Kapitel 2: Schatten der Nacht
Schnelle Schritte und rascheln war zu hören. Jetzt kamen auch noch Stimmen hinzu, die irgendetwas besprachen.
„Psst!", deutete James Lily an. Vorsichtig beugte sich James nach vorne, um die Personen näher zu sehen. Die Gestalten standen genau unter ihnen. Sie waren in schwarze Umhänge gehüllt und sprachen mit normallauten Stimmen. Sie vermuteten, dass niemand hier war, aber es war jemand hier. Lily sah James ängstlich an, als James flüsterte: „Todesser!"
Die Beiden saßen in der Falle. Wenn sie jetzt ein zu lautes Geräusch machten, war die Chance groß, dass sie erwischt wurden. Verschwinden war auch nicht gerade der beste Plan, denn obwohl der Nebel schon recht dicht war und es langsam dunkel wurde, konnten sie doch gehört oder gesehen werden, weil sie ja nicht wussten, wie viele Todesser noch dort unten waren.
„Habt ihr etwas gefunden?", fragte eine der Gestalten.
„Nein. Wir haben die ganze Gegend abgesucht, aber nicht die geringste Spur davon."
„Wir können auch nichts finden, weil dieser verdammte Nebel die Suche behindert. Die Dementoren hätten ruhig warten könne."
„Aber so war es zu unserem Vorteil, dass wir hier niemanden antreffen und das niemand von unserem Vorhaben erfährt. Der dunkle Lord hat gesagt, dass es streng geheim bleiben soll und das wir uns zurück halten sollen."
„Der Nebel stört wirklich gewaltig und wenn doch Muggel und Schlammblüter hier gewesen wären, dann hätten wir sie doch aus dem Weg räumen können."
„Sag mal ehrlich Goyle. Wie blöd bist du eigentlich? Was verstehst du unter diskret verhalten eigentlich nicht? Wenn wir die Muggel aus dem Weg geräumt hätten, dann wäre es bald mal aufgefallen und das Ministerium würde uns im Nacken sitzen und das ist etwas, was wir verhindern wollen."
„Schon klar, Malfoy."
„Haltet endlich die Klappe und sucht weiter. Wir treffen uns später wieder hier und passt auf alle möglichen Dinge auf. Jedes kleinste Geräusch wird verfolgt, verstanden? Und seht zu, dass ihr nicht gleich jemanden umbringt."
Das war nicht gut, gar nicht gut, denn wenn sie weiterhin in dieser Gegend herumgingen, konnten sie nicht hinunter, es sei denn, sie würden aufpassen, dass sie nicht erwischt werden.
„James?", fragte Lily und beide sahen sich in die Augen. „Was machen wir jetzt?"
„Aufpassen, dass wir nicht erwischt werden und so schnell wie möglich verschwinden", schlug James vor.
„Aber da können sie uns entdecken."
„Hier oben aber auch", flüsterte James.
„Wieso flüsterst du?"
„Weil die Gefahr sonst noch größer wäre, dass sie uns erwischen und uns aus dem Weg räumen?"
„Aber sie sollen doch aufpassen, dass sie niemanden aus dem Weg räumen und wenn wir beide plötzlich verschwinden … ist das nicht das Selbe?", fragte Lily.
„Keine Ahnung, aber wir müssen was unternehmen."
„Aber du weißt nicht was?"
„So sieht es aus." James setzte sich wieder hin und schloss seine Augen.
„Was tust du da?", fragte Lily schockiert. „Du kannst doch jetzt nicht einfach schlafen.
„Ich versuche die verschiedensten Szenarien durchzugehen, was passieren könnte, wenn wir einfach von hier runtersteigen oder wenn wir hier oben bleiben", erklärte James. „Und ich finde, dass es nicht gerade gut für uns aussieht. Ich gehe immer vom Schlimmsten aus …"
„Toll James, wirklich toll."
„Jetzt hör auf damit. Ich versuchte nur unser Leben zu retten, was aber in so einer Situation, wo wir ziemlich in Minderheit sind, nicht gerade vorteilhaft ist, oder?", fragte James und klang ein wenig verzweifelt. „Mein Vater hat mir viele Tipps gegeben, was ich machten könnte, aber ich kann nichts davon anwenden."
