Kapitel 11: Stimmen der Vergangenheit I
Rückblende:
In der Truhe, befanden sich wie das Gemälde ihnen gesagte hatte, ein Buch, das verschlossen war, ein weiterer Schlüssel und diverse Dokumente.
James nahm das Buch heraus und besah sich die Schrift. Mit goldenen Lettern stand geschrieben ‚War Ghost'.
„Was hat das zu bedeuten?", fragte James.
„Ich habe keine Ahnung", antworte Sirius und besah sich den Untertitel: „A Right Shows Troy."
„Mach's mal auf", forderte Sirius nach kurzer Zeit.
James versuchte das Buch zu öffnen, aber es ließ sich nicht öffnen. „Lässt sich nicht öffnen."
Auch Sirius versuchte sein Glück, aber auch ihm gelang es nicht.
Sie blieben noch einige Minuten dort, ehe sie wieder hinaus traten und das Portrait sich schloss.
Jeder von den Beiden trug einen Schlüssel. Sirius dann noch die Dokumente und James das Buch. Er wies auch sofort darauf hin, dass es sich nicht öffnen ließ.
„Bei gegebener Zeit lässt es sich öffnen", sagte der Mann zu ihnen.
„Wir haben zwei Schlüssel", sagte Sirius und wies auf sich und James. „Und kein einziges Schloss scheint es dafür zu geben."
„Doch, die Schlösser gibt es", antwortete der Mann. „Nur müsst ihr es eben finden."
„Was ist es?"
„Die Zeit wird schon zeigen was es damit auf sich hat", sagte das Portrait. „Die Zeit offenbart Euch was sich zugetragen hat vor langer Zeit. Verborgen liegen Geheimnisse aus dieser Zeit und warten, um zu Tage getragen zu werden. Ob die Wahrheit dann offenbart, liegt in Eurer Hand."
„Reden Sie nicht in solchen Rätseln", forderte Sirius. „Da kriegt man ja Kopfschmerzen."
Der Mann sagte nichts, sondern lächelte ihnen einfach nur zu. „Ihr werdet zu gegebener Zeit schon herausfinden, was dies zu bedeuten hat. Dann findet Ihr auch den Weg hierher."
Plötzlich sahen sie nur noch eine rote Wand. Die Person im Portrait hatte sich in Luft aufgelöst.
Verwirrt blickten Sirius und James noch immer auf das Gemälde vor ihnen, das ihnen solch komisches und verwirrtes Zeug erzählt hatte.
„Ich wache gleich auf und stelle fest dass ich übergeschnappt bin", sagte Sirius, dann verzog er das Gesicht. „Toll, jetzt haben es meine Eltern doch geschafft, dass ich übergeschnappt bin."
„Wie?", fragte James und hob eine Augenbraue.
Sirius schwieg einen Moment. „Gehen wir zurück?"
„Was meintest du mit deiner Aussage von vorhin?", fragte James noch einmal, als sie die Treppe hinunter stiegen. Sirius antwortete nicht, sondern ging einfach nur gerade aus. Als sie den Gang betraten, durch den sie gerannt waren, erkannten sie sofort, dass etwas anders war.
Keine einzige Person war mehr in den Gemälden, nicht einmal schlafende, der Boden wirkte auch kahl. Die Kerzen spendeten nur spärlich Licht, so dass James und Sirius ihre Zauberstäbe zogen und mit Hilfe eines „Lumos!" den Gang erleuchteten.
Auch schien ihnen der Gang viel kürzer vorzukommen, als sie ihn vorhin gegangen waren. Sie waren nämlich sehr schnell wieder in dem runden Raum, wo sie den ersten Schlüssel gefunden hatten.
Als sich das Portrait hinter ihnen schloss, konnten sie erst sehen, dass auch hier sich kein Portrait mehr bewegte und die Energie und Wärme, die vorhin von diesem Raum ausgegangen waren, waren auf einmal spurlos verschwunden.
