Kapitel 7: Quidditch
James war seit seinem fünften Jahr in Hogwarts der Kapitän der Hausmannschaft und die Auswahlspiele sollten stattfinden. Der einzige Termin war der Donnerstag, weil alle anderen Tage bereits ausgeplant waren und er so schnell wie möglich mit dem Training beginnen wollte.
Professor McGonagall hatte ihm die Liste gegeben. Es hatten sich sehr viele gemeldet, darunter auch einige, die letztes Jahr, wegen der Brutalität der Slytherins nicht Quidditch spielen wollten. Einigen ist kurz von den Auswahlspielen etwas zugestoßen und sie hatten sich dann entschieden, nicht mehr teil zu nehmen.
James kochte vor Wut, als sie ihm das mitgeteilt hatten. McGonagall hatte seinen Wutausbruch gestoppt, eher stoppen müssen, bevor noch irgendetwas zu Bruch gegangen wäre. Wenn es um Quidditch ging, dann war mit James nicht gut Kirschen essen. Er nahm es sehr ernst und erwartete von seiner Mannschaft das Selbe.
Wenn jemand behauptete, er hätte verschlafen oder hatte in der Bibliothek über den Aufgaben gebrütet und so die Zeit vergessen, dann zog James seine Augenbrauen zusammen, seine Augen wurden schlitzförmig und er sagte mit leiser, aber bedrohlicher Stimme, dass sie ihn nicht anlügen sollten.
James wusste genau, ob jemand wirklich Hausaufgaben machte oder ob er einfach keine Lust zum Training hatte und dann doch ging, um nicht die komplette Wut auf sich zu ziehen.
Auch bei den Trainings selber war James anstrengend. Er hetzte am Anfang alle Spieler drei Mal um das Quidditchfeld. An Tagen, an denen er besonders übellaunig war, was mehrere Gründe zur Folge hatte, konnten es auch doppelt so viele sein.
Anschließend wurden sie auf die Besen getrieben und übten mehrere neue Manöver, die alten spielten sie noch einmal durch, um festzustellen, dass sie sie auch noch konnten.
War das Feld mal nicht zum Training frei, dann zogen sie ihre Runden rund um den See, was sehr viel Zeit in Anspruch nahm. Im Sommer oder an wärmeren Tagen, mussten die Spieler sogar mehrere Bahnen schwimmen.
Quidditch war etwas, was sich James Potter zu Lebensaufgabe gemacht hatte. Er hatte das Talent, das er für eine Mannschaft spielen konnte, wenn er nur gewollt hätte. Viele Teammitglieder sahen es meist als nervend, wenn er immer Trainings abhielt, wenn viel zutun war. Sein Argument: „Der Feind schläft nie!"
Dreimal in der Woche musste das komplette Team vor dem Frühstück aufstehen und eine Runde um den See drehen, dann entließ James sie erst ihrem stressigen Schultag. Nur das alle dann mit müden Gesichtern in ihrem Frühstück herumstocherten. Einzig und alleine James schien dann putzmunter zu sein.
Für viele war es ein Rätsel, wie James Potter, der für seine vielen Streiche bekannt war, so früh aufstehen konnte und auch noch ausgeschlafen wirkte. Auch bekam er die Hausaufgaben immer rechtzeitig fertig, wenn er sie auch erst auf den letzten Drücker machte.
James stand in seiner Quidditchrobe auf dem Feld und sah sich die Schüler nach der Reihe genau an. Er scannte sie von oben bis unten. Konnten sie auch Druck standhalten, wenn es zum Endspiel kam? Oder sie gegen einen starken Gegner spielten? Was konnte er ihnen überhaupt zutrauen?
Diese Fragen stellte er sich, während er einen nach dem anderen musterte. Seine vier weiteren Teammitglieder, standen ebenfalls bei ihm. Sie alle hatten ihre Besen geschultert, denn sie mussten nachher mit den Bewerbern, die in die engere Auswahl kamen, zusammen spielen, dann entschied James, ob sie gut zusammen wirkten.
