Kapitel 5: Zeit der Entscheidungen
Überall hörte man nur noch die Leute von Frank Longbottom sprechen, der den Unterricht super machte und auch für das jeweilige Alter der Schüler, das passende Thema parat hatte. Er hatte auch eine Art, den Schüler das Gefühl zu geben, dass nichts falsch sein konnte, was sie machten, so lange sie sich anstrengten und den Willen dazu hatten.
Professor McGonagall fand es auch überraschend, dass sich der neue Professor noch nie über die Schule beklagt hatte. Keine einzige Klage innerhalb einer Woche, obwohl er drei der Marauder unterrichten musste. Auch sie hörte die ganzen Gespräche der Schüler, die schon darüber spekulierten, was der Professor als Nächstes für sie bereithielt.
Beim Abendessen am ersten Wochenende, war Professor McGonagall in ein Gespräch mit dem Direktor verwickelt.
„Er schlägt sich gut, was meinen Sie?", fragte er.
„Nach dem, was ich den ganzen Gesprächen entnehmen konnte, schlägt er sich hervorragend, sogar mit Potter und Black kommt er zurecht", sagte sie.
„Was ich so gehört habe, soll er sich in seinem Gebiet sehr gut auskennen und sie wissen, wie leicht Schüler zu beeindrucken sind, wenn sie bisher nur eher, verzeihen Sie, inkompetente Professoren hatten."
„Schon in Ordnung, eine bessere Bezeichnung gibt es nicht. Von meinen ZAG-Schülern habe ich gehört, dass sie das erste Mal Irrwichte durchnehmen. Eigentlich nimmt Longbottom sie in allen Klassen durch, nur nicht in den ersten beiden Klassen, aber ab der dritten Klasse aufwärts und alle scheinen mit seiner Methode zu unterrichten beeindruckt zu sein. Wenn ich ehrlich bin, ich finde, dass wir schon lange niemanden mehr hatten, der sein Gebiet so gut beherrscht hat wie er", lobte McGonagall, was bei ihr eine Seltenheit war und wenn man mal von ihr gelobt wurde, dann konnte man sich darauf auch etwas einbilden.
„Sie kennen sich in ihrem Gebiet auch gut aus", fügte Dumbledore schmunzelnd hinzu, woraufhin sie ihm einen empörten Blick zuwarf. „Ich sage nur die Wahrheit, oder wollen Sie als inkompetent gelten?"
„Nein, gewiss nicht, aber mit den Maraudern hatte bis jetzt jeder Schwierigkeiten, nur Longbottom scheint sie schon seit Anfang unter Kontrolle zu haben."
„Bei Ihnen fallen sie doch im Unterricht auch nicht mehr so auf wie früher, zumindest haben Sie mir das letztes Schuljahr so gesagt", erinnerte er sie.
„Sie werden langsam erwachsen", sagte sie und seufzte erleichtert, als sie plötzlich lautes Lachen von ihrem Haustisch vernahm. Sie konnte die Marauder sehen, die sich bemühten, nicht plötzlich von ihren Plätzen zu fallen. „Oder doch nicht", fügte sie schnell hinzu.
„Lassen Sie sich noch ihren Spaß haben, wenn sie Hogwarts verlassen haben, dann werden sie ihn nicht mehr so schnell haben und die Berichte im Tagespropheten werden auch immer grausamer und häufiger. Da ist es doch schön, wenn man sich so verhalten kann", meinte Dumbledore, der ihrem Blick gefolgt war.
„Manchmal habe ich sogar das Gefühl, dass die Marauder das alles machen, Streiche spielen als Beispiel, um die anderen von den Meldungen ein wenig abzulenken und ein wenig Spaß ins Hogwartsleben zu bringen", sagte sie, klang dabei aber nicht sehr überzeugt von dieser Tatsache.
„Wer weiß, zu trauen würde ich es ihnen", fügte Dumbledore hinzu.
Einige Lehrkräfte stießen erst später an den Lehrertisch, denn einige wissensgierige Schüler wollten unbedingt Dinge wissen, die sie für ihre Aufgaben benötigten. Als Letzter betrat Frank Longbottom die große Halle.
