Kapitel 12: Stimmen der Vergangenheit II
„Gibt es etwas Neues?", zischte Voldemort und blickte auf einen Mann, der sich vor ihm hingekniet hatte.
„In Hogwarts läuft bis jetzt alles nach Plan", antwortete er. „Nach dem was wir erfahren haben, gibt es keine Schwierigkeiten."
„Niemand schöpft Verdacht", antwortete eine Frauenstimme.
„Ist auch gut so", sagte Voldemort. „Wenn jemand anfängt Verdacht zu schöpfen, dann müsst ihr ihn oder sie aus dem Weg räumen, habt ihr mich verstanden?"
„Aber die stehen alle im Schutz von Dumbledore", antwortete der Mann. „Auch sind viele Auroren in Hogwarts. Es dürfte schwierig sein, jemanden unbemerkt aus Hogwarts raus zubringen … es würde sofort auffallen, wenn jemand verschwunden ist."
„Dann müsst ihr eben einen Weg finden", zischte er.
„Es gibt jemanden", antwortete die Frau. „Er ist ein guter Duellant und schein schnell jemanden durchschauen zu können."
„Dann seht zu, dass ihr ihn so schnell wie möglich zum Schweigen bringt", befahl Voldemort. „Oder seht zu, dass er keinen Verdacht mehr schöpft und lenkt ihn ab. Ich brauche jetzt niemanden der meinen Spion durchschaut … bevor ich das habe, was ich aus Hogwarts will."
Das Echo von Voldemorts Stimme verstummte. Jetzt hörte man nur noch den Wind und die Bäume, die von draußen auf die Fenster schlugen. Es war Nacht und den dichten Nebel konnte man auch gut sehen.
„Der Ort wurde schon gefunden?", fragte Voldemort und wandte sich wieder seinen Diener zu.
„Nein, noch nicht", antwortete die Frau.
„Aber die Suche geht voran", antwortete der Mann.
„Also konnten einige Todesser in Hogwarts eingeschmuggelt werden, ohne dass es jemand bemerkt hat?", fragte Voldemort und seine beiden Diener nickten. „Dann geht wieder zurück und beendet was ihr angefangen habt."
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Die Schüler waren mit Hausaufgaben eingedeckt, sodass sie nicht einmal den ersten Schnee genießen konnten. Kleine, weiße Schneeflocken bahnten sich den Weg zur Erde. Von mal zu mal wurde das Schneetreiben stärker.
Eine dünne Schneeschicht hatte sich bereits über das Hogwarts-Gelände gelegt und es schien kein Ende in Sicht.
Vom Gryffindorturm aus, konnte man auf die Straße sehen. Auch wie in scharlachrote Umhänge gehüllte Zauberer und Hexen dort gingen.
„Irgendwie tun mir die Auroren leid", sagte Lily, als sie einen kurzen Blick hinaus geworfen hatte.
„Wie ist das zu verstehen?", fragte James.
„Bei diesem Wetter müssen sie arbeiten …"
„Todesser schlafen auch nicht", konterte James. „Es kann … ok, ich mag mich vielleicht ein wenig pessimistisch anhören, aber … nun ja … aber wenn sie wirklich nur bei Schönwetter arbeiten würden, dann hätten die Todesser freie Hand und würden ununterbrochen in Aktion treten."
Lily sagte nichts. „Irgendwie sieht der Schnee so schön beruhigend aus", meinte sie dann nach längerer Zeit. „Als wenn nichts diese Ruhe stören könnte … als würde nichts Schreckliches in dieser Welt geschehen … aber leider ist das nur ein Wunschdenken."
„Wenn du wirklich daran glaubst, dass es einmal ruhigere Zeiten gibt, dann gibt es sie auch, nur kannst du sie nicht herbeiführen, in dem du herumsitzt und darauf wartest, sondern du musst auch etwas dagegen tun … selbst eben mit anpacken damit so etwas möglich ist. Es gab mal ruhigere Zeiten und die wird es wieder geben. Man muss einfach nur abwarten und alles so nehmen wie es kommt. Es nutzt absolut nichts, wenn man nur auf den Tag wartete, an dem alles vorbei ist."
Im Gemeinschaftsraum herrschte betretenes Schweigen. Alle Köpfe waren James zu gewandt, der nicht genau wusste, was das alles genau sollte. Anscheinend hatten sie ihm zugehört und waren geschockt darüber, dass gerade aus seinem Mund zu hören, was so weise und erwachsen klang.
Lily lächelte ihn liebvoll an und streichelte über seine Wange. Er griff nach ihrer Hand und küsste die Handinnenfläche, worauf auch er lächeln musste.
„Bitte", sagte Sirius und beide hielten inne. „Könnt ihr das nicht wo anders machen? In unserem Schlafsaal … zum Beispiel? Hier sind nämlich noch Minderjährige."
„Als ob dir das was ausmachen würde", sagte Lily.
„Mir ja nicht", tat er auch gleich ab. „Aber ihr wollt ja nicht daran Schuld sein, wenn wegen euch kleine Kinder ein Trauma davon bekommen."
„Seit wann bist du denn so um das Wohlergehen der anderen besorgt?", fragte James.
„Seit gerade eben."
„Was ist das?", fragte Lily, die Remus über einem Zettel brühten sah. „Das ist aber keine Hausaufgabe."
„Nein, aber ich bin schon fertig", antwortete Remus, blickte aber nicht auf.
Ehe er auch nur ein kleines Bisschen reagieren konnte, schnappte sich Lily den Zettel und las ihn durch.
