Kapitel 10: Nichts ist so wie es scheint
Langsam gingen die Beiden aufs Licht zu. Je näher sie kamen, desto wärmer wurde es. Dieses Gefühl, das sie verspürten, war einfach nur damit zu erklären, dass es sich einfach nur gut anfühlte. Lauter gute Dinge strömten auf sie ein. Es fühlte sich so an, als würden lauter gute Erinnerungen auf sie projiziert. Nichts schien ihnen mehr etwas Schlechtes anhaben zu können.
Der Gang war länger als erwartet. Sie spürten es nicht, denn ihre Gedanken waren einfach nur noch auf dieses Licht gerichtet.
Nach einer Ewigkeit, wie es ihnen schien, betraten sie einen kreisrunden Raum. Sie mussten die Augen zusammenkneifen, weil es noch heller war, als sie geahnt hätten. Nach einer kurzen Zeit öffneten sie die Augen und konnten sehen, dass das Licht zurück gewichen war und den Blick auf etwas freigab, was von atemberaubender Schönheit war, dass sie den Atem anhielten.
Sie wussten nicht was es darstellen sollte, aber die Energie, die davon ausging, machte es zu etwas Wunderschönem.
Es war ein Schlüssel. Er war groß, wie für die Flügeltüren eines riesigen Schlosses. Der Schlüssel war kunstvoll verziert und einige kleine Edelsteine waren daran befestigt. Er wirkte zwar elegant, aber da war noch etwas anderes was diesen Schlüssel betraf. Die Beiden spürten, dass er irgendein Geheimnis barg, aber was war es?
Gemeinsam gingen sie auf den Schlüssel zu und blieben direkt vor ihm stehen. Keiner der Beiden wagte es auch nur ein Wort zu sagen. Ihr Blick schien die ganzen Worte zu beinhalten, die sie sagen wollte. James hob langsam seine Hand und berührte den Schlüssel.
Ein Kribbeln durchfuhr ihn und er hielt einen Moment inne. Sein Blick war noch immer auf ihn gerichtet und langsam zog er seine Hand zurück und sah den Schlüssel in seiner Hand an. Sirius kam auf ihn zu und sah ebenfalls fasziniert darauf.
Eine goldene Kette war am Schlüssel angebunden. Sirius nahm sie in die Hand und hob so den Schlüssel hoch. Er baumelte frei in der Luft.
Auch Sirius spürte die Energie die von ihm ausging.
„Wofür ist der wohl … was meinst du?", fragte Sirius, wandte seinen Blick aber nicht davon ab.
„Ich weiß es nicht", antwortete James. „Ein komisches Gefühl, was?"
Sirius nickte.
Einige Zeit verging, wo sie noch so dastanden. Dann sah sich James in diesem runden Raum um. Einige Gemälde hingen an den Wänden, aber keines schien sie bemerkt zu haben. Sie schliefen alle tief und fest, als würde das alles vom Schlüssel ausgehen.
Unter einem Gemälde befand sich eine Nische. James war von Natur aus sehr neugierig und ging zur Ersten. Er kniete sich hin und griff mit seiner Hand hinein, aber er konnte nichts spüren. Nichts was ihn darauf hinwies, das sich dort etwas verbarg. Doch plötzlich drückte er etwas hinunter und das Gemälde darüber schwand zur Seite.
Hastig wich James zurück und sah in den Raum, den das Gemälde soeben offenbart hatte. Er drehte sich zu Sirius um, der seinen Blick ebenfalls vom Schlüssel gewandt hatte und sah ihn an.
Langsam schritt James hinein in den Raum. Auch hier war eine große Energie zuspüren. Es stellte sich heraus, dass dies ein langer Gang war und auch von mehreren Gemälden gesäumt war. Auch diese hier schienen sie nicht zu bemerken und schliefen tief und fest.
Sirius und James ließen ihre Blicke über die Gemälde werfen. Dieser Gang war elegant eingerichtet. Auf dem Boden befand sich ein Teppich, der sich bis nach weit vorne erstreckte. An den Wänden hingen verschiedene Gemälde mit Personen, die auch elegant gekleidet wirkten. Kerzen leuchteten ihnen den Weg. Sie waren in goldenen Fassungen befestigt.