Sie sahen sich kurz um, aber gingen schnell in den anderen Gang hinein.
„Komisch oder?", meinte James nachdenklich. „Vorhin war alles noch … komplett anders eben." Sirius sagte nichts. „Weißt du was?", fauchte James und blieb stehen. „Langsam reicht es mir wirklich. Zuerst bist du nur mit den Slytherins zusammen, dann sagst du kein Wort, dann wirst du mir vor, dass ich sie provoziert hätte, dann redest du fast normal, dann sagst du etwas und dann schweigst du auf einmal."
„Kannst du auch noch ein anders Wort als ‚dann'?", fragte Sirius.
James bebte. „Kann ich schon, aber es hat eben am besten gepasst."
Sirius zuckte mit den Schultern.
Am Ende des Ganges erwarteten sie bereits, dass sich die Wand endlich geöffnet hatte, aber sie war noch immer da. Nicht einmal ein Spalt war offen. Mit diversen Zaubern versuchte Sirius die Wand zu öffnen.
„Wie hast du die vorhin eigentlich aufgebracht?", fauchte Sirius, der von dieser Situation schon mehr als genervt war.
„Ich habe keine Ahnung", antwortete James. „Ok?"
„Wirklich toll", sagte Sirius sarkastisch. „Du hast sie aufgemacht und weißt nicht einmal wie. Nagt bei dir schon der Kalk oder was?"
James funkelte ihn böse an. „Haben deine Eltern schon die Kohle springen lassen, damit du das Haus wechseln kannst? Ich glaube, dass dich die Slytherins mit Begeisterung aufnehmen werden."
Sirius bebte vor Zorn. Seine Hände hatte er zu Fäusten geballt. Als er James ansah, konnte er den puren Hass in seinen Augen sehen. „Wage es noch einmal meine Eltern so zu erwähnen", zischte Sirius hervor. „Oder es wird dir leid tun!" Seine Stimme war der pure Hass, dem er seinem Gegenüber mit nur wenigen Worten mitteilen wollte.
„Kommst du mit ihnen nicht gut aus, oder wieso reagierst du so?", fragte James.
„Es geht dich einen Scheißdreck an, ob ich mit meinen Eltern gut auskomme oder nicht", fauchte Sirius, bemüht nicht komplett seine Kontrolle zu verlieren.
„Also kommst du mit deinen Eltern nicht gut aus." James lehnte sich gegen die Wand und starrte Sirius einfach nur an.
„Was fällt dir überhaupt ein, so … so mit mir zu reden? Du weißt ja nicht einmal von was du da redest! Du plapperst einfach nur nach was die anderen sagen. Nur weil ich Black heiße, heißt das noch lange nicht, dass ich durch und durch schwarzmagisch bin", sagte Sirius. „Nur weil du glaubst mich zu kennen und dir ein Urteil über mich zu erlauben."
James dachte sich, dass er sich verhört haben musste, aber Sirius' Stimme klang verbittert, als er darüber sprach.
„Deine Eltern sind vielleicht anders … nein, sogar sicher, aber du brauchst nicht von meinen Eltern auf mich schließen, dass tun nämlich eh schon alle. Alle denken sich, weil ich der Erstgeborene der Familie Black bin, dass ich genauso schwarzmagisch bin wie mein Nachname", fuhr Sirius fort. „Sogar meine Eltern versuchen mir einzureden, dass ich schwarzmagisch geboren wurde und schwarzmagisch sterben werde. Meinen Namen kann ich nicht verstecken, der verfolgt mich mein gesamtes Leben."
Ein wenig verwirrt über diesen Ausbruch von Sirius, schwieg James und ließ sich das Gesagte einfach durch den Kopf gehen.
„Glaubst du es ist angenehm, wenn die Eltern beschließen ihrem Sohn, der noch nicht einmal den Brief aus Hogwarts erhalten hat, schwarzmagische Flüche beizubringen? Und wenn er nicht will, dass sie ihn mit einem Zauber oder Fluch dazu zwingen, dass er keinen Willen mehr hat?"