„A Right Shows Troy?", fragte Lily verwirrt. „Was soll das denn sein?"
Die drei Jungs sahen sich verwirrt an, auch Peter wusste nicht, was er dazu sagen sollte, also hielt er das Buch noch etwas höher.
„Eine Art Anagramm", antwortete Remus schließlich. „Wir müssen herausfinden, was es bedeuten könnte."
„Darf ich?", fragte Lily, worauf die Drei nur nickten.
Wenn sie es schon nicht schafften, wieso sollten sie Lily dann nicht einmal probieren lassen? Und was war, wenn sie es herausgefunden hatte? Würde sie wissen wollen, für was sie das herausfinden wollten?
Schweigend saßen die Marauder um Lily herum und beobachten ihr Gesicht, dass sie entschlossen auf die Wörter vor ihr gerichtet hatte. Nach einer kurzen Zeit blickte Lily auf und sah den Maraudern ins Gesicht. „Müsst ihr mich eigentlich so anstarren? Ich hasse es, wenn ich so beobachtet werde."
„Wir beobachten nur deine Vorgehensweise", versuchte James zu erklären.
„Braucht ihr nicht", antwortete Lily. „Ich weiß was es heißt … glaub ich zumindest." Drängend sahen sie die drei an und warteten auf ihre Antwort. „Aber wieso wollt ihr das eigentlich wissen?"
Sirius seufzte hörbar auf. Er hatte mit dieser Frage bereits gerechnet, aber er hatte gehofft, dass Lily sie nie stellen würde. Lily war die neugierigste Person die es in Hogwarts gab. Gewiss gab es auch noch andere, die genauso neugierig sein konnten, aber Lily konnte niemand schlagen. Wenn sie etwas herausfinden wollte, dann nervte sie die Personen so lange, bis sie endlich mit der Antwort zu frieden war. Einige Professoren waren mit ihr schon am Verzweifeln, weil sie immer alles genau wissen wollte und sich mit einer einfachen Frage nicht zufrieden gab.
„Sagen wir dir später, sag einfach nur was es bedeutet, bitte", bat James und sah sie flehend an. Er wusste, auch wenn sie es ihnen gesagt hatte, sie würde nicht aufgeben, ehe sie weiß, um was es sich handelte.
„Jedenfalls", begann Lily, die sich für den Moment geschlagen gab. „Wenn es wirklich ein Anagramm ist, müssen ja alle Buchstaben ein Wort, eine Wortreihe oder sogar einen Satz bilden. Jedenfalls kann man aus ‚A Right shows Troy' zwei Wörter bilden, die sogar etwas logisch klingen, wenn man bedenkt wo wir hier sind." Lily hielt kurz inne und als sie sich sicher war, dass sie die Aufmerksamkeit der Jungs noch immer hatte, fuhr sie fort. „Sprich, es heißt: ‚Hogwarts' History'!" Sie zog skeptisch eine Augenbraue hoch. „Wofür wollt ihr die Geschichte von Hogwarts lesen? Oder besser, wozu braucht ihr sie?"
Schließlich beschlossen die Drei Lily in dieses Geheimnis einzuweihen, die mit jedem Wort neugieriger wurde und komplett an den Lippen von ihnen hing. Sie fand es faszinierend, dass sie so einen Raum gefunden hatten.
„Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, müsst ihr auch noch Unterlagen von den anderen drei Gründern finden, die euch zu einem bestimmten Ort führen. Aber Gryffindor, wenn er es war-"
„Natürlich war er es", warf Sirius aufgebracht ein.
„-meinte, dass ihr zuerst, wenn ihr dieses Rätsel zu gegebener Zeit, also jetzt, lösen solltet, dann müsst ihr zu ihm zurück und dann erfährt ihr weitere Dinge, die euch diesem komischen Vers weiter bringen."
„So sieht es aus, gut zusammen gefasst", sagte James.
„Also dann holt mal das Buch", sagte Lily auffordernd und erhielt nur verwirrte Blicke von den Jungs, die ihr damit sagen wollten, dass es, obwohl im Gemeinschaftsraum kaum noch jemand saß, zu gefährlich war, dass jemand von ihrem Vorhaben erfuhr. Deshalb nahmen sie Lily mit in ihren Schlafsaal, wo sie ihr diese besagten Dokumente, Schlüssel und das Buch zeigten.
„Hogwarts", sagte James und das Buch öffnete sich. Es erschien derselbe Text wie zum ersten Mal, nur, dass dieses Mal noch eine andere Zeile erschien, eine Art ‚Ps.'!
Wie mir scheint, habt Ihr nun endlich herausgefunden, um was es in diesem Buch geht. Blättern nicht gleich zurück sonder lest alles ganz genau. Ihr seid diejenigen, die die Erlaubnis haben, dieses Wissen zu lesen und es dann weiter zu erzählen. Nutzt dieses Wissen und helft euch nicht nur selbst, sonder seht auch zu, dass andere etwas davon haben. Am Anfang werdet ihr erfahren wie alles geschah, wie es überhaupt dazu gekommen ist. Wo es passiert ist! Und was schließlich dazu geführt hat! Macht Euch bereit auf eine Reise – eine Reise in die Vergangenheit!
„Was soll das eigentlich bedeuten?", fragte Sirius.
„Das uns Gryffindor erzählt, was damals, vor tausend Jahren passiert ist und was zur Gründung von Hogwarts geführt hat", erklärte James. „Wie eigentlich der Titel des Buches sagt."
„Weißt du James", begann Lily. „Manchmal überrascht du mich immer aufs Neue."
