Kapitel 14: Schatten der Wahrheit

Der Dezember war in Hogwarts nun angebrochen. Das Wetter spielte verrückt. Einerseits stürmte es und man dachte, dass Hogwarts bald komplett eingeschneit war, doch dann schien die Sonne wieder und brachte die Winterlandschaft zum Glänzen.

Die Winterstimmung hatte sich in Hogwarts bereits ausgebreitet. Mistelzweige waren unter Türen befestigt worden, man konnte sie vorher nicht sehen und wenn jemand wusste, wo einer war, dann wurde die Herzdame oder der Herzbube, ganz zufällig natürlich, an diesen Ort gebracht, wo dann auch der Brauch davon eingelöst werden musste.

So kam es, dass durch diesen Kuss, auch einige Pärchen entstanden, aber das zog sich bis zu Weihnachten hin.

Der Anfang des Monats war nicht anders als alle anderen, doch für die Siebtklässer hieß es, dass sie bald anfangen würden müssen, den gesamten Stoff ihrer Schullaufbahn zu lernen, denn in sieben Jahren Hogwarts, kam eine Menge Lehrstoff zusammen.

Was aber eine kleine Erleichterung für die Schüler war, sie mussten nur in den fünf Fächern antreten, die sie für die UTZ-Kurse gewählt hatten und nicht so wie bei den ZAGs in allen, die sie bis dahin gehabt hatten.

Die Professoren forderten ihre Klassen noch einem richtig, bevor sie in die wohlverdienten Weihnachtsferien entlassen wurden. Vor allem ab der fünften Klasse aufwärts, wurde so richtig Gas gegeben. Die Hausaufgaben schienen sich von Stunde zu Stunde zu häufen und wenn man dachte, man hätte das Schlimmste hinter sich und endlich mal ein wenig Pause, war es einfach nur eine Täuschung, denn plötzlich hatten sie wieder Hausaufgaben in Hülle und Fülle.

Die Weihnachtsstimmung, war also nur bei einige Schülern zu merken oder allen, die zu Weihnachten nach Hause zu ihren Eltern fuhren, andere blieben in Hogwarts, weil ihre Eltern etwas Wichtiges zu erledigen hatten oder einfach nur, weil sie ein Weihnachten in Hogwarts mit ihren Freunden verbringen wollten.

Doch Dumbledore und ein paar weitere Ausnahmen der Professoren, waren ebenfalls schon gut gelaunt, denn Hagrid brachte am Morgen des ersten Dezembers sieben große Tannenbäume in die große Halle, die von Professor Flittwick und den anderen Professoren geschmückt wurden.

Die Bäume dufteten nach frischem Wald, einfach nur nach Frische, nach Ruhe und Entspannung in kalten Wintertagen und sie strahlten eine friedliche Aura aus. Der Schmuck passte zwar nicht zusammen, doch es zeigte, dass es nicht sehr streng ablief, sondern auch etwas Lockere sein konnte.

In den Gängen konnte man einige Schüler und die Geister Weihnachtslieder singen oder Weihnachtsgedichte aufsagen. Sie redeten über ihre Ferienplanung und über die Geschenke die sie sich wünschten.

Selbst die Portraits, Rüstungen und sonstige Einrichtungsgegenstände offenbarten eine vorweihnachtliche Stimmung. Nur in den Klassenzimmern fand diese Stimmung keinen Einklang.

In der ersten Dezemberwoche hatten sie die fünfte Stunde Verteidigung gegen die dunklen Künste und selbst Longbottom forderte seine siebte Klasse bis zum Äußersten. Mit ihrem Wissen, dass sie durch ihre vorherigen Lehrer erhalten hatten, waren sie zwar noch immer weiter zurück, doch Longbottom holte alles schnell nach. Die Schüler hatten eigentlich kein Problem mit dem Mitkommen, doch bei einigen Flüchen fehlte ihnen die Verständigkeit, die ihnen Longbottom mit viel Geduld beibrachte.

Die wöchentlichen Stunden mit den Auroren hatten sich reduziert, da sie im Ministerium wieder benötigt wurden und nur einmal in der Woche nach Hogwarts kamen, um weiterhin den siebten Klassen das richtige Duellieren beizubringen.

An diesem Tag nahmen sie diverse Verteidigungsflüche durch.

