Die Begegnung - 1st of September, 1980
"Achtung, die Passagiere des Zuges 369 nach Greenwich werden gebeten sich umgehend zum Bahnsteig 8 zu begeben, der Zug fährt in Kürze ab!",rief ein etwas dickbäuchiger Muggel-Schaffner und sprang pflichtbewusst schon weiter zum nächsten Zug. Hach ja, das Leben war schön. Ich grinste über das seltsame Verhalten der Muggel und zog meinen Koffer weiter. Bahnsteig 6, 7..8...9! So, Vater hatte in einem seiner Briefe etwas von einem magischen Durchgang erwähnt. Komm schon Sirius, erinnere dich. Ich dachte angestrengt nach... bis: "Merlin noch mal, ich hab's vergessen!"
Ich sah mich um, aber weit und breit schienen nur lachende Muggel-kinder, Muggel-eltern die diese eilig voran zogen, Muggel-schaffner oder.. ein paar weniger gesund aussehende, verdreckte Muggel (1) zu sein. Und die Zeit rann mir wie Sand durch die Finger. Ich musste diesen verdammt- "Aua, kannst du nicht aufpassen?", rief ich verärgert und rieb mir die schmerzende Beule die dort sicher gleich mein Gesicht verunstalten würde. "Tut-Tut mir leid! Ehrlich! Ich war nur auf der Suche und hab nicht aufgepasst. Hast du-"
"Remus!", unterbrach eine energische Stimme gerade den zitternden Flubberwurm-muggel der mich gerade umgerannt hatte. Ich konnte sehen dass seine zerkratzten (warscheinlich bissige Haustiere?) Hände zitterten und er schrumpfte, wenn das überhaupt möglich war, sogar noch etwas mehr unter meinem anklagenden Blick. Plötzlich stieß ein weiterer Junge zu uns, er sah aus als hätte ihm jemand einen Schockzauber aufgehalst und ich hatte sogar Glück, er schien auch ein Zauberer zu sein! Zumindest trug er einen Umhang. Seine schockofrosch-braunen Augen durchbohrten mich allerdings gerade so forschend als hätte ich etwas falsch gemacht,aber das überging ich jetzt einfach galant. Ich hatte einen Zug zu erreichen! "Egal wer du bist", sprach ich ihn etwas im Ton meiner Mutter an (wenigstens etwas hatte ich von ihr gelernt) "du bist doch bestimmt ein Zauberer, oder? Bring mich zum Gleis 9 ¾!", Aber der Junge musterte mich nur einmal von oben bis unten mit einem abschätzigen Blick und widmete sich dann lieber dem Muggel. So eine Frechheit!
"Remus, alles klar? Ich hab dich aus den Augen verloren und dann hab ich dich schreien hören..", was sollte das denn jetzt? Der Junge hatte definitiv einen Schockzauber zuviel abgekriegt, ich hatte dem Muggel doch gar Nichts Schlimmes angetan, so besorgt wie er war, klang es als hätte ich ihn stundenlang gefoltert. Und auf das Niveau meiner Eltern ließ ich mich nun wirklich nicht herab! "Ist schon gut James. Alles in Ordnung.", murmelte der Muggel mit den honigfarbenen Augen und dem braunen Haar, das ganz nebenbei aussah als bräuchte es einen neuen Haarschnitt. Er klopfte sich etwas zu oft die Kleidung ab (Junge, das ändert auch nicht mehr viel..) und ich konnte sehen dass seine Wangen einen gesunden Rotton angenommen hatten. "Aber ich denke unser neuer Freund hier braucht Hilfe, nicht wahr?", sprach mich der Muggel überraschend an und ich zog eine Augenbraue hoch. Sein Lächeln, das er mir als nächstes entgegen warf, traf mich wie ein Kartoffelsack in die Magengrube. Okay, zumindest war er nett. Nett für einen Muggel. Ich durfte allerdings nicht zuviel Sympathie empfinden schließlich hatte mir meine Mutter eingebläut das Muggel hinterlistiger als Gnome und gefährlicher als ein Ghul waren! Zumindest das hatte ich ihr geglaubt. Also waren wir bestimmt keine Freunde! Deshalb wandte ich mich dem geistig gesünderen und ungefährlicherem in unserer kleinen Männerrunde zu. "Ich brauche keine Hilfe. Alles was ich will ist zum Bahnsteig 9 ¾ zu kommen, wie ich es schon zuvor erwähnte als du kleiner Wicht mich so frech überhört hast!" Na gut, zugegeben. Er war gar nicht so klein aber ich hasste es nun mal wenn man mich nicht beachtete.
