Kapitel 13: Zeugen der Zeit

Hohe Mauern, so dass man die Decke kaum noch sehen konnte. Eine riesige, eichene Tür, die sich am Ende dieses Ganges befand. An den Wänden waren Fackeln befestigt und leuchteten spärlich den Weg. Die Vier gingen näher an das Tor, wo die Gründer bereits standen. Jeder von ihnen hatte in der Hand einen Zauberstab auf die Türe gerichtet, die plötzlich in vier Farben aufleuchtete.

Rot, Grün, Blau und Gelb!

Die Haussymbole von Hogwarts waren ebenfalls darauf abgebildet.

Mit einem Knarren öffnete sich die Flügeltüre und sie konnten einen Raum sehen, der von hellem Licht durchflutet war. Es dauerte eine kurze Zeit, bis sich die Augen an dieses Licht gewohnt hatten, aber als sie in diesem Raum traten, konnten sie an den Wänden riesige Regale sehen, auf denen nicht nur Bücher waren, sondern auch diverse Objekte, von denen die Marauder nicht wussten was es war.

Viele dieser Dinge, die sich hier befanden, waren so alt wie die Zeit selbst und waren einfach nur noch eine Legende oder etwas, was sich Zauberer und Hexen ausgedacht haben, um zu zeigen, dass sie angeblich davon wussten.

Sirius, James, Remus und Lily wurden eines besseren belehrt. Sie wussten jetzt, dass alle diese Erzählungen der Wahrheit entsprachen und keine Lügen oder Märchen oder Legenden waren. Sie waren real – zum Greifen nahe!

Die Macht, die sie ausstrahlten war einfach unglaublich. Alles an einem Ort zu spüren, zu spüren, wie die Macht einen durchfloss.

Die Vier hatten kaum Zeit sich im Raum umzusehen, um alles genau anzusehen, denn die Gründer gingen in die Mitte des Raumes, wo ein kleiner Tisch stand, von dem aus dieses gleißende Licht ausging, das sie zuvor gesehen hatten, als sie den Raum betraten.

Auf dem Tisch lag eine Kugel, so weiß und doch schön wie ein Diamant. Sie spürten die Wärme die davon ausging und etwas, was sie nicht definieren konnten.

„Dies hier ist etwas, was nie an die Öffentlichkeit geraten darf", sagte Rowena bedacht und hatte ihren Blick auf die Kugel gesenkt.

„Weshalb nicht?", warf Salazar nicht gerade glücklich ein. Seine Augen wanderten von diesem Objekt zu Rowena, welche jetzt auch ihren Blick hob.

„Auch wenn man keine magischen Fähigkeiten hat oder keine hellseherischen Kräfte, kann man damit umgehen. Es zeigt die gesamte Zukunft und damit kann man sie auch ändern und Ihr alle wisst, was wir eingegangen sind, als wir diese Nachricht gelesen haben und mit den Forderungen einverstanden waren. Und auch Ihr, Salazar, wisst, dass wir damit nicht spielen dürfen und somit unsere Zeit verändern und unser Schicksal selbst."

„Aber wir könnten uns damit bei den Muggeln rächen, was sie uns all die Jahre angetan hatten. Sie haben es nicht anderes verdient", begehrte er sogleich auf.

„Salazar", versuchte Helga ihn zu beruhigen. „Jeder weiß, was damals passiert ist…"

„Nicht nur damals, da irrt Ihr Euch", unterbrach Salazar. „Schon seit Anbeginn der Zeit waren die Muggel eifersüchtig auf unsere Magie und schlichen sich in unser Leben, um uns dann zu verraten."

„Sie haben uns nicht verraten", warf Helga ein.

„Ach nein?", zischte Slytherin. „Ihr seit einfach nur zu leichtgläubig. Ihr werdet noch früh genug sehen, was Ihr davon habt. Ihr habt ja gesehen, was passiert ist, als wir die Schlammblüter in Hogwarts aufgenommen haben. Ich habe Euch alle frühzeitig gewarnt, aber mir hörte niemand zu."

Was war den in Hogwarts passiert? Was hatten die Muggelgeborenen angestellt, dass Salazar so wütend machte?

„Sie wussten von dem Geheimhaltungsabkommen und dennoch haben sie es weitererzählt und nun? Nun wird die Magie überall gefahndet. Ich sagte Euch schon von Anfang an, dass es keine gute Idee sein würde, wenn wir diese Schlammblüter in Hogwarts aufnehmen. Am Besten wäre es, wenn wir die Schicksalskugel gleich benutzen und somit alles ungeschehen machen könnten."