„Ich bin eben jemand …"
Doch plötzlich verstummte James, denn von dem Buch aus ging ein grelles Licht. Sie hörten irgendetwas klicken … vielleicht wurde etwas geschlossen. Doch sie wandten die Blicke nicht davon ab, als wären sie magisch davon angezogen. Sie spürten Wärme vom Buch ausgehen und spürten dann nur mehr ein kleines Ziehen und dann, dann waren sie nicht mehr in ihrem Gemeinschaftsraum, sondern an einem Ort, der düster wirkte. Kalte, nasse Wände, die modrig rochen und auf dem Boden hatte sich Wasser angestaut. Sie hörten Tropfen, die auf den Boden schlugen, im gleichmäßigen Takt.
Blubb … Blubb … Blubb
Flackerndes Licht leuchtete ihnen spärlich den Raum aus. Sie sahen nur die Reflektionen des Feuers, ihrer Körper und auf der anderen Seite konnten sie eine große, dunkle Gestalt erkennen, die näher auf sie zukam.
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„Also", begann Voldemort mit seiner scheidenden, kalten Stimme und blickte die zwei Männer vor ihm auf dem Boden mit seinen grellen, roten Augen an. Der ganze Hohn, Hass und Verabscheuung lag in diesem Blick und jeder konnte es sehen, sogar jemand, der keine gute Menschenkenntnis hatte. Auch seine Aura und sein Auftreten zeigten dies. „Seid ihr jetzt endlich bereit zu kooperieren?"
Jones schmeckte Blut in seinem Mund und spuckte es aus. Er hatte jegliches Zeitgefühl verloren. Wie lange waren sie jetzt schon hier? Für sie zog sich jede Sekunde wie eine Minute, eine Minute wie eine Stunde, eine Stunde wie ein ganzer Tag, ein ganzer Tag wie eine Woche. In diesem Kellerloch gab es nicht einmal ein Fenster, das ihnen sagen konnte, ob es nun dunkel oder hell war. Tag oder Nacht!
Jones blickte kurz zu Williams, der bewegungsunfähig auf dem Boden lag und schwer keuchte. Er schien knapp davor einen Erstickungstod zu erleiden, aber die Todesser und Voldemort schien das ganz und gar nicht zu stören. Für sie war es einfach ein normales Bild, wie sich die Leute schmerzverzehrt, am Ende ihrer Kräfte, mit Blut übersät vor ihnen auf dem Boden wanden.
Williams hatte schon viel durchgemacht, er hatte sich den Todessern gestellt, in dem er ihnen klargemacht hatte, dass er nie etwas sagen würden, egal was sie tun würden. Danach hatten sie ihn an die Wand befestigt. Anfangs hatten ihn noch dicke Seile gehalten. Sein komplettes Gesicht hatte sich vor Schmerzen verzogen. Er dachte, dass er jeden Moment sterben würde, aber die Todesser hatten in früh genug von dort herunter geholt. Er war noch immer nicht bereit zu kooperieren, deshalb verabreichten sie ihm zuerst einen Heilungstrank, um ihn dann anschließend wieder an die Wand zu hängen.
Jones hatte dieses ganze Schauspiel mit einem skeptischen und ängstlichen Blick verfolgt. Hätten sie das mit ihm auch gemacht? Hätte er genauso lange wie Williams durchgehalten? Er bezweifelte es stark! Er kannte Williams schon lange, seit sie beide im Archiv zu arbeiten begonnen hatten, kannten sie sich. Jeder von ihnen hatte einen anderen Aufgabenbereich, aber jeder kannte sich in dem des Anderen aus. Mit der Zeit wurden sie nicht nur beruflich gute Kollegen, sondern auch privat. Mary, die Frau von Williams hatte Thomas und Elena zum Essen eingeladen. Seit diesem Zeitpunkt war es Tradition geworden, dass alle zwei Wochen mit einander gegessen wurde. Diese Wochenenden waren immer unbeschwert gewesen, obwohl mit der Zeit auch immer alles gefährlicher wurde.
An dem Tag, an dem Jones und Williams entführt wurden, wurde Williams im Beisein seiner Frau entführt. Zuerst wollten die Todesser sie zwar als Druckmittel, verspielten aber alles, in dem sie einen unerfahrenen Todesser bei sich hatten, der einfach keine Geduld zeigte und sie mit einem Avada umgebracht hatte. Williams starrte mit Schreck geweiteten Augen auf den leblosen Körper seiner Frau und rannte zu ihr hin, schloss sie in die Arme und flüsterte: ‚Lass mich bitte nicht alleine!'
Die Todesser lachten nur hämisch und Williams schwor ihnen Rache, aber zu der war er nie gekommen. Die Todesser nutzen diesen Moment, packten Williams und ließen die Leiche seiner Frau zurück, auch ein Erkennungszeichen von ihm. Sie wollten, dass die Auroren auf sie aufmerksam wurden. Wollten ihnen vermitteln, dass sie keine Möglichkeiten hatten sie davon abzubringen, ihre Pläne zu verwirklichen. Das Ministerium hatte ja noch nicht einmal eine Vermutung, dass jemand so ganz ohne Beschwerden hinein gehen konnte und sich die Bücher und Unterlagen holen konnte, die der dunkle Lord wollte. Dieses Wissen spielten die Todesser immer aus und somit waren sie den Auroren und den anderen Mitarbeitern des Ministeriums Meilen voraus.
Jones war dankbar, dass noch niemand herausgefunden hatte, dass er ebenfalls eine Frau hatte und sie mit einbezogen wurde. Er hoffte nur, dass sie, wenn er das Ganze hier nicht überleben würde und das würde er garantiert nicht, dass sie ein normales Leben führen konnte. So normal es überhaupt möglich war.
