Kapitel 16: Verräterisches Leuchten

Zaubereiministerium

„Hat jemand Benjamin gesehen?", fragte Amelia in das Aurorenbüro hinein, doch sie erhielt nur ein Kopfschütteln von allen. Sie machte auf ihrem Absatz kehrt und steuerte auf ihr Büro zu. „Wo kann er nur sein?", fragte sie sich.

„Er ist bei einer Versammlung", sagte Moody, der hinter ihr stand.

„Aso", meinte sie dann nur kurz darauf.

„Wozu brauchst du ihn?", fragte Alastor sie beiläufig.

Amelia trat in ihr Büro und ging auf ihren Schreibtisch zu, wo sich Pergamente stapelten und nach der Reihe Memos herein flogen und sich um einen Platz stritten. Sie nahm einen Stapel Pergamente in die Hand und reichte ihn Moody.

„Ein neuer Bericht", sagte sie. „Lies ihn dir einfach einmal durch. Ich sehe dahinter irgendwie keinen Zusammenhang. Alles was darinnen steht widerspricht sich."

„Wie viele hast du eigentlich damit beschäftigt?"

„Vier … eigentlich fünf, aber Frank ist ja nun schon länger in Hogwarts. Diesen Auftrag gibt es schon seit knapp einem halben Jahr. Anfangs dachte ich, gute Schlussfolgerungen, doch das widerlegte sich mit einem anderen Bericht. Dann dachte ich, dass vielleicht das Hauptquartier Voldemorts gefunden wurde, weil eine genaue Angabe von Breiten- und Längengraden dabei war, doch dann widersprach sich das Ganze wieder. In den Highlands, in Wales, in Irland oder direkt in London, sind die Vermutungen des Hauptquartiers."

Alastor sagte nichts, sondern er ließ seine Augen über das Pergament wandern.

„Kann aber auch sein, dass es mehrere Aufenthaltsorte von ihm gibt beziehungsweise Stützpunkte", meinte er. „Deshalb brauchst du Benjamin?"

„Er soll sich das Ganze nur durchlesen."

„Wie lange hast du das jetzt?"

„Seit Anfang an bekomme ich die Berichte hierzu, aber das kommt zu keinem grünen Zweig", begann sich Amelia aufzuregen.

„Du hättest es Benjamin gleich geben sollen", meinte Alastor.

„Hätte ich, habe ich aber nicht, ich weiß", giftete sie. Diese Tatsache ließ sie nicht in Ruhe. Sie war außer sich, weil sie dachte, sie hätte endlich was gefunden, aber dann nein.

„Aber irgendetwas davon muss der Realität und Wahrheit entsprechen. Es kann sich doch nicht alles widersprechen", schlussfolgerte Moody.

„Eben, das meine ich auch. Aber es stellt sich eben die Frage: was davon stimmt? Und das muss herausgefiltert werden und das ist sicher nicht gerade einfach", antwortete sie und atmete tief durch, damit sich ihre Stimme wieder beruhigte.

Die Beiden merkten nicht, dass jemanden vor Amelias Büro das Gespräch verfolgt hatte und breit über das ganze Gesichte grinste. Es war kein freundliches, wissendes Lächeln, es war eher ein grausames, böses Lächeln, das sich sogar auf die Augen übertrug. Die Augen leuchteten verräterisch.

„Sie werden nie finden was sie suchen, sie werden immer in die Irre geführt werden. Schon lange suchen und vermuten sie jemanden, der der Verräter ist und wenn sie darauf kommen, dann ist es für sie bereits zu spät."

Die Person musste sich zusammen reißen, dass sie nicht anfing zu lachen. Sie wusste sogar, wann die nächsten Angriffe stattfanden, sagte aber nichts, da der dunkle Lord etwas Besseres für die Auroren geplant hatte, die ihm immer im Weg standen.

Bevor die Person noch entdeckt wurde, stieß sie sich von der Wand ab und ging gemächlich zurück zum Schreibtisch und bearbeitete die Berichte und diverse Aufträge und Meldungen, die immer wieder in der Aurorenzentrale landeten.