"Wie war das?", fauchte der Schockzauberhaar-junge, aber der Muggel-junge hielt ihn zurück. "Nicht James, er hat Recht. Wir kommen zu spät zum Zug, oder nicht? Du sagtest doch es gibt da diese Lok und die fährt nach" - "Hogwarts, jaja. Gut, komm mit.", seufzte James, wie er anscheinend hieß und fuhr sich durchs Haar. Eine nervige Angewohntheit ... sein armes Haar. James nahm seinen Muggel-freund am Handgelenk und zog sein Gepäckstück mit der anderen Hand hinter sich her, während er an mir vorbei stolzierte als wäre er Dumbledore himself. Und er würdigte mich keines Blickes! Komm schon, du bist ein Black! Und Blacks nehmen keine Hilfe in Anspruch, sie sind schlau genug selbst einen Weg zu finden. Sie..Pah! Wenn der mir schon nicht behilflich sein wollte musste ich eben einen anderen Weg wählen einen der meinem Blut Ehre machte... ihm nachschleichen!
"Aber ich kann das nicht!" - "Natürlich kannst du das, Remus! Sei kein Hasenfuß. Trau dich einfach Mal etwas! Du musst nur auf die Mauer zulaufen und... schon bist du am Bahnsteig."
Okay, wie war das? Einfach drauf zulaufen? Ha, das war doch gelacht. Ich versuchte so stolz wie möglich an ihnen vorbeilaufen (so gut das eben möglich war wenn man unter immensem Stress stand und dann noch einen Zentnerschweren Koffer hinter sich her schleppen musste!) und genau das zu tun was der Dumbledore-Verschnitt namens James, gerade so fürsorglich dem Muggel erklärt hatte. Wobei ich mich kurz fragte wieso James dem Muggel überhaupt den Bahnsteig zeigen wollte, und wieso dieser einen Koffer bei sich trug. Ich dachte das Zeitalter der gefangenen Muggel-Diener wäre eigentlich vorbei? Aber was scherte es mich, nur nicht stolpern... "Ach, auch schon da?", fragte ich wie beiläufig an die beiden gerichtet und versuchte die Tatsache zu verdrängen das ich nach ihnen hier her gefunden hatte. Mit einem misstrauischen Blick besah ich mir die Betonsäule die anscheinend den Durchgang zum Bahngleis 9 3/4 darstellen sollte. Die war doch hoffentlich wirklich verhext? Nicht dass sich die beiden hier einen schlechten Scherz mit mir erlaubten? Und.. ob sie wohl so hart war, wie sie aussah? "Einfach ignorieren..", murmelte James knirschend vor sich hin und versuchte wieder Remus zu beruhigen (Ja, ich hatte mir seinen Namen gemerkt!). Ich holte tief Luft und bereitete mich innerlich schon auf den Aufprall vor. "Übrigens, sollten wir heute jemals noch in Hogwarts ankommen, fordere ich dich zum Duell.", lächelte ich James kalt entgegen obwohl mir der Gedanke erst spontan gekommen war und ich erst zwei Duelle in meinem ganzen Leben gesehen hatte, wovon ich keines davon selbst bestritten hatte! Dann lief ich los, immer noch im Schlepptau hatte ich den hässlichen Koffer.
... 1...2...3!