Der Wind hatte angefangen zu wehen und bauschte James' Umhang ein wenig auf. Die Schüler die vor ihm standen wirkten nervös, richtig angespannt.
Eine große Kiste, die sich bewegte stand zwischen ihnen. Die Kiste mit den vier Bällen.
James brauchte aber nur zwei Bälle und zwar den Klatscher und den Quaffel, was so viel hieß, dass ihm genau ein Jäger und ein Treiber fehlten, die es zu finden gab.
„In Ordnung", begann James. „Alle die sich als Treiber bewerben, gehen nach rechts und die, die sich als Jäger bewerben, nach links."
Die Masse teilte sich.
„Zuerst beginnen wir mit den Jägern", sagte er. „Ihr steigt auf die Besen und versucht ein Tor zu erzielen. Jeder hat fünf Versuche! Wer am Meisten erzielt, ist automatisch eine Runde weiter."
James wusste, dass Ferly ein guter Hüter war – der Beste! Denn in vielen Spielen, hatte er einen Quaffel nur verfehlt, ein Flüchtigkeitsfehler, wie James zusagen pflegte. Ferly war erst in der Fünften, aber wenn er bis in sein letztes Jahr in der Mannschaft blieb, hatten sie einen Sieg sicher schon in der Tasche.
Einige sahen Ferly verängstigt an. Aber vor Ferly musste man keine Angst haben. Er war zwar groß gebaut, auch kräftig, aber er hatte eine gutmütige Seite, im Gegensatz zum Treiber, der keine Gnade mit seinen Gegner kannte.
„Bereit?", fragte James, wartete aber keine Antwort ab, sondern deutete mit einer einzigen Geste an, dass sie endlich auf die Besen sollten. Sie hatten ja schließlich nicht den ganzen Tag Zeit.
Viele bekamen keinen einzigen Ball ins Tor, so wie James vermutete, aber einer überraschte ihn wirklich, hatte Ferly ausgetrickst und drei Treffer erzielt. Einen Wurf hatte Ferly gefangen und den Anderen hatte Scott, wie das Überraschungstalent hieß, selbst verbockt.
James war völlig begeistert. Innerlich grinste er, feierte eine Party und stellte sich schon die Gesichter der anderen Häuser vor, wenn er Scott auf sie los ließ. Zuerst dachte sich James wirklich, was dieser hagere Junge überhaupt bei Quidditch suchte, vor allem noch als Jäger. Als Sucher wäre er geeignet gewesen, aber dann erinnerte sich James daran, was er Longbottom in einer Unterrichtsstunde gesagt hatte.
Niemanden nach dem Äußeren beurteilen. Immer zuerst sehen, wie er sich schlägt.
Allen war klar, als sie Scott fliegen sahen, dass er in die Mannschaft aufgenommen wurde. Sie waren nicht einmal überrascht darüber, als James ihnen es mitteilte. Für den Fall, dass Scott nicht mit der restlichen Mannschaft auskam und nicht mit ihnen zusammen spielen konnte, schrieb James sich einige Ersatzspieler auf, die ihn womöglich ersetzen könnten. Aber er ging einmal vom Besten aus, dass alles gut funktionierte.
Der Treiber war schon schwer zu finden.
Clarkson, der Treiber, der berüchtigt dafür war, dass er keine Gnade kannte, trat jetzt vor. Er sollte die Bewerber in die Grundzüge und Grundprinzipe des Treibers einweihen. An einigen Gesichtern konnte man sehen, dass es welche dabei gab, die am Liebsten gehen wollten, weil ihnen, was Clarkson ihnen erzählte, nicht gefiel. Treiber hatten einen gewalttätigen Job. Auch war es Allgemein bekannt, dass Treiber kräftig zuschlagen und zielen mussten. Umso mehr überrascht waren dann alle, als Lea Sticks den Posten bekam.
