Danke an alle meiner Leser/ Reviewer/ Schwarzleser, die nicht antworten :P !
Neues Kapitel, diesmal etwas länger, sechs Seiten in Word. Inklusive Cliffhanger, aber das überlebt ihr, oder?
Viel Spaß!
Es gibt auf www-lenchensfanfictions-de-vu (die Bindestriche durch Punkte ersetzen, mit Punkten hätte ff-net die wieder netterweise gelöscht) einen Weihnachts-Wettbewerb, der bis jetzt leider nur 4 Teilnehmer hat. Es geht darum, Kurzgeschichten zu schreiben, in denen vier bestimmte Wörter vorkommen. Guckt es euch einfach mal an, Einsendeschluss ist der 15. Dezember, ich fände es toll, wenn noch mehr mitmachen würden!
Kapitel 12
„Bin gespannt, wie Nevilles Unterricht ist", ächzte Natalie, als sie sich mit ihrer Klasse auf den Weg zum Klassenraum für Verteidigung Gegen die Dunklen Künste machte.
Sie war noch ziemlich ermüdet von der Standpauke von McGonnagal. Die Lehrerin war von den Verwandlungskünsten ihrer Schüler gar nicht erbaut. Nicht einmal Dennis, ihr bester Schüler, hatte ein komfortables Kissen zustande gebracht.
Entsprechend viele Hausaufgaben hatten die Viert – und Fünftklässler auch auf.
„Ich schätze, er ist ziemlich gut", sagte Jack jetzt, ganz so, als hätte er sie nie mit Natalie gestritten.
„Wie kommst du da drauf?" fragte Emma erstaunt. „Er war doch immer ne ziemliche Lusche, oder?"
„Er wäre nicht Schulsprecher, wenn er eine Lusche wäre", gab Jack zurück.
„Na ja, aber überleg mal, wer den Schulsprecher wohl ernannt hat: Lovegood. Na, klingelt´s?"
Jack zuckte die Schultern. „Neville ist ein guter Zauberer geworden, glaube ich."
„Ich nicht."
Doch Jack sollte Recht behalten, Neville gab wirklich sein Bestes.
In einer kurzen Rede erklärte er, dass er, anders als sonst üblich, sie nicht mehr im Kampf gegen Monster schulen wollte, sondern ausschließlich im Duellieren.
„Im dritten Schuljahr habt ihr genug über Hinkepacks, Rotkappen und Grindelohs gelernt", sagte er ernst. „Aber wenn ihr gegen einen Todesser kämpfen solltet, wird er keine Monster schicken, sondern starke Flüche. Ihr wisst, dass ihr gegen den Todesfluch nichts ausrichten könnt. Ich kann euch nicht mit dem Imperius-Fluch belegen, um euch dagegen zu trainieren. Sonst wäre ich in kurzer Zeit weder Lehrer noch Schüler mehr, sondern säße in Askaban. Und auch den Cruciatus-Fluch werde ich auf keinen Fall benutzten." Nevilles Stimme schwankte, aber er fing sich schnell wieder. „Ihr beherrscht Flüche wie Petrificus Totalus, Impedimenta und Protego. Aber mit diesen Flüchen besiegt ihr keinen Todesser, vor allem nicht, wenn sie nicht stark genug sind. Ich habe vor, euch den Schockfluch, Stupor, beizubringen, und zwar einen starken. Euer Schutzschild, Protego, sollte auch gezielte, mächtige Flüche abhalten. Ihr müsst fähig sein, mit Expelliarmus nicht nur einen Zauberstab, sondern gleich alle Zauberstäbe zu euch her zu hexen – und zwar so koordiniert, dass ihr nur die Zauberstäbe eurer Feinde, nicht die eurer Freunde, entwendet. Gegen Dementoren hilft ein starker Patronus-Zauber, gegen Inferi ein mächtiger Feuerzauber."