"Hah!", rief ich. "Ich bin wirklich da." Das ich die Augen geschlossen und die Luft angehalten hatte, fiel mir erst später auf. "Natürlich, was dachtest du denn.", spottete eine bekannte Stimme neben mir und ich erkannte James der noch immer den Muggel hinter sich her zog, der sich ganz nebenbei wie ein Kind auf einem Weihnachtsmarkt in der Winkelgasse benahm. "Ich nehme die Herausforderung an.", sagte er schließlich als ich keine Antwort gab. "Wenn ihr euch schon duellieren wollt dann tut das gefälligst in einem Abteil, ich will nämlich nicht schon am Anfang des Schuljahres Ärger bekommen, weil ich zu spät zum Schulanfang gekommen bin!", gab Remus etwas mürrisch von sich und ich war überrascht dass er zu so einem Ton überhaupt fähig war. James nickte nur abwesend, er war viel zu sehr damit beschäftigt die große, pompöse Lok zu bestaunen die dampfend und fauchend wie ein viel zu kleiner Drache auf den Schienen stand. Weil ich keine Lust hatte als Bahnhofsdekoration zu dienen folgte ich ihnen, natürlich in gemäßigtem Abstand, in Richtung Lok. Die Abteile sind größer als erwartet, dachte ich, als Remus etwas schwerfällig wahllos eine der Türen aufzog und uns herein winkte. "Kommt rein, das hier ist leer.", lächelte er und begann damit seinen Koffer auf den eigens dafür angebrachten Vorrichtungen hinauf zu hieven. Obwohl er es schließlich nur mit James Hilfe schaffte (der Junge sollte mehr essen!). Ich sah mich etwas unschlüssig um, schließlich hatte ich nicht vor hier zu bleiben, James schien auch etwas planlos. "Also...", begann er und da war unser hitziges und kampflustiges Feuer von vorhin auch schon verflogen wie Asche im Wind. "Ja, also.", machte ich den nächsten Versuch. "Wir sollten uns postieren.", schloss ich etwas lahm und hoffte das Mutters Hauselfe meinen Zauberstab nicht doch im Koffer versteckt hatte, so wie sie es mir angedroht hatte. Ach nein, da war er.. gut, okay. James zog seinen Zauberstab, und ich wusste sofort dass er nach Gryffindor kommen würde. Er hatte eine bestimmte Art diesen zu benutzen, so wie er ihn schwang. Nicht so wie Slytherins, oder mein Vater vielleicht, die ihn in der Hand hielten wie ein Athame, bereit zu morden... "Remus wird unser…Schiedsrichter sein", er warf diesem ein gewinnendes Siegerlächeln zu und dieser lachte leise. Eindeutig das Lachen eines Gnoms! Schleimer... Und bevor ich mir Gedanken darüber machte was überhaupt ein Schiedsrichter war, nickte ich verbissen und James wiederholte noch mal die Regeln. Wieder ein Nicken und diesmal wurde es ernst...wir richteten die Zauberstäbe aufeinander. Ein Ruckeln ging durch die Lok und kurze Zeit später bewegte sich diese schnaufend vorwärts, gut so. Wir verließen also endlich den Bahnhof. "Remus bitte fang an runter zu zählen.", murmelte James. Er sah aus als müsse er sich konzentrieren um irgendeinen besonders bösartig wirkenden Fluch aus seiner Erinnerung zu fischen. Gerade jetzt fiel mir noch mal Mutter's Blick ein, als sie mich verabschiedet hatte.
"Eins..", begann Remus leise und angespannt. Oder als sie mir heute früh gedroht hatte, sie würde mich nicht nach Hogwarts lassen wenn ich nicht sofort aufhören würde Regulus Lachkrampf-Zauber anzuhexen… diese kleine Kröte.
