Kapitel 1: S.M.F
Überall rannten die Leute hektisch umher und schrieen anderen etwas zu, was aber niemand durch dieses Durcheinander verstand. Seit ein paar Tagen waren einige Ministeriumsmitarbeiter spurlos verschwunden. Keine Anzeichen von Gewalt und Kampf, aber verreist konnten sie nicht sein, weil diese Leute gewöhnlich sehr zuverlässig sind und immer mitteilen, wenn sie mal nicht kommen.
Was im Ministerium aber für noch mehr Aufregung sorgte, war die Tatsache, dass diese zwei Zauberer, sehr viel über das Ministerium wussten und sogar über das Archiv, das es gab.
In jedem Archiv standen Bücher, die auf dem ‚Index' des Ministeriums standen. Diese Bücher sind für alle Leute verboten, denn sie beinhalten alte Flüche, alte Zaubertränke, Beschwörungsformeln, die zu den dunkelsten Künsten, der schwarzen Magie zählten. Nur gewisse Personen des Ministeriums hatten Einsicht in dieses Archiv. Es wurde beim alljährlichen Sicherheitsrat, wo alle Abteilungsleiter und Stellvertreter anwesend waren, darüber bestimmt, wer Zugang hat und somit auch kontrollieren musste, welche Bücher fehlten, neu hinzukamen oder sich wer ausgeborgt hatte.
Einige Abteilungen hatten nur einen beschränkten Zugang zu diesem Archiv und zwar nur zu jenen Büchern, die sie für ihre Arbeit brauchten. Benötigten sie auf Grund einer Nachforschung ein anders Buch, mussten sie in eine Abteilung gehen, die kompletten Zugang hatte und dort detailliert angeben, was genau sie suchten und wofür sie es brauchten.
Zu den Ministeriumsangestellten, die unbeschränkten Zutritt hatten, gehörten die Auroren, die diese Bücher für ihren Kampf gegen die Todesser und dunklen Kreaturen benötigten. Auch war dieser Berufszweig dafür bekannt, dass er sehr viele Fragen stellte und sich erst dann zufrieden gab, wenn sie wirklich alles wussten. Allen Auroren wurde eingetrichtert, dass sie fair und objektiv urteilen sollten, sonst würden sie nicht lange bestehen.
In solchen Zeiten wagten sich nicht viele Ministeriumsangestellte in die AMS. Denn dort herrschte das pure Chaos. Überall flogen Memos mit Hinweisen hin, wo Todesser angegriffen hatten und sofort Hilfe benötigt wurde. Die meisten Memos waren sinnlos und verschwendeten nur die Zeit der AMS-Leute, die ohnehin schon genervt waren.
Dauereinsätze, kaum noch schlafen und dennoch immer wachsam sein, um jede nur so kleinste verdächtige Bewegung zu analysieren und bei Erforderlichkeit sofort angreifen zu können. In solchen Zeiten war es für keinen einfach überhaupt in diesen Berufszweig zu kommen und standen unter noch strengere Beobachtung während der Aufnahmeprüfung.
Solche, die nur knapp die Aufnahmeprüfung nicht geschafft hatten, wurden in das neu gegründete S.M.F. gegeben, wo sie mit den Auroren zusammen arbeiteten, aber dennoch bekam einer aus der S.M.F. keine eigenen Aufträge. Von ungefähr dreißig Aurorenbewerbungen, waren gerade mal vier wirklich tauglich, weitere fünf kamen gerade noch so durch und die restlichen, hatten dann die Wahl, ob sie sich wo anders bewerben wollten, oder zur S.M.F. gehen.
Jedem, der neu in das Ministerium kam, wurde eingetrichtert, dass das Archiv Unbefugten der Zutritt verboten war und nur, wer vom Sicherheitsrat die Erlaubnis bekam, durfte hinein, auch nicht, ohne vorher seinem Vorgesetzten oder den Zaubereiminister, davon in Kenntnis zu setzen. So wurde, falls etwas verschwand, der Kreis der Verdächtigen sehr klein.
So war es auch an diesem Tag, nur, dass niemand etwas aus dem Archiv entwendet hatte, sondern zwei wichtige Zauberer verschwunden waren, die für die Überwachung des Archivs zuständig waren.
Der Sicherheitsrat traf seit dem Verschwinden von Thomas Jones und John Williams jeden Tag zusammen, um über die Fortschritte zu reden, die sie machen sollten, um die Beiden wieder zu finden.