Die Beiden setzten sich nebeneinander und schwiegen.
„Es war heute so schön und jetzt das", sagte Lily, dann drehte sie sich auf einmal ruckartig zu James um. „Könnten wir nicht apparieren?"
„Dann wissen sie sofort, dass jemand hier war und werden diejenigen suchen und glaub mir, die haben Möglichkeiten Magie zu orten, vor allem, wenn sie so etwas machen wie jetzt und darauf habe ich keinen Bock", antwortete James.
„So unlösbar kann das Problem doch nicht sein", sagte Lily.
Plötzlich hörten sie ein Knallen und der Untergrund von ihnen begann zu beben.
„Was ist das?", fragte Lily und krallte sich an James fest. „Ein Erdbeben kann es nichts ein, so etwas hat es hier noch nie gegeben."
Noch bevor James antworten konnte, brach der Boden unter ihnen entzwei und sie stürzen in die Tiefe.
James landete mit voller Wucht auf seinem Rücken, dass er kurz aufächzte, sich aber einen Schmerzensschrei verkniff. Lily viel auf zum Teil auf James und mit ihrem Bein landete sie auf einer Wurzel.
Lily standen Tränen in den Augen.
„Sieh einer an", sagte plötzlich eine Person über ihnen. Weitere kamen auf sie zu und soviel die Beiden sehen konnten, trugen alle einen schwarzen Umhang, hatten die Kapuzen weit ins Gesicht gezogen, so dass sie nicht sehen konnten, wer sich hinter der Maske befand. Alle hatten die Zauberstäbe bedrohend auf Lily und James gerichtet. „Lauscher."
„Was macht ihr hier?", fragte ein weiterer.
Sie gaben keine Antwort.
„Antwortet gefälligst", fauchte er. „Imperio!" Der Fluch schoss direkt auf James zu. „Antworte gefälligst!"
Immer noch gab James keine Antwort. Er kämpfte gegen den Drang an, dieser Person etwas zu sagen. Es wäre viel leichter, wenn er das gemacht hatte, was von ihm verlangt wurde, aber ein anderer Teil von ihm sagte, dass es keinen Grund gäbe zu antworten.
„ANTWORTE GEFÄLLIGST", schrie er schon außer sich.
„Beruhig dich, Dolohow", sagte jemand, dessen Stimme sie vorhin schon gehört hatten und welche den Namen Malfoy trug. „Mir scheint es, als seien das hier keine Muggel."
„Wie kommst du da drauf?"
„Goyle? War das jetzt eine ernst gemeinte Frage?"
„Ja, eigentlich schon."
Malfoy seufzte. „Ihr seid magisch, nicht? Natürlich seid ihr magisch, denn ich habe noch keinen Muggel getroffen, der den Imperiums-Fluch abgewehrt hat. Die haben keine Ahnung was da vor sich geht, die sind dankbar, wenn ihnen jemand das Denken abnimmt."
Die Gestalten begannen zu lachen und starrten weiterhin auf Lily und James, die noch immer auf dem Boden lagen.
‚Verdammt', fluchte James und hätte sich selber erwürgen und verfluchen können. Er hatte nichts gespürt, nicht einmal einen Zauber hatte er auf sie zukommen gespürt und das war etwas, was ihm sein Vater als erstes beigebracht hatte. Den Gegner schon von der Weite spüren, ehe er überhaupt die Möglichkeit hatte anzugreifen. Immer mehr wissen als der Gegner selbst. Aber er hatte nicht darauf aufgepasst, er hatte sich einfach überrumpeln lassen.
Es musste mit diesem verdammten Nebel zusammen hängen, dass er nichts bemerkt hatte. Ausreden waren schön und gut, aber es musste so sein. Er hatte sie, wie sie überhaupt das erste Mal hier waren, auch nur durch ihre Stimmen und Schritten gehört, jedoch spürte er keine Auren. Und wenn er es nicht bemerkt hatte, dann hätten sie ihn und Lily doch auch nicht erkennen können. Es musste etwas gewesen sein, was sie verraten hatte. Aber was war es? Sie waren doch immer diskret gewesen und hatten sich, wenn sie gesprochen hatten, leise miteinander geredet. Das konnte es also nicht sein, also was war es?