"Zwei." Und dann die Begegnung mit den beiden. Der Muggel-Flubberwurm und der Schockzauberhaarjunge. Irgendwie waren sie ja schon ganz witzig, die beiden. Aus irgendeinem Grund fragte ich mich wieso ich nicht netter gewesen war. Remus schien ein schusseliger (und schwacher) Junge zu sein, wahrscheinlich konnte er wirklich Nichts dafür. Auch wenn er ein Muggel war. Und James. Er musste ein Zauberer aus einer höheren magischen Familie sein, und ich würde meinen Lieblingsspiegel drauf verwetten das wir die besten Freunde hätten sein können, hätten wir uns unter anderen Umständen kennen gelernt…
"Drei"! .. wäre ich nur netter gewesen. "Stupor!", rief James und ich duckte mich gerade noch im letzten Moment zur Seite. Ha, nicht zu verachten meine Reflexe! Tja, wer konnte ja auch wissen dass jahrelange Schläge seitens meines Vaters, und meine jämmerlichen Versuche sich diesen wegzuducken, etwas Gutes hatte? Der Zauber traf mein hässliches Gepäcksstück und beförderte es mit einem lauten Krachen an die Abteiltür. Unglücklicherweise öffnete es sich und ein Teil meiner wohl meist gehüteten Schätze verbreitete sich übers gesamte Abteil. Etwas peinlich berührt sah ich aus dem Augenwinkel wie Remus sich verwirrt eine Pyjamahose vom Kopf fischte. Die Wucht des Aufpralls dürfte auch ein Päckchen voller Niesstaub nicht heil überstanden haben... der Staub verteilte sich ebenfalls im Abteil. "Was..", James hustete "ist das, verdammt"? In zu hohen Dosen dachte ich gequält, reichte das teure Pulver nur noch dazu einen zum Husten anzuregen. Das hieß soviel wie, es war völlig nutzlos und jetzt sogar sinnlos vergeudet! "Argh", schimpfte ich deprimiert. "Das WAR Niesstaub", dann musste ich selbst husten. Geistesgegenwärtig schob Remus (ebenfalls unter Hustenanfällen) ein Fester des Abteils auf und die Luft wurde wieder… annehmbar kühl. "Dein Ziel ist übrigens miserabel", lächelte ich James schwach entgegen, immer noch mit leichtem Husten begleitet. Dieser grinste schief zurück. "Werd nicht lächerlich, dieser Zauber war einwandfrei! Mein Dad hat ihn mir gezeigt, wenn er dich getroffen hätte-", in diesem Moment wurde die Abteiltür äußerst unsanft beiseite gerissen und drei Jungen in schwarze Roben gekleidet steckten die Köpfe herein. Etwas irritiert sah ich zuerst zu James und dann zu Remus, okay, ihren Gesichtern nach zu urteilen waren das also keine großen Brüder die jetzt über mich herfielen.
"Was wollt ihr?", fragte James mit todesmutiger Arroganz und machte sich nicht die Mühe seinen Zauberstab zu verstecken. Der Größte der drei offensichtlichen Slytherins (ich kannte diese schrecklich unmodischen grünen Krawatten und das Abzeichen schon seit ich drei war..) grinste James nonchalant entgegen, während sie sich alle drei ins Abteil drückten. Der Staub war inzwischen aus dem Fenster geflogen (mein Geld!) und nun herrschte eisige Septemberabend Kälte im Abteil. Der Mittlere war genauso hässlich wie breit und sein Gesicht kam mir seltsamerweise bekannt vor und der Dritte… ein Erstklässler? "So so, der junge Black so sehen wir uns also wieder Cousin", grinste der Größte immer noch und ich war geschockt als ich den Sinn seiner Worte begriff. Ich runzelte die Stirn und versuchte mich gequält an all jene verhassten Familientreffen zu erinnern, aber sein Gesicht wollte mir einfach nicht in den Sinn kommen. "Ich helfe dir gerne weiter… meine Mutter sagte mir schon dass du mich wohl kaum erkennen würdest, schließlich lagst du ja noch in den Windeln als wir uns das erste Mal trafen... Rodulphus Lestrange", er wartete einige Sekunden ob sein Name irgendeine Reaktion auslösen würde, die allerdings völlig ausblieb. "Willkommen in Hogwarts, Verwandter", mit diesen Worten streckte er mir seine breite Hand entgegen und unbewusst machte ich einen Schritt zurück. In meinem Blick musste sich wohl auch Ekel widerspiegeln denn plötzlich zog er seine Hand zurück und sein Gesicht zeigte zunächst noch bloßes Unverständnis. Er schien noch nichts zu wittern, also machte er weiter mit der Vorstellung. "Das hier neben mir ist Nott, und der kleine Junior hier", Nott lachte hämisch, "ist Snape, er ist zur Unterweisung in meiner Obhut und ich werde ihm gleich vorführen was es bedeutet wenn man die Regeln schon zu Anfang des Schuljahres bricht", er warf einen eisigen Blick in Richtung Remus und James. "Gehe ich richtig in der Annahme das hier magische Inakzeptable Aktivitäten stattgefunden haben?", fragte er an mich gerichtet in einem Ton als erwarte er das ich nun wie ein winselnder Hund in seine Obhut hinüber wuselte und demütig Ja, Herr sagte. Ich schnaubte und versuchte meine Wut zu unterdrücken.