Die Schüler schwiegen beeindruckt. Neville schien wirklich sehr viel zu verlangen.
„Heute versuchen wir es mit dem einfachen Lähmfluch, Impedimenta. Ich weiß, ihr alle könnt ihn jemandem auf den Hals hexen, aber lange hält er wahrscheinlich nicht an."
Dennis hob die Hand.
„Ja?" rief Neville ihn auf.
„Mein Lähmfluch hält mehrere Minuten", verkündete Dennis stolz. „Das ist viel mehr als bei den meisten."
„Stimmt", gab Neville ihn Recht, „Aber es kommt auch auf die Größe des Lebewesens an, dass du lähmst. Einen Drachen würdest du mit deinem Fluch keine zwei Sekunden außer Gefecht setzten, genauso wenig wie einen Riesen. Und ein paar Minuten sind für einen Schüler viel – ein durchschnittlicher Todesser lähmt dich für Stunden."
Dennis sah kleinlaut zu Boden.
„Also, tut euch zu Paaren zusammen", sagte Neville. „Ihr probiert euren Lähmfluch und versucht, ihn auf fünf Minuten auszudehnen. Wenn ihr es solange geschafft habt, hebt ihr ihn wieder auf und euer Partner verhext euch."
Emma und Natalie stellten sich zusammen, genauso wie Malcolm und Jessica. Es sah so aus, als würden wieder die gleichen Paare wie am Tag zuvor bei Kräuterkunde bestehen.
Doch Neville hob die Hand. „Tut mir Leid, aber wenn ihr mir euren besten Freunden zusammen arbeitet, strengt ihr euch vielleicht nicht genug an. Wartet."
Er ließ seinen Zauberstab durch die Luft sausen und es entstanden Funken von vier Farben. Gemächlich verteilten sie sich über den Raum und blieben schließlich über den Köpfen der Schüler stehen.
Natalie schielte nach oben, über ihr schwebten lila Funken. Sie sah sie um. Mist, Emma hatte grüne Funken, Jessica gelbe und Malcolm blaue.
Dennis, über sich die gleichen blauen Funken, stellte sich murrend zu Malcolm, Jessica ging zu Jack hinüber und Emma sah unsicher auf die grünen Funken über Nevilles Kopf.
Natalie fluchte leise. Die Zusammenarbeit mit Eleanor war nur ein wenig besser, als wenn die Wahl auf Dennis gefallen wäre. Widerstrebend bewegte Eleanor sich zu ihrer Partnerin.
„Okay, fangt an!" rief Neville und wandte sich Emma zu.
„Ich fang an", sagte Eleanor sofort.
Natalie zuckte die Schultern. Hoffentlich war Eleanor auch in Verteidigung gegen die Dunklen Künste keine Leuchte.
„Impedimenta!" rief das Mädchen.
Der Fluch ließ Natalies Haut ein wenig kribbeln, hatte aber keine weiteren Auswirkungen.
„Ich bin dran", sagte Natalie schadenfroh und hob ihren Zauberstab. „Impedimenta!" schrie sie und versuchte, all ihre Willenskraft in den Fluch zu legen.
Tatsächlich war ihr Lähmfluch besser als jemals zuvor. Eleanor blieb stocksteif stehen und bewegte sich für etwa dreißig Sekunden nicht mehr.
Als sie wieder zu sich kam, fluchte sie wütend weiter. Aber weder Eleanor noch Natalie brachten einen Lähmfluch von fünf Minuten zu Stande.
Emma hingegen schien gar nicht aus dem Stocksteif-Herumstehen herauszukommen. Ihre Flüche setzten Neville nur für Sekunden außer Gefecht, während sie selbst die vollen fünf Minuten gelähmt war.
Als Eleanor gerade einen Fluch abbekommen hatte, sah Natalie sich nach den anderen um.
Malcolm schien etwa genauso gut zu sein wie Dennis, was den Gryffindor anscheinend mächtig fuchste. Seine Ohren waren konstant rot.
