3. Kapitel
„Bitte!" „Aber ich kann nicht!" Die Braunhaarige war verzweifelt. Warum stellte jemand so hohe Anforderungen an sie? „Ich habe da draußen irgendwo meine Freunde verloren und werde die vielleicht nie mehr wieder sehen!" Sie vergrub das Gesicht in den Händen. Sie hatte doch auch Freunde in der Realität! Goofy sah dem Gespräch zwischen den Beiden zu während Donald immernoch hoffte, sie würden das Mädchen hier lassen. Das Mädchen stützte sich auf dem Tisch ab, warum drehte sich um sie alles? Ein lautes Grollen kam von draußen hervor. „Jenny! Ich brauche dich!" Der Junge drehte beinahe schon durch, war annährend so verzweifelt wie das Mädchen das nun zitternd die Augen zusammenkniff. Jetzt auch noch in ihrer Fantasie. Wurde sie etwa überall terrorisiert? Sora sank auf den Stuhl. „Bitte verlier jetzt nicht die Nerven…" Der Boden bebte und alles drohte auseinander zu fallen. Sie stand auf und schlurfte in ihr Zimmer. Plötzlich schien alles ruhig zu werden. Die Türe knallte sie hinter sich zu, lehnte sich an sie an und sank weinend herab. Sora wurde von einem eigenartigen Gefühl überrannt. Das Mädchen war ja recht sensibel. Zu sensibel? Er stand auf, als er das Mädchen die Zimmertür herunterrutschen hörte. Er raste zur Tür und klopfte dagegen. „Jenn! Jennifer! Geht es dir gut?!", schrie er aufgekratzt, wurde dann aber ruhiger als er ein Schniefen hinter der Tür vernahm. Kurz seufzte er erleichtert, dann hockte er sich vor die Tür. „Nehm dir Zeit. Aber bitte, raste nicht so aus wie vorhin." Er presste das Ohr an die Tür und vernahm ein leises: „Würdest du da noch ruhig sein?" Kurz dachte er nach. Er war echt schlimm gewesen, er hatte sie schon bald dazu gezwungen. „Hey, das tut mir Leid, aber ich brauche deine Hilfe. Bitte, bitte komm mit uns mit." „Der Erpel hat was dagegen und ich auch. Ich will meine Freunde nicht verlieren." Sie krabbelte zum Schrank und packte einige Kleider ein. „Was ist wenn deine Realität auch von Herzlosen überfallen wird?" Das Mädchen hielt inne, rappelte sich auf, schulterte den Rucksack und öffnete die Tür, worauf ihr Sora, der sich mit dem Rücken gegen die Tür gelehnt hatte und in der Hocke war, entgegen gepurzelt kam. „Ich komme mit." Was sollte sie mehr tun? Sie hatte nur die eine Wahl, entweder in der Realität warten auf die Herzlosen oder sie versuchen zu stoppen. Die Tränen hatte sie schnell weggewischt, das gab ihr Mut. Sie hielt Sora die Hand entgegen welcher sich sofort aufrappelte, sie kurz umarmte und ein „Danke.", murmelte. „Ich pack noch Proviant ein, dann können wir abhauen." „Wer weiß ob deine Fantasie auch außerhalb funktioniert." Sie zuckte nur mit den Schultern und zugleich flogen auch einige Suppen aus der Dose und diverse andere Fertiggerichte hinein. Die Braunhaarige dackelte dann in die Küche. „Wir können los…" Goofy stand sofort auf und ging aus dem Haus, Donald schnatterte vor sich hin und zuletzt gingen die beiden Braunhaarigen nebeneinander heraus.
Für einen kurzen Moment herrschte eine unangenehme Stille, die Sora dann brach. „Kannst du eigentlich kämpfen?" „Seh ich so aus?" Das Mädchen seufzte. „Ich wird die beschützen." Ermunternd legte Sora einen Arm um sie und schlug ihr freundschaftlich auf die Schulter. „Vielleicht können wir dir aber auch irgendwas beibringen was das Kämpfen angeht. Mit nem Stab wirst du doch sicherlich kämpfen können." Das Mädchen sah ihn schief an. „Ja, sicher." Der Sarkasmus tropfte aus ihrer Stimme. „Was so was angeht war ich nie gut. Ich treff ja nich mal beim Fußball den Ball." Der Braunhaarige grinste schief. „Ja, das is wirklich n Problem." „Ich kann nicht kochen, ich kann nicht kämpfen und ich bin sensibel." Sie zog eine Schnute. „Bin ich überhaupt zu irgendwas zu gebrauchen?!" „Da wird sich bestimmt was finden lassen. Wettrennen?" „Bin unsportlich." „Oh. Naja, kann man nix machen." Er grinste und rannte dann hinter Donald und Goofy her. Der Erpel wank sie zu sich, da sie zu langsam waren. „Warte doch mal!", schrie das Mädchen und rannte ihm hinterher. Sie war nicht schnell und hatte keine Ausdauer, weshalb sie, als sie endlich bei Sora angekommen war an ihm hing und hechelte. „Sora ich kann net so schnell." „Tut mir Leid. Soll ich dich tragen?" Sie sah ihn an als wäre er nicht mehr bei Sinnen. Dann schüttelte sie den Kopf. „Bin zu fett." „Ach was." Er grinste und versuchte das Mädchen hochzuheben und Huckepack zu tragen wobei er sich schon nach wenigen Schritten bemerkbar machte. „Stimmt, du bist zu schwer. Oder ich bin zu schwach." „Erstes." Lächelnd stieg sie ab und zog ihn dann mit. „Sag mal, was hast du eigentlich so an Klamotten?" „Nich so viel." Sie grinste und zog einige Kleider hervor. „Wo- ach so… hat das auch die richtige Größe?" „Ich seh deine Kleider, also müssten die hier auch passen." Er räusperte sich. „Danke." „Hoffe es gefällt dir. Immerhin müssen wir jetzt länger mit einander auskommen." Sie lächelte schief und stieg zögernd ins Gumi ein. „Wasn das?" „Ein Gumi-Mobil.", meinte Goofy und führte sie zusammen mit Sora im Gumi herum. „Das hier ist das Cockpit." Fasziniert aussehend ging das Mädchen im Cockpit umher und sah sich alles genau an. „Sowas hab ich noch nie gesehen…", murmelte sie und blickte dann zu Goofy und Sora. „Cool! Darf ich mal steuern?" Donald, der grade von hinten angerannt kam quakte: „Nein!" Als er dann stehen blieb sprang er aufgeregt von einem auf den anderen Fuß. „Sie hat doch keine Ahnung vom Fliegen, außerdem haben wir keinen Sprit!" „Für Treibstoff is gesorgt.", meinte das Mädchen und sah Donald an, neben dem einige Kanister auftauchten. „Ich hab Hunger, kannst du mir bitte die Tasche geben?", fragte Sora Goofy. „Was für eine Tasche?" Donald und Jenny wandten sich nun zu Goofy. „Du hast den Rucksack vergessen?" „Ach, den sollte ich mitnehmen?" Doch es war schon zu spät. Die Kanister entleerten sich von selber im Tank und Jenn hatte sich aus reiner Dummheit gegen den Starthebel gelehnt. „Verdammter Mist.", murmelte das Mädchen, sah aus dem Fenster und schlug die Hand gegen ihre Stirn.
