Tadaaa! Ein kleines Jubiläum – 1111 Leute haben auf diese meine FF geklickt (ohne die Hits, die vor einiger Zeit mal alle gelöscht wurden, da hat FF-net wohl was verbaselt).

Merkt ihr was?
1. Stimmt, ich suche nach Gründen, um trotz fehlender Reviews ein neues Kapitel on zu stellen.
2. 1111 Leute draufgeklickt, 49 Reviews... da stimmt was nicht, hm?
3. Oh ja, ich beklage ich vor jedem neuen Kapitel über die mickrige Anzahl von Reviews.

Also seid lieb und reviewt mir auch, wenn ihr nicht Tuniwell heißt. (An dieser Stelle noch mal ein riesiges Dankeschön an eben jene. ;))


Kapitel 17

Beim Abschied fiel es Emma schwer, mitfühlend auszusehen. Ihr Gesicht leuchtete, und kaum hatten sie, Jessica, Malcolm und Jack sich inmitten den anderen Schüler ein paar Schritte entfernt, diskutierte sie mit Jessica eifrig die aktuelle Herbstkollektion von Gladrags.

Tonks, die dem Schülerhaufen folgte, lächelte Natalie zu. „Tja, Pech gehabt", sagte sie. „Du wirst es überleben, oder?" Sie kicherte. „Ich habe damals zweimal nicht nach Hogsmeade gehen dürfen. Die einzigen zwei Male, wo ich mal wirklich für die Schule gelernt habe."

Sie winkte und machte sich auf den Weg, Lupin, der an der Spitze der Schüler ging, hinterher.

Natalie seufzte und drehte sich um.

Filch, der am Eingangsportal stand, grinste schadenfroh. „Mit dem lächerlichen Hogsmeade-Verbot bist du noch gut weg gekommen", stellte er heiser fest, als er das Portal hinter ihnen schloss.

Natalie beeilte sich, die Marmortreppe zum ersten Stock hochzusteigen. Sie hatte nicht die geringste Lust, sich Filchs sehnsüchtige Vorträge über Daumenschrauben und Fußfesseln anzuhören.

Über eine allgemein bekannte Geheimtreppe gelangte sie schnell in den vierten Stock. Dort schlug sie den Weg Richtung Bibliothek ein.

Madam Pince beobachtete sie scharf unter ihrer Geiernase.

„Warum bist du nicht in Hogsmeade wie die anderen?" fragte sie argwöhnisch. „Warum verpasst du den Ausflug, um hierher zu kommen? Dich sehe ich hier nicht allzu oft. Was hast du vor?"

Natalie schluckte eine boshafte Bemerkung herunter und lächelte offen. „Ich suche ein Buch, das mir Verteidigung gegen die Dunklen Künste helfen könnte. Die Grundlagen des Duellierens, wissen Sie."

Madam Pince kniff die Augen zusammen. „Das kenne ich", erwiderte sie, als hätte sie diese Situation schon unzählige Male erlebt. „Für Verteidigung gegen die Dunklen Künste, ja? O ja, und dann kommt das Buch lädiert zurück – voller Tintenspritzer – und Fluchschäden – und herausgerissenen Seiten -"

„Nein, nein, ich passe wirklich darauf auf!" beeilte Natalie sich zu beteuern.

Madam Pince ließ sich in ihrer Beschwerde nicht aufhalten. „Was glaubst du, wie oft ich das schon gehört habe? Und am Ende habt ihr es doch wieder verschandelt. Brandlöcher von Feuerflüchen, verknickte Umschläge, das Papier schlägt Wellen... Jedes dieser Bücher hier ist ein einzigartiger Hort des Wissens, aus dem lernwillige, sorgfältige Hexen und Zauberer alles, was sie jemals brauchen, lernen können. Lernwillige, sorgfältige Hexen und Zauberer sage ich! Keine gelangweilten, kekskrümelnden Jungspunde, wie ihr Schüler es alle seid!"

Eine Viertelstunde später verließ Natalie die Bibliothek wieder. Den letzten Rest ihrer guten Laune hatte sie dort gelassen, aber immerhin war es ihr gelungen, nach vielen ernsthaften Beteuerungen drei Bücher mitzunehmen – unendlich wertvolle und einzigartige, wie Madam Pince nicht müde geworden war zu betonen.