„Nein", sagte Godric mit einer tiefen, sicheren Stimme. „Es wäre zu gefährlich. Ihr kennt die Auswirkungen davon nicht, niemand kennt sie. Nur jemand, der dazu berufen ist dies zu tun, kann es. Niemand weiß, wer sie erschaffen hat und was in dem Brief stand, hieß es, dass es gefährlich sei, mit dem Schicksal zu spielen und somit auch die Vergangenheit zu ändern. Ihr wisst nicht, was eine kleine Änderung für uns hier bedeuten würde."

„Selbst Ihr müsst zugeben, dass es die Zeit nicht erlaubt uns frei zu bewegen und so zu sein wie wir sind, weil uns die Muggel mit diesen merkwürdigen Blicken bedenken."

„Ihr müsst ja nicht unter ihnen leben oder wenn Ihr es wollt, dann kleidet Euch wie sie", schlug Rowena vor.

„Niemals", hallte Salazars Stimme durch den Raum und ließ den Maraudern einen Schauer über den Rücken jagen. „Es wäre das Letzte was ich tun würde."

Salazars Blick verfinsterte sich zunehmend und die Wärme, die vorhin von der Kugel ausging, verlor plötzlich ihre Kraft und diese Aura, die Slytherin ausstrahlte, übernahm überhand. Es wirkte plötzlich dunkel, kalt und böse.

„Ihr werdet schon noch sehen, was Ihr von dieser Entscheidung zu erwarten habt", giftete er. Dann wandte er sich um und schritt bei den Maraudern vorbei und zielstrebig auf die Türe zu. Plötzlich drehte er sich wieder herum. Sein Umhang flatterte durch diese plötzliche Bewegung und sein Gesicht zierte ein gehässiges, böses Lächeln. Selbst seine Augen sprachen den Hass und den Hohn aus, den er gegenüber den Gründern empfand.

„Ihr habt es zu verantworten, dass die magische Welt dem Untergang geweiht ist."

„Aber wenn wir diese Muggelgeborenen nicht aufgenommen hätten, dann wäre die Magie bereits ausgestorben", versuchte Helga zu schlichten.

Salazar lachte hohl auf. Ein böses, gehässiges Lachen hallte in den Mauern, dieser unterirdischen Räume. „Ihr seit einfach nur schwach, Helga. Mit dieser Einstellung werdet Ihr nicht mehr lange unter uns weilen."

„Soll das etwa eine Drohung sein?", fragte Godric.

„Nehmt es wie Ihr wollt", sagte er zum Abschluss, ehe er wieder kehrt machte und endgültig aus dem Raum schritt.

Bevor die Marauder und Lily noch etwas sagen konnten, drehte sich um sie herum wieder alles.

Nur waren sie nicht mehr dort, wo sie anfangs waren, nicht einmal in ihrem Gemeinschaftsraum waren sie. Diese Gegend, wo sie jetzt waren, kannte niemand von ihnen.

„Ich habe ein ungutes Gefühl", flüsterte Lily in die Stille hinein und eine leichte Brise zog über sie hinweg.

„Es ist auch ungewöhnlich, dass man in solchen Erinnerungen etwas spürt", sagte Sirius, noch bevor Remus antworten konnte.

Doch Remus warf auch einen Kommentar ein. „Merkwürdig finde ich es, dass wir uns nicht im Freien befinden, sondern in einem Raum."

- - - - - - - - - - - - - - - - - - -

Dumbledores Büro

Frank wusste, dass es sich nicht gehörte, dass er jemandes Post las, aber dieser Brief lag einfach nur zu einladend da und wenn Dumbledore durch ihn so aufgewühlt wurde, dann musste es etwas Wichtiges und Bedeutendes gewesen sein. Sonst hätte er nie so reagiert und es passierte Dumbledore auch selten, dass er etwas unabsichtlich herumliegen ließ.

Doch ehe Frank den Brief auch nur anfassen konnte, ging dieser in Flammen auf und wurde zu Asche.

Frank fragte sich immer noch, was Dumbeldore so aufregen konnte und er wusste, dass es in diesem Brief stehen musste. Aber was war es? Was stand in diesem Brief?

Ein paar Minuten blieb er noch im Büro und war in Gedanken versunken, ehe er sich auf in sein Büro machte.

Er ging die Gänge entlang, die ruhig und verlassen dalagen. Einzig und alleine sein Zauberstab spendete ihm Licht. Es war einer von wenigen Gängen, der keine Fackeln besaß.

Seine Schritte hallten von den Wänden wider und aus den Fenstern konnte er das dunkle Gelände sehen und den See, der glitzerte.

Als er in den Gang einbog, wo sich sein Büro befand, standen noch zwei Personen dort, die er sofort an ihren Umhängen erkannte.

Er trat auf sie zu und gleich sagte jemand mit tiefer Stimme: „Nicht hier draußen. Das besprechen wir drinnen."

Frank nickte kurz und öffnete die Tür.