Millicent Bagnold, die seit kurzem Ministerin war, hielt den Vorsitz und fragte den Leiter des Aurorenbüros, Benjamin Potter. Er hatte rabenschwarzes Haar, das etwas länglicher war und im teilweise vom Kopf abstand. Seine Augen strahlten Ruhe, Autorität, Sicherheit und für jemanden, der das Beobachten gewohnt war, auch Müdigkeit aus. Unter den Augen waren tiefe Augenringe zu sehen und man sah ihm an, dass er schon länger nicht mehr geschlafen hatte. Er selbst hatte Leute aus der S.M.F. und des Aurorenbüros auf einen Kampf vorbereitet, falls sie endlich mal einen brauchbaren Hinweis für den Aufenthaltsort von Jones und Williams bekamen.
Benjamin Potter stand auf und alle Augen waren auf ihn gerichtet. Einen kurzen Moment schwieg er noch, dann begann er mit einer tiefen Stimme zu sprechen: „Seit nun mehr zehn Tagen, sind die Beiden schon spurlos verschwunden, was natürlich jedem bekannt ist. Wir sind den Hinweisen, die bei uns eingegangen sind nachgegangen, nur, dass kein einziger uns auf die Spur von ihnen gebracht hat. Im Gegenteil, mit solchen Hinweisen hilft uns keiner, sondern die Arbeit wird behindert."
„Wie meinen Sie das, Potter?", fragte Bagnold.
„Frau Minister, was ich damit sagen will ist, dass bei uns immer wieder Memos eingehen, dass sie Williams und Jones dort gesehen haben, gleich darauf erreichen uns noch zwei Memos, in denen komplett was anders steht. Einige Witzbolde fanden es wohl sehr witzig, dass sie uns sogar Fotos schickten, die sie bearbeitet hatten. Ich habe Ihnen die Fotos gezeigt?", fragte er in die Runde und alle nickten leicht. „Gut!" Er stieß seinen Sessel zurück und ging um den Tisch herum. „Auch werden sie herausgefunden haben, dass die Nebel so dicht sind, wie so noch nie waren. Zuerst dachten wir ja nur, es sei ein harmloses Brüten der Dementoren. Es ist aber wieder etwas Anders, was man als harmlos bezeichnen kann, wenn sie das unter Voldemort machen. Nachdem, was Franks mit seinem Team herausgefunden hat, ist das kein normales Brüten. Voldemort nötigt sie, sozusagen, dass sie Brüten."
„Ich habe es auch gemerkt. Die Aura, die von diesem Nebel ausgeht, hat nichts Gutes an sich. Ich mag es nicht einmal, wenn ich da durchgehen muss", warf ein kleiner, grauhaariger Zauberer ein.
„Glauben Sie mir, Bartenstein, dass macht keiner freiwillig", sagte Bagnold. „Potter?"
„Ja?"
„Haben Sie auch sonst noch was herausgefunden?"
„Bis auf das, dass es kein sicheres Gebäude mehr gibt? Sie können sich glücklich schätzen, dass ein Team des Aurorenbüros ihren Einsatz verschieben musste und so den Angriff einiger Todesser abehren konnte. Gewiss haben die anderen Ministeriumsangestellten auch geholfen, aber hätten Sie überhaupt gewusst, was sie tun sollten, wenn sie einen dunklen Fluch sprechen?"
Die Spannung im Ministerium war seit dem Angriff vor ein paar Wochen extrem. Viel vermuteten sogar, dass noch ein Angriff kommen würde und dies nur der Anfang war. Was aber den Leiter des Aurorenbüros so verärgerte war die Tatsache, dass sich einige aus dem Ministerium einbilden mussten, dass die Auroren immer dort sein mussten, wo ein Angriff stattfand. Und das es nur Glück war, dass sie hier geblieben waren.
Sogar Auroren waren nicht allmächtig und konnten nicht überall gleichzeitig sein. Seit dem ‚Kriegsbeginn' vor knapp sieben Jahren, wurde Auror um Auror ausgelöscht. Von den damals sechzig Auroren, waren jetzt nur mehr fünfundzwanzig über.
In den vergangen Jahren kamen auch immer mehr Rekruten und bewarben sich, weil sie helfen wollten, doch die Meisten konnten dem Druck nicht standhalten, der bei den Tests erforderlich war und somit war es auch unmöglich in einem Kampf Haltung zu bewahren.
In den vergangen Jahren, kamen gerade einmal achtzehn Rekruten durch die Prüfung und überlebten ihr Mentorenjahr. Ein Viertel der Rekruten hatte es nicht überlebt, sie starben im Feld oder an der Schwere ihrer Verletzungen. Für die Mentoren, Eltern und anderen Angehörigen war es nicht einfach jemanden zu verlieren, aber ein Mord gehörte schon zur Tagesordnung.