"Deine Cousine Bella, oder sollte ich sagen, meine Verlobte (er betonte das Wort besonders lang gezogen als sei er darauf sehr stolz) Bellatrix Black, hat mich zwar schon vorgewarnt.." er hielt kurz inne weil er nun mein Entsetzen erst richtig sah, "Ah, ich sehe du scheinst zu begreifen. Schön, schön..Nun, ich schätze sie hat sich gei-" –
"Ein Black?", unterbrach James ihn nun, als hätte er diesen grässlichen Namen erst jetzt gehört, obwohl er ja gut zu meiner Familie passte. Eine Seele schwärzer als die Andere. "Du bist tatsächlich ein Black?", das war unmissverständlich an mich gerichtet. Irgendwie hatte ich gehofft dass ich meinen Namen vor den Anderen Schülern verbergen könne, dass ich einmal nicht ihre geschockten und ehrfürchtigen Gesichter sehen müsste. So ein Gesicht wie Remus und James es gerade machten. Lestrange der es hasste unbeachtet zu sein schnaubte laut und abfällig. Aber ich ignorierte ihn und versuchte.. ja, ich versuchte zu retten. Obwohl ich nicht wusste was. Eine Freundschaft? Irgendwie hatte ich mich schon so an ihre Anwesenheit gewöhnt, ich war einfach nicht mehr allein... ich wollte nicht dass das nun vorbei sein sollte. Nicht aufgrund meines Stammbaumes! Ich wandte mich nun vollends den beiden zu.. "Ja, bin ich..", seufzte ich und verdrehte die Augen. "Aber das ist ein Umstand auf den ich nicht stolz bin, genauer gesagt hasse ich meine Familie sogar.", erklärte ich ehrlich. So ehrlich hatte ich es sogar noch nie formuliert und es tat verdammt gut. Mein Fehler wurde mir erst bewusst als ich ein Keuchen hinter mir hörte.
Oh verdammt!
"Bella.. sie.. sie hatte Recht! Du bist eine Missgeburt. Das schwarze Schaf der Familie, der Schandfleck. Deine Cousine tut Recht zu sagen man hätte dich nach deiner Geburt ersaufen sollen, wie kannst du nur so über uns sprechen, du-", wo ich es gewohnt war dass man so mit mir sprach war James es offenbar nicht. "Hey!", rief er und es schien ihm nicht zu passen das man mich, das schwarze Schaf, nicht leiden konnte. "Wenn hier jemand ihn (richtig, er kannte ja meinen Vornamen nicht) beschimpfen darf dann bin ich das, und jetzt verzieht euch, bevor ich euch hier raus hexe!", Remus sagte zwar Nichts aber sein Gesichtsausdruck zeigte dieselbe Entschlossenheit wie James sie hatte. Irgendetwas in mir schwoll an, ich glaube es war mein Herz. Ja es tat gut.. das sich jemand für mich einsetzte. Jemand wie ein.. Freund? "Was soll das werden?", fragte nun zum ersten Mal der jüngste von ihnen und ich hätte ihm nicht schon vor seinem Schuleintritt ein solches Slytherin-gleiches Verhalten zugetraut. Wobei mir auffiel dass seine Stimme schwach klang, und er.. schniefte. So als hätte er Schnupfen, oder so was. Ich hatte mich inzwischen zu James gestellt. Den Slytherins gegenüber. Ein deutliches Zeichen zu wem ich in einer Auseinandersetzung gehören wollte. "Bist du dir im Klaren was das für Folgen für dich haben wird?", sprach der Junge mit den langen, fettigen schwarzen Haaren und den ebenso schwarzen Augen und dann sagte James etwas unglaublich witziges: "Du bist ja ein Junge!", rief er und es klang ehrlich überrascht. Ich musste laut lachen. James klang immer noch überrascht als er weiter sprach. "Wahnsinn, vom Aussehen her.. und dann die