Frank entzündete mit seinem Zauberstab ein Feuer im Kamin und platzierte drei Sessel um diesen herum.

Er weiß seinen Besuch an sich zu setzen, welche dieser Einladung dankend nachkamen.

„Es hat sicher nichts mit einem Standardbesuch zu tun, oder?", fragte Frank gerade heraus.

„Nein", antwortete die Frau.

„Also, was ist der Hauptbesuch eures Besuches?"

Der Mann hatte eine autoritäre Ausstrahlung, so dass es kaum jemand wagte ihm zu widersprechen und wenn es doch jemand tat, dann konnte einem diese Person ziemlich Leid tun. Er hatte ein zernarbtes Gesicht und sein linkes Auge bewegte sich hin und her.

„Wir müssen mit dir über einen deiner Schüler reden", sagte er.

Frank sah ihn ein wenig verwirrt an. „Um wen denn Alastor?"

„James Potter", antwortete Amelia und konnte sehen, dass Frank ziemlich verwirrt über diese Aussage war. „Es geht darum, wer er ist."

„Ein guter Schüler."

„Eben deswegen, es ist kein Zufall, dass er soviel über Verteidigung gegen die dunklen Künste weiß und wir wissen auch, dass er weiß, dass du ein Auror bist", sagte Amelia.

„Was wollt ihr damit eigentlich sagen?", fragte Frank. „Er ist auch ein ziemlich guter Duellant und ehrlich gesagt …"

„Weiß er dir zuviel über die Aurorenzentrale?", fragte Amelia wissend.

„Ja, woher?"

„James Potter", begann nun Moody. „Ist der Sohn von Benjamin und Susan Potter."

Frank starrte seine Gegenüber einfach nur verwirrt an. „Er ist was?", stotterte er.

„Der Sohn von …"

„Ja, dass habe ich verstanden", unterbrach er.

„Wieso hast du dann noch einmal gefragt?", wollte Amelia wissen.

„Weil es einfach nur irgendwie, so … surreal klingt, dass James der Sohn von Benjamin und Susan ist", versuchte Frank zu argumentieren.

„Und er hat sich in Hogwarts zuviel erlaubt, als das er es sein könnte, weil die Potters an sich streng sind und alles genau beobachten?", fragte Alastor.

„So könnte man es auch sagen, ja", sagte Frank und es herrschte eine kurze Stille. „Also jetzt wundert es mich nicht mehr, dass er sich so gut dabei auskennt. Er ist ja damit aufgewachsen."

„Aber glaub mir, leicht war es für ihn gewiss nicht", erklärte Amelia. „Was glaubst du, wie es ihm gehen würde, wenn die Todesser zum Beispiel wissen, dass er der Sohn von den Beiden ist? Sie würden ihn sich sicher als Ziel auswählen und hoffen, dass ihre elterlichen Gefühle geweckt werden. Deshalb wissen auch nur sehr wenig davon, dass Benjamin und Susan einen Sohn haben."

„Und wieso sagt ihr mir das jetzt und nicht erst später?", fragte Frank ein wenig verwirrt.

„Weil du es jetzt besser wissen solltest. Frag einfach nicht weshalb", sagte Alastor kurz und knapp. Er wandte sich dann seiner Partnerin zu. „Das war es dann wohl!"

„Deswegen seid ihr nach Hogwarts gekommen?", fragte Frank.

„Nein, nicht nur deswegen, auch um ein paar Dinge zu besprechen … ein kleiner Überblick über das Geschehen in letzter Zeit", erklärte Moody. „Mit dir mussten wir selber reden, weil es ja deine Deckung wirklich lüften würde, wenn du plötzlich bei uns dabei sitzt, oder?"

„Schon klar", sagte Frank und war wieder ganz der Auror, ganz in das Verhaltensschema gefallen, welches ihm so hart und streng antrainiert wurde und immer noch während der ganzen Trainingseinheiten geschult wurde, damit er im entscheidenden Moment nicht einen Fehler machte, der ihm das Leben kosten könnte.

„Wie du sicher weißt, ist Voldemort in letzter Zeit kaum in Aktion getreten, was uns ehrlich gesagt auch ein wenig misstrauisch macht", fügte Amelia hinzu.

„Ich habe in der Zeitung nichts gelesen und Dumbledore hat auch nichts über einen etwaigen Angriff erwähnt."

„Sollte was Schlimmeres sein, dann wirst auch du sofort umgehend informiert", sagte Moody und wandte sich zum gehen. Er hatte beinahe die Tür erreicht, als er sich umdrehte, um zu schauen, wo Bones eigentlich blieb.

Sie stand Frank noch gegenüber, welcher sich zum Abschied auch erhoben hatte.