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Williams & Jones

„So ihr beiden", begann nun ein Todesser. „Habt ihr noch immer nicht genug?"

Jones und Williams lagen auf dem kalten Steinboden und atmeten schwer. Sie waren kaum noch fähig dazu zu sprechen. Durch die ganzen Flüche waren sie geschwächt, dass ihnen sogar die kleinste Bewegung vorkam, wie mehrere Flüche auf einmal.

„Wir können lange so weiter machen, ihr bald nicht mehr", sagte der eine Todesser ganz ruhig und man konnte das hämische Grinsen in seinem Gesicht sehen.

„Damit wirst du nicht weit kommen", brachte Jones schließlich noch qualvoll hervor und keuchte schwer. Es kostete ihn eine Menge Anstrengung dies zu sagen.

Das Grinsen verschwand nicht, doch die Haltung versteifte sich ein wenig. „In Ordnung. Gebt ihnen dieses Mal nichts, sie sollen die Schmerzen bis zum nächsten Mal aushalten, dann werden wir ja sehen, wie es mit ihnen weiter geht."

Nach diesen Worten schritten sie aus dem Raum hinaus und ließen die Beiden zurück.

Man hörte nur ein Tropfen, wahrscheinlich Wasser, vielleicht regnete es oder war es doch das Blut, das auf den Boden tropfte? Sie spürten einen leichten Windzug. Oder waren sie schon so empfindlich geworden, dass sie das Atmen schon als Wind empfanden? Sie vernahmen auch ein lautes Geräusch, oder war es nur das Blut, das durch ihre Adern rauschte? War es ihr Herz, das sie schlagen hörten? War es einfach der Schmerz, der sie so bemerkbar machte?

Die Schmerzen waren schlimmer als die anderen Male zuvor. Dieses Mal durchzuckte sie sogar der Schmerz, wenn sie nur ihre Augen oder ihre Augenlider bewegten. Kein Zauberer, keine Hexe konnte Wochenlang einem oder mehrere Cruciatus und anderen Foltern standhalten. Auch wenn die Tränke den Körper teilweise wieder aufpäppelten und den Geist wieder aufnahmefähiger machten. Ihnen wurde dadurch auch teilweise Blut und andere wichtige Vitamine und Mineralien zugeführt.

Doch die Blessuren wurden nicht ganz geheilt, dass sie sich nicht erholen konnten, sondern auch noch länger bei Sinnen bleiben konnten, um mitzubekommen, was mit ihnen gemacht wurde.

Die ganze Zeit, die sie hier verbrachten, kam ihnen vor, als wären schon Jahre vergangen, denn sie konnten nicht einmal sehen, ob es Tag oder Nacht war. Die Sekunden waren Minuten, die Minuten Stunden, die Stunden Tage, die Tage Wochen, die Wochen Monate und die Monate Jahre. Ihr Zeitgefühl war verschwunden, einen Teil ihrer Erinnerungen, den schönen Teil, an ihr zu Hause, an ihre Freunde, an ihre Familien, hatten sie schon verloren.

Solche Flüche, wie sie die Todesser verwendeten, ließen nur gute, positive und schöne Erinnerungen verschwinden und ließen die grausamen, traurigen und schmerzhaften zurück. So dass man immer litt, auch wenn der Körper sich wieder erholt hatte, so litt der Geist immer, denn viele Erinnerungen waren verloren und konnten nicht mehr zurückgeholt werden.

Die Zelle war nur mit zwei Fackeln beleuchtet. Immer wenn die Todesser kamen, leuchteten sie stärker, waren sie dann wieder weg, dann wurde das Licht wieder gedrosselt.

Jones und Williams lagen einfach nur da. Sie versuchten nicht über irgendetwas nachzudenken, doch es blieb ihnen nichts anderes übrig. Sie dachten darüber nach, was passieren würde, wenn sie den Todesser einfach sagten, was sie wissen wollten. Dann war es aber sicher, dass Jones und Williams kein langer Prozess gemacht wurde. Sterben würden sie sowieso, aber sie wussten nicht wann, aber es konnte nur noch eine Frage der Zeit sein.