Sie war zwar ein Mädchen, stand aber den meisten Jungs in nichts nach und da McGonagall James im Vorjahr schon darauf angesprochen hatte, dass Mädchen in den Mannschaften kaum vorhanden waren, dachte er sich, dass er sie doch nehmen konnte. Auch hätte sie niemand so eingeschätzt, weil sie ein Mädchen war!
„Bei den Anderen bedanke ich mich", sagte er. „Ihr könnt nächstes Jahr wieder euer Glück versuchen. Oder sollte uns ein Spieler ausfallen, wegen was auch immer und es längere Zeit dauert, kann es sein, dass ich mich bei euch melde", fügte James noch hinzu und verabschiedete sie, ehe er sich zu seinem neuen Team zuwandte.
„Für alle gilt: Training nächste Woche Samstag. Ich habe das Feld schon reservieren lassen", erklärte James. „Um fünfzehn Uhr in kompletter Ausrüstung in der Umkleidekabine, damit wir noch einige Taktiken durch besprechen können, ehe wir mit dem hauptsächlichen Training anfangen. Noch Fragen?" Er blickte sein Team an und alle schüttelten den Kopf. „Gut, dann noch einen schönen Tag."
James wandte sich um und verließ mit der schwebenden Kiste vor sich das Quidditchfeld. Die Spieler folgten ihm kurze Zeit später.
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Die Zeit verging wie im Fluge und das erste Quidditchspiel stand vor der Tür. Gryffindor gegen Slytherin!
Als die Auslosung stattfand, war James nicht gerade begeistert über ihren ersten Gegner und auch noch im ersten Spiel überhaupt.
Im zweiten Spiel trafen sie auf Hufflepuff, kurz darauf auf Ravenclaw und sollten sie es soweit schaffen, dass sie in der Rangliste einen der ersten beiden Plätze belegten, dann spielten sie im Abschlussspiel gegen dieses Haus.
Die Slytherins hatten wie immer eine nette Drohung ausgesprochen und Ferly entging nur knapp einem Angriff von den Slytherins. James trichterte ihnen immer wieder ein, dass sie bloß aufpassen sollten, wenn sie durch einen Gang gingen. Vor einem Spiel gegen Slytherin am Besten nicht alleine.
Kurz nachdem James erfahren hatte, gegen wen das erste Spiel war, forderte er von seinem Team alles ab. Er hatte das Training für zweimal in der Woche angesetzt und war wirklich nicht sachte mit ihnen umgegangen. Wenn er ihnen nicht früh genug verklickerte, was sie gegen die Slytherins erwartete, dann konnte er mit einer sicheren Niederlage rechnen. Aber zu seinem Glück, waren viele schon länger im Team und kannten die Spielweise, auch die zwei Neuen kannten sie vom Zusehen her.
Vor Aufregung gespannt, ging James in der Umkleidekabine des Teams auf und ab. Völlig in Konzentration versunken, dachte James über das kommende Spiel nach.
„Beim Training wart ihr nicht schlecht", begann er und die Spieler wollten sich aufregen, doch James unterbrach sie. „Aber ihr müsst jetzt beim Spiel noch konzentrierter, aggressiver und genauer spielen. Sprich, Thompson, du fängst den Schnatz so schnell wie möglich vor Stones." Er wandte sich seinen Treibern zu. „Clarkson, Sticks! Ihr zwei seht zu, dass ihr die Klatscher so schnell wie möglich auf die Slytherins ballert. Seit so brutal wie möglich, aber achtet auf die Spielregeln." Die Beiden nickten. „Ferly … na ja, du machst das wie letztes Jahr. Einfach keinen Quaffel durchlassen." Wieder ein Nicken. „Und ihr Beiden." Er zeigte auf seine Jäger. „Werdet so viel Tore wie möglich erzielen. Klar soweit?"