„Wo waren Sie denn so lange?", fragte Professor McGonagall, als er sich neben sie setzte und ein wenig erschöpft wirkte.
„Sie glauben mir gar nicht, was sie alles nicht wissen. Es scheint mir so, als würde ich den ganzen Stoff der letzten Jahre, in kürzester Zeit mit ihnen durchnehmen. So geht es mir zumindest in den UTZ-Klassen", meinte er.
„Aber heute ist Samstag und gewöhnlich hat ein Lehrer da frei, es sei denn, dass ein Schüler ein Problem hat oder etwas wissen möchte", erklärte sie.
„Mir ist das bewusst", sagte Frank und grinste. „Glauben Sie, wieso ich erst so spät komme? Einige Schüler haben es sich zur Aufgabe gemacht, mich immer fragen zu müssen, wenn ich ihnen eine Aufgabe gegeben habe."
„Vielleicht mögen Sie die Schüler. Man hört nur Gutes über Sie, wenn man durch die Gänge geht und en Schülern zuhört", steuerte Flittwick bei, der rechts von Frank saß. „Schüler, die sich für ein Fach wirklich interessieren, kommen immer zu einem und fragen einfach alles, was ihnen zu diesem Thema einfällt, was erst kürzlich im Unterricht besprochen wurde."
„Ich bezweifele, dass man nur Gutes von mir hört", tat Frank gleich ab.
„Das kann ich nur bekräftigen. Sie haben sich noch nicht einmal über Potter und Black beschwert", sagte McGonagall.
„Vielleicht kommt das noch?", fragte er. „Man kann ja nie wissen, was auf einen zukommt."
„So habe ich die Schüler noch nie über einen Ihrer Vorgänger sprechen gehört", redete Flittwick weiter. „Glauben Sie mir, die Schüler mögen Sie."
„Ja ja, jetzt noch, aber wenn es dann so weit ist und der Stress mit den Hausaufgaben anfängt und die Prüfungen, die zwischendurch immer gemacht werden? Na dann werden sie mich nicht mehr mögen."
„Glauben Sie mir, so schnell können Sie sich nicht unbeliebt machen", sagte Dumbledore, der dieses Gespräch interessiert und belustigt verfolgt hatte.
„Ich wollte Sie eigentlich noch etwas fragen, Direktor", sagte Longbottom, dankbar, dass er das Thema wechseln konnte. In gewisser Weise, war es ihm etwas unangenehm, dass seine Kollegen so sprachen und die Schüler in lobten.
„Was denn?", fragte Dumbledore.
„In meiner siebten Klasse möchte ich ab kommender Woche gewisse Flüche durchnehmen und sie ihnen zeigen", sagte er.
„Die Unverzeihlichen?"
„Ja", antwortete Frank. „Wenn Sie es erlauben."
„Natürlich", sagte Dumbledore und McGonagall warf ihm zuerst einen ungläubigen Blick zu, dann jedoch schüttelte sie nur noch ihren Kopf. Wenn sich der Direktor etwas in den Kopf gesetzt hatte, war es auch schwer ihn davon wieder abzubringen, bis hin zu unmöglich.
„Dann würde ich mehrere Irrwichte benötigen und dies gilt für alle hier", sagte Frank bittend. „Wenn Sie einen Irrwicht finden, dann teilen Sie mir es bitte mit, denn meine UTZ-Kurse haben noch nie einen Irrwicht gesehen und ich kann es nicht verantworten, wenn sie ihre UTZ machen, ohne gegen einen Irrwicht gekämpft zu haben."
Seine Kollegen nickten einstimmig und versprachen ihm, es ihm sofort mitzuteilen, falls sie welche entdeckten.
„Dann müsste ich sie noch etwas fragen, Herr Direktor"; meinte Frank.
„Heute bin ich ja wild gefragt, nicht wahr?", fragte dieser belustigt.
„Ähm … ja", sagte er etwas verwirrt. „Den Siebten möchte ich auch noch Duellierzauber beibringen, wie sie funktionieren und wann man sie am Besten einsetzt. Dazu müsste ich aber auch einige Flüche verwenden, die nicht gerade weißmagisch sind", fuhr er etwas Kleinlaut vor.