„Gewiss nicht, Mr. Potter, auch gebe ich Ihnen nicht die Schuld daran, aber die ganzen Vorkommnisse der letzten Zeit, lassen die Leute hier ziemlich überreagieren", beschwichtigte die Ministerin ihn.
Benjamin Potter hatte eine gefühlskalte Maske aufgesetzt, sodass niemand seine Gedanken und Gefühle lesen konnte. Wäre ein Gegner dazu in der Lage gewesen, dann hätte er schon schlechtere Karten gehabt und die Chance, dass er starb, war größer.
„Haben Sie sonst noch was?", fragte Bagnold und Potter verneinte, ging wieder zu seinem Stuhl und setzte sich. Aufmerksam verfolgte er die weitere Versammlung und ‚scannte' die anderen Ministeriumsmitarbeiter, die ebenfalls zu dieser Sitzung eingeladen waren.
„In Ordnung", begann Bagnold, erhob sich um einen besseren Überblick zu haben. „Da Mr. Potter uns gerade über die Fortschritte informiert hat, möchte ich nun Charlie Bond das Wort geben." Bagnold setzte sich wieder und ein stämmiger Mann, mit kurz geschorenem Haar, vielen Narben im Gesicht und einem misstrauischem Blick stand auf.
„Wie viele der hier Anwesenden wissen, gibt es seit ein paar Wochen die S.M.F. und die Organisation dauerte länger als erwartet. Jetzt jedoch sind die Aufgaben verteilt und die, die nicht bei den Auroren aufgenommen werden können, aber dennoch Potenzial haben, werden nun hier aufgenommen. Die Anforderungen sind nicht weniger als Auror-Rekrut. Die S.M.F. arbeitet eng mit dem Aurorenbüro zusammen und stellt Leute zur Verfügung." Bond sah jeden an, bevor er weiter sprach. „Nicht das die ‚Fs' weniger Potential hätten als Auroren, dennoch können sie dem Druck nicht standhalten. Und in den ganzen Situation, dem ein Auror gewachsen sein muss, würden sie den Überblick verlieren und nicht mehr rational denken, sonder einfach nur mehr nach Gefühl. Und nach Gefühl zu handeln, ist das Schlimmste was man tun kann, deshalb stehen sie dann unter der Aufsicht eines Team-Kapitäns und müssen sich einfach nur noch auf deren Anweisungen konzentrieren. Selbstständige Handlungen, die andere in Gefahr bringen, werden nicht toleriert, sollten sie aber gut durchdacht und ausgeführt sein, dann kann man ihnen auch etwas Größeres zutrauen. Wenn Sie jetzt wissen wollen, was genau das Größere ist, dann ersparen Sie sich das, denn darauf gebe ich Ihnen keine Antwort, weil es nur die AMS zu interessieren hat und Notfalls auch den Minister."
Den letzten Satz hatte Bond mit Nachdruck gesagt, so dass niemand es mehr wagte oder auch nur in Betracht zog, eine Frage darüber zu stellen. Über die Vorgehensweise der neuen Organisation wussten sie jetzt bescheid, auch wie sie agierte, aber die wirklich genauen Aufgaben kannten sie nicht. Nur der Überblick und die groben Aufgaben wurden ihnen mitgeteilt, mehr durften sie nicht erfahren, da man ja nie wissen konnte, wer jetzt zur Gegenseite gehörte oder nicht.
Auch im Sicherheitsrat konnte jemand ein Spion sein und das Ministerium verraten. Deshalb sprachen die Leute aus der AMS mit kaum jemandem über Pläne und weitere Vorhaben, denn es konnte alles zu Nichte machen.
Aus Fehlern lernt man, denn Clark Boston, ein Unsäglicher, hatte heimlich Informationen an Voldemort weiter gegeben. Wegen diesen Informationen mussten mehrere Menschen ihr Leben lassen.
Boston wurde vor das Zaubergamot gebracht, wo er auch geständig war und gleich am Selben Tag nach Askaban gebracht. Da die Dementoren schon seit geraumer Zeit unter Voldemorts Einfluss standen, waren einige Leute aus der AMS dorthin versetzt worden.
Da bei den Dementoren keine Ketten benötigt wurden, weil die Gefangenen ja ohne irgendwelchen Probleme das Taten, was man von ihnen wollte, waren jetzt Ketten herangeschafft worden. Die Gefangen versuchten sich auch gegen ihre Wächter zu wehren, aber die ganze magische Kraft, die sie besaßen, wurden unterdrückt und konnten nur vom Ministerium wieder freigegeben werden. Solch ein Zauber benötigte viel Aufwand, um überhaupt einmal das Grundprinzip zu erstellen.