Sirius sah sich einen Kerzenhalter genauer an und stellte fest, dass die Verzierungen mit dem des Schlüssels übereinstimmten. Er wies auch James darauf hin, der seiner Begeisterung Ausdruck verlieh, in dem er ein begeistertes Grinsen in seinem Gesicht hatte.
Es war wirklich merkwürdig, dass diese Gemälde hier keine Regung zeigten.
„Diese Gemälde sind nicht normal", sagte Sirius und sah sie skeptisch an.
„Vielleicht sind sie es nicht gewohnt, dass sich jemand zu ihnen verirrt und mit ihnen redet?", schlug James vor.
„Die können doch miteinander reden und wenn sie Glück haben, haben sie auch ein Zweitportait, wo sie hinkönnen."
„Und wenn nicht?"
„Dann … weiß ich auch nicht weiter", gab Sirius zu.
Nebeneinander gingen sie her. Als sich Sirius umdrehte, konnten sie nicht einmal mehr den Eingang sehen.
„Was glaubst du finden wir?", fragte James.
Sirius zuckte nur mit den Schultern.
Plötzlich spürten sie einen Luftzug und sahen sich skeptisch an, ehe sie zu laufen begannen. Sie hatten keinen Blick mehr für die Gemälde übrig, sondern ihre Gedanken waren schon wieder einen Schritt weiter.
Als sie den Gang endlich laufend hinter sich gebracht hatten, blieben sie stehen und starrten mit großen Augen in eine große Halle. Diese war mit Marmorsäulen gesäumt. Sogar der Boden war aus Marmor und ein roter Samtteppich führte zu einer Marmortreppe, die sich in der Hälfte nach links und rechts abzweigte.
Merkwürdig war, dass sich hier keine Fenster befanden, aber der Raum hell erleuchtet war, wie, wenn die Sonne direkt herein schien. Auch war kein eines Luftzug mehr zu spüren. Hatten sie sich das alles nur eingebildet?
In der Halle waren auch mehrere Skulpturen zu sehen, die lebensecht aussahen. Sie waren mitten in ihrer Bewegung erfroren, es schien, als hätte jemand die Zeit angehalten.
Sich umher sehend gingen sie auf dem roten Teppich zur Treppe und blieben dann bei der Abzweigung stehen.
„Trennen?", fragte Sirius.
„Meinst du wirklich, dass es sinnvoll wäre?", sprach James seine Bedenken aus.
„Angst?", feixte Sirius.
„Nein, aber was ist, wenn ich jetzt zum Beispiel das Schloss finde, wo dieser Schlüssel hinein passt?", fragte James. „Und dich dann nicht finden kann?"
Sirius wusste das James Recht hatte und so gingen sie gemeinsam den linken Weg hinauf, aber dieser Weg endete in einer Sackgasse. Sie versuchten mehrere Zauber aus, doch die Wand schien dieses Mal echt zu sein. Längere Zeit hatten sie damit verbracht diese Wand aufzubekommen, aber anscheinend soll sie die Leute nur in die Irre führen.
Dann gingen sie die Treppe wieder hinunter und gingen die rechte Treppe hinauf. Hier waren in das Marmorgeländer kleine Goldfäden eingearbeitet worden.
Diese Treppe führte sie durch einen längeren Gang und anschließend waren sie auf einer Art Balkon und starrten auf die Halle hinunter. Die Statuen bildeten ein Muster, das dem des Schlüssels sehr ähnlich war. Die Muster auf dem Boden waren auch jetzt erst zu erkennen. Sie zeigten ein normales und ein gespiegeltes ‚G'.
„Wow", staunte Sirius.
„Gefällt Ihnen was Sie sehen?", fragte eine Stimme hinter ihnen. Beide drehten sich erschrocken um.
Ein Gemälde hatte sie angesprochen und sah sie von oben bis unten an.
„Es … ist schön", antwortete Sirius ein wenig unsicher und James nickte zustimmend.
Der Hintergrund des Gemäldes war rot. Die Person darauf war in einen goldenen und roten Umhang gehüllt. Das Gesicht teilweise zerfurcht von vielen Narben. Anscheinend hatte die Person viele Kämpfe durchlebt.