leise Stimme. Nein, wirklich...", selbst Remus (und Nott!) verkniffen sich ein Grinsen. "Was.. hast du gesagt?", schniefte der Junge jetzt wobei es wahrscheinlich wie ein Zischen klingen sollte. "Bist du etwa taub.. Sniefelus?", ich wischte mir eine Lachträne aus dem Auge. Der Schwarzhaarige Junge warf James mordlüstige Blicke zu. Sowie mir. Aber ich zuckte nur mit den Schultern und grinste. "Was?", ich richtete den Zauberstab auf ihn. "Willst du mir etwa drohen, einem Black?", äffte ich Lestranges Ton zuvor nach und ich konnte sehen wie sich dessen Gesicht vor Wut zu einer Fratze verzerrte. Sollte er meine schreckliche Cousine doch heiraten, diese.. Sumpfschlange! Ich konnte auch sehen dass jetzt auch James den Zauberstab nun auf die Slytherins gerichtet hatte und, (und das überraschte mich bestimmt am meisten) auch Remus! Es vergingen Sekunden in denen niemand etwas sagte...
Dann schlich sich eine gewisse Kälte und.. Resignation unter die Slytherins. Es wäre wahnsinnig dumm und kindisch gewesen zu denken das wir (wäre es zu einem Kampf gekommen) wir diese Jungen, bestimmt Sechstklässler, geschafft hätten… Aber sie mussten sich an die Regeln halten, besonders wenn einer von ihnen das Vertrauensschüler-Abzeichen trug (ich wettete dass es Lestrange war..) und Erstklässler schon im Zug anzugreifen machte sich sicherlich nicht gut unter Dumbledore's Augen, dem neuen Schulleiter, der bekannt für seine Gutmütigkeit, aber vor allem Gerechtigkeit war. Und trotzdem, sie waren Slytherin genug dass sie uns trotzdem angreifen könnten, aber sie taten es nicht… Vielleicht weil wir nun eine Einheit waren. Drei, die zusammen hielten. Es fühlte sich zumindest so an, und es fühlte sich gut an! „Ihr habt Glück.", zischte Nott und ich grinste umso mehr. „Bis zum nächsten Mal!", gab Lestrange arrogant von sich und deutete den Anderen zweien an zu gehen… was sie auch taten! Als auch Sniefelus das Abteil mit einem hasserfüllten Blick an James verließ, lachten wir fast synchron auf und schmissen uns auf die Bänke. Es war als wären wir schon seit Kindertagen befreundet gewesen.
„Hast du seinen Blick gesehen?" - „Ja, und wie hässlich Nott war... dieses- Aber noch besser war der Kleine!" - „Ja, Sniefelus. Oh, ich liebe diesen Namen, einfach genial.", rief ich und hielt mir den Bauch vor lachen. Genauso wie Remus der kichernd unter der Bank lag. James saß neben mir und grinste von einem Ohr zum Anderen. „Sie hätten uns platt machen können.", meinte James plötzlich und runzelte etwas die Stirn. „Und wie..", murmelte ich etwas unbehaglich bei dem Gedanken. „Aber sie haben sich nicht getraut!", bemerkte Remus immer noch kichernd, und ich und James sahen uns an. „Wir sind ein gutes Team.", sagte er nun ernst und fast etwas nachdenklich. „Ich denke… ich hab mich getäuscht.", nickte ich und plötzlich fiel mir James lachend um den Hals. „Mann, das war so cool!", rief er und ich musste auch lachen. Für einen Moment fiel mir auf dass ich das erste Mal befreit lachen konnte, aber ich verdrängte den Gedanken schnell. „Das müssen wir irgendwann wiederholen.", fügte ich hinzu und stand auf um meinen Koffer zusammen zu flicken. „Bloß nicht!", schimpfte Remus und James sah mich an als wäre mir ein zweiter Kopf gewachsen.