„Ja schon, aber was ist mit dir?", fragte Sarah Kent. Eine Sechstklässlerin mit längerem, schwarzem Haar, das sie hochgebunden hatte. Sie hatte strahlend blaue Augen, die einen durchbohren konnten. „Du musst auch so viele Tore wie möglich erzielen."
„Werde ich", sagte James grinsend. „Also auf ein Neues."
Sie schulterten ihre Besen und traten auf Feld, wo ihnen sofort der tosende Lärm der Schülerschaft entgegen schlug.
„Und unser Gryffindorteam", kommentierte Sirius, der es sich nicht nehmen ließ McGonagall wieder zur Weisglut zu bringen. In den vergangen beiden Jahren, hatte er sie mit seinen Kommentaren auf die Palme gebracht und sich nichts sagen lassen, was sie ihm zu zischte. Sirius dachte, dass ihre Animagusgestalt einfach perfekt für sie war. Sie konnte fauchen wie eine Katze und beobachtete ihre Beute auch länger, bevor sie zuschlug. „Hüter: Daniel Ferly! Unser Sucher: Jack Thompson! Unsere Teiber: Jo Clarkson Lea Sticks! Und unsere Jäger: Steven Scott und Sarah Kent! Und der Teamkapitän … Jaaaaaaames Potter!"
Tosender Beifall kam aus der roten Ecke des Stadions. Auch Ravenclaws und Hufflepuffs hatten sich zu diesem Spiel eingefunden, um die Gryffindors anzufeuern. Die Slytherins, die die Gryffindors ausbuhten, gingen in dem Lärm unter.
Die vierzehn Besen stiegen in die Lüfte und nahmen Position ein. Madame Hooch, die auf dem Boden bei einer Kiste stand, hatte eine Pfeife bereit. „Kapitäne gebt euch die Hand."
James flog auf Stones zu.
„Du wirst verlieren, Potter", zischte er und drückte James' Hand fest zusammen.
„Wir werden schon sehen, wer heute eine Niederlage einstecken muss", fauchte James zurück und drückte seinerseits fest zu.
Madame Hooch öffnete den Deckel der Kiste und der Schnatz und die Klatscher schossen sofort in die Lüfte. Sie nahm den Quaffel in die Hand, warf ihn in die Luft und pfiff in die Pfeife. Sofort jagten die Jäger auf den Quaffel zu, den sie, zu James' Missfallen, der gegnerische Jäger unter den Nagel riss.
Madame Hooch war während dessen auf ihren Besen gestiegen.
„Gaunt im Quaffelbesitz", sagte Sirius minder interessiert und verfolgte das Spiel gelangweilt.
Die drei Slyhterinjäger schossen auf das Tor von Gryffindor zu. Ferly blieb vor dem mittleren Ring und achtete genau auf die Jäger. An ihm kamen sie nicht vorbei.
Gaunt passte an Avery, der dann einen Schuss wagte, aber von Ferly gefangen wurde.
„Da habt ihr's. Ihr Slytherins ihr", sagte Sirius und auf seinem Gesicht erschein ein hinterhältiges Grinsen.
Ferly schoss James den Quaffel zu, der an ihm vorbei flog und auch schon zielstrebig das andere Tor anfixierte. Kent und Scott näherten sich von beiden Seiten und James passte weiter an Kent.
Die Treiber und Jäger des anderen Teams flogen auf direktem Kurs auf Kent zu, doch sie konnte noch rechtzeitig an James zurück passen, der weit ausholte und Scott zuschoss, der kurz vor den Ringen war.
Kurz nach hinten blickend, flog er weiter auf das rechte Tor zu. Der Hüter von den Slytherins flog gerade dort hin, als Scott herumschwankte und auf das linke Tor zielte.