Ein Vollbart und lange Haare bedeckten das Gesicht des Mannes. Man konnte meinen, dass dieser Mann aussah wie ein alter Löwe.
„Fragt, was Ihr fragen wollt", sagte der Mann.
„Wer sind Sie?", fragte James.
„Wer ich bin? Wer seid Ihr?"
Sirius und James warfen sich einen verwirrten Blick zu.
„Gehören diese Räumlichkeiten Ihnen?", fragte James weiter. Der Kopf des Mannes nickte ihnen zu.
„Die ganzen Gemälde in dem runden Raum und in den Gängen haben sich nicht bewegt und auch diese Statuen wirken so lebensecht. Wie haben Sie so ein Kunstwerk zusammen gebracht?", fragte Sirius begeistert.
„Kein Kunstwerk. Ein großes Stück Magie steckt dahinter", antwortete der Mann. „Doch noch ist es nicht an der Zeit, dass Ihr erfahrt, was dies wirklich zu bedeuten hat."
„Wieso nicht?", wollte James sogleich wissen.
„Seid nicht so ungeduldig, junger Mann", antwortete er. „Ihr werdet es noch früh genug herausfinden. Es bedarf nur seiner Zeit. Auch werdet ihr mit Sicherheit wieder hierher zurückkehren, wenn ihr das Geheimnis gelöst habt. Solange darf ich Euch aber nicht sagen, was dies hier ist." Das Gemälde schwieg einen Augenblick. „Den Schlüssel den Ihr in den Händen haltet, öffnete eine Truhe, die sich hinter mir verbirgt. Dort werdet Ihr Bücher, Dokumente und einen weiteren Schlüssel finden. Ihr müsst die Rätsel lösen. Wenn Ihr dieses Rätsel gelöst habt, dann versteht Ihr wie dies hier zustande gekommen ist."
„Wer sind Sie denn nun?", fragte Sirius ungeduldig.
„Das klärt sich dann mit der Zeit."
„So etwas sagten Sie bereits", antwortete James ungeduldig.
„Gemeinsam könnt Ihr das Lösen", fuhr der Mann fort, als wäre nie etwas geschehen.
„Wie sind wir eigentlich hier her gekommen", fragte Sirius.
„Das Schicksal hat Euch hergeführt."
Sirius seufzte schwer. „Können Sie sich auch mal klarer ausdrücken!"
Das Gemälde schwieg, sie konnten nur ein leichtes Grinsen erkennen.
„Und wie kommen wir wieder her, um Ihnen mitzuteilen, wenn wir das Rätsel gelöst haben?", fragte James.
„Die Zeit wird Euch schon den Weg zeigen."
Sirius und James wurde dieses Gerde langsam echt nervig.
Das Gemälde schwang zur Seite und eine kunstvoll verzierte Holzkiste war zu sehen. Sirius besah sich skeptisch den Schlüssel, als er mit James vor der Truhe stand.
„Der Schlüssel passt da aber nicht hinein", stellte er fest. Auch James schien sich Gedanken darüber zu machen wie sie diese Truhe öffnen konnte.
Beide beugten sich zur Truhe hinunter und als Sirius hin griff, ging die Truhe automatisch auf und offenbarte den Inhalt.
Rückblick Ende
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Hogwarts – Duellierunterricht
Frank Longbottom wartete wie immer auf seine Schüler. Bevor jedoch die Schüler eintrafen unterhielt er sich mit seinen Kollegen.
„Ich frage mich echt, wie wir so viele Rekruten bekommen konnten, vor allem in den letzten Jahren", begann Frank.
„Wieso?", fragte Nixon und blickte ihn verständnislos an.
„Sagen wir so, als mir die siebte Klasse gesagt hat, was sie durchgenommen haben … sie lagen sehr weit zurück", erklärte Frank.
Seine drei Kollegen sahen ihn immer noch fragend an.
„Keine Verteidgungsflüche, kein Patronus-Zauber, keine Werwölfe, keine Schutzflüche", zählte Frank auf. „Noch etwas?"
„Bemerkenswert, dass wir tatsächlich so viele Rekruten bekommen und behalten haben", bemerkte Fenwick und Arnold nickte.