„James?", sagte Frank und kam auf ihn zu.

„Ja?", fragte er und sah ihn an.

„Könntest du nach der Stunde noch kurz bleiben?"

Frank war zwar noch ein wenig unsicher, wie er James auf seine Eltern ansprechen sollte und er hatte lange überlegt, doch schließlich hatte er sich entschieden, ihm zu sagen, dass er es weiß. Er war schon gespannt darauf zu erfahren, wie James reagieren würde.

Eine halbe Stunde später verließen alle Schüler die Klasse, nur James blieb noch. Seine Freunde sahen ihn zuerst ein wenig verwirrt an, aber er meinte, dass er bald nachkommen würde. Was Longbottom mit ihm besprechen wollte, er wusste ja nicht einmal um was es ging, dürfte sicher nicht lange dauern.

Frank zauberte den Raum gerade wieder so, wie er vorhin war, sprich, zauberte die Stühle und Tische wieder an ihre ursprünglichen Plätze.

„Komm bitte mit in mein Büro", sagte er und ging mit James aus dem Klassenzimmer. Sie gingen einen breiten, langen Gang entlang. Wenn es lang war, gingen sie gerade mal fünf Minuten, bevor sie die Türe, zu Longbottoms Büro sahen.

James fragte sich, wieso Longbottoms Büro nicht gleich neben seinem Klassenzimmer war, als ihm der Gedanke kam, dass es vielleicht damit zusammenhängen konnte, dass er mehrere Jahrgänge hätte und dann eben ein Büro genau in der Mitte hatte.

Die Tür schwang wie von Zauberhand auf und offenbarte einen überfüllten, aber geordneten Raum.

Auf der Seite brannte ein Kamin. Das Feuer knisterte leicht und tauchte das Büro in ein spärliches Licht, doch mit ein paar Kerzen an den Wänden, war das gesamte Büro gut beleuchtet.

Beim Kamin standen drei Stühle, die alle, in einem kleinen Halbkreis zusammen stehend, zur Feuerstelle gerichtet waren. Die Regale waren über und über mit Büchern gefüllt, von denen James die Titel nicht lesen konnte, aber er konnte erahnen, um welche Bücher es sich handelte.

Der Schreibtisch war aus Eichenholz. Auf ihm lagen Feder, Pergamente und sonstige Dinge, die man eben zum Korrigieren oder Schreiben brauchte. Hinter dem Schreibtisch stand ein gepolsterter Sessel. Ihm gegenüber standen wieder drei Sessel, die aus einfachem Holz gemacht waren.

Der Boden war mit einem schönen, aus mehreren Brauntönen bestehenden, Teppich bedeckt.

„Bitte!" Frank wies mit einer Geste auf die Sessel nahe dem Kamin, wo James sich dann, mit Blick zur Türe hinsetzte und rechts neben der Türe ein Feindglas erkennen konnte. Auch war auf der anderen Seite, beim Eintreten von der Türe verborgen, ein Regal zusehen, dass mit Käfigen, soviel James sagen konnte, voll gestellt war. Er konnte es nicht genau sagen, da sie mit einem Tuch abgedeckt waren, aber die Form ließ eine Vermutung zu und mit seinen Vermutungen lag er meist nie falsch. Die eine oder andere Ausnahme gab es zwar auch bei ihm, doch diese waren dann nur knapp neben der Wahrheit.

James kam es ein wenig komisch vor, denn sein Professor wirkte auf ihn, als dürfte es ein längeres Gespräch werden. Denn normalerweise konnte man Dinge auch in einem Klassenzimmer regeln, doch sein Instinkt sagte ihm, dass dieses Gespräch auf etwas Wichtiges abzielte.

„Du fragst dich sicher warum ich noch mit dir sprechen wollte … ohne deine Freunde", fügte er hinzu.

Natürlich frage ich mich das", dachte James ein wenig ungeduldig, jedoch zeigte er es nicht nach außen. Seine Eltern hatten ihm gesagt, dass man immer erst abwarten sollte, aber immer wachsam blieb, bis man genug Informationen hatte, um etwas tun zu können.