„Wir werden nie kooperieren", sagte Jones mit fester Stimme und klang sicher. Kein Zittern in seiner Stimme, keine Angst lag in seinem Blick. Er blickte Voldemort direkt in die Augen. Wenn er schon sterben musste, dann wollte er dies auf eine aufrichtige Art machen und nicht feige sterben, ihn anbetteln, dass er es endlich hinter sich brachte.
Voldemort schnaubte belustigt, dann wandte er sich den Todessern zu, die mit ihm gekommen waren und sagte: „Macht mit ihnen was ihr wollt."
Dann schritt er schnell Schrittes hinaus und ließ fünf Todesser zurück, die sich Jones und Williams zu wanden. Wie so oft in den letzten Tagen wurde Williams an die Wand geheftet, wo sie dieses Mal seine Hände nach oben gebunden hatte und an seine Füße schwere Gewichte, die seinen Körper in die Länge zogen. Sein Gesicht verzog sich kaum noch vor Schmerz, weil sein ganzer Körper von den Schmerzen schon taub war. Er wollte, dass es aufhörte, wollte einfach sterben, einfach jetzt. Er wusste, dass eine Gefangenschaft bei Voldemort nur so enden konnte.
Auch wenn sie kooperiert hätten, hätte es ihnen den Tod gekostet. Spätestens dann, wenn er das hatte was er wollte.
Jones wurde wieder unter dem Cruciatus gefoltert. Er konnte nicht mehr schreien. Die Stimme, die vorhin diesen einen Satz gesagt hatte, war fort – sie war nicht mehr da. Durch die letzten Male, hatte seine Stimme so gelitten, dass es ihn gewundert hatte, wieso sie noch immer da war. Diesen einen Satz konnte er noch sagen, bevor der Schmerz wieder über kam. Einzig und alleine seinem Gesicht konnte man noch ansehen welche Schmerzen er litt.
Williams Kopf sank immer weiter herunter, seine Augen begannen in alle Richtungen zu schauen. Seine Haare waren noch blutverschmierter. Der Umhang sah so aus, als hätte man ihm einen Werwolf vorgeworfen, der ihn zerfetzt hatte und man diesen Umhang Williams wieder angezogen hatte.
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Die Vier fixierten die Person mit ihren Blicken, die immer näher auf sie zukam.
„Was macht Ihr hier", hörten sie die Frage. Die Stimme klang unfreundlich und kalt, so dass ihnen ein Schauer über den Rücken lief.
„Wir … wir", begann Lily, doch sie verstummte, als sie eine weitere Stimme hörte, die nicht einmal so unfreundlich klang.
„Ich habe Euch gesucht", antwortete er. „Schon längere Zeit. Aber man sagte mir, dass man Euch schon seit längerer Zeit nicht mehr gesehen hatte."
„Und was wollt Ihr von mir?", kam die Gegenfrage von dieser kalten Stimme.
„Ich habe gehört, dass Ihr magisch veranlagt seid, aber die Meinungen trennen sich stark", sagte der andere Mann und schien auf die Frage des Anderen überhaupt nicht einzugehen. Es wirkte sogar so, als hätte er sie absichtlich überhört. „Es heißt auch weiter, dass Ihr in moorigen Gebieten nach Pflanzen sucht und ursprünglich aus einer entstanden seid. Deshalb sucht Ihr auch noch die Kälte und Moore ab, um Euch ein passendes zu Hause zu bauen."
„Mir sind diese Spekulationen durchaus bekannt, Ihr müsst mich darauf nicht hinweisen. Dennoch verstehe ich noch immer nicht, weshalb Ihr Euch ausgerechnet zu mir verirrt habt." Der Mann trat aus den Schatten und sie konnten kurze, schwarze Haare erkennen. Dunkle Augen, die gefährlich, lauernd, hinterlistig und verschmitzt hervorstachen. Das Gesicht wirkte markant, er hatte helle, beinahe weiße Haut, was nicht wunderlich war, da er in dieser Gegend hier wohnte und hier kaum Sonne hinzukam. Er war hoch gewachsen und hatte einen langen, schwarzen Umhang an, der von einer silbernen Schnalle, einer Schlange ähnlich, zusammen gehalten wurde. Seine Hände hatte er vor seiner Brust verschränkt und ging selbstsicher auf den zweiten Mann zu, der Sirius und James bekannt vorkam. Natürlich wirkte er ein wenig jünger, aber es konnte nur er sein.
Die Beiden warfen sich einen verwirrten Blick zu, dann erst sagten sie: „Dass sind Salazar Slytherin und Godric Gryffindor."
„Wie kommt ihr darauf?", fragte Lily und wandte sich Sirius und James zu.
„Gryffindor haben wir vor ein paar Jahren auf einem Portrait gesehen, was wir dir aber erklärt haben und die Person, kann einfach nur Slytherin sein, weil wir ja in Gryffindors Erinnerungen sind", erklärte James und Remus nickte zustimmend.
„Es wirkt hier wirklich ziemlich real, aber dennoch kann uns niemand sehen, geschweige denn hören", fuhr Remus fort. „Wir müssen in einer Art Zeitschleife sein."
„Und was ist, wenn wir tatsächlich in einer Erinnerung sind?", fragte Sirius. „Einfach nur so wie bei einem Denkarium in die Gedanken einer Person, in diesem Falle Gryffindor, sind?"
Remus wog seinen Kopf nachdenklich hin und her, ehe er schließlich nickte und sich wieder dem eigentlichen Geschehen widmete.