„Machen Sie, was Sie für richtig halten", antwortete Dumbledore knapp. „Sie sind der Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste und ein Unterricht in Duellieren hat noch niemand geschadet, vor allem nicht in solchen Zeiten. Ich denke, dass Sie das ganz gut hinbekommen." Viel sagend zwinkerte er ihm zu und Frank nickte dankend. Er war es gewohnt, seinen Vorgesetzten zu fragen, ob er das machen durfte oder nicht oder ob er noch warten sollte und es ihnen erst später zeigte.
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Schreie halten durch karge Gänge, die auch nur schwach beleuchtet waren. Schrei von gefolterten Personen, die sich die Qual aus dem Leibe schrieen.
Mehrere Todesser standen in einem Raum, wo zwei Personen auf dem dreckigen, modrigen Steinboden lagen und sich vor Schmerzen wanden.
Zwei der in schwarze Kutten gehüllten Personen hielten je einen Zauberstab auf die beiden Männer auf dem Boden. Die Anderen starrten nur auf das Schauspiel das sich ihnen bot. Nicht einmal übel wurde ihnen bei diesem Anblick. Sie waren es schon gewohnt und kannten es nicht anders. Wenn sie Mitleid zeigten, zeigten sie auch gleich Schwäche und Schwäche bedeutete zu sterben. Schwache kamen nicht durch, die blieben auf halber Strecke liegen und verrotteten langsam und qualvoll.
Die Umhänge von den beiden Männern waren ziemlich zerschlissen. Sie waren löchrig und standen nur so vor Dreck. Getrocknetes Blut konnte man auch daran erkennen und frisches Blut kam hinzu. Immer wieder sprangen die alten Wunden auf und ließen das Blut hinaus rinnen.
Der Boden war auch schon Blutgetränkt. In den Seinrillen bildeten sich kleine, rote Seen, die sich dann weiter in die Rillen bewegte, die sich dann langsam ausdehnten. Das Blutrinnsal hatte schon eine große Fläche eingenommen und noch immer schienen die Todesse genug zu haben. Ihnen machte es Spaß Leute zu quälen, sie leiden zu sehen, die Macht über sie zu haben. Die Macht über Leben und Tod steigerte ihren Adrenalinspiegel ins Unermessliche.
Plötzlich verstummten die Schreie und die beiden Männer keuchten schwer. Sie zittern immer noch von den Folgen des Fluches, der gerade auf ihnen gelegen hatte.
Unsäglicher Schmerz strömte durch ihren Körper und wollte nicht verebben.
Aufgeplatzte Lippen, schweißgetränktes Haar, das durch die Vermischung mit Blut zusammen klebte, waren der normale Zustand eines ihrer Opfer.
„Wollt ihr nicht endlich sprechen?", forderte ein Todesser mit rauer, kräftiger Stimme. Seine Gestalt wirkte beängstigend. Er war hoch gewachsen und durch seinen Todesserumhang zeichneten sich viele Muskeln ab. „Auf eine Frage nicht zu antworten ist nicht gerade nett", spottete er. „Dafür wird man normaler Weise bestraft und das wisst ihr."
Noch immer schwer atmend, versuchte einer der Männer seine Stimme soweit zu beruhigen, dass er eine normale Antwort geben konnte: „Glaub mir … von uns wirst du nichts erfahren … ehe würde ich … sterben."
„Sterben werdet ihr sowieso, Jones, also mach es dir nicht noch schwere als es ist. Du hast, nein, ihr beide habt die Wahl, langsam und qualvoll zu sterben oder schnell und schmerzlos. Es liegt einzig und alleine an euch, wie ihr sterben werdet", sagte er mit seiner rauen Stimme.
„Dreckiger … Bastard", spuckte der Mann namens Jones aus. Er legte so viel Verachtung in seine Stimme, wie er im Moment aufbringen konnte.
„Was hast du zu mir gesagt?", fragte er in bedrohlichem Ton. Er hatte seine Zähne zusammen gebissen und war auf Jones zugegangen, hatte ihn mit einem Ruck zu sich hochgezogen und ihn geschüttelt. „WIE HAST DU MICH GENANNT?"