Im Gemeinschaftsraum ließ sie die Bücher auf einen der niedrigen Tische fallen – ohne ein schützendes Tuch darunter zu legen, wie sie versprochen hatte. Sie sah Madam Pinces entsetztes Gesicht förmlich vor sich und konnte es nur genießen.

Kurze Zeit später schmierte sie Notizen auf ein Stück Pergament, vor sich ein aufgeschlagenes Exemplar von Verwickelte Verwandlungen. „Einzigartig", murmelte Natalie ungläubig. Genau dieses Buch hatte sie bei Flourish & Blotts in Massen gesehen.

Sie brauchte anderthalb Stunden, um einen zufriedenstellenden Aufsatz – zwei Fuß und drei Zoll – für McGonnagal zu schreiben. Als sie ihn noch einmal abschließend durchlas, war sie ziemlich stolz auf sich. Mit einem Gefühl höchster Befriedigung knallte sie Verwickelte Verwandlungen zu, so dass eine Staubwolke aufstieg.

Natalie kicherte. Madam Pince hielt die Bücher ja wirklich in allerbestem Zustand.

Das Kichern verging ihr, als sie versuchte, den Wälzer mithilfe des Aufrufezaubers zu bewegen. Egal, wie energisch sie „Accio" rief und wie stark sie sich auf das Buch konzentrierte – es blieb unbeweglich auf dem Tisch liegen.

Natalie dachte an die Angriffsfläche und klappte das Buch irgendwo in der Mitte auf. Mit der doppelten Fläche würde es vielleicht einfacher sein.

Nach sieben weiteren erfolglosen Versuchen war der Wunsch, das Buch gegen die Wand oder aus dem Fenster zu schleudern, gefährlich groß.

Frustriert ließ Natalie sich in die weichen Polster ihres Sessels sinken. Sie schloss die Augen und atmete tief durch. Etwas piekste sie an der Seite. Genervt schlug sie auf die Stelle, als wollte sie eine Fliege erlegen, hörte aber nur ein Knistern von Papier.

Ihr wurde kalt, als sie sich an den Brief erinnerte. Sie zog den sehr zerknitterten Umschlag aus der Tasche und betrachtete ihn.

Natalie McDonald
Frühstückstisch
Große Halle
Hogwarts

Den Brief hatte wohl ihr Vater geschrieben, die smaragdgrünen, verschlungenen Buchstaben waren einigermaßen unverkennbar.

Seufzend riss Natalie den Umschlag auf und zog den Brief heraus. Er war unerwartet kurz, nur wenige Zeilen lang. Natalie schluckte und las.

Natalie,
dass Deine Mum und ich schwer enttäuscht sind, muss ich zweifellos nicht groß erwähnen. Wir haben sehr viel mehr auf Deine Vernunft und die Fähigkeit, die richtige Entscheidung zu treffen, gegeben. Wir waren davon überzeugt, dass vor allem all das, das in den letzten Tagen seit dem neuen Schuljahr geschehen ist, Dir zu denken gegeben hat. Es ist im Moment lebensgefährlich, sich nicht an die bestehenden, gerechtfertigten Regeln zu halten. Verhältst Du dich noch einmal so dumm, wird vielleicht nicht Professor Lovegood Dich der Schule verweisen, sondern wir Dich nach Hause holen.
Lerne, Dich klüger zu verhalten, oder Deine Sicherheit ist wegen Deiner Verantwortungslosigkeit nicht mehr gegeben.
Dad

Natalie biss sich auf die Lippen. Für gewöhnlich klangen die Briefe ihres Vaters lockerer und sehr viel freundlicher. Und normalerweise schrieb ihre Mutter – Natalie hoffte, dass sie nicht womöglich zu schockiert war, um zu schreiben.

Schuldbewusst las Natalie den Brief ein zweites Mal durch. Ihr Blick blieb an ein paar Worten hängen: all das, das in den letzten Tagen seit dem neuen Schuljahr geschehen ist. Sie runzelte die Stirn. Was war denn geschehen? Ihr Vater musste Angriffe von Todessern meinen. Aber außer dem Mord an Sally-Annes Familie hatte sie von keinen Angriffen gehört.