James riss schockiert die Augen auf. Das konnte nicht sein, er musste sich irren. „Meinst … meinst … meinst du …"
„Ja", antwortete Sirius. „Imperius-Fluch! Damit ich mich bloß ihrem Willen beuge." Plötzlich hielt Sirius geschockt inne und starrte ihn an. „Wenn du das jemandem sagst dann … dann … dann …"
„Du wurdest wirklich mit einem Unverzeihlichen belegt?", fragte James immer noch fassungslos über das eben gehörte.
Verbittert nickte Sirius. „Mein Vater."
„Tut mir leid für dich", sagte James ehrlich.
„Das braucht es nicht", giftete Sirius. „Du weißt nicht was mich erwartet, wenn ich über die Ferien nach Hause fahre."
James wollte gerade fragen was, aber er verkniff sich die Frage, sondern kaute auf seiner Unterlippe herum, damit er sie nicht stellte.
„Frag schon", forderte Sirius grimmig. „Du willst doch wissen was mich erwartet? Hast du noch nicht genug von meiner Familie gehört? Aber ein Urteil kannst du dir über jeden erlauben, oder was?"
„Du brauchst deine Wut aber nicht an mir auszulassen", antwortete James. Auch ihm konnte man die Spannung in der Stimme anhören.
„Es ist ja auch so angenehm von den eigenen Eltern mit den Unverzeihlichen belegt zu werden, vor allem wenn sie den Cruciatus als hilfreich für die Erziehung ansehen", sagte Sirius, seine Stimme wurde immer leiser.
„Was?", fragte James schockiert.
„Du hast richtig gehört. Meine Eltern können mich nicht ausstehen, nicht wirklich zumindest … deshalb belegen sie mich auch gerne mit diesem Fluch, damit ich Gehorsam lerne", fuhr Sirius fort. „Überrascht das zu hören?" Sirius' Blick wanderte zu James, der einen geschockten Gesichtsausdruck zeigte. Sirius eigener Vater hatte ihn mit dem Cruciatus gefoltert … sein eigener Vater … wie konnten Eltern so etwas überhaupt zu lassen? Tat seine Mutter nichts um seinen Vater davon abzuhalten?
„Wenn du denkst, dass sich meine Mutter für mich einsetzt, damit mein Vater den Cruciatus nicht auf mich anwendet, dann hast du dich getäuscht." Sirius' Stimme klang immer verbitterter. „Wenn mein Vater nicht da ist, dann hat sie es sich zur Aufgabe gemacht mich mit diesem Fluch zurechtzuweisen."
„Aber das ist illegal", sagte James.
„Mir brauchst du das nicht zu sagen."
„Zeig sie an", schlug er vor.
„Meine Eltern?" Sirius lachte auf. „Glaub mir, meine Eltern werden schon genug Galleonen springen lassen, damit das Ministerium das unter den Tisch fallen lässt. Sie werden mich einfach nur so darstellen, dass ich ihnen einen Streich spielen wollte und es einfach nur nicht ernst gemeint hätte. Und dann kann ich was von meinen Eltern erleben", fügte er noch hinzu.
„Ich wusste nicht", gab James zu.
„Nein, dass wusstest du nicht, aber das wissen nicht viele. Nach außen wirken meine Eltern elegant und es scheint das perfekte Familienleben zu sein, aber hinter geschlossenen Türen spielt es sich komplett anders ab. Alles was sich in der Öffentlichkeit abspielt ist eine reine Maskerade."
„Wieso machen das deine Eltern mit dir? Ich meine …", sagte James nicht wissend was er eigentlich damit sagen wollte.