„Rede mit James darüber und sage ihm, dass du es von uns weißt, sonst sagt er dir nichts und wird es abstreiten. In diesem Punkt, ist er seinen Eltern sehr ähnlich", meinte Amelia, nickte Frank noch einmal kurz zu und ging mit ihrem Partner zugig aus dem Raum und schloss die Türe hinter sich.

Frank sah noch eine kurze Weile auf die Türe. Für ihn kam diese Nachricht, dass James Potter, der Sohn von seinem Boss und seiner Frau sein sollte, ein wenig überraschend. Aber warum denn nicht? Hatten Auroren eigentlich kein Recht eine Familie zu gründen und Kinder in die Welt zu setzen?

Viele Auroren wissen, worauf sie sich eingelassen hätten, wenn sie Kinder hätten. Erstens die Angst um sie, dass ihnen etwas passiert sein könnte oder das ein Gegner von ihnen die Kinder als Druckmittel benutzt, um von den Eltern das zu bekommen was sie wollten. Und ohne Kinder waren Auroren flexibler. Kinder bedeuteten Verantwortung, Stress und auch Angst und ein Auror durfte keine Angst zeigen. Auch war die ‚Chance' größer, dass die Kinder von Auroren jederzeit als Waisen dastehen konnten.

Frank fragte sich unterdessen, wie die Potters es geschafft hatten, solch gute Auroren zu werden und dennoch eine Familie zu gründen, die Zeit zu finden und das niemand etwas davon mitbekam.

- - - - - - - - - - - - - - - - - - -

Marauder & Lily

Sie spürten einen kalten Luftzug, der über ihre Haut streifte und ihnen einen kalten Schauer über den Rücken jagte. Das Gefühl, das sie hier hatten, war einfach nicht gut, einfach nur schlecht und böse. Anders ließ es sich nicht beschreiben, sondern nur so.

„Wo sind wir denn hier gelandet?", flüsterte Lily und ließ ihre Augen skeptisch umher wandern. Ihr Blickfeld war beschränkt, denn es waren nur vereinzelt Fackeln, die diesen riesigen Raum, vermuteten sie, beleuchtete. Irgendwo hörten sie auch leises Tropfen, wie aus einem Wasserhahn, der defekt war.

Sie alle mussten ihre Augen extrem anstrengen, damit sie überhaupt noch etwas sehen konnten, was vor sich ging. Sie konnten nur eine schemenhafte Person sehen, die merkwürdige Gesten machte und eine komische Sprache sprach, aber als sie sich noch mehr konzentrierten, landeten sie wieder in einem Wirbel von Farben und landeten dieses Mal in einem Büro, welches in den Hausfarben der Hogwartshäuser geschmückt war.

Jeder einzelne Schreibtisch war von einer Farbe dominiert gewesen und hinter jedem Tisch saß eine Person, die Hogwarts-Gründer.

Gryffindor, Hufflepuff und Ravenclaw, sahen Slytherin einfach nur verständnislos an, welcher ihnen einfach nur einen giftigen Blick zuwarf.

„Ihr werdet schon noch sehen, was Ihr davon habt, Schlammblüter in Hogwarts aufzunehmen und sie in unsere Welt einzuführen." Salazars Stimme klang nicht nur mehr krächzend wie am Anfang, sondern einfach nur noch giftig. Er sprach wie mit gespaltener Zunge.

„Typisch Schlange", fügte Sirius grimmig hinzu, doch niemand schien ihm zuzuhören.

„Es sind nicht alle Muggelgeborene", setzte Hufflepuff nach. „so, wie Ihr sie Euch vielleicht vorstellst. Gebt ihnen wenigstens eine Chance!"

„Niemals!", sagte er eiskalt. „Ihr selbst wisst genau was geschehen ist, dass sie die Magie unterdrückt haben. Dass sie Angst vor unseren Fähigkeiten bekommen haben und sich dann als unsere Freunde ausgegeben haben und dann hinters Licht geführt haben. Man sollte ihnen das Selbe antun, was sie mit uns gemacht haben und machen werden."

„Woher wollt Ihr wissen, was sie noch machen werden?", fragte Ravenclaw alarmiert.

Slytherin lächelte nur listig und warf allen einen abschätzigen Blick zu.

„Vielleicht sehen es nicht alle so wie Ihr", warf Gryffindor ein."

„Das glaubt Ihr vielleicht, aber seid euch gewiss. Sie werden Euch alle noch hinters Licht führen und dann werdet Ihr Euch ärgern, dass Ihr mir nicht geglaubt und reagiert habt." Wieder huschte ein bösartiges Lächeln über sein Gesicht. „Ihr wollt es nicht einsehen, dass Hogwarts nichts für Schlammblüter ist und nur magischen Familien zugängig sein soll…"

„Aber es gibt kaum noch magische Familien", warf Gryffindor ein.