„Dreckiger …", wollte Jones wiederholen, doch der Mann schleuderte ihn von sich weg, dass er auf der Mauer mit seinem Rücken aufschlug und keuchend auf den Boden hinunter rutschte, wo er dann an die Mauer gelehnt sitzen blieb.
„Ich habe dich nicht zum Sprechen aufgefordert, Jones", fauchte er und ähnelte einem wilden Raubtier, das seine Beute bald mit bloßen Zähnen aufschlitzen wollte. „Du bist nicht in der Situation so zu reden. Hast du mich verstanden, Jones?" Er ging mit erhobenem Zauberstab drohend auf ihn zu. „Hast du mich verstanden?", fragte er mit Nachruck.
„Verstanden schon, aber ich werde niemals etwas sagen, niemals", sagte er.
„Das werden wir noch sehen", knurrte der Mann vor ihm gefährlich. „So leicht kommst du uns nicht davon. Du würdest dir wünschen, dass du schon vorher deinen Mund aufgemacht hättest, wenn wir mit dir erst fertig sind. Wir werden schon noch heraus bekommen, was wir wissen wollen."
Plötzlich trag Jones ein Bein bei seiner Taille und er rutschte einige Meter über den Boden. Auch keuchte er auf und biss die Zähne zusammen, um nicht erneut vor Schmerzen aufzuschreien.
Durch diesen kräftigen Tritt hatte er Jones einige Rippen gebrochen. Dann drehte er sich um und ging mit wehendem Umhang aus dem Raum hinaus, bevor er ging, nahm er seine Maske ab und schob seine Kapuze zurück.
„Du?", keuchte der zweite Mann erschrocken auf.
„Ja ich", grinste der Mann spöttisch. Seine Augen funkelten nur so vor Bosheit. „So geht es dir auch, Williams, wenn du dich so verhältst."
Zurück ließen sie zwei Schwerverletzte, die es vor lauter Schmerzen nicht mehr aushielten. Einfach jetzt, schnell, unbemerkt zu sterben wäre ein Wunder, aber das wussten die Todesser zu verhindern.
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Noch immer keine Spur!
Seit nun mehr als zwei Wochen sind Thomas Jones und John Williams verschwunden. Das Ministerium sucht verzweifelt nach seinen Mitarbeitern. Das Ministerium bittet um Hilfe! Helfen Sie, indem Sie Hinweise auf den möglichen Verleib von den Beiden haben. Wir bitten Sie auch, diese beweisen zu können und uns keine Fälschungen zukommen zu lassen, da es die Suche beträchtlich behindern würde. Für den Notfall stehen Ihnen gerne unsere Redaktionsleiter zur Verfügung.
„Schlimm oder?", meinte Lily, als sie den Tagespropheten zur Seite legte. „Schon so lange keine Spur mehr von ihnen."
„Glaubt ihr, dass die noch leben?", fragte Amy.
Alle zuckten nur die Schultern.
„Was ist denn?", fragten andere Gryffindors in ihrer Umgebung. Auch einige Hufflepuffs und Ravenclaws hatten sich zu ihnen gewandt, zumindest jene, die nahe genug bei ihnen saßen.
„Jones und Williams", sagte Remus.
„Das ist schrecklich", kommentierte ein Ravenclaw. „Die wissen wirklich nicht wo sie sich befinden."
Ein Hufflepuff meinte: „Die Auroren sollten sich eben mehr anstrengen sie zu suchen, ansonsten finden sie doch auch alles und jetzt zwei Mitarbeiter nicht?"
„Die Auroren tun alles was sie können", sagte ein Hufflepuff neben ihm. „Sie haben weiß Gott wie viel zu tun."
„Aber trotzdem", beharrte der erste Hufflepuff weiter. „Wofür sind sie denn da? Das ist ihr Beruf und wenn sie den nicht ausüben können, dann sollten sie sich eben einen neuen suchen und Leuten, die für diesen Job besser geeignet wären, nehmen."
„Red nicht von Dingen, die du nicht verstehst, Wilson", fauchte James. Sein Blick war fest auf den jungen Hufflepuff gerichtet. „Willst du etwa sagen, dass du für diesen Job besser geeignet wärst? Na das will ich mal sehen."