„Ihr wisst schon, dass wir euch nicht so einfach gehen lassen können, oder?", fragte Malfoy hämisch. Er war anscheinend der Gruppenführer von ihnen.
‚Malfoy?', schalte es in Lilys Gehirn. ‚Diesen Namen habe ich schon mal gehört.' Sie hätte sich auf die Stirn schlagen können. Als sie nach Hogwarts kam, war Malfoy gerade in seinem letzten Jahr und hatte alle Muggelgeborenen massakriert. Sie wusste doch, dass an diesem Kerl etwas Abnormal war. So wie er sich in Hogwarts benommen hatte, wunderte sich Lily nicht, dass er zu den Todessern übergelaufen ist. Dort konnte er wenigsten mit Handlungsfreiheit agieren.
„Was willst du tun? Uns umbringen?", fragte James und setzte sich auf. Sein ganzer Rücken schmerzte, aber er wollte ihnen keine Genugtuung geben.
„Umbringen ja, aber wir wollen noch unseren Spaß haben und uns mit euch vergnügen", meinte er und James konnte sein hämisches und gehässiges Grinsen beinahe sehen. Er kochte schon vor Wut, aber er durfte nicht die Beherrschung verlieren, zumindest jetzt nicht.
Zeit, was er brauchte war Zeit und er musste die Todesser in ein Gespräch verwickeln, ehe Hilfe kam. Aber konnte Hilfe überhaupt kommen? Würden sie es merken, dass etwas Anders war? In dieser Gegend war niemand, außer ihm selbst, Lily und den Todessern.
„Ihr zwei scheint keine Angst vor uns zu haben. Diese Tatsache werden wir schnell ändern." Malfoy setzte sich in Bewegung und ging um sie herum wie um ein Raubtier, das auf Beutefang war.
„Mit wem fangen wir an? Und womit?", fragte er.
„Willst du nicht wissen, was sie hier suchen?", warf der Todesser namens Dolohow ein.
„Du hast Recht", meinte Malfoy niedergeschlagen. „Wir können ja das Nützliche mit Spaß kombinieren." Die Idee schien ihm zu gefallen, denn er konnte seine Flüche an ihnen auslassen. In der Hoffnung, dass sie ihm das sagen würden, was er wissen wollte.
„Keine Sorge, Kleines, wir tun dir nicht weh, aber es lässt sich leider nicht vermeiden. Ihr habt die Wahl: Schnell oder langsam Sterben."
Malfoy hatte es gesagt, als er Lilys Augen gesehen hatte, die Schreckgeweitet waren. Sie würde heute sterben, hier, sie hatte noch ihr ganzes Leben vor sich. Und was war mit James? James drückte ihre Hand und wollte ihr somit Mut geben. Jedoch war er selber nicht gerade furchtlos in so einer Situation.
Er kannte eine Möglichkeit, wie er sie Beide retten konnte, aber es war riskant und er konnte es hier nicht tun. Sonst hätte er große Schwierigkeiten.
Die Todesser meinten es ernst. Die Griffe um ihre Zauberstäbe verfestigten sich und Malfoy trat wieder vor sie.
„Noch einmal: Was macht ihr hier?"
Keine Antwort.
„Wie ihr wollt." Malfoy hob seinen Zauberstab und richtete ihn auf James. „Crucio!", sprach er gelassen, als wäre es das Normalste der Welt.
James durchfuhr ein Schauer des Schmerzes. Er wollte schreien, wollte ihnen aber keine Genugtuung geben und genau das machte Malfoy noch wütender. Er verstärkte den Fluch um ein Weiteres und durch James' Körper floss der pure Schmerz.
Es fühlte sich an, als würden sie ihm tausend Nadeln gleichzeitig in den Körper stechen und damit Spuren ziehen. Darüber heißes Wachs und Eisen, das sich seinen Körper lang arbeitete. Der Druck wurde immer größer und der Gedanke, dass bald eine Vene oder Arterie platzte, wurde immer realer. So viel Schmerz auf einmal durch einen Körper konnte nicht gut sein und keine Spuren hinterlassen.
So plötzlich der Schmerz auch gekommen war, so schnell war er auch wieder verschwunden. James keuchte schwer, als er wieder die Umrisse der Todesser sehen konnte.
