6. 01 Uhr EST-Zeit, Freitag

Irgendwo in der Nähe von Mulders Wohnung

Draußen war es trotz der frühen Zeit schon ziemlich warm. Washington DC erlebte, wie fast die ganze Ostküste, zurzeit einen der heißesten Sommer des Jahrhunderts. Und obwohl es statistisch belegt ist, dass die Gewaltrate bei heißem Wetter ansteigt, schien es sich in diesem Jahr um die Ausnahme zu handeln. Und auch im restlichen Land schien sich im Moment nicht sehr viel zu tun. Mulder zweifelte schon fast am Bösen in der Welt. Aufgrund dieser Hitze und den wenigen Fällen waren er und Scully deshalb schon seit fast vier Wochen nicht mehr aus der Stadt gekommen. Man braucht sie jetzt hier, Agent Mulder! Das hatte Skinner gesagt. Mulder konnte darüber nur lachen und langsam gingen ihm die „normalen" Fälle schon ein wenig auf die Nerven. Er sehnte sich regelrecht nach einer X-Akte. Wieder musste er grinsen. Scully würde ihn jetzt ganz sicher für verrückt erklären. Aber eigentlich tat das sowieso jeder.

Er joggte in Richtung des Heldenfriedhofs von Arlington und benutzte die kleinen Nebenstrassen, auf denen um diese Uhrzeit noch keine Autos fuhren. Er war anscheinend nicht der Einzige, der sich für die frühe Uhrzeit entschieden hatte um joggen zu gehen oder andere Sachen zu erledigen bevor es am Tage zu heiß werden würde. Er warf einen kurzen Blick auf seine Uhr und bog dann in die nächste Strassen ein, die ihn zurück zu seinem Appartement führen würde. Er wollte auf keinen Fall zu spät zur Arbeit kommen, auch wenn ihn die Fälle herzlich wenig interessierten. Langsam ging die Sonne im Osten der Stadt auf und Mulder fühlte, dass es heute wieder ein außergewöhnlich heißer Tag werden würde.

6. 38 Uhr EST-Zeit

Mulders Wohnung, Virginia

Nass geschwitzt schloß er seine Wohnungstür auf und trat in das sonnendurchflutete Hauptstadtappartement. Er liebte diese Wohnung. Vor allem, wenn sie aufgeräumt war, was leider nur manchmal der Fall war, denn er hatte keine Putzfrau und meistens auch keine Lust. Doch heute war sie aufgeräumt. Mulder riss sich das feuchte T-Shirt vom Körper, streifte so schnell es ging seine Schuhe ab und machte sich auf den Weg unter die wohl verdiente, kalte Dusche.