„Was hat Euch hierher geführt?", wiederholte Slytherin erneut kalt.
„Etwas, was Euch interessieren dürfte", antwortete Gryffindor rätselhaft. „Ihr werdet noch früh genug erfahren was auf Euch wartet."
„Sagt mir jetzt sofort was Euch hierher geführt hat oder Ihr lernt mich kennen."
Gryffindor schien einen kurzen Moment zu überlegen, eher er knapp, kaum erkennbar nickte. „Wie Euch bekannt sein dürfte, werden die Muggel immer misstrauischer. Sie bemerken die Magie um sie und fürchten sie. Frauen wurden bereits vereinzelt als Hexen angeklagt, aber was ich erfahren habe, von einer Seherin, dürfte das Ganze noch weiter ausarten. Familien könnten ihrem Nachwuchs die Magie selbst nicht mehr beibringen, weil sonst alles aus wäre." Er hielt kurz inne und sah Slytherin in, der noch keine Minne verzogen hatte. „Was mich auf die Idee brachte, etwas für die magische Gesellschaft zu tun, damit sie weiter existieren kann."
„Was hat das Ganze mit mir zu tun?"
„Ich dachte, dass Ihr mir helfen könntet, einen Ort zu erschaffen, wo die Magie gelehrt werden kann. Wo man dies unterrichten könnte, wo jährlich neue Schüler hinzukommen. Auch könnte man andere Zauberer und Hexen informieren, die bereits ein Wissen besitzen und dieses Wissen an die Schüler weiter geben."
„Ihr wollt eine Schule gründen?", fragte Slytherin und zeigte das erste Mal eine Regung. Sein Mund verzog sich zu einem kaum merklichen Lächeln, aber seine Aura war nicht mehr so kühl und abweisend, wie sie es kurz zuvor noch war. Im Gegenteil, er wirkte viel freundlicher, aufgeschlossener und interessierter.
Wieder begann sich alles zu drehen.
Sie standen auf einem leeren Feld. Hinter ihnen war ein Wald, Berge, Hügel und viel offenes Land. Vor ihnen lagen ein riesiger See und ein Hügel, der genau darüber thronte. Die Sonne strahlte freundlich herunter, keine Wolke war zu sehen. Nur der Wind wehte leicht über das Land und brachte die Grashalme leicht zu tanzen.
Nicht weit von ihnen standen vier Person, die in blau, gelb, rot und grün gekleidet waren. Die Frau, die sich in blaue und silberne Stoffe gekleidet hatte, hatte lange, wellige, schwarze Haare, die ihr leicht über die Schulter fielen und einzelne Strähnen wurden durch den Wind bewegt.
Ihre Augen waren strahlend blau und sie hatte ihren Blick auf den Hügel ihnen gegenüber gerichtet. Ihre Gesichtszüge waren freundlich und sie hatte ein Lächeln auf dem Gesicht, das eine gute Laune versprach. Sie war aber nicht die Jüngste, besser gesagt, wirkte die Rothaarige neben ihr ein wenig jünger, obwohl sie von ihrem Auftreten her erwachsener wirkte als ihre drei Begleiter.
Sie hatte hellbraune Augen, ein rundes Gesicht und war die Kleinste. Sie hatte ein schwarz-gelben Umhang und wirkte so, als wäre sie fehl am Platz.
Dabei waren auch noch Gryffindor und Slytherin, die sie vorhin erst bei ihrem Gespräch gehört hatten. Dann mussten die Beiden Rowena Ravenclaw und Helga Hufflepuff sein.
Was Lily, James, Remus und Sirius aber am Meisten wunderte, war nicht die Tatsache, dass sie die Vier hier antrafen, sondern eher die Tatsache, dass Slytherin nicht so kalt, gefühllos und gefährlich wirkte wie vorhin. Er schien sogar ein wenig Farbe bekommen zu haben und er hatte ein dauerhaftes Lächeln aufgesetzt, das sein Gesicht anscheinend nicht mehr verlassen wollte.
„Wo sind wir hier?", fragte Rowena zwar ein wenig skeptisch, aber dennoch neugierig.
„Wir haben Euch doch gesagt, dass wir einen passenden Platz gefunden haben, um unsere Pläne zu verwirklichen", erklärte Godric.
„Und dies hier", sagte die Rothaarige und gestikulierte in der Gegend herum. „Soll dieses Etwas sein?"
„Genau", antwortete Slytherin. „Dies hier soll der Platz für unsere Schule sein."
„Habt Ihr auch überlegt, wie man die Magie vor Muggeln verstecken kann? Wie Euch bekannt sein müsste, sind die Muggel davon nicht gerade angetan und werden, wenn sie diesen Platz je finden sollten …"
„Da Ihr ja bekannt dafür seid, dass Ihr immer auf Nummer sicher geht, viel die Entscheidung nicht schwer, Euch hinzuzuziehen und zu bitten mitzumachen, wo Ihr auch gleich zugestimmt hattet", erklärte Slytherin, woraufhin Helga nur noch leicht lächelte.
„Ihr wisst, dass Ihr ein Talent habt, die Menschen davon zu überzeugen, was Ihr haben wollt?", fragte Rowena und hatte sich Salazar zugewandt.
„Gewiss, dies ist ein Teil von mir und den werde ich auch behalten, so wie Ihr Euren behaltet, dass Ihr Intelligenz besitzt, Ergeiz und Humor."