Nach einem Jahr harter Arbeit und Forschung, schafften sie es endlich, dass es funktionierte. Die Magie war nicht spurlos verschwunden, sonder nur unterdrückt, bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Gefangenen entlassen wurden.
„Nur gibt es noch ein Problem", meinte Potter und alle wandten die Köpfe zu ihm. „Jones und Williams haben ja unbeschränkten Zutritt zum Archiv und wie Sie alle wissen, waren die Beiden auch für die Entwicklung des ‚Magiewenders' zuständig. Und wenn sie wirklich von Voldemort gefangen werden, dann werden sie durch Folter reden oder auch nicht. Ich glaube nämlich nicht, dass die Todesser nett zu ihnen sind, um herauszubekommen, was sie wissen wollen und mit allen Mitteln, sei es höchste Gewalt, das aus ihnen heraus zupressen. Was machen wir also, wenn die Beiden wirklich in seiner Gefangenschaft sind und reden?"
„Da haben wir dann ein großes Problem, aber auswendig wissen es die Beiden doch auch nicht", warf Bagnold ein.
„Auswendig nicht", machte Bond weiter. „Aber du Legilimentik können sie alles suchen was sie wollen und wenn sie genau die Stelle in der Erinnerung gefunden haben, die sie gesucht haben, dann können sie sie in ein Denkarium geben und so alle Details herausfinden und alles genau nachvollziehen."
„Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass die Todesser solche Gedanken aus ihnen herausbekommen", sagte Fudge und seine Stimme ließ verlauten, dass er nicht daran glaubte.
„Gewiss nicht, aber wenn der Wille gebrochen ist, dann können sie es", sagte Potter.
Fudge schluckte und auch den anderen hier konnte man anmerken, dass sie lieber nicht daran denken wollten, was mit ihren Kollegen passiert war oder gerade passierte.
„Wenn es nichts mehr gibt, dann können wir die Sitzung beenden?", fragte Bagnold. Keiner hatte mehr etwas beizutragen und so gingen sie jeder seines Weges.
Benjamin Potter war einer der ersten, die den Raum verließen und ging schnellen Schrittes den langen Gang entlang zu den Aufzügen. Wie immer waren die Aufzüge bis oben hin voll und die Memos drängten sich bis oben hin. Ein Zauberer stand bin erleuchtetem Zauberstab darinnen, um überhaupt etwas sehen zu können, weil sie Memos jegliche Beleuchtung wegnahmen.
Ungeduldig wartete Potter darauf, dass der Aufzug endlich den zweiten Stock erreichte, aber immer wieder blieb der Aufzug stehen und so viele wie ausstiegen, stiegen auch wieder ein. Manchmal war es einfach unumgehbar, dass man ein persönliches Gespräch führte, um Dinge schneller abwickeln zu können.
Nach einer Ewigkeit, so kam es Potter jedenfalls vor, kam er im zweiten Stock an und ging hastig auf die Tür zu, hinter der sich das Aurorenbüro befand.
Es war gar nicht so einfach sich durch die ganzen Zauberer und Hexen zu kämpfen, die es sich seit neuestem zur Aufgabe gemacht haben, nicht mehr Memos zu schicken und alles gleich persönlich zu machen, um ja genau nachfragen zu können, wenn man etwas interessant oder wichtig empfand.
In den Bürozellen, an denen er vorbeistürmte, herrschte das reinste Chaos. Überall waren riesige Stapel von Papier, die noch bearbeitet werden mussten und noch an die zuständigen Personen verteilt gehörte. Jeder Auror in diesen Zellen hatte gewisse Todesser und auch andere Aufgaben, die ihm zugeteilt wurden und für die er der Hauptansprechpartner war.
Eigentlich wussten alle gleich viel über die Todesser, aber jeder hatte sich auf welche spezialisiert und wusste natürlich wirklich alles darüber.
Bei den wöchentlichen Meetings, wurden Informationen ausgetauscht und erweitert, so dass jeder dasselbe Wissen darüber hatte wie der andere.
Einige Bürozellen waren leer. Anscheinend waren sie auf einem Einsatz, konnte auch kurzfristig sein, denn Potter wusste davon nichts. Alle geplanten Einsätze wurden durchgesprochen, sodass bei einem Notfall, sofort die Nachhut nachrücken konnte.