„ZEHN PUNKTE FÜR GRYFFINDOR", brüllte Sirius in das Mikrofon und das Stadion tobte. „Slytherins sind Loser! Slytherins sind Loser!", sagte Sirius in einem Singsang, der sofort anschwoll.
„Mr. Black", fauchte McGonagall. „Ich habe Ihnen schon oft gesagt, dass Sie Ihre Zunge im Zaum halten sollen."
„Ist so über mich gekommen, Professor. Passiert schon nicht mehr", antwortete nicht gerade ehrlich, aber McGonagall hatte sich wieder dem Stadion zugewandt, als das sie auf seine Stimmlage gehört hätte.
„Ich glaube Thompson hat den Schnatz entdeckt", sagte Sirius und alle hielten kurz den Atem an, als sie zu Thompson sahen, der in einem Sturzflug nach unten schoss. Stones folgte ihm, schloss auch gleich mit ihm auf.
Während die Meisten auf die beiden Sucher starrten, hatten die Gryffindors noch ein Tor erzielt. Es stand jetzt dreißig zu zehn für Gryffindor.
Ein Klatscher schoss nur knapp an James vorbei und hielt genau auf die Sucher zu.
„WEG DA!", brüllte James Thompson zu, der sofort in eine andere Richtung stob, auch Stones drehte sich weg. Der Schnatz war wieder verschwunden.
Während der nächsten Minuten sah Thomson den Schnatz noch dreimal, wurde jedoch immer von einem Klatscher abgehalten ihm näher zu kommen.
Stones war dann zu einem seiner Treiber geflogen und hatte ihm irgendetwas zugeflüstert, dann hielt er wieder Ausschau nach dem goldenen Schnatz."
„VERDAMMTE SCHEISSE", fluchte Sirius.
„Mr. Black", drohte McGonagall.
„Dieses Pack von Slytherins hat doch tatsächlich noch ein Tor erzielt." Das ganze Stadion hörte ihm und McGonagall zu, wie sie brüllte: „Wenn Sie jetzt nicht auf Ihre Wortwahl achten und unparteiisch sind, dann können Sie mit Punkteabzug rechnen und Nachsitzen."
„Soll das eine Bedrohung sein, Professor?", fragte Sirius. Einige Schüler begannen zu lachen, als sie dieser interessanten Diskussion folgten.
„Nein, das ist ein Versprechen", sagte sie, als plötzlich ein Raunen durch die Reihen ging.
Sirius und McGonagall wandten sich wieder dem Spiel zu, als sie sahen, dass Thompson zu Boden segelte. Ein Klatscher hatte ihn genau im Magen getroffen.
Die Slytherins hatten ihn in die Mangel genommen, der Klatscher flog direkt auf ihn zu. Er konnte nicht mehr ausweichen und der Klatscher traf ihn mit voller Wucht.
Madame Hooch pfiff sofort das Spiel ab und holte Madame Pomfrey dazu, die sich sofort um den verletzten Spieler kümmerte. Die anderen Spieler landeten auch.
Nur das die Slytherins alle hämisch grinsten und die anderen aus ihrem Haus laut lachten.
„Kann er noch spielen?", fragte James die Krankenschwester.
„Ich fürchte nein, Mr. Potter. Ich werde ihn in den Krankenflügel bringen müssen", sagte sie und beschwor eine Trage herauf.
„Aber ohne Sucher können wir nicht spielen", versuchte er zu argumentieren.
„Ich kann Ihnen anbieten das Spiel zu verschieben", schlug Madame Hooch vor. „Sonst muss einer von Ihnen den Sucher übernehmen", sagte sie und blickte James' restliche Mannschaft an. Von ihnen hatte keiner den Sucher gespielt, je diese Position in Betracht gezogen.
James schien in Gedanken versunken. Das Spiel verschieben kam für ihn nicht in Frage, denn das würde gleich heißen, dass er sich den Slytherins gegenüber geschlagen gab und er wollte ihnen diesen Gefallen nicht tun. Und wenn kein anderer seiner Mannschaft diese Position spielen wollte, dann musste er wohl den Sucher übernehmen.