„Aber sie wussten wirklich viel", sagte Frank noch. „Sie haben sich, wie sie mir gesagt haben, selbst dafür interessiert, wenn sie nur das vom Lehrer gemacht hätten, würde es in Hogwarts keine UTZ-Klasse geben."
„Wieso stellte Dumbledore dann solche Leute ein?", fragte Arnold. „Wenn er doch weiß, dass seine vergangenen Lehrer in diesem Fach einfach nur inkompetent waren … wieso tut er es noch einmal?", fragte sie.
„Weil er vielleicht sonst keinen Lehrer bekommen würde?", fragte Frank. „Ich weiß nicht wie es mit euch steht, aber ich hatte jedes Jahr einen neuen Professor in diesem Gegenstand."
„Hatte ich nicht", bemerkte Nixon und lächelte.
„Toll", bemerkte Fenwick. „Ich hatte einen, bei dem konnte man … ihr wisst doch, dass die M.O.M. Klassifizierung für Pixies drei beträgt? Und nur erfahrenere Zauberer mit diesen Umgang pflegen sollten?"
„Worauf willst du hinaus?", fragte Nixon und hob eine Augenbraue.
Fenwick begann über das ganze Gesicht zu grinsen. „Bei unsrem Professor wäre dass eine M.O.M Klassifizierung der fünfzehnten Stufe gewesen." Fenwick begann verhalten zu lachen. „Der Lehrer ist einfach abgehauen und hat die Schüler sich alleine überlassen."
„Mit denen wird man doch leicht fertig", bemerkte Nixon, doch auch Frank begann zu grinsen, als Benjy anfing von diesem Lehrer zu sprechen. Er war wirklich eine Nummer für sich, einfach nur inkompetent für diesen Gegenstand.
„Du weißt worauf ich hinaus will?", fragte Benjy Frank.
„Sicher", antwortete Frank. „Ich hatte ihn auch."
Nixon und Arnold warfen sich einen verwirrten Blick zu. Sie beide waren schon länger in der Aurorenzentrale und demnach auch schon länger aus Hogwarts draußen. Ihr Jahrgang gehörte zu einem der letzten, der jedes Jahr den gleichen Lehrer in diesem Gegenstand hatte.
„Wie dem auch sei", fuhr Fenwick fort. „Ich war damals in meinem zweiten Jahr und ein Schüler hat es sogar geschafft, dass ihn die Pixie an der Decke festmachten. Die Pixie zogen alle an den Haaren und nahmen den meisten die Zauberstäbe weg. Ich kämpfte verbissen um meinen Zauberstab. Freiwillig würde ich ihn nie im Leben hergeben … davon trage ich heute noch eine Narbe", erzählte er.
„Kommst du bald zum Punkt?", fragte Arnold.
„Ja … gleich … aber es bedarf einer kleinen Vorgeschichte", erklärte er. „Wie dem auch sei … ich gehörte zu den wenigen, die ihren Zauberstab noch in der Hand hielten. Die Pixie hatten sogar den Zauberstab unsers Professors mitgehen lassen. Die Pixie sind völlig durchgedreht … haben das ganze Klassenzimmer auf den Kopf gestellt. Einige Schüler ergriffen die Flucht, darunter auch der Lehrer, der meinte, dass der Rest ja die Pixie einfangen könnte, weil die ja eh nicht so schwer zu fangen wären." Benjy schnaubte verächtlich. „Jedenfalls waren wir dann noch zu fünft und haben die Pixie irgendwie in ihren Käfig zurück gebracht." Er grinste. „Und das war meine erste Heldentat und nicht die Letzte."
Nixon und Arnold sahen ihn immer noch verwirrt an.
„Nun ja", begann Frank erneut und alle wandten sich ihm zu. „So in ungefähr, wie dieser Lehrer war, könnt ihr euch auch die vorstellen, die in letzter Zeit hier unterricht haben. Vielleicht nicht so schlecht, aber sie haben eben nicht den Stoff durchgemacht, der für die jeweiligen Klassen eigentlich gedacht war."
„Merlin", stöhne Nixon auf und schlug sich eine Hand ins Gesicht. „Du hast Recht, Frank. Diese Rekruten die wir haben, sind wirklich Galleonen wert … wenn man bedenkt, wie ihre Lehrer waren? Dann dürften wir sie doch gar nicht danach beurteilen."