Lily, die neben ihm kniete, hatte Tränen in den Augen und sah in besorgt an.
„Was bringt euch das?", fragte sie wütend.
„Du bist wohl nicht in der Position Fragen zu stellen", tadelte Dolohow. „Cru-"
„NEIN!", schrie James und unterbrach somit den Fluch und alle wandten sich ihm zu.
„Was hast du gerade gesagt?", presste Dolohow hervor.
„Lasst sie in Ruhe."
„Wie süß", sagte eine Frauenstimme. „Er setzt sich für sie ein und glaubt, dass er sie retten kann. Aber das wird ihm nichts bringen, weil er sowieso bald sterben wird und seine Liebste ihm kurz darauf folgt oder wollt ihr beiden gleichzeitig sterben?", fragte sie gehässig.
„Ich habe eigentlich noch nicht vor den Löffel abzugeben", gab James als Antwort zurück.
„Dir scheint es ja nichts zu machen, dass du in so einer Situation bist, denn ein Mundwerk scheinst du ja zu haben", bemerkte Malfoy. „Das wird dir aber nichts bringen."
James dachte an seinen Zauberstab, den er auf seinem Unterarm fixiert hatte. Bis jetzt hatten die Todesser zwar herausgefunden, dass sie magisch waren, zumindest vermuteten sie es, aber sie hatten ihnen noch nicht die Zauberstäbe weggenommen. Wenn er sie in einem Moment der Unachtsamkeit erwischen würde, könnte er Lily zur Flucht verhelfen und selbst dann verschwinden. Bei diesem Nebel fanden sie sie nicht schnell.
Aber was James und Lily beide noch mehr verwirrte war die Tatsache, dass sie entdeckt wurden, obwohl sie sich diskret verhalten hatten.
„Wie habt ihr uns entdeckt?", fragte er völlig emotionslos.
„Ah!", begann Malfoy und die anderen begannen zu lachen. „Ich dachte schon, dass ihr gar nicht mehr fragt." Er wartete kurz, bevor er zu sprechen begann. „Goyle hat euren Tee gerochen und deshalb, sind wir auf euch aufmerksam geworden. Zufällig wie ihr seht, aber wer hätte gedacht, dass ihr uns in die Fänge fallt?"
James versuchte den Schmerz des ersten Cruciatus zu verdrängen und konzentrierte sich einfach nur auf die Umgebung. Er blickte zu Lily, die immer noch seine Hand hielt. Sie blickten sich tief in die Augen und James nickte ihr kurz zu. Lily schien, auch ohne Worte zu verstehen, was er ihr sagte.
„Verliebtheit muss schon was schönes sein", bemerkte Dolohow. „Aber sie wird euch nichts nützen."
Jetzt passierte alles in schneller Reihenfolge. James holte seinen Zauberstab heraus, stand auf und zog Lily mit sich. Er schwang den Stab und gelbe Stränge hielten auf mehrere Todesser zu, die es sogleich von den Beinen riss.
„Solaris!", schrie James und blendete seine Gegner und rannte einfach los. Lily hinter sich her ziehend.
Als sie weit genug weg waren, blieb James stehen und blickte sich noch einmal um. Er spürte nichts.
„Lily", sagte James und legte seine Hände auf ihre Schulter. „Du musst mir jetzt genau zuhören, wir haben nicht viel Zeit und das mit dem Erklären werde ich auch ein wenig später machen, ich sage dir jetzt nur die groben Grundzüge, in Ordnung?"
Sie war zu nichts anderem mehr fähig, als einfach zu nicken.
„Ich bin ein Animagus. Ein Hirsch, um genau zu sein. Ich werde mich jetzt verwandeln und du setzt dich auf meinen Rücken. Halt dich gut an meinem Geweih fest und halte deinen Zauberstab zur Not bereit. Du weißt wie der ‚Stupor' funktioniert?"
Sie nickte.
„Du kannst den ‚Pertificus Totalus' anwenden?"
Wieder ein Nicken.
„Expilliarmus?"
„Was soll das Ganze? Wieso zählst du mir die ganzen Sprüche auf?"
„Weil ich als Animagus keinen Zauberstab benutzen kann und du dich, falls sie uns wieder angreifen, einen dieser Sprüche auf sie abfeuerst."