„Ich mach's", sagte er und alle warfen ihm einen verwirrten Blick zu. „Ich werde der Sucher sein. Zwei Jäger werden genügen", fuhr er fort. Er drehte sich zu seiner Mannschaft um, besonders sah er Kent und Scott an. „Ihr macht alles so, wie wir es besprochen haben, eben nur ihr zwei. Ihr müsst das schaffen", sagte er schon fast flehend. „In Ordnung?"
Alle nickten.
„Dann geht das Spiel also weiter?", fragte Madame Hooch.
„Ja."
„Dann auf eure Besen", forderte sie auf. Als die beiden Mannschaften wieder in den Lüften war, pfiff sie erneut und das Spiel konnte weiter gehen.
Für James war es ein komisches Gefühl, nicht direkt am Spiel teilzunehmen, am Rande zu sein. Normalerweise war er als Jäger immer mitten drinnen und aktiv beteiligt. Als Sucher wartete er darauf, dass der Schnatz endlich auftauchte.
Viele sahen diese Entscheidung von James skeptisch an, denn sie hatten ihn noch nie als Sucher spielen sehen. Er war von Anfang an ein Jäger und das wollte er auch bleiben.
Die Slytherins grinsten, weil sie dachten, dass sie das Spiel jetzt gewonnen hatten, doch sie wussten nicht, dass James in jeder Position spielen konnte, wenn er nur wollte.
Plötzlich entdeckte James etwas Goldenes, dass gen Boden flog. Kerzengerade schoss James hinunter. Stones folgte ihm und holte ihn bald ein. James' Blick war noch immer auf den Boden gerichtet, wo die kleine Nuss flog. Stones blickte ihn skeptisch an. Auch alle anderen im Stadion hielten den Atem am.
„Komm schon, du schaffst es", hörte James leise Sirius' Stimme. James war nur mehr auf den Fang dieses Schnatzes konzentriert. Er spürte den Wind, der an ihm vorbeizog und in seinen Ohren dröhnte.
Er sah sich selbst schon, wie er den Schnatz in Händen hielt und sie das Spiel gewonnen hatten.
Stones blickte von James zum Boden und wieder zu James, dann bremste er schnell ab und zog seinen Besen wieder in die Lüfte. Potter war ja wahnsinnig. Wenn er noch weiter auf den Boden zu flog, dann würde er eine unsanfte Ladung machen.
Das Stadion hielt den Atem an, sogar die Spieler blickten jetzt alle zu James, wie er dem Boden gefährlich nahe kam.
Immer näher kam er dem Schnatz, der jetzt überraschend nach links auswich. James zog seinen Besen kurz vor dem Aufprall gerade und streifte das Gras mit seinen Füßen. Der Schnatz war nicht mehr weit von ihm weg. Er lehnte sich auf seinem Besen noch weiter nach vorne und fixierte den goldenen Punkt. Er kam ihm immer näher. Er streckte seine Hand nach ihm aus und trieb seinen Besen noch ein letztes Mal zu Hochtouren an. Kurz darauf schlossen sich seine Finger um den kleinen Ball.
Die Flügel des goldenen Schnatzes schlugen gegen seine Finger, die er fest um ihn geschlossen hatte.
Langsam strömten wieder Geräusche auf ihn ein.
„GRYFFINDOR HAT GEWONNEN", brüllte Sirius vor Freude. „Die Slytherins haben verloren! Loser! Loser!" Nicht einmal McGonagall sagte etwas, sonder freute sich über den Sieg ihres Hauses.
James wurde gerade bewusst, dass er den Schnatz gefangen hatte und stieß ihn als Zeichen des Triumphes in die Luft. Seine Mannschaft kam jubelnd zu ihm geflogen und schlugen ihm auf die Schulter.