Die Zeit verstrich einfach zu langsam, bald würden auch die Todesser wieder zurück sein und sie wieder foltern. Es schien beinahe so, als hätten die Todesser ihren Spaß daran sie zu foltern und wollten die Informationen gar nicht mehr haben … als wäre es einfach nur ein Grund sie foltern zu können.

Ihre Körper waren bleich, ihre Haare waren Schweiß und Blut verklebt. Die Haut war beinahe durchsichtig. Wenn man es nicht gewusst hätte, hätte man gemeint, sie wären bereits Geister, die nur noch „farbige" Kleidung trugen.

Sie fragten sich selbst, wie sie so lange durchgehalten hatten. Wahrscheinlich waren es wirklich die Tränke, sonst hätten sie keine Woche lebend überstanden. Und die Todesser wollten anscheinend spielen, denn wenn sie die Information so dringend haben wollten, dann hätten sie sicher nicht so viel Geduld gezeigt wie bisher und so lange gewartet.

Das Atmen klang mehr nach einem Röcheln, als nach einem richtigen Luftholen.

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Zaubereiministerium

„Außerdem hat mich Benjamin gebeten, noch weitere Nachforschungen bezüglich den Dubois' und spezielle wegen Henry Dubois anzustellen", fügte Amelia hinzu und reichte Alastor eine weitere Akte.

„Das ist die komplette Akte von diesem Dubois", stellte Moody fest.

Amelia nickte. „Ich habe mir die komplette Akte noch einmal durchgelesen. Von vorne bis hinten und habe nur herausgefunden, dass jemand, der Henry Dubois ähnlich sieht, bei den Todessern gesehen wurde."

„Die Eltern?"

„Die wohl nicht, denn über sie habe ich auch einen Bericht geschrieben und eben alles zusammen gefasst. Ich habe mich sogar mit dem französischen Zaubereiministerium in Verbindung gesetzt, um diese Informationen zu erhalten. Es war gar nicht so einfach die zu bekommen, weil sie ebenfalls misstrauisch sind." Sie machte eine kurze Pause. „Da ja ‚ihre Riesen' sich quer aufs Land verteilt haben und dann plötzlich spurlos verschwunden waren, vermuten sie, dass Voldemort ebenfalls seine Finger im Spiel hat. Sie möchten darüber informiert werden, falls wir Riesen finden, die nicht in England registriert sind."

„Überaus verständlich, aber wieso wollte Benjamin eigentlich, dass du die gesamten Dubois' untersuchst? Wo doch die Eltern des Jungen hier waren und Benjamin meine Bedenken einfach ignoriert hat."

„Ignoriert nicht."

„Ach nein?"

„Nein … Henry Dubois ist, nach seinen Eltern nach, plötzlich verschwunden und sie haben die Information erhalten, dass er ein Todesser geworden ist. Sie wussten ja, dass er nach England wollte und da ist er eben verschwunden."

„Und da vermuten sie, dass er sich in zu tief in den Untergrund gewagt hat?"

„Genau."

„Also wollen seine Eltern die Gewissheit, ob ihr Sohn nun ein Todesser ist oder nicht?"

„Exakt. Doch mir scheint, dass, wenn sie heraus bekommen, dass er einer ist, er keine Familie mehr haben wird. Seine Eltern wirkten auf mich ziemlich streng."

„Möglich, aber du müsstest auch die ganze Geschichte kennen, vielleicht irgendetwas verdrängt oder unter den Tisch gekehrt worden. Hinter diesen Dubois' steckt mehr, als wir bisher wissen."

„Sieh nicht alles immer gleich so negativ Alastor", meinte Amelia.

„Ich sehe es nicht negativ, ich sehe es realistisch", beharrte er und gab ihr die Akte wieder zurück.

„Du siehst alles immer realistisch, genauso, wie das mit dem Verräter in unseren Reihen?"