„Ich habe mich schon das ganze, bisherige Schuljahr gewundert, dass du so gut über die dunklen Künste bescheid weißt und auch weißt, wie du dich gegen sie zu wären hast", begann Frank. „Als dann auch noch die Auroren -"

Sie können ruhig ‚meine Kollegen' sagen", fügte James gedanklich wieder hinzu.

Frank wusste zwar, dass James von seinem eigentlichen Beruf wusste, aber ihm kam diese Formulierung besser vor, als eine andere.

„-nach Hogwarts kamen und euch das Duellieren zeigten und immer noch zeigen, war ich überrascht, wie gut du dich in diesem Duell geschlagen hast. Den Benjy Fenwick gilt als einer der besten Auroren des Ministeriums und es zeigt nur von deiner Selbstdisziplin, wie du deine Flüche einsetzen musst. Gezielt, wissend … vor allem, deine unausgesprochenen Flüche waren faszinierend und die, die du abgewehrt hast."

Worauf will er denn hinaus?", fragte sich James. Ihm kam dieses Gespräch immer komischer vor.

„Was ich damit sagen will ist, dass ich mich wirklich gefragt habe, woher du alles weißt, denn viele Dinge sind mit Sicherheit in keinem der Bücher in der Bibliothek von Hogwarts. Vor allem dein Wissen über die Dementoren, kannst du dir nicht aus einem dieser Bücher angeeignet haben, dieses Buch gehört nämlich zu dem ‚verbotenen Index' des Ministeriums – was du sicher weißt!"

Frank machte eine Pause und sah James an, der ihm immer noch gespannt folgte.

„Jedenfalls … vor ein paar Wochen waren Amelia Bones und Alastor Moody bei mir hier in Hogwarts und haben mit mir über dich gesprochen …"

Dieser Satz ließ James aufhorchen. Plötzlich war er wirklich hab Acht alles bisher Gesagte ließ er noch einmal Revue passieren. Wenn Amelia und Alastor mit ihm gesprochen haben … über ihn … sie mussten davon wissen, dass James wusste, dass Frank ein Auror war, so was sprach sich eben herum, vor allem dann, wenn es eigentlich geheim bleiben sollte …

„Sie meinten, ich sollte erfahren, wer deine Eltern sind und weshalb du eben die Dinge weißt, die du weißt. Ich musste ihnen versprechen, niemand anderem etwas darüber zu sagen", sagte er. „Ich muss wohl nicht erwähnen, dass ich ziemlich schockiert … ähm … überrascht war, als ich erfuhr, wer deine Eltern sind."

James ließ ein kurzes, leises Lachen von sich hören, ehe er etwas sagte. „Sie fanden es sicher merkwürdig, weil Sie wissen, was ich in Hogwarts gemacht habe und teilweise auch immer noch tue, weil meine Eltern eben sehr auf die Genauigkeit und Korrektheit achten? Und ein solches kindisches Benehmen nicht gutheißen?"

„Ich wollte es zwar nicht so ausdrücken, aber ja … ja, so könnte man das sagen, was ich mir dabei gedacht habe. Aber …"

„… da war auch noch der Grund, dass sie Auroren sind, die von den Schwarzmagischen wirklich gejagt werden und das sie da noch Zeit fanden, um Eltern zu werden und niemand etwas davon mitbekommen hat?"

Frank sah ihn ein wenig verdutzt an. „Das wollte ich eigentlich sagen. Woher …?"

„… ich das weiß?", fragte James süffisant grinsend. „Weil fast alle so reagieren und das Selbe fragen, wenn sie erfahren wer meine Eltern sind?"

„Das ist ein guter Grund", sagte Frank nachdenklich. „Deshalb wusstest du auch, dass ich ein Auror bin?"

„Ja und nein", antwortete James. „Ja, weil mir das Wissen bekannt war und vor allem Ihr ‚Revcop', hat mir bestätigt, dass Sie einer sind, denn ich konnte Ihnen ja schlecht sagen, dass meine Eltern das selbe Gerät haben, denn dann hätten Sie sicher bald gewusst, wer meine Eltern sind. Und mit nein meine ich, dass ich von meinen Eltern nicht wusste, dass Sie nach Hogwarts kommen, um uns zu unterrichten, genauso wenig von Amelia und Alastor"

„Aha", sagte Frank verstehend und grinste leicht. „Also hat dich Benjy ziemlich unterschätzt. Das war ein gutes Beispiel, dass man niemanden unterschätzen sollte und schon gar nicht als Auror. Wenn er erfährt und die anderen auch, wer deine Eltern sind …"

„… werden sie genauso reagieren wie Sie", beendete James den Satz.