Lily kam auf ihn zugestürmt, als er landete und zog ihn in eine Umarmung.
„Du weißt schon, dass du mir einen Schrecken eingejagt hast, als du so auf den Boden zugerast bist?", fragte sie ihn tadelnd.
„Wirklich?", fragte James unschuldig und gab ihr einen Kuss.
„Mach das nie wieder", sagte sie und versuchte ernst zu bleiben, was ihr aber nicht gelang. „Aber ich hätte dir nicht zugetraut, dass du als Sucher so gut bist", sagte sie ehrlich.
„Nicht?", fragte er.
„Du hast immer nur angegeben."
„Wer ich?"
„Ja, in unserem fünften Schuljahr zum Beispiel, nach unseren ZAG-Prüfungen", sagte Lily und erinnerte sich an diesen einen Tag. „Was du uns Sirius da mit Snape gemacht habt, war nicht gerade nett von dir."
„Musst du mir das noch immer vorhalten?", sagte James und machte ein verzweifeltes Gesicht.
„Ich habe es dir ja nicht vorgeworfen, ich habe dich doch nur daran erinnert", erklärte Lily und lächelte zuckersüß.
„Womit habe ich dich verdient?", fragte James.
„Das frage ich mich manchmal auch", antwortete Lily und alle Umherstehenden brachen in Lachen aus, dass dann auch Lily und James ansteckte.
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Frank besah sich das Spiel mit einem geübten Blick. In der Aurorenausbildung wurde ihnen beigebracht, den Gegner zu analysieren und das tat er auch.
Wie er bei diesem Spiel feststellen musste, waren die Slytherins so brutal wie eh und je. Sie spielten mit unfairen Mitteln und machten ihre Angriffe gezielt. Zwar waren sie gut durchdacht, jedoch kamen die gegnerischen Spieler nicht so gut davon.
Als Thompson dann auch noch von einem Klatscher getroffen wurde, war es klar. Die Slytherins wollten um jeden Preis gewinnen. So war es bei ihm damals auch gewesen. Ihnen waren jede Mittel recht. Es gab sogar mal ein Spiel, da hatten die Slytherins die Besen ihrer Gegner im Endspiel verhext, so dass deren Besen bockten und die Slytherins hoch haus gewonnen hatten.
Dass das Spiel abgebrochen wurde, schien plausibel, aber dann wurde es doch weiter geführt und Frank überraschte es, als er James Potter in der Position des Suchers sah. Er hatte nicht gewusst, dass die Spieler auch andere Positionen spielen konnten, aber er wurde eines besseren belehrt.
Dann flog James immer näher auf den Boden zu und kurz bevor er aufprallte, zog er den Besen wieder in die horizontale, dass nur seine Beine das Gras unter ihm kurz streifen.
Frank bewunderte die Beherrschung über den Besen, die James zu Tage legte. Er hatte so einen Spielzug bis jetzt nur bei den Profis gesehen, weil sich Schüler oft so etwas Gewagtes nicht zutrauten.
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Die Siegesfeier im Gryffindorgemeinschafsraum hielt bis in die Nacht hinein. Die Freude, dass sie das erste Spiel der Saison gewonnen hatten, war deutlich zu spüren. So eine Niederlage für die Slytherins war doch immer ein Grund zum Feiern.
Die Marauder hatten Essen und Getränke organisiert. War damals schon ein Vorteil, wenn man mit dem Küchenpersonal gut auskam.
Die Party wurde unterbrochen, als um Mitternacht Professor McGonagall in den Gemeinschaftsraum kam und die Feier unterbrach.
„Ich freue mich, dass Gryffindor gewonnen hat", sagte sie. „Aber um diese Uhrzeit sollten bereits alle im Bett sein."
„Lassen Sie uns doch mal unser Glücksgefühl ausleben", versuchte Sirius sie zu überreden, worauf sie für ihn nur einen bösen Blick übrig hatte.