Jack und Jessica waren auch ebenbürtige Gegner. Gerade schaute Jack sich um, während Jessica, von seinem Fluch gelähmt, wie eine Statue aus Stein dastand.
Jacks Blick traf Natalies und er grinste ihr zu. Sie sah rasch weg und wurde prompt von Eleanors Fluch getroffen.
Etwa eine Stunde war vergangen, da rief Neville „Finite!" und hob die bestehenden Flüche auf.
„Ihr wart alle ganz gut", sagte er. „Eleanor und Natalie, ihr solltet beide noch üben. Die anderen sind gar nicht mal so schlecht. Ich glaube, Malcolm kann es bis jetzt am besten."
Gehässig beobachtete Natalie Dennis, der mit seinem Zauberstab wütend Funken sprühen ließ.
„Den Schluss der Doppelstunde üben wir den Schildzauber, Protego. Dafür teile ich euch in neue Paare ein, damit ihr euch nicht auf die Stärken und Schwächen eurer Gegner einstellen könnt. Ein Todesser wird euch auch nicht erzählen, welche Macken seine Zauber haben."
„Er redet genauso wie Moody", sagte Emma, als sie später zum Mittagessen gingen. „Als würde uns gleich im nächsten Moment ein Verrückter anspringen und uns verhexen."
Natalie grinste schief. „Na ja, so abwegig ist das ja nicht. Letztes Jahr haben die Todesser es auch nach Hogwarts geschafft."
„Ich finde Nevilles Unterricht jedenfalls gut", sagte Jack, der auch jetzt nicht zu Dennis ging und lieber bei Natalie und ihren Freunden blieb. Die schienen das einfach zu akzeptieren. Dennis ging damit wesentlich ungleichgültiger um. Mit einer blasierten Miene, die gar nicht zu ihm passte, schritt er mit Eleanor an seiner Seite davon. Das Mädchen sah sich unbehaglich zu ihren Klassenkameraden um. Natalie musste hämisch lächeln. Vielleicht dachte Eleanor gerade, dass Dennis sie nicht weiter an Blaise heranbringen würde.
„Ja, ganz okay", grummelte Emma währenddessen. „Aber ich kann nicht behaupten, dass ich besonders viel Spaß dabei hatte, mich erst von ihm und dann auch noch von Creevey verhexen zu lassen – am laufenden Band sozusagen!"
„Üben, Emma, üben", empfahl Natalie verhalten grinsend. „Habe ich auch nötig. Ist echt peinlich, dass ich nicht besser bin als Branstone. Obwohl ich gegen dich gar nicht so alt aussah, Jack!"
Jack lachte. „Du siehst nie alt aus, Natalie."
Sie lief leicht rosa an und hielt es für besser, zu schweigen. Hatte Jack das als Kompliment gemeint? Oder fand er, sie sähe zu jung aus?
Emma warf Natalie einen überraschten Blick zu, aber sie sagte nichts.
Die fünf nahmen ihre Mahlzeit ein, ohne sich viel zu unterhalten. Malcolm, sonst eher der schweigsame Typ, redete heute am meisten.
Nach dem Mittagessen hatten sie noch reichlich Zeit bis zu ihrer nächsten Unterrichtsstunde, Geschichte der Zauberei. Natalie bekam schon beim Gedanken daran einen Gähnanfall.
„Wollen wir nicht schwänzen?" schlug sie vor, als sie mit den anderen im Gemeinschaftsraum faulenzte.
„Keine schlechte Idee", murmelte Emma müde. „Schade, dass das nicht geht. Ich habe echt keine Lust auf Binns."
„Jack und ich müssen aber", erklärte Jessica. „Wir haben Ende des Jahres unsere ZAG-Prüfungen, obwohl sie wahrscheinlich leichter werden als sonst. Wir können es uns da nicht leisten, zu schwänzen."