„Was willst du eigentlich, Potter? Du kannst nicht bestreiten, dass sie keine großen Erfolge verbucht haben."
„Vielleicht, weil sie es nicht so laut herumposaunen, damit Leute wie du, nicht die Wahrheit so drehen können, wie es ihnen gerade passt und somit nur noch mehr Schaden anzurichten, als zu helfen?" Immer noch fixierte James ihn und Wilson wand seinen Blick von ihm ab. Diesem bohrenden Blick konnte er nicht länger standhalten. „Weißt du eigentlich wie es im Aurorenbüro zugeht?", fragte James.
„Nein", antwortete Wilson kleinlaut und immer mehr Leute folgten diesem Wortgefecht. „Aber du weißt es, oder wie?"
James wollte beinahe bejahen, aber er verkniff es sich im letzten Moment, sonst hätte er sich verraten können und das war etwas, was er nicht gebrauchen konnte. „Nein, aber ich kann es mir gut vorstellen", antwortete er dennoch halbwegs ehrlich.
„Ach und was?", spottete er weiter.
„Vielleicht sind sie mit Arbeit überhäuft, weil Leute wie du ihnen Dinge schicken, die sie wirklich nicht gebrauchen können und die sie nur bei ihrer Arbeit behindern. Vielleicht sind sie gerade völlig mit Dingen beschäftigt, die Voldemort davon abhalten, einfach mehrere Muggeldörfer dem Erdboden gleich zu machen." Einige hatten, während James Voldemorts Namen ausgesprochen hatte, tief Luft geholt. „Auroren sind auch nur Menschen und wenn du es bemerkt hast, Voldemort lässt einen nach dem Anderen auslöschen. Gibst du ihnen dann etwa auch die Schuld daran, dass sie gestorben sind? An einer Sache, die dir vielleicht das Leben gerettet haben könnte?" James redete sich immer mehr in Rage. Alle Augen waren jetzt auf ihn gerichtet, sogar die von den Professoren.
Frank Longbottom hatte sogar den Anfang des Gespräches gehört. Er dachte über das Gesagte nach, aber der Potter-Junge erstaunte ihn gewaltig. Er weiß sehr viel, nein, dass war unmöglich, er konnte nichts über die Aktivitäten im Aurorenbüro wissen. Er musste sich sehr dafür interessieren oder er hatte sich einfach auf die Berichte im Tagespropheten selbst ein Bild daraus gemacht.
„Nein, aber trotzdem", versuchte Wilson eine schlagfertige Antwort zu finden.
„Kennst du einen Auroren persönlich?" Wilson antwortete nicht. „Dann urteile nicht über Menschen die du nicht kennst und von denen du nicht weißt wie sie denken und handeln. Sie mal besser zu, dass du es besser machst als die Auroren, dann kannst du über sie schimpfen, aber vorher halt dich lieber zurück."
Noch immer wütend über Wilson, stand er von seinem Platz auf und ging aus der großen Halle. Alle Blicke folgten ihm, es störte ihn nicht. Er ging mit federnden, sicheren Schritten aus der Halle.
Nur Sirius wusste, war James' Eltern waren und konnte seine Reaktion gut verstehen. Wenn er ihm nicht zuvor gekommen wäre, hätte er sich auch über Wilsons Meinung geärgert. Aber James hatte den Nagel auf den Kopf getroffen, er hatte seine Meinung gesagt und viele schienen im zuzustimmen.
Kurze Zeit später, standen auch die restlichen Marauder auf und folgten ihrem Freund, von dem sie wussten, dass er sich zu der Eiche am See gesetzt hatte. Dort ordnete er meist seine Gedanken und konnte sich abreagieren.
In der großen Halle herrschte noch immer Schweigen. Alle dachten über das nach, was James Potter da gerade mit Nachdruck gesagt hatte. Er hatte nicht geschrieen, er war nicht laut, er hatte es einfach mit einer überzeugenden Stimme gesagt, die jedem durch Mark und Bein ging.
Die Professoren schienen auch ein wenig schockiert über einen solchen Wutausbruch ihrer Schüler, der keiner war, weil er sich beherrscht hatte.