„Alastor kennt dabei aber keine Gnade", sagte Arnold. „Genauso wenig wie … nun ja … ihr wisst schon", druckste sie herum.
Die drei nickten verstehend.
Genau in diesem Moment öffneten sich die Türen und die Schüler strömten herein. Sofort setzten die drei Auroren ihre gefühlskalte Maske auf, nur Frank wirkte so wie er gerade vorhin noch war.
„Ich darf euch Melanie Arnold, Charles Nixon und Benjy Fenwick vorstellen", sagte Frank und wies der Reihe nach auf seine Kollegen, welche nur kurz nickten. Frank hoffte inständig, dass die drei keinen Schüler so ran nahmen, wie die Rekruten bei der Ausbildung.
„Sie werden am Montag und am Donnerstag unserem Unterricht beiwohnen und euch dabei helfen, eure Kraft in einem Duelle richtig zu dosieren und nicht gleich am Anfang alles in einen Fluch zu setzen, weil sich ein Duell auch sehr lange hinausziehen kann."
Die Tische und Stühle im Raum waren überhaupt nicht mehr da, nur eine Tafel, auf der später einzelnen Zauberstabführungen erschienen.
„Anfangs werdet ihr ein Duell gegen einen der drei hier führen", sagte Frank und erkannte auf einigen Gesichtern etwas Angst. Arnold, Nixon und Fenwick gehörten zu den besten Auroren des Ministeriums und hatten auch schon mehrere Todesser nach Askaban gebracht und demnach auch viel mehr Feinde. Auch durften die Schüler dem Tagespropheten glauben schenken, weil sie die Gerüchte hörten, die diese drei Auroren mit ihren Gegner umsprangen.
„Keine Angst", beruhigte Frank sie. „Sie werden euch schon nicht mit voller Kraft angreifen." Dabei schaute er die drei an, die schwach nickten, was aber keiner der Schüler zu bemerken schien. „Hier in diesen Dosen", sagte er und zauberte zwei Dosen. „Befinden sich eure Namen und die der Auroren." Die Schüler schauten jetzt gespannt zu ihm. „Ich ziehe nach der Reihe einen Zettel aus der grauen Dose und der Schüler oder die Schülerin mit diesem Namen kommt her und zieht einen aus der schwarzen Dose einen. Im Prinzip ist es nicht schwer. Drei von euch, werden sich … ‚gezwungener' Maßen mit ihnen duellieren. Anschließend wird von den Dreien die Zauberstabführung beobachtet und das nächste Mal, sind wieder drei dran, bis alle Schüler durch sind." Einige Schüler schauten skeptisch hin und her. Von Frank, dann zu den Dosen, dann zu den Auroren, wieder zu Frank und dann wieder zu den Dosen.
„In Ordnung", sagte Frank. „Dann fangen wir einmal an." Er griff mit seiner Hand in die rechte Dose: „Dora Matthews!" Die brünette Ravenclaw schluckte kräftig und ging dann etwas nervös nach vorne. Sie hob ihre rechte Hand und griff in die schwarze Dose. Alle Blicke waren auf sie gerichtet.
Langsam zog sie ihre Hand heraus und blickte auf den Zettel in ihrer Hand.
„Du kannst ihn ruhig aufmachen", schlug Frank freundlich vor.
Sie öffnete den Zettel und las den Namen.
„Was steht den drauf?", wollte er freundlich wissen.
„Charles Nixon", sagte sie.
Frank nickte ihr aufmunternd zu. „Wird schon schief gehen."
„Das vermute ich auch", antwortete sie. Dora ging zurück zu den Schülern und wartete darauf, dass auch die restlichen zwei gezogen wurden.
„Amy Smith", sagte Frank, als er den nächsten Zettel herausgezogen hatte. Amy trat ebenso wie Dora vor ihr, ein wenig nervös zu ihrem Professor nach vorne.
Amy holte den Zettel schnell hervor und las den Namen: „Melanie Arnold!"
Sie ging auch wieder zurück und alle wirkten ein wenig angespannt. Benjy Fenwick war der Einzige der noch übrig war. Von den Schülern konnte es noch jeder sein, der sich gegen ihn duellieren musste.
