Harry und Tonks: Der Orden des Phönix

Anmerkung des Autors: Diese Geschichte spielt nach Band 4 der Harry Potter Reihe. Der fünfte Band wird als Leitfaden genutzt, die Geschichte jedoch, verläuft völlig anders als im Original. Harry Potter und alle Charaktere und Orte aus Harry Potter sind Eigentum von J.K. Rowling und ggf. Ihren Publishern. Dies ist eine Fan-Geschichte, mit der kein Geld gemacht wird. Eine Verletzung der Rechte Dritter ist nicht gewollt.

Kapitel 3: Grimmauldplatz Nr. 12

„Harry, wach auf. Komm schon, du Langschläfer."

Harry drehte sich auf die Seite und hielt seine Augen geschlossen. „Geh weg, Hermine. Es ist noch viel zu früh."

Jemand kicherte. „Hermine? Ist das deine Freundin, Harry?" fragte Tonks.

Da öffnete Harry seine Augen und setzte sich im Bett auf. „Tonks. Tut mir leid.. Ich hatte ganz vergessen das ich hier bin. Nein, ist sie nicht. Meine beste Freundin" sagte Harry und rieb sich den Schlaf aus den Augen.

Tonks hatte ein breites Grinsen im Gesicht, wie Harry sah. „Soso, deine beste Freundin. Und von wem hast du dann die ganze Nacht geredet?" fragte sie ihn.

Harry stutzte. „Ich habe.. Geredet? Im Schlaf? Über.. Ein Mädchen?" fragte Harry. Von wem könnte er geträumt haben, fragte er sich. Cho Chang war die einzige Person die ihm einfiel, aber Cho hatte er eigentlich abgehakt. Sie war mit Cedric Diggory zusammen und Cedric.. Cedric war jetzt tot. Sie hatte bestimmt keine Lust so kurz nach dem Tod ihres Freundes sich schon wieder einen Neuen zu suchen. Bei dem Gedanken an Cedric, verdüsterte sich Harrys Stimmung abrupt.

„Sorry, Harry. Ich wollte dich doch nur aufziehen, du hast nicht im Schlaf geredet" sagte Tonks mit einem schuldigen Tonfall.

Harry schüttelte den Kopf. „Schon gut, ich habe mich nur an etwas erinnert was ich lieber vergessen hätte. Wie spät ist es?" fragte er.

Tonks sah auf ihre Uhr. „Gleich 12 Uhr. Du musst dich schnell fertig machen, wir treffen uns um halb Eins mit Dumbledore bei den Dursleys um deine Sachen abzuholen."

Der Gedanke an Dumbledore verfinsterte Harrys Gemüt noch mehr. Er hatte ihn beschatten lassen, heimlich. Hatte ihn 4 ganze Wochen bei den Dursleys gelassen, ohne jede Information, ohne Neuigkeiten. Nicht einmal Ron und Hermine hatten ihm Nachrichten aus der Zauberer Welt in ihren Briefen übermittelt. „Gut" sagte Harry knapp und stieg aus dem Bett.

„Nette Boxershorts" kommentierte Tonks.

Harry sah an sich herunter. Er hatte nur seine Boxershorts und ein T-Shirt an.

„Das Bad ist gleich rechts wenn du aus der Tür kommst, es müssten noch ein paar Zahnbürsten im Schrank sein, ich kauf immer welche auf Vorrat, sonst vergesse ich es, frische Handtücher liegen auf dem kleinen Tischchen" sagte Tonks und ließ Harry alleine im Schlafzimmer.

Er fand das Bad problemlos und auch die Zahnbürste lag wie Tonks es gesagt hatte in einem kleinen Spiegelschrank der an der Wand über dem Waschbecken hing. Er riss die Verpackung auf, putzte sich die Zähne und stieg dann in die Dusche.

Als er das Bad wieder verließ zog er sich im Schlafzimmer seine Jeans und seinen Pullover vom Vortag wieder an. Mit dem Umziehen würde er warten müssen, bis er seine Sachen geholt hätte. Er rückte das Bettzeug ein wenig zurecht und verließ dann das Zimmer. Tonks saß im Wohnzimmer auf der Couch und stand auf als Harry herein kam.

„Fertig, Harry?" fragte sie ihn.

Harry nickte.

„Gut, wir werden wieder apparieren. Für die Rückreise konnte Dumbledore uns einen Portschlüssel vom Ministerium besorgen. Mit dem Gepäch zu apparieren wäre etwas umständlich" erklärte Tonks. Sie nahm wieder Harrys Hand und Harry spürte wieder das bekannte Gefühl, als würde er durch einen Gartenschlauch gepresst werden. Nach wenigen Sekunden standen er und Tonks vor dem Lingusterweg Nr. 4.