„James wird wirklich erwachsen", quiekte Flittwick neben Longbottom.
„Wie meinen Sie das?", fragte er irritiert.
„Früher, hätte er gleich einen Fluch auf jemanden losgelassen, wegen belanglosen Dingen und für solche politischen Themen hatte er sich nie interessiert. Und jetzt redet er so, als würde er alles wissen. Er hat genau das ausgesprochen, was viele nicht einmal von ihm gedacht haben, dass er dazu fähig ist." McGonagall nickte bejahend und war das erste Mal richtig sprachlos.
„Er hat den Schülern, in gewisser Weise freundlich mitgeteilt, dass sie sich eine Meinung erst bilden können, wenn sie die Hintergründe kennen", fügte Dumbledore zu und sah Frank an.
Dumbledore war der einzige Lehrer, der wusste, dass seine eigentliche Tätigkeit die eines Auroren waren. Während dieser ‚Rede', hatte er Frank immer verstohlene Blicke zugeworfen, um seine Reaktion auf das Gesagte zu sehen. Er musste lächeln, dass ein Auror und was er gehört hatte, ein guter, so überrascht über diese Aussagen eines Schülers war.
Longbottom würde schon noch früh genug darauf kommen, was das zu bedeuten hatte und da war sich Dumbledore sich, würde er und einige andere, einen kleinen Schock erleben.
Frank war in seinen eigenen Gedanken versunken. Er dachte über den Jungen nach, der im von mal zu mal ein größeres Rätsel wurde. Er wusste viel über die Dementoren, was er eigentlich gar nicht wissen durfte. Kannte seine Ängste bei einem Irrwicht und wusste, wie er diese zu bekämpfen hatte. Konnte von einem Moment auf den Anderen eine komplett gefühlskalte Maske aufsetzen, sodass niemand etwas von seinem Gesicht ablesen konnte.
So eine Maske forderte viel Arbeit und Frank fragte sich, wer ihm das gezeigt hatte. Von selbst hätte er sich das nämlich nicht selber beibringen können oder doch? Er war sich nicht mehr sicher, was er über James Potter denken sollte.
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„Haben sie jetzt endlich gesprochen?", zischte eine Stimme.
„Nein, My Lord", sagte der Todesser mit der rauen Stimme. Er kniete vor seinem Meister und sah auf den Boden.
„Wann bringt ihr sie endlich zum Sprechen?", fragte Voldemort ungehalten. „Ich kann es kaum glauben, dass ihr es noch immer nicht zustande gebracht habt, Jones und Williams zum Sprechen zu bringen." Voldemort sah auf seine Diener, die vor ihm knieten. „Ich erwarte von euch bald ein Ergebnis, sonst wird es auch leid tun."
„Natürlich, My Lord", antworteten die Todesser.
„Ich möchte endlich wissen, was es mit diesem Ort auf sich hat, von dem überall berichtet wurde." Er ging einige Schritte. „Und ich muss auch noch etwas aus Hogwarts holen. Es befindet sich einfach schon zu lange dort. Nicht einmal Dumbledore weiß, dass es sich dort befindet."
„Verzeiht, My Lord, dürfte ich eine Frage stellen?", fragte Malfoy.
„Was?", zischte er wieder.
„Aber was ist, wenn Dumbledore trotzdem davon weiß und es mit Bannen und Flüchen geschützt hat?"
„Dann wird mich das nicht davon abhalten es zu bekommen. Auch wenn er es hat, er weiß nicht was es bedeutet und schon gar nicht, wie es funktioniert." In seiner Stimme konnte man die Gehässigkeit Dumbledore gegenüber spüren. „Dieser alte Narr wird noch sterben, bevor dieses Jahr endet."
Voldemort wandte sich zu seinen Dienern um, die noch immer vor ihm knieten und sagte: „Passt auf, dass ihr es mit den Flüchen bei unseren Gefangen nicht übertreibt, sonst sind sie bald nur noch Schrott und wir können ihre Informationen völlig vergessen."
„Natürlich", antwortete die raue Stimme.
„Macht was ich euch gesagt habe", zischte Voldemort erneut. „Das nächste Mal kommt ihr nicht hierher ohne irgendwelche Ergebnisse."