„Das ist auch der Grund, warum ich Muggel nicht ausstehen kann. Sie haben die magische Welt auf dem Gewissen. Viele magische Familien wurden durch ihre Art ausgelöscht – einfach so! Und sie kannten kein Erbarmen, wieso sollte ich es mit ihnen haben?"

„Jetzt macht Euch nicht lächerlich und beruhigt Euch wieder."

„Das Einzige was mich beruhigen könnte, wenn Ihr alle Schlammblüter von Hogwarts entfernt."

„Niemals", sagte Gryffindor und hatte sich ebenfalls erhoben. Seine Hände hatte er auf seinem Schreibtisch abgestützt. Man spürte die Energie, die in ihm aufkeimte pulsieren. Sie war im ganzen Raum spürbar und füllte ihn aus. Es war ein unbeschreibliches Gefühl, welches die Marauder und Lily durchfuhr.

Gryffindors Gesicht war entschlossen. „Wenn Ihr mit den Muggelgeborenen nicht auskommt, ist dies Euer Problem, wir kommen gut mit ihnen aus. Wenn es Euch nicht passt, könnt Ihr ruhig gehen. Ihr wisst wo die Türe ist!"

Gryffindor und Slytherin sahen sich noch einmal kalt an, ehe Slytherin mit wehendem Umhang auf die Türe zuschritt und vor der Türe noch einmal stehen blieb und sich langsam zu seinen ehemaligen Mitgründern umdrehte.

Ravenclaw und Hufflepuff wirkten geschockt über den Wortaustausch, denn Gryffindor und Slytherin gerade geführt hatten, vor allem darüber, was sie gesagt hatten und was es für Hogwarts bedeutete.

„Mein wahrer Erbe wird kommen und Hogwarts von den Unwürdigen befreien. Längst nicht mehr zu Eurer Zeit, wird er die eine Kammer öffnen und deren Inneres offenbaren und in Hogwarts ein für alle mal aufzuräumen."

Mit diesem Worten verließ Slytherin das Büro und schlug die Türe hinter sich mit einem lauten Knall zu. Mit diesem Geräusch und ein wenig erschrocken, waren die vier plötzlich wieder im Gemeinschaftsraum und mussten sich erst einmal von dem Gesehenen erholen.

Jeder fragte sich, was damals mit den Gründern vorgefallen war, dass sie sich zerstritten hatten und woher sie überhaupt wussten, dass es diese Kammer gab. Es musste die Kammer des Schreckens damit gemeint sein, dass war den Freunden klar, von einer anderen Kammer war von Slytherin nichts bekannt.

Es gab viele Gerüchte um die Trennung und den Streit der Gründer. Viele malten sich die schlimmsten Szenarien aus, aber auf eine ‚kleine' Meinungsverschiedenheit war keiner gekommen. Würde es überhaupt jemand glauben, wenn sie das erzählten? Dumbledore sicher, aber sie wollten es ihm nicht sagen, nicht eher, eher sie wussten, was es wirklich mit allem auf sich hatte.

Am Abend, als sie sich nach langem Reden endlich in ihre Schlafsäle begaben, vielen sie völlig erschöpft in ihre Betten. Die Marauder schlichen sich leise in ihren, um Peter, der, so vermuteten sie, schon längst schlief und den sie nicht aufwecken wollten.

Sie beschlossen alles am nächsten Tag noch genauer zu besprechen und Peter mit einzubinden und ihm zu sagen, was sie gesehen hatten.

Der nächste Morgen kam ihnen eigentlich viel zu schnell. Es kam ihnen so vor, als hätten sie sich gerade erst in ihre Betten gelegt, hätten einfach nur kurz ihre Augen geschlossen und wären gleich danach wieder aufgewacht.

Zu ihrem Glück hatten sie einen Trank, der ihnen die Müdigkeit nicht ansehen ließ. Diesen Trank verwendeten sie meistens, wenn sie mit Remus eine Vollmondnacht verbrachten und diese Vollmondnacht unter die Woche viel.

Für die Marauder war Freundschaft und Zusammenhalt alles und auch gehörte es dazu, dass sie mit ihm in der Vollmondnacht umhergingen und ihm zeigten, dass er alleine war und keine Bestie war, sondern nur ein Mensch, der krank war und jemand, der Freunde hatte, die ihm halfen mit dieser Krankheit umzugehen.

Und was konnte Remus dafür, dass ein Werwolf einfach Spaß daran hat, anderen ebenfalls dieses Leid zuzufügen.

Remus war damals gerade einmal fünf Jahre alt, als ihn der Werwolf gebissen hat. Auch jetzt war er noch immer in den Zeitungen, vor allem seine skrupellosen Taten und die Ausführung, war bekannt. Wenn sie auch nicht ins Detail geschildert wurden, einige Dinge rutschten dennoch in den Zeitungen durch und ließ die Menschen ängstlich werden.