Benjamin Potter ging auf seine Bürotüre zu und als er diese öffnete, erschrak er. Überall stapelten sich Papierhäufen und schienen kein Ende zunehmen, denn immer mehr kamen hinzu, sodass er gleich nach kurzer Zeit den Überblick verlor.
„Das wird noch ein langer Tag", murmelte er und kämpfte sich zu seinem Schreibtisch vor, um einige Papiere bereits zu bearbeiten. Als er den ersten Zettel gelesen hatte, legte er seine Stirn in Falten, weil so eine Information wirklich nicht hilfreich war und diese auch jemand anderes aus dem Ministerium hätte lösen könne, aber anscheinend wurde es zum Trend, dass den Auroren zu den üblichen Aufgaben, wie Dementoren finden, Todesser finden, verhaften und verhören und noch anderen Dingen, die Jagd auf Kleinverbrecher auch zu übergeben. Jemand, der ein paar Kessel illegal erworben hatte, wurde in einem Pergament erwähnt, welches Potter sofort in den ersten Stock weiterleitete, wo die Direktion saß, die das Ganze bearbeitete und weiterschickte.
„Die Direktion macht sich die Arbeit ja überhaupt nicht leicht", ließ Potter sarkastisch von sich klingen.
Plötzlich klopfte es.
„WAS?", fauchte er genervt und die Türe öffnete sich zaghaft.
Potter blickte nicht von seinem Pergament auf, sondern wartete darauf, dass die Person endlich zu sprechen begann, denn den ganzen Tag hatte er nicht Zeit.
„Tut mir leid, dass ich dich bei deiner … sinnvollen Arbeit störe", bemerkte eine Frauenstimme. Benjamin blickte auf und konnte in die haselnussbraunen Augen seiner Frau sehen, die ihn belustigt anfunkelte. Sie hatte ebenfalls schwarze Haare, die sie zwar zu einer strengen Frisur hochgesteckt hatte, aber sie wirkte nicht streng, sondern ihre Ausstrahlung verlieh ihr etwas Geheimnisvolles. Ihre Augen strahlten Wärme, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft aus. Im Aurorenbüro war sie das komplette Gegenteil von ihrem Mann, der alles überblicken musste und bei dem kein einziger Fehltritt passieren durfte, weil es sonst zu spät sein könnte.
Sie meinte dann meistens nur: „Lass sie doch, sie sind noch jung und haben nicht die nötige Erfahrung, die viele Auroren hier haben. Sie dich an. Du hattest auch nicht immer die Erfahrung, die du jetzt hast, aber du hast sie dir angearbeitet und das müssen sie auch machen."
„Ja, sehr sinnvoll", bemerkte Benjamin. „Brauchst du was?"
„Alastor ist zurückgekommen und wollte ein Meeting einberufen."
„Wieso kommt er dann nicht selber her?", fragte er misstrauisch.
„Weil ich ihn ins Mungo's geschickt habe", sagte sie.
Benjamin hob eine Augebraue und sah seine Frau abwartend an.
„Ich würde dir ja einen Sitzplatz anbieten, aber wie du siehst, habe ich kaum Platz für dich." Benjamin wies auf die überflüssigen Pergamente hin, die sich anscheinend von Minute zu Minute verdoppelten.
„Kein Problem", meinte sie. „Alastor hat ein Fluch ziemlich übel getroffen, genau ins Gesicht. Er hat zwar noch rechtzeitig einen Schutzzauber heraufbeschworen, aber trotzdem war es zu spät und der Zauber ist mit halber Kraft durch das Schild und seine Nase musste daran glauben. Was aber noch nicht sicher ist, ist das er sein Auge behält. Weil der Zauber seine Nase seitlich erwischt hat und der dann weiter zu seinem Auge ist."
„Wie lange wird er deswegen im Mungo's bleiben? Lange? Wenn ja, dann muss ich neue Dienstpläne zusammenstellen", sagte Benjamin.
„Du kennst doch Alastor, den hält so schnell nichts auf. Der kommt sogar noch in die Zentrale, wenn er lauter gebrochene Knochen im Körper hätte. Für ihn ist das herumliegen nichts und das Warten auf das Nichts."
„Ja ich kenn ihn, leider", seufzte Benjamin.
„Wieso leider?"
„Du kennst ihn doch. Er kann echt anstrengend sein, wenn er seine Mission durchbekommen will und sie doch nicht angenommen werden."
„Vor allem, weil viele nicht einstimmig sind und zu gefährlich?", fragte Susan.