„Es gibt jemanden … mit Sicherheit … sonst würden die Todesser nicht immer rechtzeitig verschwinden können, wenn wir an einem Einsatzort auftauchen. Es macht ansonsten keinen Sinn." Moody sah sie eindringlich an. „Du weißt, was in Bone Garden war?"

„Ja."

„Dann weißt du auch, dass wir schnell reagiert haben und dennoch konnten wir die Todesser nicht erwischen. Wir haben uns unauffällig angeschlichen, sie haben uns nicht einmal bemerkt … sie konnten uns nicht bemerkt haben, es war einfach unmöglich. Wir sind weit weg genug appariert und dennoch fanden wir nur noch das totale Chaos vor? Schon ein wenig merkwürdig, findest du nicht?"

„Schon, aber das heißt doch nicht, dass wir einen Verräter hier haben."

„Benjamin vermutet es auch", argumentierte er.

Amelia schnaubte belustigt. „Benjamin? Sicher? Du hast Wahnvorstellungen."

Doch als Moody nicht den Anschein machte, dass er etwas erwidern wollte, fuhr ihr Kopf zu ihm herum und sie meinte: „Er vermutet es auch? Seit wann?"

„Seit jenem Vorfall in Bone Garden."

Sie schien darüber nachzudenken. „Also ist es nicht nur wieder eine Spinnerei von dir? Sondern wirklich eine ernste Sache?"

„Wieso glaubst du, dass ich mir so etwas zusammen spinne?", fragte er etwas aggressiv.

„Weil du schon seit Jahren die Vermutung hast, dass jemand ein Verräter ist und immer ist es jemand anders. Und niemand hat eben deine Meinung geteilt." Sie hielt inne. „Als nächstes sagst du mir auch noch wer es ist?"

„Nein."

„Wieso nicht?"

„Weil ich nicht die geringste Vermutung habe wer es sein könnte."

„Keine Vermutung?"

„Nein."

„Aber woher weißt du es?"

„Mein Instinkt verrät es mir."

„Auf deinen Instinkt kannst du dich nicht immer verlassen."

„In diesem Fall schon … frag einfach Benjamin, der wird dir das Selbe sagen."

Amelia sah ihn einfach nur noch schockiert an. Ihre äußre Fassade, die sie sonst immer streng aufrecht hielt, war kurz gebröckelt, doch bald hatte sie wieder ihren üblichen, kalten, gefühlslosen Gesichtsausdruck. „Wir waren bei Henry Dubois und seinen Eltern … was der eigentliche Grund ist oder was vielleicht hinter dem Ganzen steckt."

„Es steckt mit Sicherheit etwas dahinter. Die Eltern wissen anscheinend mehr, als sie uns gesagt haben und sie werden es uns erst dann sagen, wenn sie wissen, was sie wissen wollten oder es für uns bereits zu spät ist."

„Oder sie arbeiten mit uns zusammen", fügte Amelia hinzu. „Diese Option darfst du nicht vergessen.

Alastor schnaubte gequält auf. Immer diese Optionen!

„Ich kümmere mich um diese Dubois'", sagte Moody entschlossen.

„Seit wann interessiert dich ‚Geschichtsforschung'?", neckte Amelia.

„Immer, wenn ich den wahren Grund herausfinden will und die Hintergrundinfomationen."

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Voldemorts Hauptquartier

Voldemort stand mit dem Rücken zu seinen Todessern und blickte aus dem Fenster. Der Himmel war Wolkenbehangen, doch hier war es nichts Neues. In diesem Gebiet schien die Sonne äußerst selten. Wenn es viel war zehn Mal im Jahr, doch Voldemort wusste zu verhindern, dass die Sonne schien.

Da die Sonne kaum zu sehen war, gab es hier auch kein Gras, die Bäume waren ausgedorrt. Alles in allem wirkte es wie eine Steppe, wie eine eiskalte Wüste, die sich in den Norden verirrt hatte.

„Wie lange sind sie denn jetzt schon hier?", fragte Voldemort in einer kalten Tonlage.

„Seit dem Sommer", antwortete ein Todesser.

„Und immer noch keine Antwort von ihnen?"