Frank zog den dritten und somit letzten Zettel heraus. „James Potter!", sagte er mit fester Stimmte. „Ich glaube, das Ziehen können wir ruhig lassen. Die Duelle werden in der Reihenfolge stattfinden, in der die Personen gezogen wurden … Dora", forderte er dann auf. Die restlichen Schüler stellten sich dann dicht an den Rand und beobachteten, wie sicher Nixon in die Raummitte trat. Dora schien ziemlich nervös zu sein, vor allem, weil sie nicht wusste, was sie erwartete.
Nixon zog seinen Zauberstab hervor, hielt ihn aber noch gesenkt. Sein Blick war auf Dora gerichtet, die etwas nervös ihren Zauberstab hervorholte. Sie versuchte sich zusammenzureisen, aber ihre Zauberstabhand zitterte ein wenig, als sie in das entschlossene Gesicht ihres Gegenübers starrte.
„Bereit?", fragte Frank.
„Nein, eigentlich nicht", antwortete Dora prompt.
„Keine Sorge", sagte Nixon. „Ich bin nicht so grausam, wie alle immer behaupten. Und außerdem bin ich nur Todessern gegenüber so, ich kann mich sehr zurückhalten", erklärte er ihr. Dora schien ein wenig beruhigter zu sein, aber trotzdem war sie noch immer nervös.
„Muss ich wirklich?", fragte sie in Richtung von Frank, der sie nachsichtig anlächelte. Er sagte nichts sonder nickte ihr nur aufmunternd zu.
„Auf drei", sagte Frank. Nixon, sowie Dora hoben ihre Zauberstäbe höher. „Eins … zwei … drei."
Dora hatte gerade den Mund aufmachen wollen, als sie schon von einem roten Lichtstrahl getroffen wurde. Sie landete auf dem Boden und ihr Zauberstab flog zu Nixon, der ihn elegant auffing.
„Was … war … das?", fragte Lily abgehackt.
„Entwaffnungszauber", sagte James und einige blickten ihn an. „Expelliarmus … kennt ihr doch."
„Aso", antworteten dann einige.
Nixon ging zu Dora, die sich wieder aufrichten wollte. Er hielt ihr seine Hand hin um ihr beim Aufstehen zu helfen. Danach gab er ihr ihren Zauberstab wieder zurück und stellte sich an die Seite.
Melanie war bereits in der Mitte, als Amy nicht minder nervös als Dora nach vorne ging.
„Wieder auf drei", sagte Frank. Amy hatte ihren Zauberstab bereits in der Hand und hob ihn hoch, dann blickte sie Melanie an, die keine einzige Wimper verzog. Ihr Gesicht zeigte absolut keine Gefühlsregung und wirkte deshalb wie in Stein gemeißelt.
„Eins … zwei … drei!", zählte Frank wieder herunter.
„Stupor!", sagte Arnold und Amy konnte ausweichen und der Fluch traf die Wand hinter ihr. Amy hatte kaum eine Gelegenheit einen Fluch oder Gegenfluch zu sprechen, da Arnold für sie einfach zu schnell war. Hatte sie dann einen Fluch gesprochen, so wehrte sie ihn mit Leichtigkeit ab.
Mit einem einfachen „Accio!" verlor Amy ihren Zauberstab und blickte nun zu Arnold, die jetzt zwei Zauberstäbe in der Hand hielt. Einen auf sie gerichtet, den anderen auf den Boden.
„Zum letzten Duell", sagte Frank. James ging entschlossen auf die Mitte des Raumes zu. Seinen Zauberstab hatte er schon bereit. Benjy zeigte ebenfalls keine Gefühlsregung.
„Auf drei!", sagte Frank, doch James unterbrach ihn.
„Wenn es wirklich ein Duell ist … muss man dann nicht auch die Etikette beachten?", fragte James in den Raum. Dabei sah er besonders Frank an, der dann schließlich sagte: „Ja … ja eigentlich schon."
James ging mit seinem Oberkörper leicht nach vorne, ebenso Fenwick. James' Gesichtsausdruck war ernst, als er sich wieder erhoben hatte und seinen Zauberstab in die richtige Position brachte.
„Eins …" James' Griff um den Zauberstab wurde fester. „Zwei …" Er sah kontinuierlich auf Fenwick und rechnete mit (fast) jedem Fluch. „Drei."