„Ja genau deswegen. Der wird mir sicher wieder ein Theater machen, wenn er aus dem Mungo's draußen ist." Benjamin zuckte mit den Achseln. „Was soll's, wenn ich diesen Papierkrieg gewinne, überlebe ich auch einen übelgelaunten Moody."
„Kann ich dir helfen?", bat Susan an, als sie sah, dass schon wieder ein neuer Stapel hinzukam.
„Gerne", sagte Benjamin erleichtert.
Susan nahm sich einen Stapel vor, den sie zu ihrer Bürozelle transportierte und diesen durchzulesen begann. Genauso wie ihr Mann, fand sie einige völlig sinnlos. In dieser Zeit war ja sonst nichts zu tun, außer das ein paar mordlustige Todesser herumspazierten, aber sonst hätten sie ja Zeit, dass sie einen Besendieb stellten. Zwischen den Verhören, den Einsätzen, den Missionen, den Berichte schreiben, der Ausbildung der Rekruten und des Trainings, war sicher noch Zeit dafür. Der Tag war ohnehin schon viel zu kurz für einen Auroren und dann sollte sie sich noch um so einen Kleinverbrecher kümmern.
In Friedenszeiten war es ja ganz schön, mal so etwas zu machen, aber in Kriegszeiten, waren andere Abteilungen dafür verantwortlich und nicht das Aurorenbüro.
Benjamin Potter war einfach nur dankbar, dass ihm seine Frau einige Dinge abgenommen hatte, so dass er wenigstens ein wenig Überblick über das Ganze hatte.
Er war so in seine Arbeit vertieft, dass er nicht mitbekam, wie sich die Tür zur Zentrale öffnete und die Auroren erschrocken zurückwichen.
Alastor Moody hatte die Zentrale betreten. Ein normaler Zauberer würde bei Verletzungen seiner Art, ein paar Wochen im Mungo's liegen, aber nicht Moody. Er war einer von jenen, die sich die Wunden heilen ließen und wenn sie nicht lebensgefährlich waren oder sie in ihn nächster Zeit umbringen würden, wenn er sich nicht in Ruhe befand, dann sah er keinen Grund darin, weiter dort zu bleiben.
Er sagte immer, dass er Besseres zu tun hatte, als herumzuliegen und nichts zu tun. Es gab so viele Todesser da draußen, die nur darauf warteten, in Askaban zu landen und zu verrotten. Moody war zwar einer der berüchtigtsten Auroren, aber er tötete nur in äußersten Notfällen, ansonsten lieferte er alle lebendig im Ministerium ab.
Über sein Gesicht war eine riesige Narbe, die nicht einmal mit Magie ganz geheilt werden konnte. Seine Nase konnte teilweise wieder gerichtet werden, aber man konnte sehen, dass sie ziemlich übel mitgenommen wurde. Aber sein Auge hatte es voll getroffen. Es rotierte einfach nur herum, so dass den Meisten nur beim Zusehen schwindlig wurde.
Alastor Moody bestand auf so ein Auge. Geplant war es nicht, nicht einmal von ihm, aber wenn er schon ein neues Auge brauchte, dann wenigstens ein ‚Allzweck-Auge', das er wirklich in allen Situationen gebrauchen konnte, vor allem, wenn ein Gegner sich einbildete, ihn von hinten angreifen zu müssen.
Er konnte durch Tische, Bänke, Wände und magische Gegenstände sehen. Durch Kleidung konnte er nicht sehen, weil es die Intimsphäre der Menschen bedrohen würde und dies war gesetzwidrig.
Moody betrat ohne zu klopfen das Büro von seinem Boss.
Als Benjamin Potter aufsah, wusste er zuerst gar nicht wer da vor ihm stand, dann konnte er erst einen seiner besten Auroren erkennen.
„Solltest du nicht im Mungo's sein?", fragte er sofort.
„Was soll ich dort, Potter? Mich zu Tode langweilen? Weil dann genau das passiert und außerdem, was bringt dir ein Auror etwas, wenn er im Mungo's liegt? Nichts!", begann Moody seine übliche Rede, wenn man ihn auf solche Dinge ansprach. „Ein Auror bringt nur etwas, wenn er im Feld ist und Todesser fängt."
„Nicht wenn es um die Gesundheit und das Leben geht", bemerkte Benjamin beiläufig.
„WAS?", begehrte Moody auf. Benjamin wollte ihn nur provozieren und Alastor sprang auch noch darauf ein. „HAST DU JETZT VÖLLIG DEN VERSTAND VERLOREN? DER BERUF ALS AUROR IST EBEN LEBENSGEFÄHRLICH, DA KANN DOCH ICH NICHTS DAFÜR UND WENN JEMAND EIN PROBLEM DAMIT HAT ZU STERBEN, DANN IST DIE PERSON IN DIESER ZENTRALE KOMPLETT FALSCH!"