„Ich dachte, wir warten besser auf Dumbledore bis wir reingehen. Aber wie es aussieht, ist er schon vor uns angekommen" sie zeigte auf Harrys gesamtes Hab und Gut, das vor der Haustür der Dursleys aufgestapelt lag.

Als die Beiden auf die Tür zugingen um anzuklopfen, öffnete sie sich auf halbem Weg und Dumbledore trat ins freie. Seine Miene war düster, so hatte Harry ihn nur selten erlebt.

„Sie haben ja schon alles fertig gepackt, Dumbledore" sagte Tonks und schüttelte seine Hand. Harry bemerkte, das Dumbledore ihn garnicht ansah als er auch seine Hand schüttelte.

„Das ist nicht mein Verdienst, Nymphadora" sagte Dumbledore mit einem Seufzen in der Stimme.

Tonks rümpfte die Nase. „Tonks, bitte. Sie wissen doch das ich meinen Namen nicht ausstehen kann."

Dumbledores finstere Miene erhellte sich für einen Moment und er musste schmunzeln. „Ah, es tut mir leid, Tonks. Ich vergaß es schon wieder. Bitte verzeihen sie mir noch dieses eine mal. Wie ich gerade sagte, war es nicht mein Verdienst. Die Dursleys haben wohl noch in der selben Nacht gestern Harrys Sachen zusammen gesucht und sie nach Draussen gestellt. Ich musste eine halbe Stunde mit ihnen diskutieren, bis sie erlaubt haben, das Harry nächsten Sommer wieder bei ihnen einziehen darf" sagte Dumbledore.

„Ich muss wieder zurück?" fragte Harry.

„So leid es mir tut, Harry. Aber es ist notwendig" sagte Dumbledore, wieder ohne Harry dabei anzusehen. „Er fühlt sich wohl schuldig und traut sich nicht es mir ins Gesicht zu sagen" dachte Harry erzürnt.

Tonks klopfte ihm auf die Schulter. „Kopf hoch, Harry. Es ist ja noch ein ganzes Jahr bis dahin."

„Tonks, wenn Sie so freundlich wären und mit mir zusammen Harrys Gepäck tragen? Wir sollten besser sofort aufbrechen, nur zur Sicherheit" sagte Dumbledore.

Tonks nickte und ging die Steinstufen hoch zur Tür, wo das Gepäck stand, stolperte aber über die letzte Stufe und lägte sich Bäuchlings hin. „Oh, ich Tollpatsch. Typisch" sagte Tonks, über sich selbst verärgert. Sie rappelte sich wieder auf und sah den Knauf von Harrys Besen aus einer Reisetasche heraus gucken. „Oh, was seh ich denn da. Ein echter Feuerblitz, Harry. Ich fliege noch einen alten Komet 260."

Dumbledore und Tonks nahmen Harrys Truhe und die Reisetasche jeweils in eine Hand. Harry nahm Hedwigs Käfig mit der Schneeeule in die Seine. „Tut mir leid, Hedwig, das ich dich alleine bei den Dursleys lassen musste" sagte Harry und bekam ein „Schu-hu" als Antwort.

„Alle bereit?" fragte Dumbledore und zog eine alte Öllampe aus seinem Umhang hervor. Harry und Tonks legten Beide einen Finger an die Lampe und sagten Gemeinsam „Bereit".

„Gut. Auf Drei. Eins - Zwei - Drei!" sagte Dumbledore und Harry spürte ein Ziehen hinter seinem Nabel als der Portschlüssel die Drei ergriff und mit sich zog. Sie wirbelten umher und landeten, alle auf den Beinen, auf einem kleinen Platz in einer heruntergekommenen Gegend. Müllberge stapelten sich vor den Häusern, von deren Türen schon die Farbe abblätterte. Ein vermoderter Gestank stieß Harry in die Nase als sie eine Mülltonne passierten.

„Wo sind wir hier? Ich dachte wir gehen wieder in Tonks Apartment" fragte Harry.

„Wir gehen an einen sichereren Ort, Harry" sagte Dumbledore. Dann zog er ein Stück Pergament aus seinem Umhang und reichte es Harry. „Präg dir das was auf dem Zettel steht gut ein" sagte er.

Harry nahm den Zettel entgegen und entfaltete das Pergament.

Das Hauptquartier des Phönix Orden befindet sich am Grimmauldplatz Nr. 12, London

Harry prägte sich den Satz ein und gab Dumbledore das Pergament zurück, welcher es in seiner linken Hand zerknüllte und mit der Spitze seines Zauberstabes in Brand steckte. Harry sah sich um. Er konnte Nummer 11 sehen. Und rechts davon war Nummer 13. Aber wo war die Nummer 12?

„Denk an das was auf dem Zettel stand, Harry" sagte Dumbledore. Harry tat wie ihm geheißen und plötzlich stand dort zwischen Nummer 11 und Nummer 13 ein großes, altes Haus, so als wäre es schon immer da gewesen.