„Stimmt", sagte Malcolm sofort.
Emma grinste verschlagen. „Du stimmst Jessica auch immer zu", stichelte sie. „Hast du am Ende keine eigene Meinung mehr, Malcolm?"
Malcolm bedachte sie nur mit einem kühlen Blick.
„Ich hätte auch nichts dagegen, Geschichte der Zauberei zu verpassen", sagte Jack.
„Schwänzt ihr doch", knurrte Emma unzufrieden. „Du und Natalie. Aber ich würde euch empfehlen, zu Zaubertränke wieder da zu sein."
Jessica sah Jack zweifelnd an. „Und die ZAGs?"
„In Geschichte der Zauberei? Also wirklich, Jessica", sagte Jack, den Kopf gespielt vorwurfsvoll schüttelnd, „Du hast doch nicht wirklich vor, aufzupassen und die Prüfungen mit Wissen zu bestehen, oder? Es ist eine Tradition hier, bei den ZAGS für Geschichte der Zauberei zu raten."
Jessica schnaubte und Natalie hatte für einen Moment lang das Gefühl, Hermine Granger vor sich zu haben. „Dann schwänz doch!" rief Jessica genervt.
„Das habe ich auch vor", entgegnete Jack grinsend. „Gehen wir, Natalie?"
Natalie nickte. „Und wohin?" fiel ihr auf einmal ein.
„Nach draußen, an den See", schlug Jack vor. „Ist richtig warm da."
„Und wie, Schlaumeier?" mischte Emma sich wieder ein. „Durch das Tor kommt ihr nicht, das ist magisch verriegelt."
Daran hatten weder Jack noch Natalie gedacht.
„Hast du nicht gesagt, Nadine kennt alle Geheimgänge? Vielleicht kennt sie auch welche aus dem Schloss!" sagte Natalie dann, als sie sich an Emmas Versprechen von gestern erinnerte.
„Hm", machte Emma. „Eigentlich schon."
Sie stand kurz entschlossen auf. „Los, in unseren Schlafsaal."
Jack und Natalie folgten ihr die gewundene Treppe hoch, während Malcolm und Jessica faul auf der Couch sitzen blieben.
Emma ging eilig zu Nadines Koffer vor ihrem Bett. Sie öffnete ihn und tippte den Deckel mit ihrem Zauberstab an. Sofort fiel eine Klappe hervor und gab den Blick auf ein magisch vergrößertes Fach frei. Emma zerrte ein Stück Pergament hervor.
„Da – Nadines Karte von Hogwarts, Hogsmeade und Umgebung", sagte sie zufrieden. „Nadine ist eine wunderbare Schnüfflerin. Sie hat nur ein Schuljahr gebraucht, um mit Hilfe ihrer Freunde sämtliche Geheimgänge zu finden. Sie hat alle aufgeschrieben, sie kennt sogar einige, die zum Verbotenen Wald führen. Und eine, die zur Heulenden Hütte führt. Aber sie hat es nur einmal geschafft, ihn zu benutzen. Wisst ihr, die Peitschende Weide sitzt auf dem Eingang. Nadine ist so klein, dass sie es geschafft hat, durch die Äste zu schlüpfen, aber es war verdammt gefährlich, hat sie gesagt. Also – ihr braucht einen Weg vom Schloss auf die Ländereien, oder?"
Emma studierte die Karte aufmerksam. Natalie und Jack betrachteten das von Linien, krakeligen Notizen und Pfeilen Pergament beschmierte verblüfft.
„Wahnsinn!" sagte Natalie beeindruckt. „Das hätte ich Nadine nicht zugetraut. So wie die Weasley-Zwillinge, wisst ihr noch? Die kannten sich auch überall in Hogwarts aus. Zwar ganz ohne Karte – aber, wirklich genial, dieses Mädchen."
Jack pfiff bewundernd. „Ja, echt. Darfst du die Karte benutzen?"