„Das ist gut möglich oder aber sie versuchen sich nichts anmerken zu lassen."

„Wird man dann ja sehen, wenn es soweit ist", sagte James.

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Irgendwo in einem kleinen Ort in Frankreich

Der Ort lag zwar südlicher und war dadurch meist von einem Winter mit Schnee und extremer Kälte verschont geblieben, doch dieser Dezember war anders. Diesen Dezember wurde der Ort von einer Schneeschicht bedeckt.

Auf der Straße sah man keine Menschen, kein Licht strömte auf die Straße, nicht einmal Fußspuren sah man im Schnee. Nur am Ende der Straße konnte man aus einer Holzhütte etwas Licht strömen sehen. Durch das Schneetreiben war es kaum sichtbar, man musste sich anstrengen, denn wenn man durch das Fenster sah, konnte man nur Kerzen erkennen, die den Raum in der Mitte beleuchtete.

Von den zwei Menschen, die im Inneren zu sehen waren, von ihnen konnte man nur die Umrisse erkennen. Bei genauerem hinsehen, konnte man erkennen, dass eine Frau und ein Mann sich gegenüberstanden.

Der Raum war nur spärlich eingerichtet. Ein Tisch in der Mitte, auf dem die Kerzen standen und zwei Stühle. In der Ecke stand ein Bett, ein Kamin stand in der Nähe, in dem das Feuer nur noch leicht flackerte. Gegenüber dem Kamin stand eine kleine Kochnische und daneben war ein Behälter mit Feuerholz.

„Si j'avais su, j'aurais tenu ma langue1", schrie sie.

„Quand il a su à quel danger il avait échappé, il es devenu tout pâle!", schrie der Mann zurück.

Sie schwieg einen Moment und sah den Mann einfach nur an.

„Non, ce n'est pas vrai. Quand il a vu au'il n'y arriverait pas, il a abandonné", sagte sie.

Er sah sie einfach nur sprachlos an. Was war denn plötzlich in sie gefahren? So kannte er sie ja gar nicht. Aber hatte sie mit ihren Anschuldigungen eigentlich Recht?

„Je me rends bien compte de mon ereur, mais c'est trop tard", fügte sie in einer weichen Stimme hinzu.

Diese Stimmungsschwankungen verwirrten ihn ein wenig. Zuerst reagierte sie gereizt und dann doch so mitfühlend? Er konnte sie einfach nicht verstehen. Von welchem Fehler sprach sie denn? Wenn sie von diesem Fehler sprach, dann war er genauso Schuld wie sie, wenn nicht sogar mehr.

Er musste ihn suchen, wenn ihm etwas passiert war, dann konnte er sich dass nie mehr verzeihen und seiner Frau konnte er nicht mehr in die Augen sehen. Es war einzig und alleine seine Schuld, dass sie jetzt auch noch ihren Sohn in diese Sache mit hinein gezogen hatten. Er wusste, dass es ein Fehlers ein würde es zu tun, aber es schien im spontan die beste Idee zu sein. Spontaneität! Eigentlich ein Fremdwort, in dem Bereich in dem er tätig war, er musste alles genau planen. Er durfte nichts dem Zufall überlassen, aber er hatte es getan. Ihre Tochter hatten sie schon verloren, sie durften ihren Sohn nicht auch noch verlieren, er musste ihn finden.

„Tu veux sortir par ce tems? Mais c'est de la folie!", schrie sie ihm nach, als er seinen Mantel vom Stuhl nahm und zur Tür ging. Seine Hand lag bereits auf der Klinke, die nur wartete, hinuntergedrückt zu werden und ihn hinauszulassen. „Ne sois pas égoiste, pense un peu aux autres."

Er wusste, dass sie mit ihrer Bemerkung Recht hatte. Sie wusste, wie sie ihm ein schlechtes Gewissen einreden konnte. Wenn sie es auch nicht absichtlich machte … er fühlte sich durch diese Bemerkung wirklich niedergeschlagen.