„In Ordnung", sagte Lily und nahm ihren Zauberstab in die Hand.
James nickte und schloss die Augen. Langsam begannen seine Hände länger und schmäler zu werden, ebenso seine Beine. Sein Kopf zog sich in die Länge und aus seinem Kopf begann ein Geweih zu wachsen. Er stellte seine Vorderbeine auf den Boden ab und vollendete seine Verwandlung.
Lily sah dem mit einer Art Bewunderung zu und mit einem anderen Teil, der ihr sagte, dass er sicher nicht gemeldet war und er, wenn das heraus kommen würde, große Schwierigkeiten mit dem Ministerium hätte.
Der Hirsch deutete ihr, dass sie nicht herum stehen sollte, sondern auf ihn rauf. Lily beeilte sich und als sie sich gerade das Geweih angriff, hörte sie ein Rascheln und ein roter Funken-Strom rauschte knapp neben ihrem Ohr vorbei.
Sie wandte sich hastig um und konnte die Todesser sehen. Die Todesser waren vorher nur abgelenkt gewesen und die, die noch stehen konnten, waren ihnen gefolgt.
Lily tat, wie James ihr gesagt hatte und schickte einen „Stupor!" auf einen Todesser, der ihr am Nächsten war. Den riss es von den Beinen. Genau in diesem Moment, begann der Hirsch zu laufen und Lily hielt sich fest, immer wieder einen Blick zurück werfend.
Anscheinend waren die Angreifer verschwunden, denn sie konnte niemanden mehr sehen.
Plötzlich blieb James abrupt stehen. Vor ihnen hatten sich zwei Todesser gestellt. James wollte auf die Seite ausweichen, aber dort kamen auch Todesser aus dem Nebel heraus.
Sie waren umzingelt und Lily wusste nicht, was sie tun sollte.
„Dachtet ihr wirklich, dass ihr uns so einfach hintergehen könnt?", fragte Malfoy und hatte seinen Zauberstab, so wie auch die Anderen, drohend auf die Beiden gerichtet.
„Die Idee war ja nicht schlecht, aber nicht gut genug, um uns hereinzulegen", warf Dolohow ein.
„Ein Animagus?", stellte Malfoy dann fest. „Interessant! Hätte ich jetzt nicht gedacht, dass du einer bist. Man lernt wohl nie aus, was?"
Wenn der Hirsch Gefühle auf seinem Gesicht zeigen hätte können hätte er ein überraschtes und schockiertes Gesicht gemacht. So versuchte er nur in seine Augen seine Abscheu zu bringen, die aber jeder geflissentlich zu übergehen schien.
„Was machen wir jetzt wirklich mit euch? Vorhin waren wir ja nett, aber durch diese Aktion, müssen wir euch leider bestrafen."
„Ach? Ihr wolltet uns doch vorhin schon umbringen, was soll denn bitte schön schlimmer sein, als jemanden umzubringen?", fragte Lily. Sie klang mutiger, als sie in Wirklichkeit war.
„Wir kennen genug Flüche, die euch Schaden zufügen können", antwortete Malfoy. Ihm schien dieses Spiel zu gefallen. Vor dem Tod noch mit seinen Opfern plaudern und sie reizen, provozieren!
„Habt ihr auch nicht gesagt, dass ihr euch diskret verhalten müsst und niemand einfach so aus dem Weg räumt?", sagte Lily, der das Gespräch von den Todessern eingefallen war.
„Da hat sie einen Punkt."
„Halt die Klappe, Goyle", fauchte Malfoy. Aber Lily wusste, dass es genau das war, was sie verheimlichen wollten und wenn sie jetzt schon so weit war, konnte sie auch noch ein drauf setzten.
„Bei Muggeln dürfte es ja nicht so schwer sein, sie aus dem Weg zu räumen, aber bei magischen? Wie würdet ihr es erklären, wenn plötzlich eine Hexe und ein Zauberer verschwinden? Dumbledore und das Ministerium werden sich sicher fragen, was genau passiert ist und werden auch nachforschen. Dann wird es nicht mehr lange dauern, bis sie euch auf die Schliche kommen."