„Nein."

„Dann bringt es hinter euch. Macht mit ihnen einfach was ihr wollt."

„Seit ihr sicher, dass Ihr das wollt, ohne das heraus gefunden zu haben was Ihr wollt?"

„Stellst du meine Entscheidung in Frage?", fuhr Voldemort den Todesser an, der erschrocken zusammen zuckte.

„N-n-nein mein Herr", stotterte er. „Ich würde es doch nie wagen."

„Gut", meinte Voldemort gehässig und wandte sich zu seinen Todessern um. „Dann macht mit ihnen was ihr wollt."

Die Todesser machten noch eine Verbeugung und gingen aus dem Raum. Sie gingen die dunklen Gänge entlang, die zu den Kerkern führten. Es roch nach altem Moos und einfach nur Tod. Die ganzen Menschen, die hier schon gefoltert wurden, die hier gestorben sind … ihre Anwesenheit war in gewisser weise noch bemerkbar, doch für die Todesser war es einfach nur ein Gefühl von Macht, dass sie über diese Menschen hatten.

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Vorort von London

Die Straßen wirkten verlassen. Ein leichter Wind wehte. Drei vermummte Gestalten standen vor einem Haus und hatten ihren Zauberstab in der Hand. Ihr Blick war auf das kleine, spärliche Haus gerichtet.

Sie schwangen ihre Zauberstäbe in kompliziert wirkenden Formationen. Dies taten sie, um die Schutzzauber herauszufinden, die auf dieser Haus lagen und sie zu durchbrechen.

Etwas war verwunderlich … wieso bemerkten die Bewohner dieses Hauses nicht, dass jemand versuchte in ihr Haus einzudringen?

Mehrere Minuten verstrichen, dann begann es plötzlich zu schneien. Zuerst ganz leicht und dann immer stärker. Dazu kam auch noch, dass der Wind stärker.

„Wenn wir so weiter machen, stehen wir morgen auch noch da", beschwerte sich eine Frau. Die Ungeduld schwand in ihrer Stimme mit.

„Du kannst ruhig schneller machen, wenn es dir zu langsam geht", sagte ein Mann, doch er konzentrierte sich weiterhin auf seine Zauberstabbewegungen.

Präzise arbeiteten sie weiter und schließlich und endlich konnten sie einen Schritt auf das Grundstück gehen. Mit leichten, federnden und sicheren Schritten gingen sie auf die Holztüre zu.

Als sie das Haus betraten, wirkte es auf einmal viel größer als von außen. Eine riesige Eingangshalle, an der eine Treppe in das obere Geschoss führte.

„Lumos Minima", flüsterte eine raue Männerstimme. Der Zauberstab spendete ein spärliches, blaues Licht, dass ihnen die groben Umrisse des Raumes zeigten.

„Sie werden oben sein", flüsterte die Frau.

Wie als würden sie schweben, gingen sie die Treppen hinauf. Jeder von ihnen zückte seinen Zauberstab und leuchtete den Gang entlang. Dann fanden sie eine Türe, die nur leicht angelehnt war. Sie öffneten die Türe und schauten hinein. Sie befanden sich in einem großen Raum, an dessen Ende ein Bett stand. Es bewegte sich etwas.

„Lumos Maxima"; sagte der zweite Mann und eine Gestalt am Ende des Zimmers setzte sich auf. Das Entsetzen im Gesicht des Mannes konnte man sehen.

„Was wollen Sie hier?", fragte er.

„Das weißt du ganz genau."

Der Mann griff reflexartig zu seinem Zauberstab auf dem Nachttisch, doch schon wurde ihm jener entrissen.

„Na na, so wollen wir doch nicht spielen", sagte er gehässig.

Neben dem Mann im Bett rührte sich jetzt seine Frau. Sie rieb sich zuerst die Augen und fragte sich, was dieser Lärm denn sollte. Als sie dann die Todesser sah, schreckte sie zurück. Sie griff auf den Nachttisch und griff … nach nichts. Ihr Zauberstab befand sich bereits in der Hand eines Todessers.