„Il reste calme même quand les choses vont mal", dachte sie. Sie überlegte sich auch noch, dass, wenn er wirklich gehen sollte, sie wusste wo er hingehen würde und sie mit ihm ging. Sie wollte ihn nicht alleine gehen lassen, sie hätte ihn nie alleine gehen lassen. Und das Problem befasste sie Beide, nicht nur eine einzelne Person. Alleine konnte man viel schaffen, aber zu zwei noch mehr!

Er sah ihr kurz in die Augen. Dort leuchtete etwas auf, das ihr Hoffnung gab und ein Gefühl der Geborgenheit breitete sich in ihr aus. Seit dem Vorfall mit ihrer Tochter, hatten sich beide immer weiter von einander entfernt, wegen jeder Kleinigkeit gestritten und ihr Sohn hatte sich auch von ihnen entfernt. Doch durch dieses Ereignis, fühlten sich beide schuldig und in ihrer größten Not, konnten sie sich wieder ansehen, so wie sie es früher immer getan hatten.

„La sitaution n'est pas désespérée", versuchte er sie mit seinen Worten, so gut es eben nun ging, aufzumuntern. Ein leichtes Lächeln zeichnete sich in seinem Gesicht ab und spiegelte sich in ihrem. Einige Zeit standen sie so da, ehe sie sich ebenfalls ihren Umhang nahm, ihn überwarf und gemeinsam gingen beide in die Dämmerung der Nacht hinaus, wo das Schneetreiben immer stärker wurde, dass man kaum noch die eigene Hand vor Augen sehen konnte.

Wie konnte man nach diesem Gespräch einfach nur so mit einander umgehen? Diese Aussagen mussten einen triftigen Grund haben, aber hatte es wirklich nur mit den Vorfällen ihrer Kinder zu tun? Eltern sind, was ihre Kinder betrifft, manchmal sehr eigen und so war es auch bei ihnen.

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Zaubereiministerium

Im Aurorenbüro und in der gesamten Magischen Strafverfolgung, herrschte Hektik pur. Einerseits war ein Angriff von Voldemort angekündigt worden. Die Auroren patrouillierten bereits in Gebieten, von denen sie vermuteten, dass sie mögliche Ziele waren. Zweitens kündigte sich ein Besuch aus Frankreich an, von dem niemand wusste wer sie waren, was sie waren, was sie wollten und warum sie ausgerechnet nach England kamen.

Cornelius Fudge hatte in der Zentrale einfach verlauten lassen, dass gute Freunde beziehungsweise Bekannte von ihm hier her kamen und eben das Aurorenbüro benötigten. Aber den Grund, weshalb sie das britische Ministerium in Anspruch nahmen und nicht das französische, war sogar ihm ein Rätsel. Benjamin war das Ganze suspekt, denn für ihn musste so ein Besuch einen Grund haben, der nachvollziehbar war oder überhaupt einen Grund, denn darüber ließ sich dann ja noch streiten. Aber überhaupt kein Grund?

Nach Moodys Meinung hatte Fudge einfach keine Ahnung von der Gefährlichkeit der Todesser und der Gefahr im Allgemeinen, die schon seit Jahren in England herrschte. Die Todesser und Voldemort waren zwar erst in den letzten Jahren richtig aktiv geworden, doch sie gab es, was sie aus einem Verhör mit einem Todesser erfuhren, bereits seit zwanzig Jahren. Gerüchten zufolge, bereits seit der Schulzeit Voldemorts.

Viele mochten es zwar nicht glauben, aber Voldemort war in Hogwarts, doch die Professoren, die damals unterrichtet hatten, erkannten ihn nicht mehr, nur Dumbledore war er noch ein Begriff und eben einige Mitarbeitern aus der AMS. Der Großteil jedoch wusste nicht einmal, dass Voldemort, einfach nur ein Anagramm für seinen richtigen Namen war, der ihm von seiner Mutter gegeben wurde, wie er aufgewachsen war. Solche Dinge wurden auch nicht preisgegeben, es war zu gefährlich, denn wenn man so etwas wusste, wurde es sofort an den dunklen Lord weiter gegeben und dieser versuchte dann, die betreffende Person zum Schweigen zu bringen, was ihm auch fast immer gelang.