Emma nickte abwesend. „Klar. Durften alle, die sie mochte. Und ich gehöre halt zu den Glücklichen."
„Wir aber nicht, oder?" fragte Natalie beklommen.
Emma zuckte die Schultern. „Keine Ahnung. Ich glaube, im Moment hat sie vor allem etwas gegen Zeller und Sloper." Sie warf Jack einen undefinierbaren Blick zu. „Den jüngeren Sloper."
Sie tippte mit dem Zauberstab auf eine Stelle auf der Karte. „Tja, sieht so aus, als gäbe es keine direkten Zugänge zu den Ländereien. Aber hier, am Rand vom Verbotenen Wald, da gibt es einen Ausgang. Der fängt hier irgendwo im Schloss an... da, hier im dritten Stock, hinter dem Portrait des Bechernden Bibers. Passwort ist..." Emma sah mit einem seltsamen Gesichtsausdruck auf. „Gluckgluck." Sie grinste. „Eure Entscheidung. Ich würde jedenfalls nicht in den Wald gehen."
Natalie überlegte. „Aber der Ausgang ist doch ganz am Rand?"
„Ja, klar. Trotzdem. Ich hätte Angst."
Jack machte ein entschlossenes Gesicht. „Ich nicht."
„Hm. Ich weiß nicht", zweifelte Natalie.
„Ich beschütz dich", bot Jack grinsend an.
Natalie runzelte die Stirn. „Äh." Was sollte das heißen?
„Also, was ist?" fragte Emma ungeduldig und faltete die Karte zusammen.
„Okay, wir gehen", entschied Natalie.
Jack sah sehr zufrieden aus. Emma verstaute die hilfreiche Karte wieder im geheimen Fach von Nadines Koffer, danach gingen die drei wieder die Treppe hinunter.
„Wir hauen ab!" verkündete Jack.
Jessica runzelte die Stirn, aber sie sagte nichts mehr dagegen.
„Viel Spaß", grummelte Emma, als sie sich auf ein Sofa warf. „Passt aber bloß auf. Ich habe keine Lust, Slughorn in Zaubertränke zu erzählen, warum ihr nicht da seid. Ihr habt nur eine gute Stunde, denkt daran."
Natalie winkte ab und stapfte durch das Portraitloch, Jack hinter sich.
„Also", sagte sie. „Dritter Stock, das ist ja hier. Und wo hängt der Bechernde Biber?"
Jack überlegte. „Ich denke mal, irgendwo bei den Tierischen Techtelmechteln, du weißt doch, diese Portraitreihe. Würde ich vom Namen her einfach sagen."
Natalie nickte und die beiden setzten sich in Bewegung. Der Weg zur Potraitansammlung der Tiere war nicht sehr weit.
Bald gingen Natalie und Jack die Reihen der Portraits ab. Sie passierten ein riesiges Bild von Tieren, die allem Anschein nach gerade feierten, als sie weitergingen, sah ein Rabe ihnen mit stechendem Blick nach. Auf dem nächsten Bild putzte eine Ratte sich den kahlen Schwanz, nebenan sang eine Kröte mit quakiger Stimme und kümmerte sich nicht um die Vorbeigehenden.
„Da, der Biber!" entdeckte Jack das gesuchte Portrait endlich.
Tatsächlich, im Portrait stürzte der Bechernde Biber eine ganze Flasche mit einer unangenehm gelben Flüssigkeit auf einen Schlag herunter.
„Unverkennbar", sagte Natalie kichernd.
Der Biber starrte sie mit glasigen Augen an. „Was... was willst du, hä?" fragte er mit aggressiver Stimme. Er schlug die leere Flasche gegen eine Wand im Hintergrund, so dass sie zersprang und ein Rest der gelben Flüssigkeit sich auf dem Boden verteilte. „Willst... willst dich über mich lustig machen, hä?"
