiusfluch. Ich schätze, das Zweite stimmt." Tonks rieb sich über die Augen. „Mad-Eye Moody verhört die Midgeons. Sie sind geständig. Sie sagen aus, sie hätten die Perks getötet, können es genau beschreiben. Aber sie scheinen verwirrt."

Natalie biss auf ihren Nägeln herum. „Und... können sie vielleicht etwas ausgeplaudert haben.. Ich meine, wenn sie unter dem Imperiusfluch standen – oder stehen – dann könnten sie Du-Weißt-Schon-Wem alles erzählt haben... Über ihre Arbeit. Und dann könnte man den Vergessenszauber benutzt haben und sie haben alles darüber vergessen, erinnern sich nur noch an den Mord."

Tonks nickte. „Genau das befürchten wir auch. Zu allem Unglück sind zwei der drei Zeugen des Mordes verschwunden. Ihre Namen haben wir, doch als wir nachgeforscht haben, stellte sich heraus, dass es sie nicht gibt. Ja, es gibt diese Zauberer einfach nicht, erst recht nicht in Dwarftown. Die dritte Zeugin ist eine steinalte, vergessliche Dame. Doris Purkiss. Sie zieht in der Welt herum, redet überall Unsinn. Hat mal behauptet, Sirius Black wäre Leadsänger der Hobgoblins. Kam im Klitterer... Na ja. Mal erzählt sie Mad-Eye etwas über ihren verstorbenen Dackel, mal verlangt sie nach Tee. Im Moment müsste man ihr gerade Veritaserum verabreicht haben. Ich hoffe nur, sie redet jetzt."

Tonks schob Natalie vor sich her, die Treppe hinunter. „Ich habe schon wieder viel zu viel gelabert, Natalie. Es geht dich eigentlich gar nichts an. Erzähle es auf keinem Fall jemandem weiter. Weder Ginny, noch Emma Dobbs, noch Dennis Creevey."

„Dem sowieso nicht", knurrte Natalie.

Tonks sah sie besorgt an. Der Ausdruck wollte gar nicht zu ihrem Gesicht passen. „Erinnerst du dich an das, was Dumbledore vor zwei Jahren gesagt hat? Ich habe es von Hermine Granger gehört. Hogwarts muss zusammenhalten. Die Häuser müssen zusammenhalten. Das erreichst du nicht, wenn du dich zwar mit Slytherins anfreundest, dafür aber deine alten Freunde hängen lässt."

Natalie blinzelte wütend. „Ich lasse sie nicht hängen, Dennis hat mich einfach ignoriert und Emma hat sich besser verhalten als er. Ich darf mir jawohl noch meine Freunde aussuchen! Die Slytherins sind in Ordnung, jedenfalls die, die noch da sind, und..."

„Ist ja gut!" sagte Tonks und auf ihrem Gesicht erschien wieder der gewohnte muntere Ausdruck. „Mir ist schon klar, dass niemand etwas dafür kann, in eine bestimmte Familie oder ein bestimmtes Profil geboren zu werden. Das habe ich am Beispiel meiner Mutter gelernt. Ich glaube sogar, dass die Slytherins, die fest an die Reinblütigkeit glauben, nichts dafür können. Stell dir mal vor, in so eine Familie wie die der Malfoys hineingeboren zu werden. Glaubst du, da wirst du ein Muggelfan?" Tonks lächelte. „Na ja... Meiner Mutter muss es ähnlich gegangen sein. Ich glaube, die Blacks gingen noch einen Schritt weiter Richtung Reinheitswahn als die Malfoys – wenn das möglich ist."

„Black?" fragte Natalie erschrocken. „Du bist eine Black? Ich dachte, die wären alle tot! Bist du auch mit Sirius Black verwandt?"

Tonks nickte. „Ja, bin ich. Meine Mutter ist seine Lieblingscousine. Ich bin übrigens auch mit dem guten Draco Malfoy verwandt." Sie lachte. „Mein Cousin."

„Merlin", murmelte Natalie. „Ich weiß ja, dass die Blacks und Malfoys verwandt sind, aber... Kanntest du auch Sirius Black?"

Tonks sah mit einem Mal wieder so traurig aus, dass Natalie sich fragte, ob Black ihr vielleicht nahe gestanden hatte. Dann verwarf sie den Gedanken wieder. Schließlich hatte sich erst vor zwei Jahren herausgestellt, dass Black eigentlich unschuldig war. Und da war es leider schon zu spät und Black tot. Sie standen fast vor dem Portal von Hogwarts, wo die anderen Schüler schon warteten.

„Ja, ich kannte ihn gut", meinte Tonks gedämpft. „Er war ein wirklich netter Kerl. Aber glaub mir, der kommt wieder. Ist unverwüstlich!"

Natalie sah ihr mit offenem Mund hinterher, als Tonks sich durch die Schüler zum Portal wühlte und es mit einigen geflüsterten Worten öffnete.

Emma, verschwitzt und grinsend, tippte Natalie auf die Schulter. „Was guckst du so?"

Natalie schrak zusammen, wirbelte herum und atmete auf, als sie Emma erkannte. „Du bist das!"

Emma nickte. „Klar, wer hat hier denn sonst noch meine Stimme?"

„Sirius Black", murmelte Natalie, gar nicht auf Emmas Frage achtend.

Emma sah ziemlich verwirrt drein. „Bitte?"

Natalie blinzelte. „Oh. Nichts. Und, spielst du gut? Ist Zabini zufrieden mit dir?"

„Du hast doch zugeguckt, wie ich gespielt habe", meinte Emma erstaunt, als die beiden in das Schloss eintraten. Misstrauisch sah sie Natalie von der Seite an. „Was ist los?"

Ertappt fuhr Natalie zusammen. „Nichts!"

„Hat Tonks etwas über die Midgeons gesagt?" forschte Emma nach. „Hast du sie vielleicht gefragt?"

Natalie sah sich nach Tonks um, die vorne an der Spitze der Schüler ging. „Ich erzähle es dir später", flüsterte sie.

Emma runzelte die Stirn. „Komm schon, sag es mir jetzt! Wir lassen das Abendbrot ausfallen und gehen in die Kerker. Da wohnt jetzt niemand mehr, seit Snape weg ist."

Natalie zögerte, aber dann nickte sie.

Die beiden Schülerinnen ließen sich ans Ende der Gruppe zurückfallen und als die anderen am Eingang zu den Kerkern vorbeigingen, huschten sie unbemerkt in den Gang.

A/N: Wenns weitergehen soll, wisst ihr, was ihr zu tun habt ;)