„Sie beenden die Feier", fuhr sie fort. „Oder ich ziehe Punkte ab."
„Das können Sie nicht."
„Das ist unfair."
„Gemein."
McGonagall ließ ihren Blick noch einmal durch den Gemeinschaftsraum streifen. „Gehen Sie jetzt ins Bett." Dann schritt sie auf das Portrait zu und hinter ihr schloss es sich wieder.
Die Schüler wussten jetzt nicht, was sie tun sollten. McGonagall konnte noch draußen stehen und wenn sie etwas hörte, dann waren sie dran. Deshalb gingen die Meisten in ihre Schlafsäle, nur die Marauder waren sich noch unschlüssig, aber durch Remus' Einreden, gingen sie dann auch. Zwar widerwillig, aber sie gingen.
Sirius beschwerte sich noch die ganze Zeit, dass McGonagall ihnen doch nie Spaß gönnte und sie sich doch auch freuen konnte, wenn Gryffindor gewonnen hatte. Wenn dann der Pokal in ihrem Büro stand, war sie immer überaus glücklich.
„Ich will schlafen", sagte Remus. „Also halt deine Klappe oder leg einen Schweigezauber um dich, dann kannst du weiter fluchen."
„Du bist doch auch so ein Spaßverderber", sagte Sirius beleidigt.
„Wie du meinst."
Was sie nicht wussten war, dass sich während ihres Gespräches eine Person draußen auf dem Gelände aufhielt und sich umsah. Sie war schon während des Quidditchspiels da, verhielt sich aber diskret. Sie durfte nicht auffallen. Nicht jetzt, wo das Ziel zum Greifen nahe war.
Die Person blickte sich auf dem Boden um, durchleuchtete mit dem Zauberstab die Gegend. Lächelte dann in sich hinein. „Diese Zauber sind ein Witz. Die kann man leicht brechen", flüsterte die Stimme. „Ich bin von meinem Ziel nicht mehr weit entfernt. Nur noch ein kleiner Schritt fehlt mir. Das letztes Stück muss noch zusammengesetzt werden, dann habe ich das, was ich schon immer wollte." Die Stimme klang rau und die Erregung, Vorfreude und Anspannung auf das Kommende konnte man spüren, beinahe angreifen.
Plötzlich lachte die Person leise, ehe sie wieder verschwand, ohne von jemandem gesehen oder überhaupt bemerkt worden sein.
Danke für die lieben Reviews von euch! Ihr seid einfach nur süß! Und ja, ich weiß, dass in diesem Chap nicht sonderlich viel passiert ist, aber immer kann ich doch nicht solche Chaps wie das vorherige schreiben, aber keine Sorge, solche Chaps werden auch noch zu genüge kommen. Spätestens, wenn es ums Finale geht, aber auch vorher!
LEJPFAN: Hi! Frank kommt noch drauf, aber das dauert noch seine Zeit, aber keine Sorge, er findet es schon noch heraus. Und nein, Snape war zu seiner Zeit in Hogwarts noch kein Todesser. Er benimmt sich einfach nur so, weil er es nicht anders gewohnt ist behandelt zu werden und möchte zu den anderen Slytherins dazugehören. Er glaubt, wenn er sich so benimmt, dass er einer von ihnen ist. Aber wenn er alleine ist, dann traut er sich nicht sonderlich etwas zu tun. Wenn aber die Slytherins dabei sind, dann... du weißt worauf ich hinaus will? Gut! HDL
Ich habe natürlich nichts gegen Reviews, wie ihr euch sicher vorstellen könnt. Also klickt unten auf den kleinen Knopf und sagt mir, was euch gefallen hat und was nicht. Auch nicht registrierte User können ein Kommi abgeben und an die Schwarzleser hätte ich eine Bitte: Hinterlasst mir doch auch einmal ein Kommi, ja?
Hdl
Magic