„Mit den Flüchen foltern?", fragte Sirius. „Weil sie wollen, dass ich so werde wie sie, damit sie mich auf den Pfad der Tugend zurückführen … so ist zumindest ihre Meinung. Ich bin in vielerlei Hinsicht nicht mit meinen Eltern einer Meinung."
„Also rebellierst du gegen deine Eltern?", fragte James mit einem Anflug von Bewunderung in seiner Stimme.
„Könnte man so sagen", antwortete Sirius.
„Deswegen bist du wohl auch nach Gryffindor gekommen?"
„Möglich." Er zuckte mit den Schultern. „Der Hut meinte nur, dass für den Moment Slytherin das Beste für mich wäre, aber auf lange Sicht Gryffindor." Sirius lachte kurz und schüttelte dann seinen Kopf. „Wieso erzähle ich dir das eigentlich?"
„Keine Ahnung", antwortete James.
Genau in diesem Moment öffnete sich die Wand und die Beiden traten gemeinsam hinaus. Die Slytherins waren nicht mehr zu sehen und als sie aus dem Fenster sahen, konnten sie sehen, dass es schon dunkel war.
„Ich glaube, wir haben das Essen verpasst", meinte James ein wenig bedrückt.
„Ja, leider", sagte auch Sirius und James begann zu grinsen. „Wieso grinst du so?"
„Willst du noch was zu essen?"
„Wieso?", fragte er misstrauisch.
„Willst du noch was?", wiederholte James seine Frage.
„Ja, eigentlich schon."
„Dann komm mit", sagte James und ging den Gang entlang, ohne auch nur etwas zu sagen. Sie hasteten die Gänge entlang, Treppen hinunter. Plötzlich standen sie in der Eingangshalle und James steuerte auf die Kerker zu.
„Du weißt schon, dass es hier zu den Kerkern geht, oder?", flüsterte Sirius.
„Ist mir bewusst, aber wenn du noch was zu essen willst, musst du da wohl oder übel hinunter", flüsterte James zurück.
Die Treppen und Gänge Richtung Kerker waren etwas feucht und es roch modrig. Die Beleuchtung war auch schwach, aber sie wagten es nicht ihre Zauberstäbe zu benutzen.
Kurze Zeit später standen sie vor einem Gemälde mit einer großen Obstschale.
„Und was machen wir jetzt?", fragte Sirius „etwa eine Formel sprechen, damit das hier aufgeht?"
„Nein", antwortete James. „Einfach nur die Birne kitzeln." Gesagt, getan. James kitzelte die Birne, welche dann sofort zu einem Türknopf wurde. Er öffnete das Gemälde und nacheinander traten sie ein.
Die Küche war riesig und lauter kleine Hauselfen rannten umher.
„Darf ich den Herren etwas bringen?", fragte eine kleine Hauselfe vor ihnen. Sirius blickte nach unten.
„Ich hätte große Lust auf …", begann Sirius, doch schon wurden er und James von weiteren Hauselfen belagert, die ihnen alles möglich mitgaben. Sirius wusste schon gar nicht mehr, wie er alles tragen sollte.
Als sie dann die Küche wieder verlassen hatten, hatte Sirius in ein Stück von einer Sahnetorte gebissen. „Lecker", kommentierte er. „Die sind sehr zuvorkommend … woher weißt du eigentlich wo die Küche ist? Und vor allem wie man hineinkommt?"
„Weiß ich von meinem Dad", sagte James. „Mum hat ihm zwar gedroht, dass es ihm Leid tun würde, wenn er mir so etwas sagt, aber er hat es sich nicht nehmen lassen. Nur musste ich ihm versprechen, dass ich Mum davon nichts erzähle."
Rückblick Ende
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Hogwarts – Gryffindor Gemeinschafsraum
„Worüber denkst du nach?", fragte Sirius James eines Tages im Gemeinschafsraum.
„Hmm?"
„Du wirkst so nachdenklich." Sirius runzelte ein wenig die Stirn. „Bin ich gar nicht so von dir gewohnt.