„Mutter, Vater, ich hätte von euch beiden etwas viel anderes erwartet." Der Junge man nahm die Maske von seinem Gesicht und ließ die Kapuze von seinem Kopf gleiten. Die beiden anderen Todesser ließen derweilen mehr Licht in den Raum kommen.

Das Gesicht des Mannes verfinsterte sich, als er sich der Lage bewusst wurde, in der sie sich befanden. „Was hast du gemacht?"

„Das, was ihr schon längst hättet tun sollen. Stolz auf euer Blut sein und im Gegensatz dazu, helft ihr der magischen Gesellschaft, in dem ihr es erlaubt, dass Schlammblüter ungehindert unser Blut verunreinigen können und sie immer mehr die Kontrolle gewinnen." In der Stimme klang viel Wut mit. „Ich bin stolz auf mein Blut und mein Herr hat Recht … Schlammblüter und Halbblüter, sowie Muggel sind es nicht wert die magische Welt zu kennen und in ihr zu leben. Ich stehe auf der richtigen Seite. Ihr wolltet es nicht einsehen, ihr wolltet mich genauso machen, wie ihr seid. Zu Muggelfreunden, doch ich habe euch hinters Licht geführt. Ihr habt wirklich geglaubt, dass ich so bin wie ihr, doch ich bin schon lange ein Mitglied bei den Todessern."

„Und ich finde es wirklich schlimm, dass ihr so leicht zu überwältigen sein würdet. Ich bin wirklich enttäuscht", sagte die Frau sarkastisch. „Aber keine Sorge, wir lassen euch nicht lange leiden … wir versuchen es zumindest, hängt aber alles von unserer Stimmung ab und ich möchte heute einmal alle Flüche ausprobieren."

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Tagesprophet

In der Nacht auf heute wurden Michelle und Thomas Dubois ermordet. Einem Sprecher aus dem Ministerium zufolge, wurden die Dubois auf grausamste Weise ermordet. Nach der Vorgehensweise dürften die Schuldigen Todesser gewesen sein. Doch was hatten die Dubois, was einen solchen, nächtlichen Überfall, überhaupt an sich? War es etwas Wertvolles? Bedeutungsvoll?

Der Grund, weshalb die Dubois ermordet wurden, liegt uns nicht vor. Wir möchten ihnen auch noch weiterer Bilder und Details in diesem Mordfall enthalten, da diese Details nichts für schwache Nerven sind. Sollten aber weitere Informationen auftauchen, werden wir Sie natürlich informieren!

Auch werden die Todesser wieder aktiver. Nach längerer Zeit der Verborgenheit, kommen sie wieder aus ihren Verstecken und greifen nach einander verschiedene Dörfer und Familien an. Gewiss sind diese Angriffe nicht spontan sondern geplant, denn ansonsten, würden die Todesser nie so schnell verschwinden können, bevor dir Auroren und andere Ministeriumsmitarbeiter eintreffen.

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Zaubereiministerium

„Wie sind sie denn genau umgekommen?", fragte Benjamin Potter Alastor, als er ein paar Stunden später wieder in der Aurorenzentrale eintraf. Benjamin hatte sich in das Buch „unus breath of nex" vertieft und wollte unbedingt heraus finden, was an diesem Buch so interessant war, weshalb Voldemort es alleine riskierte, nur an eine einzige Seite zu gelangen.

Benjamin konnte diesem Buch nichts abgewinnen. Er fand es einfach nur sinnlos, obwohl dieser Titel alles andere als harmlos war, konnte er nicht verstehen, was Voldemort der Inhalt dieses Buches bringen sollte. Es war einfach ein gewöhnliches Buch, das sich mit dem Thema, dem Tod, beschäftigte. Jeder normale Zauberer wusste, dass keiner von den Toden wiederbelebt werden konnte.

Mit Sicherheit hatten schon viele die Anweisungen dieses Buches befolgt und herausgefunden, dass es einfach nur sinnlos war und sich nichts brachte.