„Wo willst du hin?", fragte er und es wurde still im Abteil. Ich fühlte wieder diesen altbekannten, kalten Klumpen im Magen und drehte mich um, um die restlichen Kleidungsstücke einzusammeln. Vielleicht auch damit sie mein Gesicht nicht sahen. „Ich such mir ein Abteil, was sonst? Ihr wollt- Ich meine..", ach verdammt! Ich hasste es wenn ich nicht wusste wie ich etwas sagen sollte. Eine Hand, warm und freundschaftlich, legte sich auf meine Schulter, ich drehte mich zur Seite und sah in zwei honigfarbene Augen,Remus lächelte das wärmste Lächeln das ich je gesehen hatte.
Wenn mich überhaupt je schon mal jemand angelächelt hatte…
„Warum bleibst du nicht hier?", fragte er leise und James sprang auf. „Ja, genau. Du kannst jetzt nicht gehen. Wir sind schließlich... ein Team. Wie heißt du überhaupt?", lachte James.
Ich riss mich von diesen Augen los… „Sirius Black."
Remus´ Hand verschwand aber ich lächelte trotzdem weil sie mich gebeten hatten zu bleiben. James streckte mir seine Hand entgegen die ich sofort ergriff und leicht schüttelte. „Fangen wir noch mal von vorne an. Ich bin James Potter und das ist Remus Lupin.", ich nickte und ließ es mir nicht nehmen auch Remus´ Hand zu schütteln. „Auch wenn du ein Muggel bist, du bist echt nett.", versuchte ich was Freundliches zu sagen. Remus´ Gesicht erfror und er starrte mich für Sekunden einfach nur an als wäre ich ein Squib oder so was. „Äh, was?", brachte er schließlich hervor und ich spürte wie meine Wangen warm wurden. James sah mich mindestens genauso verdutzt an. „Na.. deine Kleidung, und du wusstest nicht über den Zug bescheid…", stammelte ich und jetzt fiel mir auch wieder ein dass er doch einen Zauberstab gehabt hatte. Wie dumm. James schüttelte den Kopf und zog mich mit sich auf die Sitzbank. „Remus ist doch kein Muggel… er…hatte nur sehr ärmliche Verhältnisse, deshalb die Muggel-kleidung. Ist doch so Remus?", dieser nickte etwas peinlich berührt. „Und seine Eltern hielten seine Begabung vor ihm geheim, keine Ahnung warum.", murmelte James hinterher und Remus wurde, wenn möglich, noch beschämter. „Weil… ach, nicht so wichtig. Das ist eine längere Geschichte.", lächelte dieser und wir gaben uns damit zufrieden obwohl ich, so wie James ahnten dass er uns etwas verschwieg. Jetzt wusste ich auch dass ich mit meiner Vermutung richtig gelegen hatte, Potter war ein genauso bekannter Name in Zaubererreihen wie Black. Wenn ich mich nicht irrte müssten wir sogar auf drittem oder viertem Grad einen gemeinsamen Verwandten haben! Und er würde so sicher nach Gryffindor kommen, wie meine Eltern mir vorgeschrieben hatten ich müsse nach Slytherin kommen. („Was denkt ihr ob wir ins selbe Haus kommen werden? Ach, bestimmt... meine Eltern-", plapperte James munter drauf los.) Genauso wie sie mir vorgeschrieben hatten welche Fächer ich zu wählen hatte, oder mit wem ich den Schlafsaal teilen sollte. („Wer möchte Schoko-Frösche?", fragte Remus fröhlich.) Auf welche Lehrer ich besonders Acht geben sollte und bei welchen Lehrern ich auf Sympathie hoffen konnte, allein schon wegen meines Namens. Pah! Und genau an diesem Punkt gefror meine Laune wieder zu Eis. Aber den Anderen beiden erzählte ich noch Nichts davon…ich genoss es lieber solange es dauern würde.