„Ich denke nur darüber nach, was damals passiert ist, als wir an Halloween diesen Ort gefunden haben. Wir haben zwar die ganzen Jahre über versucht dieses Buch aufzubekommen, aber wir haben nicht einmal eine Seite gelesen", sagte James. „Und nicht einmal die Wand hat sich wieder geöffnet."
„Immer noch nicht?", fragte Remus die Beiden. „Darf ich mal sehen?"
„Du hast es schon mal gesehen", antwortete Sirius. „Was das Gemälde damals gesagt hat, bedeutet, dass wir die Dokumente entschlüsseln müssen, damit wir das Buch aufbringen … so oder so ähnlich."
Remus konnte die Beiden dazu überreden ihnen besagte Dokumente zu geben. Erneut las er sie durch und immer standen noch nie selben Wörter dort.
Ein Geheimnis verbirgt die Wahrheit. Nur jemand, der reinen Herzens und Willens ist, kann sie sehen. Am Ende führt euch ein Schlüssel ans Ziel, aber der Weg ist noch weit. Ihr müsst noch entziffern was in dem Buche steht. Euer Wegweiser soll es sein!
Die Zeit birgt auch viele Gefahren, die ihr überwinden müsst. Des Rätsels Lösung liegt so nah, ihr müsst sie nur ergreifen. Ein einfach' Wort ist der Schlüssel zu den Geheimnissen des Buches.
Öffnet es mit Bedacht, denn wenn es erst offen ist, gibt es für euch kein zurück. Alles was dieses Buch birgt, könnte euch in Gefahr bringen, denn viele wollen wissen was damals geschah – damals, als der Krieg gerade begann und Muggel und Magie sich immer weiter von einander trennten.
- Sag Ort HW!-
„Weißt du es?", fragte Sirius. Remus schüttelte den Kopf.
„Aber die Zeilen was dort stehen versehe ich."
„Ja, die sind uns auch klar", antwortete Sirius.
„Dieser Text ist ein Rätsel", sagte Remus. „Er umschreibt ein Passwort … wenn wir das haben, dann können wir das Buch hier öffnen und endlich herausfinden, was das Ganze zu bedeuten hat."
„Und wie lautete das Passwort?"
„Das weiß ich nicht."
„Wir haben das jetzt schon fast sieben Jahre und noch immer keinen blassen Schimmer was es ist. Wir sind wirklich großartig", sagte Sirius in sarkastischem Ton.
„Aber mir kommt der Buchtitel ein wenig komisch vor", meinte James. „War Ghost – A Right Shows Troy!", las James vor. „Was soll das eigentlich bedeuten? – Kriegergeist – Eine Wahrheit zeigt Treue? Oder was?"
„Ist ein wenig grob übersetzt, meinst du nicht?", fragte Sirius.
„Dann mach es doch besser", forderte James.
„Ich weiß aber wem das gehört", sagte Sirius und nahm Remus das Buch aus der Hand. „Dr. Corydon Griffig."
„Seine Eltern müssen verrückt gewesen sein, als sie ihm diesen Namen gegeben haben", überlegte Sirius. „Meinst du, dass das der Kerl auf dem Portrait ist?"
„Das haben wir doch schon besprochen", erinnerte James.
„Wie sah der Kerl eigentlich aus?", wollte Remus wissen.
„Er war in rot und gold gekleidet, hatte Haare und Bart, die eher an einen Löwen erinnerten", sagte Sirius.
„Und der Hintergrund war rot?", fragte Remus.
„Ja … ähm woher weißt du das? Weder Prongs noch ich haben dir das Portrait genau beschrieben", erinnerte ihn Sirius.
„Nein, dass nicht, aber in vielen Büchern wird eine bestimmte Person so beschrieben. Der Name ‚Dr. Corydon Griffig' ist ein Anagramm für eine Person, die euch bekannt ist."
„Ja und?", fragte Sirius.