Die Marauder und Lily waren gänzlich verwirrt von der ganzen Sache. Was hatte das mit den Gründern eigentlich auf sich? Wieso waren sie hier die besten Freunde, stritten sich aber nach langer Zeit wieder? Sie wirkten so glücklich und stolz auf ihr Projekt und konnten es kaum erwarten endlich los zu legen und das zu machen, was sie schon seit langem geplant hatten. Slytherin und Gryffindor hatten alles ins Leben gerufen und sich zwei weitere gesucht, die ihnen bei weiteren Dingen helfen wollten.
„Und außerdem wart Ihr die Einzige, die sich dazu bereit erklärt hatten mitzumachen", erklärte Godric. Rowena lächelte belustigt, doch Helga hob eine Augenbraue und kaute auf der Unterlippe. Es lag ihr etwas auf der Zunge, was sie am Liebsten sagen wollte, aber es nicht sagte, weil sie es nicht als wichtig empfand. Empfand sie es als nicht wichtig? Nein, gewiss nicht, aber wieso sollte sie ihre Bedenken äußern, wenn sie doch ebenfalls begeistert von dieser Idee war?
„Es wären mit Sicherheit mehr geworden, aber die Meisten trauten sich nicht, weil sie Angst davor hatten, aus ihren Leben gerissen zu werden", fuhr Godric weiter fort.
„Ich verstehe immer noch nicht, dass sie ihr Talent einfach so verschwenden, einfach vergessen wer sie sind, obwohl schon seit Jahren in ihnen magisches Blut fließt … vielleicht auch schon seit Generationen", sagte Salazar und klang dabei genauso, wie man sich Slytherin immer vorgestellt hatte. Er klang kalt, als er das sagte. Es war offensichtlich, dass ihm die Zauberer, obwohl sie reinblütig sein mussten, nichts bedeuteten. Er sah sie als Blutsverräter an, als Verräter ihrer Familie, die nicht zuschätzen wussten was sie waren und es nicht verdient hatten so zu sein wie sie waren. „Um es auch noch schlimmer zu machen, haben sie sich mit den Muggel befreundet und leben unter ihnen und praktizieren überhaupt keine Magie mehr. Kaum jemand weiß noch, wie viele magische Familien überhaupt noch existieren", fuhr er fort. Mit den Worten die er jetzt gesagt hatte, wirkte er wie der Muggelverachter, der einfach nur auf das Blut schaute und das Vorbild jedes Slytherins war. Ein Mensch konnte sich nicht ändern. Man wurde nicht böse geboren, man wurde so erzogen!
Was war Slytherin eigentlich passiert, dass er Muggel so sehr verachtete? Es musste doch einen Grund geben, dass er so war wie er war. Anscheinend schienen sich die anderen Gründer nicht über sein Verhalten zu wundern. Möglicherweise war es einfach eine normale Sache, die immer wieder passierte und die so oft vorkam, dass sie nicht weiter bedeutend war.
Wieder kamen sie in einen Strudel lauter Farben.
Jedoch waren sie an einem Ort, von dem sie bisher nur Erzählungen gehört hatten. Es gab Legend über ihn und wie er aussah und er sah genauso aus, wie die Legenden erzählten und berichteten. Alle dachten, es sei nur eine Erfindung, um den Zauberern und Hexen einen Halt zu geben, der sie glauben ließ, aber dies hier war einfach zu real, um nicht der Wahrheit zu entsprechen. Würde ihnen überhaupt jemand glauben, was sie gesehen hatten und wo sie waren? Hätten sie sich selbst einmal träumen lassen, wo sie hinkamen? Was sie sahen? Was sie erfuhren?
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Büro des Schulleiters
Dumbledore saß an seinem Schreibtisch. Die Ellbogen darauf abgestützt und die Fingerkuppen zusammengelegt. Er wirkte sehr nachdenklich und schien seine Umgebung kaum noch war zunehmen. Wie viel er auch tat, wie viel er sich auch dahinter klemmte, er hatte keine Ahnung, was Voldemort als nächstes plante. Früher hatte er alles gewusst, was seine ehemaligen Schüler machten, auch hatte er sich kaum in den Menschen geirrt und in diesem Menschen hatte er sich eindeutig geirrt. Dumbledore fragte sich, wie er einfach nur so leichtsinnig dieser Person vertrauen konnte.
Er wusste, dass Voldemort schon früher ein wenig anders war wie die anderen, der potentielle Einzelgänger oder einfach nur die Person, die immer im Mittelpunkt stand und um die sich alles drehte. Sogar in seinen Anfängen in Hogwarts hatte er schon ein gewisses Ansehen. Seine Fähigkeit Parsel zu sprechen, hatte ihn in Slytherin sofort weit nach oben katapultiert und seine Einstellung Muggel und Muggelgeborenen gegenüber, so wie Halbblütern, fand regen Anklang. Mit der Zeit wurde Dumbledore selbst immer misstrauischer. Obwohl alle anderen Lehrer großes Vertrauen in ihn hatten und er Vertrauensschüler und Schulsprecher war und bei wirklich allen Schülern beliebt war beziehungsweise angehimmelt wurde. Natürlich gab es auch einige, die Angst vor ihm hatten und ihm aus dem Weg gingen.
Dass er ein Halbblut war, wusste kaum jemand und es würde auch nie ans Tageslicht kommen. Dumbledore war einer von wenigen, die die Wahrheit über Voldemorts Familie wussten. Ihn hatte es schon immer interessiert, woher seine Familie kam, was seine wahren Fähigkeiten waren, was ihm vorbestimmt war. Dumbledore beobachtete ihn des Öfteren in der Bibliothek, wie er alte Geschichtsbücher durchstöberte und sich wichtige Informationen herausschrieb. Fragte man ihn, was er damit wollte, gab er keine Antwort, sondern schloss einfach das Buch, räumte seine Pergamente weg und verabschiedete sich höflich.