„Entschuldigung?", fragte eine so angenehme Stimme in den Raum das wir uns unisono zur Abteiltür drehten. Ein zierliches Mädchen, mit rotem, leicht gelocktem Haar stand im Türrahmen und ihre grünen Augen leuchteten nur so vor Freundlichkeit und Wärme-versprühend, dass ich zunächst glaubte, wir hätten eine Veela in unserer Unter-Stufe. Weil sie bestimmt nicht älter als wir war…
James starrte sie gebannt an, und fuhr sich augenblicklich durchs Haar (wahrscheinlich glaubte er, dass ließe ihn besonders toll aussehen). Dann lächelte er sein mir schon bekanntes Siegerlächeln. Er hatte sich verliebt. Wahrscheinlich verstand er auch gar nicht mehr was sie als nächstes sagte so verzaubert war er von ihr. Ich grinste nur. Beiläufig fragte ich mich was Remus wohl von ihr denken mochte. „Könntet ihr vielleicht diesen armen Jungen bei euch im Abteil aufnehmen? Ein paar absolut verabscheuungswürdige Sechstklässler haben ihm ein paar unschöne Dinge angehext, dabei hat er sich nur verlaufen…", erklärte sie und James nickte mitfühlend (James und mitfühlend?). Lily war von soviel Höflichkeit angetan und schenkte ihm ihr strahlendstes Lächeln. Wahrscheinlich wäre jede Antwort Ja gewesen, egal welche Frage sie ihm gestellt hätte. … Hätte er etwas sagen können. „Natürlich, nur rein mit ihm.", durchbrach ich den magischen Moment schon etwas gelangweilt, weil von James heute wohl nicht mehr viel kam. Damit schubste sie den etwas dicklicheren Jungen der leicht verstört wirkte, ins Abteil und winkte James betörend zu ehe sie wieder verschwand. James seufzte glücklich auf und sank benommen auf die Bank uns gegenüber. „Oh bei Merlin..", murmelte er und ich stimmte mit ein, obwohl dieser Ausspruch dem Mädchen galt, das wusste ich einfach. „Ja, genau.. was zum Teufel haben die denn mit dir angestellt?", rief ich etwas schroff aus und der Junge quiekte ängstlich auf, wahrscheinlich hatte ich schmerzliche Erinnerungen in ihm geweckt. Oh, böser Sirius. Dann fiel mir die Ähnlichkeit mit einer Maus auf. Hätte er nicht blondes kurzes, sondern Graues Haar gehabt, hätte ich ihn wirklich für eine übergroße Maus gehalten. Aber viel Wichtiger…seine Nase war.. gelblich? Und er wirkte irgendwie… so… gekrümmt. Remus warf mir einen warnenden Blick zu und zog den Jungen schließlich neben sich. Ich zuckte die Schultern und hob ein Buch vom Boden, das noch vom Unfall zuvor dort liegen geblieben war. Meine Sachen würde ich irgendwann später aufräumen…James war übrigens, anscheinend gerade im Traumland und Remus…
„Willst du einen Schoko-Frosch?", hörte ich ihn fürsorglich fragen. "Meine Mutter hat mir auch immer gleich welche gegeben nachdem...wenn… es mir schlecht ging." Spontan hatte ich beschlossen dass ich Remus mochte. Obwohl ich ihn gerade Mal ein paar Stunden kannte, der Dunkelheit draußen nach zu urteilen. Natürlich mochte ich James auch, er hatte dieses gewisse Etwas sodass man sich gleich wünschte mit ihm befreundet zu sein. So ein sonniges Gemüt, das bemerkte man gleich. Unerschütterlich, vielleicht ein bisschen jähzornig aber gerecht und als er sich vorhin für mich stark gemacht hatte… er war loyal. Aber Remus war anders. Irgendetwas verriet mir das er im Leben auch schon dieselbe beklemmende Kälte kennen gelernt hatte, wie ich. So etwas verband. Und ich wollte ihn besser kennen lernen… außerdem war er nicht so leicht zu durchschauen wie James. Hmpf. Ach, sollte er sich doch um den Neuen kümmern… ich las jetzt mein Buch... Verkehrt herum! Argh. „Wie heißt du denn?", fragte Remus lächelnd. – „Peter.. Pettigrew."
"Das kann ja ein langes Jahr werden...", seufzte ich.
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t.b.c?
(1) - Sirius kennt ja keine Bettler, und weiß es deshalb nicht besser
Und, vergesst nicht nett zu sein!.