Nachdenklich schnappte Natalie sich ein Stück Pergament. Sie hatte nicht vor, ihren Eltern jetzt zurückzuschreiben – mehr als sich voller Reue zu zeigen konnte sie schließlich nicht tun. Und dass sie sich schämte, wussten ihre Eltern bestimmt.

Stattdessen kritzelte sie eine Abo-Anfrage an den Tagespropheten. Das all das, von dem im Brief die Rede war, war möglicherweise nicht skandalös genug, um unter den Schülern diskutiert zu werden. Aber der Prophet druckte nicht nur Skandalgeschichten – jedenfalls nicht mehr, seitdem Rita Kimmkorn dort nicht mehr arbeitete – sondern auch kleinere Nachrichten.

Natalie ließ die Bücher und ihren fertigen Aufsatz liegen, wo sie waren, und verließ den Gemeinschaftsraum. Sie war froh, weder Filch noch sonst jemanden auf dem Weg zur Eulerei im Westturm zu treffen. Im Moment wollte sie lediglich nachdenken.

Bis auf eine Rüstung, die sich klirrend am Helm kratzte, war es ungewöhnlich still im Schloss. Letztes Jahr war immer irgendwo ein Schüler gewesen, eigentlich hatte Natalie immer jemanden reden hören. Auch während eines Hogsmeade-Wochenendes war Hogwarts nie so seltsam leer. Auf einmal wünschte Natalie sich doch irgendwen, den sie jetzt treffen könnte, einen Beweis, dass sie nicht ganz allein im Schloss war.

Sie atmete auf, als sie die Eulerei erreichte. Hier schliefen zwar deutlich weniger Eulen als noch im letzten Schuljahr, aber die Menge an Mäuseknochen und Eulenmist schien ganz die gleiche zu sein.

Natalie weckte die nächstbeste Eule auf und band ihr den Umschlag um ein Bein. Sie kreischte mürrisch auf, flog aber gewissenhaft davon.

Natalie folgte ihr an das große offene Holzfenster. Die Eule glitt in einem großen Bogen über das Quidditchfeld und drehte dann Richtung London ab. Natalie betrachtete das Feld, die leeren Tribünen. In drei Wochen, wenn das erste Quidditchspiel stattfinden würde, würden sie auch nicht voller sein. Ein paar Schüler, die nicht spielen würden, einige Lehrer und sonst niemand. Was es wohl für ein Gefühl wäre, wenn zweihundert Zuschauer einem zujubeln würden?

Natalie ließ ihren Blick zu Hagrids verlassener Hütte und zum Verbotenen Wald wandern. Irgendwo dort war sie vorgestern gewesen.

Seufzend wandte sie sich ab und verließ die Eulerei, sorgfältig die Mäusekadaver umgehend.


Natalie hatte ein sehr schlechtes Gewissen, als sie sich am Montag aus ihrem Himmelbett quälte. Emma war zwar – ganz wie versprochen – am vorigen Tag in Hogwarts geblieben, aber sie hatten weder den Aufrufezauber geübt noch irgendwelche weiteren Hausaufgaben gemacht.

Stattdessen hatten sie stundenlang über Eleanor und Rosa gelästert, mithilfe von Nadines Karte sieben Geheimgänge erkundet (und auch den Zugang zur Küche gefunden, wo rund hundert Hauselfen sie mit erlesensten Köstlichkeiten beglückt hatten) und den Rest der Zeit faul auf der Haut gelegen.

Emma hatte argumentiert, dass sie am nächsten Tag schließlich noch genug Zeit für Hausaufgaben hätten – schließlich standen nur drei Stunden Astronomie und Zaubertränke vor dem Mittagessen auf dem Stundenplan. Und danach würden sie eine Doppelstunde in den Gewächshäusern verbringen. Damit, hatte Emma fest gestellt, hätten sie ausreichend Zeit, um noch für Verteidigung gegen die Dunklen Künste, die nächste Stunde, zu üben. Natalie hatte sich breitschlagen lassen, denn Emma konnte sehr überzeugend wirken. Also hatten sie schließlich bis Mitternacht im Gemeinschaftsraum gesessen, mit Jack, Malcolm und Jessica Snape Explodiert gespielt und die Süßigkeiten aus dem Honigtopf restlos vernichtet.