Am Anfang des Krieges, vor knapp sechs Jahren, hatte das Ministerium nicht reagiert. Die Auroren wollten diese Gruppe bereits zerschlagen, alleine schon wegen ihrer Ansichten und den Vorfällen die passiert waren. Doch sie bekamen keine Erlaubnis und warteten ab.

Jetzt sagten viele aus dem Ministerium und aus der Gesellschaft, dass sie doch früher hätten reagieren müssen, dann wäre es mit den Todessern nie soweit gekommen. Voldemort hätte nie so viele Anhänger bekommen und sie hätten sie früher stoppen können.

Die Schuld wurde den Auroren zugewiesen, das sie nicht schnell genug reagiert hatten? Doch war es nicht ihre Idee sich darum zu kümmern? Hatten sie nicht gesagt, dass sie Schwierigkeiten bereiten könnten? Aber hatte jemand auf sie gehört? Nein und jetzt war es ihre Schuld, weil sich niemand darum gekümmert hatte. Es war schon immer leichter, die Schuld anderen zuzuschieben, um selbst besser dazustehen.

Doch die Auroren ließen sich nicht unterkriegen und taten ihr Bestes, doch Voldemort hatte sich schon zu viele Anhänger gesucht und unterworfen. Sein Einflussbereich hatte sich in kürzester extrem ausgebreitet und die Menschen hatten Angst vor ihm, dass sie nichts gegen ihn unternehmen wollten.

Und jetzt wollte ihnen Fudge einfach zwei Personen in die Aurorenzentrale schicken, von denen nur er sie kannte, sie nicht einmal die Namen erfuhren? Nicht einmal einen Grund kannten? Fudge war inkompetent. Es gab kein anderes Wort dafür, es war das, was am Besten für ihn gepasst hatte. War er so blöd oder tat er nur so?

Auroren mochten zwar paranoid und übervorsichtig gewesen sein, doch wenn sie das nicht wären, würden sie in diesen Zeiten nicht lange überleben. Es gehörte einfach zu der Art eines Auroren, anderen gegenüber misstrauisch zu sein. Wenn ein Auror mal nicht misstrauisch war, dann stimmte etwas nicht mit ihm, denn es gehörte einfach nur zu seiner Natur.

Es vergingen beinahe zwei Stunden, als Fudge erneut in die Aurorenzentrale kam. Ihm folgten zwei Personen. Eine weibliche und eine männliche. Beide wirkten einerseits angespannt, doch andererseits auch selbstbewusst.

Der Mann ging auf Benjamin Potter hin, als Fudge ihm etwas zugeflüstert hatte. „Thomas Dubois", sagte er kurz angebunden und reichte Benjamin die Hand, welcher sie kurz skeptisch anschaute, jedoch dann ergriff. „Benjamin Potter."

„Mein Frau Michelle", stellte er sie vor. Gentlemenlike, so wie es sich gehörte, gab Benjamin ihr einen Handkuss.

„Wir müssen etwas mit Ihnen besprechen. Es ist sehr wichtig", sprach Michelle mit leichtem, französischem Akzent.

„Dann folgen Sie mir bitte in mein Büro", forderte Benjamin auf und ging schnellen Schrittes voran.

In seinem Büro angelangt, wies er ihnen die beiden Stühle vor seinem Schreibtisch zu, er selbst setzte sich ihnen, gespannt auf das was sie zu sagen haben, gegenüber.

„Ich weiß nicht, ob es Ihnen hilft, aber unser Sohn heißt Henry Dubois", sagte Thomas. Man erkannte ihm, wenn er sprach, nicht an, dass er eigentlich aus Frankreich kam.

„Henry Dubois?", fragte er überrascht.

„Sie kennen ihn?", fragte Michelle.

„Flüchtig", antwortete er. „Wenn ich mir eine Frage erlauben darf?"

„Gerne", sagte Michelle und nickte.

„Was machen Sie eigentlich beruflich?"

„Ich bin in der magischen Polizei-Brigade", sagte Thomas. „Meine Frau ist als Heilerin bei diversen Einsätzen zuständig."

„Also sind Sie beide demnach im Umgang mit schwarzer Magie vertraut?"

„Was wir Ihnen sagen wollten, ist eigentlich nicht dies, sondern, dass unser Sohn, anscheinend einer dieser Schwarzmagier, den Todessern, ist."