Alastor blickte seinen Chef kurz an, ehe er ihm den genauen Tatvorgang versuchte zu erklären. „Wie viele Todesser es waren, wissen wir leider nicht. Vermutlich waren es drei bis vier. Nach den Flüchen zu urteilen, dürfte der Cruciatus ein Dauerfluch gewesen sein, andere Flüche wurden nur zwischen durch auf die Dubois gelegt. Jedenfalls konnten wir nicht alle Flüche entschlüsseln, die auf den Dubois lagen, beziehungsweise, mit denen sie gefoltert wurden. Es waren nicht nur Folterflüche oder schwarzmagische, es waren auch gewöhnlich, solche, von denen man gar nicht ahnen würde, dass sie für einen Mord gebraucht werden könnten. Doch wenn die betroffenen Personen im Voraus schon ziemlich geschwächt waren, kann ein einfacher Stupor schon tödlich sein, auch wenn er in stark abgeschwächter Form angewandt wurden …"

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Dubois

Wie hatte ich euch gesagt?", sagte der Jüngere. „Ihr werdet euch noch wundern. Doch ihr wolltet es einfach nicht wahr haben. Ich habe euch sogar noch bescheid gegeben, aber ihr habt mich wie sonst auch noch ignoriert. Tz tz tz. Schämen solltet ihr euch … und ihr nennt euch wirklich ‚mächtig'? Das ich nicht lache!"

Die drei Todesser hoben alle ihre Zauberstäbe und beförderten mit einem einzigen Fluch, die beiden Erwachsenen vom Bett auf den Boden.

Die Dubois waren nur zu geschockt von der ganzen Situation, als dass sie noch etwas sagen hätten könnten. Einzig und alleine die Enttäuschung und auch Hass war in ihren Augen zu sehen. Wie konnte ihr eigner Sohn ihnen das antun. Was hatten sie bei seiner Erziehung einfach nur falsch gemacht? Sie wussten es nicht und sie würden es wohl auch nie mehr erfahren. Wenn sie doch nur die Zeit zurück drehen könnten. Zu jenem Zeitpunkt, an dem ihr Sohn sich entschieden hatte ein Todesser zu werden. Sich gegen sie zu stellen und gegen die Einstellung seiner Eltern. Was war das Ausschlaggebende Ereignis, das ihn dazu bewogen hatte?

Crucio", sagte der Junge emotionslos und der Strahl traf direkt auf seinen Vater. Er schrie nicht, er verzog nur ein wenig das Gesicht. Die Miene verzog sich kaum, doch der Schmerz war ihm ansehbar.

Seine Frau blickte wie erstarrt auf ihren Mann, der gerade gefoltert wurde. Von ihrem eigenen Sohn! Wie konnte dies nur möglich sein?

Im Gegensatz zu ihrem Mann, konnte sie ihre Emotionen nicht länger zurück halten. Die Schuld, die sie befiel, einzig und allein an dieser Situation schuld zu sein, ließen ihr die Tränen in die Augen treten. Diese Tränen spiegelten ihre Wut, ihre Enttäuschung, ihre Angst und ihre Sorgen wider.

Och Mutter, nicht weinen", sagte ihr Sohn und ließ von seinem Vater ab. „Du kommst auch noch dran. Aber Geduld ist eine Tugend!"

Welche du nicht mehr besitzt", antwortete sie ihm. Sie fühlte sich immer noch als seine Mutter, doch wie konnte sie die Mutter von so einem gefühlslosen Menschen sein? Sie verstand es nicht. Sie hatte ihm alles gegeben. Liebe, Geborgenheit, ein perfektes Familienleben.

Maya", sagte Henry. „Du kannst mit ihr machen was du willst. Bei Gelegenheit werde ich auch ein wenig mithelfen."