Jetzt hatte Natalie zum einen Bauchschmerzen und zum anderen fühlte sie sich viel zu müde, um in den Unterrichtsstunden oder während der Mittagspause auch nur einen Fluch zu trainieren.

Entsprechend miserabel würden dann auch ihre Leistungen in Verteidigung gegen die Dunklen Künste sein. Astronomie war grausam lang und nicht gerade fördernd für Natalies Wachheit gewesen. Blaise Zabini weckte sie zwar immer wieder mit beißendem Spott auf, aber das hatte Natalie auch nicht sonderlich motiviert.

Slughorn wiederum hatte ihre Aufsätze nach ZAG-Niveau bewertet – wieder wurde darauf hingewiesen, dass es für die Fünftklässler schließlich nicht mehr lange hin war – und trotz ihrer sorgfältigen Arbeit hatte sie gerade mal ein Annehmbar erreicht. Infolgedessen hatte Natalie nicht die geringste Lust, über vier Wochen selbstständig einen komplizierten Zaubertrank fertig zu stellen, um ihn danach wieder streng bewerten zu lassen. Slughorn hatte jedem Schüler einen anderen Trank aufgegeben, damit sie nicht etwa eine Probe der Arbeit eines anderen abgeben können würden. Zu allem Übel hatte Natalie den Eindruck, dass ihr Projekt, der Gripsschärfungstrank, das komplizierteste Rezept von allen hatte.

In Kräuterkunde, der Doppelstunde nach dem lustlosen Mittagessen, hatte niemand den Fangzähnigen Geranien mehr Blüten abjagen können. Malcolm hatte bei dem Versuch, die aggressive Pflanze einfach aus der Erde zu reißen, einige unschöne Schrammen davon getragen, die angefangen hatten, ekelhaften grünlichen Eiter abzusondern. Als der Eiter langsam eine große Pfütze auf dem Boden gebildet hatte, schickte Sprout ihn in den Krankenflügel.

In Verteidigung gegen die Dunklen Künste stellte Neville fest, dass sie bei sechs anwesenden Schülern gut Kämpfe zu dritt austragen könnten. Und Natalie konnte nur hoffen, dass sie nicht mit Dennis und Eleanor in eine Gruppe kommen würde. Das Schicksal meinte es offenbar doch teilweise gut mit ihr, denn sie kam zwar in die selbe Gruppe wie Eleanor, aber das dritte Mitglied hieß nicht Dennis Creevey, sondern Emma Dobbs.

„Seid ihr alle bei eurer Gruppe? Gut." Neville lächelte etwas verkrampft. „Also – eine Person aus eurer Gruppe benutzt einen defensiven Zauber. Wir haben erst Protego gelernt, also wendet ihr ihn auch an. Die anderen beiden Mitglieder greifen den Defensiven an – mit dem Lähmfluch, dem Entwaffnungszauber oder den Beinklammerfluch. Derjenige der beiden, der das Schild des Defensiven zuerst durchbrechen kann, schlüpft als nächstes in seine Rolle. Alles klar?"

Die Schüler murmelten zustimmend und bestimmten anschließend die defensive Person. Emma und Natalie hatten sich mit einem Blick verständigt und sagten gleichzeitig: „Ich nicht!"

Eleanor zuckte die Schultern und hob ihren Zauberstab.

Protego!" rief sie. Natalie war überrascht. In der letzten Stunde war Eleanors Schutzschild kläglich gewesen. Heute präsentierte er sich viel stärker, Eleanor musste am Wochenende ständig geübt haben.

Impedimenta!" schrie Emma, aber ihr Fluch verpuffte an Eleanors Schutzschild.

Locomotor mortis!" rief Natalie. Ihr Fluch knallte auf die Abschirmung, ließ Eleanor kurz zurückweichen und prallte dann ab.

„Wieso kann sie das?" fragte Emma leise, aber wütend.

„Weil sie gestern geübt hat, vielleicht?" entgegnete Natalie.

„Meinetwegen, aber sie ist doch viel zu dumm dafür!"

Natalie schüttelte langsam den Kopf. Nein, unglücklicherweise schien Eleanor keineswegs so dumm zu sein.