Als dann auch noch dieses Mädchen starb, wusste Dumbledore, dass er Riddle im Auge behalten musste. Nachdem Hagrid aber von Hogwarts rausgeflogen ist, bat er den damaligen Schulleiter – Armando Dippet – dass er doch so freundlich sei und Hagrid als Wildhüter einsetzte. Der damalige Wildhüter Gordon Hunt, war schon recht alt und schaffte die ganzen Ländereien in Hogwarts nicht mehr. Hagrid war so dankbar, dass Dumbledore ihm diese Möglichkeit gab, dass er in weiterhin in Hogwarts bleiben konnte, zwar nicht als Schüler, aber er liebte dieses Schloss.
Mit vollem Elan arbeitete Hagrid als Wildhütergehilfe und übernahm vor ein paar Jahren alles, als Hunt in seinen wohlverdienten Ruhestand ging. Dumbledore wusste, dass Hagrid nicht der Typ war, der einfach so eine Schülerin umbrachte, auch wenn er einen Tick für etwas gefährliche Tiere hatte und diese auch, obwohl sie verboten waren, mit nach Hogwarts nahm. Als Wildhüter konnte er sich mit den Tieren im verbotenen Wald beschäftigen und war glücklich.
Jedoch glaubte Dumbledore niemand, dass Hagrid unschuldig war. Aber einen dreizehnjährigen Schüler konnte man schlecht nach Askaban stecken und wenn das Ministerium dies getan hätte, hätten sie ihren Ruf auf ewig verloren und niemand, wirklich niemand hätte dem Ministerium aus dieser miserablen Lage geholfen.
Fast jährlich kam Riddle nach Hogwarts zurück um sich für den Posten des Verteidigungs-Lehrers zu bewerben, jedoch war er nicht der Typ dafür, der Schülern etwas beibringen konnte. Er konnte sich nur selbst helfen und andere waren ihm egal. Dumbledore dachte, dass er eine gute Menschenkenntnis hatte, aber Riddle hatte ihn lange hinters Licht geführt. Als er ihm dann auch noch erzählt hatte, dass er seinen Namen geändert hatte, befürchtete Dumbledore anfangs noch nichts Schlimmes, aber mit der Zeit bekam er ein immer unguteres Gefühl, welches sich in den letzen sieben Jahren bewahrheitet hatte.
„Was denken Sie jetzt Schulleiter?", fragte Frank Longbottom, der von Dumbledore in sein Büro beordert wurde. Immer noch sah Dumbledore nachdenklich vor sich hin und blickte dann auf und sah den Auroren an.
„Wenn ich ehrlich bin, weiß ich nicht, was Voldemort zurzeit vorhat. Wie mir erzählt wurde, hat auch das Ministerium keine Spur, sondern nur eine leichte Vermutung", erklärte Dumbledore. „Ich weiß zwar nicht was er sucht, aber ich was, dass er etwas sucht."
„Und dieses Etwas befindet sich in Hogwarts?", fragte Frank.
Dumbledore nickte leicht. „Ebenso wie bei der Kammer des Schreckens, gehen Gerüchte umher, dass noch ein weiterer Raum existiert hat, dieser aber nur betreten werden kann, wenn bestimmte Dinge vorliegen. Wie die Sternenkonstellationen stehen, wie die Person sein muss, die den Raum betreten kann. Ob ein Zeitzauber darauf liegt und nur zu einer bestimmten Zeit betreten werden kann, also bei einer Sternenkonstellation in ein paar Jahrhunderten. Niemand kann einen solchen Zauber brechen, sprich, ihn dazu zwingen sein Geheimnis zu offenbaren. Es ist sehr alte Magie, die heute kaum noch bekannt ist … bekannt schon, aber viele können sie nicht mehr anwenden, da es viel Zeitaufwand in Anspruch nimmt."
„Die Kammer des Schreckens gibt es wirklich?", fragte Frank mit einer Spur von Sarkasmus.
Dumbledore erhob sich und ging zu seinem Phönix. Er streichelte ihn einige Zeit, ehe er wieder zu sprechen begann. „Ich war damals gerade um die fünfzehn Jahre Professor in Hogwarts, für Verwandlungen." Seine Augen ruhten immer noch auf dem Phönix. „Mehrere Botschaften kündigten an, dass die Kammer wieder geöffnet wurde und dass der wahre Erbe von Salazar Slytherin zurückgekehrt sei. Während diesen Botschaften wurde ein Mädchen auf den Toiletten tot aufgefunden." Er wandte sich wieder seinem Besuch zu. „Niemand wusste, was genau passiert war. Der Todesfluch konnte es nicht gewesen sein, weil schwarze Magie aufspür- und beweisbar war und immer noch ist. Die Hogwarts-Lehrerschaft wollte zu diesem Zeitpunkt Hogwarts schon schließen, da wir es nicht riskieren konnten, dass weitere Schüler starben. Rubeus Hagrid wurde dieses Verbrechens bezichtigt. Sein Zauberstab wurde zerbrochen, er wurde von Hogwarts verband, aber es wurde erlaubt, dass er hier weiterhin als Wildhüter tätig sein durfte."
„Sie glauben nicht, dass Hagrid dieses Verbrechen begangen hat?", fragte Frank, der diese Geschichte nur von anderen Erzählungen kannte und nicht in dieser Version, die Dumbledore ihm gerade erzählte.