Benjamin überlegte, wie er es ihnen am Besten sagen konnte. „Sie kennen die Todesser?"

„Deswegen sind wir ja bei Ihnen", antwortete Thomas. „In Frankreich konnten wir nichts tun. Wir haben uns gefragt, was wir bei seiner Erziehung falsch gemacht haben."

„Die Schuld müssen Sie nicht bei sich suchen, es kann auch sein, dass er unter dem Imperius steht, obwohl es nicht so aussah, als ich ihn gesehen habe."

„Sie haben ihn gesehen? Wann?"

„Ist schon länger her, aber meine Vermutungen scheinen sich zu bewahrheiten. Selbst Sie sagen, dass Sie vermuten, dass Ihr Sohn ein Todesser ist. Und die Beweise, die wir in seiner Akte bereits gesammelt haben, sprechen nicht gerade für ihn."

„Also glauben Sie nicht, dass er einfach nur verdeckt ermittelt?", fragte Michelle hoffnungsvoll.

„Da muss ich Sie leider enttäuschen. Ich habe Ihnen bereits gesagt, was ich darüber weiß und wie es momentan steht", wiederholte Benjamin.

Plötzlich ertönte ein Alarm und Benjamin war auf den Beinen. Hektisch rannte er in das Großraumbüro rannte, wo bereits alle Auroren, die anwesend waren, auf den Beinen waren.

„Was ist los?", rief Benjamin durch den Raum.

„Ein Großangriff in Healthtown", antwortete Fabian Prewett. Seine roten Haare stachen sich extrem mit der dunkelroten Aurorenuniform.

Fabian Prewett gehörte zu jenen Menschen, die sich nicht leicht aus der Ruhe bringen ließen oder schlecht gelaunt waren, im Gegenteil, er war immer gut gelaunt und war für jeden Blödsinn zu haben. Mit seinem Zwillingsbruder zusammen, waren sie einfach der Horror, denn sie fanden in jedem einfachen Satz etwas, dass sie als Witz umbauen konnte oder auch falsch verstehen konnten. Die Prewetts lockerten die häufig trübe Stimmung in der Zentrale auf, doch wenn es hart auf hart kam, waren sie ernst und waren das komplette Gegenteil als sonst. Man sah es ihnen zwar nicht an, aber sie konnten gefährlich werden, vor allem, wenn sie gemeinsam auf einem Einsatz waren.

„Wir dachten uns und es ist mit Moody abgesprochen, dass wir noch fünf weitere Auroren schicken, denn diejenigen, die auf den Rundgängen waren, sind sofort nach Healthtown aufgebrochen", informierte Fabian seinen Boss.

„In Ordnung", sagte Benjamin. „Seht zu, dass ihr so viele Todesser wie möglich gefangen nehmen könnt, vielleicht können wir aus ihnen endlich jene Informationen heraus bekommen, die wir wirklich benötigen."

„Und die wären?", fragte Fabian.

„War das jetzt eine ernst gemeinte Frage?", fragte Benjamin ihn.

„Eigentlich schon."

„Du willst wirklich wissen welche Informationen?" Benjamin atmete tief durch. „Wer noch zu den Todessern gehört, vielleicht erfahren wir auch, von wem sie erfahren, wann wir die Einsätze haben und wo. Diese zwei Punkte sind mir besonders wichtig, also seht zu, dass ihr so viele wie möglich hier her bringt."

„Geht klar", antwortete Fabian.

„Und versucht das Dorf, falls es noch nicht zerstört ist, nicht noch weiter zu zerstören", bat Benjamin. „Nicht, wenn es sich vermeiden lässt."

„Ansprüche hast du keine, oder?"

Benjamin sah ihn intensiv an.

„Schon klar, ich höre schon auf zu fragen."

„Und wenn du jetzt nicht sofort aufbrichst, dann sind die Todesser schon wieder weg, also beeilt euch", zischte Benjamin und wandte sich um. Grob hörte er noch die Anweisungen, die Fabian an die Auroren erteilte, die mit ihm mitgingen. Benjamin rannte derweilen ins Archiv, um sich die Akte über Henry Dubois zu holen. Er selbst hatte mit diesem Fall nichts zu tun, aber dennoch bekam er die wichtigsten Informationen und neuen Vermutungen, wer ein Todesser war, mit.