Mit diesen Worten wandte sich die einzige Frau unter den beiden Todessern Michelle zu. Gefasst sah sie zu ihr hoch. Michelle wusste, was auf sie zukam, doch sie wollte es einfach nicht wahr haben. Ihr eigen Fleisch und Blut hatte sie an die Todesser verkauft. Wie konnte er es mit seinem Gewissen vereinbareren? Wahrscheinlich ging dies nur, weil er keines mehr hatte. Oder stand er einfach unter einem Imperius? Nein, diesen Fluch hätte sie sofort erkannt. War sie doch im Ministerium in Frankreich eine Spezialistin dafür. Doch nun sollte alles umsonst gewesen sein! Es war vorbei! Sie wusste es, sie spürte es einfach!

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Williams & Jones

Williams atmete schwer. Jeder Atemzug viel im schwer, immer schwerer. Jones lag bereits bewegungsunfähig am Boden. Die Todesser die um sie standen lachten einfach nur höhnisch, als sie immer und immer wieder diverse Flüche ausprobierten, als sie die Beiden langsam quälten.

„Irgendwie macht es mit euch beiden einfach keinen Spaß mehr", sagte plötzlich eine tiefe Männerstimme. „Es ändert sich einfach nichts mehr an dieser Situation. Wir haben schon alles ausprobiert und Wiederholungen sind …. wie soll ich sagen? Nun ja, eben nicht amüsant." Seine Stimme hatte einen gehässigen Unterton angenommen.

Williams, geschweige denn Jones waren noch in der Lage etwas zu sagen. Sie versuchten nur noch diese Schmerzen auszuhalten, doch bei der kleinsten Bewegung könnten sie anfangen zu schreien, aber sie schrieen nicht. Einerseits, waren ihre Kehlen zu trocken und andererseits waren sie überhaupt nicht mehr in der Lage zu schreien.

„Wir machen es jetzt kurz und schmerzlos mit euch, ja?", fragte er. Er und noch ein Zauberer hoben ihre Zauberstäbe und richteten sie je auf Williams und Jones. Gleichzeitig sagten sie „Avada Kedavra". Der grüne Lichtstrahl surrte wie in Zeitlupe auf die beiden Männer zu. Sie wussten, dass ihnen dieser Flucht drohte. Sie wussten, dass sie sterben wurden. Für sie war es dennoch eine Erleichterung, eine Erlösung endlich von dieser Qual, von dieser Gefangenschaft frei zu kommen.

Einen kleinen Moment später rührte sich auch keiner mehr von ihnen.

„Werft sie in den Graben", sagte der Mann. „Sollen doch der Krake was davon haben."

Schon verließen die Todesser, mit den beiden Leichen das Verließ und zurück blieb nur ein Dunst an Erinnerung, was hier über eine lange Zeit geschehen war. Der Duft von Tod und Folter war noch in der Luft und schnürte einem die Luft zum Atmen ab, wenn man es versuchte. Die Todesser hingegeben, konnten das gut verschleiern. Für sie war es normal, für sie war es einfach zur Gewohnheit geworden.


Hi!

Ja. Ich melde mich auch einmal wieder! Ich weiß, dass ihr wirklich immer lange auf ein Kapitel von mir warten müsst und ich weiß, dass ich mich immer wieder entschuldige, doch es tut mir wirklich leid, dass ich euch so lange warten lasse. Ich bemühe mich wirklich, dass ich regelmäßig zum Schreiben komme, doch meistens macht mir die Schule oder wie es jetzt ist, mein PC, einen Strich durch die Rechnung. Die Kapitel, oder einige davon, die ich schon vorgeschrieben habe, wurden, da meine Festplatte den Geist aufgeben hat, gelöscht. Einige Dateien konnte ich retten, aber einige Dateien eben nicht. :-(
So, und jetzt zum Kapitel! Wahrscheinlich habt ihr euch den Tod von Williams und Jones nicht so vorgestellt, aber wenn ich es noch weiter hinaus gezögert hätte, hätte es noch unwahrscheinlicher geklungen. Doch nun ist es passiert! Ich wollte die Beiden eigentlich nicht sterben lassen, aber wie mir eben meine Spontanität eine Strich durch die Rechnung gemacht hat, habe ich sie sterben lassen!
Hoffe, dass euch das Kapitel nichts desto trotz gefallen hat und freue mich auf Reviews!

Knuddelz
Magic