Dieser Werwolf ist der Meistgesuchteste, seit den letzten Jahrhunderten. Er sucht sich seine Opfer systematisch aus, auch Racheaktionen sind in seinem Repertoire, so wie es leider eben bei Remus der Fall war.

- - - - - - - - - - - - - - - - - - -

Ein Sommertag, so wie er ihm Buche stand, war in dem kleinen Ort Alphastone eine Seltenheit. Meist war es dort trüb und der Nebel hang tief in den Tälern und Schluchten. Aber die Familie Lupin fühlte sich in dieser Gegend wohl und wollte nicht wegziehen.

Der Grund, warum sie diesen Ort so sehr liebten, war die Ruhe und die Schönheit der Natur, die man sonst nirgendwo genießen konnte. Alphastone war einer von wenigen Orten, an denen man magische Tiere sehen konnte. Viele dieser Tiere waren nur für magische Menschen sichtbar und deshalb waren manche Hexen und Zauberer auch verwirrt, als ein, für sie normaler Muggel, plötzlich diese speziellen Tiere sehen konnte. Dies war eines der wenigen Zeichen, das das ausreichende magische Potential eines Muggels bewies, dass er fähig war Hogwarts zu besuchen.

Nach Forschungsergebnissen in früherer Zeit, die Nicolas Flamel aufgestellt hatte, fand man heraus, dass jeder Muggel ein magisches Potential besaß, bei manchen war es stärker, bei anderen wiederum schwächer ausgebildet.

Eine magische Feder schrieb immer Namen auf ein Pergament, dass entweder der Schulleiter, oder der Stellvertreter immer einsahen und dann die Briefe verschickten. Bei Muggelfamilien überbrachte meist ein Mitarbeiter des Ministeriums den Brief und erzählte den Eltern von dieser Welt. Zuerst waren sie alle ein wenig verwirrt, bis über skeptisch und unglaubhaft, aber die Meisten waren dann davon begeistert, dass sie ihren Kindern dies gerne ermöglichten. Bei dem wenigen Eltern, die davon nicht begeistert waren, wurde das magische Potential des Kindes mit Hilfe eines Trankes unterdrückt und konnte, wenn Gefahr im Verzug war, auch plötzlich eingesetzt werden, so dass dann wieder die Magie unterdrückt wird oder aber auch dann noch die Möglichkeit bestand, dass sie ihre Magie lernten zu kontrollieren. Jedoch gab es kaum Muggel, die sich dann doch noch entschieden Zauberer oder Hexen zu werden, da sie es einfach zu absurd fanden.

Und wenn die Magie des Kindes unterdrückt wurde und dies der ausdrückliche Wunsch der Eltern war, so wurde der Besuch aus den Gedächtnissen dieser Muggel gelöscht. Sie erinnerten sich nicht mehr daran.

Aber es gibt auch Eltern, die ihren Kindern das nicht ermöglichen wollen, aber die Kinder unbedingt Magie erlernen wollen, dann bestand sogar einmal die Möglichkeit, dass jene Kinder, in magischen Familien untergebracht wurden. Diese Variante gab es aber seit Jahrzehnten schon nicht mehr.

Remus Lupin, ein aufgeweckter, kleiner Junge, mit hellbraunem Haar und bernsteinfarbenen Augen, lachte und tollte durch den großen Garten des Hauses. Die Bäume standen königlich da und warfen einen angenehmen Schatten. Ein leichter Windhauch wehte über den Garten und die Grashalme bewegen sich kaum merklich. Die wenigen Blumen die standen, machten das Gesamtbild noch ein wenig schöner.

Die Eltern von Remus, saßen auf einer Bank nahe des Hauses und beobachteten ihren Sohn, wie er so herumhüpfte. Die Frau hatte längere, braune Haare, die sie nach hinten gebunden hatte. Ihre grünen Augen funkelenden belustigt.

Remus' Vater war ein stattlicher Mann, mit hellbraunem Haar und dunkelbraunen Augen. Er war der Abteilungsleiter zur Führung und Aufsicht magischer Geschöpfe. Was hieß, dass er auch mit Werwölfen arbeitete … nur wusste er nicht, dass diese Tatsache sich für ihn einmal sehr zum Schlechten wenden sollte.

Diese idyllische Stimmung, die bei der Familie Lupin herrschte, zeigte nur eine Stimmung, die eigentlich nur nach außen hin so wirkte.

Was ist denn jetzt mit Greyback?", fragte Cathy.