Es war auch gefährlich jemanden als Todesser zu beschuldigen, denn wenn die Beschuldigungen falsch waren, dann hieß es Rufmord und die Aurorenzentrale hatte ein riesiges Problem, was nur zu genüge vorgekommen war. Deshalb blieben die ersten Vermutungen, auch wenn die Auroren genau wussten, dass es Todesser waren, in der Zentrale und wurden erst dann nach außen gegeben, wenn man die Person, die man beschuldigte ein Todesser zu sein, auf frischer Tat ertappte.

Bei vielen Todessern wurden nicht einmal mehr Verhandlungen gemacht, sie wurden einfach nur noch nach Askaban gebracht und auf Lebenslänglich verurteilt, ohne überhaupt vor Gericht gesessen zu sein. Mögen die Auroren auch noch so froh sein, dass die Todesser endlich dort waren wo sie hingehörten, waren manche dennoch so fair, ihnen eine Verhandlung zu gönnen.

Benjamin Potter betrat das Archiv und suchte nach Henry Dubois, jedoch konnte er in der Ablage nichts finden. Es herrschte das absolute Chaos, es gab überhaupt keine Ordnung. Bis man hier etwas gefunden hatte, konnte es Stunden dauern oder in manchen Fällen sogar Tage. Nur die Person, die die Akte bearbeitet hatte, wusste, wo sie sich ungefähr befand.

Der einzige Nachteil der in diesem Archiv herrschte war, dass man Dinge nicht mit einem einfachen Accio herbeirufen konnte. Manchmal fragte sich Benjamin wirklich, wer das geregelt hatte, denn man konnte nichts finden, wenn man etwas suchte, vor allem dann nicht, wenn man was dringend benötigte.

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1 „Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich meinen Mund gehalten", schrie sie.

„Als er erfuhr, welcher Gefahr er entronnen war, wurde er ganz blass", schrie der Mann zurück.

„Nein, dass ist nicht wahr. Als ihm klar wurde, dass er es nicht schaffen würde, hat er aufgegeben", sagte sie.

„Ich begreife meinen Fehler ja, aber es ist zu spät", fügte sie in einer weichen Stimme hinzu.

„Bei diesem Wetter willst du raus? Das ist doch Wahnsinn!", schrie sie ihm nach, als er seinen Mantel vom Stuhl nahm und zur Tür ging. Seine Hand lag bereits auf der Klinke, die nur wartete, hinuntergedrückt zu werden und ihn hinauszulassen. „Sie nicht so egoistisch, denk auch mal an die anderen."

„Er bleibt ruhig, auch wenn es schlecht läuft", dachte sie.

„Die Lage ist nicht hoffnungslos", versuchte er sie mit seinen Worten, so gut es eben nun ging, aufzumuntern.


Hi!

Ja, es geschehen noch Wunder! Ich habe in einer Woche bereits das nächste Kapitel vorgeschrieben! Man merkt, dass ich jetzt etwas mehr Zeit habe. Wie ich letztes Mal ja gesasgt habe, werde ich mich beeilen, dass ich in den Ferien noch genügend Kapitel schreiben kann, damit ihr dann, wenn der Schulstress dann wieder weiter geht, nicht mehr so lange warten müsst.

Ich weiß, dass dieses Kapitel etwas Merkwürdig war, finde ich zumindest, aber es ist wichtig, oder besser gesagt, es hat einen wichtigen Teil zum Weiterverlauf der Geschichte. Nicht gerade einer der Hauptgründe, aber für die Geschichte nicht gerade unwichtig, wenn ihr versteht? Aber das werdet ihr dann ja noch lesen!

Ich hoffe doch auch noch stark, dass euch meine FF noch gefällt, denn wenn nicht, möchte ich gerne wissen wieso nicht und was ich verbessern könnte. Für Verbesserungsvorschläge bin ich, wie gesagt, immer zu haben. Also nur zu, sagt mir was ihr wirklich denkt, aber wenn, dann in konstruktiver Kritik. Ich weiß, dass ich das schon mal erwähnt habe, aber ich wiederhole es nur!

Wir lesen uns kommende Woche sicher noch einmal, bei gut Glück zweimal - das ist ein Versprechen meinterseits und wenn ich was verspreche, dann halte ich es auch!

HEL
Magic