Natalie schüttelte belustigt den Kopf. „Gluckgluck", sagte sie.
Der Biber zeigte seine fauligen Zähne in aller Pracht und sein Portrait klappte zur Seite. Ein dunkler Gang wurde sichtbar. Schnell kletterten Natalie und Jack hinein, bevor das Portrait den Weg mit einem lauten Knall wieder verschloss.
Im Gang war es stockdunkel und roch nach gärendem Alkohol. Natalie erinnerte sich an den Abend mit dem Feuerwhisky und hielt sich die Nase zu.
„Lumos", murmelte Jack und das spärliche Licht aus seinem Zauberstab gab den Blick auf den geraden, trostlosen Tunnel frei, der sich irgendwo weiter hinten wieder im Dunkel verlor.
Auch Natalie erleuchtete ihren Zauberstab.
„Unheimlich", murmelte sie.
„Hm", meinte Jack.
Natalie kicherte trotz der unangenehmen Situation. Dass Jungen nie zugeben konnten, dass sie sich fürchteten.
„Hör auf zu lachen", sagte Jack in einem gespielt vorwurfsvollen Ton.
Natalie grinste. „Okay."
Der Tunnel war sehr niedrig. Natalie stieß mit ihrem Kopf beinahe an die Decke, während Jack gebückt gehen musste.
„Der Weg ist bestimmt ziemlich lang, oder?" fragte er und rieb sich den Kopf, mit dem er sich eben gestoßen hatte.
„Wahrscheinlich", stimmte Natalie zu und ging einen vorsichtigen Schritt vorwärts. Das Licht ihres Zauberstabes fiel auf einen kleinen Haufen im Gang.
„Uäääh", machte sie angeekelt.
„Was denn?" Jack versuchte, in dem engen Tunnel an ihr vorbei zu schauen.
„Tote Ratte", würgte Natalie. „Igitt, die stinkt total."
Sie machte ein paar hastige weitere Schritte vom Ausgang weg und schrie erschrocken auf, als sie ins Leere trat. Ihr Fall war nicht tief, schon den Bruchteil einer Sekunde später traf sie schmerzhaft auf einem glitschigen steinernen Boden auf. Wieder quietschte sie, als sie spürte, dass der Boden schräg war und sie langsam abwärts schlitterte.
„Jack, ich rutsche irgendwie runter!" rief sie schrill, als sich ihr Tempo beschleunigte.
Sie konnte noch Jack überrascht ihren Namen rufen hören, dann ging die Rutschpartie immer schneller. Hinter ihr ertönte ein dumpfer Aufprall, Jack musste ihr hinterher gesprungen sein.
Entsetzt bemerkte Natalie, dass sie ihren Zauberstab beim Fall verloren haben musste. Trotzdem schien die Wand auf irgendeine Art Licht abzusondern. Natalie sauste viel zu schnell daran vorbei, um Genaueres zu erkennen, aber sie wusste, dass auch Schimmel im Dunklen leuchtete. Im diesem schummrigen Licht erkannte sie Kurven erst, kurz bevor sie selbst um die Ecken schlitterte. Ihr restlichen Bemühen verwendete sie nur darauf, sich gerade zu halten und nicht an den Wänden entlang zu schrammen.
Der Gestank schien nach einer Weile zu verschwinden und einer frischeren Waldluft zu weichen. Einige Sekunden nachdem Natalie den neuen Geruch erschnuppert hatte, riss sie die Augen weit auf. Das Schimmellicht gab den Blick auf eine Wand frei, vor der Natalie Weg zu enden schien. Sie kniff in Erwartung eines schmerzvollen Aufpralls die Augen zu, aber alles, das passierte, war, dass sie auf irgendeinem weichen Boden landete.
Überrascht sah Natalie sich um.
A/N: Da ist er, der angekündigte Cliffie. ;) Reviewt einfach schön viel, dann geht es auch schnell weiter!