Die Drei gingen auf die Tür des Hauses zu. Sie war schwarz angestrichen, doch die Farbe war schon ein wenig verblasst. Der Knauf war wie eine geschwungene Schlange geformt. Dumbledore klopfte mit seinem Zauberstab einmal gegen die Tür und Harry hörte wie sich dahinter etwas bewegte und die Tür dann langsam aufging. Dumbledore ging herein, hinter ihm Harry und dann Tonks, welche die Tür hinter sich schloss. Es war komplett dunkel, man konnte kaum etwas erkennen. „Wartet hier, sagte Dumbledore und ging ein paar Schritte um in der Finsternis zu verschwinden. Dann hörte Harry ein Zischen, als lauter altmodischer Gaslampen zu Leuchten begannen und den Flur in ein schauriges Licht tauchten. Von weitem sah er Mrs Weasley auf sie zukommen.

Sie packte Harry und drückte ihn fest. „Da bist du ja Harry, lass dich mal ansehen" sagte Mrs Weasley und hielt ihn auf Armeslänge um ihn zu begutachten. „Du bist schmal, wir werden dich etwas aufpeppeln müssen, aber das muss noch etwas warten, die Versammlung beginnt gleich."

„Molly, können sie Harry sein Zimmer zeigen, wir warten dann auf Sie" sagte Dumbledore.

„Aber natürlich, komm mit Harry" sagte sie und Tonks und Dumbledore gingen den Gang weiter entlang und verschanden durch eine Tür.

„Was für eine Versammlung ist das, Mrs Weasley" fragte Harry. „Kann ich nicht mit zu dieser Versammlung?"

Mrs Weasley schüttelte den Kopf. „Nur für Mitglieder des Ordens, Harry" sagte Mrs Weasley. Sie gingen eine Treppe hoch, vorbei an einer Reihe von Schrumpfköpfen. Sie sahen wie die Köpfe von Hauselfen aus. Was war das für ein Haus? So ein Haus konnte doch nur einem dunklen Magier gehören, dachte sich Harry. „Mrs Weasley, was ist das für ein Haus?" fragte er sie.

„Keine Zeit Harry, Hermine und Ron sind oben, sie können dir alles erklären, ich muss mich Sputen und zur Versammlung" sagte sie als sie am zweiten Treppenabsatz ankamen. „Da, die rechte Tür ist deine. Ich muss jetzt los, bis später Harry."

Harry sah Mrs Weasley nach als sie die Treppe runterging und öffnete dann die besagte Tür. Er trat in ein düsteres Zimmer mit zwei Betten ein. Bevor er sich umsehen konnte, verschwand sein Kopf in einer dichten, braunen Mähne. Hermine hatte sich auf ihn gestürtzt um ihn zu Umarmen.

„Harry!" kreischte sie als sie ihn wieder losließ. „Wir haben dir ja so viel zu erzählen. Und du uns auch, die Dementoren, wir habe uns solche sorgen gemacht als wir davon hörten" sagte sie.

Harry sah über ihre Schulter hinweg Ron grinsen. „Lass ihn doch mal zu Atem kommen, Hermine" sagte er und schüttelte dann Harrys Hand. „Gut dich zu sehen, Kumpel. Tut uns leid das wir dir nur so wenig schreiben konnten, wir durften dir nichts Verraten, Dumbledore hat uns schwören lassen dir nichts wichtiges zu sagen, die Eulen hätten abgefangen werden können, meinte er."

Die kurze Freude über das Wiedersehen mit seinen beiden besten Freunden, verschwand aus Harry und wurde durch erneute Erzürntheit ersetzt.

„Ach. Hat er das?" fragte Harry.

Hermine nickte. „Wir haben wirklich alles versucht, Harry. Wir wollten dir unbedingt mehr schreiben, wir haben uns gedacht, du würdest verrückt werden, so lange alleine bei den Dursleys ohne Neuigkeiten, aber wir durften nicht, Dumbledore -" sagte Hermine aber Harry beendete den Satz für sie.

„Hat euch schwören lassen. Ja, das habe ich schon gehört" sagte Harry und Hermine biss sich auf die Lippe und tauschte einen Blick mit Ron aus. Sie hatten sich schon gedacht, wie Harry reagieren würde.

Als Tonks 20 Minuten später die Treppe hinauf ging und auf die Tür zuging, hörte sie laute Stimmen dahinter. Harrys Stimme war am lautesten. Sie öffnete die Tür und ging ins Zimmer. „Dicke Luft, was?" fragte sie und sah abwechselnd zu Harry, Ron und Hermine.

Zwei Knalle ertönten und Fred und George tauchten mit zwei orangefarbenen schnüren in den Händen auf, die sie hastig hinter ihren Rücken versteckten, als sie sahen das Tonks im Zimmer war.