Die Todesser schwiegen. Lily wusste, dass Dumbledore unter ihnen gefürchtet war. Der Schulleiter hatte noch nie und würde nie seine Schüler in Stich lassen, wenn er wusste, dass etwas passiert war.
Die schwarzen Gestalten schienen ernsthaft nachzudenken.
„Glaubt mir", sagte Malfoy drohend. „Ihr habt uns nicht zum letzten Mal gesehen."
Daraufhin apparierten sie und dort, wo vorhin noch die Todesser standen, war nur noch Nebel. Lily stieg von James herunter, welcher sich sofort wieder zurück verwandelt hatte.
„Bemerkenswert Lils, dass du das gerade wirklich gemacht hast", bemerkte James.
„Nun ja", sagte sie und wirkte verlegen. „Was ist?", fragte sie, als sie James nachdenkliches Gesicht sah.
„Das ging zu einfach", meinte er. „Es ging einfach zu glatt. Normalerweise, lassen sie sich nicht von solchen Sätzen abhalten. Du hast doch gesehen, wie entschlossen sie waren. Es muss etwas anders dahinter gesteckt haben."
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„Was will er eigentlich von uns?", fragte die Frau unter ihnen. „Wieso hat er uns gerade jetzt zu sich gerufen?"
„Ich weiß es nicht", antwortete Malfoy. „Vielleicht will er einen Bericht über unseren Fortschritt in dieser Forschung.
„Aber wir haben nichts heraus gefunden. Diese Kinder waren uns die ganze Zeit im Weg und haben uns einfach gestört."
„Wir haben uns stören lassen", berichtigte sie ein Mann, mit tiefer, ruhiger Stimme. „Wir hätten sie gleich umbringen sollen. Jetzt werden sie sicher gleich zu irgendwem laufen und erzählen, was vor sich gegangen ist."
„Ich kenne sie", sagte Malfoy. „Ich glaube es zumindest.
„Wieso?"
„Die eine, mit den grünen Augen, die habe ich in Hogwarts schon mal gesehen. Sie war damals im ersten Jahr, als ich im letzten war."
„Wieso weißt du das noch so genau?"
„Smaragdgrüne Augen, zu feuerrotem Haar. So eine Kombination sieht man nicht alle Tage", erklärte Malfoy. Ihn selbst wunderte es, wieso er sich gerade jetzt an solche Personen erinnerte. Und wenn sie wirklich noch nach Hogwarts ging, dann würde es auffallen, wenn sie nicht zurück ging und Dumbledore würde höchstpersönlich einen Suchtrupp zusammenstellen, um sie zu finden. Und was er als letztes brauchen konnte, war ein Dumbledore, der ihm auf der Spur war und ihm den ganzen Plan ruinierte.
Dumbledore war einer, der jeder noch so kleinen Spur nachging und wenn der Dunkle Lord das herausfinden würde, könnte er sich sofort sein Grab schaufeln.
„Und wie bringen ihm wir das jetzt bei?", fragte Dolohow.
„Lasst euch was einfallen", gab Malfoy zum Besten. „Uns erwartet sowieso eine Runde Cruciatus."
„Dich vielleicht, weil du heute der Leiter warst und es wegen dir daneben ging", widersprach die Frau sofort.
Malfoy warf ihr einen bösen Blick zu. Seine Augen hatten sich verengt und seine Lippen hatten einen schmalen Strich gebildet.
Als sie das Schloss betreten hatten, hatte sie ihre Masken abgenommen. Bevor sie aber den großen Saal betraten, setzten sie sie wieder auf.
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„Was machen wir jetzt James?", fragte Lily.
„So schnell wie möglich weg von hier", sagte er.
Um sich in diesem dichten Nebel nicht zu verlaufen, markierte James jeden Baum, an dem sie vorbei kamen. Wenn sie den Wald verlassen hatten, würden sich diese Kreuze automatisch wieder auflösen, indem James den Zauber aufhob.
„Mist", fluchte James. Sie waren schon wieder an diesem Baum. Der Baum hatte ein rotes Kreuz und es war das erste, das James gemacht hatte. Sie waren die ganze Zeit im Kreis gelaufen.
James ging auf den Baum zu und trat mit voller Wucht dagegen. Teile der Rinde bröckelten ab und James zuckte zurück und bis sich auf die Lippen.