Von seiner Art her, ist er schlimmer als jeder andere Werwolf. Er würde nicht einmal Reue zeigen, wenn er jemanden beißen würde oder sogar tötet. Er hat einfach kein Rückrat! Alle Werwölfe, bis auf ihn verbergen ihre ‚andere Seite', aber er nicht … er trägt sie nach außen und zeigt sie wirklich offen. Er ist nicht nur noch bei Vollmond ein Werwolf, sondern er hat sich auch jetzt schon, eigentlich in seiner menschlichen Gestalt, die Eigenschaften eines Werwolfes zugelegt. Ein Werwolf durch und durch. An ihm und in ihm gibt es einfach nichts menschliches mehr."

Cathy schien darüber nachzudenken. „Hast du das alles aus deinem Gespräch mit Greyback?"

Malvin nickte. „Er hat mir sogar gedroht!"

Weshalb?", fragte sie alarmierend.

Ich habe ja gestern versucht mit ihm zu sprechen und es blieb wirklich nur bei einem Versuch. Er blockt sofort ab und wenn er antwortet, dann in einer Tonart und –weise, dass es einfach nur noch sein ernst sein kann! Er meinte zu mir, dass er sich seine Opfer vorher aussuchen würde, sie beobachtet, ihre Gewohnheiten in sich aufnimmt, bevor er zuschlägt. Ich weiß nicht einmal, wie viele Menschen er bereits gebissen hat. Das Ministerium reagiert auf meine Warnung nicht. Sie meinen, als Werwolf könnte er sich zu diesem Zeitpunkt eben nicht kontrollieren und als ich ihnen dann auch noch im Denkarium meine Erinnerungen über ein Gespräch mit ihm zeigte, glaubten sie, ich hätte da etwas getrickst, damit er eine Verhandlung bekommt." Er atmete einmal tief durch und sah seinen Sohn an, der ihm fröhlich zuwinkte, ehe er weiter sprach. „Nott ist eben ein Vollidiot, wenn er nicht sehen will, welche potentielle Gefahr Greyback darstellt." Malvin's Stimme wurde immer lauter.

Von der Stimme seines Vaters überrascht, kam Remus zu seinen Eltern und sah sie verwirrt an. „Was ist denn?", fragte er.

Nichts mein Schatz", sagte Cathy und lächelte ihren Sohn an, dann sah sie zu ihrem Mann und meinte: „Wir sprechen darüber später weiter."

Sieben Wochen waren seit diesem Gespräch vergangen und Malvin's Stimmung war nur noch tiefer gesunken. Jetzt war Greyback auch noch verschwunden und niemand wusste wohin.

Du? Papa?", quengelte Remus.

Hmm?"

Suchen wir heute Glühwürmchen? Das hast du mir versprochen."

Malvin schien eine kurze Zeit darüber nachzudenken, ehe er nickte. Kurze Zeit später waren sie auf der Wiese. Jeder von ihnen hatte ein Glas in der Hand. Sie blickten sich um, ob sie nicht etwas Leuchtendes ausmachen konnten, als Remus etwas beim Wald sehen konnte.

Langsam ging Remus auf das Leuchten zu und hörte plötzlich ein Knurren. Malvin drehte sich hektisch um und konnte nur noch sehen, wie sein Sohn, nicht weit von ihm, panisch versuchte vor etwas wegzulaufen und als Malvin die Schrecksekunde überwunden hatte, sah er ein großes, haariges Ding, das seinen Sohn bereits eingeholt hatte.

Malvin zog seinen Zauberstab und versuchte den Werwolf von seinem wegzuschleudern. Jedoch konnte sich der Werwolf unter dem Stupor hinwegducken. Er rannte auf den Werwolf zu und versuchte mit allen möglichen Mitteln, den Werwolf von seinem Sohn wegzubringen.

Einige Flüche prallten an dem Werwolf einfach nur ab und zeigten einfach keine Wirkung. Malvin war schon verzweifelt genug, als er dann alles in einen Fluch legte, der den Werwolf traf und in hohem Bogen von seinem Sohn weg beförderte und gegen einem Baum landete, wo er dann regungslos liegen blieb.

Immer noch von Panik befangen, rannte Malvin zu dem zitternden, am Boden liegenden Remus. Der Junge sah ihn aus großen Augen heraus an, ehe er die Augen schloss und Malvin sehen konnte, dass an seiner Schulter Blut aus einer Wunde rann. Sein Gehirn setzte plötzlich zu denken aus und ihm lief nur ein Gedanke durch den Kopf, den er nicht wahr haben wollte. Er nahm Remus sachte auf seinen Arm und apparierte mit im ins St. Mungo's, wo er die Medi-Magier aufforderte, doch schneller zu tun. Nachdem Remus im Untersuchungszimmer verschwunden war, benachrichtigte er seine Frau, die ein paar Minuten später neben ihm stand.