„Nein, Hagrid ist nicht der Typ für so etwas", antwortete er. „Oder glauben Sie das?"
„Nein, gewiss nicht", tat er ab. „Aber wenn es nicht Hagrid war, wer denn dann?"
„Ich habe zwar meine Vermutungen, aber ohne Beweise kann ich Ihnen diese nicht mitteilen, aber bei Hagrid waren auch zu wenige Beweise vorhanden. Das Ministerium entschied einfach, ohne weiter darüber nachzudenken und nachzuforschen. Für sie war Hagrid eben das perfekte Opfer … verzeihen Sie, wenn ich so rede, aber meine Meinung über das Ministerium hatte sich zu diesem Zeitpunkt gebildet."
„Verständlich."
„Jedenfalls konnte ich noch immer nicht glauben, dass man Hagrid diese Schuld zuwies, vielleicht nur deswegen, weil er zur Hälfte ein Riese ist, was aber kein Grund für diese Entscheidung war."
„Verstehen Sie mich nicht falsch, Dumbledore. Aber glauben Sie nicht, es ist ein wenig übertrieben, wenn Sie das Ministerium als Halbriesen oder Riesen verachtend darstellen?", stellte Frank seine Frage.
Dumbledore schüttelte nur leicht seinen Kopf. „Gewiss nicht, aber zu diesem Zeitpunkt war Jay Wohle der Vorsitzende des Schulrates. Er hatte auch viel Einfluss und war für seine Einstellungen solchen Menschen gegenüber bekannt. Er hielt es ja auch nicht für angebracht, dass Hagrid überhaupt Hogwarts besuchen durfte und machte die Schule immer wieder schlecht. Für ihn war es, meiner Meinung nach, einfach die beste Gelegenheit Hagrid aus der Schule zu werfen, ohne ein Nachgerede zu bekommen."
„Wohle war wirklich eigen, davon habe ich gehört und teilweise haben mir meine Eltern auch Geschichten über ihn erzählt", sagte Frank und schüttelte seinen Kopf, um wieder auf das eigentliche Thema zurückzukommen. „Was ist denn nun genau dieser Ort?"
„Dieser Ort soll ein weiteres Geheimnis der Hogwarts-Gründer beherbergen, aber es war zum damaligen Zeitpunkt schon eine Legende und geriet weiter in Vergessenheit und niemand wusste und weiß bis heute, wer überhaupt der Besitzer war oder ob es einfach nur ein Gerücht waren. Slytherin hingegen hatte die Gerüchte nie dementiert, dass es eine Kammer gab und es wurde auch bewiesen, dass es sie gab. Auch soll es eine Prophezeiung gegeben haben, die verkündete, dass sein wahrer Erbe Hogwarts von den ‚Unwürdigen' befreien würde. Jedoch muss dieser andere Ort auch existieren, auch wenn es noch so merkwürdig klingen mag. Er muss etwas beherbergen, das mit den Gründern zu tun hat und was von wichtiger Bedeutung ist." Dumbledore setzte sich Frank wieder gegenüber und wirkte ein wenig entspannter als zuvor, zumindest wollte er so wirken. „Wie läuft es eigentlich mit den UTZ-Schülern und ihren Duellen?"
„Anfangs waren sie noch unsicher und wusste nicht, wie sie den Zauberstab in einem Duell führen mussten. Jetzt haben sie wenigstens eine Ahnung, wie sie einige Zauber anwenden können. Ebenfalls haben wir bereits die ‚ungesagten Zauber' durchgenommen, welche in einem Duell wirklich unentbehrlich sind. Das ein oder andere Talent ist ebenfalls dabei", schloss Frank.
Dumbledore nickte nur leicht. Er wollte noch etwas sagen, als eine graue Eule an seinem Fenster klopfte. Mit einem einfachen Schwenker seiner Hand öffnete sich das Fenster und die Eule flog herein. Sie streckte ihm sofort ihr Bein entgegen und flog sofort wieder weg, nachdem Dumbledore ihr den Brief abgenommen hatte.
Konzentriert öffnete Dumbledore den Brief und begann zu lesen. Frank beobachtete ihn, konnte aber keine Reaktion wahrnehmen. Dumbledore war der Meister darin, seine Gedanken und Gefühle verstecken zu können, wenn es denn sein musste.
Als Dumbledore den Brief zu Ende gelesen hatte, hatte er eine kleine Sorgenfalte auf der Stirn. Sein Blick konnte nicht trüben, er war nicht begeistert darüber, was in diesem Brief stand. Es musste etwas sein, das ihn aufgeregt hatte.
Frank hatte aber kaum Zeit zu reagieren, denn Dumbledore stand schnell auf.
„Ich habe es gewusst", flüsterte Dumbledore und blickte Frank an. „Ich fürchte, wir müssen unser Gespräch auf ein anderes Mal verschieben."
Mit diesen Worten verließ Dumbledore sein Büro und ließ einen verwirrten Frank Longbottom zurück. Den Brief, den Dumbledore gelesen hatte, zumindest ein Teil davon, lag noch auf seinem Tisch. Nicht wissend, was er tun sollte, fixierte Frank dieses Stück mit seinem Blick. Nach einer kurzen Zeit hatte er einen Entschluss gefasst.
Hi!
Erst einmal danke für die lieben Reviews und ein großes Sorry, dass ich nicht früher gepostet habe, aber ich hatte kaum Zeit, aber ich schaue, dass ich immer wieder schreiben kann. Und ich möchte keine "halben" Kapitel hier on stellen, sondern das komplette, was ich geplant habe.
lg
Magic