„Schon gut Moody", versuchte Benjamin ihn zu beruhigen.
„SCHON GUT? WAS IST DARAN GUT, POTTER?"
„Du bist wohl Auror mit Herz und Seele, was?"
„Darauf kannst du wetten", meinte Moody und verschränkte seine Arme demonstrativ vor sich. Sein Blick steinhart auf seinen Boss gerichtet.
„Und da ich auch weiß, dass du Papierkram hast, kannst du dich gleich um die neuen Rekruten kümmern, die heute eingetroffen sind. Zeig ihnen gleich einmal, was sie hier zu erwarten hat, leg ihnen die Testbögen vor, um zu überprüfen, wie ihr Wissen darüber ist und wenn die Tests ausgewertet sind, kommst du zu mir und wir sprechen mit den anderen darüber und machen dann die eigentlichen Test, in Ordnung?"
„Jetzt soll ich mich auch noch um die Anfänger kümmern?"
„Ich kann das auch machen, wenn du unbedingt willst, aber dann musst du meinen Papierkram hier erledigen."
„Schon gut, ich geh ja schon." Dann verließ Moody, ein wenig wütend, das Büro und machte sich auf in Richtung Bereitschaftsraum, wo die Neuen bereits geduldig warteten.
Potter hatte ihm gar keine andere Möglichkeit gelassen. Er wusste genau, dass Moody es hasste, Papierkram zu machen. Diesen unangenehmen Teil der Arbeit, übertrug er meistens Leuten, die dafür besser geeignet waren als er und jetzt durfte er sich auch noch um die Bewerber kümmern. Schlimmer konnte es gar nicht mehr werden.
Wenn er jetzt so nachdachte, kam ihm mal kurz der Gedanke, dass das Mungo's heute doch nicht so schlecht geklungen hatte, aber jetzt war er hier und vor einer Aufgabe hatte er sich bis jetzt noch nie gedrückt.
Moody öffnete die schwere Eichentür und schritt hinein. Alle Augen waren auf ihn gerichtet. Alle hier kannten ihn von den Zeitungsberichten, die immer wieder über ihn berichteten. Was sie gehört hatten, war er streng, aber auch gerecht.
„Das hier wird für euch kein Spaziergang werden. Wie ihr alle wisst, herrscht draußen Krieg und das wird hier auch von euch gefordert. Zuerst werdet ihr einen Fragebogen ausfüllen, damit wir euer Wissen über die dunklen Künste testen können, anschließend kommen die hauptsächlichen Tests, die entscheiden werden, ob ihr hier eine Ausbildung antreten könnt oder nicht."
Moody war kein Mann großer Worte, er kam immer gleich zum Punkt und das erwartete er auch von anderen Auroren und nicht dieses große Drumherum, bis überhaupt einmal etwas dabei raus kam.
Er führte sie in einen angrenzten Raum, der der großen Halle, während der Prüfungen sehr ähnelte. Auf jedem Tisch war ein Pergament mit Fragen darauf.
„Ihr werdet diese hundert Fragen, schnell, ausführlich und präzise beantworten. Für diese Aufgabe habt ihr eine Stunde."
Eine Stunde? Für hundert Fragen war eine Stund zu wenig, weil auch noch Unterfragen gestellt waren. Alles in allem, umfasste der Test um die hundertfünfzig Fragen. Was sie nicht wussten war, dass dieser Test nicht nur den richtigen Antworten bewertet wurde, sondern wie sie mit dem Druck umgingen, eine unmögliche Sache in einer vorgeschriebenen Zeit zu meistern.
Alle Prüflinge saßen über ihren Bögen und beantworteten Frage für Frage. Einige beantworteten die zuerst, die sie sicher wussten, andere gingen chronologisch vor und wiederum andere, schienen am Verzweifeln.
„Noch fünf Minuten", sagte Moody.
Hastiges Kratzen einer Feder auf einem Pergament erfüllte den Raum. Noch schnell Beantwortungen, um so viele Punkte wie möglich zu haben.
Moody hatte sich währenddessen hinter der Namenliste, die er bekommen hatte, ein paar Notizen hinzu geschrieben, wie jeder Einzelne auf diese Aufgabe reagiert hatte.
Ohne Warnung, holte sich Moody die Pergamente zurück. „Ihr wartet wieder draußen. Wenn wir alles ausgewertet haben, kommen wir zu euch und teilen es auch mit."