Malvin und Cathy warteten gut eine halbe Stunde, ehe ein Medi-Magier zu ihnen trat und ihnen sagte, dass sie die Wunde zwar heilen konnten, aber er schon infiziert war und für ihn keine Heilung mehr bestand. Er bot den Beiden Hilfe an, wie sie mit einem Werwolf umzugehen hatten.

Diese Nachricht versetzte Beide unter Schock. Cathy brach in Tränen aus und ließ sich auf ihren Stuhl sinken. An ihrem Mann nagten jedoch die Schuldgefühle. Er fühlte sich schuldig, dass er Greyback so auf den Zahn gefühlt hatte, er hätte seine Drohung ernst nehmen sollen und sie nicht leichtfertig abtun. Er hätte seinen Sohn nie aus den Augen lassen dürfen, er hätte schneller reagieren müssen, dann wäre Remus nie wegen seinen Fehlern ein Werwolf geworden. Malvin war der Verzweiflung nahe. Er setzte sich ebenfalls in einen Sessel neben seine Frau, stützte seine Ellbogen auf die Knie und legte sein Gesicht in seine Hände und er flüsterte vor sich hin: „Ich bin Schuld … ich hätte es verhindern können … hätte ich doch nur besser aufgepasst … es ist alles meine Schuld."

Als sich die Beiden mehr oder wenig beruhigt hatten, konnten sie zu ihrem Sohn ins Zimmer, der ruhig schlief. Seine Augen waren geschlossen und sein Brustkorb hob und senkte sich regelmäßig. Nur kurze Zeit später musste Malvin seinen Blick abwenden, er fühlte sich so schuldig. Sein Sohn würde für einen Fehler, den er begangen hatte, sein Leben lang büßen.

Nachdem Remus nach kurzer Zeit aus dem Krankenhaus entlassen wurde, versuchten seine Eltern ihn so normal wie möglich zu behandeln, aber es war schwierig für sie, mit so einer ungewohnten Situation umzugehen.

Malvin und Cathy konnten ihrem Sohn nicht die Wahrheit sagen, dass sie wussten, wer ihn gebissen hatte und dass er es absichtlich gemacht hatte. Die Beiden erzogen ihren Sohn so, dass sie ihm weismachten, dass ein Werwolf bei Vollmond nicht mehr seiner eigentlichen Wahrnehmungsfähigkeit besaß, sondern diese durch die Triebe des Wolfes ersetzt wurden und er nichts für sein Handeln konnte. So glaubte Remus immer, dass der Werwolf, der ihn gebissen hatte, einfach nur seinem Instinkt gefolgt war und sich selbst nicht mehr kontrollieren konnte. Remus empfand für ihn keinen Hass, aber Jahre später erfuhr er die Wahrheit, doch nur für diesen einen Werwolf, der ihm das zugefügt hatte, empfand er Hass. Und nur durch so einen Menschen, wurden alle Werwölfe in der Gesellschaft gemieden, obwohl sie nichts dafür konnten und komplett anders waren. Manchen Menschen kannte man sogar nicht einmal an, dass sie einmal im Monat zu einer Bestie wurden.

So war es dann auch bei Remus. Nur ein paar Personen wussten von seiner anderen Seite, die anderen Schüler hatten nie eine Ahnung oder Vermutung, denn Remus war in der Schule extrem ruhig, strebsam und einfach niemand, der jemandem etwas zu leide tun konnte.


Hi!

Ja ich weiß, dass ich mich schon lange nicht mehr gemeldet habe, aber ich habe ziemlichen Schulstress. Aber eine Woche noch und dann sind Osterfeiren und da werde ich soviel Kapitel vorschreiben wie möglich und sie dann nach einander veröffentlichen. Ich binbei meiner FF gerade erst im Novemberangelangt und die geht bis zu den UTZ, wenn nicht sogar länger, dass weiß ich momentan noch nicht. Mein Ziel ist es ja, dass ich bis 22. Juli herum mit der gesamten FF fertig werde, also muss ich mich ranhalten, weil mit Sicherheit noch viele Kapitel kommen werden. Wenn ich nämlich nicht bis zu diesem Datum fertig werden sollte, dann müsst ihr 6 bis 8 wochen warten, also den August über und einen Teil vom September, bis ich wieder was posten kann, dann werd ich wahrscheinlich bis Dezember mit der gesamten FF fertig sein, weil es im Dezember wieder einen Adventskalender geben wird. Für Ideen bin ich natürlich jederzeit offen ... sagt mir einfach, was ihr gerne in der kommenden FF haben wollt und ich werde sehen, was ich einbauen kann! Also drückt mir die Daumen, dass ich jetzt in den Osterferien soviel wie möglich schreiben kann und mein Ziel, bis dahin fertig zuwerden, erreiche!

Knuddelz
Magic