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„Nette Rede, Prongs", bemerkte Sirius, als er sich zu seinem Freund in die Wiese setzte.
„Danke", antwortete James.
„War wirklich beeindruckend", sagte Remus ehrlich. „Ich hätte dir das gar nicht zugetraut."
„Gut zu wissen."
„War nicht so gemeint, Prongs", beschwichtigte Remus ihn.
„Ich weiß schon, wie du es gemeint hast." James lächelte ehrlich. „Ich kann es einfach nicht versehen, wieso Wilson sich so ein Urteil erlaubt, wenn er doch gar nicht weiß, was hinter den Kulissen vor sich geht. Genauso wie die ganzen Reporter des Tagespropheten und die Leute im Ministerium."
„Diesen Tag muss ich mir ewig in mein Gehirn brennen", sagte Remus.
„Wieso?", fragten die anderen drei irritiert.
„Weil es einer der wenigen Tage ist, an denen wir wirklich über ernste Themen reden."
„Haha", kommentierte Sirius trocken. „Du tust gerade so, also ob wir sonst nur Blödsinn im Kopf hätte.
Remus setzte gerade dazu an zu antworten, aber Sirius stoppte ihn. „Sag jetzt einfach nichts."
„Wann ist eigentlich das nächste Mal Vollmond?", fragte James, um auf ein anderes Thema zu kommen und diese peinliche Stille zu überbrücken.
„In zwei Wochen", sagte Remus und klang nicht gerade begeistert.
„Machen wir dann das Selbe, was wir immer machen, wenn wir das Selbe machen, was wir immer machen?", fragte Sirius.
„Hast du da gerade verstanden, was du eigentlich gesagt hast?", fragte Remus und hob eine Augebraue.
Sirius dachte angestrengt darüber nach. „Nee. Eigentlich nicht."
„Langsam wird mir kalt", sagte James und stand auf. „Lasst uns zurück ins Schloss gehen."
„Du weißt schon, dass du einfach nur einen Wärmezauber sprechen musst?", schlug Sirius vor und nickte ihm zu.
„Ja, ist mir bewusst, aber morgen fangen wir ja mit unserem Duelltraining an und da möchte ich darauf vorbereitet sein."
„Als hätte dir dein Vater noch nicht beigebracht, wie man sich duelliert", fügte Sirius sarkastisch hinzu.
„Doch schon, aber es ist doch ganz nett, mal etwas Anders kennen zu lernen", antwortete James mit breitem Grinsen.
„Ihr habt Duelltraining?", fragte Peter begeistert. „Ich hätte es auch gerne."
„Dann wärst du eben weiter in Verteidigung gegangen", sagte Sirius. „Dein Pech!"
„Jetzt sei nicht so Schadenfroh", sagte Remus.
„Ist schon gut." Sirius hob beschwichtigend die Arme und stand ebenfalls auf. Remus und Peter folgten den Beiden zurück ins Schloss, wo sie es sich dann in ihrem Gemeinschaftsraum so richtig gemütlich machten. Remus und Sirius spielten gerade eine Partie Schach, die Remus hauchhoch gewann. Sirius schlug die Hände vor sein Gesicht und begann zu jammern. Die jüngeren Mädchen warfen ihm bedauernde Blicke zu. Die restlichen Marauder schüttelten über das gespielte Verhalten von ihrem Freund nur noch den Kopf.
„Ich dachte du wolltest fit für morgen sein?", fragte Sirius, als er James beim Lesen des Tagespropheten sah.
„Mach ich ja auch", antwortete James beiläufig.
Kurze Zeit später gesellten sich auch noch die beiden Mädchen zu ihnen. Sie selbst waren auch schon ziemlich aufgeregt wegen morgen und konnten es kaum noch erfassen. Lily hatte ihnen erzählt, dass sie noch schnell ein Buch über die Verteidigung gesucht hatte, es gelesen und die wichtigsten Stellen gelernt hatte. James hatte es nur mit einem Lachen kommentiert.