„Stupor!", schrie Fenwick. James wich geschickt aus und schickte ebenfalls einen Fluch auf ihn, worauf Fenwick ausweichen musste. James sprach den Zauber nicht aus … es gehörte zu den Dingen, die ihm sein Vater gleich als erstes als Rat gegeben hatte: „Wenn sich ein Gegner auf deinen Zauber vorbereiten kann, dann hat er kaum eine Wirkung. Triffst du ihn aber unerwartet mit einem Fluch und er hört die Formel nicht, dann ist Chance größer, dass du ihn treffen kannst, wenn er die Bewegung des Zaubers nicht genau weiß."
Ein gelber Lichtblitz schoss auf James zu, den er aber mit einem gezielten Schutzschild abwehrte und sofort einen roten Lichtblitz auf seinen Gegner hetzte.
Alle Anwesenden im Raum verfolgten dieses Duell mit wachsamem Blick.
Ein heller, fast weißer Lichtblitz raste Richtung Fenwick. Er wich aus, aber seinen Umhang traf der Fluch genau, welcher auch sofort Feuer fing. Während er seinen Umhang mit einem Flammengefrierzauber löschte, nutzte James diese Gelegenheit und schrie: „Expelliarmus."
Fenwick wurde von dem Lichtblitz getroffen und schlug auf dem Boden auf. Während sein Zauberstab in James' Hand flog, der diesen elegant auffing, rutschte Fenwick ein Stück am Boden zurück.
Allen Anwesenden klappte die Kinnlade herunter. James stand da, als wäre überhaupt nichts passiert.
Fenwick blieb noch auf dem Boden liegen und blinzelte mit seinen Augen, ehe er sich aufrichtete. „Irgendwie … ist mir das Ganze jetzt peinlich", sagte er nachdenklich.
Die Blicke wanderten zwischen James und Benjy hin und her.
James ging zu Fenwick und reichte ihm seinen Zauberstab. Anschließend half er ihm hoch.
„Nicht schlecht … wirklich nicht schlecht", sagte Fenwick zu James.
„Wurdest du vielleicht ausgetrickst?", feixte Nixon.
„Sieht wohl so aus", sagte Fenwick. „Mich mit so einem Zauber ablenken … gut überlegt und dann nicht lange gezögert", lobte er weiter.
Die Schüler standen immer noch ein wenig beklommen da, nur Sirius musste sich zusammen reisen, damit ihr nicht loslachte. Es war einfach nur zu komisch. ‚Wenn die hier erfahren wer seine Eltern sind … dann werden sie erst richtig staunen', dachte Sirius und freute sich jetzt schon auf den Moment, wo Benjamin und Susan sagen: „Unseren Sohn kennt ihr schon?"
„Wegen der Nachbesprechung", begann Frank, der sich anscheinend von diesem Ausgang des Duells erholt hatte. „Bei James brauchen wir wohl nicht viel sagen oder?"
„Nicht nötig", antwortete Fenwick.
Dann besprachen sie noch Amy und Dora durch. Amy war von der Agilität her nicht schlecht, aber sie musste diese Fähigkeit auch gezielt einsetzen, indem sie die Flüche ebenso rasch zurück schickte, wie sie auf sie gefeuert wurden, wenn nicht sogar schneller.
Auch gab Nixon ihnen noch einen Tipp: „Versucht eurem Gegner immer einen Schritt voraus zu sein, dann könnt ihr rechtzeitig und richtig reagieren." Er machte kurz eine Pause. „Natürlich müsst ihr dann auch wissen, wie die Zauberstabbewegungen der jeweiligen Zauber aussehen müssen, damit ihr gezielt zurückschlagen könnt und die, die auf euch geworfen werden, gezielt abzuwehren."
Völlig begeistert gingen die Schüler wieder aus dem Klassenraum und nachdem sich die Türe geschlossen hatte, bombardierten sie James mit Fragen.
Hinter der Türe sprachen die vier Auroren über James Potter.
„Ehrlich, Benjy", sagte Nixon. „Dich hat ein Siebtklässler geschlagen. Nicht einmal einige aus unserem zweiten Aurorenjahr haben das zustande gebracht."