„Selber Schuld, wenn du gegen einen Baum trittst", hatte Lily gesagt und die Arme vor der Brust verschränkt. „Dummheit wird eben bestraft."
„Danke! Herzlichen dank Lily, dass du so zu mir hältst", sagte James sarkastisch.
„Aber immer doch, Jamie", antwortete sie zuckersüß. Auf diesen Namen hin, verfinsterte sich James' Miene gewaltet.
„Wie hast du mich genannt?", fragte er gefährlich.
„Ähm? Weiß ich nicht mehr?", tat Lily unschuldig ab, nur dass sie selber nicht daran glaubte, dass James es ihr glauben würde.
„Du weißt schon, dass ich diesen Namen hasse, oder?"
Lily wich immer einen Schritt zurück, wenn James einen näher kam.
Es war ein kleines Spiel zwischen ihnen beiden.
„Nenn mich noch einmal Jamie und ich werde dich nur noch Häuptling Rothaar rufen", drohte ihr James.
„Das würdest du nicht wagen?", begehrte Lily auf und stemmt ihre Hände in die Hüften.
„Glaubst du", antwortete James.
„Ich glaube nicht, ich weiß es. Und außerdem, ist mein Name für dich ein Spitzname und den, den du da eben für mich genannt hast, ist einfach nur noch Folter."
„Aber wir beide haben diese Spitznamen von unseren Müttern bekommen und können ihn nicht leiden, also können wir uns darauf einigen, dass wir uns nicht mehr so nennen, weil wir beide sonst noch durchdrehen könnten und das wäre jetzt wohl nicht vorteilhaft."
„In Ordnung", sagte sie, nach dem sie kurze Zeit überlegt hatte.
Sie streckte James ihre Hand entgegen, die er auch sogleich packte und sie schüttelte. Dann zog er sie plötzlich zu sich heran und ihr Gesicht war nur noch einige Millimeter von seinem entfernt.
Lily schlang ihre Arme um seinen Nacken, schloss die Augen und beugte sich leicht vor. James kam dieser stillen Aufforderung nur zu gerne nach. Langsam kam er ihren Lippen immer näher. Er konnte schon die Wärme fühlen, die von ihr ausging und sacht berührte er ihre Lippen. Anfangs noch leicht und neckend, küssten sie sich, dann vertieften sie in einem leidenschaftlichen Kuss, der durch plötzlich hereinbrechende Kälte unterbrochen wurde.
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Dorcas Meadows stürmte auf das Büro ihres Chefs zu. Normalerweise war sie sehr beherrscht, aber gerade hatte sie erfahren, wo sich ein Nest der Dementoren befand und wenn sie rechtzeitig dort eintrafen, dann könnten sie das Brüten abbrechen, aber sie mussten den richtigen Moment erwischen.
Dorcas war ganz hibbelig, weil sie endlich mal einen Erfolg verbuchen konnten. Einige Auroren waren schon dorthin appariert und hatten sofort Meldung gemacht, dass die Meldung richtig war.
„Sir?", fragte Meadows und klopfte.
Sie hörte ein gedämpftes „Herein" und ging hinein. Benjamin Potter saß über seinen Schreibtisch gebeugt und arbeitete, wie des Öfteren, neue Taktiken aus, die ihnen bei ihren Mission und Einsätzen helfen konnten.
„Wir waren uns nicht sicher, ob sich dieser Hinweis als richtig erweisen würde, deshalb haben wir nichts gesagt und haben eben selbst nachgeforscht. Gerade eben, habe ich eine Meldung von Franks bekommen, dass sie das Dementorennest aufgespürt haben. Sie konnten einige Dementoren einfangen, aber das Brüten konnten sie nicht mehr stoppen. Es war schon im dritten Stadium", berichtete sie schnell.
„Wieso erfahre ich erst jetzt davon? Ich weiß, dass ihr euch nicht sicher ward", beantwortete Potter selbst die Frage. „Aber wenn ihr außer Haus geht, auch wenn mein erster Stellvertreter dabei ist, möchte ich dennoch informiert werden."
„Natürlich, Sir."
„Gut, sonst noch etwas?", fragte er und sah sie durchdringend an.