„Denkt doch mal nach", forderte Remus.
Sirius und James sahen sich verwirrt an. Worauf wollte ihr Freund eigentlich hinaus?
„Nach eurer Beschreibung des Portraits und des Raumes, den ihr damals gesehen habt, ist es die einzige Möglichkeit, wie die Person heißt."
Auf einmal schien Sirius ein Licht aufzugehen: „Ich glaube, ich weiß worauf du hinaus willst."
„Hä?", fragte James.
„Es ist wirklich nicht schwer, wenn ich denke das er es ist, aber ich sollte nicht immer denken sondern auch wissen und wenn ich denke dann denke ich und ich glaube ich habe dieses Mal richtig gedacht."
James runzelte die Stirn und sah Sirius immer noch verwirrt an.
„Dr. Corydon Griffig", antwortete Sirius. „So heißt er."
Remus schlug sich mir der Hand aufs Gesicht und machte einen verzweifelten Gesichtsausdruck. „Ja aber das ist ein Anagramm für Godric Gryffindor."
„Aso … was?", fragte James.
Remus nickte. „Wenn du die Buchstaben ein wenig schüttelst, dann kommt dabei dieser Name raus."
„Also hat Godric Gryffindor dieses Buch geschrieben und magisch schützen lassen?", fragte James.
„So sieht es wohl aus"; meinte Remus.
„Vielleicht …", dachte James. „Kann man das andere auch als Anagramm machen?"
„Kann sein, wieso?", fragte Remus.
„Weil die letzte Zeile, also die unterstrichene, uns das Passwort sagt", erklärte James.
Alle drei brüteten über der letzten Zeile. Was konnte sie bedeuten? Bedeutete sie etwas? Sicher bedeutete sie etwas, aber was davon das Anagramm?
Remus hatte sich derweilen mit einem Pergament und Feder beschäftigt und mehrere Möglichkeiten durchprobiert, aber er schien nicht auf das passende Wort zu kommen.
Sirius begann auf einmal zu lachen.
„Was ist so komisch?", fragte Remus.
„Sag Ort HW!", sagte Sirius laut und lachte immer noch. „Klingt irgendwie wie ‚Hogwarts', wenn man das umdreht."
„Sirius? Weißt du was du gerade getan hast?", fragte Remus.
„Nein?"
„Du das Passwort."
„Wie das?"
„Die letzte Zeile ist ein Anagram von Hogwarts, und wenn man die letzten Buchstaben, also HW, ansieht und da steht: Sag Ort, dann ist das auch noch ein Hinweis dafür, dass Hogwarts damit gemeint ist", sagte James.
„Genau", sagte Remus.
James hielt das Buch noch immer in der Hand. „Soll ich probieren?", fragte er. „Moment mal …"
„Was denn jetzt noch?", fragte Sirius.
„War Ghost heißt auch Hogwarts", sagte James.
„Zeig mal", sagte Sirius, aber als er das Buch nehmen wollte, schlug es sich automatisch auf.
Du hast also das Rätsel des Passwortes gelöst? Du weißt auch um was es in diesem Buch geht?
Weißt du eigentlich was du in Händen hältst? Es ist eines der ältesten Geheimnisse der Geschichte und offenbart sich nur denjenigen, die dieses Wissen nicht für sich selbst nutzen, um Macht zu bekommen, sondern um auch anderen Zauberern und Hexen dieses Wissen zugänglich zu machen.
Ein Vers wird dir den Weg weisen, wenn der Zeitpunkt gekommen ist. Lies meine Memoiren aufmerksam, dann wird dir dies ein Hinweis sein, auf was sich diese Zeilen beziehen:
Be nerving? or
Began end? or
All are gone?
Zwei davon sind hilfreich, der andere nur überflüssig – finde den falschen heraus und löse die zwei, dann weißt du wo du suchen musst.