„Das Unmögliche wurde gerade eben durch ihn möglich gemacht", sagte Arnold.
„In Verteidigung weiß er wirklich alles, als würde er schon ewig damit in Verbindung stehen. Aber auch die anderen haben kein schlechtes Wissen, was den theoretischen Teil angeht, auch können sie in praktisch anwenden, aber in einem Duell noch nicht … das habt ihr ja eben selber gesehen", sagte Frank.
„Aber dieser Potter", sagte Benjy. „Der hat wirklich ein Talent."
„Sagst du das jetzt nur, weil er dich besiegt hat?", feixte Charles erneut. „Ok, das dürfte auch der Hauptgrund sein. Aber er hat dich mit einem einfachen Zauber abgelenkt."
„Danke … mir ist diese Tatsache bewusst", antwortete Fenwick ein wenig bissig.
„Wieso gleich so übel gelaunt?", fragte Frank und grinste ihn an.
„Kann ja jedem einmal passieren", verteidigte sich Benjy. „Und außerdem wart ihr drei auch ziemlich überrascht, dass ich gegen ihn verloren habe."
„Stimmt."
„Da gebe es noch etwas, was ich euch sagen muss", sagte Frank.
„Und das wäre?", fragte Charles.
„Er ist nicht nur gerade ein super Duellant, sondern …"
„ … kennt sich auch sonst gut aus", beendete Melanie den Satz. „Ja, dass hattest du schon einmal erwähnt."
„Nein, eigentlich wollte ich sagen, dass er ein guter Beobachter ist."
„Wieso?", fragte Charles.
„Ihr wisst noch, als der Vorfall am Samstag war? Da habe ich euch doch bescheid gesagt, nur das James mich dabei eben gesehen hat."
Die drei blickten ihn abwartend an.
„Auf dem Weg zurück nach Hogwarts, hat er mir schon die ganze Zeit skeptische Blicke zugeworfen und als wir das Gelände schon betreten hatten, hat er mich darauf angesprochen, dass ich mit dem Gerät eben euch zur Hilfe geholt hatte. Dann meinte er, dass ich alle Zauber mit einer Routine mache, als würde ich es jeden Tag machen … als wäre es für mich keine große Umstellung. Dann sagte er gerade heraus, dass ich eigentlich ein Auror bin."
Benjy, Charles und Melanie sahen ihn ein wenig verblüfft an, aber ehe sie etwas sagen konnten, deutete Frank ihnen, dass sie still sein sollten.
„Das war noch nicht alles … ich habe es abgestritten … hat ihn aber nicht sonderlich gestört, sondern er wies darauf hin, dass ich genau gewusst habe, wie ich in der Situation reagieren musste, als die Dementoren kamen." Frank machte eine kurze Pause. „Danach gab ich zu, dass ich einer bin und er meinte, dass der Angriff der Dementoren seine Vermutung nur bestätigt hätte und er schon länger den Verdacht hatte."
„Ähm … ja", sagte Charles und wirkte ein wenig verblüfft. „Nicht nur, dass er Benjy auf die Matte bringt … nein … er enttarnt auch noch einen Auroren, von dem eigentlich nur Dumbledore weiß, dass er einer ist."
„Er sagt es aber keinem weiter, dieses Versprechen habe ich ihm noch abgenommen", sagte Frank.
„Du glaubst ihm?", fragte Melanie ein wenig skeptisch.
„Du hast ihn doch gesehen, wie entschlossen er ist … da kann man ihm so etwas auch glauben", argumentierte Frank.
Melanie nickte nur langsam, als müsse sie diese Neuigkeit langsam verdauen.
Hi!
Ok, wahrscheinlich ist es nicht das, was ihr erwartet habt, deshalb sagt einfach was gesagt werden muss.
Und jetzt möchte ich gerne von euch wissen, von wem ihr glaubt, dass er/sie der/die Verräter/in ist. Hier ist die Auswahl:
- Charlie Bond
- Claudia Reynolds
- Jack Jones
- Charles Nixon
- Melanie Arnold
- Collin Franks
- Donald O'Malley
So, in einem Kommi könnt ihr eure Vermtung abgeben und auch warum ihr das glaubt, dass er/sie diese Person ist. Bin schon auf eure Tipps gespannt.
Hdl
Magic