„Ist die Versammlung schon vorbei?" fragte Fred.

„Ihr braucht eure Langzieh Ohren nicht verstecken, ich habe sie schon gesehen" sagte Tonks. „Die Versammlung ist seit einer Minute vorbei, ich bin gerade hierher gekommen."

„Sag es bitte nicht unserer Mutter, sie wird uns schuften lassen wenn sie erfährt das wir schon wieder versucht haben zu Lauschen" sagte George mit schuld bewusster Miene.

Tonks musterte die beiden einen Moment. „Ich werde es ihr nicht sagen, aber ihr solltet vorsichtiger sein" sagte sie schließlich, was Georges Miene wieder aufhellte.

„Danke, Tonks. Wir mochten dich schon immer" sagte Fred. „Stimmt" pflichtete George ihm bei. „Du bist nicht wie die anderen Erwachsenen, du bist. Wie soll man es sagen?" George sah zu Fred. Dann sahen die Beiden Tonks an und sagten „Cool".

Tonks grinste „Das war ein Kompliment, oder? Also, was habt ihr von der Versammlung aufschnappen können?" fragte Tonks.

„Nichts" sagten Fred und George gleichzeitig. „Es hat nicht funktioniert" sagte George und sah auf das Langzieh Ohr in seiner Hand herunter.

Tonks nickte. „Molly hat die Tür Impertubiert" sagte sie.

Fred und George sahen sie fragend an.

„Werft etwas dagegen, wenn es abprallt, ist sie impertubiert."

Fred und George ging ein Licht auf. „Natürlich, deswegen konnten die Lang Ohren natürlich nicht durch den Türschlitz. Aber.. Du warst da. Du könntest uns nicht vielleicht ein paar.. Ganz unwichtige Sachen erzählen?" fragte Fred unschuldig.

Tonks schüttelte den Kopf. „Oh nein, das könnt ihr vergessen. Da müsst ihr schon eure Eltern breitschlagen, ich werde mich ganz sicher nicht mit Molly Weasley anlegen" sagte sie.

„Schade. Aber du hast warscheinlich recht, Mum kann manchmal richtig Böse werden" sagte George. „Ein Glück das Harry so laut geschrieen hat und wir hier her appariert sind um uns über den Lärm zu beschweren, der uns beim Belauschen gestört hat. Sonst hätte man uns erwischt."

Das richtete die Aufmerksamkeit wieder auf den Streit.

„Warum habt ihr euch gestritten?" fragte Tonks.

Harry sah beschämt zu Boden. Hermine und Ron versuchten niemanden im Raum direkt anzusehen.

„Ihr solltet euch nicht streiten, gerade jetzt nicht mit all dem was zur Zeit los ist. Ihr habt genug Feinde, da braucht ihr nicht auch noch eure Freunde auf der falschen Seite" sagte Tonks.

Fred und George nickten. „Einer von Ihnen ist heute hier. Snape."

Harry wurde hellhörig. „Snape ist hier?" fragte er.

„Ja, er war bei der Besprechung" sagte Fred.

„Er ist öfter hier gewesen in letzter Zeit" sagte Ron.

„Wir hatten gehofft wir würden heute rausfinden können warum" sagte George. „Spionieren für den Orden, wahrscheinlich."

Die Blicke richteten sich wieder auf Tonks, aber sie machte eine Bewegung mit der Hand über ihre Lippen, wie um einen Reissverschluss zuzuziehen und sah sich im Zimmer um. Sie entdeckte einen kleinen Spiegel an der Wand und sah sich an. „Ich glaube nicht, das Pink zu mir passt. Findet ihr nicht auch ich sehe damit ein wenig ungesund aus? Ja. Eindeutig" sagte sie und kniff die Augen zusammen, wie um sich an etwas zu erinnern. Als sie die Augen wieder öffnete, waren ihre Haare nicht länger Pink, sondern Rosa. „Schon besser" sagte sie zu ihrem Spiegelbild.

„Wie hast du das gemacht?" fragte Harry.

„Tonks ist ein Metamorphmagus" sagte Hermine. „Metamorphmagi können durch pure Gedankenkraft ihr äusseres verändern, doch man wird nicht einfach ein Metamorphmagi, man wird als solcher geboren" rezitierte Hermine, bestimmt aus irgend einem Buch.

Tonks nickte. „Wirklich praktisch, ich hatte eine 1 mit Auszeichnung in Tarnung bei der Auror Prüfung ohne jemals dafür etwas zu tun."

Ginny kam zur Tür herein. „Hallo Tonks. Harry, wie gehts dir?" sagte sie.

„Hallo Ginny, mir gehts gut" sagte er zu Rons Schwester.

„Mum hat gesagt ihr sollt runter kommen, es gibt gleich Essen" sagte Ginny.