Die beiden Schlüssel, die sich in deiner Obhut befinden, werden dich zum Ziel führen und am Ende werden sie die wichtigsten Objekte sein. Gib sie nur aus deiner Hand, wenn dein Leben davon abhängt … nichts sollte vergessen werden … alles soll einmal an das Tageslicht kommen und die Wahrheit wird für viele unglaublich klingen. Es liegt dann alleine an dir ob du die Wahrheit jedem mitteilst oder für alle die Illusion zerstörst … das zerstörst an was sie glauben.
Das Geheimnis soll nie wieder verschollen wenn du es entdeckt hast, teile es Menschen mit denen du vertraust, reiche die Schlüssel weiter, reiche dieses Buch weiter, es wird ein Teil deines Erbes sein.
‚War Ghost' wird dir weitere Hinweise auf betroffene Personen liefern. Finde auch ihre Werke, dann ist dein Weg geebnet und es steht nichts mehr im Wege.
G.G.
„Gryffindor schein wirklich auf Nummer sicher gegangen zu sein", bemerkte James. „Alles ist in komischen Sätzen geschrieben, nur dieses Vorwort ist eines von den Logischsten … außer diesem Vers vielleicht, aber hat seinen Namen vertauscht, die Titel verändert und alles verschlüsselt. Er musste damit gerechnet haben, dass jemand seine Werke stehlen oder missbrauchen will."
„Ich würde zu gerne wissen, was das alles soll", meinte Sirius. „Diese ganze Geschichte mit Gryffindor klingt irgendwie so surreal … als … als hätte er nur darauf gewartet, dass wir Hogwarts betreten, um ‚dieses Geheimnis' endlich ans Tageslicht zu bringen."
„So sieht es wohl aus", meinte Remus. „Jetzt müssen wir nur noch herausfinden, wo sich Dinge von Rowena Ravenclaw, Helga Hufflepuff und Salazar Slytherins befinden."
„Von den dreien auch?", fragte James.
„Wie wir wissen, bedeutet der Haupttitel: Hogwarts – was darauf schließen lässt, dass er mit ihren Werken, auf die anderen drei Gründer hinweist. Wenn ihr genau nachdenkt, dann könnt ihr sehen, dass sich aus den Buchstaben der Gründer das Wort Hogwarts verbirgt."
„Aber auch nur mit viel Fantasie", sagte Sirius. „Sieht so aus, als wollten sie die Schule nach etwas benennen, was immer mit ihren Namen zutun hat, obwohl niemand darauf kommen würde beziehungsweise nicht an so etwas denken würde."
„Du überrascht mich heute immer mehr, Padfoot", sagte Remus.
„Ich habe auch schon richtig Angst vor mir", gestand Sirius und grinste. „Aber müssen wir eigentlich die Bücher von denen finden?", fragte er nach einer Weile. „Die Werke von den restlichen Dreien sollen mir nur den Weg ebnen, aber ich kann auch nur mit Hilfe dieses Buches hier das finden was ich suche. Oder verstehe ich das jetzt falsch?"
„So ist mir das nämlich auch vorgekommen. Wir könnten es suchen, müssen aber nicht", warf James ein. „Aber ‚A Right Shows Troy', scheint mir auch kein richtiger Untertitel zu sein. Sieht eher so aus, als würde diese Zeile auch etwas verschleiern. Ich glaube wir müssen diese Zeile auch erst entziffern."
„Wie kommst du da drauf?", fragte Remus.
„Weil ich gerade umblättern wollte und sich mir unten die Frage gestellt hat: ‚Weißt du, warum es in diesem Buch geht? Wenn nicht, dann finde es heraus und öffne das Buch erneut, dann wirst du keine Probleme damit haben im Buch zu lesen.' Erklärung genug?", fragte James, der gerade die Passage vorgelesen hatte, die unten in einer feinsäuberlichen Schrift erschienen war.
„Toll", meinte Sirius. „Wir haben ja sonst nichts zu tun. Wir haben ja massenhaft Zeit so ein Rätsel zu lösen, aber mich wurmt dieser Vers mehr."