Lily fand das Ganze natürlich nicht witzig und verschränkte ihre Hände vor ihrer Brust, so wie sie es immer tat, wenn sie kurz davor war eine Schimpftriade loszulassen, aber James erklärte es ihr so: „Du kannst Verteidigung zwar aus dem Buch lernen. Zauber, Flüche und so weiter, aber wie du sie in einem Duell richtig anwenden sollst, dass lernst du aus keinem Buch und wenn, dann erst, wenn du die Grundprinzipien kennst und weißt worauf es ankommt, dann kannst du die Bücher ansehen, die einig Duelle zeigen, aber vorher nützen sie dir nichts."
„Toll, danke für dein tolles aufbauen", sagte Lily sarkastisch.
„Mache ich doch immer gerne", sagte James und versuchte Lily zu küssen. Diese drehte sich aber weg und so erwischte James nur ihre Wange.
Die Beiden waren schon eine Sensation zusammen. Das Sprichwort ‚Was sich liebt, dass neckt sich', traf auf die Beiden perfekt zu. Und es gab immer etwas zu lachen, was die Beiden aber immer mit einem bösen Blick ‚dankten'. Da waren sich die Beiden ähnlicher als man dachte.
Auch konnten die Beiden so liebevoll miteinander umgehen, dass man dachte, dass sie überhaupt nicht streiten konnten. Sie waren einfach wie für einander geschaffen und jeder, absolut jeder wusste, dass sie auch noch nach Hogwarts so sein würden. Vielleicht der eine oder andere Streit, aber eine kleine Zwistigkeit gehörte zu einer Partnerschaft dazu. Keine große Streite, aber so kleine Neckereien hielten die Beziehung in Schuss.
Nachdem sie sich noch eine Zeit unterhalten hatten und der Gemeinschaftsraum schon fast leer war, begaben sie sich in die jeweiligen Schlafsäle und freuten sich innerlich schon auf den nächsten Tag, wo sie endlich den Unterricht in Verteidigung gegen die dunklen Künste bekommen würden, den sie sich all die Jahre gewünscht und erwartet hatten.
So, falls jemand wissen will, wie ich auf die Patroni komme, hier ist meine Erklärung dafür ... zumindest für die, die bereits erwähnt wurden.
Die Bedeutung von Frank's Patronus:
Wölfe verlassen sich in schwierigen Situationen auf ihre Intuition und auf ihren logischen Verstand. Auch sorgen sich Wölfe um das Wohl ihrer Mitmenschen.
In Krisenzeiten sind sie eine unschätzbare Hilfe für ihre Umgebung, wenn sie u.a. Mitgefühl zeigen. Und wenn sie jedem helfen wollen, dann werden solche emotionalen Gefühle geringer. Um dann auch wirklich nur 'bedürftigen' Menschen zu helfen, konzentriert er sich auf diese.
Als kleiner Tipp: Alices Patronus ist auch ein Wolf.
In der Bedeutung der Indianer heißt das: Diese beiden sind liebevolle Ultra-Romantiker, doch beide verlassen sich vielleicht zu sehr auf den anderen, wenn es um die eher praktischen Belange geht. 'zwinker'
Wölfe sind treusorgende Eltern. Die erwachsenen Rudeltiere kümmern sich gemeinsam um die Jungen, betreuen und versorgen sie. Dadurch entsteht bei den Neugeborenen von vornherein eine sehr starke Gruppenbildung.
Und Alice und Frank sind für mich eben solche Leute, die sich um ihre Kinder sorgen (in dem Fall um Neville 'zwinker')
Auch für die Patroni von Lily und James (James ist ja bekannt 'zwinker') habe ich mir eine Hilfe genommen. Einerseits verbinde ich Lilys Intelligenz mit Ravenclaw und in der Welt der Indianer steht für diese Tiere, welche eigentlich Horoskope sind, aber ich fand das einfach schön): Die lebhafte und schöpferische Natur des Hirsches passt gut zur Leidenschaft und Entschlossenheit des Falken. Beide dürften in dieser Partnerschaft also aufblühen.
Nur gibt es in den indianischen Horoskopen keinen Adler, aber ich wollte das einfach verbinden. Hoffe ihr verzeit mir diese kleine Unstimmigkeit:D
Lg
Magic
Ps.: Natürlich habe ich auch nichts gegen ein paar Reviews!