Moody verließ schnellen Schrittes den Raum und ging zielstrebig auf Potters Büro zu. Die Pergamente hatten sich anscheinend in Luft aufgelöst, denn es war kein Einziges mehr da.
„Ich habe einige Pergamente weiter gegeben", erklärte Potter. „Alles da? Gut! Dann gehen wir in den Meetingraum, da haben wir mehr Platz."
Die Beiden gingen hinaus und riefen ein paar Namen. Die Personen folgten ihnen sofort und im Meetingraum, wurde jede Person näher erläutert. Ungewöhnlicher Weise, waren heuer sehr viele dabei, die diesem Druck standhielten und auch viele Fragen beantworten konnten. Jene, die ein wenig panisch wirkten, nach Moody Aufzeichnungen, hatten die Fragen so beantwortet, wie er es ihnen gesagt hatte und wie man es von ihnen erwartet hatte.
Dieses Jahr bekamen sie so viele Rekruten hinzu wie noch nie. Stolze zwölf Rekruten hatten es zu ihnen geschafft und wurden nun unter den wachsamen Augen der anderen Auroren trainiert und getrimmt.
Benjamin Potter wollte gerade die Aurorenzentrale verlassen, als ihn plötzlich Dorcas Meadows aufhielt. Sie gehörte zu jenen Auroren, die sehr genau waren, wenn es um Duelle ging. Wer bei ihr lernte, konnte nachher genauso viel wie sie und auch hatte man unter ihrer Obhut schnell das Gefühl, dass man gewissen Dingen immer mit einem Misstrauen entgegen kommen sollte.
„Es gibt ein großes Problem. Bagnold hat mich gerade benachrichtigt", sagte sie.
„Und?"
„Viele Zauberer und Hexen sind nach Hogsmeade geflohen. Wie du weißt, ist Hogwarts eines der sichersten Gebäude die es gibt, nicht einmal das Ministerium ist so sicher."
„Worauf willst du eigentlich hinaus?", forderte er.
„Hogsmeade wird gerade überbevölkert, weil die Zaubererschaft glaubt, dass Hogwarts ihnen Schutz bieten wird, wenn es zu einem Angriff durch Voldemort kommt."
„Das bringt ihnen nicht gerade viel. Wenn Voldemort angreift, wissen wir meistens nicht womit er angreifen wird und das ist das Problem. Viele von denen, die nach Hogsmeade geflohen sind, wissen nicht, wie sie sich in so einer Situation verhalten müssen und ich sage dir. Es dauert sicher nicht mehr lange, bis Voldemort beschließt, mit seiner kompletten Gefolgschaft Hogsmeade anzugreifen, dort seinen Stützpunkt zu errichten und dann Hogwarts zu stürmen. Wenn es so weit ist, dann gibt es ein blutiges Massaker, das die Welt noch nie gesehen hat. Voldemort will etwas, was sich hinter den Mauern von Hogwarts befindet und um das zu kriegen, setzt er schwere Register."
„Bist du dir sicher, dass es soweit kommt?"
„Ja", war die knappe Antwort von ihm. Benjamin Potter sah zwar nicht alles pessimistisch, aber er ging vom Schlimmsten aus und seit Jones und Williams verschwunden waren, hatte Voldemort nichts mehr von sich hören lassen. Das er keine Pause machte, sonder irgendetwas plante, was lange Zeit brauchte, war für Benjamin dieser starke Nebel, der sich jetzt über England ausgebreitet hatte.
Wenn man so einem mächtigen Gegner gegenüber stand, dann musste man mit allem rechnet und er rechnete damit, dass Voldemort seine Truppen mobilisierte.
Hallo!
Ja, ok. Nur 1 Review? Aber es haben viele gelesen! Vielleicht gefällt euch das Thema auch nicht und ihr seit es von mir auch nicht gewohnt, dass ich so etwas schreibe, weil ich sonst nur wirkliche "Romance-Storys" schreibe.
Auch wenn es euch nicht gefällt, sagt mit bitte eure Meinung darüber, was euch nicht gefällt, sonst nutzt es mir nichts, wenn ich hier weiter poste und ihr kein Interesse daran habt.
Vielleicht gefällt euch die FF ja, aber ihr wollt kein Review abgeben. Ihr würdet mir einen großen Gefallen damit tun, wenn ihr auf den Button dort unten klickt und einen kleinen Text zu meinen Kapitel hinter lasst, dann würde ich mich glücklich fühlen.
So, dass war es jetzt von mir!
Hoffe auf ein paar Reviews und außerdem, bin ich nicht giftig!
Lg
Magic