„Wenn wir den Untertitel entziffert haben, dann finden wir vielleicht auch eine Lösung dieses Verses, weil wir ja in den Memoiren lesen sollen um den Ort zu finden, der diesen Vers beschreibt", sagte James.
„Duhu Prongs?", fragte Sirius. „Dir geht es aber noch gut, ja?"
„Genauso gut wie dir."
„Wie willst du wissen wie es mir geht?"
James zuckte nur die Schultern und schlug das Buch zu. ‚A Right Shows Troy' – Diese Worte bezogen sich mit Sicherheit auf den Inhalt des Buches. Fanden sie die Bedeutung heraus, waren sie sich sicher, dass sie auch bald den Vers lösen konnten. Der Hinweis war irgendwo in diesem Buch versteckt. Auch die Bedeutung der Schlüssel würde sich dann erklären.
Die ganze Nach über brüteten sie noch über dieser Zeile, aber es blieben immer wieder einzelne Buchstaben übrig. Sie durfte doch nicht war sein, dass sie nach sieben Jahren endlich das Passwort herausgefunden hatten, wussten, dass sich alles was sie wissen wollten in diesem Buch befand, aber ihnen erst offenbarte was darin stand, wenn sie wussten was darin stand.
Auch kannten sie den Autor dieses Buches. Die Verschlüsselungen und Zauber, die er auf dieses Buch gelegt hatte, waren nur jenen zugänglich, die sich wirklich darum bemühten es zu öffnen. Konnten es nicht andere auch lösen? Mit Sicherheit, aber war es nicht deswegen dort versteckt gewesen? Abgeschirmt vor den Augen von fremden Menschen? War es wirklich das Schicksal, was James und Sirius diese Gegenstände zugespielt hatte?
Was war das Geheimnis, das die Hogwarts-Gründer so gut versteckt hatten? So gut verschlüsselt? War es etwas, dass sie zu dem machte was sie waren? Machte sie dieses Geheimnis deshalb so berühmt und mächtig? War dieses Geheimnis der Grund, warum Hogwarts überhaupt existierte? Zum Schutz?
War Hogwarts eigentlich nur ein Mittel zum Zweck gewesen? In einer Schule suchte man gewöhnlich nicht nach verborgenen Dingen! Das Einzige was eine Legende besaß, war die Kammer des Schreckens, die Salazar Slytherin vor seinem Verschwinden erbaute. Hatte es damit etwas zu tun? War die Kammer des Schreckens der Ort dieses Geheimnisses? Oder was es nur ein Teil davon?
Dieser Raum von Godric Gryffindor schien auch geheim zu sein, denn nirgends wurde er erwähnt! Gab es noch zwei weitere für Ravenclaw und Hufflepuff? Und wenn ja, was verbarg sich hinter ihnen? Was hatte die Gründer dazu bewogen, ein gemeinsames Geheimnis zu verstecken ohne das es jemand je erzählt hatte? Wieso wusste niemand davon?
Was geschah damals wirklich, als die Freundschaft der Gründer zerbrach? Was war der Grund? Was hatte eine solche Freundschaft ruiniert, dass sie nach einander das Schloss verlassen hatten?
Hi!
Danke schön für eure lieben Reveiws! Tja, wie ihr seht, sind Gryffindor und Hogwarts als Anagramme dargestellt. Ich weiß, dass sie nicht besonders gut sind, aber sie waren die Einzigen, die nicht wirklich einen 'Unsinn' ausgesagt haben. Es klingt zumindest logischer, als das, was ich mir zuerst dafür überlegt habe. Und jetzt, wenn ihr wollt, könnt ihr raten, was 'A Right shows Troy' heißt. Wie schon gesagt, ist auch diese Worteinheit ein Anagramm. Bin schon gespannt auf eure Überlegungen!
lg
Magic