„Wir konnten auch noch einen Todesser gefangen nehmen. Das war eigentlich eher Zufall, aber wir haben ihn in Verhörraum zwei gebracht. Dort verhören ihn gerade Frank und Benjy", sagte sie.
„Heute scheinst du mir aber ziemlich überheblich zu sein, Dorcas", bemerkte Potter.
„Wieso?"
„Sonst bist du immer diskret und lässt deine Gefühle nicht so gehen und jetzt bist du ziemlich aufgebracht."
Dorcas sah ihn verwirrt an.
„Es ist meine Aufgabe, heraus zu finden, was in euch vorgeht. Ich sollte doch über solche rapiden Veränderung einer Person bescheid wissen und du gehörst eindeutig zu dieser Kategorie der schnellen Änderung", bemerkte er schmunzelnd, was sie noch mehr verwirrte.
„Und wieso ausgerechnet bei mir?"
„Weil unsere Rekruten sich nichts gegen dich sagen trauen und nur sagen, dass du streng bist, einfach kein Erbarmen kennst und sie bis zur totalen Erschöpfung trillst und keinen Spaß verstehst."
„Ich verstehe schon Spaß, nur zeige ich es eben nicht so offen", beschwerte sie sich sogleich.
„Ich habe nichts gesagt", meinte er und hob beschwichtigend seine Arme. „Aber du musst schon sagen, dass du im Gegensatz zu sonst, schon sehr das Gegenteil bist."
„Schon klar." Dorcas wollte gerade gehen, als ihr noch etwas Wichtiges einfiel. „Moody erwartet dich im Verhörraum."
„Bin gleich da."
„Er meinte, dass es keinen Aufschub duldet und ich dich, wenn nötig, mit einem Zauber mitnehmen soll."
„Na dann will ich sehen, wie du einen Zauber auf mich anwenden willst", meinte er. „Aber keine Sorge, ich komme gleich nach, wenn ich diese Taktiken durchgeschaut habe, sie abgesegnet habe und sie Amelia gebe, damit sie sie noch einmal durcharbeiten kann. Wir brauchen nämlich für die nächste Mission neue Taktiken. Du kannst warten bis ich fertig bin."
Dorcas wartete gerade mal noch zehn Minuten und verließ mit ihrem Chef das Büro. Sie legten einen kurzen Abstecher bei Amelia ein, wo Benjamin noch mit ihr redete und sie sich sogleich an die Arbeit machte. Als die Beiden dann in den Verhörräumen ankamen, kam ihnen sofort ein wütender Moody entgegen.
„Wo warst du so lange, Potter?", fragte er.
„Musste noch mit Amelia reden und außerdem, bist nicht du der Leiter des Aurorenbüros, sondern ich. Und außerdem, musst du nicht alle Dokumente, Akten und so weiter durchsehen und auf ihre Richtigkeit überprüfen", sagte Potter sachlich. Er war über Moody überhaupt nicht verärgert, sonder es hätte ihn sogar gewundert, wenn er anders reagiert hätte. Moody war eben schon ein Veteran unter den Auroren, vor allem, mit diesen Verletzungen, die er sich in der letzten Zeit zugezogen hatte.
„Alec Recor wartet", sagte Moody und führte Benjamin in den Verhörraum.
Hi!
LEJPFan: Freut mich, dass dir die Idee gefällt. Ich habe es noch nicht so richtig anklingen lassen, aber diese Frage habe ich mir sogar schon fast gedacht. Lily nud James sind noch beide in Hogwarts. In ihrem letzten Jahr, um genau zu sein. Aber das kommt dann noch genauer, ich will ja nicht zuviel verraten. °zwinker°
Da ich, wie ich sicher schon öfters erwähnt habe, Reviews sehr gerne mag, wäre ich denen natürlich nicht abgeneigt. Ihr könnt mich auch ruhig kritisieren, ich nehme mir das zu Herzen und werde dann die Dinge in Zukunft besser machen. Wenn ihr mir also nicht sagt, was euch gefällt bzw. nicht gefällt, kann ich mich nicht ändern. Es nutzt mir nichts, wenn ihr euch eure Meinung zu dieser FF nur denkt. Also springt über euren eigenen Schatten und hinterlasst mir ein Review. Ich wäre euch sogar sehr verbunden darüber
eure
Magic
